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	<title>Deutsch-Afrikanische Beziehungen | Diplomatie &amp; Außenpolitik | FOKUS AFRIKA</title>
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	<description>Nachrichten aus Afrika</description>
	<lastBuildDate>Thu, 29 Oct 2026 21:24:30 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Deutsch-Afrikanische Beziehungen | Diplomatie &amp; Außenpolitik | FOKUS AFRIKA</title>
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		<title>Bundesregierung will NATO-Einsatz im Mittelmeer verlängern – Seenotrettung Teil des Mandats</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-nato-einsatz-im-mittelmeer-verlaengern-seenotrettung-teil-des-mandats/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2026 21:24:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[Maritime Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will seinen NATO-Einsatz im Mittelmeer verlängern, aber weniger Soldaten dafür vorsehen. Zugleich haben sich die rechtlichen Voraussetzungen für Schiffskontrollen gegen den Waffenschmuggel verändert. Auch die Zusammenarbeit mit der EU-Mission vor Libyen soll verstärkt werden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-will-nato-einsatz-im-mittelmeer-verlaengern-seenotrettung-teil-des-mandats%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20will%20NATO-Einsatz%20im%20Mittelmeer%20verl%C3%A4ngern%20%E2%80%93%20Seenotrettung%20Teil%20des%20Mandats&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-nato-einsatz-im-mittelmeer-verlaengern-seenotrettung-teil-des-mandats/">Bundesregierung will NATO-Einsatz im Mittelmeer verlängern – Seenotrettung Teil des Mandats</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz bei der NATO-Mission Sea Guardian im Mittelmeer um ein weiteres Jahr verlängern und gleichzeitig die Personalobergrenze reduzieren. Das Bundeskabinett fasste den entsprechenden Beschluss am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026. Der dem Bundestag übermittelte Antrag sieht künftig bis zu 440 statt bisher 550 Soldatinnen und Soldaten vor. Die Mission soll weiterhin den Terrorismus und Waffenschmuggel bekämpfen sowie internationale Seewege sichern, während sich die rechtlichen Voraussetzungen für Schiffskontrollen verändert haben.</p>



<h2 id="h-deutschland-reduziert-personalobergrenze-fur-nato-mission" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-reduziert-personalobergrenze-fuer-nato-mission">Deutschland reduziert Personalobergrenze für NATO-Mission</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der geplanten Verlängerung soll die Bundeswehr bis zum 30. November 2027 an der maritimen Sicherheitsoperation Sea Guardian teilnehmen können. Die seit 2016 bestehende NATO-Mission überwacht den Schiffsverkehr im Mittelmeer, tauscht Sicherheitsinformationen zwischen den Bündnispartnern aus und soll terroristische Aktivitäten sowie illegalen Waffenhandel auf See eindämmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestag muss der Verlängerung noch zustimmen. Die Bundesregierung hat ihren Antrag unter der Drucksachennummer 21/8819 vorgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der vorgesehenen Truppenstärke gibt es allerdings widersprüchliche Angaben. Während der offizielle Bundestagsantrag eine Höchstgrenze von 440 Soldatinnen und Soldaten nennt, spricht die Bundesregierung auf ihrer <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sea-guardian-2387972">Internetseite</a> von einer Reduzierung auf 400. Die Parlamentsnachrichten des Bundestags bestätigen wiederum die Zahl von 440.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Obergrenze bezeichnet die maximal zulässige Zahl deutscher Einsatzkräfte, nicht die tatsächlich dauerhaft im Mittelmeer stationierten Soldaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich bislang vorwiegend durch Schiffe und andere Einheiten, die auf ihrem Weg durch das Mittelmeer Informationen zur Überwachung des Seeraums bereitstellen. Dabei bleiben die deutschen Kräfte in der Regel ihrer nationalen Führung unterstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine direkte Unterstellung unter die NATO-Einsatzführung ist grundsätzlich möglich, derzeit aber nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zusätzlichen einsatzbedingten Ausgaben für den Zeitraum vom 1. Dezember 2026 bis zum 30. November 2027 veranschlagt die Bundesregierung auf rund 900.000 Euro. Darin sind nicht sämtliche regulären Personal- und Betriebskosten der beteiligten Bundeswehreinheiten enthalten.</p>



<h2 id="h-schiffskontrollen-nach-wegfall-bisheriger-un-ermachtigung-eingeschrankt" class="wp-block-heading"><span id="schiffskontrollen-nach-wegfall-bisheriger-un-ermaechtigung-eingeschraenkt">Schiffskontrollen nach Wegfall bisheriger UN-Ermächtigung eingeschränkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der geringeren Personalobergrenze verändert sich die rechtliche Grundlage bestimmter Maßnahmen gegen den Waffenschmuggel im Mittelmeer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher stützten sich entsprechende Kontrollen unter anderem auf die Resolution 2292 des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2016 und deren Verlängerungen. Diese hatten besondere Befugnisse zur Kontrolle verdächtiger Schiffe im Zusammenhang mit dem Waffenembargo gegen Libyen geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Wegfall dieser Ermächtigung gelten für das Anhalten, Betreten und Durchsuchen von Schiffen nun die allgemeinen Regeln des internationalen Seerechts sowie das Protokoll von 2005 zum Übereinkommen gegen widerrechtliche Handlungen zur See.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stellt deshalb klar, dass entsprechende Maßnahmen „regelmäßig nur mit Zustimmung des entsprechenden Flaggenstaats oder bei Flaggenlosigkeit zulässig“ sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass NATO-Einheiten auf hoher See nicht allein aufgrund eines Verdachts beliebige Schiffe kontrollieren dürfen. Soweit keine besondere völkerrechtliche Befugnis besteht, ist grundsätzlich die Zustimmung des Staates erforderlich, unter dessen Flagge das Schiff fährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Waffenembargo gegen Libyen bleibt davon zu unterscheiden. Die veränderte Rechtsgrundlage betrifft die Befugnisse zu seiner Durchsetzung auf See, nicht automatisch den Fortbestand des Embargos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sea Guardian soll weiterhin Schiffe aufklären, verdächtige Aktivitäten erkennen und im Rahmen der geltenden Rechtsvorschriften Kontrollen durchführen können. Auch die Beschlagnahme und Umleitung von Schiffen ist unter entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einsatzgebiet umfasst das Mittelmeer außerhalb der Hoheitsgewässer, die Straße von Gibraltar einschließlich ihrer Zugänge sowie den darüberliegenden Luftraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einsätze innerhalb der Hoheitsgewässer eines Anrainerstaats setzen dessen Zustimmung voraus. Handelt es sich nicht um einen NATO-Mitgliedstaat, sind zusätzlich ein Beschluss des Nordatlantikrats und die Zustimmung des Deutschen Bundestags erforderlich.</p>



<h2 id="h-libyen-und-die-nordafrikanische-kuste-bleiben-sicherheitspolitischer-schwerpunkt" class="wp-block-heading"><span id="libyen-und-die-nordafrikanische-kueste-bleiben-sicherheitspolitischer-schwerpunkt">Libyen und die nordafrikanische Küste bleiben sicherheitspolitischer Schwerpunkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet die Fortsetzung des Einsatzes mit der strategischen Bedeutung des Mittelmeers für die Sicherheit Europas und der NATO. Das Seegebiet verbindet wichtige internationale Handelsrouten und grenzt an mehrere Regionen mit anhaltenden politischen und militärischen Konflikten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders der zentrale und südliche Mittelmeerraum ist durch die instabile Lage in Libyen, Waffenschmuggel, Menschenhandel und organisierte Kriminalität geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Antrag verweist die Bundesregierung außerdem auf Migration, wirtschaftliche Ungleichgewichte, den Klimawandel und schwache staatliche Strukturen als Faktoren, die zur regionalen Unsicherheit beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten auf internationale Handelswege und Lieferketten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verfolgt deshalb das Ziel, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen europäischen und nordafrikanischen Partnerstaaten zu verstärken.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-31299 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HMS_Dragon_and_ROS_Marasesti_Air_Defence_Exercise_45167130.jpg 3600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Sea Guardian soll dabei auch als Kooperationsplattform dienen, über die die NATO Kontakte zu ausgewählten Staaten an ihrer südlichen Grenze pflegt und gemeinsame maritime Sicherheitsmaßnahmen ermöglicht.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für Deutschland gehört dazu insbesondere die Zusammenarbeit mit den Staaten an der nordafrikanischen Mittelmeerküste.</p>



<h2 id="h-nato-und-eu-sollen-beim-waffenembargo-gegen-libyen-enger-zusammenarbeiten" class="wp-block-heading"><span id="nato-und-eu-sollen-beim-waffenembargo-gegen-libyen-enger-zusammenarbeiten">NATO und EU sollen beim Waffenembargo gegen Libyen enger zusammenarbeiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-verlaengert-bundeswehrmandate-fuer-sea-guardian-und-eunavfor-med-irini-im-mittelmeer/" data-type="post" data-id="21951">Die Bundesregierung strebt außerdem eine bessere Abstimmung zwischen Sea Guardian und der EU-geführten Marineoperation EUNAVFOR MED Irini an.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Irini wurde 2020 eingerichtet und hat unter anderem den Auftrag, das UN-Waffenembargo gegen Libyen zu überwachen. Die Operation kontrolliert verdächtige Schiffsbewegungen und dokumentiert mögliche Verstöße gegen internationale Beschränkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Zusammenarbeit beider Missionen könnte nach den Vorstellungen der Bundesregierung den Austausch von Aufklärungsinformationen und die logistische Unterstützung verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Bundestagsantrag sieht deshalb ausdrücklich die Möglichkeit vor, im Rahmen von Sea Guardian Informationen und logistische Leistungen zur Unterstützung von Irini bereitzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen der NATO und der Europäischen Union.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die deutsche Beteiligung an Irini soll verlängert werden. Das Bundeskabinett beschloss am 28. Oktober, den Einsatz mit bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten ebenfalls bis zum 30. November 2027 fortzusetzen. Hierfür ist ebenfalls die Zustimmung des Bundestags erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich damit weiterhin an zwei unterschiedlichen maritimen Sicherheitsoperationen im Mittelmeer, deren Aufgaben sich teilweise ergänzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Sea Guardian vor allem der NATO-weiten Seeraumüberwachung und der Bekämpfung maritimer Sicherheitsbedrohungen dient, konzentriert sich Irini insbesondere auf die Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen.</p>



<h2 id="h-bundeswehr-muss-auch-menschen-in-seenot-helfen" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehr-muss-auch-menschen-in-seenot-helfen">Bundeswehr muss auch Menschen in Seenot helfen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bekräftigt im neuen Mandatsantrag ausdrücklich die völkerrechtliche Verpflichtung deutscher Marineeinheiten, Menschen in Seenot zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verpflichtung gilt unabhängig davon, ob sich die Schiffe im Rahmen der Terrorismusbekämpfung, der Seeraumüberwachung oder zur Unterstützung anderer NATO-Einheiten im Mittelmeer befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/mindestens-53-migranten-sterben-bei-bootsunglueck-vor-libyen/">Sie betrifft auch Situationen, in denen Menschen auf Migrationsrouten zwischen Nordafrika und Europa in Seenot geraten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sea Guardian ist allerdings keine eigenständige Mission zur Seenotrettung oder zur Kontrolle irregulärer Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutschen Einsatzkräfte dürfen ihren Auftrag im Rahmen des Völkerrechts mit militärischen Mitteln durchsetzen. Dazu gehören auch Maßnahmen zum Schutz eigener oder verbündeter Kräfte sowie die Nothilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist seit der Gründung der NATO-Operation im Jahr 2016 regelmäßig an Sea Guardian beteiligt. Die Bundesregierung sieht in der Fortsetzung des Einsatzes einen Beitrag zur Sicherheit der internationalen Handelsschifffahrt und zur Zusammenarbeit mit den südlichen Partnerstaaten des Bündnisses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die neue Mandatsobergrenze, die Einsatzdauer und den militärischen Auftrag entscheidet der Deutsche Bundestag auf Grundlage des Regierungsantrags.</p>
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			<media:title type="html">HMS Dragon and F-111 ROS Marasesti Air Defence Exercise</media:title>
			<media:description type="html">Pictured: HMS Dragon (bottom) and F-111 ROS Marasesti, a Romanian Frigate, conducting an Air Defence Exercise with two Romanian F-16 fighter jets and two Canadian F18 Fighter jets in the Black Sea in 2020. 

This exercise demonstrated NATO interoperability between air and maritime assets whilst operating Black Sea Region.

HMS Dragon, as part of a UK Task force visited numerous nations across the Mediterranean and Black Sea as the UKs armed forces nurtures new friendships and cements traditional alliances.
 
The deployment was intended to test new concepts of the Littoral Strike Group (which replaces the UKs long-standing amphibious task group) and shapes the Future Commando Force (FCF)  the evolution of the Royal Marines into a hi-tech raiding/strike force  both of which are at the heart of the transformation of the Royal Navy as it enters the 2020s. 
 
The group will also support NATOs Mediterranean security operation Sea Guardian  alongside new patrol ship HMS Trent which is now permanently based in the region  and provide options for the UK to respond to any potential crisis in the area.
 *** Local Caption ***</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Sudan weist Hungersnotwarnung der Bundesregierung zurück – schwere Vorwürfe gegen den Westen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/sudan-weist-hungersnotwarnung-der-bundesregierung-zurueck-schwere-vorwuerfe-gegen-den-westen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 20:34:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Hungersnot]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>19,5 Millionen Menschen im Sudan sind nach internationalen Schätzungen von akutem Hunger betroffen. Doch die Regierung bestreitet eine drohende Hungersnot und beschuldigt westliche Staaten, humanitäre Hilfe für politische Zwecke zu nutzen. Deutschland gehört zu den 32 Unterzeichnern der internationalen Warnung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsudan-weist-hungersnotwarnung-der-bundesregierung-zurueck-schwere-vorwuerfe-gegen-den-westen%2F&amp;action_name=Sudan%20weist%20Hungersnotwarnung%20der%20Bundesregierung%20zur%C3%BCck%20%E2%80%93%20schwere%20Vorw%C3%BCrfe%20gegen%20den%20Westen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/sudan-weist-hungersnotwarnung-der-bundesregierung-zurueck-schwere-vorwuerfe-gegen-den-westen/">Sudan weist Hungersnotwarnung der Bundesregierung zurück – schwere Vorwürfe gegen den Westen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sudans Regierung bestreitet die Gefahr einer Hungersnot im Land und wirft westlichen Staaten vor, die humanitäre Krise für politische Ziele und eine Waffenruhe zugunsten der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) auszunutzen. Die Erklärung des sudanesischen Außenministeriums datiert vom 26. Oktober 2026 und wurde am folgenden Tag veröffentlicht. Zuvor hatten Deutschland, die USA, Großbritannien und 29 weitere internationale Partner vor einer drohenden Hungersnot gewarnt, von der Millionen Menschen betroffen sein könnten. Während Khartum auf ausreichende Lebensmittelreserven verweist, gehen internationale Hilfsorganisationen von 19,5 Millionen Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit aus.</p>



<h2 id="h-sudans-regierung-bestreitet-gefahr-einer-hungersnot" class="wp-block-heading"><span id="sudans-regierung-bestreitet-gefahr-einer-hungersnot">Sudans Regierung bestreitet Gefahr einer Hungersnot</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das sudanesische Außenministerium bezeichnet die Ernährungslage trotz des seit mehr als drei Jahren andauernden Krieges als beherrschbar. Die vorhandenen strategischen Lebensmittelreserven und die laufende landwirtschaftliche Produktion würden ausreichen, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Regierung des Sudan bestätigt, dass die Ernährungslage im Land beruhigend ist und dass die strategischen Lebensmittelreserven zusammen mit den laufenden landwirtschaftlichen Aktivitäten den Nahrungsmittelbedarf des Landes decken werden“, erklärte das Ministerium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit weist die Regierung auch internationale Warnungen vor einer möglichen Hungersnot zurück. Sie betont, dass Sudan trotz der Zerstörung landwirtschaftlicher Infrastruktur, der Plünderung von Vorräten und der Vertreibung von Menschen aus Anbaugebieten keine Hungersnot erlebt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/" data-type="post" data-id="30546">Gleichzeitig räumt das Außenministerium ein, dass die geringeren Niederschläge im Zusammenhang mit dem Wetterphänomen El Niño und dem Klimawandel regionale Versorgungslücken verursachen könnten.</a> Die Behörden prüften die Folgen und hätten bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Darstellung widerspricht den Einschätzungen internationaler Hilfsorganisationen, die vor einer weiteren Verschlechterung der Ernährungslage warnen. Eine landesweit ausreichende Versorgung lässt sich aus den Angaben der Regierung nicht unabhängig bestätigen.</p>



<h2 id="h-deutschland-und-31-partner-warnen-vor-hungerkrise-fur-19-5-millionen-menschen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-und-31-partner-warnen-vor-hungerkrise-fuer-195-millionen-menschen">Deutschland und 31 Partner warnen vor Hungerkrise für 19,5 Millionen Menschen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den unmittelbaren Anlass für die sudanesische Stellungnahme bildet eine gemeinsame Ministererklärung, die das Auswärtige Amt am 23. Oktober veröffentlichte. Zu den Unterzeichnern gehören Bundesaußenminister Johann Wadephul sowie Vertreter der USA, Großbritanniens, Frankreichs, der Europäischen Kommission und weiterer internationaler Partner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung stützt sich auf die Integrierte Phasenklassifikation zur Ernährungssicherheit (IPC), ein international verwendetes System zur Bewertung von Ernährungskrisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach sind derzeit schätzungsweise 19,5 Millionen Menschen im Sudan von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Das entspricht rund 41 Prozent der Bevölkerung. Etwa fünf Millionen Menschen befinden sich in einer besonders schweren Notlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Situation von Kindern verschlechtert sich. Ohne sofortige Gegenmaßnahmen könnte die Zahl der Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung die bisherige Prognose von 825.000 überschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Staatengruppe warnt zudem davor, dass sich die Zahl der besonders gefährdeten Gebiete gegenüber den ursprünglich identifizierten 14 Regionen verdoppeln könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffen sind insbesondere Teile von Darfur und Kordofan, in denen bewaffnete Kämpfe, Vertreibung und unterbrochene Versorgungswege die Lebensmittelversorgung beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Warnung vor einer Hungersnot bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine solche bereits landesweit eingetreten ist. Die internationale Bewertung bezieht sich auf akute Ernährungskrisen und das Risiko einer weiteren Verschärfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner erklären, die Verschlechterung der Ernährungssicherheit erfordere unverzügliches Handeln. Neben den Kämpfen nennen sie zerstörte Infrastruktur, unterbrochene Lieferketten, eingeschränkte Gesundheitsversorgung und systematische Behinderungen humanitärer Hilfe als Ursachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die geringeren Niederschläge und die zunehmende Dürre in mehr als der Hälfte des Landes belasteten die Nahrungsmittelproduktion.</p>



<h2 id="h-khartum-wirft-westlichen-staaten-unterstutzung-fur-rsf-vor" class="wp-block-heading"><span id="khartum-wirft-westlichen-staaten-unterstuetzung-fuer-rsf-vor">Khartum wirft westlichen Staaten Unterstützung für RSF vor</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die unterschiedliche Bewertung der Ernährungslage hinaus erhebt die sudanesische Regierung politische Vorwürfe gegen westliche Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Außenministerium beschuldigt nicht namentlich genannte Regierungen, die humanitäre Situation als Mittel einzusetzen, um Sudan Bedingungen für eine politische Einigung und eine humanitäre Waffenruhe aufzuzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung Khartums sollen diese Initiativen die RSF vor weiteren militärischen Niederlagen schützen und ihnen ermöglichen, ihre Kräfte neu zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-rsf-fuehrungsfiguren-im-sudan/">Die Regierung behauptet außerdem, dass regionale Unterstützer der RSF durch solche Vereinbarungen entlastet würden.</a> Die Miliz könne dadurch zusätzliche Zeit erhalten, sich erneut zu bewaffnen und ihre Truppen zu verlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Belege für eine entsprechende Absicht der an der internationalen Erklärung beteiligten Staaten enthält die sudanesische Stellungnahme nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Außenministerium verweist auf die von der Regierung akzeptierte Erklärung von Dschidda als Grundlage für Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges. Eine politische Vereinbarung dürfe nach Auffassung Khartums nicht dazu führen, dass die RSF ihre Kontrolle über besetzte Gebiete und zivile Einrichtungen dauerhaft absichern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung erklärt zugleich, dass sie internationale humanitäre Unterstützung weiterhin begrüße. Sie lehne jedoch jede politische Nutzung von Hilfslieferungen ab, die nach ihrer Darstellung dazu dienen könnte, bewaffnete Gruppen zu finanzieren oder zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/" data-type="post" data-id="23270">Seit April 2023 kämpfen die sudanesischen Streitkräfte unter Abdel Fattah al-Burhan und die RSF unter Mohamed Hamdan Dagalo um die Macht im Land. </a>Der Krieg hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen und große Teile der staatlichen Infrastruktur beschädigt.</p>



<h2 id="h-internationale-partner-verlangen-freien-zugang-nach-darfur" class="wp-block-heading"><span id="internationale-partner-verlangen-freien-zugang-nach-darfur">Internationale Partner verlangen freien Zugang nach Darfur</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Konfliktpunkt betrifft den Zugang internationaler Hilfsorganisationen zu den besonders schwer betroffenen Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/hungersnot-droht-im-sudan-deutschland-und-31-partner-schlagen-alarm-un-melden-ueber-300-drohnentote/" data-type="post" data-id="31113">Die 32 Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung fordern beide Kriegsparteien auf, sämtliche Hindernisse für humanitäre Hilfe zu beseitigen.</a> Hilfskräfte müssten sicher und ohne Verzögerungen Menschen in Not erreichen können.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-1024x683.jpg" alt="016O8917.NEF" class="wp-image-31281 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/ISS075-E-189944_-_View_of_Sudan-1160x773.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders betonen sie die Notwendigkeit, Lieferungen über Konfliktlinien und internationale Grenzen hinweg zu ermöglichen. Dazu gehört ausdrücklich auch der Luftweg nach Darfur, um Lebensmittel und medizinische Versorgung schneller bereitzustellen sowie medizinische Evakuierungen von Hilfskräften zu ermöglichen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus verlangen die Unterzeichner vereinfachte Visa- und Zollverfahren, längere Genehmigungsfristen und den Verzicht auf zusätzliche Abgaben, die Hilfslieferungen verzögern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konfliktparteien sollen zudem Angriffe auf zivile Einrichtungen, landwirtschaftliche Produktionsstätten und Lebensmittelversorgungssysteme unterlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sudans Regierung widerspricht der Darstellung, humanitäre Hilfe werde von staatlicher Seite systematisch behindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Außenministerium erklärt, die Behörden ermöglichten Hilfslieferungen über vereinbarte Transportkorridore, Flughäfen und Grenzübergänge. Dies gelte ausdrücklich auch für Gebiete, die von den RSF kontrolliert würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem würden Visa und Reisegenehmigungen für internationale Hilfskräfte ausgestellt. Die zuständigen Stellen arbeiteten daran, Schwierigkeiten bei der Abwicklung humanitärer Maßnahmen zu beseitigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Angaben zu genehmigten oder abgelehnten Hilfstransporten, Liefermengen und den tatsächlichen Zugangsbedingungen in einzelnen Konfliktgebieten enthält die sudanesische Erklärung nicht.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-mehr-internationale-hilfe-eigene-mittel-stark-gekurzt" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fordert-mehr-internationale-hilfe-eigene-mittel-stark-gekuerzt">Deutschland fordert mehr internationale Hilfe – eigene Mittel stark gekürzt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Warnung trägt auch die Unterschrift von Bundesaußenminister Johann Wadephul. Deutschland unterstützt damit die Forderung nach einem ungehinderten humanitären Zugang und nach zusätzlichen internationalen Finanzmitteln für die Versorgung der sudanesischen Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner appellieren an die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfsleistungen angesichts der wachsenden Notlage unverzüglich aufzustocken. Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitutionen sollen ihre Programme stärker auf besonders betroffene Regionen konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig hat Deutschland seine eigenen Beiträge zum Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in den vergangenen Jahren erheblich reduziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion vom 21. Oktober geht hervor, dass die deutschen Auszahlungen an das WFP von 1,734 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 469 Millionen Euro im Jahr 2025 gesunken sind. Das entspricht einem Rückgang von rund 73 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für 2026 nennt die Bundesregierung bislang 302 Millionen Euro. Dabei handelt es sich allerdings um einen vorläufigen Zwischenstand und nicht um die endgültige Jahresleistung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beträge beziehen sich auf die weltweiten deutschen Beiträge zum Welternährungsprogramm und lassen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Finanzierung einzelner Hilfseinsätze im Sudan zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bestätigt zugleich, dass Hilfsorganisationen wegen der weltweiten Finanzierungskürzungen bereits Lebensmittelrationen reduzieren oder vollständig streichen mussten. Auch Versorgungszentren für mangelernährte Frauen und Kinder seien geschlossen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt begründet die geringeren Haushaltsmittel mit der notwendigen Konsolidierung der Bundesfinanzen. Für die Haushaltsverhandlungen 2027 setzt sich das Ministerium nach eigener Darstellung jedoch für eine Erhöhung der humanitären Mittel ein.</p>



<h2 id="h-berlin-aussert-sich-nicht-konkret-zu-hunger-als-kriegswaffe-im-sudan" class="wp-block-heading"><span id="berlin-aeussert-sich-nicht-konkret-zu-hunger-als-kriegswaffe-im-sudan">Berlin äußert sich nicht konkret zu Hunger als Kriegswaffe im Sudan</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die unterschiedlichen Positionen zur Ernährungslage berühren auch die Frage nach der Verantwortung der Konfliktparteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits 2018 mit der Resolution 2417 den Einsatz von Hunger als Methode der Kriegsführung ausdrücklich verurteilt. Das humanitäre Völkerrecht verbietet es, Zivilisten gezielt auszuhungern oder ihnen rechtswidrig den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern zu verweigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion fragte die Bundesregierung deshalb, in welchen bewaffneten Konflikten sie belastbare Anhaltspunkte für den gezielten Einsatz von Hunger als Kriegswaffe sehe. Ausdrücklich genannt wurden Sudan, Südsudan, Jemen und der Gazastreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine konkrete völkerrechtliche Bewertung der einzelnen Fälle nahm das Auswärtige Amt in seiner Antwort nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen verwies die Bundesregierung auf entsprechende Berichte des UN-Generalsekretärs und erklärte, sie nehme die dokumentierten Ernährungskrisen mit großer Sorge zur Kenntnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setze sich sowohl öffentlich als auch in vertraulichen diplomatischen Gesprächen für den Schutz der Zivilbevölkerung und einen sicheren humanitären Zugang ein. Die Wirksamkeit dieser Bemühungen lasse sich allerdings nicht systematisch über sämtliche Konfliktregionen hinweg erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt außerdem internationale Gerichte bei der Verfolgung schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sudans Außenministerium erklärt seinerseits, die Regierung werde weiterhin mit internationalen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten. Die Versorgung der Zivilbevölkerung müsse jedoch unter Wahrung der nationalen Souveränität und ohne politische Bedingungen erfolgen.</p>
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		<title>Milliardenloch im Senegal: Haushaltsstreit belastet Regierung – Deutschland bereit zur Umschuldung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/milliardenloch-im-senegal-haushaltsstreit-belastet-regierung-deutschland-bereit-zur-umschuldung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 11:45:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[IWF]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Senegal steckt in einem Haushaltskonflikt: Die Regierung stoppt nach Widerstand der eigenen Parlamentsmehrheit die Abstimmung über den Nachtragshaushalt. Ein hochrangiger Beamter warnte FOKUS AFRIKA bereits im Sommer vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit 2027. Deutschland erklärt sich unterdessen zur Mitwirkung an einer internationalen Schuldenbehandlung bereit.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmilliardenloch-im-senegal-haushaltsstreit-belastet-regierung-deutschland-bereit-zur-umschuldung%2F&amp;action_name=Milliardenloch%C2%A0im%C2%A0Senegal%3A%C2%A0Haushaltsstreit%C2%A0belastet%C2%A0Regierung%20%E2%80%93%20Deutschland%C2%A0bereit%C2%A0zur%C2%A0Umschuldung&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/milliardenloch-im-senegal-haushaltsstreit-belastet-regierung-deutschland-bereit-zur-umschuldung/">Milliardenloch im Senegal: Haushaltsstreit belastet Regierung – Deutschland bereit zur Umschuldung</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Senegals Regierung hat die Abstimmung über den Nachtragshaushalt 2026 gestoppt und den umstrittenen Gesetzentwurf nach einem Konflikt mit der eigenen Parlamentsmehrheit zur erneuten Beratung zurückverwiesen. Die Entscheidung fiel am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, in der Nationalversammlung in Dakar. Hintergrund sind sinkende Staatseinnahmen, steigende Energiekosten und geplante Einsparungen bei öffentlichen Investitionen von umgerechnet rund 846 Millionen Euro. Während die Regierung ein Haushaltsdefizit von 7,6 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet, erklärt sich Deutschland in einer neuen Bundestagsantwort zur Beteiligung an einer internationalen Schuldenbehandlung bereit.</p>



<h2 id="h-regierung-zieht-notbremse-nach-widerstand-der-eigenen-mehrheit" class="wp-block-heading"><span id="regierung-zieht-notbremse-nach-widerstand-der-eigenen-mehrheit">Regierung zieht Notbremse nach Widerstand der eigenen Mehrheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Finanzminister Cheikh Diba beantragte während der Parlamentsdebatte, den Entwurf des Nachtragshaushalts 2026 erneut an den Ausschuss für Finanzen und Haushaltskontrolle zu überweisen. Er berief sich dabei auf Artikel 84 der Geschäftsordnung, der eine solche Rücküberweisung unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parlamentspräsident Ousmane Sonko nahm den Antrag an und beauftragte die Konferenz der Ausschussvorsitzenden, einen neuen Zeitplan für die Beratungen festzulegen. Die ursprünglich vorgesehene Abstimmung wurde damit verschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Regierung will keine Positionen gegeneinanderstellen und die Institutionen nicht in eine Logik der Konfrontation führen“, erklärte Diba. Stattdessen solle der Dialog vertieft und eine Annäherung der Positionen ermöglicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/warum-senegals-machtkampf-auch-international-zaehlt/">Dem Schritt war ein offener Konflikt zwischen der Regierung von Premierminister Ahmadou Al Aminou Lo und der parlamentarischen Mehrheit der Partei Pastef vorausgegangen.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/erdrutschsieg-fuer-pastef-parlamentswahlen-im-senegal-markieren-politischen-wandel/">Der von Ousmane Sonko geführte Pastef hatte den Nachtragshaushalt bereits am 23. Oktober im Finanzausschuss abgelehnt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Differenzen betreffen insbesondere Kürzungen bei öffentlichen Investitionen, die Finanzierung sozialer Einrichtungen, Energiesubventionen und die parlamentarische Kontrolle sogenannter Sonderfonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sonko hatte angekündigt, dass seine Partei dem Haushaltsentwurf in der bisherigen Form nicht zustimmen werde. Der Streit verdeutlicht die politischen Spannungen innerhalb des Regierungslagers. Während Sonko als Parlamentspräsident und Pastef-Vorsitzender erheblichen Einfluss auf die Nationalversammlung ausübt, wird die Exekutive von Präsident Bassirou Diomaye Faye und Premierminister Lo geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Präsidentenpartei Kiiraay schaltete sich in den Konflikt ein. Ihre Vertreter warfen der Parlamentsmehrheit vor, durch die Blockade notwendiger Haushaltsanpassungen wirtschaftliche und soziale Probleme zu verschärfen.</p>



<h2 id="h-senegals-haushaltsloch-wachst-auf-2-65-milliarden-euro" class="wp-block-heading"><span id="senegals-haushaltsloch-waechst-auf-265-milliarden-euro">Senegals Haushaltsloch wächst auf 2,65 Milliarden Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die finanziellen Schwierigkeiten des Senegal haben sich im laufenden Jahr weiter verschärft. Die Regierung musste ihre wirtschaftlichen Annahmen für 2026 erheblich korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt der ursprünglich erwarteten fünf Prozent rechnet das Finanzministerium nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Gleichzeitig sinken die geplanten Staatseinnahmen um umgerechnet rund 518 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entwurf sieht ein Haushaltsdefizit von etwa 2,65 Milliarden Euro vor. Das entspricht 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im ursprünglichen Haushalt hatte die Regierung noch ein Defizit von 5,4 Prozent erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark belasten die höheren internationalen Energiepreise den Staatshaushalt. Die vorgesehenen Energiesubventionen steigen von umgerechnet rund 381 Millionen Euro auf etwa 1,2 Milliarden Euro. Damit beansprucht die Unterstützung des Energiesektors inzwischen mehr als zehn Prozent der gesamten geplanten Staatsausgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finanzminister Diba begründet die Entwicklung mit den Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die internationalen Ölpreise. Ohne die im August vorgenommenen Anpassungen der Energiepreise wären die staatlichen Zuschüsse nach seiner Darstellung noch höher ausgefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen geringere Einnahmen aus dem wirtschaftlichen und sozialen Sanierungsprogramm der Regierung. Statt der zunächst erwarteten rund 1,16 Milliarden Euro sollen daraus bis Jahresende nur etwa 475 Millionen Euro mobilisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die zusätzlichen Belastungen zu finanzieren, will die Regierung öffentliche Investitionen um rund 846 Millionen Euro reduzieren. Die geplanten Einsparungen entsprechen einem Rückgang von knapp 20 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Investitionsbudget.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffen sind insbesondere Infrastruktur- und Wasserversorgungsprojekte. Die Regierung will Vorhaben verschieben, die noch nicht ausreichend vorbereitet sind oder deren externe Finanzierung nicht gesichert ist.</p>



<h2 id="h-pastef-wehrt-sich-gegen-kurzungen-bei-investitionen-und-sozialprojekten" class="wp-block-heading"><span id="pastef-wehrt-sich-gegen-kuerzungen-bei-investitionen-und-sozialprojekten">Pastef wehrt sich gegen Kürzungen bei Investitionen und Sozialprojekten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die geplanten Einsparungen haben innerhalb der Parlamentsmehrheit erhebliche Kritik ausgelöst. Abgeordnete der Pastef-Fraktion verlangen, Investitionen in Gesundheit, Bildung, berufliche Ausbildung, Wasserversorgung und Infrastruktur stärker zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hält dagegen, dass nicht alle sozialen Ausgaben sinken. Finanzminister Diba verwies im Finanzausschuss auf eine Aufstockung des Gesundheitsbudgets auf umgerechnet rund 375 Millionen Euro. Auch die Mittel für Familienhilfen sollen von etwa 53 Millionen auf 107 Millionen Euro verdoppelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Differenzen betreffen damit nicht allein die Gesamtausgaben der einzelnen Ressorts, sondern auch die Finanzierung konkreter Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parlamentarier kritisierten beispielsweise geplante Kürzungen bei Gesundheitszentren, Wasserversorgungsprojekten und dem Wohnungsbau. Sie forderten zusätzliche Informationen darüber, welche Vorhaben fortgeführt, verschoben oder gestrichen werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit Sonderfonds. Pastef verlangt strengere gesetzliche Vorgaben für die Verwendung dieser Mittel und eine stärkere parlamentarische Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nationalversammlung hatte bereits am 26. Oktober zusätzliche Haushaltsunterlagen angefordert. Die Regierung erklärte sich daraufhin zu weiteren Gesprächen bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finanzminister Diba betonte, dass die erneute Ausschussberatung nicht dazu diene, die parlamentarische Kontrolle zu umgehen. Vielmehr sollten die unterschiedlichen Positionen im Rahmen des geltenden Rechts zusammengeführt werden.</p>



<h2 id="h-schuldendienst-ubersteigt-geplante-einnahmen-des-kernhaushalts" class="wp-block-heading"><span id="schuldendienst-uebersteigt-geplante-einnahmen-des-kernhaushalts">Schuldendienst übersteigt geplante Einnahmen des Kernhaushalts</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem laufenden Haushaltsdefizit steht die hohe Staatsverschuldung im Zentrum der Finanzkrise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den im Parlament vorgestellten Regierungszahlen beläuft sich der für 2026 veranschlagte Schuldendienst auf umgerechnet rund 8,84 Milliarden Euro. Dem stehen geplante Einnahmen des allgemeinen Staatshaushalts von etwa 8,41 Milliarden Euro gegenüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schuldendienst umfasst neben Zinszahlungen auch die Rückzahlung fälliger Kredite. Allein die Zinsbelastung soll rund 1,96 Milliarden Euro erreichen und damit etwa 26 Prozent der erwarteten Steuereinnahmen ausmachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung ist deshalb auf erhebliche neue Finanzierungen und die Verlängerung bestehender Verbindlichkeiten angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon im Sommer warnte ein ranghoher Beamter gegenüber FOKUS AFRIKA vor den möglichen Folgen der angespannten Haushaltslage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir das Ruder nicht rumreißen, könnte der Staat 2027 zahlungsunfähig sein“, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders problematisch sei eine Situation, in der der Staat seine laufenden Verpflichtungen gegenüber Beschäftigten nicht mehr erfüllen könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn die Gehälter nicht ausgezahlt werden, wird aus der finanziellen Herausforderung ganz schnell eine soziale Krise.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung beschreibt ein mögliches Krisenszenario, keine bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die senegalesische Regierung hat inzwischen auch die Begleichung offener Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen in ihre Haushaltsplanung aufgenommen. Eine Summe von umgerechnet rund 457 Millionen Euro ist vorgesehen, um einen Teil der staatlichen Zahlungsrückstände zu begleichen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="268" height="188" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Cheikh_Diba_Ministre_des_finances_et_du_budget.jpg" alt="" class="wp-image-31245 size-full"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Finanzminister bezeichnete die öffentliche Verschuldung während der Ausschussberatungen als einen der größten Risikofaktoren für die Staatsfinanzen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-zeigt-sich-zu-internationaler-schuldenbehandlung-bereit" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-zeigt-sich-zu-internationaler-schuldenbehandlung-bereit">Deutschland zeigt sich zu internationaler Schuldenbehandlung bereit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die finanziellen Schwierigkeiten des Senegal beschäftigen inzwischen auch die Bundesregierung. In einer am 27. Oktober veröffentlichten Bundestagsantwort bestätigt das Bundesentwicklungsministerium, dass Berlin eine koordinierte internationale Schuldenbehandlung des westafrikanischen Landes unterstützen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung erfolgte auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zur deutschen Beteiligung an der Energiewendepartnerschaft mit Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begrüßt demnach die bisherigen Gespräche zwischen Senegal und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie die Bereitschaft der senegalesischen Regierung, mit ihren Gläubigern über eine Schuldenbehandlung zu verhandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland sei bereit, sich im Rahmen des gemeinsamen G20-Rahmenwerks zur Behandlung staatlicher Schulden an einer abgestimmten Lösung unter Beteiligung der externen Gläubiger zu beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hintergrund ist die 2024 aufgedeckte Verschleierung öffentlicher Schulden unter der früheren Regierung von Präsident Macky Sall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Verhandlungen über internationale Finanzierungsprogramme waren die Partnerstaaten von erheblich niedrigeren Schuldenständen ausgegangen. Nach der späteren Neubewertung lag die Staatsverschuldung bei rund 132 Prozent der Wirtschaftsleistung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt, sie habe erstmals durch eine öffentliche Erklärung des damaligen Premierministers Ousmane Sonko vom 26. September 2024 von den nicht ordnungsgemäß angegebenen Verbindlichkeiten erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine eigenständige Neubewertung der senegalesischen Staatsverschuldung habe Berlin anschließend nicht vorgenommen. Auch Neuverhandlungen über die Energiewendepartnerschaft mit der amtierenden Regierung hätten auf dieser Ebene nicht stattgefunden.</p>



<h2 id="h-deutsche-energiewendepartnerschaft-soll-keine-zusatzlichen-schulden-verursachen" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-energiewendepartnerschaft-soll-keine-zusaetzlichen-schulden-verursachen">Deutsche Energiewendepartnerschaft soll keine zusätzlichen Schulden verursachen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen von der internationalen Finanzkrise ist Senegals Zusammenarbeit mit europäischen Entwicklungspartnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und die Europäische Union hatten 2023 gemeinsam eine Energiewendepartnerschaft im Umfang von 2,5 Milliarden Euro angekündigt. Sie soll den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und Senegal helfen, bis 2029 allen Einwohnern Zugang zu Strom zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion wollte von der Bundesregierung wissen, ob kreditfinanzierte Projekte angesichts der aufgedeckten Staatsverschuldung zusätzliche finanzielle Risiken für Senegal verursachen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium stellt dazu klar, dass die bisher von Deutschland zugesagte Unterstützung im Rahmen der Partnerschaft ausschließlich aus Haushaltszuschüssen besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Bundesregierung hat im Rahmen der JETP keine Darlehen an Senegal vergeben“, heißt es in der Bundestagsantwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank haben nach Kenntnis der Bundesregierung bislang keine entsprechenden Kredite an den senegalesischen Staat vergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Gesamtzusage umfasst allerdings unterschiedliche Finanzierungsinstrumente, darunter grundsätzlich auch vergünstigte Darlehen, Garantien und technische Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland finanziert unter anderem Projekte zur ländlichen Elektrifizierung, zum Ausbau moderner Stromnetze und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für 2026 weist die Bundesregierung neue Zusagen von 60,7 Millionen Euro im Bereich Klima, Energie und Energiewende aus. Davon sind 35 Millionen Euro für zukunftsfähige Stromnetze und weitere 15 Millionen Euro für die produktive Nutzung erneuerbarer Energien in ländlichen Regionen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus fördert Deutschland die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Unternehmen und lokalen Einrichtungen. Im Anschluss an den deutsch-senegalesischen Wirtschaftstag vom 22. Juni 2026 wurde beispielsweise ein Vertrag zwischen der senegalesischen Agentur für ländliche Elektrifizierung und dem deutschen Unternehmen GAUFF Engineering zum Ausbau der nachhaltigen Stromversorgung geschlossen.</p>



<h2 id="h-iwf-programm-uber-mehrere-milliarden-soll-staatsfinanzen-stabilisieren" class="wp-block-heading"><span id="iwf-programm-ueber-mehrere-milliarden-soll-staatsfinanzen-stabilisieren">IWF-Programm über mehrere Milliarden soll Staatsfinanzen stabilisieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Dakar verhandelt parallel mit dem Internationalen Währungsfonds über ein neues mehrjähriges Hilfsprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. September erzielten die senegalesischen Behörden und der IWF-Stab eine vorläufige Einigung auf ein Finanzierungsprogramm im Umfang von rund 1,9 Milliarden Euro über 36 Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des IWF-Exekutivdirektoriums. Voraussetzung sind unter anderem weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Haushaltsführung und ausreichende Finanzierungszusagen internationaler Partner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IWF fordert eine stärkere Kontrolle der Staatsverschuldung, eine bessere Erfassung finanzieller Verpflichtungen und Reformen bei der Mobilisierung von Steuereinnahmen. Gleichzeitig sollen soziale Sicherungssysteme gestärkt und die öffentlichen Ausgaben gezielter eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal will im Rahmen des Programms auch seine Schuldenstruktur neu ordnen. Die Regierung bereitet dafür einen entsprechenden Plan vor und führt Gespräche mit internationalen Gläubigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Haushaltsstreit in Dakar betrifft unmittelbar diese finanzpolitischen Anpassungen. Die Regierung benötigt parlamentarische Zustimmung für die geänderten Einnahmen, Ausgaben und Finanzierungsmaßnahmen des laufenden Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Rücküberweisung am 27. Oktober liegt der Nachtragshaushalt erneut beim Finanzausschuss der Nationalversammlung. Ein neuer Termin für die abschließende Abstimmung wurde zunächst nicht bekannt gegeben.</p>
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		<title>Putin zementiert Einfluss in Afrika: 48 Staaten beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau – 69% der Deutschen sehen das kritisch</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/putin-zementiert-einfluss-in-afrika-48-staaten-beim-russland-afrika-gipfel-in-moskau-69-der-deutschen-sehen-das-kritisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 10:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=31234</guid>

					<description><![CDATA[<p>Putin versammelt 48 afrikanische Staaten in Moskau. Russland setzt auf neue Wirtschaftsabkommen, Energieprojekte, Sicherheitskooperation und politische Allianzen. Eine aktuelle pollytix-Umfrage zeigt: 69 Prozent der Deutschen sehen den wachsenden russischen Einfluss in Afrika kritisch – zugleich wünschen sich 66 Prozent engere deutsche Beziehungen zum Kontinent.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fputin-zementiert-einfluss-in-afrika-48-staaten-beim-russland-afrika-gipfel-in-moskau-69-der-deutschen-sehen-das-kritisch%2F&amp;action_name=Putin%20zementiert%20Einfluss%20in%20Afrika%3A%2048%20Staaten%20beim%20Russland-Afrika-Gipfel%20in%20Moskau%20%E2%80%93%C2%A069%25%C2%A0der%C2%A0Deutschen%C2%A0sehen%C2%A0das%C2%A0kritisch&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Russland treibt den Ausbau seines politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Einflusses in Afrika voran und will seine Partnerschaften durch neue Abkommen und gemeinsame Institutionen dauerhaft festigen. Am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, begann in Moskau der dritte Russland-Afrika-Gipfel. Delegationen aus 48 afrikanischen Staaten nehmen nach Angaben des Kremls teil, darunter 22 auf Ebene der Staatsoberhäupter. Während Moskau seine Zusammenarbeit bei Energie, Rohstoffen, Rüstung und Handel ausweitet, zeigt eine neue pollytix-Umfrage, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen den wachsenden russischen Einfluss kritisch sieht.</p>



<h2 id="h-russland-will-afrika-langfristig-an-sich-binden" class="wp-block-heading"><span id="russland-will-afrika-langfristig-an-sich-binden">Russland will Afrika langfristig an sich binden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands Präsident Wladimir Putin und Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye, der derzeit den Vorsitz der Afrikanischen Union (AU) innehat, leiten das zweitägige Treffen. Nach den Gipfeln von Sotschi 2019 und Sankt Petersburg 2023 setzt Moskau damit seine institutionalisierte Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Regierung hat ein umfangreiches politisches und wirtschaftliches Programm vorbereitet. Im Zentrum stehen Handel, Investitionen, Energie, Landwirtschaft, Rüstung, Ernährungssicherheit sowie die Zusammenarbeit bei Wissenschaft, Bildung und neuen Technologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilnehmer sollen einen gemeinsamen Aktionsplan für die Jahre 2027 bis 2029 verabschieden. Daneben sind eine politische Abschlusserklärung und eine Vereinbarung über die zivile Nutzung künstlicher Intelligenz vorgesehen. Nach Angaben des Kremls werden zudem 33 zwischenstaatliche und weitere Kooperationsdokumente zur Unterzeichnung vorbereitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarungen waren zum Gipfelauftakt noch nicht verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits vor der Eröffnung hatte der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, zahlreiche bilaterale Gespräche angekündigt. Dazu gehören Treffen mit den Staats- und Regierungschefs Ägyptens, Äthiopiens, Malis, Ghanas, Mauretaniens und weiterer afrikanischer Staaten. Auch Vertreter regionaler Organisationen sollen mit der russischen Führung beraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 22 angekündigten Staatsoberhäuptern liegt die Beteiligung auf dieser Ebene über den 17 Staatschefs beim Gipfel 2023. An der ersten Ausgabe 2019 hatten allerdings noch 43 Staats- und Regierungschefs teilgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Diplomatie hat ihre Präsenz auf dem Kontinent parallel ausgebaut. Seit 2022 eröffnete Moskau nach eigenen Angaben drei neue Botschaften und nahm fünf zuvor geschlossene Vertretungen wieder in Betrieb. Insgesamt verfügt Russland inzwischen über 48 Botschaften in Afrika. Eine weitere soll in Liberia entstehen.</p>



<h2 id="h-vom-wagner-netzwerk-zu-einer-breiteren-afrika-strategie" class="wp-block-heading"><span id="vom-wagner-netzwerk-zu-einer-breiteren-afrika-strategie">Vom Wagner-Netzwerk zu einer breiteren Afrika-Strategie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands Einfluss in Afrika beruht auf unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit. Neben traditionellen Partnerschaften aus der Sowjetzeit hat Moskau insbesondere seit dem vergangenen Jahrzehnt seine militärische und sicherheitspolitische Präsenz ausgeweitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Partnern zählen Mali, Burkina Faso und Niger, deren Militärregierungen ihre Beziehungen zu Frankreich und anderen westlichen Staaten zurückgefahren haben. Russland liefert militärische Ausrüstung, bildet Sicherheitskräfte aus und unterstützt einzelne Regierungen bei der Bekämpfung bewaffneter Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielte zunächst die russische Söldnerorganisation Wagner. <a href="https://fokus-afrika.de/russlands-auslandsgeheimdienst-uebernimmt-wagner-netzwerk-fuer-einflussoperationen-in-afrika/" data-type="post" data-id="24623">Nach dem Tod ihres Gründers Jewgeni Prigoschin im Jahr 2023 wurden wesentliche Teile der russischen Aktivitäten in Afrika unter staatliche Kontrolle gestellt.</a> Das sogenannte Africa Corps übernahm Aufgaben der früheren Wagner-Strukturen und ist dem russischen Verteidigungsapparat zugeordnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wandelte sich ein teilweise informell organisiertes Netzwerk aus militärischer Unterstützung, Sicherheitsdienstleistungen und wirtschaftlichen Interessen zu einer stärker staatlich gesteuerten Präsenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schwedische Verteidigungsforschungsinstitut FOI stellte in einer Anfang Oktober veröffentlichten Untersuchung fest, dass Russland seine militärischen Aktivitäten in Afrika trotz des Krieges gegen die Ukraine ausgebaut hat. Zwischen 2020 und 2025 registrierten die Forscher mehr als 65 Hafenbesuche russischer Kriegsschiffe in mindestens 18 afrikanischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verweist die Untersuchung auf Grenzen des russischen Engagements. Waffenexporte gingen zurück, und insbesondere im Sahel konnten russische Sicherheitskräfte die anhaltende Gewalt jihadistischer Gruppen nicht beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit russischen Sicherheitskräften und ihren lokalen Partnern belasten die Zusammenarbeit.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="655" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-1024x655.jpg" alt="" class="wp-image-31237 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-1024x655.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-300x192.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-768x491.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-1536x983.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-2048x1311.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-380x243.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-800x512.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Sputnik_9275266.HR_.en_-1160x742.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Politikberater Jade Madani sieht in der Entwicklung dennoch eine strategische Neuausrichtung Moskaus. „Russland hat aus der Wagner-Katastrophe gelernt“, erklärt er. Neben gezielten Sicherheitsvereinbarungen konzentriere sich die russische Führung zunehmend auf Wirtschaftsbeziehungen und politische Allianzen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehörten die Absicherung politischer Partnerschaften, Energieprojekte, Rohstoffzugänge und eine engere Abstimmung in den Vereinten Nationen. Nach Madanis Einschätzung nutzte Putin seine politische Isolation in Europa, um sich in afrikanischen Staaten als Alternative zu westlichen Partnern zu positionieren. Besonders der Rückzug Frankreichs aus Teilen des Sahel habe Russland zusätzliche Handlungsspielräume eröffnet.</p>



<h2 id="h-energie-rohstoffe-und-milliardenhandel-rucken-in-den-vordergrund" class="wp-block-heading"><span id="energie-rohstoffe-und-milliardenhandel-ruecken-in-den-vordergrund">Energie, Rohstoffe und Milliardenhandel rücken in den Vordergrund</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftliche Zusammenarbeit soll dem politischen Einfluss eine breitere Grundlage geben. Russland setzt dabei auf Branchen, in denen russische Unternehmen bereits international tätig sind: Erdöl und Erdgas, Atomenergie, Bergbau, Düngemittel, Getreide und industrielle Ausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Kremls überstieg das Handelsvolumen zwischen Russland und afrikanischen Staaten im Jahr 2025 umgerechnet 24 Milliarden Euro. Das entspricht ungefähr dem Anderthalbfachen des Wertes von 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Verbindungen konzentrieren sich allerdings weiterhin stark auf einzelne Märkte. Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien gehören nach Angaben des russischen Außenministeriums zu den wichtigsten Handelspartnern auf dem Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/selenskyj-alle-reden-ueber-diesel-und-vergessen-das-getreide-russland-sei-grund-fuer-krisen-auch-in-afrika/" data-type="post" data-id="30685">Die russischen Getreidelieferungen nach Afrika erreichten 2025 nach Regierungsangaben mehr als 18 Millionen Tonnen.</a> In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden weitere 13 Millionen Tonnen geliefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/russland-bietet-burundi-atomkraftwerke-an-lawrow-gibt-ukraine-schuld-an-krise-im-ostkongo/" data-type="post" data-id="28759">Ein weiteres Geschäftsfeld ist die zivile Atomenergie.</a> Der russische Staatskonzern Rosatom arbeitet mit mehreren afrikanischen Ländern an Nuklearprojekten und Vereinbarungen zur Ausbildung von Fachkräften. Ägypten zählt mit dem im Bau befindlichen Kernkraftwerk El Dabaa zu den bedeutendsten Partnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Mali unterzeichneten beide Staaten bereits im Juni 2025 ein Abkommen über die friedliche Nutzung der Atomenergie. Weitere Vereinbarungen betreffen die wirtschaftliche Zusammenarbeit, technische Ausbildung und Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete wirtschaftliche Projekte begleiten auch den aktuellen Gipfel. Malis Übergangspräsident Assimi Goïta traf am 27. Oktober in Moskau Vertreter des russischen Fahrzeugherstellers Kamaz.<a href="https://fokus-afrika.de/russland-baut-einfluss-in-mali-aus-kamaz-erhaelt-grossauftrag-ueber-45-millionen-euro/" data-type="post" data-id="30568"> Hintergrund ist ein Vertrag über die Lieferung von 350 Nutzfahrzeugen im Wert von umgerechnet mehr als 45 Millionen Euro.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäft umfasst auch die Ausbildung von Fahrern, Mechanikern und Ingenieuren. Kamaz prüft darüber hinaus die Einrichtung eines Wartungszentrums und langfristig einer Montageanlage in Mali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mosambiks Präsident Daniel Chapo führte ebenfalls Gespräche mit einem russischen Staatsunternehmen. <a href="https://fokus-afrika.de/gasgipfel-in-moskau-putin-kritisiert-europaeische-energiepolitik-mosambik-plant-massiven-exportausbau-mit-gasprom/" data-type="post" data-id="31223">Er traf den Vorstandsvorsitzenden des Gaskonzerns Gazprom, Alexei Miller.</a> Konkrete neue Investitionsvereinbarungen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim unmittelbar vorangegangenen Gipfel des Forums Gas exportierender Länder in Moskau hatte Chapo angekündigt, dass neue Projekte Mosambiks jährliche Exportkapazität auf mehr als 35 Millionen Tonnen Flüssigerdgas erhöhen könnten.</p>



<h2 id="h-afrika-soll-auch-technologisch-und-medial-enger-mit-russland-kooperieren" class="wp-block-heading"><span id="afrika-soll-auch-technologisch-und-medial-enger-mit-russland-kooperieren">Afrika soll auch technologisch und medial enger mit Russland kooperieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm des Russland-Afrika-Gipfels reicht über klassische Rohstoff- und Rüstungsgeschäfte hinaus. Moskau will seine Zusammenarbeit auf digitale Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Raumfahrt, Gesundheit, Bildung und industrielle Produktion ausdehnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den vorgesehenen Veranstaltungen gehören Gespräche über Technologietransfer, gemeinsame Industrieprojekte, den Aufbau afrikanischer Wertschöpfungsketten und die Ausbildung technischer Fachkräfte. Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit über die BRICS-Staatengruppe spielt eine Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maxim Oreschkin, stellvertretender Leiter der russischen Präsidialverwaltung und zuständig für die Beziehungen zu Afrika, erklärte am 26. Oktober, Russland wolle afrikanische Staaten dabei unterstützen, ihre wirtschaftliche und technologische Eigenständigkeit zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Russland ist bereit, gemeinsam mit seinen afrikanischen Partnern Lösungen umzusetzen, damit die Länder des afrikanischen Kontinents unabhängiger, souveräner und stärker werden“, sagte Oreschkin nach Angaben der senegalesischen Nachrichtenagentur APS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei verwies er auf die sowjetische Tradition der Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten. Russland wolle Technologien und Erfahrungen weitergeben und stärker mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Bildung gehört zu den Instrumenten dieser Politik. Nach Angaben des Kremls studieren derzeit mehr als 40.000 Menschen aus afrikanischen Staaten an russischen Hochschulen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Rolle spielt die Medienkooperation. Das begleitende Russland-Afrika-Medienforum behandelt die Zusammenarbeit zwischen russischen und afrikanischen Medienhäusern, journalistische Ausbildung sowie den Umgang mit Informationskampagnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Programmpunkt widmet sich ausdrücklich der Frage, wie Medien zur Bekämpfung von Desinformation und zur Stärkung eines positiven Bildes Russlands und Afrikas beitragen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wie-russland-seinen-medialen-einfluss-in-afrika-ausbaut/" data-type="post" data-id="31085">Russische Staatsmedien wie RT und Sputnik haben ihre afrikanischen Angebote in den vergangenen Jahren ausgebaut.</a> Moskau bemüht sich um zusätzliche Medienpartnerschaften und die Ausbildung afrikanischer Medienschaffender.</p>



<h2 id="h-afrikanische-regierungen-verfolgen-unterschiedliche-interessen" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-regierungen-verfolgen-unterschiedliche-interessen">Afrikanische Regierungen verfolgen unterschiedliche Interessen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beteiligung zahlreicher afrikanischer Staats- und Regierungschefs bedeutet nicht, dass die Staaten eine einheitliche Position gegenüber Russland vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mali steht die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Vordergrund. Assimi Goïta reiste mit Ministern für Wirtschaft, Außenpolitik, Verteidigung und weiteren Regierungsvertretern nach Moskau. Die Regierung in Bamako will insbesondere Sicherheitsfragen, Energieversorgung, Transport und Düngemittellieferungen besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burkina Faso wird durch Premierminister Rimtalba Jean Emmanuel Ouédraogo vertreten. In einem Interview mit dem russischen Auslandssender RT betonte er am 27. Oktober die Bedeutung nationaler Souveränität und einer Zusammenarbeit ohne politische Bevormundung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben eine Form der Zusammenarbeit gegen eine andere ausgetauscht“, erklärte Ouédraogo mit Blick auf den außenpolitischen Kurswechsel seines Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Burkina Faso stehen technische Ausbildung, der Ausbau eigener Produktionskapazitäten und die Verarbeitung mineralischer Rohstoffe im Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Togo wiederum setzt auf Ernährungssicherheit, technische Bildung, Energie und den Ausbau seiner Logistik- und Hafenwirtschaft. Die Regierung in Lomé bezeichnet ihre außenpolitische Ausrichtung als Politik offener und diversifizierter Partnerschaften. Bereits Ende September fand in Togo die erste Sitzung einer gemeinsamen Regierungskommission mit Russland statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana, die Komoren, Zimbabwe, Madagaskar, Mauretanien und weitere Staaten sind ebenfalls auf hoher politischer Ebene vertreten. Tunesien entsandte Premierministerin Sara Zaâfrani Zenzri gemeinsam mit Außenminister Mohamed Ali Nafti.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese unterschiedlichen Interessen spiegeln sich auch in der afrikanischen Öffentlichkeit wider. Eine im Februar 2026 veröffentlichte Afrobarometer-Untersuchung in 38 afrikanischen Ländern ergab, dass durchschnittlich 36 Prozent der Befragten den politischen und wirtschaftlichen Einfluss Russlands positiv bewerten. 23 Prozent äußerten sich negativ, während 42 Prozent keine Einschätzung abgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die regionalen Unterschiede sind erheblich. In Mali bewerteten 88 Prozent der Befragten Russlands Einfluss positiv. In vielen Staaten des südlichen und östlichen Afrikas fiel die Zustimmung deutlich geringer aus.</p>



<h2 id="h-neue-pollytix-umfrage-deutsche-sehen-russlands-einfluss-in-afrika-kritisch" class="wp-block-heading"><span id="neue-pollytix-umfrage-deutsche-sehen-russlands-einfluss-in-afrika-kritisch">Neue pollytix-Umfrage: Deutsche sehen Russlands Einfluss in Afrika kritisch</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland stößt die russische Annäherung an afrikanische Staaten auf erhebliche Vorbehalte. Das zeigt eine bundesweite, repräsentativ gewichtete Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts pollytix, die vom 16. bis 19. Oktober 2026 unter 1.300 Wahlberechtigten durchgeführt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">69 Prozent der Befragten bewerten den wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss Russlands in Afrika als eher oder sehr schlecht für Deutschland. Nur 13 Prozent beurteilen die Entwicklung positiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das grundsätzliche Vertrauen in Russland als internationalen Partner ist ebenfalls gering. 83 Prozent geben an, Deutschland könne Russland eher wenig oder überhaupt nicht vertrauen. Nur 15 Prozent äußern stärkeres Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei den möglichen wirtschaftlichen und politischen Folgen zeigt die Befragung deutliche Mehrheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">63 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Russlands Engagement in Afrika die deutschen Handelsbeziehungen mit afrikanischen Staaten erschwere. 60 Prozent sehen eine Schwächung des politischen Einflusses Deutschlands auf dem Kontinent, 59 Prozent befürchten eine Beeinträchtigung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeweils 56 Prozent halten Russlands Einfluss in Afrika für zu groß, sehen Risiken für Deutschlands Rohstoff- und Energieversorgung oder stimmen der Aussage zu, dass das russische Engagement die internationale Sicherheit destabilisiere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werte beschreiben die Einschätzungen der Befragten, nicht den empirischen Nachweis entsprechender wirtschaftlicher oder sicherheitspolitischer Auswirkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass eine deutliche Mehrheit eine aktivere deutsche Afrikapolitik unterstützt. 66 Prozent halten es für wichtig, dass sich die Bundesregierung um engere Beziehungen zu afrikanischen Staaten bemüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders überzeugend finden die Befragten den Zugang zu wichtigen Rohstoffen mit 77 Prozent, die Vorbeugung von Konflikten und Kriegen mit 74 Prozent sowie die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Steuerung von Migration mit 72 Prozent. Den Zugang zu neuen Absatzmärkten und Handelsmöglichkeiten halten 71 Prozent für ein überzeugendes Argument.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das geopolitische Umfeld spielt eine Rolle. 60 Prozent finden es überzeugend, dass Deutschland durch engere Beziehungen zu afrikanischen Staaten den Einfluss Russlands oder Chinas begrenzen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen den politischen Wählergruppen, doch die grundsätzliche Bedeutung engerer Beziehungen zu Afrika findet über mehrere Parteigrenzen hinweg Zustimmung.</p>



<h2 id="h-deutschland-zwischen-entwicklungszusammenarbeit-und-geopolitischem-wettbewerb" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-zwischen-entwicklungszusammenarbeit-und-geopolitischem-wettbewerb">Deutschland zwischen Entwicklungszusammenarbeit und geopolitischem Wettbewerb</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat Afrika zu einem Schwerpunkt ihrer Außenpolitik erklärt. Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte beim Afrikatag in Berlin im Mai 2026, dass Deutschland sowohl eine übergreifende Afrikapolitik als auch individuelle Partnerschaften mit den einzelnen Staaten des Kontinents benötige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union, den Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen, Krisenprävention und Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland verfolgt in mehreren dieser Bereiche ähnliche wirtschaftliche Ziele, verbindet sie jedoch mit anderen politischen Angeboten. Dazu gehören militärische Sicherheitsabkommen, staatliche Großprojekte, Technologietransfer und die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politikberater Jade Madani bezeichnet den Moskauer Gipfel deshalb als Ausdruck einer langfristig vorbereiteten russischen Strategie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Russland-Afrika-Gipfel ist Putins Machtdemonstration“, sagt Madani. <a href="https://fokus-afrika.de/russland-plant-neue-afrika-strategie-lawrow-will-afrikanische-souveraenitaet-staerken/" data-type="post" data-id="28507">Die monatelange diplomatische Vorbereitung, insbesondere durch Außenminister Sergej Lawrow, sei nach seiner Einschätzung darauf ausgerichtet gewesen, konkrete Ergebnisse in unterschiedlichen Politikfeldern zu erreichen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Madanis Bewertung richtet den Blick auch auf die deutsche Außenwirtschaftspolitik. Deutschland benötige aus seiner Sicht ebenfalls einen stärkeren Schwerpunkt auf „einen neuen Markt, konkrete Vereinbarungen, neue Partnerschaften“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben wirtschaftlichen Interessen beschäftigt die Bundesregierung insbesondere der russische Einfluss auf die öffentliche Kommunikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-bestaetigt-russische-desinformation-gegen-entwicklungspolitik/" data-type="post" data-id="27574">Im September befasste sich der Entwicklungsausschuss des Bundestages mit gezielten Desinformationskampagnen gegen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.</a> Der Parlamentarische Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Johann Saathoff, berichtete dabei von einer zunehmenden Behinderung der Arbeit deutscher und internationaler Organisationen durch irreführende Darstellungen von Projekten, Finanzierungssummen und deren Zielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium hat ein eigenes Online-Monitoring eingerichtet, um solche Kampagnen frühzeitig zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die pollytix-Befragung zeigt, dass nur sechs Prozent der Befragten zuletzt bewusst Informationen über entsprechende russische Desinformationsaktivitäten wahrgenommen hatten. 51 Prozent schätzten das Risiko, dass solche Kampagnen die Haltung der deutschen Bevölkerung zur Entwicklungszusammenarbeit beeinflussen könnten, dennoch als eher oder sehr groß ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Moskauer Gipfelprogramm sieht unterdessen neben staatlichen Vereinbarungen eigene Foren für Medien, Wissenschaft und junge Menschen vor. Der geplante Aktionsplan 2027 bis 2029 soll die Zusammenarbeit zwischen Russland und seinen afrikanischen Partnern auch in diesen Bereichen institutionell fortsetzen.</p>
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			<media:title type="html">Russia-Africa Forum in Moscow</media:title>
			<media:description type="html">9275266 28.10.2026 The Russia-Africa Forum at Gostiny Dvor in Moscow. Alexey Nikolskiy / Sputnik Crediting the source in the following order “photographer&#039;s name/Russia-Africa Summit and Economic and Humanitarian forum host рhoto agency” is mandatory when using the photo</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Verdacht auf erschlichene deutsche Staatsangehörigkeit: Bundesregierung überprüft Einbürgerungsverfahren</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/verdacht-auf-erschlichene-deutsche-staatsangehoerigkeit-bundesregierung-ueberprueft-einbuergerungsverfahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 19:08:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit gefälschten Abstammungsnachweisen sollen sich Verdächtige die deutsche Staatsangehörigkeit erschlichen haben. Die Bundesregierung überprüft die Einbürgerungskontrollen, verweigert aber konkrete Zahlen zu Verdachtsfällen und Rücknahmen. Auch die Staatsangehörigkeit von Kindern könnte betroffen sein.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fverdacht-auf-erschlichene-deutsche-staatsangehoerigkeit-bundesregierung-ueberprueft-einbuergerungsverfahren%2F&amp;action_name=Verdacht%20auf%20erschlichene%20deutsche%20Staatsangeh%C3%B6rigkeit%3A%20Bundesregierung%20%C3%BCberpr%C3%BCft%20Einb%C3%BCrgerungsverfahren&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung überprüft nach bekannt gewordenen Fälschungs- und Täuschungsfällen ihre Kontrollen bei der Einbürgerung von Nachkommen nationalsozialistisch Verfolgter. Das bestätigte das Bundesinnenministerium am 21. Oktober 2026 in einer Antwort an den Bundestag. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins&nbsp;<em>Der Spiegel</em>&nbsp;ermitteln deutsche Behörden gegen 32 Beschuldigte, die sich die deutsche Staatsangehörigkeit mit manipulierten Dokumenten erschlichen haben sollen. Die Bundesregierung verweigert unter Verweis auf laufende Ermittlungen nähere Angaben zu den Verdachtsfällen und möglichen Rücknahmen bereits erfolgter Einbürgerungen.</p>



<h2 id="h-identitaten-von-ns-verfolgten-sollen-fur-einburgerungen-missbraucht-worden-sein" class="wp-block-heading"><span id="identitaeten-von-ns-verfolgten-sollen-fuer-einbuergerungen-missbraucht-worden-sein">Identitäten von NS-Verfolgten sollen für Einbürgerungen missbraucht worden sein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum der Ermittlungen stehen mutmaßliche Manipulationen bei sogenannten Wiedergutmachungseinbürgerungen. Artikel 116 Absatz 2 des Grundgesetzes gewährt Menschen, denen während der nationalsozialistischen Herrschaft aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen wurde, sowie ihren Nachkommen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Einbürgerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Berichterstattung des&nbsp;<em>Spiegel</em>&nbsp;vom 7. September sollen Beschuldigte die tatsächlichen Lebensgeschichten von NS-Verfolgten genutzt und mit erfundenen familiären Abstammungsverhältnissen verknüpft haben. Dabei sollen unter anderem manipulierte israelische Personenstands- und Identitätsdokumente verwendet worden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das Bundeskriminalamt ermitteln dem Bericht zufolge gegen 32 Personen. Ihnen wird vorgeworfen, durch gefälschte oder manipulierte Nachweise die deutsche Staatsangehörigkeit erlangt oder dies versucht zu haben. Ob und wie viele der Beschuldigten tatsächlich eingebürgert wurden, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bearbeitung entsprechender Anträge von Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz im Ausland ist das Bundesverwaltungsamt zuständig. Es arbeitet dabei mit deutschen Botschaften und Konsulaten zusammen.</p>



<h2 id="h-bundesinnenministerium-uberpruft-kontrollverfahren" class="wp-block-heading"><span id="bundesinnenministerium-ueberprueft-kontrollverfahren">Bundesinnenministerium überprüft Kontrollverfahren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium bestätigte in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion, dass die zuständigen Behörden ihre bisherigen Prüfverfahren untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung überprüfe derzeit in enger Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden die Verfahrens- und Prüfprozesse bei Wiedergutmachungseinbürgerungen. Ziel sei es, das Verfahren gegen kriminelle Fälschungs- und Täuschungsaktivitäten besser abzusichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermittlungen und die behördliche Aufarbeitung des mutmaßlichen Missbrauchs seien noch nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Angaben dazu, wann das Bundesinnenministerium, das Bundesverwaltungsamt, das Bundeskriminalamt oder das Auswärtige Amt erstmals Hinweise auf gefälschte Dokumente erhielten, macht die Bundesregierung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Fragen nach den bislang betroffenen Einbürgerungsverfahren, der Zahl möglicherweise bereits eingebürgerter Verdächtiger und den konkreten Prüfungen vor der Erteilung der Staatsangehörigkeit bleiben unbeantwortet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet ihre Zurückhaltung mit ermittlungstaktischen Erwägungen. Eine Offenlegung könnte es Dritten ermöglichen, gefälschte Unterlagen gezielt an den behördlichen Prüfmaßstäben auszurichten und Kontrollmechanismen zu umgehen.</p>



<h2 id="h-unklar-bleibt-wie-viele-einburgerungen-nachtraglich-uberpruft-werden" class="wp-block-heading"><span id="unklar-bleibt-wie-viele-einbuergerungen-nachtraeglich-ueberprueft-werden">Unklar bleibt, wie viele Einbürgerungen nachträglich überprüft werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundestagsanfrage befasst sich auch mit der Frage, ob das Bundesverwaltungsamt bereits abgeschlossene Einbürgerungsverfahren systematisch erneut untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es insbesondere um Fälle, in denen die deutsche Staatsangehörigkeit bereits erworben wurde und zuvor kein konkreter Betrugsverdacht bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt weder die Zahl solcher Nachprüfungen noch die Kriterien, nach denen mögliche Verdachtsfälle ausgewählt werden. Ebenso wenig legt sie offen, wie viele nachträgliche Kontrollen erstmals Hinweise auf manipulierte Dokumente oder erfundene Abstammungsverhältnisse ergeben haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offen bleibt auch, welche Kontrollen das Bundesverwaltungsamt bislang eingesetzt hat, um die mehrfache Verwendung derselben angeblichen Vorfahren oder Übereinstimmungen zwischen unterschiedlichen Abstammungsnachweisen zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage nach verbindlichen Änderungen der Prüfverfahren seit dem 7. September verweist das Bundesinnenministerium erneut auf die laufenden Ermittlungen. Konkrete neue Sicherheitsvorgaben werden nicht benannt.</p>



<h2 id="h-erschlichene-einburgerung-kann-auch-folgen-fur-kinder-haben" class="wp-block-heading"><span id="erschlichene-einbuergerung-kann-auch-folgen-fuer-kinder-haben">Erschlichene Einbürgerung kann auch Folgen für Kinder haben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/erschlichene-einbuergerung-kann-auch-bei-staatenlosigkeit-zurueckgenommen-werden/">Bei nachgewiesenem Betrug kann die deutsche Staatsangehörigkeit unter den gesetzlichen Voraussetzungen wieder entzogen werden.</a> Grundlage ist Paragraf 35 des Staatsangehörigkeitsgesetzes, der die Rücknahme einer rechtswidrigen Einbürgerung regelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele entsprechende Rücknahmeverfahren das Bundesverwaltungsamt im Zusammenhang mit den aktuellen Verdachtsfällen bereits eingeleitet hat, beantwortet die Bundesregierung nicht. Auch zu möglichen bestandskräftigen Entscheidungen nennt sie keine Zahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/doppelte-staatsangehoerigkeit-im-ministerium-ein-sicherheitsrisiko-diese-ausnahme-existiert/">Die rechtlichen Folgen können über die ursprünglich eingebürgerte Person hinausgehen.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="718" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-718x1024.jpg" alt="" class="wp-image-27385 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-718x1024.jpg 718w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-210x300.jpg 210w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-768x1095.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-380x542.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover-800x1141.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Deutscher_Reisepass_2024_-_Cover.jpg 960w" sizes="(max-width: 718px) 100vw, 718px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bestätigt, dass bei einer unanfechtbaren und rückwirkenden Rücknahme der Einbürgerung eines Elternteils grundsätzlich auch ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit rückwirkend verlieren kann, wenn es nach der Einbürgerung des Elternteils geboren wurde und seine Staatsangehörigkeit von diesem ableitet. Maßgeblich sind dabei die gesetzlichen Voraussetzungen und Einschränkungen des Staatsangehörigkeitsrechts.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob solche Fälle im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen bereits festgestellt wurden, teilt die Bundesregierung nicht mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob einzelne mutmaßlich erschlichene Einbürgerungen wegen des Ablaufs gesetzlicher Rücknahmefristen nicht mehr aufgehoben werden können, erklärt das Bundesinnenministerium, ihm sei gegenwärtig kein entsprechender Sachverhalt bekannt.</p>



<h2 id="h-deutsche-auslandsvertretungen-an-einburgerungsverfahren-beteiligt" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-auslandsvertretungen-an-einbuergerungsverfahren-beteiligt">Deutsche Auslandsvertretungen an Einbürgerungsverfahren beteiligt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermittlungen betreffen auch die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesverwaltungsamt und den deutschen Auslandsvertretungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Berichterstattung des&nbsp;<em>Spiegel</em>&nbsp;sollen in den untersuchten Fällen lediglich notariell gestempelte Kopien bestimmter Unterlagen beim Bundesverwaltungsamt eingegangen sein. Ob dies den damals geltenden Vorschriften entsprach und welche zusätzlichen Echtheitsprüfungen vorgenommen wurden, ist bislang nicht geklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion hatte deshalb nach den Aufgaben der Auslandsvertretungen bei der Kontrolle von Originaldokumenten, der Beglaubigung von Kopien und der Weiterleitung möglicher Zweifel gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Angaben zu den damaligen Prüfungen und möglichen Warnhinweisen macht die Bundesregierung nicht. Zu den allgemeinen Anforderungen an einzureichende Dokumente verweist sie auf das Merkblatt des Bundesverwaltungsamts zur Wiedergutmachungseinbürgerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium hatte bereits im September erklärt, dass Mitarbeiter des Bundesverwaltungsamts regelmäßig über erkannte oder vermutete Fälschungen und Manipulationsmöglichkeiten informiert würden. Bekannte Betrugsmuster würden bei der Prüfung von Einbürgerungsanträgen berücksichtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Über 21.000 Abschiebungen gescheitert – Bundesregierung will Ursachen nicht genauer erfassen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/ueber-21-000-abschiebungen-gescheitert-bundesregierung-will-ursachen-nicht-genauer-erfassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 10:57:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 21.000 Abschiebungen scheiterten 2025, weil Betroffene nicht zugeführt wurden. Die Bundesregierung kennt die konkreten Ursachen nicht und plant keine genauere Statistik. Auch bei Rückführungen von Straftätern und Gefährdern fehlen bundesweite Zahlen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fueber-21-000-abschiebungen-gescheitert-bundesregierung-will-ursachen-nicht-genauer-erfassen%2F&amp;action_name=%C3%9Cber%2021.000%20Abschiebungen%20gescheitert%20%E2%80%93%20Bundesregierung%20will%20Ursachen%20nicht%20genauer%20erfassen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will gescheiterte Abschiebungen nicht genauer statistisch erfassen und lehnt weiterhin eine bundesweite Statistik über die Rückführung ausländischer Straftäter und Gefährder ab. Das bestätigte das Bundesinnenministerium am 19. Oktober 2026 gegenüber dem Bundestag. Allein 2025 scheiterten 21.341 geplante Abschiebungen daran, dass die betroffenen Personen nicht wie vorgesehen zur Abschiebung zugeführt wurden. Weitere 11.184 Abschiebungsersuchen stornierten die zuständigen Landesbehörden.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-kennt-konkrete-grunde-gescheiterter-abschiebungen-nicht" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-kennt-konkrete-gruende-gescheiterter-abschiebungen-nicht">Bundesregierung kennt konkrete Gründe gescheiterter Abschiebungen nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der gescheiterten Abschiebungen aufgrund einer sogenannten nicht erfolgten Zuführung ist innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2023 registrierte die Bundesregierung 14.011 entsprechende Fälle, 2024 waren es 20.069 und 2025 bereits 21.341. Im ersten Halbjahr 2026 kamen weitere 8.823 Fälle hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen betreffen Abschiebungen, bei denen die Bundespolizei in den Vollzug eingebunden war. Warum die betroffenen Personen nicht zugeführt wurden, kann die Bundesregierung nicht im Einzelnen beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unklar bleibt damit, wie häufig Abschiebungen scheiterten, weil Betroffene nicht angetroffen wurden, untertauchten, Widerstand leisteten oder medizinische Gründe einer Durchführung entgegenstanden. Auch mögliche Verzögerungen durch beteiligte Behörden werden nicht gesondert ausgewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium verweist auf die Zuständigkeit der Länder. Deren Ausländerbehörden seien nicht verpflichtet, dem Bund die konkreten Ursachen gescheiterter Abschiebungen mitzuteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben diesen Fällen wurden geplante Rückführungen von den Landesbehörden storniert. Für 2023 nennt die Bundesregierung 15.798 Stornierungen, für 2024 insgesamt 12.296 und für 2025 weitere 11.184. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 5.198 Abschiebungsersuchen zurückgezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hierzu liegen der Bundesregierung keine detaillierten Angaben über die jeweiligen Gründe vor.</p>



<h2 id="h-keine-bundesweite-statistik-uber-abgeschobene-straftater" class="wp-block-heading"><span id="keine-bundesweite-statistik-ueber-abgeschobene-straftaeter">Keine bundesweite Statistik über abgeschobene Straftäter</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält trotz ihrer politischen Zielsetzung, insbesondere Straftäter und Gefährder nach Afghanistan und Syrien zurückzuführen, an ihrer bisherigen statistischen Erfassung fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ausländerzentralregister (AZR) wird zwar dokumentiert, welche Personen vollziehbar ausreisepflichtig sind. Angaben über strafrechtliche Verurteilungen werden dort jedoch nicht als entsprechende statistische Merkmale gespeichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb kann die Bundesregierung nicht bundesweit beziffern, wie viele ausreisepflichtige Personen rechtskräftig verurteilte Straftäter sind oder als Gefährder beziehungsweise sicherheitsbehördlich relevante Personen eingestuft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso fehlt eine bundesweit einheitliche Statistik darüber, wie viele Angehörige dieser Gruppen tatsächlich abgeschoben wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht darin keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Ein Mehrwert der Einführung einer bundesweiten Statistik ist nicht erkennbar“, erklärt sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/abschiebungen-nach-somalia-23-maenner-78-bundespolizisten-und-369-080-euro-flugkosten/">Zur Begründung verweist das Bundesinnenministerium auf die Zuständigkeit der Länder und den zusätzlichen Verwaltungsaufwand.</a> Statistische Erhebungen könnten Personal binden, das für die praktische Durchführung aufenthaltsbeendender Maßnahmen benötigt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auffassung der Bundesregierung reichen die vorhandenen Informationen für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben aus. Eine weitergehende Differenzierung der Ursachen gescheiterter Abschiebungen ist deshalb derzeit nicht vorgesehen.</p>



<h2 id="h-263-menschen-nach-afghanistan-abgeschoben" class="wp-block-heading"><span id="263-menschen-nach-afghanistan-abgeschoben">263 Menschen nach Afghanistan abgeschoben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die fehlende bundesweite Erfassung betrifft auch Rückführungen nach Afghanistan. Seit Beginn der 21. Wahlperiode wurden nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt 263 afghanische Staatsangehörige in ihr Herkunftsland abgeschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele davon rechtskräftig wegen Straftaten verurteilt waren, als Gefährder eingestuft wurden oder wegen eines Verbrechens verurteilt worden waren, schlüsselt die Bundesregierung nicht auf. Entsprechende Angaben müssten bei den zuständigen Bundesländern eingeholt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Koalitionsvertrag sieht vor, Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien wieder durchzuführen und dabei mit Straftätern und Gefährdern zu beginnen. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-schiebt-fast-1-000-menschen-nach-nordafrika-ab/">Das Bundesinnenministerium betont zugleich, dass das Aufenthaltsgesetz Abschiebungen nicht grundsätzlich auf diese Personengruppen beschränkt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder entscheiden über einzelne Rückführungen auf Grundlage der gesetzlichen Ausreisepflicht und unter Berücksichtigung möglicher Abschiebungsverbote. Der Bund unterstützt sie insbesondere bei der Organisation von Rückführungen in Staaten wie Afghanistan und Syrien.</p>



<h2 id="h-bund-kann-dauer-zwischen-ausreisepflicht-und-abschiebung-nicht-ermitteln" class="wp-block-heading"><span id="bund-kann-dauer-zwischen-ausreisepflicht-und-abschiebung-nicht-ermitteln">Bund kann Dauer zwischen Ausreisepflicht und Abschiebung nicht ermitteln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere statistische Lücken bestehen bei der Dauer von Abschiebungsverfahren. Die Bundesregierung kann nicht zuverlässig bestimmen, wie viel Zeit zwischen dem Eintritt einer vollziehbaren Ausreisepflicht und der tatsächlichen Aufenthaltsbeendigung vergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar werden aufenthaltsrechtliche Entscheidungen und durchgeführte Aufenthaltsbeendigungen im Ausländerzentralregister gespeichert. Der genaue Beginn einer vollziehbaren Ausreisepflicht lässt sich daraus jedoch nicht belastbar berechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium begründet dies damit, dass verschiedene rechtliche Umstände eine Ausreisepflicht auslösen oder unterbrechen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine bundesweite statistische Auswertung der Dauer einzelner Verfahrensschritte ist deshalb nach Darstellung der Bundesregierung derzeit nicht möglich.</p>



<h2 id="h-auch-beim-entzug-des-fluchtlingsschutzes-fehlen-daten" class="wp-block-heading"><span id="auch-beim-entzug-des-fluechtlingsschutzes-fehlen-daten">Auch beim Entzug des Flüchtlingsschutzes fehlen Daten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Schwierigkeiten bestehen beim Widerruf oder der Rücknahme eines bereits gewährten Schutzstatus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2025 leitete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) insgesamt 6.362 Prüfverfahren aufgrund von Reisen Schutzberechtigter in ihre Herkunftsstaaten ein. Im ersten Halbjahr 2026 waren es weitere 3.307 Verfahren.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-27087 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-1024x768.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-300x225.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-768x576.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-1536x1152.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-200x150.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-260x195.jpg 260w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-380x285.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-800x600.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01-1160x870.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/20250914_Berlin_01.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Ob die betreffenden Heimatreisen letztlich zum Entzug des Schutzstatus führten, lässt sich statistisch nicht feststellen. Das BAMF erfasst die Gründe für ein Prüfverfahren bei dessen Einleitung, nicht aber als entsprechende Merkmale bei der späteren Entscheidung.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, diese Erfassung zu ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der weitere Aufenthaltsstatus von Personen, deren Schutzberechtigung widerrufen oder zurückgenommen wurde, lässt sich nicht zuverlässig mit dem ursprünglichen Verfahren verknüpfen. Damit kann der Bund nicht statistisch bestimmen, in wie vielen Fällen ein Schutzentzug anschließend zu einer Ausreise oder Abschiebung führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein entzogener Schutzstatus bedeutet zudem nicht automatisch, dass die betroffene Person Deutschland verlassen muss. Die zuständige Ausländerbehörde muss zunächst prüfen, welche aufenthaltsrechtlichen Folgen sich daraus ergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Widerrufs- und Rücknahmeverfahren beim BAMF lag 2025 bei 38,2 Monaten. Im ersten Halbjahr 2026 betrug sie 33,9 Monate. Die Bundesregierung erklärt die langen Bearbeitungszeiten unter anderem damit, dass verstärkt ältere, bereits anhängige Verfahren abgeschlossen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Beschleunigung hat das BAMF zusätzliches Personal eingesetzt. Bis zum Frühjahr 2027 soll der zuständige Fachbereich außerdem vorübergehend durch Beschäftigte aus anderen Bereichen unterstützt werden.</p>



<h2 id="h-bund-und-lander-beraten-uber-digitales-ruckfuhrungsmanagement" class="wp-block-heading"><span id="bund-und-laender-beraten-ueber-digitales-rueckfuehrungsmanagement">Bund und Länder beraten über digitales Rückführungsmanagement</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der bestehenden Datenlücken plant die Bundesregierung gegenwärtig keine zusätzlichen bundesweit einheitlichen Statistiken zur Erfolgskontrolle von Abschiebungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium erklärt, es verfüge über ausreichende Informationen, um seine Aufgaben beim Rückführungsvollzug wahrzunehmen. Auch eine weitergehende statistische Erfassung der Gründe für gescheiterte Abschiebungen sei derzeit nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings führt der Bund Gespräche mit den Ländern über die Einführung eines einheitlichen digitalen Rückführungsmanagementsystems. Dieses soll die Durchführung von Rückführungen effizienter gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Bundesregierung sind dafür noch umfangreiche technische, rechtliche und organisatorische Vorarbeiten erforderlich. Welche Daten das System künftig erfassen und welche statistischen Auswertungen es ermöglichen könnte, steht bislang nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung legt Kosten offen: Über 300.000 Euro für Fotografen in zwei Ministerien</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-legt-kosten-offen-ueber-300-000-euro-fuer-fotografen-in-zwei-ministerien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 09:58:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über 300.000 Euro für Fotografen im Auswärtigen Amt und Entwicklungsministerium. Das Bundeskanzleramt meldet zudem rund 34.300 Euro für Visagisten und Friseure. Eine Bundestagsantwort legt die Ausgaben offen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-legt-kosten-offen-ueber-300-000-euro-fuer-fotografen-in-zwei-ministerien%2F&amp;action_name=Bundesregierung%C2%A0legt%C2%A0Kosten%C2%A0offen%3A%C2%A0%C3%9Cber%C2%A0300.000%C2%A0Euro%C2%A0f%C3%BCr%C2%A0Fotografen%C2%A0in%C2%A0zwei%C2%A0Ministerien&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt hat rund 198.400 Euro für externe Fotografen ausgegeben, das Bundesentwicklungsministerium weitere 103.400 Euro. Die Ausgaben betreffen den Zeitraum vom 5. August 2025 bis zum 1. Oktober 2026. Das Bundeskanzleramt meldet zusätzlich rund 34.300 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure sowie rund 5.000 Euro für externe Fotografen. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag.</p>



<h2 id="h-auswartiges-amt-mit-den-hochsten-fotografenkosten" class="wp-block-heading"><span id="auswaertiges-amt-mit-den-hoechsten-fotografenkosten">Auswärtiges Amt mit den höchsten Fotografenkosten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Ausgaben von 198.437,79 Euro verzeichnet das Auswärtige Amt unter den aufgeführten Ministerien die höchsten Kosten für extern beauftragte Fotografen. Die Mittel stammen aus zwei Haushaltstiteln des Außenministeriums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gab im selben Zeitraum 103.390,53 Euro für Fotografendienstleistungen aus. Zusammen belaufen sich die Ausgaben der beiden Ministerien damit auf 301.828,32 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet den Einsatz professioneller Fotografen mit der offiziellen Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören insbesondere Aufnahmen bei Gesprächen mit ausländischen Regierungsvertretern, internationalen Konferenzen, Tagungen und anderen dienstlichen Veranstaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aufschlüsselung danach, welche Regierungsmitglieder die jeweiligen Leistungen in Anspruch genommen haben, enthält die Antwort nicht. Die Bundesregierung betont, dass die Fotografen nicht persönlich von Ministern oder Staatssekretären beauftragt würden. Auftraggeber seien vielmehr die jeweiligen Behörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium werden keine Ausgaben für Visagisten, Kosmetiker oder Friseure ausgewiesen.</p>



<h2 id="h-bundeskanzleramt-gibt-rund-34-300-euro-fur-visagisten-und-friseure-aus" class="wp-block-heading"><span id="bundeskanzleramt-gibt-rund-34-300-euro-fuer-visagisten-und-friseure-aus">Bundeskanzleramt gibt rund 34.300 Euro für Visagisten und Friseure aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anders stellt sich die Kostenverteilung im Bundeskanzleramt dar. Dort entstanden einschließlich der zugeordneten Regierungsbeauftragten Ausgaben von 34.270,72 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure. Für externe Fotografen wurden dagegen lediglich 5.020,17 Euro verbucht.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-24821 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Angaben lassen keine Zuordnung der Kosten zu Bundeskanzler Friedrich Merz oder anderen einzelnen Regierungsmitgliedern zu. Nach Darstellung der Bundesregierung werden auch diese Dienstleistungen im dienstlichen Kontext durch die jeweilige Behörde und nicht persönlich durch die Amtsträger in Anspruch genommen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Beschäftigung von Visagisten, Kosmetikern oder Friseuren auf Grundlage eines regulären Angestellten- oder Beamtenverhältnisses gab es in den untersuchten obersten Bundesbehörden nicht. Die Leistungen wurden extern eingekauft.</p>



<h2 id="h-bundespresseamt-ubernimmt-zusatzliche-fotografen-und-visagistenkosten" class="wp-block-heading"><span id="bundespresseamt-uebernimmt-zusaetzliche-fotografen-und-visagistenkosten">Bundespresseamt übernimmt zusätzliche Fotografen- und Visagistenkosten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den unmittelbar dem Bundeskanzleramt zugeordneten Ausgaben fallen weitere Kosten beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung an. Dieses beschäftigt eigene Fotografen, die unter anderem offizielle Termine des Bundeskanzlers und des Bundespräsidenten begleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für zusätzlich extern beauftragte Fotografen gab das Bundespresseamt zwischen August 2025 und Oktober 2026 insgesamt 81.627,74 Euro aus. Hinzu kamen 5.913,60 Euro für Visagisten, Kosmetiker und Friseure.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im untersuchten Zeitraum waren vier Fotografen unbefristet beim Bundespresseamt angestellt. Eine weitere Person war bis zum 31. Dezember 2025 befristet beschäftigt. Die Personalkosten dieser Beschäftigten sind in den genannten Honorarausgaben nicht enthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Dienstreisen der festangestellten Fotografen fielen darüber hinaus rund 44.000 Euro an. Die Bundesregierung nennt hier aus Datenschutzgründen lediglich einen auf volle Tausend Euro gerundeten Betrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei extern beauftragten Fotografen und Visagisten lassen sich Reisekosten und Honorare nicht durchgängig getrennt erfassen. In vielen Fällen sind Reiseausgaben bereits in den vereinbarten Honoraren enthalten. Kosten, die durch die Teilnahme an offiziellen Delegationsreisen entstehen, werden ebenfalls nicht gesondert ausgewiesen.</p>
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			<media:title type="html">Friedrich Merz</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Abschiebungen nach Somalia: 23 Männer, 78 Bundespolizisten und 369.080 Euro Flugkosten</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/abschiebungen-nach-somalia-23-maenner-78-bundespolizisten-und-369-080-euro-flugkosten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 15:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Luftfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=31186</guid>

					<description><![CDATA[<p>23 abgeschobene Männer, 78 Bundespolizisten und 369.080 Euro allein für die Fluggeräte: Eine Bundestagsantwort legt die Einzelheiten eines deutschen Charterflugs nach Somalia offen. Ob die Betroffenen rechtskräftig verurteilt waren, kann die Bundesregierung nicht abschließend sagen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fabschiebungen-nach-somalia-23-maenner-78-bundespolizisten-und-369-080-euro-flugkosten%2F&amp;action_name=Abschiebungen%20nach%20Somalia%3A%2023%20M%C3%A4nner%2C%2078%20Bundespolizisten%20und%20369.080%20Euro%20Flugkosten&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/abschiebungen-nach-somalia-23-maenner-78-bundespolizisten-und-369-080-euro-flugkosten/">Abschiebungen nach Somalia: 23 Männer, 78 Bundespolizisten und 369.080 Euro Flugkosten</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat für die Abschiebung von 23 Männern nach Somalia einen Charterflug mit 78 Begleitkräften der Bundespolizei organisiert und dafür allein 369.080 Euro an Flugkosten aufgewendet. Die Maßnahme fand am 15. September 2026 statt, wie aus einer Bundestagsantwort vom 21. Oktober hervorgeht. Die Betroffenen wurden zunächst von Stuttgart nach Nairobi gebracht und anschließend mit zwei weiteren Charterflügen nach Mogadischu ausgeflogen. Insgesamt schoben die Bundesländer von Januar bis September 35 Menschen nach Somalia ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Diese hatte nach Umfang, Organisation, Kosten und den persönlichen Umständen der Abschiebungen gefragt.</p>



<h2 id="h-charterflug-von-stuttgart-uber-kenia-nach-somalia" class="wp-block-heading"><span id="charterflug-von-stuttgart-ueber-kenia-nach-somalia">Charterflug von Stuttgart über Kenia nach Somalia</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundespolizei organisierte die Abschiebemaßnahme am 15. September. An dem Einsatz beteiligten sich neun Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle 23 abgeschobenen Personen waren Männer. Sie wurden zunächst gemeinsam von Stuttgart nach Nairobi geflogen. Für diesen Flug setzte die Bundespolizei 78 Begleitkräfte ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kenia erfolgte die Aufteilung auf zwei weitere Charterflüge nach Somalia. Mit einer Maschine wurden 17 Männer nach Mogadischu gebracht, mit der anderen sechs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diesen beiden Flugabschnitten übernahmen Beschäftigte des beauftragten Luftfahrtunternehmens die Begleitung. Deutsche Polizeibeamte flogen nicht weiter nach Somalia. Auch Beamte anderer Staaten waren nach Angaben der Bundesregierung nicht an Bord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten für die eingesetzten Fluggeräte beziffert das Bundesinnenministerium auf 369.080 Euro. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex erstattete davon keine Kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Ausgaben entstanden für die Begleitung der Abgeschobenen auf der Strecke zwischen Nairobi und Mogadischu. Insgesamt beliefen sich die entsprechenden Kosten bei Somalia-Abschiebungen im bisherigen Jahr 2026 auf 42.860,71 Euro. Davon entfielen 9.315 Euro auf die Chartermaßnahmen vom 16. und 17. September und 33.545,71 Euro auf Begleitungen bei Linienflügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vollständige Kostenaufstellung einschließlich sämtlicher Personal- und Nebenkosten enthält die Antwort nicht.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-kann-strafrechtliche-verurteilungen-nicht-bestatigen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-kann-strafrechtliche-verurteilungen-nicht-bestaetigen">Bundesregierung kann strafrechtliche Verurteilungen nicht bestätigen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion wollte außerdem wissen, ob unter den 23 abgeschobenen Männern rechtskräftig verurteilte Straftäter waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärte, nach ihrer Kenntnis seien nahezu alle Betroffenen zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die Männer tatsächlich wegen Straftaten verurteilt worden waren, konnte sie jedoch nicht abschließend beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entsprechenden Informationen lägen bei den zuständigen Landesbehörden. Nur diese könnten bestätigen, ob rechtskräftige Verurteilungen vorlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zur bisherigen Aufenthaltsdauer der Abgeschobenen in Deutschland liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Die Frage, wie viele von ihnen bereits länger als drei Jahre in Deutschland gelebt hatten, blieb damit unbeantwortet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu zwei Personen hatten die beteiligten Bundesländer im Vorfeld allgemeine Hinweise auf gesundheitliche Aspekte übermittelt. Genauere Angaben zu Erkrankungen oder Beeinträchtigungen machte das Bundesinnenministerium nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle 23 Betroffenen verfügten über Passersatzdokumente.</p>



<h2 id="h-zahl-der-abschiebungen-nach-somalia-deutlich-gestiegen" class="wp-block-heading"><span id="zahl-der-abschiebungen-nach-somalia-deutlich-gestiegen">Zahl der Abschiebungen nach Somalia deutlich gestiegen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rückführungen nach Somalia haben in den vergangenen Jahren zugenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 wurden 19 Menschen aus Deutschland nach Somalia abgeschoben. Im Jahr 2024 waren es zwölf, 2025 stieg die Zahl auf 46.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Januar bis September 2026 registrierte die Bundesregierung weitere 35 Abschiebungen. Davon erfolgten zwölf mit Linienflügen und 23 im Rahmen der Chartermaßnahme im September.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nutzt für Rückführungen nach Somalia seit mehreren Jahren eine besondere Transportregelung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Mai 2022 schloss das Bundespolizeipräsidium eine Vereinbarung mit einem Luftfahrtunternehmen über die Begleitung von Abschiebungen nach Mogadischu. Die Betroffenen werden zunächst bis Nairobi begleitet. Von dort übernimmt das Personal des Unternehmens die weitere Begleitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass diese Regelung weiterhin gilt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="670" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg" alt="" class="wp-image-27091 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-300x196.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-768x503.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1536x1005.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-2048x1340.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-380x249.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-800x524.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1160x759.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation und Beauftragung des Luftfahrtunternehmens liegen beim Bundespolizeipräsidium. Ob andere EU-Staaten ebenfalls mit diesem Unternehmen zusammenarbeiten, ist der Bundesregierung nicht bekannt.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-verhandelt-regelmassig-mit-somalia-uber-ruckfuhrungen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-verhandelt-regelmaessig-mit-somalia-ueber-rueckfuehrungen">Deutschland verhandelt regelmäßig mit Somalia über Rückführungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abschiebungen sind auch Gegenstand der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Mogadischu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Botschaft in Nairobi führte nach Angaben der Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig Gespräche mit Vertretern Somalias über die Rücknahme somalischer Staatsangehöriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese fanden sowohl in Nairobi als auch in Mogadischu statt. Auch Vertreter anderer deutscher Ministerien, insbesondere des Bundesinnenministeriums, sprachen das Thema gegenüber somalischen Regierungsvertretern wiederholt an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion verwies in ihrer Anfrage auf ein Treffen zwischen dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz und Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud im November 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte der somalische Staatspräsident eine Vereinfachung der Rückführungsverfahren zugesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-schiebt-fast-1-000-menschen-nach-nordafrika-ab/">Die Bundesregierung bestätigte in ihrer aktuellen Antwort die fortgesetzten diplomatischen Gespräche über Abschiebungen.</a> Eine konkrete Zuordnung der steigenden Rückführungszahlen zu der damaligen politischen Absprache nahm sie nicht vor.</p>
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		<item>
		<title>Africa Business Forum in Köln: Familienunternehmer wollen mehr Geschäfte mit Afrika anbahnen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/africa-business-forum-in-koeln-familienunternehmer-wollen-mehr-geschaefte-mit-afrika-anbahnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 13:47:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Geschäfte zwischen Deutschland und Afrika: Beim 11. Africa Business Forum in Köln treffen Unternehmer, Investoren und Finanzexperten zusammen. Im Fokus stehen konkrete Geschäftskontakte, technologische Innovationen und die Finanzierung gemeinsamer Projekte.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafrica-business-forum-in-koeln-familienunternehmer-wollen-mehr-geschaefte-mit-afrika-anbahnen%2F&amp;action_name=Africa%20Business%20Forum%20in%20K%C3%B6ln%3A%20Familienunternehmer%20wollen%20mehr%20Gesch%C3%A4fte%20mit%20Afrika%20anbahnen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutsche und afrikanische Unternehmer wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen und setzen dabei auf direkte Geschäftskontakte, gemeinsame Innovationen und neue Finanzierungsmöglichkeiten. Beim 11. Africa Business Forum am 8. Oktober 2026 in Köln kamen mehr als 80 Vertreter aus Wirtschaft und Finanzwesen beider Kontinente zusammen. Im Mittelpunkt standen Technologie, Landwirtschaft, industrielle Wertschöpfung und die Finanzierung grenzüberschreitender Geschäftsmodelle. Die Veranstalter, der Wirtschaftsverband DIE FAMILIENUNTERNEHMER, wollen damit vor allem mittelständischen Unternehmen den Zugang zu neuen Partnern und Märkten erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Leitgedanken „Brücken bauen“ diskutierten die Teilnehmer im Wasserturm Hotel Cologne über wirtschaftliche Kooperationsmöglichkeiten zwischen Afrika und Europa. Neben Podiumsgesprächen und Fachvorträgen standen kleinere Arbeitsgruppen und die direkte Vermittlung von Geschäftskontakten auf dem Programm.</p>



<h2 id="h-deutsche-mittelstandler-suchen-direkte-geschaftspartner-in-afrika" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-mittelstaendler-suchen-direkte-geschaeftspartner-in-afrika">Deutsche Mittelständler suchen direkte Geschäftspartner in Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen helfen, Geschäftsbeziehungen aufzubauen und Geschäfte anzubahnen“, erklärte Olaf Ziegs, stellvertretender Regionalvorsitzender des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER in der Metropolregion Köln/Bonn und Mitgründer des Forums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen, die neue Absatzmärkte erschließen, Investitionspartner finden oder gemeinsame Projekte entwickeln wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Roland Ndaka Fru, Unternehmer und ebenfalls Mitgründer des Africa Business Forums, betonte die Bedeutung unmittelbarer Kontakte zwischen den beteiligten Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist der Ort, an dem Business auf Business trifft – und an dem Afrika und Europa sich als Partner begegnen“, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit technologischen Innovationen, Landwirtschaft, mittelständischer Industrie und der Finanzierung neuer Geschäftsmodelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ging es auch um die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wirtschaftliche Kooperationen nicht bei ersten Kontakten stehen bleiben, sondern in konkrete Projekte und dauerhafte Geschäftsbeziehungen münden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Vertragsabschlüsse oder Investitionssummen wurden im Anschluss an die Veranstaltung nicht bekannt gegeben.</p>



<h2 id="h-amalitech-grunder-verweist-auf-afrikas-junge-bevolkerung" class="wp-block-heading"><span id="amalitech-gruender-verweist-auf-afrikas-junge-bevoelkerung">AmaliTech-Gründer verweist auf Afrikas junge Bevölkerung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Martin Hecker, Gründer und Geschäftsführer des international tätigen Technologieunternehmens AmaliTech, stellte in seiner Eröffnungsrede die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten afrikanischer Staaten heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hecker verwies insbesondere auf die junge Bevölkerung des Kontinents und die daraus entstehenden Potenziale für Ausbildung, Beschäftigung und technologische Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Unternehmen AmaliTech ist in Ghana, Ruanda, Deutschland und den Vereinigten Staaten tätig und bietet Technologiedienstleistungen sowie Beratung an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiele für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung Afrikas nannte Hecker die Impfstoffproduktion von BioNTech in Ruandas Hauptstadt Kigali und den dortigen Standort der amerikanischen Carnegie Mellon University.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verband er die Forderung, afrikanische Märkte stärker anhand ihrer unternehmerischen und technologischen Entwicklung zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die demografische Entwicklung könne neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen, wenn Unternehmen Ausbildung, Beschäftigung und Investitionen gemeinsam voranbringen.</p>



<h2 id="h-innovation-soll-sich-an-lokalen-bedurfnissen-orientieren" class="wp-block-heading"><span id="innovation-soll-sich-an-lokalen-beduerfnissen-orientieren">Innovation soll sich an lokalen Bedürfnissen orientieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Fachgespräch über Technologie und Innovation beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Voraussetzungen für wirtschaftlich erfolgreiche Geschäftsmodelle in afrikanischen Märkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Monsang Bienvenue Angui, Unternehmensberaterin und Autorin des Buches „Afrika von A bis Z“, warnte davor, Innovation ausschließlich mit neuen Technologien gleichzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir über Innovation sprechen, lautet die entscheidende Frage nicht: Welche Technologie haben wir? Sondern: Welches Problem wollen wir lösen, für wen, in welchem Kontext und wie relevant ist unsere Lösung vor Ort?“, erklärte Angui.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel wurde das ivorische Unternehmen Dabali Xpress vorgestellt. Es verbindet das Geschäftsmodell internationaler Schnellrestaurantketten mit traditionellen Gerichten aus Côte d’Ivoire.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bestehendes lokales Wissen könne die Grundlage für neue, wirtschaftlich skalierbare Geschäftsmodelle bilden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="965" height="512" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet.jpg" alt="" class="wp-image-31180 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet.jpg 965w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet-300x159.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet-768x407.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet-380x202.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Meike-Neitz-Dr.-Gerwin-Schuettpelz-Andreas-Voss-Gabriele-Pulvermuehle-Niklas-Fischer-Pasler-Mercy-Mukulu-bearbeitet-800x424.jpg 800w" sizes="(max-width: 965px) 100vw, 965px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Christiane Bauer, Personalleiterin der Emons Services GmbH, hob den persönlichen Austausch mit den Menschen vor Ort hervor. Unternehmen müssten zunächst die Anforderungen ihrer möglichen Geschäftspartner und Kunden verstehen, bevor sie technologische Lösungen entwickelten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Emmie Chiyindiko, Gründerin des Falling Walls Lab Simbabwe, ergänzte, Partnerschaften seien besonders dann erfolgversprechend, wenn europäische Unternehmen nicht ausschließlich auf vermeintliche Defizite afrikanischer Märkte blickten.</p>



<h2 id="h-finanzierung-und-lokale-wertschopfung-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="finanzierung-und-lokale-wertschoepfung-im-fokus">Finanzierung und lokale Wertschöpfung im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Schwerpunkt des Forums war die Finanzierung deutsch-afrikanischer Geschäftsprojekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter der Moderation von Meike Neitz diskutierten Vertreter aus Banken, Entwicklungsfinanzierung, Unternehmensberatung und Investitionsnetzwerken über den Aufbau wirtschaftlicher Partnerschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Runde beteiligten sich unter anderem Andreas Voss von der Deutschen Bank, Niklas Fischer Palser von der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, Mercy Mukulu von der Westerwelle Foundation in Kenia und Gabriele Pulvermüller vom RAIN Redsalt Angel Investment Network.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Gerwin Schüttpelz, Gründer des deutschen Klebstoffherstellers cph Deutschland Chemie, brachte seine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit afrikanischen Märkten ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion konzentrierte sich darauf, wie unternehmerische Ideen finanziert, Geschäftsmodelle an örtliche Marktbedingungen angepasst und neue Wertschöpfungsketten aufgebaut werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Kapitalbedarf wurden der Zugang zu lokalen Partnern, die vorhandene Infrastruktur und langfristiges Vertrauen als Voraussetzungen erfolgreicher Zusammenarbeit behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen stehen beim Einstieg in neue Märkte häufig vor der Aufgabe, geeignete Geschäftspartner zu identifizieren und wirtschaftliche Risiken einzuschätzen.</p>



<h2 id="h-wirtschaftsverband-will-deutsch-afrikanische-kontakte-ausbauen" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaftsverband-will-deutsch-afrikanische-kontakte-ausbauen">Wirtschaftsverband will deutsch-afrikanische Kontakte ausbauen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Africa Business Forum wurde bereits zum elften Mal veranstaltet. Organisiert wird es vom Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER mit Unterstützung der Initiatoren Olaf Ziegs und Roland Ndaka Fru.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 180.000 Familienunternehmen in Deutschland. Insgesamt beschäftigen Familienunternehmen über alle Branchen hinweg rund acht Millionen Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Forum sollen insbesondere mittelständische Betriebe angesprochen werden, die wirtschaftliche Kontakte zu afrikanischen Ländern aufbauen oder bestehende Beziehungen vertiefen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Teilnehmern der diesjährigen Veranstaltung gehörten neben Unternehmern auch Vertreter der Deutschen Bank, der DEG, der Friedrich-Naumann-Stiftung und weiterer Organisationen aus der deutsch-afrikanischen Wirtschaftszusammenarbeit.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Weltnaturkonferenz: Deutschland mobilisiert 268 Millionen Euro für Afrikas Schutzgebiete</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/weltnaturkonferenz-deutschland-mobilisiert-268-millionen-euro-fuer-afrikas-schutzgebiete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 13:34:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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		<category><![CDATA[UNDP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland mobilisiert rund 268 Millionen Euro für Afrikas Naturschutzgebiete. Auf der COP17 kündigt Berlin weitere Mittel für Biodiversität an.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fweltnaturkonferenz-deutschland-mobilisiert-268-millionen-euro-fuer-afrikas-schutzgebiete%2F&amp;action_name=Weltnaturkonferenz%3A%20Deutschland%20mobilisiert%20268%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20Afrikas%20Schutzgebiete&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland bündelt gemeinsam mit zwei privaten Stiftungen rund 268 Millionen Euro für den langfristigen Schutz bedeutender Naturlandschaften in Afrika und stellt weitere 85 Millionen Euro für den internationalen Artenschutz bereit. Die Bundesregierung konkretisiert ihre Finanzierungszusagen während der 17. Weltnaturkonferenz, die vom 19. bis 30. Oktober 2026 in der armenischen Hauptstadt Eriwan stattfindet. Für die afrikanischen Schutzgebiete kommen rund 89 Millionen Euro aus deutschen öffentlichen Mitteln und etwa 179 Millionen Euro von privaten Geldgebern. Damit sollen besonders artenreiche Gebiete über Jahrzehnte geschützt und zusätzliche Investitionen in den Naturschutz ermöglicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesumweltminister Carsten Schneider und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan verbinden die Zusagen mit dem Ziel, öffentliche Finanzierung stärker durch privates Kapital zu ergänzen. Ein Schwerpunkt liegt auf afrikanischen Großschutzgebieten, deren langfristiger Erhalt häufig durch unzureichende Finanzierung erschwert wird.</p>



<h2 id="h-zehn-grosse-naturschutzgebiete-in-afrika-sollen-langfristig-finanziert-werden" class="wp-block-heading"><span id="zehn-grosse-naturschutzgebiete-in-afrika-sollen-langfristig-finanziert-werden">Zehn große Naturschutzgebiete in Afrika sollen langfristig finanziert werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das gemeinsame Finanzierungspaket für den Legacy Landscapes Fund (LLF) umfasst umgerechnet rund 268 Millionen Euro. Es war bereits am 23. September am Rande der UN-Generalversammlung in New York angekündigt worden und ist Bestandteil der deutschen Finanzierungsinitiative zur Weltnaturkonferenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt über die Internationale Klimaschutzinitiative, das Bundesentwicklungsministerium und die KfW rund 89 Millionen Euro bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die amerikanische Wyss Foundation und die Rob Walton Foundation steuern jeweils denselben Betrag bei. Damit verdoppeln die privaten Stiftungen den öffentlichen deutschen Finanzierungsbeitrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Fonds reicht das Gesamtpaket aus, um zehn besonders bedeutende Naturschutzgebiete in Afrika langfristig zu unterstützen. Die Finanzierung ist auf einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren ausgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der LLF verfolgt ein Modell, bei dem öffentliche und private Geldgeber gemeinsam die dauerhafte Grundfinanzierung von Schutzgebieten übernehmen. Damit sollen unter anderem Parkverwaltungen, Schutzmaßnahmen, wissenschaftliche Beobachtung und die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden abgesichert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium und die KfW waren an der Gründung des Fonds beteiligt. Ziel ist es, bis 2030 mindestens 30 bedeutende Naturlandschaften weltweit langfristig zu finanzieren.</p>



<h2 id="h-von-angola-bis-madagaskar-afrikanische-schutzgebiete-im-forderprogramm" class="wp-block-heading"><span id="von-angola-bis-madagaskar-afrikanische-schutzgebiete-im-foerderprogramm">Von Angola bis Madagaskar: Afrikanische Schutzgebiete im Förderprogramm</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legacy Landscapes Fund unterstützt bereits mehrere Naturlandschaften auf dem afrikanischen Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören der Nationalpark North Luangwa in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/sambia/" data-type="category" data-id="46">Sambia</a>, das Schutzgebiet Gonarezhou in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/simbabwe/" data-type="category" data-id="47">Simbabwe</a>, der Nationalpark Iona in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/zentralafrika/angola/" data-type="category" data-id="49">Angola</a> und die Landschaft Odzala-Kokoua in der <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/zentralafrika/republik-kongo/" data-type="category" data-id="53">Republik Kongo</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere geförderte Gebiete liegen unter anderem in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/sudliches-afrika/namibia/" data-type="category" data-id="220">Namibia</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/malawi/" data-type="category" data-id="37">Malawi</a> und <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/madagaskar/" data-type="category" data-id="36">Madagaskar</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schutzgebiete umfassen unterschiedliche Ökosysteme, darunter tropische Regenwälder, Savannen und Wüstenlandschaften. Die Finanzierung unterstützt nicht allein den Erhalt gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen durch lokale Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Nordosten Sambias umfasst die geförderte North-Luangwa-Landschaft beispielsweise rund 22.000 Quadratkilometer. Neben dem Schutz des Nationalparks werden die Verwaltung, die Infrastruktur und naturschutzverträgliche wirtschaftliche Aktivitäten umliegender Gemeinden unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die zusätzlich vorgesehenen afrikanischen Fördergebiete liegt noch keine vollständige öffentliche Aufteilung der neuen Mittel nach Ländern und Projekten vor.</p>



<h2 id="h-weitere-85-millionen-euro-fur-internationale-biodiversitatsprogramme" class="wp-block-heading"><span id="weitere-85-millionen-euro-fuer-internationale-biodiversitaetsprogramme">Weitere 85 Millionen Euro für internationale Biodiversitätsprogramme</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Finanzierungspaket für Afrika stellt das Bundesumweltministerium zusätzliche Gelder für mehrere internationale Naturschutzprogramme zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 50 Millionen Euro unterstützt Deutschland den Global Biodiversity Framework Fund (GBFF). Der Fonds gehört zur Globalen Umweltfazilität und finanziert Projekte zur Umsetzung der internationalen Biodiversitätsziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefördert werden unter anderem die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme, der Schutz natürlicher Lebensräume und die Berücksichtigung der Artenvielfalt in Landwirtschaft, Fischerei und Infrastrukturplanung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 20 Millionen Euro gehen an das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sollen Länder bei der Umsetzung ihrer nationalen Strategien und Aktionspläne für den Erhalt der biologischen Vielfalt unterstützt werden. Die Förderung erfolgt im Rahmen der sogenannten NBSAP Accelerator Partnership, die Deutschland gemeinsam mit Kolumbien ins Leben gerufen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich erhält eine Investitionsfazilität des UNDP für den Naturschutz 15 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihr sollen private Investitionen für die Erhaltung wertvoller Naturlandschaften mobilisiert werden. Geplant sind unter anderem neue Projektvorbereitungen in Afrika und Lateinamerika sowie Investitionen in ausgewählte Landschaften Asiens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Schutz von Urwäldern und Schutzgebieten in den ukrainischen Karpaten stellt Deutschland außerdem zehn Millionen Euro bereit.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-insektenforschung-in-kenia" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-foerdert-insektenforschung-in-kenia">Deutschland fördert Insektenforschung in Kenia</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Bestandteil der deutschen Zusagen betrifft die Forschung zum Schutz von Bestäubern in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt das International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) mit Sitz in Nairobi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschungseinrichtung untersucht die Bedeutung von Insekten für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und den Erhalt natürlicher Ökosysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders Bienen und andere bestäubende Insekten spielen eine wichtige Rolle beim Anbau zahlreicher Kulturpflanzen. Ihr Rückgang kann die landwirtschaftliche Produktion und damit die Einkommen kleinbäuerlicher Betriebe beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Unterstützung soll Forschungsarbeiten zur Förderung und zum Schutz dieser Insekten stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine konkrete Fördersumme für das Insektenforschungsprogramm wurde zunächst nicht genannt.</p>



<h2 id="h-schneider-fordert-starkeren-schutz-artenreicher-regionen" class="wp-block-heading"><span id="schneider-fordert-staerkeren-schutz-artenreicher-regionen">Schneider fordert stärkeren Schutz artenreicher Regionen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte bei der Vorstellung der deutschen Beiträge die internationale Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-31174 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-1536x1025.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-2048x1366.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/260922_unga_germany_7127-1160x774.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Länder mit der größten biologischen Vielfalt liegen im Globalen Süden. Diese Länder erwarten zu Recht, dass wir sie auch in Zukunft mit dieser Aufgabe nicht alleinlassen, weil wir auf eine intakte Natur angewiesen sind“, erklärte Schneider.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hob insbesondere die Beteiligung der Menschen hervor, die in und um die betroffenen Naturlandschaften leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dabei steht für uns der Mensch im Mittelpunkt. Dazu gehört, dass wir indigene Völker und lokale Gemeinschaften in ihren Rechten und ihrer Teilhabe stärken“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt deshalb auch die Teilnahme von Delegierten aus Entwicklungsländern sowie Vertretern indigener Gemeinschaften, von Frauen- und Jugendorganisationen an den internationalen Biodiversitätsverhandlungen.</p>



<h2 id="h-weltgemeinschaft-liegt-beim-30-prozent-schutzziel-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="weltgemeinschaft-liegt-beim-30-prozent-schutzziel-zurueck">Weltgemeinschaft liegt beim 30-Prozent-Schutzziel zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierungszusagen stehen im Zusammenhang mit dem globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal, den die Vertragsstaaten der UN-Biodiversitätskonvention 2022 beschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresgebiete wirksam geschützt werden. Außerdem sieht die Vereinbarung die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und die stärkere Einbeziehung der Artenvielfalt in wirtschaftliche Entscheidungen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem aktuellen globalen Umsetzungsbericht stehen bislang rund 18,4 Prozent der weltweiten Landfläche unter Schutz. Bei Küsten- und Meeresgebieten liegt der Anteil bei ungefähr 23 Prozent, während auf der Hohen See erst rund zehn Prozent als Schutzgebiete ausgewiesen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht stützt sich auf 129 nationale Berichte und weitere Beiträge internationaler Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt haben 113 Vertragsstaaten sowie die Europäische Union ihre nationalen Biodiversitätsstrategien an den globalen Zielen ausgerichtet. Weitere 61 Staaten haben entsprechende nationale Ziele definiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-haushaltsmittel-fuer-internationale-klimafinanzierung-deutlich/">Bei der Finanzierung bestehen weiterhin erhebliche Lücken. </a>Nach Angaben des Bundesumweltministeriums trug Deutschland im Jahr 2025 rund 1,1 Milliarden Euro zur internationalen Biodiversitätsfinanzierung bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltnaturkonferenz in Eriwan befasst sich neben den Finanzierungsfragen mit der ersten globalen Überprüfung der bisherigen Fortschritte, dem Schutz von Wäldern und Meeresgebieten sowie einer stärkeren Beteiligung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften an Entscheidungen über den Naturschutz.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland und zehn Partner fordern Stopp der Waffenhilfe im Sudan-Krieg</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-zehn-partner-fordern-stopp-der-waffenhilfe-im-sudan-krieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 13:13:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=31168</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr nach den Massentötungen von Al-Faschir erhöht Deutschland gemeinsam mit zehn internationalen Partnern den diplomatischen Druck: Staaten sollen den Sudan-Krieg nicht länger mit Waffen oder Geld unterstützen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-zehn-partner-fordern-stopp-der-waffenhilfe-im-sudan-krieg%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20zehn%20Partner%20fordern%20Stopp%20der%20Waffenhilfe%20im%20Sudan-Krieg&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und zehn internationale Partner fordern alle Staaten auf, den Krieg im Sudan nicht länger durch Waffenlieferungen, Finanzierung oder andere Formen der Unterstützung zu ermöglichen. Die gemeinsame Erklärung wurde am Montag, dem 26. Oktober 2026, zum ersten Jahrestag der Gräueltaten in der sudanesischen Stadt Al-Faschir veröffentlicht. Die Unterzeichner verlangen die vollständige Einhaltung des UN-Waffenembargos für Darfur und eine strafrechtliche Aufarbeitung schwerer Menschenrechtsverletzungen. Sie warnen zugleich vor weiteren Massengewalttaten, während Drohnenangriffe, Vertreibungen und sexualisierte Gewalt die Zivilbevölkerung weiterhin bedrohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung stammt von der Koalition zur Verhinderung von Gräueltaten und für Gerechtigkeit im Sudan. Ihr gehören neben Deutschland die Europäische Union, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Dänemark, Irland, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Sierra Leone an.</p>



<h2 id="h-staaten-sollen-den-krieg-nicht-langer-mit-waffen-und-geld-unterstutzen" class="wp-block-heading"><span id="staaten-sollen-den-krieg-nicht-laenger-mit-waffen-und-geld-unterstuetzen">Staaten sollen den Krieg nicht länger mit Waffen und Geld unterstützen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Koalition richtet sich ausdrücklich nicht nur an die sudanesischen Kriegsparteien, sondern auch an Staaten, die Einfluss auf den Konflikt ausüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie fordert alle Regierungen auf, ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten und ihren politischen Einfluss zu nutzen, um die Zivilbevölkerung zu schützen und weitere Gewalttaten zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehört insbesondere, den Krieg nicht weiter durch Waffen, finanzielle Mittel oder andere Formen der Unterstützung zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner verlangen außerdem die vollständige Umsetzung bestehender Sanktionen der Vereinten Nationen, einschließlich des Waffenembargos für Darfur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Staaten, denen eine Beteiligung an der militärischen oder finanziellen Unterstützung der Konfliktparteien vorgeworfen wird, nennt die Erklärung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich fordert die Koalition ein Ende der Kampfhandlungen und sicheren, schnellen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt keine militärische Lösung für diesen Konflikt. Dieser Krieg muss enden“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.</p>



<h2 id="h-ein-jahr-nach-den-massentotungen-in-al-faschir" class="wp-block-heading"><span id="ein-jahr-nach-den-massentoetungen-in-al-faschir">Ein Jahr nach den Massentötungen in Al-Faschir</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anlass der Erklärung ist der Jahrestag der Gewalteskalation in Al-Faschir, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Darfur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. Oktober 2025 hatten die Angriffe der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) nach monatelanger Belagerung einen Höhepunkt erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Koalition erinnert an Massentötungen, ethnisch motivierte Gewalt, außergerichtliche Hinrichtungen und Folter. Zu den dokumentierten Verbrechen gehören außerdem das Verschwindenlassen von Menschen, Zwangsrekrutierungen, willkürliche Festnahmen sowie weit verbreitete sexualisierte Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganze Bevölkerungsgruppen wurden gewaltsam vertrieben. Gleichzeitig wurde die humanitäre Versorgung blockiert, wodurch sich Hunger und die Notlage der Bevölkerung weiter verschärften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gräueltaten von Al-Faschir gehören zu den schwersten Gewaltereignissen des seit April 2023 andauernden Krieges zwischen der sudanesischen Armee und den RSF.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-internationale-ermittlungen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-internationale-ermittlungen">Deutschland unterstützt internationale Ermittlungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Staaten bekräftigen ihre Unterstützung für die unabhängige internationale Ermittlungsmission der Vereinten Nationen zum Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/icc-fordert-gerechtigkeit-fuer-graeueltaten-in-darfur/">Deren Untersuchungen haben das Ausmaß schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und internationale Menschenrechtsnormen in Al-Faschir und der Umgebung dokumentiert.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Koalition begrüßt die jüngste Verlängerung des UN-Ermittlungsmandats sowie die Arbeit einer Untersuchungskommission der Afrikanischen Union.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus unterstützt sie Bemühungen, Verantwortliche strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei verweist sie ausdrücklich auf die Zuständigkeit und die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs für Verbrechen in Darfur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auffassung der Unterzeichner müssen die Verantwortlichen schwerer Menschenrechtsverletzungen identifiziert und vor Gericht gestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sudan-krieg-icc-warnt-im-un-sicherheitsrat-vor-graeueltaten-in-darfur/">Die Aufarbeitung soll auch Bestandteil eines künftigen politischen Übergangsprozesses im Sudan sein.</a></p>



<h2 id="h-drohnenangriffe-und-sexualisierte-gewalt-halten-an" class="wp-block-heading"><span id="drohnenangriffe-und-sexualisierte-gewalt-halten-an">Drohnenangriffe und sexualisierte Gewalt halten an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Erklärung verweist darauf, dass die Gefahren für die sudanesische Zivilbevölkerung auch ein Jahr nach Al-Faschir weiterbestehen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="768" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1.webp" alt="" class="wp-image-23273 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1.webp 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1-300x300.webp 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1-150x150.webp 150w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1-80x80.webp 80w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1-110x110.webp 110w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/202409afr_crd_sudan_Loitering-Munition-768x768-1-380x380.webp 380w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders besorgt zeigen sich die Unterzeichner über den zunehmenden Einsatz von Drohnen bei Angriffen, die Zivilpersonen und zivile Infrastruktur treffen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sexualisierte-gewalt-in-konflikten-hat-sich-verdoppelt-neben-kongo-auch-israel-und-russland-gelistet/">Hinzu kommen weit verbreitete sexualisierte Gewalt, Angriffe auf lebenswichtige Versorgungseinrichtungen und die anhaltende Vertreibung großer Bevölkerungsgruppen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch humanitäre Hilfsorganisationen sind betroffen. Wiederholte Angriffe auf Helfer sowie Einschränkungen beim Zugang zu Konfliktgebieten erschweren die Versorgung von Millionen Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Koalition warnt deshalb ausdrücklich vor der fortbestehenden Gefahr weiterer Gräueltaten in großem Umfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie fordert alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen und Angriffe auf humanitäre Einrichtungen und Hilfskräfte zu unterlassen.</p>



<h2 id="h-schutz-fur-opfer-und-sudanesische-menschenrechtsorganisationen" class="wp-block-heading"><span id="schutz-fuer-opfer-und-sudanesische-menschenrechtsorganisationen">Schutz für Opfer und sudanesische Menschenrechtsorganisationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist die Unterstützung von Opfern und Überlebenden des Krieges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, sollen sicheren und vertraulichen Zugang zu medizinischer Behandlung, psychosozialer Betreuung und juristischer Unterstützung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Koalition hebt zugleich die Rolle sudanesischer Menschenrechtsorganisationen und zivilgesellschaftlicher Gruppen hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese dokumentieren Gewalttaten, unterstützen Betroffene und sammeln Informationen, die für spätere Ermittlungs- und Gerichtsverfahren benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele dieser Organisationen arbeiten unter erheblichen persönlichen Sicherheitsrisiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und die weiteren Unterzeichner wollen ihre Zusammenarbeit mit sudanesischen und internationalen Partnern bei der Dokumentation von Verbrechen, der Unterstützung von Überlebenden und der strafrechtlichen Aufarbeitung fortsetzen.</p>
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		<title>Deutschland bietet Vermittlung zwischen Kongo und Ruanda an – Güler kündigt weitere Millionenhilfe an</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-bietet-vermittlung-zwischen-kongo-und-ruanda-an-gueler-kuendigt-weitere-millionenhilfe-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2026 23:39:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Frieden]]></category>
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		<category><![CDATA[MONUSCO]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits am 23. Oktober hatte Güler mit der kongolesischen Außenministerin Thérèse Kayikwamba Wagner über die Lage im Ostkongo und die Zukunft der MONUSCO gesprochen. Das Mandat der UN-Mission steht vor erneuten Verhandlungen im Sicherheitsrat.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-bietet-vermittlung-zwischen-kongo-und-ruanda-an-gueler-kuendigt-weitere-millionenhilfe-an%2F&amp;action_name=Deutschland%20bietet%20Vermittlung%20zwischen%20Kongo%20und%20Ruanda%20an%20%E2%80%93%20G%C3%BCler%20k%C3%BCndigt%20weitere%20Millionenhilfe%20an&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-bietet-vermittlung-zwischen-kongo-und-ruanda-an-gueler-kuendigt-weitere-millionenhilfe-an/">Deutschland bietet Vermittlung zwischen Kongo und Ruanda an – Güler kündigt weitere Millionenhilfe an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat der Demokratischen Republik Kongo angeboten, im Konflikt mit Ruanda eine vermittelnde Rolle zu übernehmen und die laufenden Friedensprozesse in Washington und Doha zu unterstützen. Staatsministerin Serap Güler unterbreitete den Vorschlag am Samstag, dem 24. Oktober 2026, bei einem Treffen mit Präsident Félix Tshisekedi in Kinshasa. Zugleich kündigte sie eine zusätzliche Million Euro für die Entwaffnung und Wiedereingliederung bewaffneter Gruppen im Ostkongo an. Die Bundesregierung verbindet ihr diplomatisches Engagement mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit, weiterer Ebola-Hilfe und der Wiedereröffnung des Goethe-Instituts in der kongolesischen Hauptstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ebola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo/">Güler beendete mit dem Besuch in Kinshasa eine Reise durch Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo</a>. In allen drei Ländern hatte sie mit den jeweiligen Staatspräsidenten über den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt in der Region der Großen Seen gesprochen.</p>



<h2 id="h-berlin-will-zwischen-kinshasa-und-kigali-vermitteln" class="wp-block-heading"><span id="berlin-will-zwischen-kinshasa-und-kigali-vermitteln">Berlin will zwischen Kinshasa und Kigali vermitteln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen in der Cité de l&#8217;Union africaine erklärte Güler, Deutschland sei bereit, zwischen den Konfliktparteien die Kommunikation zu erleichtern und zur Umsetzung bestehender Friedensvereinbarungen beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe Präsident Félix Tshisekedi vorgeschlagen, dass Deutschland, das eine neutrale Position vertritt, als Vermittler fungiert, um klare Botschaften zu übermitteln und die Friedensprozesse voranzubringen“, erklärte die Staatsministerin nach Darstellung der kongolesischen Präsidentschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative soll mit den Vereinigten Staaten und Katar abgestimmt werden. Beide Staaten begleiten bereits diplomatische Prozesse zur Beendigung der Kämpfe im Osten der DR Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/kagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker/">Güler machte zugleich deutlich, dass Sicherheitsinteressen Ruandas keine Verletzung der kongolesischen Souveränität rechtfertigten.</a> „Die Sicherheitsbedenken Ruandas erlauben es ihm unter keinen Umständen, gegen das Völkerrecht zu verstoßen oder die nationale Souveränität und territoriale Integrität der DR Kongo zu verletzen“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, die bewaffnete Bewegung M23 im Osten des Landes militärisch zu unterstützen. Kigali verweist seinerseits auf Sicherheitsbedrohungen durch bewaffnete Gruppen in der Grenzregion.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/serap-gueler-in-burundi-deutschland-kuendigt-500-000-euro-hilfe-an-regierung-fordert-engere-zusammenarbeit/">Güler betonte anschließend, sie habe allen drei besuchten Staatspräsidenten dieselbe Botschaft übermittelt: Eine militärische Lösung des Konflikts sei unverantwortlich. </a>Bestehende Friedensprozesse müssten von den Beteiligten entschlossen umgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine formelle Übernahme einer eigenständigen Vermittlungsmission durch Deutschland wurde zunächst nicht bekannt gegeben.</p>



<h2 id="h-eine-million-euro-zusatzlich-fur-entwaffnung-bewaffneter-gruppen" class="wp-block-heading"><span id="eine-million-euro-zusaetzlich-fuer-entwaffnung-bewaffneter-gruppen">Eine Million Euro zusätzlich für Entwaffnung bewaffneter Gruppen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will außerdem seine Unterstützung für die UN-Friedensmission MONUSCO ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler kündigte gegenüber der Missionsleitung eine zusätzliche Million Euro für Programme zur Entwaffnung, Demobilisierung und Wiedereingliederung von Milizionären im Ostkongo an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/monusco-unterstuetzt-reintegration-von-ex-kaempfern-in-ituri/" data-type="post" data-id="21358">Die Maßnahmen sollen Angehörigen bewaffneter Gruppen den Ausstieg aus den Milizen ermöglichen und ihre Rückkehr in das zivile Leben unterstützen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwaffnung bewaffneter Gruppen gehört zu den zentralen Aufgaben des Friedensprozesses zwischen der DR Kongo und Ruanda. Auch das unter amerikanischer Vermittlung zustande gekommene Washingtoner Friedensabkommen sieht entsprechende Schritte vor.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="815" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-1024x815.jpeg" alt="" class="wp-image-31138 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-1024x815.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-300x239.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-768x611.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-1536x1222.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-380x302.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-800x636.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK-1160x923.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVVC9QDWQAAYWdK.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 23. Oktober hatte Güler mit der kongolesischen Außenministerin Thérèse Kayikwamba Wagner über die Lage im Ostkongo und die Zukunft der MONUSCO gesprochen. Das Mandat der UN-Mission steht vor erneuten Verhandlungen im Sicherheitsrat.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Aufmerksamkeit galt den Vertriebenen aus der Region Uvira. Die Kämpfe haben dort zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen und die humanitäre Versorgung zusätzlich belastet.</p>



<h2 id="h-deutschland-beziffert-ebola-hilfe-auf-27-millionen-euro" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-beziffert-ebola-hilfe-auf-27-millionen-euro">Deutschland beziffert Ebola-Hilfe auf 27 Millionen Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Schwerpunkt der Gespräche war die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler bezifferte die bisherige deutsche Unterstützung zur Eindämmung des Ausbruchs auf rund 27 Millionen Euro. Hinzu kommen deutsche Beiträge zu den Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kinshasa besuchte sie eine Ebola-Kontrollstation am Kongo-Fluss. Dort werden nach ihrer Darstellung Reisende untersucht, die mit Schiffen aus den betroffenen Gebieten im Osten des Landes in die Hauptstadt gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kontrolle soll verhindern, dass Infektionen unentdeckt in die Millionenmetropole eingeschleppt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler sprach mit medizinischen Einsatzkräften und Vertretern der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Begleitet wurde sie von dem kongolesischen Virologen Jean-Jacques Muyembe, der an der Erforschung des Ebola-Virus beteiligt war und kürzlich mit dem Virchow-Preis für Globale Gesundheit ausgezeichnet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt die Bekämpfung des Ausbruchs unter anderem durch medizinische Ausrüstung, Schulungen für Gesundheitspersonal und internationale Hilfsprogramme.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-interessieren-sich-fur-rohstoffe-und-energie" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-interessieren-sich-fuer-rohstoffe-und-energie">Deutsche Unternehmen interessieren sich für Rohstoffe und Energie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Sicherheits- und Gesundheitsfragen besprachen Güler und Tshisekedi die wirtschaftliche Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staatsministerin sieht insbesondere bei kritischen Rohstoffen Potenzial für eine engere Partnerschaft. Die DR Kongo verfügt über bedeutende Vorkommen von Kupfer und Kobalt, die unter anderem für die Energie- und Automobilindustrie benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kinshasa traf Güler Vertreter deutscher Unternehmen, darunter DHL, die Lufthansa Group, Voith und Gauff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Außenministerin Kayikwamba Wagner hatte sie zuvor über Investitionsmöglichkeiten im Energiesektor und über eine stärkere wirtschaftliche Nutzung kongolesischer Rohstoffe gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will private Investitionen fördern. Güler knüpfte diese Perspektive jedoch ausdrücklich an Fortschritte bei der regionalen Sicherheit und eine politische Lösung des Ostkongo-Konflikts.</p>



<h2 id="h-goethe-institut-kehrt-nach-kinshasa-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="goethe-institut-kehrt-nach-kinshasa-zurueck">Goethe-Institut kehrt nach Kinshasa zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein konkretes Ergebnis der Reise ist die Vereinbarung zur Wiedereröffnung des Goethe-Instituts in der Demokratischen Republik Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler und Außenministerin Kayikwamba Wagner unterzeichneten am 23. Oktober in Kinshasa ein entsprechendes Sitzabkommen. Es schafft die rechtlichen Voraussetzungen für eine erneute institutionelle Präsenz des deutschen Kulturinstituts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Goethe-Institut hatte seinen Standort in Kinshasa 1991 im Zusammenhang mit der damaligen politischen Krise geschlossen. Seit 2015 war es wieder mit einem Verbindungsbüro im Institut français vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der neuen Vereinbarung sollen die Förderung der deutschen Sprache, kulturelle Projekte und der Austausch zwischen Künstlern und Bildungseinrichtungen beider Länder gestärkt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Besuch sprach Güler außerdem mit medizinischen Fachkräften und Überlebenden sexualisierter Gewalt über die Arbeit der Panzi-Einrichtungen des kongolesischen Friedensnobelpreisträgers Denis Mukwege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behandlung und Unterstützung von Frauen, die im Zusammenhang mit dem Krieg sexualisierte Gewalt erlitten haben, gehört zu den Bereichen der deutschen humanitären Zusammenarbeit mit der DR Kongo.</p>
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		<item>
		<title>Lesotho wirbt in Berlin um deutsche Investoren – Wasser, Energie und Textilindustrie im Fokus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/lesotho-wirbt-in-berlin-um-deutsche-investoren-wasser-energie-und-textilindustrie-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2026 13:20:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Lesotho]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Produktion]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lesotho sucht neue Wirtschaftspartner in Deutschland: In Berlin wirbt die Regierung um Investitionen in Wasserwirtschaft, erneuerbare Energien und Industrie. Zugleich will das Land seine Textilwirtschaft weiterentwickeln – von der Auftragsfertigung für internationale Unternehmen hin zu eigenen Marken.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Flesotho-wirbt-in-berlin-um-deutsche-investoren-wasser-energie-und-textilindustrie-im-fokus%2F&amp;action_name=Lesotho%20wirbt%20in%20Berlin%20um%20deutsche%20Investoren%20%E2%80%93%20Wasser%2C%20Energie%20und%20Textilindustrie%20im%20Fokus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/lesotho-wirbt-in-berlin-um-deutsche-investoren-wasser-energie-und-textilindustrie-im-fokus/">Lesotho wirbt in Berlin um deutsche Investoren – Wasser, Energie und Textilindustrie im Fokus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Lesotho will seine Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ausbauen und wirbt um Investitionen in Wasserwirtschaft, erneuerbare Energien und die Weiterentwicklung seiner Textilindustrie. Die Gespräche fanden vom 20. bis 23. Oktober 2026 am Rande des Berlin Global Dialogue und bei mehreren deutsch-lesothischen Wirtschaftsveranstaltungen statt. Vizepremierministerin Nthomeng Majara und Außenminister Limpho Tau stellten deutschen Wirtschaftsvertretern konkrete Kooperationsfelder vor. Neben Investitionen und beruflicher Qualifizierung standen eine engere Zusammenarbeit bei der Nutzung der Wasserressourcen sowie der Aufbau eigener Textilmarken im Mittelpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesotho gehört zu den kleineren Volkswirtschaften des südlichen Afrikas. Das vollständig von Südafrika umschlossene Königreich verfügt über umfangreiche Wasserressourcen, Potenzial für Wind- und Solarenergie sowie eine exportorientierte Bekleidungsindustrie.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-sollen-in-sechs-wirtschaftsbereiche-investieren" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-sollen-in-sechs-wirtschaftsbereiche-investieren">Deutsche Unternehmen sollen in sechs Wirtschaftsbereiche investieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Wirtschaftsroundtable in Berlin stellte Vizepremierministerin Majara Investitionsmöglichkeiten in sechs Bereichen vor: erneuerbare Energien, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Textilindustrie, verarbeitendes Gewerbe und Tourismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Maseru will durch engere Unternehmenspartnerschaften zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, die industrielle Entwicklung fördern und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Tau verwies insbesondere auf die Wasserressourcen des Landes, günstige Voraussetzungen für Wind- und Solarenergie sowie das vorhandene Arbeitskräftepotenzial.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf deutscher Seite beteiligte sich unter anderem Claus Mayer vom Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) an den Gesprächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mayer hob die technischen Kompetenzen deutscher Unternehmen hervor, insbesondere in der industriellen Produktion, beim Aufbau nachhaltiger Infrastruktur und in der beruflichen Bildung. Der Verband erklärte seine Bereitschaft, Kontakte zwischen Unternehmen beider Länder zu vermitteln und Investitionsmöglichkeiten zu erschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Investitionssummen oder verbindliche Unternehmenszusagen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.</p>



<h2 id="h-wasserpartnerschaft-zwischen-lesotho-und-deutschland-im-gesprach" class="wp-block-heading"><span id="wasserpartnerschaft-zwischen-lesotho-und-deutschland-im-gespraech">Wasserpartnerschaft zwischen Lesotho und Deutschland im Gespräch</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt des Berliner Besuchs war ein deutsch-lesothischer Dialog zur Wasserwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Motto „Wasserressourcen erhalten, wirtschaftliche Potenziale erschließen“ erörterten Vertreter beider Länder Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit bei Wasserversorgung, Infrastruktur und nachhaltigem Ressourcenmanagement.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Gesprächen nahmen Vizepremierministerin Majara und Außenminister Tau teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesotho verfügt aufgrund seiner gebirgigen Landschaft und seiner Niederschlagsverhältnisse über erhebliche Wasserressourcen. Diese spielen sowohl für die Versorgung der Bevölkerung als auch für Landwirtschaft, Energieerzeugung und regionale Wirtschaftsbeziehungen eine zentrale Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird dies am Lesotho Highlands Water Project. Über das grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt liefert Lesotho Wasser an Südafrika und nutzt Teile des Systems zur Stromerzeugung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit mit Deutschland könnte nach den bisherigen Gesprächen insbesondere den Austausch technischer Kenntnisse, die Modernisierung von Infrastruktur und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen umfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stehen auch Fragen des Umweltschutzes, der Finanzierung und des Zugangs zu Trinkwasser im Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vereinbarungen über konkrete neue Bauprojekte oder deutsche Finanzierungsbeiträge wurden bislang nicht veröffentlicht.</p>



<h2 id="h-lesotho-will-von-der-textilproduktion-zu-eigenen-marken-wechseln" class="wp-block-heading"><span id="lesotho-will-von-der-textilproduktion-zu-eigenen-marken-wechseln">Lesotho will von der Textilproduktion zu eigenen Marken wechseln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Wasserwirtschaft beschäftigten sich Vertreter beider Länder mit der Zukunft der lesothischen Textilindustrie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Veranstaltung der Carl Duisberg Gesellschaft in Berlin diskutierten Außenminister Limpho Tau, die lesothische Botschafterin Mafelile Christina Molala und deutsche Fachleute über den wirtschaftlichen Umbau des Sektors.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Lesotho 2036 – Transformationspotenziale für eigene Textilmarken“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesotho produziert seit Jahren Bekleidung für internationale Auftraggeber. Ein erheblicher Teil der industriellen Tätigkeit besteht dabei in der Fertigung für ausländische Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion in Berlin konzentrierte sich auf die Frage, wie sich das Land von der reinen Auftragsproduktion zu einer stärkeren eigenen Wertschöpfung entwickeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören der Aufbau eigener Marken, die Entwicklung von Produkten, zusätzliche unternehmerische Kompetenzen und ein besserer Zugang zu internationalen Absatzmärkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Dr. Ingo Rollwagen, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Carl Duisberg Gesellschaft, stellte die Bedeutung industrieller Innovation, beruflicher Qualifizierung und stärkerer afrikanischer Wertschöpfungsketten heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts unsicherer internationaler Handelspräferenzen müsse Lesotho seine wirtschaftliche Entwicklung breiter aufstellen. Die Textilindustrie solle nicht allein davon abhängig bleiben, für welche internationalen Marken sie produziere, sondern selbst stärker an der Wertschöpfung beteiligt werden.</p>



<h2 id="h-merz-fordert-starkere-beteiligung-afrikas-an-der-g20" class="wp-block-heading"><span id="merz-fordert-staerkere-beteiligung-afrikas-an-der-g20">Merz fordert stärkere Beteiligung Afrikas an der G20</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirtschaftsinitiative Lesothos fiel mit dem Berlin Global Dialogue zusammen, bei dem internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über neue Partnerschaften und die Veränderungen der Weltwirtschaft berieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz warb in seiner Rede am 21. Oktober für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staaten, die sich für offene Märkte und verlässliche internationale Regeln einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-auf-afrikareise-besuche-in-nigeria-suedafrika-und-lesotho/">Deutschland müsse neue Partnerschaften aufbauen, um seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und strategische Abhängigkeiten zu verringern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz nannte private Investitionen, Innovationen, neue Technologien und künstliche Intelligenz als wesentliche Faktoren wirtschaftlicher Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verlangte er eine stärkere Beteiligung Afrikas an internationalen wirtschaftspolitischen Entscheidungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Afrika gehört selbstverständlich an den Tisch“, erklärte der Bundeskanzler mit Blick auf den G20-Gipfel im Dezember in Miami.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verwies darauf, dass sowohl die Afrikanische Union als auch Südafrika Mitglieder der G20 sind, und sprach sich ausdrücklich für eine Teilnahme Südafrikas an dem Gipfel aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesothos Außenminister Tau begrüßte diese Position und hob die Bedeutung einer stärkeren afrikanischen Mitsprache bei internationalen Wirtschaftsfragen hervor.</p>



<h2 id="h-lesotho-verweist-auf-seine-tradition-internationaler-bundnisse" class="wp-block-heading"><span id="lesotho-verweist-auf-seine-tradition-internationaler-buendnisse">Lesotho verweist auf seine Tradition internationaler Bündnisse</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vizepremierministerin Majara nutzte den Berlin Global Dialogue auch, um die außenpolitischen Vorstellungen ihres Landes darzustellen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="780" height="470" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857680762_1145940744604441_5750732167189733573_n-780x470-1.jpg" alt="" class="wp-image-31123 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857680762_1145940744604441_5750732167189733573_n-780x470-1.jpg 780w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857680762_1145940744604441_5750732167189733573_n-780x470-1-300x181.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857680762_1145940744604441_5750732167189733573_n-780x470-1-768x463.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857680762_1145940744604441_5750732167189733573_n-780x470-1-380x229.jpg 380w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Sie verwies auf König Moshoeshoe I., der im 19. Jahrhundert durch Diplomatie, Bündnisse und die Zusammenführung verschiedener Gemeinschaften die Grundlagen des heutigen Basotho-Staates schuf.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Majara zog eine Verbindung zwischen dieser historischen Erfahrung und den gegenwärtigen Bemühungen Lesothos um internationale Partnerschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrer Darstellung sollten wirtschaftliche und politische Kooperationen nicht einseitig ausgerichtet sein, sondern allen beteiligten Ländern konkrete Vorteile eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lesothos natürliche Ressourcen und wirtschaftliche Erfahrungen könnten dabei ebenso einen Beitrag leisten wie deutsche Investitionen, industrielle Technologien und berufliche Ausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Berlin Global Dialogue stand in diesem Jahr unter dem Motto „Allianzen für eine neue Ära voranbringen“. Zu den diskutierten Themen gehörten internationale Sicherheit, Handel, Klimapolitik, technologischer Wandel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staaten und Unternehmen.</p>
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		<title>Hungersnot droht im Sudan: Deutschland und 31 Partner schlagen Alarm – UN melden über 300 Drohnentote</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/hungersnot-droht-im-sudan-deutschland-und-31-partner-schlagen-alarm-un-melden-ueber-300-drohnentote/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2026 12:34:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hungersnot]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
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		<category><![CDATA[WFP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Sudan droht sich die Hungersnot auszuweiten: 19,5 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhungersnot-droht-im-sudan-deutschland-und-31-partner-schlagen-alarm-un-melden-ueber-300-drohnentote%2F&amp;action_name=Hungersnot%20droht%20im%20Sudan%3A%20Deutschland%20und%2031%20Partner%20schlagen%20Alarm%20%E2%80%93%20UN%20melden%20%C3%BCber%20300%20Drohnentote&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und 31 internationale Partner warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Hungersnot im Sudan und fordern die Kriegsparteien auf, humanitäre Hilfe ungehindert zuzulassen. Die gemeinsame Erklärung wurde am Freitag, dem 23. Oktober 2026, veröffentlicht. Rund 19,5 Millionen Menschen und damit 41 Prozent der Bevölkerung leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, während neue Untersuchungen eine dramatische Verschlechterung in Darfur und Kordofan zeigen. Gleichzeitig meldeten die Vereinten Nationen mindestens 306 Todesopfer durch Drohnenangriffe innerhalb der ersten drei Oktoberwochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Großbritannien koordinierte Erklärung wird unter anderem von Bundesaußenminister Johann Wadephul, den Außenministern Frankreichs und Italiens sowie Vertretern der USA, der Europäischen Kommission und weiterer europäischer Staaten unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner verlangen die Öffnung sämtlicher Hilfsrouten, einen besseren Schutz humanitärer Helfer und zusätzliche internationale Finanzmittel. Besonders dringend sei die Versorgung der betroffenen Gebiete vor der kommenden Ernte- und Trockenperiode.</p>



<h2 id="h-funf-millionen-menschen-leiden-unter-extremer-nahrungsmittelknappheit" class="wp-block-heading"><span id="fuenf-millionen-menschen-leiden-unter-extremer-nahrungsmittelknappheit">Fünf Millionen Menschen leiden unter extremer Nahrungsmittelknappheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der internationalen Bewertung der Ernährungssicherheit (IPC) befinden sich rund fünf Millionen Menschen im Sudan bereits in der Notstandsstufe 4. In dieser Phase müssen Familien unter anderem Mahlzeiten ausfallen lassen und ihren lebensnotwendigen Bedarf erheblich einschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung und ihre Partner warnen, dass sich die Zahl der besonders stark betroffenen Gebiete erheblich erhöhen könnte. Ursprünglich waren 14 Gebiete mit akutem Hungersnotrisiko identifiziert worden. Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich die Zahl nach Einschätzung der Unterzeichner verdoppeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Ernährungssituation von Kindern verschlechtert sich. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) rechnet für 2026 mit rund 825.000 Kindern unter fünf Jahren, die an schwerer akuter Mangelernährung leiden könnten. In ihrer Erklärung warnen die Staaten, dass diese Zahl noch überschritten werden könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg hat außerdem rund neun Millionen Menschen innerhalb des Sudans aus ihren Heimatorten vertrieben. Viele leben in provisorischen Unterkünften und sind von regelmäßiger Lebensmittelversorgung abgeschnitten.</p>



<h2 id="h-neue-untersuchungen-zeigen-hungersnot-schwellen-in-fluchtlingslagern" class="wp-block-heading"><span id="neue-untersuchungen-zeigen-hungersnot-schwellen-in-fluechtlingslagern">Neue Untersuchungen zeigen Hungersnot-Schwellen in Flüchtlingslagern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders alarmierend sind die Ergebnisse einer am 12. Oktober veröffentlichten IPC-Untersuchung zur Lage in Darfur und Kordofan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In zwei Lagern für Binnenvertriebene im Gebiet des östlichen Dschebel Marra in Süd-Darfur wurden bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Raten akuter Mangelernährung von 38 beziehungsweise 30,8 Prozent festgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Werte überschreiten die für die Feststellung einer Hungersnot maßgebliche Schwelle von 30 Prozent bei akuter Mangelernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung dokumentiert außerdem schwere Nahrungsmittelknappheit und erhöhte Sterblichkeitsraten. Eine neue formelle Einstufung der beiden Lager als Hungersnotgebiete liegt damit allerdings noch nicht vor. Dafür müssen weitere Kriterien zur Ernährungslage und Sterblichkeit berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Stadt Nyala stieg der Anteil schwer akut mangelernährter Kinder unter den untersuchten Patienten zwischen Januar und August von 5,2 auf 11,4 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus anderen Teilen Darfurs melden Hilfsorganisationen eine zunehmende Zahl mangelernährter Kinder. In mehreren Gebieten haben sich die Behandlungsfälle gegenüber dem Vorjahr verdoppelt oder noch stärker erhöht.</p>



<h2 id="h-durre-verscharft-die-hungerkrise-in-darfur-und-kordofan" class="wp-block-heading"><span id="duerre-verschaerft-die-hungerkrise-in-darfur-und-kordofan">Dürre verschärft die Hungerkrise in Darfur und Kordofan</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Kämpfen trifft eine schwere Dürre große Teile des Landes. Die IPC-Initiative führt diese Entwicklung auf die Auswirkungen von El Niño zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Hälfte des Sudans ist von außergewöhnlich geringen Niederschlägen betroffen. Besonders in Nord- und Süd-Darfur sowie West- und Süd-Kordofan sind die Ernteaussichten erheblich beeinträchtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nord-Darfur weisen 64 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen ein deutlich vermindertes Pflanzenwachstum auf. In weiteren stark betroffenen Regionen liegt dieser Anteil bei ungefähr 50 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Bauern konnten ihre Felder wegen der Kämpfe nicht bestellen oder mussten sie auf der Flucht verlassen. Andere verloren ihre Ernten aufgrund ausbleibender Niederschläge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus zerstörter landwirtschaftlicher Infrastruktur, mangelnden Niederschlägen und eingeschränkten Handelswegen führt zu steigenden Lebensmittelpreisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich beeinträchtigen die Konflikte im Nahen Osten die Versorgung des Sudans. Störungen des Schiffsverkehrs im Roten Meer verzögern nach Angaben des Welternährungsprogramms wichtige Importe und erhöhen die Kosten für Lebensmittel, Treibstoffe und Düngemittel.</p>



<h2 id="h-mindestens-306-tote-durch-drohnenangriffe-in-drei-wochen" class="wp-block-heading"><span id="mindestens-306-tote-durch-drohnenangriffe-in-drei-wochen">Mindestens 306 Tote durch Drohnenangriffe in drei Wochen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zur Hungerkrise nimmt die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk verurteilte am Freitag eine deutliche Zunahme von Drohnenangriffen. Sein Büro dokumentierte in den ersten drei Oktoberwochen mindestens 306 Todesopfer und Hunderte Verletzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/" data-type="post" data-id="23270">Die Angriffe werden sowohl den sudanesischen Streitkräften (SAF) als auch der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF) zugeschrieben.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Getroffen wurden Wohnhäuser, Märkte, Krankenhäuser, Flüchtlingsunterkünfte sowie Anlagen zur Strom- und Wasserversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Oktober starben bei einem wiederholten Drohnenangriff auf einen Lastwagen in Dibab in West-Kordofan mindestens 139 Menschen. Das Gebiet wird von den RSF kontrolliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits zwischen dem 6. und 10. Oktober kamen bei mutmaßlichen Angriffen der sudanesischen Armee auf Unterkünfte für Vertriebene in Ghubeish und El Nuhud mindestens 25 Zivilisten ums Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Oktober traf eine mutmaßliche RSF-Drohne eine Gruppe von Vertriebenen, die nahe Abu Shendi im Bundesstaat Blauer Nil Gold suchten. Mindestens 31 Menschen starben, überwiegend Frauen und Kinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Türk erklärte, der zunehmende Einsatz von Drohnen sei besonders besorgniserregend, da diese Waffen inzwischen für die Mehrzahl der konfliktbedingten zivilen Todesopfer im Sudan verantwortlich seien.</p>



<h2 id="h-angriff-auf-abyei-un-sicherheitsrat-fordert-untersuchung" class="wp-block-heading"><span id="angriff-auf-abyei-un-sicherheitsrat-fordert-untersuchung">Angriff auf Abyei: UN-Sicherheitsrat fordert Untersuchung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein weiterer Drohnenangriff auf die umstrittene Grenzregion Abyei zwischen Sudan und Südsudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober wurden der Markt von Amiet und das Gebiet Todach getroffen. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben mehr als 80 Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angehörige der UN-Friedensmission UNISFA erreichten den Schauplatz nach dem Angriff und unterstützten die Brandbekämpfung sowie die medizinische Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 27 Verletzte wurden in ein Krankenhaus der Mission gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff am Freitag und forderte eine unverzügliche, transparente Untersuchung. Er erinnerte daran, dass Angriffe auf Zivilisten Kriegsverbrechen darstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich bekräftigte das Gremium, dass Abyei entmilitarisiert bleiben müsse und außer den UN-Friedenstruppen keine bewaffneten Einheiten in dem Gebiet stationiert sein dürften.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-offnung-aller-hilfsrouten" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fordert-oeffnung-aller-hilfsrouten">Deutschland fordert Öffnung aller Hilfsrouten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Erklärung Deutschlands und seiner internationalen Partner richtet sich ausdrücklich an beide sudanesischen Kriegsparteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sollen sämtliche Hindernisse für humanitäre Hilfslieferungen beseitigen. Dazu gehört die Genehmigung von Transporten über Frontlinien und internationale Grenzen hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gefordert wird die Öffnung von Flugverbindungen nach Darfur, damit Hilfsgüter schneller geliefert und verletzte Helfer bei Bedarf ausgeflogen werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staaten verlangen außerdem kürzere Bearbeitungszeiten für Visa und Zollverfahren, längere Aufenthaltsgenehmigungen für Hilfskräfte sowie den Abbau zusätzlicher Gebühren und bürokratischer Auflagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angriffe auf landwirtschaftliche Betriebe, Märkte und andere zivile Einrichtungen müssten eingestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der IPC-Initiative wurden allein in Kordofan in diesem Jahr mehr als 170 bewaffnete Zusammenstöße, Luftangriffe und Plünderungen im Bereich von Märkten registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch humanitäre Transporte sind gefährdet. Anfang Oktober wurden zwei Lastwagen im Auftrag des Welternährungsprogramms beschossen. Mindestens ein Fahrer kam ums Leben.</p>



<h2 id="h-mehr-als-die-halfte-der-benotigten-hilfsgelder-fehlt" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-die-haelfte-der-benoetigten-hilfsgelder-fehlt">Mehr als die Hälfte der benötigten Hilfsgelder fehlt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Nothilfe bleibt weit hinter dem Bedarf zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der IPC-Initiative waren Anfang Oktober lediglich rund 43 Prozent der für 2026 angeforderten Mittel für den humanitären Hilfsplan des Sudans finanziert. Die Finanzierungslücke lag damit bei 57 Prozent.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-24367 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/WFP_UNHAS_South_Sudan.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders groß sind die Engpässe bei der Bekämpfung von Mangelernährung und der Versorgung mit Wasser. Programme zur Ernährungshilfe waren zu 42 Prozent finanziert, Maßnahmen gegen Mangelernährung zu 30 Prozent und die Wasser- und Sanitärversorgung lediglich zu 23 Prozent.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Welternährungsprogramm bezifferte seinen zusätzlichen Finanzierungsbedarf für die laufenden Operationen bis Oktober auf 579 Millionen US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und seine Partner fordern deshalb eine rasche Aufstockung der Mittel. Auch internationale Entwicklungsbanken und Finanzinstitutionen sollen ihre Programme stärker auf die besonders betroffenen Regionen ausrichten.</p>



<h2 id="h-neue-friedensgesprache-ohne-beteiligung-der-kriegsparteien" class="wp-block-heading"><span id="neue-friedensgespraeche-ohne-beteiligung-der-kriegsparteien">Neue Friedensgespräche ohne Beteiligung der Kriegsparteien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Warnung folgt auf internationale Beratungen zur Beendigung des Sudan-Krieges in Genf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Oktober kamen dort Vertreter von knapp zwei Dutzend Staaten zusammen, um diplomatische Initiativen besser miteinander abzustimmen und Möglichkeiten für eine Waffenruhe zu erörtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Gesprächen nahmen weder die sudanesische Regierung noch die RSF teil. Das Treffen diente der Koordination zwischen internationalen Vermittlern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der persönliche Sudan-Gesandte von UN-Generalsekretär António Guterres, Pekka Haavisto, forderte konkrete Schritte zur Deeskalation und zur Vorbereitung eines umfassenden Waffenstillstands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besprochen wurden auch die Voraussetzungen für einen politischen Übergangsprozess unter Beteiligung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen im Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften und den RSF begann im April 2023. Vorausgegangen war eine gemeinsame Machtübernahme der beiden damaligen Verbündeten durch einen Militärputsch im Oktober 2021.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Serap Güler in Burundi: Deutschland kündigt 500.000 Euro Hilfe an – Regierung fordert engere Zusammenarbeit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/serap-gueler-in-burundi-deutschland-kuendigt-500-000-euro-hilfe-an-regierung-fordert-engere-zusammenarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 20:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[UNHCR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals seit 2011 führt wieder ein Mitglied der Bundesregierung politische Gespräche in Burundi, erklärt Staatsministerin Serap Güler. Deutschland kündigt 500.000 Euro Hilfe und Unterstützung für das Nationalmuseum in Gitega an, während Burundi eine Rückkehr deutscher Entwicklungsorganisationen fordert.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fserap-gueler-in-burundi-deutschland-kuendigt-500-000-euro-hilfe-an-regierung-fordert-engere-zusammenarbeit%2F&amp;action_name=Serap%20G%C3%BCler%20in%20Burundi%3A%20Deutschland%20k%C3%BCndigt%20500.000%20Euro%20Hilfe%20an%20%E2%80%93%20Regierung%20fordert%20engere%20Zusammenarbeit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/serap-gueler-in-burundi-deutschland-kuendigt-500-000-euro-hilfe-an-regierung-fordert-engere-zusammenarbeit/">Serap Güler in Burundi: Deutschland kündigt 500.000 Euro Hilfe an – Regierung fordert engere Zusammenarbeit</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will seine Beziehungen zu Burundi ausbauen und stellt dem ostafrikanischen Land zusätzliche humanitäre Hilfe in Höhe von 500.000 Euro sowie Unterstützung bei der Modernisierung des Nationalmuseums in Gitega in Aussicht. Die Zusagen wurden nach einem Treffen von Staatsministerin Serap Güler mit Präsident Évariste Ndayishimiye am 22. Oktober 2026 in Bujumbura bekannt gegeben. Burundi drängt zugleich auf eine stärkere deutsche Entwicklungszusammenarbeit, Investitionen und die Rückkehr deutscher Entwicklungsorganisationen. Im Zentrum der Gespräche standen außerdem der Krieg im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die Aufnahme kongolesischer Flüchtlinge und Burundis Vorsitz der Afrikanischen Union.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch markiert eine Wiederaufnahme hochrangiger politischer Kontakte. Güler erklärte anschließend, seit 2011 habe keine Bundesregierung mehr politische Gespräche vor Ort geführt. <a href="https://fokus-afrika.de/ebola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo/">Die CDU-Politikerin bereist derzeit Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo.</a></p>



<h2 id="h-burundi-fordert-ruckkehr-deutscher-entwicklungsorganisationen" class="wp-block-heading"><span id="burundi-fordert-rueckkehr-deutscher-entwicklungsorganisationen">Burundi fordert Rückkehr deutscher Entwicklungsorganisationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Ndayishimiye empfing Güler im Präsidentenpalast Ntare Rushatsi. Dabei verwies er auf die historischen Beziehungen zwischen beiden Staaten und forderte eine Neubelebung der wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das heutige Burundi gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zur deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Beide Regierungen wollen diese gemeinsame Geschichte auch für neue Kooperationsprojekte nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ndayishimiye stellte insbesondere die langfristigen Entwicklungsziele seines Landes und die wirtschaftlichen Perspektiven junger Menschen heraus. Deutschland solle Burundi bei Projekten unterstützen, die Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und den Zugang zu wirtschaftlichen Chancen verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere von der burundischen Regierung benannte Bereiche sind die Trinkwasserversorgung, der Bergbau und der Tourismus. Ndayishimiye bat um deutschen Wissenstransfer bei der Erschließung und Nutzung mineralischer Rohstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 21. Oktober hatte Außenminister Édouard Bizimana gegenüber Güler eine stärkere institutionelle Präsenz Deutschlands gefordert. Konkret sprach er sich für die Rückkehr deutscher Entwicklungspartner wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burundi möchte außerdem wieder stärker in deutsche Programme und Finanzierungsinstrumente der Entwicklungszusammenarbeit einbezogen werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="717" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-1024x717.jpeg" alt="" class="wp-image-31109 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-1024x717.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-300x210.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-768x537.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-1536x1075.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-2048x1433.jpeg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-380x266.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-800x560.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVO0ThaWsAAtlT0-1160x812.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Güler sagte nach Darstellung des burundischen Außenministeriums zu, die Entwicklungsprioritäten des Landes auch gegenüber europäischen Institutionen anzusprechen. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung wirtschaftlicher Reformen, um Investitionsbedingungen zu verbessern und ausländische Unternehmen anzuziehen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-nationalmuseum-in-gitega" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-nationalmuseum-in-gitega">Deutschland unterstützt Nationalmuseum in Gitega</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine konkrete Vereinbarung betrifft die Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der burundischen Präsidentschaft kündigte Güler an, dass Deutschland zur Modernisierung des Nationalmuseums in Gitega beitragen werde. Über die Höhe des deutschen Beitrags und einen Zeitplan wurden zunächst keine Einzelheiten veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Ndayishimiye hatte darüber hinaus Unterstützung bei der Erschließung des historischen Standorts „Failles des Allemands“ angeregt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit im Kulturbereich soll nach dem Willen Burundis auch den Tourismus fördern und historische Stätten stärker für Besucher zugänglich machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nach-gueler-besuch-bundestagsdelegation-reist-nach-tansania-und-ruanda/">Für Gülers Reise hatte das Auswärtige Amt bereits angekündigt, dass die Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit ein Schwerpunkt der politischen Gespräche sein werde.</a></p>



<h2 id="h-weitere-500-000-euro-fur-humanitare-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="weitere-500-000-euro-fuer-humanitaere-hilfe">Weitere 500.000 Euro für humanitäre Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit standen die Folgen des Krieges im Osten der Demokratischen Republik Kongo im Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die burundische Präsidentschaft gab bekannt, dass Güler zusätzliche humanitäre Unterstützung Deutschlands in Höhe von 500.000 Euro angekündigt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burundi hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen aufgenommen, die vor den Kämpfen im Nachbarland geflohen sind. Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge belastet die ohnehin begrenzten staatlichen Ressourcen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burundi hat mehr als 100.000 Flüchtlinge aus der DR Kongo aufgenommen. Sie würdigte die Aufnahmebereitschaft des Landes und verwies auf die finanzielle Unterstützung Deutschlands und der Europäischen Union für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Oktober besuchte die Staatsministerin gemeinsam mit der UNHCR-Vertreterin Brigitte Mukanga-ENO das Flüchtlingslager Cishemere nahe der Grenze zum Ostkongo. Dort leben derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, darunter zahlreiche Kinder.</p>



<iframe src="https://www.facebook.com/plugins/video.php?height=476&#038;href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Freel%2F1422957839990364%2F&#038;show_text=false&#038;width=267&#038;t=0" width="267" height="476" style="border:none;overflow:hidden" scrolling="no" frameborder="0" allowfullscreen="true" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share" allowFullScreen="true"></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staatsministerin sprach mit Bewohnern des Lagers und informierte sich über ihre Lebensbedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flüchtlinge äußerten nach Angaben des UNHCR den Wunsch, in ihre Heimat zurückzukehren, sobald dort wieder Frieden herrscht. Erste Rückführungen in sicherere Herkunftsgebiete haben bereits begonnen. In anderen Regionen verhindert die weiterhin angespannte Sicherheitslage eine Rückkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNHCR-Vertreterin Mukanga-Eno würdigte den deutschen Beitrag zur Flüchtlingsversorgung und rief internationale Partner dazu auf, sowohl die weitere Versorgung in Burundi als auch sichere Rückkehrmöglichkeiten zu unterstützen.</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-auf-burundis-rolle-im-ostkongo-friedensprozess" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-auf-burundis-rolle-im-ostkongo-friedensprozess">Deutschland setzt auf Burundis Rolle im Ostkongo-Friedensprozess</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt im Osten der DR Kongo war auch Gegenstand der Gespräche zwischen Güler und Präsident Ndayishimiye.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burundi ist durch seine gemeinsame Grenze mit der DR Kongo und die Aufnahme kongolesischer Flüchtlinge unmittelbar von den Kämpfen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/au-gipfel-burundis-praesident-ndayishimiye-uebernimmt-au-vorsitz-2026/" data-type="post" data-id="24629">Zugleich hat das Land seit Februar 2026 den turnusmäßigen Vorsitz der Afrikanischen Union inne.</a> Präsident Ndayishimiye ist damit auch in die diplomatischen Bemühungen um Frieden in verschiedenen afrikanischen Konfliktregionen eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler würdigte Burundis Rolle bei der regionalen Vermittlung und forderte eine Beschleunigung der Friedensbemühungen im Ostkongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche betrafen darüber hinaus die Konflikte im Sudan und in der Sahelregion. Deutschland unterstützt Vermittlungsprozesse afrikanischer Regionalorganisationen und setzt auf politische Lösungen für die anhaltenden Sicherheitskrisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Bizimana bezeichnete Burundi als Stabilitätsfaktor in der Region der Großen Seen. Zugleich verwies er darauf, dass die Kämpfe im Ostkongo die regionale wirtschaftliche Integration und Entwicklung beeinträchtigen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-und-reformen-als-weitere-schwerpunkte" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-und-reformen-als-weitere-schwerpunkte">Deutsche Unternehmen und Reformen als weitere Schwerpunkte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der humanitären Hilfe will die Bundesregierung ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Burundi und den Nachbarstaaten ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrer Abreise aus Deutschland hatte Güler erklärt, dass die Region der Großen Seen über erhebliche wirtschaftliche Möglichkeiten verfüge. Dazu zählte sie Landwirtschaft, nachhaltige Energie, Industrie, digitale Technologien und kritische Rohstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht in der Region auch Potenzial für deutsche Unternehmen. Entsprechend begleiten Wirtschaftsvertreter die Staatsministerin bei ausgewählten Terminen ihrer Afrikareise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Burundi betonte Güler nach Darstellung des Außenministeriums, dass politische Stabilität und wirtschaftliche Reformen wichtige Voraussetzungen für zusätzliche Investitionen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/kagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker/">Der Besuch führte die Staatsministerin zunächst nach Ruanda und Burundi.</a> Am 23. und 24. Oktober stehen Gespräche in der Demokratischen Republik Kongo auf dem Programm, unter anderem zur Sicherheitslage, zur Ebola-Epidemie und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland haftet mit über acht Milliarden Euro für Afrikas Entwicklungsbank – Bundesregierung legt Zahlen offen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-haftet-mit-ueber-acht-milliarden-euro-fuer-afrikas-entwicklungsbank-bundesregierung-legt-zahlen-offen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 19:16:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontinentale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über acht Milliarden Euro Haftungskapital für Afrikas Entwicklungsbank, weitere Milliarden für Entwicklungsfonds: Die Bundesregierung legt Deutschlands finanzielle Verpflichtungen offen. Gleichzeitig zeigt sich, wie sich Zahlungen auf verschiedene Haushaltstitel verteilen und wie die Kontrolle der Mittel funktioniert.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-haftet-mit-ueber-acht-milliarden-euro-fuer-afrikas-entwicklungsbank-bundesregierung-legt-zahlen-offen%2F&amp;action_name=Deutschland%20haftet%20mit%20%C3%BCber%20acht%20Milliarden%20Euro%20f%C3%BCr%20Afrikas%20Entwicklungsbank%20%E2%80%93%20Bundesregierung%20legt%20Zahlen%20offen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-haftet-mit-ueber-acht-milliarden-euro-fuer-afrikas-entwicklungsbank-bundesregierung-legt-zahlen-offen/">Deutschland haftet mit über acht Milliarden Euro für Afrikas Entwicklungsbank – Bundesregierung legt Zahlen offen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat der Afrikanischen Entwicklungsbank seit 2019 zusätzliches Haftungskapital von insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro zugesagt und weitere Milliardenbeträge für Entwicklungsfonds bereitgestellt. Die Bundesregierung veröffentlichte die Einzelheiten in ihrer Antwort vom 16. Oktober 2026 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion. Bei den milliardenschweren Haftungszusagen handelt es sich nicht um unmittelbar ausgezahltes Geld, sondern um Kapital, das die Bank unter bestimmten Voraussetzungen abrufen könnte. Die Angaben zeigen zugleich, wie Deutschland über Entwicklungsbanken und internationale Fonds Projekte in Afrika finanziert und welche Kontrollmöglichkeiten gegenüber diesen Institutionen bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Bundeshaushalt 2027 sind allein im Entwicklungsetat rund 1,36 Milliarden Euro für Beiträge an multilaterale Entwicklungsbanken vorgesehen. Allerdings verteilen sich weitere Zahlungen an dieselben Institutionen auf unterschiedliche Haushaltstitel und Ministerien.</p>



<h2 id="h-mehr-als-acht-milliarden-euro-haftungskapital-fur-die-afrikanische-entwicklungsbank" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-acht-milliarden-euro-haftungskapital-fuer-die-afrikanische-entwicklungsbank">Mehr als acht Milliarden Euro Haftungskapital für die Afrikanische Entwicklungsbank</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den größten Betrag machen Deutschlands Kapitalzusagen an die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der siebten allgemeinen Kapitalerhöhung verpflichtete sich Deutschland im Oktober 2019 zur Bereitstellung von rund 3,9 Milliarden Euro Haftungskapital. Hinzu kamen rund 249 Millionen Euro tatsächlich einzuzahlendes Kapital, dessen Zahlung über acht Jahresraten von 2020 bis 2027 verteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 2024 folgte eine weitere Haftungskapitalerhöhung im Umfang von rund 4,19 Milliarden Euro. Bereits 2022 hatte Deutschland zusätzliche Kapitalanteile gezeichnet, darunter rund 19 Millionen Euro Haftungskapital und rund 1,2 Millionen Euro Einzahlungskapital.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengenommen ergeben diese Beschlüsse seit 2019 zusätzliche Haftungszusagen von rund 8,1 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als das Einzahlungskapital fließen diese Beträge zunächst nicht aus dem Bundeshaushalt ab.<a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungsbank-afdb-stellt-25-milliarden-us-dollar-fuer-infrastrukturprojekte-in-tansania-bereit/"> Das abrufbare Kapital dient der finanziellen Absicherung der Entwicklungsbank und stärkt ihre Möglichkeiten, Kredite zu vergeben und sich selbst am Kapitalmarkt zu refinanzieren.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-31102 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55606247145_3260aad33c_k.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt, dass es bei keiner der untersuchten multilateralen Entwicklungsbanken seit Gründung der Weltbank vor rund 80 Jahren zu einem unvorhergesehenen Abruf solchen Haftungskapitals gekommen sei.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb seien derzeit auch keine Haushaltsmittel für einen möglichen Abruf vorgesehen. Sollte eine Entwicklungsbank tatsächlich Kapital anfordern, müssten entsprechende Mittel gegebenenfalls über die dafür vorgesehenen haushaltsrechtlichen Verfahren bereitgestellt werden.</p>



<h2 id="h-weitere-1-23-milliarden-euro-fur-den-afrikanischen-entwicklungsfonds" class="wp-block-heading"><span id="weitere-123-milliarden-euro-fuer-den-afrikanischen-entwicklungsfonds">Weitere 1,23 Milliarden Euro für den Afrikanischen Entwicklungsfonds</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Bank selbst finanziert Deutschland den Afrikanischen Entwicklungsfonds. <a href="https://fokus-afrika.de/flexibilitaet-fuer-den-afrikanischen-entwicklungsfonds-erweitert-kapitalmarktoeffnung-ermoeglicht-hoehere-ausleihvolumen/">Dieser unterstützt vor allem wirtschaftlich schwächere afrikanische Staaten mit besonders günstigen Krediten und Zuschüssen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die 15. Wiederauffüllung des Fonds sagte die Bundesregierung im Mai 2020 rund 559,7 Millionen Euro zu. Die vereinbarten Zahlungen erstrecken sich teilweise bis 2039.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der 16. Wiederauffüllung im April 2023 erhöhte Deutschland sein Engagement um weitere 675,1 Millionen Euro. Die Zahlungen dafür sind bis 2032 vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Zusagen belaufen sich zusammen auf rund 1,23 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beiträge zum Entwicklungsfonds unterscheiden sich vom Haftungskapital der Entwicklungsbank. <a href="https://fokus-afrika.de/bmz-gibt-zu-mittelverteilung-des-afrika-fonds-ueber-jahrzehnte-unklar/">Es handelt sich um Finanzierungszusagen, die in vereinbarten Raten tatsächlich geleistet werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist seit 1981 Mitglied der Afrikanischen Entwicklungsbank und beteiligt sich seit 1973 am Afrikanischen Entwicklungsfonds.</p>



<h2 id="h-erneuerbare-energien-und-infrastruktur-erhalten-zusatzliche-mittel" class="wp-block-heading"><span id="erneuerbare-energien-und-infrastruktur-erhalten-zusaetzliche-mittel">Erneuerbare Energien und Infrastruktur erhalten zusätzliche Mittel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über seine Mitgliedschaft bei der Afrikanischen Entwicklungsbank hinaus finanziert Deutschland weitere Programme, die von internationalen Entwicklungsinstitutionen verwaltet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt ist der Sustainable Energy Fund for Africa (SEFA). Dieser Fonds unterstützt die Entwicklung nachhaltiger Energieprojekte und soll Investitionen in erneuerbare Energien erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2020 und 2025 zahlte Deutschland insgesamt rund 209,5 Millionen Euro in den Fonds ein. Allein 2024 waren es 45 Millionen Euro, im Jahr 2025 weitere 34,5 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen 2025 erstmals 18,4 Millionen Euro für die Infrastructure Project Preparation Facility der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD). Das Programm unterstützt die Vorbereitung grenzüberschreitender Infrastrukturvorhaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere zwei Millionen Euro stellte die Bundesregierung 2025 für die African Legal Support Facility bereit. Die Einrichtung unterstützt afrikanische Staaten bei komplexen rechtlichen Fragen, insbesondere bei Verhandlungen über wirtschaftliche und finanzielle Verträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über die Weltbankgruppe werden Afrika-bezogene Programme finanziert. Für einen Treuhandfonds zur Unterstützung sozialer Sicherungssysteme in der Sahelregion zahlte der Bund 2025 weitere 40 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung finanzierte Deutschland 2024 außerdem ein Programm zur Beschleunigung der Energiewende in Ägypten mit 15 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-bundesrechnungshof-kritisiert-fehlende-gesamtubersicht" class="wp-block-heading"><span id="bundesrechnungshof-kritisiert-fehlende-gesamtuebersicht">Bundesrechnungshof kritisiert fehlende Gesamtübersicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Beteiligung an Entwicklungsbanken wird aus mehreren Bereichen des Bundeshaushalts finanziert. Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind weitere Ressorts und der allgemeine Bundeshaushalt beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrechnungshof hatte im September 2025 bemängelt, dass sich die gesamten Zahlungen an einzelne Entwicklungsbanken nicht unmittelbar aus dem Entwicklungsetat nachvollziehen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Antwort nennt die Bundesregierung zahlreiche zusätzliche Haushaltstitel, aus denen zwischen 2020 und 2025 Beiträge geleistet wurden. Für detaillierte Zahlungen verweist sie teilweise auf die öffentlich zugänglichen Bundeshaushalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Kapitalerhöhungen und Wiederauffüllungen der Fonds bestehen besondere Verfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Bundesregierung werden entsprechende Zusagen durch die Hinterlegung von Beitrags- oder Kapitalzeichnungsurkunden rechtsverbindlich. Eine gesonderte parlamentarische Befassung mit jedem einzelnen Vorgang erfolgt nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings müssen internationale Finanzierungszusagen nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses aus dem Jahr 2019 vor ihrer verbindlichen Abgabe den zuständigen Berichterstattern des Bundestages zur Kenntnis gegeben werden.</p>



<h2 id="h-kontrolle-der-entwicklungsbanken-erfolgt-uber-internationale-gremien" class="wp-block-heading"><span id="kontrolle-der-entwicklungsbanken-erfolgt-ueber-internationale-gremien">Kontrolle der Entwicklungsbanken erfolgt über internationale Gremien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stellt zudem klar, dass die Kontrolle multilateraler Entwicklungsbanken grundsätzlich gemeinschaftlich durch ihre Mitgliedstaaten erfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür bestehen Gouverneursräte, Exekutivdirektorien und unabhängige Evaluierungs- und Rechenschaftsmechanismen der jeweiligen Institutionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist in diesen Gremien vertreten. Bei der Afrikanischen Entwicklungsbank wurde zwischen 2020 und 2025 durchgehend eine Position als Exekutivdirektor beziehungsweise Senior Advisor besetzt. Die Kosten wurden über bankeigene Verträge getragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist darauf, dass die Banken ihren Anteilseignern gegenüber zur Auskunft verpflichtet sind. Eigene unmittelbare Prüfungsrechte einzelner Mitgliedstaaten stehen jedoch nicht anstelle der gemeinsamen Kontrollstrukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die vom Bund finanzierten Treuhandfonds nennt die Antwort Verwaltungsgebühren, die überwiegend zwischen fünf und zwölf Prozent liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vollständige Aufstellung der jeweiligen Gebührenbeträge für jeden einzelnen Fonds enthält die Antwort nicht.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bestatigt-ausbleibende-finanzielle-ruckflusse" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bestaetigt-ausbleibende-finanzielle-rueckfluesse">Bundesregierung bestätigt ausbleibende finanzielle Rückflüsse</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2020 und 2024 erhielt Deutschland von den untersuchten Entwicklungsbanken grundsätzlich keine Gewinnausschüttungen oder Kapitalrückzahlungen. Eine Ausnahme bilden Tilgungszahlungen aus einer älteren internationalen Finanzierungsvereinbarung von 1977.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung betont allerdings, dass die Mitgliedschaft in Entwicklungsbanken nicht der finanziellen Gewinnerzielung diene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel sei vielmehr, Entwicklungsprojekte zu finanzieren, Armut zu bekämpfen und internationale öffentliche Güter wie Klimaschutz, Frieden und Pandemievorsorge bereitzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-rueckt-entwicklungspolitik-bei-muenchner-sicherheitskonferenz-in-den-fokus/" data-type="post" data-id="24604">In ihrer Antwort bezeichnet die Bundesregierung Entwicklungspolitik zugleich als strategische Investition in die eigene Sicherheit und den eigenen Wohlstand.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Entwicklungsbanken sollen deutsche Haushaltsmittel weitere Finanzierungen mobilisieren und langfristige Projekte ermöglichen, die einzelne Staaten oder öffentliche Haushalte allein nicht tragen könnten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Ebola breitet sich in Afrika aus: USA verschärfen Einreiseregeln – Auswärtiges Amt veröffentlicht Reisewarnung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/ebola-breitet-sich-in-afrika-aus-usa-verschaerfen-einreiseregeln-auswaertiges-amt-veroeffentlicht-reisewarnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 11:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[WHO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ebola-Epidemie in Afrika hat inzwischen auch Nigeria erreicht. Die USA reagieren mit neuen Vorschriften für sämtliche internationalen Flugpassagiere – auch Reisende aus Deutschland müssen künftig eine Erklärung zu möglichen Aufenthalten in der DR Kongo abgeben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Febola-breitet-sich-in-afrika-aus-usa-verschaerfen-einreiseregeln-auswaertiges-amt-veroeffentlicht-reisewarnung%2F&amp;action_name=Ebola%20breitet%20sich%20in%20Afrika%20aus%3A%20USA%20versch%C3%A4rfen%20Einreiseregeln%20%E2%80%93%20Ausw%C3%A4rtiges%20Amt%20ver%C3%B6ffentlicht%20Reisewarnung&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die USA führen wegen der Ebola-Epidemie in Afrika eine verpflichtende Gesundheitserklärung für sämtliche Passagiere auf internationalen Flügen in die Vereinigten Staaten ein. Die US-Gesundheitsbehörde CDC erließ die Anordnung am 22. Oktober 2026, sie tritt am 3. November in Kraft. Reisende müssen künftig schriftlich oder digital bestätigen, sich in den vorangegangenen 21 Tagen nicht in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten zu haben. Die Entscheidung folgt auf eine weitere Ausbreitung des Ebola-Ausbruchs, der inzwischen auch Nigeria erreicht hat und in der DR Kongo mehr als 4.600 Todesopfer forderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Vorschriften gelten unabhängig von der Staatsangehörigkeit und dem Abflugland. Auch Passagiere aus Deutschland und anderen europäischen Staaten müssen die Erklärung vor dem Boarding abgeben. Ausgenommen sind nur Personen, denen die US-Behörden eine besondere Genehmigung erteilt haben.</p>



<h2 id="h-usa-verpflichten-fluggesellschaften-zu-umfassenden-kontrollen" class="wp-block-heading"><span id="usa-verpflichten-fluggesellschaften-zu-umfassenden-kontrollen">USA verpflichten Fluggesellschaften zu umfassenden Kontrollen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der neuen Regelung erweitert die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ihre bisherigen Maßnahmen gegen eine Einschleppung des Ebola-Virus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künftig müssen alle Passagiere vor einem Flug in die USA erklären, dass sie sich während der letzten 21 Tage nicht in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten haben. Die Vorschrift gilt auch für Reisende, die lediglich über einen amerikanischen Flughafen in ein anderes Land weiterfliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Aufenthalt zählt nicht nur die Einreise in die DR Kongo, sondern auch ein Transit über einen kongolesischen Flughafen. Selbst Passagiere, die das Flugzeug dort nicht verlassen haben, fallen unter die Regelung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich innerhalb des betreffenden Zeitraums in der DR Kongo aufgehalten hat, darf grundsätzlich nicht an Bord eines Fluges in die Vereinigten Staaten gehen. Eine erneute Einreise ist frühestens am 22. Tag nach Verlassen des Landes möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fluggesellschaften müssen die Erklärungen vor dem Boarding prüfen und mindestens 42 Tage aufbewahren. Sie sind verpflichtet, die Unterlagen auf Anfrage amerikanischen Behörden vorzulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei falschen Angaben drohen strafrechtliche Konsequenzen. Die Vorschrift soll zunächst bis zum 18. Dezember gelten, sofern sie nicht zuvor geändert, aufgehoben oder verlängert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/erste-ebola-patienten-im-kongo-genesen-gesundheitsministerin-draengt-auf-reform-der-who/">Die USA hatten bereits im Mai Einreisebeschränkungen für bestimmte Reisende aus betroffenen afrikanischen Staaten eingeführt und diese anschließend verschärft.</a> Nach CDC-Angaben wurden bislang keine mit dem aktuellen Ausbruch verbundenen Ebola-Fälle innerhalb der Vereinigten Staaten festgestellt.</p>



<h2 id="h-nigeria-bestatigt-ersten-ebola-fall-seit-2014" class="wp-block-heading"><span id="nigeria-bestaetigt-ersten-ebola-fall-seit-2014">Nigeria bestätigt ersten Ebola-Fall seit 2014</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den amerikanischen Maßnahmen haben die Gesundheitsbehörden Nigerias erstmals seit zwölf Jahren wieder eine Ebola-Infektion bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate gab am 20. Oktober bekannt, dass bei einer Frau in der Hauptstadt Abuja das Bundibugyo-Ebola-Virus nachgewiesen wurde. Die Patientin war am 3. Oktober gemeinsam mit ihrem Ehemann aus Uganda eingereist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Tage später entwickelte sie erste Symptome. Am 11. Oktober suchte sie eine private Gesundheitseinrichtung auf, wo sie mehrere Tage medizinisch versorgt wurde. Erst am 20. Oktober bestätigten Labortests die Ebola-Infektion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau befindet sich inzwischen in Isolation und erhält medizinische Behandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden identifizierten zunächst 44 Kontaktpersonen, darunter medizinisches Personal, andere Patienten und Personen aus dem Reiseumfeld. Anschließend ordnete Luftfahrtminister Festus Keyamo für insgesamt 46 Personen, darunter zwei Hausangestellte, ein mindestens 21-tägiges Flugverbot an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nigerianische Regierung hat zudem die Gesundheitskontrollen an internationalen Flughäfen verstärkt. Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen wurden aufgefordert, ihre Schutzmaßnahmen und Überwachungssysteme zu intensivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo sich die Patientin infiziert hat, ist weiterhin ungeklärt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC untersuchen gemeinsam mit den Behörden Nigerias, Ugandas und der DR Kongo ihre Reisebewegungen und mögliche Kontakte zu infizierten Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uganda hatte seinen eigenen Ebola-Ausbruch bereits Ende August für beendet erklärt.</p>



<h2 id="h-mehr-als-4-600-tote-in-der-demokratischen-republik-kongo" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-4-600-tote-in-der-demokratischen-republik-kongo">Mehr als 4.600 Tote in der Demokratischen Republik Kongo</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Epidemie begann im Mai 2026 in der Demokratischen Republik Kongo und entwickelte sich inzwischen zu einem grenzüberschreitenden Gesundheitsnotstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem jüngsten Lagebericht der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC wurden in der DR Kongo bis zum 20. Oktober insgesamt 9.704 bestätigte Infektionen und 4.687 Todesfälle registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen ist die östliche Provinz Ituri. Darüber hinaus wurden Infektionen in sieben weiteren Provinzen nachgewiesen, darunter Nord-Kivu, Süd-Kivu sowie Gebiete im Norden und Nordwesten des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eindämmung wird durch bewaffnete Konflikte, Vertreibungen, schwache Gesundheitsstrukturen und schwer zugängliche ländliche Gebiete erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großer Teil der Infektionen wird erst entdeckt, nachdem die Erkrankten bereits Symptome entwickelt und möglicherweise Kontakt zu weiteren Menschen gehabt haben. <a href="https://fokus-afrika.de/ebola-ausbruch-who-ruft-internationalen-gesundheitsnotstand-aus/">Nach WHO-Angaben konnten bislang nur etwa 40 Prozent der Fälle bekannten Infektionsketten zugeordnet werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwierig bleibt die medizinische Versorgung außerhalb größerer Städte. Rund 60 Prozent der Todesfälle ereigneten sich nach Angaben der WHO außerhalb von Gesundheitseinrichtungen.</p>



<h2 id="h-ebola-falle-auch-in-kenia-und-weiteren-staaten" class="wp-block-heading"><span id="ebola-faelle-auch-in-kenia-und-weiteren-staaten">Ebola-Fälle auch in Kenia und weiteren Staaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der DR Kongo und Nigeria sind weitere Länder von Infektionen mit dem Bundibugyo-Virus betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-unterstuetzen-kenia-bei-ebola-vorsorge/">In Kenia wurden bis zum 22. Oktober neun bestätigte Fälle einschließlich eines Todesfalls registriert. </a>Die Infektionen stehen nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Zusammenhang mit einem aus der DR Kongo eingereisten Patienten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch außerhalb Afrikas wurden importierte Infektionen festgestellt. Ein in der DR Kongo tätiger Mediziner wurde nach seiner Rückkehr in Frankreich mit Ebola diagnostiziert.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="999" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-1024x999.jpg" alt="" class="wp-image-27500 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-1024x999.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-300x293.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-768x750.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-1536x1499.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-380x371.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-800x781.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff-1160x1132.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Ebola_Virus_-_Electron_Micrograph.tiff.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Ausbreitung verdeutlicht die Schwierigkeiten bei der Früherkennung. Zwischen einer Infektion und dem Auftreten erster Symptome können bis zu 21 Tage vergehen. Während dieser Zeit können Betroffene internationale Grenzen überqueren, ohne erkennbare Krankheitszeichen aufzuweisen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Menschen oder kontaminierten Materialien übertragen. Infizierte Personen gelten vor dem Beginn ihrer Symptome nicht als ansteckend.</p>



<h2 id="h-fur-bundibugyo-ebola-fehlt-weiterhin-ein-zugelassener-impfstoff" class="wp-block-heading"><span id="fuer-bundibugyo-ebola-fehlt-weiterhin-ein-zugelassener-impfstoff">Für Bundibugyo-Ebola fehlt weiterhin ein zugelassener Impfstoff</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bekämpfung des aktuellen Ausbruchs wird durch die Eigenschaften der Bundibugyo-Variante erschwert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als für Ebola-Erkrankungen durch das Zaire-Virus gibt es bislang keinen allgemein zugelassenen Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante. Auch spezifische zugelassene antivirale Behandlungen stehen derzeit nicht zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nach-ueber-1-900-tote-russland-will-ebola-impfstoff-gefunden-haben/" data-type="post" data-id="29127">In der DR Kongo laufen deshalb klinische Studien mit neuen Behandlungsmethoden. </a>Parallel untersuchen Wissenschaftler, ob der für das Zaire-Ebola-Virus entwickelte Impfstoff Ervebo auch Schutz gegen Bundibugyo bieten könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der WHO liegen noch keine ausreichenden Ergebnisse vor, um eine entsprechende Schutzwirkung zu bestätigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behandlung der Erkrankten konzentriert sich deshalb auf die frühzeitige medizinische Versorgung, den Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten und die Stabilisierung lebenswichtiger Körperfunktionen.</p>



<h2 id="h-africa-cdc-verscharft-die-koordination-der-ebola-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="africa-cdc-verschaerft-die-koordination-der-ebola-hilfe">Africa CDC verschärft die Koordination der Ebola-Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Ausbreitung fordert die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC eine stärkere Kontrolle der internationalen Finanzierung zur Epidemiebekämpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generaldirektor Jean Kaseya erklärte am 22. Oktober, von zugesagten drei Milliarden US-Dollar seien bereits 962 Millionen Dollar ausgezahlt worden. Bei einer Überprüfung mit der kongolesischen Regierung hätten beteiligte Hilfsorganisationen jedoch zunächst nur rund 220 Millionen Dollar an erhaltenen Mitteln offengelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaseya betonte, daraus lasse sich noch kein Missbrauch ableiten. Zunächst müsse geklärt werden, welche Organisationen welche Beträge erhalten hätten und wie die Gelder eingesetzt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ebola-ausbruch-12-milliarden-us-dollar-ausgegeben-nicht-einmal-ein-labor-gebaut/">Er kündigte an, Organisationen von künftigen Hilfsmaßnahmen in afrikanischen Staaten auszuschließen, falls sie sich einer transparenten Rechenschaft über ihre Mittel verweigerten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für Nigeria ordnete die Africa CDC eine engere Koordination zwischen Regierung, internationalen Partnern und Gesundheitseinrichtungen an.</p>



<h2 id="h-deutschland-aktualisiert-reisehinweise-fur-nigeria" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-aktualisiert-reisehinweise-fuer-nigeria">Deutschland aktualisiert Reisehinweise für Nigeria</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Nigeria angesichts der Ebola-Lage ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/nigeriasicherheit-205788">Die Bundesregierung weist auf den bestätigten importierten Ebola-Fall und die verstärkten Gesundheitsmaßnahmen der nigerianischen Behörden hin.</a> Reisende müssen damit rechnen, dass andere Staaten nach einem Aufenthalt in Nigeria zusätzliche Kontrollen oder Quarantäneregeln verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt empfiehlt, Kontakte zu Erkrankten und deren Körperflüssigkeiten zu vermeiden und bei entsprechenden Symptomen innerhalb von 21 Tagen nach einem Aufenthalt in Nigeria zunächst telefonisch ärztlichen Rat einzuholen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die WHO empfiehlt derzeit keine allgemeinen Reise- oder Handelsbeschränkungen gegenüber den betroffenen Ländern. Stattdessen fordert sie verstärkte Gesundheitsüberwachung, die rasche Untersuchung von Verdachtsfällen, konsequente Kontaktverfolgung und ausreichende Schutzausrüstung für medizinisches Personal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC schätzt das Infektionsrisiko für die allgemeine Bevölkerung in der Europäischen Union weiterhin als sehr gering ein.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundestag reist nach Nigeria – Prüfung der Entwicklungshilfe und Wirtschaft im Fokus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-reist-nach-nigeria-pruefung-der-entwicklungshilfe-und-wirtschaft-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 10:24:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland und Nigeria wollen ihre Zusammenarbeit bei Energie und Fachkräfteausbildung ausbauen. Eine Bundestagsdelegation besucht das Siemens-Projekt SEED, das 6.000 Energiefachkräfte ausbilden soll, sowie das Milliardenprojekt Eko Atlantic City in Lagos.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-reist-nach-nigeria-pruefung-der-entwicklungshilfe-und-wirtschaft-im-fokus%2F&amp;action_name=Bundestag%20reist%20nach%20Nigeria%20%E2%80%93%20Pr%C3%BCfung%20der%20Entwicklungshilfe%20und%20Wirtschaft%20im%20Fokus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-reist-nach-nigeria-pruefung-der-entwicklungshilfe-und-wirtschaft-im-fokus/">Bundestag reist nach Nigeria – Prüfung der Entwicklungshilfe und Wirtschaft im Fokus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation des Deutschen Bundestags reist nach Nigeria, um die deutsch-nigerianische Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit zu überprüfen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erörtern. Der Besuch ist vom 25. bis 31. Oktober 2026 geplant. Ein Schwerpunkt ist ein von Siemens Energy mitgetragenes Ausbildungsprogramm, das innerhalb von fünf Jahren 6.000 Fachkräfte für Nigerias Stromwirtschaft qualifizieren soll. Weitere Stationen sind die Wirtschaftsmetropole Lagos, ein groß angelegtes Stadtentwicklungsprojekt sowie Einrichtungen zur digitalen Weiterbildung und Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sechs Abgeordneten gehören dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an. Geleitet wird die Delegation vom Ausschussvorsitzenden Wolfgang Stefinger (CDU/CSU). Mitreisen Christoph Naser und Susanne Hierl (beide CDU/CSU), Rocco Kever (AfD), Serdar Yüksel (SPD) und Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geplant sind Gespräche mit Mitgliedern der nigerianischen Nationalversammlung, Regierungsvertretern, politischen Stiftungen sowie Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der lokalen Zivilgesellschaft.</p>



<h2 id="h-siemens-energy-bildet-fachkrafte-fur-nigerias-stromversorgung-aus" class="wp-block-heading"><span id="siemens-energy-bildet-fachkraefte-fuer-nigerias-stromversorgung-aus">Siemens Energy bildet Fachkräfte für Nigerias Stromversorgung aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Abeokuta im Bundesstaat Ogun will sich die Delegation über das Siemens Energy Education and Development Programme (SEED) informieren. Die Initiative wurde im Mai 2026 offiziell gestartet und ist Bestandteil der nigerianischen Presidential Power Initiative (PPI), mit der das Land seine Stromübertragungs- und Verteilungsnetze modernisieren will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausbildungsprogramm soll innerhalb von fünf Jahren rund 6.000 Ingenieure, Techniker und weitere Fachkräfte für den Energiesektor qualifizieren. Geplant sind Ausbildungsangebote an zehn Standorten in Nigeria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilnehmenden sollen international anerkannte Zertifizierungen erhalten, die sich an nigerianischen, westafrikanischen und europäischen Standards orientieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung junger Menschen und Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SEED wird gemeinsam von Siemens Energy, der staatlichen FGN Power Company und der GIZ umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Nigeria Energy Support Programme, das von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbildungsstandort befindet sich am Umspannwerk New Abeokuta, einem wichtigen Infrastrukturprojekt zur Verbesserung der nigerianischen Stromversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Presidential Power Initiative geht auf eine deutsch-nigerianische Regierungsvereinbarung aus dem Jahr 2018 zurück. <a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-deutschland-eu-programm-zur-foerderung-gruener-energiewirtschaft-vorgestellt/">Neben der Modernisierung technischer Anlagen sollen durch das Programm einheimische Kompetenzen für Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze entstehen.</a></p>



<h2 id="h-lagos-milliardenprojekt-eko-atlantic-city-auf-dem-besuchsprogramm" class="wp-block-heading"><span id="lagos-milliardenprojekt-eko-atlantic-city-auf-dem-besuchsprogramm">Lagos: Milliardenprojekt Eko Atlantic City auf dem Besuchsprogramm</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Station der Bundestagsreise ist Lagos, das wirtschaftliche Zentrum Nigerias und eine der größten Metropolregionen Afrikas.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-31083 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Ikoyi_Lagos_Nigeria.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordneten wollen sich dort mit den Herausforderungen der Stadtentwicklung beschäftigen. Als Beispiel dient Eko Atlantic City, ein neuer Stadtteil, der auf künstlich aufgeschüttetem Land an der Atlantikküste vor Victoria Island entsteht.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt umfasst eine Fläche von rund zehn Quadratkilometern. Langfristig soll die neue Stadt nach Angaben der Projektentwickler Wohnraum für mehr als 300.000 Menschen bieten und Büroflächen für Unternehmen, Finanzdienstleister und internationale Investoren bereitstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentlicher Bestandteil ist der Küstenschutz. Eine massive Schutzanlage soll den neu gewonnenen Stadtteil und angrenzende Küstenabschnitte gegen Erosion und Sturmfluten sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eko Atlantic ist zugleich ein Beispiel für die unterschiedlichen Anforderungen an die Stadtentwicklung in Lagos. Während das Projekt moderne Infrastruktur und zusätzliche Wirtschaftsflächen schaffen soll, bestehen Fragen hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen, der sozialen Zugänglichkeit und des hohen Investitionsbedarfs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lagos wächst seit Jahrzehnten stark und steht unter erheblichem Druck, Verkehrsnetze, Wohnraum, Energieversorgung und kommunale Dienstleistungen auszubauen.</p>



<h2 id="h-digitale-ausbildung-und-migration-als-weitere-themen" class="wp-block-heading"><span id="digitale-ausbildung-und-migration-als-weitere-themen">Digitale Ausbildung und Migration als weitere Themen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An der Universität Lagos (UNILAG) wird sich die Delegation über technologische und digitale Weiterbildung informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung digitaler Kompetenzen gehört zu den Bereichen, in denen Nigeria über einen wachsenden Unternehmens- und Arbeitsmarkt verfügt. Insbesondere die Ausbildung technischer Fachkräfte, der Zugang zu digitalen Technologien und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen sind Themen der wirtschaftlichen Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wollen die Abgeordneten die Arbeit des Zentrums für Migration und Entwicklung kennenlernen. Die Einrichtung gehört zu den Anlaufstellen im Umfeld der deutsch-nigerianischen Zusammenarbeit zu Migration und beruflichen Perspektiven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben diesen Projektbesuchen sind Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und Organisationen der Zivilgesellschaft vorgesehen. Dabei soll die Delegation auch Informationen über die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erhalten.</p>



<h2 id="h-bundestag-uberpruft-schwerpunkte-deutscher-entwicklungspolitik" class="wp-block-heading"><span id="bundestag-ueberprueft-schwerpunkte-deutscher-entwicklungspolitik">Bundestag überprüft Schwerpunkte deutscher Entwicklungspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise dient der parlamentarischen Begleitung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria. Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung befasst sich im Bundestag mit den politischen Schwerpunkten und der Kontrolle entwicklungspolitischer Programme der Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria ist als bevölkerungsreichstes Land Afrikas ein wichtiger Partner Deutschlands. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem Energieversorgung, Wirtschaftsentwicklung, berufliche Qualifizierung und Beschäftigung sowie Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem SEED-Programm verbindet Deutschland die Förderung technischer Ausbildung mit dem Engagement deutscher Unternehmen auf dem nigerianischen Markt. Die Projekte in Lagos betreffen dagegen Fragen der Stadtentwicklung, der Digitalisierung und der wirtschaftlichen Perspektiven einer wachsenden Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Bundestags sollen die Gespräche und Projektbesuche den Abgeordneten Erkenntnisse aus erster Hand liefern, die in die weitere parlamentarische Arbeit zur deutschen Entwicklungspolitik einfließen.</p>
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		<item>
		<title>„Afrika kommt!“: Steinmeier würdigt afrikanische Führungskräfte und kündigt letzte Afrikareise an</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afrika-kommt-steinmeier-wuerdigt-afrikanische-fuehrungskraefte-und-kuendigt-letzte-afrikareise-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 09:43:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Côte d’Ivoire]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>34 junge Führungskräfte aus 13 afrikanischen Ländern haben ein Jahr in deutschen Unternehmen gearbeitet. Bundespräsident Steinmeier würdigt ihren Beitrag, fordert mehr Unternehmensengagement und kündigt seine letzte Afrikareise nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia an.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafrika-kommt-steinmeier-wuerdigt-afrikanische-fuehrungskraefte-und-kuendigt-letzte-afrikareise-an%2F&amp;action_name=%E2%80%9EAfrika%20kommt%21%E2%80%9C%3A%20Steinmeier%20w%C3%BCrdigt%20afrikanische%20F%C3%BChrungskr%C3%A4fte%20und%20k%C3%BCndigt%20letzte%20Afrikareise%20an&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afrika-kommt-steinmeier-wuerdigt-afrikanische-fuehrungskraefte-und-kuendigt-letzte-afrikareise-an/">„Afrika kommt!“: Steinmeier würdigt afrikanische Führungskräfte und kündigt letzte Afrikareise an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat 34 junge Führungskräfte aus 13 afrikanischen Staaten empfangen und deutsche Unternehmen zu einem stärkeren Engagement für den afrikanischen Führungsnachwuchs aufgerufen. Der Empfang für die Initiative „Afrika kommt!“ fand am 22. Oktober 2026 im Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen in Berlin statt. Steinmeier würdigte den Beitrag der Teilnehmenden zur Zusammenarbeit zwischen deutschen Unternehmen und afrikanischen Fachkräften. Zugleich kündigte er an, im November zu seiner elften und letzten Afrikareise als Bundespräsident nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia aufzubrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative der deutschen Wirtschaft feiert in diesem Jahr ihr 18-jähriges Bestehen. Der aktuelle Jahrgang ist bereits der vierzehnte seit Gründung des Programms, das Nachwuchsführungskräften aus afrikanischen Ländern berufliche Erfahrungen in deutschen Unternehmen ermöglicht.</p>



<h2 id="h-fuhrungskrafte-aus-13-afrikanischen-landern" class="wp-block-heading"><span id="fuehrungskraefte-aus-13-afrikanischen-laendern">Führungskräfte aus 13 afrikanischen Ländern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 34 Teilnehmenden kommen aus Angola, Äthiopien, Burundi, Kenia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Südafrika, Sudan und Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen zwölf Monaten arbeiteten sie in verschiedenen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Dazu gehören die Automobilindustrie, der Maschinen- und Gerätebau, die medizinische und pharmazeutische Forschung sowie Softwareentwicklung, Informationstechnologie und Finanzdienstleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den beteiligten Unternehmen zählen Robert Bosch, BioNTech, Boehringer Ingelheim, B. Braun, Merck, ODDO BHF, SAP, Volkswagen und Siemens Healthineers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier betonte, die Teilnehmenden hätten während ihres Aufenthalts nicht nur berufliche Erfahrungen gesammelt, sondern auch selbst Veränderungen angestoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie haben nicht nur Eindrücke gesammelt, Sie haben auch Eindruck hinterlassen“, sagte der Bundespräsident. Mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement hätten sie neue Ideen in die Unternehmen eingebracht und deren Arbeit mitgestaltet.</p>



<h2 id="h-steinmeier-fordert-anderen-blick-auf-afrika" class="wp-block-heading"><span id="steinmeier-fordert-anderen-blick-auf-afrika">Steinmeier fordert anderen Blick auf Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikanische-diplomaten-draengen-berlin-zu-mehr-tempo-in-der-afrika-politik/" data-type="post" data-id="27158">Der Bundespräsident hob besonders den Beitrag des Programms zur gegenseitigen Wahrnehmung Deutschlands und Afrikas hervor.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jungen Fach- und Führungskräfte veränderten durch ihre Arbeit den deutschen Blick auf den afrikanischen Kontinent. Damit könnten sie helfen, weiterhin verbreitete Klischees und Stereotype zu überwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier bezog seine Kritik ausdrücklich auf die mediale Berichterstattung, öffentliche Debatten sowie die Wahrnehmung Afrikas in Wirtschaft und Politik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich dankte er den beteiligten Unternehmen für ihre Unterstützung. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage und der Sparmaßnahmen in vielen Branchen sei dieses Engagement nicht selbstverständlich.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="736" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1024x736.jpg" alt="" class="wp-image-29557 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1024x736.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-300x216.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-768x552.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-380x273.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-800x575.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1160x834.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Bundespräsident warb dafür, zusätzliche Unternehmen für die Initiative zu gewinnen. Viele qualifizierte Nachwuchskräfte aus Afrika würden gerne an einem solchen Austausch teilnehmen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„So viele talentierte Fach- und Führungskräfte aus Afrika würden gern die Chance ergreifen. Meine Bitte ist: Geben wir sie ihnen!“, erklärte Steinmeier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er äußerte zudem den Wunsch, dass auch seine Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten die Initiative weiterhin unterstützen werde.</p>



<h2 id="h-letzte-afrikareise-fuhrt-nach-cote-d-ivoire-ghana-und-kenia" class="wp-block-heading"><span id="letzte-afrikareise-fuehrt-nach-cote-divoire-ghana-und-kenia">Letzte Afrikareise führt nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Empfang bestätigte Steinmeier außerdem seine nächste Reise auf den afrikanischen Kontinent.<a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-baut-partnerschaft-mit-ghana-aus-zwei-bundesminister-reisen-nach-accra/" data-type="post" data-id="30514"> Im November will er Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia besuchen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird seine elfte und zugleich letzte Afrikareise während seiner beiden Amtszeiten als Bundespräsident sein. Weitere Besuche hatte er zuvor bereits als Bundesaußenminister absolviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt war Steinmeier in Ägypten, Ghana und Angola. <a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-auf-afrikareise-besuche-in-nigeria-suedafrika-und-lesotho/">Die regelmäßigen Reisen nach Afrika bezeichnete er als wichtigen Bestandteil seiner Amtsführung.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der bevorstehenden Reise verbindet der Bundespräsident insbesondere wirtschaftliche Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen. Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia stünden für wirtschaftliche Dynamik und Zukunftschancen, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative „Afrika kommt!“ begleitet Steinmeier seit mehreren Jahren. Der Empfang der jeweiligen Jahrgänge im Bundespräsidialamt gehört inzwischen zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Programms.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afrika-kommt-steinmeier-wuerdigt-afrikanische-fuehrungskraefte-und-kuendigt-letzte-afrikareise-an/">„Afrika kommt!“: Steinmeier würdigt afrikanische Führungskräfte und kündigt letzte Afrikareise an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<title>E4 trifft R4 : Deutschland und Türkei bringen Europa und islamische Welt an einen Tisch</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/e4-trifft-r4-deutschland-und-tuerkei-bringen-europa-und-islamische-welt-an-einen-tisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 09:11:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland und die Türkei starten ein neues Acht-Staaten-Format mit Ägypten, Saudi-Arabien und Pakistan. Außenminister Wadephul will die Konflikte um die Straße von Hormus, das Rote Meer und das Schwarze Meer gemeinsam mit europäischen und regionalen Partnern angehen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fe4-trifft-r4-deutschland-und-tuerkei-bringen-europa-und-islamische-welt-an-einen-tisch%2F&amp;action_name=E4%20trifft%20R4%20%3A%20Deutschland%20und%20T%C3%BCrkei%20bringen%20Europa%20und%20islamische%20Welt%20an%20einen%20Tisch&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/e4-trifft-r4-deutschland-und-tuerkei-bringen-europa-und-islamische-welt-an-einen-tisch/">E4 trifft R4 : Deutschland und Türkei bringen Europa und islamische Welt an einen Tisch</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und die Türkei haben ein neues diplomatisches Gesprächsformat mit acht Staaten gestartet, um die Konflikte um die Straße von Hormus, das Rote Meer und das Schwarze Meer gemeinsam anzugehen. Das erste Außenministertreffen findet am Freitag, dem 23. Oktober 2026, in Istanbul statt. Neben den E4 aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien nehmen die R4 bestehend aus Ägypten, Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei teil. Die Initiative fällt in eine Phase zunehmender Angriffe auf internationale Schifffahrtswege und saudisches Staatsgebiet, während die beteiligten Länder nach politischen Lösungen für die Konflikte mit Iran, im Jemen und in der Ukraine suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesaußenminister Johann Wadephul und sein türkischer Amtskollege Hakan Fidan haben das Treffen gemeinsam initiiert. Ursprünglich war eine Zusammenkunft der drei europäischen Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit den vier regionalen Partnern vorgesehen. Auf Wadephuls Initiative wurde Italien zusätzlich eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entsteht erstmals ein gemeinsames Gesprächsformat zwischen den sogenannten E4-Staaten und der Regionalgruppe R4, die sich aus Ägypten, Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei zusammensetzt.</p>



<h2 id="h-wadephul-will-neue-diplomatische-wege-offnen" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-will-neue-diplomatische-wege-oeffnen">Wadephul will neue diplomatische Wege öffnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Auftakt des Treffens erklärte Wadephul, die bestehenden diplomatischen Formate reichten angesichts der gegenwärtigen Sicherheitskrisen nicht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Konflikt um die Straße von Hormus, die Angriffe der Huthi im Jemen, auf Saudi-Arabien und die freie Seeschifffahrt, aber auch die Folgen immer stärker eskalierender russischer Angriffe auf Getreidelieferungen im Schwarzen Meer – diese massiven Herausforderungen können wir nur bewältigen, wenn wir über etablierte Formate hinaus an einem Strang ziehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister betonte, die acht Staaten wollten gemeinsam ausloten, wie sich Bewegung in die festgefahrenen Konflikte bringen lasse. Dabei gehe es sowohl um regionale Sicherheit als auch um wirtschaftliche Folgen für Europa, Afrika und Asien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die türkische Regierung hatte das Treffen zunächst als Zusammenkunft der regionalen R4-Gruppe mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien angekündigt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurde die Initiative anschließend um Italien erweitert, das besondere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen im Mittelmeerraum und Nahen Osten verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Agenda stehen neben Iran und Jemen auch die Palästinafrage sowie der russische Krieg gegen die Ukraine.</p>



<h2 id="h-agypten-und-saudi-arabien-stehen-unter-unmittelbarem-sicherheitsdruck" class="wp-block-heading"><span id="aegypten-und-saudi-arabien-stehen-unter-unmittelbarem-sicherheitsdruck">Ägypten und Saudi-Arabien stehen unter unmittelbarem Sicherheitsdruck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche fallen mit einer erneuten Verschärfung des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Oktober wurde der internationale König-Fahd-Flughafen in Dammam im Osten Saudi-Arabiens angegriffen. Zwei Zivilisten kamen ums Leben, weitere Menschen wurden verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ägyptische Außenministerium verurteilte den Angriff am folgenden Tag. Die gezielte Gefährdung des Luftverkehrs, ziviler Einrichtungen und unbeteiligter Menschen verstoße gegen das internationale Recht und verschärfe die regionale Krise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/aegyptens-praesident-al-sisi-kuendigt-2030-rueckzug-an-und-sagt-saudi-arabien-militaerische-unterstuetzung-zu/" data-type="post" data-id="30851">Kairo bekräftigte seine uneingeschränkte Solidarität mit Saudi-Arabien.</a> Die Sicherheit des Königreichs sei ein untrennbarer Bestandteil der arabischen und ägyptischen nationalen Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/parlament-zwingt-aegypten-zur-roten-linie-militaerhilfe-fuer-saudi-arabien-iran-warnt-kein-angriff-auf-jemen/" data-type="post" data-id="31041">Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte bereits am 21. Oktober erklärt, Ägypten könne Saudi-Arabien bei der Verteidigung seines Territoriums und seiner Grenzen militärisch unterstützen. </a>Eine Beteiligung an Angriffen gegen den Jemen schloss er dagegen ausdrücklich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ägyptische Parlament berät derzeit über eine mögliche Ermächtigung zur Entsendung von Streitkräften. <a href="https://fokus-afrika.de/aegyptens-parlament-stoppt-vorerst-militaereinsatz-fuer-saudi-arabien-widerstand-gegen-sisis-plaene-waechst/" data-type="post" data-id="30926">Die Entscheidung wurde auf den 26. Oktober verschoben.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägyptens Position folgt dem von al-Sisi vertretenen außenpolitischen Konzept des strategischen Gleichgewichts. Dieses verbindet die Unterstützung staatlicher Souveränität und regionaler Sicherheit mit dem Anspruch, militärische Verstrickungen zu begrenzen und diplomatische Beziehungen zu unterschiedlichen Machtzentren aufrechtzuerhalten.</p>



<h2 id="h-rotes-meer-und-hormus-gefahrden-den-welthandel" class="wp-block-heading"><span id="rotes-meer-und-hormus-gefaehrden-den-welthandel">Rotes Meer und Hormus gefährden den Welthandel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheit internationaler Handelsrouten bildet den zentralen Schwerpunkt des Istanbuler Treffens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen sind zwei Meerengen, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Handels und der Energieversorgung abgewickelt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch Bab al-Mandab am südlichen Zugang zum Roten Meer passieren nach Angaben des Auswärtigen Amts rund zwölf Prozent des weltweiten Seehandels. Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman ist Transportweg für etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Juli haben die Huthi ihre Angriffe auf Handelsschiffe und Ziele in Saudi-Arabien verstärkt. Schiffe mit Verbindungen zum Königreich werden nach Angaben der Bundesregierung an der Ein- und Ausfahrt des Roten Meeres behindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen reichen über die unmittelbar betroffene Region hinaus. Umleitungen erhöhen Transportzeiten und Frachtkosten. Gleichzeitig beeinflussen Störungen der Energie- und Düngemittelversorgung die Preise auf internationalen Märkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Ägypten sind die Entwicklungen besonders bedeutsam. Der Suezkanal verbindet das Rote Meer mit dem Mittelmeer und gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Sinkender Schiffsverkehr belastet die Einnahmen aus Kanalgebühren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich bereits an der EU-geführten Marineoperation EUNAVFOR ASPIDES zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden.</p>



<h2 id="h-turkei-und-pakistan-bauen-parallel-neue-militarpartnerschaften-auf" class="wp-block-heading"><span id="tuerkei-und-pakistan-bauen-parallel-neue-militaerpartnerschaften-auf">Türkei und Pakistan bauen parallel neue Militärpartnerschaften auf</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die diplomatischen Beratungen finden vor dem Hintergrund einer engeren sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mehrerer beteiligter Staaten statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Oktober unterzeichneten die Türkei, Pakistan, Qatar und Indonesien in Doha das sogenannte Badr-Memorandum. Die Vereinbarung sieht eine intensivere Kooperation in der Rüstungsproduktion, bei Forschung und Entwicklung, Technologietransfer sowie militärischer Ausbildung vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Länder wollen ihre industriellen Fähigkeiten stärker miteinander verbinden und gemeinsame Projekte entwickeln. Auch weitere befreundete Staaten können sich unter vereinbarten Bedingungen anschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarung ist von den Istanbuler Außenministergesprächen getrennt. Sie betrifft die verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit und enthält keine öffentlich bekannt gewordene allgemeine Beistandsverpflichtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits zuvor hatten die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien ihre militärische Zusammenarbeit vertieft. Die regionalen Partner verfolgen damit neben der diplomatischen Abstimmung auch eigene sicherheitspolitische Initiativen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="646" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-1024x646.jpeg" alt="" class="wp-image-31073 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-1024x646.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-300x189.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-768x485.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-380x240.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-800x505.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg-1160x732.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Image1140149636377-jpeg.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die R4-Gruppe hatte am 21. Juni in Kairo ihre vierte gemeinsame Außenministerkonsultation abgehalten. Damals begrüßten die Minister die Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran vom 18. Juni und forderten eine dauerhafte, überprüfbare Lösung der offenen Streitfragen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-ukraine-krieg-und-getreideexporte-ebenfalls-auf-der-tagesordnung" class="wp-block-heading"><span id="ukraine-krieg-und-getreideexporte-ebenfalls-auf-der-tagesordnung">Ukraine-Krieg und Getreideexporte ebenfalls auf der Tagesordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat die Agenda der Istanbuler Gespräche ausdrücklich auf die Sicherheitslage im Schwarzen Meer ausgeweitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Juli 2026 haben russische Angriffe auf zivile Schiffe und Hafeninfrastruktur die ukrainischen Getreideexporte über das Schwarze Meer nach Angaben des Auswärtigen Amts nahezu zum Erliegen gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul warf Russland vor, durch Angriffe auf Getreidetransporte eine Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Ländern bewusst in Kauf zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist darauf, dass zuvor rund 30 Prozent des weltweiten Weizenhandels über die betroffene Route abgewickelt wurden. Alternative Transportwege könnten den Ausfall nur teilweise ausgleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betroffen sind Staaten, die auf Getreideimporte angewiesen sind, darunter mehrere Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens. Die Türkei gehört zugleich zu den großen Verarbeitern von Weizen für den internationalen Handel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setzt sich deshalb für eine erneute Vereinbarung zum Schutz der zivilen Schifffahrt im Schwarzen Meer ein. Als früheres Beispiel nennt das Auswärtige Amt die 2022 unter Vermittlung der Vereinten Nationen vereinbarte Schwarzmeer-Getreideinitiative.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Gesprächen in Istanbul nehmen neben Wadephul und Fidan unter anderem Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty, Pakistans Außenminister Muhammad Ishaq Dar und Saudi-Arabiens Außenminister Faisal bin Farhan teil. Ergebnisse oder gemeinsame Beschlüsse des erstmals erweiterten Acht-Staaten-Formats waren zum Auftakt zunächst nicht bekannt.</p>
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	</item>
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		<title>Nach Güler-Besuch: Bundestagsdelegation reist nach Tansania und Ruanda</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-gueler-besuch-bundestagsdelegation-reist-nach-tansania-und-ruanda/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2026 15:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Innerhalb weniger Tage rückt Ruanda erneut in den Mittelpunkt deutscher Afrikapolitik. Nach Serap Gülers Gesprächen mit Präsident Kagame reist nun eine Bundestagsdelegation nach Kigali und Tansania.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-gueler-besuch-bundestagsdelegation-reist-nach-tansania-und-ruanda%2F&amp;action_name=Nach%20G%C3%BCler-Besuch%3A%20Bundestagsdelegation%20reist%20nach%20Tansania%20und%20Ruanda&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-gueler-besuch-bundestagsdelegation-reist-nach-tansania-und-ruanda/">Nach Güler-Besuch: Bundestagsdelegation reist nach Tansania und Ruanda</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation des Deutschen Bundestags reist nach Tansania und Ruanda und will dort über politische Entwicklungen, Menschenrechte, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die gemeinsame Kolonialgeschichte sprechen. Die Reise der Parlamentariergruppe Östliches Afrika ist vom 25. Oktober bis 1. November 2026 geplant. In Ruanda folgt der Besuch nur wenige Tage auf Gespräche von Staatsministerin Serap Güler mit Präsident Paul Kagame und mehreren Mitgliedern der Regierung über den Ostkongo-Konflikt und den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geleitet wird die Bundestagsdelegation von Ulle Schauws von Bündnis 90/Die Grünen. Mitreisen Carsten Brodesser von der CDU/CSU, Derya Türk-Nachbaur von der SPD und Clara Bünger von der Linken. Die Abgeordneten wollen sowohl Regierungsvertreter als auch Opposition, Zivilgesellschaft, Menschenrechtsorganisationen und Vertreter der deutschen Außenwirtschaft treffen.</p>



<h2 id="h-tansania-gesprache-mit-regierung-und-opposition" class="wp-block-heading"><span id="tansania-gespraeche-mit-regierung-und-opposition">Tansania: Gespräche mit Regierung und Opposition</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tansania stehen die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen seit den Wahlen von 2025 im Zentrum der Gespräche. Die Delegation will sich mit Abgeordneten, dem Außenminister sowie Vertretern der Oppositionsparteien CHADEMA und ACT Wazalendo treffen. Gespräche mit Nichtregierungsorganisationen und Akteuren der Zivilgesellschaft sind ebenfalls vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-tansania-nach-der-wahl-politisch-unter-druck/" data-type="post" data-id="26175">Dabei soll es auch um Perspektiven für die weitere bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tansania gehen.</a> Hinzu kommen Termine mit politischen Stiftungen, Mittlerorganisationen, der Entwicklungszusammenarbeit und der deutschen Außenwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein eigener Teil der Reise führt nach Sansibar. Dort wollen die Bundestagsabgeordneten mit dem Parlamentspräsidenten der teilautonomen Inselgruppe über die politische und sozioökonomische Entwicklung sprechen. Auf der Agenda stehen Armutsbekämpfung, Gesundheits- und Bildungspolitik, Separationsbestrebungen sowie der interreligiöse Dialog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die koloniale Vergangenheit zwischen Deutschland und Tansania soll in mehreren Gesprächen aufgegriffen werden. Die Parlamentariergruppe Östliches Afrika beschäftigt sich seit Jahren mit der Aufarbeitung der deutschen Kolonialherrschaft in der Region.</p>



<h2 id="h-ruanda-erneut-ziel-deutscher-politischer-gesprache" class="wp-block-heading"><span id="ruanda-erneut-ziel-deutscher-politischer-gespraeche">Ruanda erneut Ziel deutscher politischer Gespräche</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Ruanda trifft die Bundestagsdelegation den Parlamentspräsidenten, Mitglieder verschiedener Ausschüsse sowie Vertreter der Regierung und von Menschenrechtsorganisationen. Einen Schwerpunkt bildet der Völkermord von 1994 und die Frage, wie dessen Folgen bis heute aufgearbeitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Kigali Genocide Memorial wollen die Abgeordneten einen Kranz niederlegen. Die Gedenkstätte erinnert an die mehr als 800.000 Menschen, die während des systematischen Völkermords ermordet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die parlamentarischen Gespräche folgen unmittelbar auf eine Reise von Staatsministerin Serap Güler in die Region der Großen Seen. <a href="https://fokus-afrika.de/kagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker/">Güler traf in Kigali unter anderem Präsident Paul Kagame sowie Innenminister Vincent Biruta und Verteidigungsminister Juvenal Marizamunda.</a> Dabei sprach sie über die Beziehungen zwischen Deutschland und Ruanda sowie über den Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler erklärte, Deutschland und Europa setzten auf eine politische Lösung des Konflikts. „Nur ein nachhaltiger Frieden, der die legitimen Interessen aller Parteien versteht und in Einklang miteinander bringt, kann das Leid beenden und das volle Potenzial dieser Region zur Entfaltung bringen“, sagte die Staatsministerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Regionalreise führt nach Ruanda auch nach Burundi und anschließend in die Demokratische Republik Kongo. Dort will sie mit den Regierungen aller drei Staaten über die Sicherheitslage in der Region der Großen Seen sprechen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-im-blick" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-im-blick">Deutsche Unternehmen im Blick</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Sicherheitspolitik nutzt die Bundesregierung Gülers Reise, um die Wirtschaftsbeziehungen zu Ruanda auszubauen. In Kigali traf die Staatsministerin Vertreter deutscher und europäischer Unternehmen. Dazu gehörten Volkswagen sowie Brussels Airlines aus der Lufthansa Group. Auch das ruandische Technologieunternehmen Ojemba, dessen Software-Ingenieure für deutsche Unternehmen arbeiten, war in die Gespräche eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Rwanda Development Board sprach Güler über zusätzliche Investitionen und mehr Handel zwischen Deutschland und Ruanda. Im Infrastrukturministerium ging es zudem um den öffentlichen Nahverkehr in Kigali, Elektromobilität und mögliche Beteiligungen deutscher Unternehmen an künftigen Verkehrsprojekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutsche Unternehmen bieten innovative Lösungen an und haben ihre Entschlossenheit zu dauerhaften Investitionen in Ruanda bereits bewiesen. Diese Partnerschaft wollen wir vertiefen“, erklärte Güler nach den Gesprächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit reicht das deutsche Engagement in Ruanda derzeit von der regionalen Sicherheitsdiplomatie über wirtschaftliche Interessen bis zur parlamentarischen Zusammenarbeit. Bundesregierung und Bundestag verfolgen dabei getrennte politische Mandate, treffen innerhalb weniger Tage jedoch teilweise dieselben staatlichen und gesellschaftlichen Akteure.</p>



<h2 id="h-volkermord-und-kolonialgeschichte-auf-beiden-reiseprogrammen" class="wp-block-heading"><span id="voelkermord-und-kolonialgeschichte-auf-beiden-reiseprogrammen">Völkermord und Kolonialgeschichte auf beiden Reiseprogrammen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Umgang mit der Geschichte überschneiden sich die Themen. Güler besuchte zum Abschluss ihres Aufenthalts in Ruanda das Kigali Genocide Memorial und legte für die Bundesregierung einen Kranz am Massengrab nieder, in dem nach Angaben der Gedenkstätte rund 250.000 Menschen bestattet sind.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-31032 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-1536x1023.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/857194587_1402926938534846_2964521628978946813_n.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundestagsdelegation wird das Mahnmal wenige Tage später ebenfalls besuchen. Darüber hinaus will sie in Ruanda und Tansania Gespräche über die gemeinsame koloniale Vergangenheit führen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Ländern sind außerdem Treffen mit politischen Stiftungen, deutschen Mittlerorganisationen, Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit und Vertretern der Außenwirtschaft geplant. Die Delegation kehrt am 1. November nach Deutschland zurück.</p>
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		<item>
		<title>Kampf gegen Desinformation: Bundesregierung bestätigt geheime Auslandsprojekte</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/kampf-gegen-desinformation-bundesregierung-bestaetigt-geheime-auslandsprojekte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 18:11:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Auswärtige Amt beobachtet digitale Debatten im Ausland, informiert Online-Plattformen über verdächtige Inhalte und hält Teile seiner Projekte geheim. Wie häufig Inhalte gemeldet werden, erfasst das Ministerium nicht. Die Bundesregierung weist Vorwürfe staatlicher Zensur entschieden zurück.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fkampf-gegen-desinformation-bundesregierung-bestaetigt-geheime-auslandsprojekte%2F&amp;action_name=Kampf%20gegen%20Desinformation%3A%20Bundesregierung%20best%C3%A4tigt%20geheime%20Auslandsprojekte&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung lässt ausländische Desinformation systematisch beobachten, tauscht Erkenntnisse mit internationalen Partnern aus und informiert Online-Plattformen über verdächtige Aktivitäten, während sie Vorwürfe einer staatlichen Einflussnahme auf öffentliche Debatten zurückweist. In einer Antwort vom 30. September 2026 auf eine Große Anfrage der AfD-Fraktion legt sie Einzelheiten ihrer digitalen Außenpolitik offen. Dabei bestätigt das Auswärtige Amt, dass Informationen zu bestimmten Auslandsprojekten und externen Dienstleistern aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht werden. Gleichzeitig räumt die Bundesregierung ein, dass sie keine Statistik darüber führt, wie häufig das Ministerium Inhalte bei Online-Plattformen gemeldet hat.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-weist-zensurvorwurfe-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-weist-zensurvorwuerfe-zurueck">Bundesregierung weist Zensurvorwürfe zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt der parlamentarischen Auseinandersetzung ist die Frage, wie weit der Staat bei der Bekämpfung von Desinformation in öffentliche Debatten eingreifen darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion wirft der Bundesregierung vor, unter dem Vorwand der Desinformationsbekämpfung ein Netzwerk aus staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Beratungsunternehmen zu fördern, das politische Diskussionen beeinflusse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordneten berufen sich dabei unter anderem auf Untersuchungen der Organisation Liber-net. Diese hatte staatliche Förderungen für zahlreiche Organisationen erfasst und daraus den Vorwurf einer umfangreichen staatlich finanzierten Infrastruktur zur Kontrolle öffentlicher Debatten abgeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung widerspricht dieser Darstellung ausdrücklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Insbesondere finden weder staatliche Steuerung öffentlicher Debatten noch Zensur statt noch dient staatliche Förderung diesen Zwecken“, erklärt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet ihre Maßnahmen mit der wachsenden Bedrohung durch ausländische Informationsmanipulation. Besonders Russland versuche seit dem Angriff auf die Ukraine, politische Diskussionen in Deutschland zu beeinflussen und die deutsche Unterstützung für Kiew zu untergraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei würden unter anderem automatisierte Nutzerkonten, gefälschte Internetseiten und mit künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte eingesetzt.</p>



<h2 id="h-auswartiges-amt-meldet-verdachtige-aktivitaten-an-online-plattformen" class="wp-block-heading"><span id="auswaertiges-amt-meldet-verdaechtige-aktivitaeten-an-online-plattformen">Auswärtiges Amt meldet verdächtige Aktivitäten an Online-Plattformen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bestätigt, dass das Auswärtige Amt im Zusammenhang mit ausländischer Desinformation unmittelbar mit Betreibern sozialer Netzwerke kommuniziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Kontakte erfolgen beispielsweise, wenn staatliche Analysen Hinweise auf Verstöße gegen Nutzungsbedingungen ergeben oder deutsche Auslandsvertretungen von gezielten Manipulationskampagnen betroffen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nennt das Ministerium die Diffamierung deutscher Botschafter durch koordinierte Informationsmanipulation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel per E-Mail oder über die Meldeformulare der Plattformen. Zuständig sind die betroffenen Botschaften oder das Referat für strategische Kommunikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie oft das Auswärtige Amt seit Januar 2021 entsprechende Meldungen übermittelt hat, kann die Bundesregierung allerdings nicht beziffern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine statistische Erfassung im Sinne der Fragestellung besteht nicht“, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich betont Berlin, dass staatliche Behörden keine gesonderten Zugänge besitzen, über die sie unmittelbar die Entfernung von Inhalten verlangen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für verbindliche Löschanordnungen sei stets eine gesetzliche Grundlage erforderlich. Die Entscheidung über freiwillige Maßnahmen gegen gemeldete Inhalte liege grundsätzlich bei den Plattformbetreibern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterscheidet dabei zwischen rechtswidrigen Veröffentlichungen und Desinformation, die nicht automatisch strafbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Erstellung und Verbreitung von Desinformation [&#8230;] als solche ist grundsätzlich nicht verboten“, stellt sie klar.</p>



<h2 id="h-staatliche-programme-im-ausland-teilweise-unter-verschluss" class="wp-block-heading"><span id="staatliche-programme-im-ausland-teilweise-unter-verschluss">Staatliche Programme im Ausland teilweise unter Verschluss</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Bundesregierung ihre grundsätzliche Strategie erläutert, bleiben Einzelheiten zahlreicher Projekte zur Beobachtung ausländischer Informationsmanipulation vertraulich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das betrifft sowohl bestimmte Untersuchungen und Dienstleistungen externer Organisationen als auch Förderprogramme deutscher Botschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung begründet die Geheimhaltung teilweise mit wirtschaftlichen Wettbewerbsinteressen. Bei Projekten deutscher Auslandsvertretungen verweist sie insbesondere auf mögliche Schäden für die bilateralen Beziehungen zu den betroffenen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entsprechenden Informationen wurden dem Bundestag gesondert mit der Einstufung „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ übermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Zusammenarbeit mit Beratungsunternehmen und Nichtregierungsorganisationen verweigert das Auswärtige Amt zum Teil eine öffentliche Offenlegung der vereinbarten Leistungen und Fördersummen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erhalten berechtigte Abgeordnete Zugang zu Angaben, die der Öffentlichkeit nicht vollständig zur Verfügung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält an der Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen fest. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Medienbildung und beim Schutz demokratischer Gesellschaften vor gezielten Manipulationsversuchen aus dem Ausland.</p>



<h2 id="h-deutsche-diplomatie-arbeitet-mit-eu-nato-und-g7-zusammen" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-diplomatie-arbeitet-mit-eu-nato-und-g7-zusammen">Deutsche Diplomatie arbeitet mit EU, NATO und G7 zusammen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bekämpfung ausländischer Informationsmanipulation ist inzwischen Teil der regelmäßigen Zusammenarbeit deutscher Sicherheits- und Außenbehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb der Bundesregierung arbeitet das Auswärtige Amt in der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe für hybride Bedrohungen mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Expertengruppe für Medien- und Informationsarbeit unter gemeinsamer Leitung des Auswärtigen Amts und des Bundespresseamts trifft sich nach Regierungsangaben wöchentlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besteht außerdem eine wöchentlich tagende Taskforce gegen Desinformation und weitere hybride Bedrohungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">International beteiligt sich Deutschland an Frühwarn- und Austauschmechanismen der Europäischen Union, der NATO und der G7.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über diese Strukturen können Behörden Erkenntnisse zu verdächtigen Informationskampagnen austauschen, gemeinsame Lagebilder erstellen und Reaktionen koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt beobachtet zudem politische Entwicklungen und öffentliche Debatten in sozialen Medien im Ausland. Die Analysen fließen in außenpolitische Lagebewertungen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderes Augenmerk gilt politischen Ereignissen und Wahlen, bei denen ausländische Akteure versuchen könnten, die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen.</p>



<h2 id="h-russland-offiziell-als-urheber-von-kampagnen-benannt" class="wp-block-heading"><span id="russland-offiziell-als-urheber-von-kampagnen-benannt">Russland offiziell als Urheber von Kampagnen benannt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2025 verfügt die Bundesregierung über ein eigenes Verfahren, um ausländische Desinformationskampagnen staatlichen Urhebern zuzuordnen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29277 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Federführung liegt beim Auswärtigen Amt. Grundlage für eine solche Zuschreibung sind Analysen der deutschen Nachrichtendienste.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/desinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik/" data-type="post" data-id="30143">Mit diesem Verfahren schrieb die Bundesregierung 2025 das Medienportal RED sowie die Kampagne „Storm-1516“ Russland zu.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung der Bundesregierung versuchte Moskau mit „Storm-1516“, die Bundestagswahl und die innenpolitische Entwicklung in Deutschland zu beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erkenntnisse aus solchen Verfahren können mit internationalen Partnern, Plattformbetreibern, Wissenschaft und Zivilgesellschaft geteilt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch diplomatische Maßnahmen oder europäische Sanktionen kommen als Reaktion infrage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wirksam diese Maßnahmen tatsächlich sind, kann die Bundesregierung allerdings nicht abschließend bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erklärt, dass sich der Einfluss von Desinformationskampagnen auf die Meinungsbildung nur schwer messen lasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechende Evaluierungen der von ihr durchgeführten staatlichen Zuschreibungen und Reaktionen wurden nach Regierungsangaben nicht vorgenommen.</p>



<h2 id="h-kunstliche-intelligenz-unterstutzt-die-aussenpolitik" class="wp-block-heading"><span id="kuenstliche-intelligenz-unterstuetzt-die-aussenpolitik">Künstliche Intelligenz unterstützt die Außenpolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Beobachtung sozialer Netzwerke setzt das Auswärtige Amt zunehmend auf künstliche Intelligenz und datenbasierte Analysen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KI-Systeme helfen beispielsweise bei der Recherche, der Auswertung großer Datenbestände, Übersetzungen und der Vorbereitung diplomatischer Handlungsempfehlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei werden sowohl interne Informationen als auch Daten internationaler Organisationen verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generative KI kann zudem für Textentwürfe und die Strukturierung von Argumentationen eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung betont jedoch, dass sämtliche Ergebnisse einer menschlichen Kontrolle unterliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Automatisierte außenpolitische Entscheidungen sind nach der KI-Charta des Auswärtigen Amts nicht zulässig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche konkreten Softwareprodukte und Dienstleister das Ministerium einsetzt, wird nur teilweise offengelegt. Die Bundesregierung verweist auf Sicherheitsrisiken, die durch eine vollständige Veröffentlichung der verwendeten technischen Infrastruktur entstehen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für KI- und Datenanalysevorhaben nennt die Bundesregierung Ausgaben von rund 5,1 Millionen Euro für 2023, rund 3,1 Millionen Euro für 2024 und rund vier Millionen Euro für 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Personalkosten lassen sich nach ihren Angaben nicht vollständig zuordnen, weil zahlreiche Beschäftigte entsprechende Aufgaben neben anderen Tätigkeiten wahrnehmen.</p>



<h2 id="h-keine-geplanten-externen-auftrage-zur-beobachtung-auslandischer-wahlen" class="wp-block-heading"><span id="keine-geplanten-externen-auftraege-zur-beobachtung-auslaendischer-wahlen">Keine geplanten externen Aufträge zur Beobachtung ausländischer Wahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion fragte auch nach möglichen Maßnahmen zur Beobachtung der amerikanischen Kongresswahlen und weiterer Wahlen im Ausland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ging es insbesondere um eine mögliche Beteiligung privater Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärte, die Beobachtung wichtiger politischer Ereignisse im Ausland gehöre zum gesetzlichen Auftrag des Auswärtigen Amts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine externe Beauftragung für die genannten Wahlbeobachtungen sei jedoch nicht geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten teilte die Bundesregierung mit, dass das Auswärtige Amt bis zur Auflösung des amerikanischen Global Engagement Center Ende 2024 mit dieser Einrichtung zusammengearbeitet habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setze die Kooperation gegen ausländische Informationsmanipulation weiterhin innerhalb der G7 und der NATO fort.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bestreitet-politische-steuerung-von-ki-und-offentlichen-debatten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bestreitet-politische-steuerung-von-ki-und-oeffentlichen-debatten">Bundesregierung bestreitet politische Steuerung von KI und öffentlichen Debatten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion wollte schließlich wissen, ob die Bundesregierung versucht habe, die Antworten künstlicher Intelligenz oder die Algorithmen großer Sprachmodelle im Sinne ihrer politischen Positionen zu beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort fällt eindeutig aus.&nbsp;„Eine Beeinflussung von Algorithmen von KI-Tools wie Large Language Models findet nicht statt“, erklärt die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-spricht-von-wahrheitsministerium-gruene-wollen-schaerfere-massnahmen-gegen-desinformation/">Auch den Vorwurf, staatlich finanzierte Untersuchungen würden gezielt gegen die AfD eingesetzt, weist sie zurück.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">So sei eine Untersuchung der TikTok-Kommunikation von AfD-Konten vor der Europawahl 2024 nicht durch die Bundesregierung finanziert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso habe die Bundesregierung eine Untersuchung des Institute for Strategic Dialogue zur ausländischen Informationsmanipulation bei der Bundestagswahl 2025 nicht gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestagsanhoerung-warnt-vor-desinformation-als-angriff-auf-demokratien/">Gleichzeitig bestätigt das Auswärtige Amt Förderungen anderer Untersuchungen zu digitalen Bedrohungen, Desinformation und extremistischen Netzwerken.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung sieht darin Maßnahmen zur Stärkung demokratischer Debatten und zum Schutz vor ausländischer Einflussnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Rechtmäßigkeit einzelner Online-Inhalte entscheiden nach ihrer Darstellung weiterhin die zuständigen Gerichte und Behörden beziehungsweise die Plattformbetreiber im Rahmen der geltenden europäischen Digitalgesetze.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland setzt auf Mauretanien – aber ein Wasserstoffabkommen gibt es nicht</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-auf-mauretanien-aber-ein-wasserstoffabkommen-gibt-es-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 17:50:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mauretanien gilt Berlin als Schlüsselpartner im Sahel. Doch obwohl Deutschland neun Millionen Euro für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft zusagt, gibt es keine Verhandlungen über Lieferungen nach Deutschland. Bei der Sicherheitskooperation geht Berlin deutlich weiter – und hält mögliche Geheimdienstkontakte unter Verschluss.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-setzt-auf-mauretanien-aber-ein-wasserstoffabkommen-gibt-es-nicht%2F&amp;action_name=Deutschland%20setzt%20auf%20Mauretanien%20%E2%80%93%20aber%20ein%20Wasserstoffabkommen%20gibt%20es%20nicht&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-auf-mauretanien-aber-ein-wasserstoffabkommen-gibt-es-nicht/">Deutschland setzt auf Mauretanien – aber ein Wasserstoffabkommen gibt es nicht</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung baut ihre Sicherheits- und Wirtschaftsbeziehungen zu Mauretanien aus, verhandelt mit dem westafrikanischen Staat jedoch nicht über den Export von grünem Wasserstoff nach Deutschland. Das bestätigte sie in einer am 21. Oktober 2026 veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion. Während Berlin deutsche Unternehmen bei Wasserstoffprojekten unterstützt und Millionen Euro für bessere Investitionsbedingungen bereitstellt, gewinnt Mauretanien zugleich als Partner bei der Terrorismusbekämpfung und Migrationspolitik an Bedeutung. Zur möglichen Zusammenarbeit deutscher und mauretanischer Nachrichtendienste verweigert die Bundesregierung dagegen jede Auskunft.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bestatigt-keine-verhandlungen-uber-wasserstoffexporte" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bestaetigt-keine-verhandlungen-ueber-wasserstoffexporte">Bundesregierung bestätigt: Keine Verhandlungen über Wasserstoffexporte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfügt über große Flächen mit günstigen Bedingungen für Wind- und Solarenergie. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sicherheit-lng-und-gruenen-wasserstoff/" data-type="post" data-id="28987">Daraus könnte künftig grüner Wasserstoff hergestellt werden, der auch für die deutsche Industrie interessant ist.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete staatliche Verhandlungen über entsprechende Lieferungen finden derzeit allerdings nicht statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Bundesrepublik verhandelt derzeit nicht mit der mauretanischen Regierung über den Export von grünem Wasserstoff nach Deutschland“, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit unterscheidet Berlin zwischen der politischen Unterstützung einer künftigen Wasserstoffwirtschaft und verbindlichen Vereinbarungen über Lieferungen nach Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch neue bilaterale Abkommen oder Absichtserklärungen wurden während des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul in Mauretanien im Juli nicht unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung betrachtet die Entwicklung konkreter Wasserstoffprojekte grundsätzlich als Aufgabe privater Unternehmen. Eigene Infrastrukturprojekte zur Energieerzeugung finanziert sie in Mauretanien nach eigenen Angaben nicht.</p>



<h2 id="h-neun-millionen-euro-fur-rahmenbedingungen-der-energiewirtschaft" class="wp-block-heading"><span id="neun-millionen-euro-fuer-rahmenbedingungen-der-energiewirtschaft">Neun Millionen Euro für Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Finanziell unterstützt Deutschland jedoch den Aufbau der Voraussetzungen für Investitionen in erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ein entsprechendes Vorhaben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurden fünf Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zugesagt und beauftragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere vier Millionen Euro wurden 2025 zugesagt, waren zum Zeitpunkt der Regierungsantwort aber noch nicht beauftragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Förderung umfasst damit Zusagen über insgesamt neun Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel dienen der technischen Zusammenarbeit und werden von der GIZ eingesetzt. Sie werden nicht direkt an die mauretanische Regierung ausgezahlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darlehen oder Bundesgarantien sind für dieses Vorhaben nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei deutsche Unternehmen sind nach Kenntnis der Bundesregierung bereits an geplanten Wasserstoffprojekten beteiligt: Möhring Energie am Projekt Nayrah und Select New Energies GmbH am Projekt Megaton Moon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Wadephuls Besuch gehörten außerdem Vertreter von Enertrag, VIDA.place, Infosim und fibrisTerre Systems sowie des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft zur Wirtschaftsdelegation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unternehmen konnten nach Darstellung der Bundesregierung neue Kontakte knüpfen und bestehende Kooperationen vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine umfassendere bilaterale Rohstoffpartnerschaft mit Mauretanien ist derzeit nicht geplant.</p>



<h2 id="h-bundeswehrberater-sollen-mauretaniens-sicherheitskrafte-unterstutzen" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehrberater-sollen-mauretaniens-sicherheitskraefte-unterstuetzen">Bundeswehrberater sollen Mauretaniens Sicherheitskräfte unterstützen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sicherheitspolitik geht die Zusammenarbeit bereits über wirtschaftliche Absichtserklärungen hinaus.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="636" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-1024x636.jpeg" alt="" class="wp-image-31019 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-1024x636.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-300x186.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-768x477.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-380x236.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T-800x497.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HNwpB64XkAEA96T.jpeg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/" data-type="post" data-id="28953">Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte während seines Besuchs die Entsendung einer Bundeswehrberatergruppe an.</a> Sie erfolgt im Rahmen des deutschen Ausstattungshilfeprogramms für ausländische Streitkräfte.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet Mauretanien als „verlässlichen Partner“ bei der Stabilisierung des Sahel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin verbindet dabei militärische Unterstützung, Entwicklungszusammenarbeit und Maßnahmen zur Prävention von Extremismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfolgt nach Einschätzung der Bundesregierung einen Sicherheitsansatz, der militärische Maßnahmen mit sozialer Entwicklung und religiösem Dialog kombiniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2011 sei auf mauretanischem Staatsgebiet kein terroristischer Anschlag mehr verübt worden, erklärt die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-deutschlands-sicherheit-wird-auch-im-sahel-entschieden/" data-type="post" data-id="30584">Besondere Bedeutung misst sie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten bei. </a>Die Gewalt bewaffneter Gruppen in Mali und weiteren Teilen des Sahel belastet auch die Sicherheitslage in den angrenzenden Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben bilateraler Ausbildungs- und Ausstattungshilfe unterstützt Deutschland Mauretaniens Sicherheitskräfte im Rahmen der NATO und der Europäischen Union.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-verweigert-auskunft-zur-geheimdienstkooperation" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-verweigert-auskunft-zur-geheimdienstkooperation">Bundesregierung verweigert Auskunft zur Geheimdienstkooperation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie weit die sicherheitspolitische Zusammenarbeit tatsächlich reicht, bleibt teilweise offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion wollte wissen, ob die Bundesregierung unmittelbar mit dem mauretanischen Militär oder Geheimdienst bei der Terrorismusbekämpfung kooperiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bestätigte ihre militärische Unterstützung, verweigerte jedoch weitergehende Informationen unter Hinweis auf das Staatswohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesnachrichtendienst habe nach sorgfältiger Abwägung entschieden, dass die Frage selbst in eingestufter Form nicht beantwortet werden könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">Eine Offenlegung könnte nach Darstellung der Bundesregierung besonders schutzbedürftige Einzelheiten nachrichtendienstlicher Zusammenarbeit bekannt machen und das Vertrauen ausländischer Partner beeinträchtigen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stellte Berlin ausdrücklich klar, dass die Verweigerung weder als Bestätigung noch als Verneinung einer solchen Zusammenarbeit zu verstehen sei.</p>



<h2 id="h-frauen-sollen-radikalisierung-mit-religiosem-dialog-verhindern" class="wp-block-heading"><span id="frauen-sollen-radikalisierung-mit-religioesem-dialog-verhindern">Frauen sollen Radikalisierung mit religiösem Dialog verhindern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderer Bestandteil der deutschen Extremismusprävention in Mauretanien ist die Unterstützung des sogenannten Mourchidates-Netzwerks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich um religiös ausgebildete Frauen, die in Gemeinden, Moscheen, Koranschulen, Jugendzentren und Gefängnissen gegen extremistische Ideologien arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Bundesregierung umfasst das Netzwerk inzwischen mehr als 75 Frauen. Sie sind insbesondere in der Grenzregion zu Mali und im Flüchtlingslager Mbera aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frauen nutzen religiöse Argumente, um Radikalisierungsprozessen entgegenzuwirken. Dabei beziehen sie Familienangehörige und örtliche Imame ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist auf Berichte des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), wonach es dem Netzwerk gelungen sei, Radikalisierungsprozesse zu stoppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland fördert seit 2024 ein entsprechendes UNODC-Projekt zur Stärkung von Frauennetzwerken gegen gewalttätigen Extremismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierung läuft nach Angaben der Bundesregierung bis zum 31. Juli 2028.</p>



<h2 id="h-mauretanien-nimmt-mindestens-350-000-fluchtlinge-auf" class="wp-block-heading"><span id="mauretanien-nimmt-mindestens-350-000-fluechtlinge-auf">Mauretanien nimmt mindestens 350.000 Flüchtlinge auf</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Migrationspolitik gehört zu den Schwerpunkten der deutsch-mauretanischen Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet Mauretanien als wichtigen Partner bei der Steuerung und Begrenzung irregulärer Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2024 besteht eine Migrationspartnerschaft zwischen der Europäischen Union und Mauretanien. Das Land liegt an der Atlantikroute, über die Migranten versuchen, die spanischen Kanarischen Inseln zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich beherbergt Mauretanien eine große Zahl von Menschen, die vor Gewalt in den Nachbarstaaten geflohen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Informationen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR halten sich mindestens 350.000 Flüchtlinge im Land auf, überwiegend in der Grenzregion zu Mali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung würdigt die Aufnahmeleistung Mauretaniens, weist aber darauf hin, dass das Land angesichts seiner begrenzten Ressourcen an Kapazitätsgrenzen gerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt die Stabilisierung der Grenzregionen zu Mali und Senegal durch entwicklungspolitische Maßnahmen. Eine direkte deutsche Unterstützung des mauretanischen Grenzschutzes findet nach Angaben der Bundesregierung nicht statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pläne zur Einrichtung von Asylverfahrenszentren in Mauretanien bestehen derzeit ebenfalls nicht.</p>



<h2 id="h-china-turkei-und-russland-verstarken-ihre-prasenz" class="wp-block-heading"><span id="china-tuerkei-und-russland-verstaerken-ihre-praesenz">China, Türkei und Russland verstärken ihre Präsenz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Deutschland und der Europäischen Union unterhält Mauretanien Beziehungen zu weiteren internationalen Partnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China ist nach Angaben der Bundesregierung der wichtigste Abnehmer mauretanischer Rohstoffe. Chinesische Unternehmen sind besonders im Bausektor tätig, während eine chinesische Fischereiflotte vor der Küste des Landes operiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien beteiligt sich seit Juli 2023 offiziell an der chinesischen Infrastrukturinitiative Belt and Road.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Türkei ist im Sicherheitssektor aktiv. Sie bildet mauretanische Sicherheitskräfte aus, liefert Rüstungsgüter und engagiert sich im Bildungsbereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Russland bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung militärische und justizielle Vereinbarungen sowie wirtschaftliche Absichtserklärungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setzt in seiner Zusammenarbeit mit Mauretanien dagegen besonders auf Sicherheitskooperation, Extremismusprävention und die Förderung privatwirtschaftlicher Investitionen.</p>



<h2 id="h-wadephuls-reise-nach-20-jahren-ohne-neue-abkommen" class="wp-block-heading"><span id="wadephuls-reise-nach-20-jahren-ohne-neue-abkommen">Wadephuls Reise nach 20 Jahren ohne neue Abkommen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Johann Wadephul hatte Mauretanien am 20. Juli 2026 besucht. Es war die erste Reise eines deutschen Außenministers in das Land seit rund 20 Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nouakchott traf er Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani und Außenminister Mohamed Salem Ould Merzoug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise führte außerdem zu einem Projektbesuch bei den Mourchidates.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Aufmerksamkeit sorgte die gemeinsame Pressebegegnung der beiden Außenminister, die ohne Fragen von Journalisten beendet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Nachfrage der AfD-Fraktion erklärte die Bundesregierung, die Veranstaltung sei beendet worden, damit das anschließende Gespräch mit Präsident Ghazouani pünktlich beginnen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfüge im regionalen Vergleich über eine verhältnismäßig freie Medienlandschaft. Regierungsvertreter stünden regelmäßig für Fragen zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bislang verbuchten Kosten der Ministerreise bezifferte die Bundesregierung auf 4.523 Euro. Eine abschließende Abrechnung lag noch nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Reise wurden weder neue Regierungsabkommen noch Absichtserklärungen unterzeichnet.</p>
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		<title>Wie Alice Weidel dem Ausland die Außen- und Migrationspolitik der AfD erklärt</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wie-alice-weidel-dem-ausland-die-aussen-und-migrationspolitik-der-afd-erklaert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 17:15:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Es ist nicht unser Krieg“, „Hundert Prozent der Syrer müssen zurück“ und „Warum sollten wir?“ – Alice Weidel erklärt dem britischen Economist, wie die AfD Deutschland regieren würde. Die Nachfragen zu Russland, Migration und Rechtsextremismus legen auch Widersprüche offen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwie-alice-weidel-dem-ausland-die-aussen-und-migrationspolitik-der-afd-erklaert%2F&amp;action_name=Wie%20Alice%20Weidel%20dem%20Ausland%20die%20Au%C3%9Fen-%20und%20Migrationspolitik%20der%20AfD%20erkl%C3%A4rt&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wie-alice-weidel-dem-ausland-die-aussen-und-migrationspolitik-der-afd-erklaert/">Wie Alice Weidel dem Ausland die Außen- und Migrationspolitik der AfD erklärt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">AfD-Chefin Alice Weidel hat in einem Interview mit dem britischen Wirtschaftsmagazin&nbsp;<em>The Economist</em>&nbsp;weitreichende Forderungen zur deutschen Außen- und Migrationspolitik formuliert: Deutschland solle die Unterstützung der Ukraine beenden, wieder enger mit Russland zusammenarbeiten und Millionen Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückschicken. Im Oktober 2026 stellte sie sich dazu im Bundestag in Berlin den Fragen von&nbsp;<em>Economist</em>-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes. Besonders deutlich wurde Weidel bei der Rückkehr syrischer, afghanischer und ukrainischer Flüchtlinge sowie bei ihrer Ablehnung weiterer deutscher Hilfen für Kiew. Zugleich versuchte sie, die AfD gegenüber einem internationalen Publikum als wirtschaftsliberale, migrationskritische und außenpolitisch pragmatische Partei darzustellen.</p>



<h2 id="h-ukraine-deutschland-soll-die-unterstutzung-beenden" class="wp-block-heading"><span id="ukraine-deutschland-soll-die-unterstuetzung-beenden">Ukraine: Deutschland soll die Unterstützung beenden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Außenpolitik stellt Weidel einen Grundsatz über die bisherigen deutschen Verpflichtungen gegenüber der Ukraine: „Deutschland zuerst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Vorsitzende sprach sich gegen die Fortsetzung der umfangreichen finanziellen und militärischen Unterstützung für Kiew aus. Deutschland habe bereits mehr als 100 Milliarden Euro für die Ukraine aufgewendet, behauptete sie, und gefährde mit seiner Politik zunehmend die eigene Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist nicht unser Krieg“, sagte Weidel. Die deutsche Außenpolitik müsse ausschließlich daran gemessen werden, ob sie den nationalen Interessen diene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar verurteilte sie den russischen Angriff auf die Ukraine ausdrücklich und bezeichnete das Land als souveränen Staat. Zugleich erklärte sie den Krieg aus ukrainischer Sicht für nicht gewinnbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Ukraine kann gegen Russland nicht gewinnen. Das ist unmöglich“, sagte Weidel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beddoes nachfragte, ob sie tatsächlich sämtliche deutsche Finanz- und Militärhilfen einstellen wolle, wich Weidel einer ausdrücklichen Ja-Nein-Antwort aus. Stattdessen verwies sie erneut auf die bisherigen Kosten und erklärte: „Ich stelle die Interessen meines Landes an erste Stelle. Deutschland zuerst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<em>Economist</em>-Chefredakteurin hielt dagegen, dass die Ukraine sich gegen einen russischen Angriff verteidige und ohne internationale Unterstützung ihre Unabhängigkeit kaum bewahren könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel verlangte stattdessen einen stärkeren diplomatischen Druck auf die ukrainische Führung, um Verhandlungen zu erzwingen. Auch russische Sicherheitsinteressen müssten bei einer Friedensregelung berücksichtigt werden.</p>



<h2 id="h-russland-sanktionen-beenden-und-wieder-energie-beziehen" class="wp-block-heading"><span id="russland-sanktionen-beenden-und-wieder-energie-beziehen">Russland: Sanktionen beenden und wieder Energie beziehen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrer Haltung zum Ukrainekrieg verbindet Weidel eine grundsätzliche Änderung der Beziehungen zu Moskau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kritisierte die europäischen Sanktionen gegen Russland und sprach sich dafür aus, wieder russisches Öl und Gas zu beziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während US-Präsident Donald Trump mit Wladimir Putin über wirtschaftliche Beziehungen spreche, verzichte Deutschland auf vergleichbare Möglichkeiten, argumentierte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen dasselbe für Deutschland, weil wir unsere Energiekosten senken müssen“, erklärte Weidel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob Russland auch für andere europäische Staaten eine militärische Bedrohung darstelle, gab sie keine direkte Einschätzung ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen wiederholte sie, deutsche Außenpolitik müsse an nationalen Interessen ausgerichtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beddoes auf russische Angriffe gegen ukrainische Städte und mögliche Gefahren für NATO-Mitglieder verwies, lenkte Weidel das Gespräch auf die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines und die historische Erweiterung des westlichen Militärbündnisses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie bezeichnete die Zerstörung der Pipelines als terroristischen Angriff auf deutsche Infrastruktur und kritisierte, dass die Bundesregierung nach ihrer Darstellung andere Sicherheitsbedrohungen stärker gewichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem warf sie westlichen Staaten vor, russische Sicherheitsbedenken über viele Jahre nicht ausreichend berücksichtigt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes widersprach der Darstellung, dass vor allem die westliche Politik für die Fortdauer des Krieges verantwortlich sei. Sie verwies auf Russlands Angriff im Februar 2022 und die anhaltenden Bombardierungen ukrainischer Städte.</p>



<h2 id="h-migration-alle-syrer-sollen-zuruck-auch-ukrainer-nach-kriegsende" class="wp-block-heading"><span id="migration-alle-syrer-sollen-zurueck-auch-ukrainer-nach-kriegsende">Migration: Alle Syrer sollen zurück – auch Ukrainer nach Kriegsende</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher als bei Russland formulierte Weidel ihre Vorstellungen zur Migrationspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-migrationspakt-bundesregierung-distanziert-sich-von-remigration-und-bevoelkerungsaustausch/" data-type="post" data-id="29534">Auf die Frage, was die AfD unter „Remigration“ verstehe, erklärte sie zunächst, es gehe ausschließlich um die Durchsetzung bestehender Gesetze.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025.jpg" alt="" class="wp-image-31008 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025-800x450.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Remigration bedeutet für uns die konsequente Anwendung und Durchsetzung des geltenden Rechts“, sagte Weidel.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen ohne Aufenthaltsrecht, abgelehnte Asylbewerber und ausländische Straftäter müssten Deutschland verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes fragte daraufhin nach den Forderungen anderer AfD-Politiker, Millionen Menschen zurückzuführen. Ob auch legal in Deutschland lebende Menschen betroffen wären, wollte die Journalistin wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel verwies auf den Wegfall von Fluchtgründen und wurde am Beispiel Syriens grundsätzlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hundert Prozent der syrischen Staatsbürger müssen in ihr Land zurückkehren, weil der Krieg in Syrien beendet ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für Menschen aus Afghanistan verlangte sie Rückführungen. Ukrainische Flüchtlinge müssten Deutschland verlassen, sobald der Krieg in ihrem Heimatland beendet sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengenommen sprach Weidel von „vier bis fünf Millionen“ Menschen, die Deutschland verlassen müssten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob tatsächlich bei sämtlichen Betroffenen die rechtlichen Voraussetzungen für eine Aufenthaltsbeendigung vorliegen, erläuterte sie nicht. Nach deutschem Recht hängen Aufenthalts- und Schutzansprüche unter anderem vom jeweiligen Status und den individuellen Umständen ab. Ein Kriegsende führt nicht automatisch zum Wegfall sämtlicher Aufenthaltsrechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidels pauschale Forderung ging damit über ihre anfängliche Beschreibung der Remigration als bloße Durchsetzung bereits bestehender Ausreisepflichten hinaus.</p>



<h2 id="h-fachkrafte-willkommen-aber-was-ist-mit-syrischen-arzten" class="wp-block-heading"><span id="fachkraefte-willkommen-aber-was-ist-mit-syrischen-aerzten">Fachkräfte willkommen – aber was ist mit syrischen Ärzten?</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<em>Economist</em>-Chefredakteurin konfrontierte Weidel anschließend mit einem Widerspruch: Deutschland benötige ausländische Fachkräfte, gerade auch im Gesundheitswesen. Syrische Ärzte seien bereits heute ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sollten diese Menschen zurückgeschickt werden, wenn gleichzeitig Personal fehle?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel unterschied daraufhin zwischen dem Asylsystem und der gezielten Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jeder Ausländer ist in Deutschland willkommen“, sagte sie zunächst, bevor sie ihre Aussage einschränkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Willkommen seien Menschen, die arbeiten, Steuern zahlen, zur Gesellschaft beitragen und keine Straftaten begehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir brauchen sie natürlich“, erklärte Weidel über ausländische Fachkräfte. Deutschland sei wegen seiner demografischen Entwicklung auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-verlangt-verschaerfte-herkunftsangaben-bei-kriminalstatistik/">Die AfD-Chefin betonte, dass sie mit ihrer Rückführungsforderung nicht über syrische Ärzte oder andere qualifizierte Arbeitnehmer gesprochen habe.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit blieb offen, wie eine AfD-geführte Bundesregierung mit Menschen umgehen würde, die ursprünglich als Flüchtlinge eingereist sind, inzwischen aber arbeiten und dauerhaft in Deutschland leben.</p>



<h2 id="h-streit-um-muslimische-fachkrafte-und-kulturelle-zugehorigkeit" class="wp-block-heading"><span id="streit-um-muslimische-fachkraefte-und-kulturelle-zugehoerigkeit">Streit um muslimische Fachkräfte und kulturelle Zugehörigkeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes griff auch eine Formulierung aus dem Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt auf. Darin wird eine Abhängigkeit Deutschlands von „kulturfremden Fachkräften“ abgelehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Journalistin wollte wissen, ob Weidel diese Position teile.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Vorsitzende distanzierte sich nicht ausdrücklich von der Formulierung. Stattdessen verteidigte sie den dahinterstehenden Gedanken anhand vermeintlicher Integrationsprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verwies auf Beispiele aus dem Polizeidienst, bei denen muslimische Männer weiblichen Kollegen aus religiösen Gründen nicht die Hand gegeben hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Ärzten sei entscheidend, dass sie Patientinnen respektierten und Frauen als gleichberechtigt anerkennten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Nachfrage, ob Deutschland deshalb weniger Menschen muslimischer Herkunft aufnehmen solle, antwortete Weidel:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, das sage ich nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend seien Integration und Verhalten, nicht die Religionszugehörigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Hautfarbe dürfe keine Rolle spielen, betonte sie und verwies dabei auf ihre eigene Partnerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was zählt, ist Leistung. Wir brauchen ein leistungsorientiertes System“, sagte Weidel.</p>



<h2 id="h-europa-reform-der-eu-statt-eindeutiger-austrittsforderung" class="wp-block-heading"><span id="europa-reform-der-eu-statt-eindeutiger-austrittsforderung">Europa: Reform der EU statt eindeutiger Austrittsforderung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Europapolitik versuchte Weidel, die Position ihrer Partei gegenüber dem internationalen Publikum einzuordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes erinnerte daran, dass die AfD in ihrem Bundestagswahlprogramm den Austritt Deutschlands aus dem Euro vorgesehen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel widersprach der Darstellung, ihre Partei wolle grundsätzlich aus der Europäischen Union oder der Gemeinschaftswährung ausscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist falsch. Unser Programm besagt, dass wir zunächst die Europäische Union reformieren wollen“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Ziel sei eine Gemeinschaft souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Freihandelsraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kompetenzen müssten stärker auf die Mitgliedstaaten zurückverlagert werden. Weidel kritisierte insbesondere die Europäische Kommission, die ihrer Ansicht nach zu weitreichend in Wirtschaft und Gesellschaft eingreife.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf wiederholte Nachfragen, ob Deutschland den Euro tatsächlich verlassen solle, legte sie sich nicht eindeutig fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen sprach sie über die Stabilität der Währung, die Schulden anderer Mitgliedstaaten und die Notwendigkeit verbindlicher finanzpolitischer Regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel für den Umgang mit der EU verwies Weidel auf den früheren britischen Premierminister David Cameron, der Reformforderungen mit der Möglichkeit eines Austritts verbunden hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein solcher Kurs führte in Großbritannien letztlich zum Brexit.</p>



<h2 id="h-afd-und-rechtsextremismus-weidel-weist-vorwurfe-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="afd-und-rechtsextremismus-weidel-weist-vorwuerfe-zurueck">AfD und Rechtsextremismus: Weidel weist Vorwürfe zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Ende des Interviews ging Beddoes auf rechtsextreme Positionen innerhalb der AfD ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verwies unter anderem auf das Wahlprogramm der Partei in Sachsen-Anhalt und auf die Verurteilung des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke wegen der Verwendung einer nationalsozialistischen Parole.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel bestritt, dass rechtsextreme Strömungen innerhalb ihrer Partei eine Rolle spielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben keine Extremisten in unserer Partei. Wir sind keine extremistische Partei“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Vorwurf, Höcke habe eine nationalsozialistische Parole verwendet, stellte sie infrage. Die juristische Verurteilung Höckes wegen der Verwendung der verbotenen SA-Parole „Alles für Deutschland“ blieb davon unberührt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes fragte mehrfach nach, ob die AfD-Vorsitzende tatsächlich ausschließen könne, dass es in ihrer Partei Politiker mit nationalsozialistischen oder faschistischen Überzeugungen gebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel hielt die Anschuldigungen für unbegründet und warf Kritikern vor, die AfD durch Bezüge zur NS-Zeit politisch diskreditieren zu wollen.</p>



<h2 id="h-brandmauer-zur-cdu-keine-kompromisse-bei-den-kernforderungen" class="wp-block-heading"><span id="brandmauer-zur-cdu-keine-kompromisse-bei-den-kernforderungen">Brandmauer zur CDU: Keine Kompromisse bei den Kernforderungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über die Möglichkeiten einer Regierungsbeteiligung wurde gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beddoes wollte wissen, ob Weidel zu politischen Kompromissen bereit wäre, sollte die CDU ihre bisherige Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD aufgeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidels Antwort fiel knapp aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warum sollten wir?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politik sei häufig eine Frage von Kompromissen, entgegnete die Journalistin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weidel erklärte daraufhin, dass bei den zentralen Positionen ihrer Partei keine Zugeständnisse vorgesehen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bei unseren wichtigsten Punkten, die ich dargelegt habe, gibt es keine Kompromisse“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CDU müsse sich zuerst bewegen. Sollte sie dies nicht bald tun, werde sie politisch weiter an Bedeutung verlieren, behauptete Weidel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verband die AfD-Vorsitzende ihre im Interview formulierten Forderungen zur Ukraine, Russland und Migration mit einer klaren Bedingung für eine mögliche Regierungszusammenarbeit: Nicht die AfD solle ihre wesentlichen Positionen ändern, sondern die Union ihre Haltung gegenüber der Partei.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wie-alice-weidel-dem-ausland-die-aussen-und-migrationspolitik-der-afd-erklaert/">Wie Alice Weidel dem Ausland die Außen- und Migrationspolitik der AfD erklärt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Alice-Weidel-Pressemitteilung-2025</media:title>
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		<title>Asyl in NRW: Somalia auf Platz vier der Herkunftsländer – über 56.000 Ausreisepflichtige</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/asyl-in-nrw-somalia-auf-platz-vier-der-herkunftslaender-ueber-56-000-ausreisepflichtige/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 10:59:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Somalia liegt unter den Herkunftsländern neuer Asylsuchender in NRW auf Platz vier – noch vor dem Irak.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fasyl-in-nrw-somalia-auf-platz-vier-der-herkunftslaender-ueber-56-000-ausreisepflichtige%2F&amp;action_name=Asyl%20in%20NRW%3A%20Somalia%20auf%20Platz%20vier%20der%20Herkunftsl%C3%A4nder%20%E2%80%93%20%C3%BCber%2056.000%20Ausreisepflichtige&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/asyl-in-nrw-somalia-auf-platz-vier-der-herkunftslaender-ueber-56-000-ausreisepflichtige/">Asyl in NRW: Somalia auf Platz vier der Herkunftsländer – über 56.000 Ausreisepflichtige</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Somalia gehört zu den vier wichtigsten Herkunftsländern neu erfasster Asylsuchender in Nordrhein-Westfalen, während auch Guinea, Angola und weitere afrikanische Staaten deutlich in der Statistik vertreten sind. Das zeigt ein am 21. Oktober 2026 dem Landtag zugeleiteter Bericht des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums mit Zahlen bis Ende Juli. Von insgesamt 8.927 im ersten Halbjahr und im Juli registrierten Zugängen entfielen 588 auf Somalia, womit das Land noch vor dem Irak lag. Zugleich meldet Nordrhein-Westfalen eine vergleichsweise geringe Belegung seiner staatlichen Flüchtlingsunterkünfte.</p>



<h2 id="h-somalia-vor-irak-auf-platz-vier-in-nordrhein-westfalen" class="wp-block-heading"><span id="somalia-vor-irak-auf-platz-vier-in-nordrhein-westfalen">Somalia vor Irak auf Platz vier in Nordrhein-Westfalen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Januar und Juli 2026 wurden in Nordrhein-Westfalen über das bundesweite Erstverteilungssystem EASY insgesamt 8.927 Zugänge von Asylerstantragstellenden registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Personen kamen aus Syrien mit 1.751 Zugängen, gefolgt von Afghanistan mit 1.524 und der Türkei mit 804.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somalia erreichte mit 588 registrierten Personen den vierten Platz. Der Anteil an allen Zugängen betrug 6,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit lag Somalia knapp vor dem Irak, für den 579 Zugänge erfasst wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bundesweit gehörte Somalia zu den wichtigsten Herkunftsländern. Mit 2.257 registrierten Personen belegte es unter insgesamt 42.471 Zugängen den vierten Platz und erreichte einen Anteil von 5,3 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen beziehen sich auf die Erfassung im EASY-System. Sie sind nicht mit der Zahl positiv beschiedener Asylanträge oder mit einem vollständigen Bild aller Zuwanderungsformen gleichzusetzen.</p>



<h2 id="h-guinea-angola-und-eritrea-ebenfalls-stark-vertreten" class="wp-block-heading"><span id="guinea-angola-und-eritrea-ebenfalls-stark-vertreten">Guinea, Angola und Eritrea ebenfalls stark vertreten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Somalia erscheinen acht weitere afrikanische Länder unter den 20 wichtigsten Herkunftsstaaten in Nordrhein-Westfalen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Guinea wurden 330 Zugänge erfasst, aus Angola 221 und aus Eritrea 157.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Herkunftsländer waren Nigeria mit 155, Ghana mit 147, die Demokratische Republik Kongo mit 139, Marokko mit 133 und Algerien mit 105 registrierten Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen entfallen damit mindestens 1.975 der 8.927 Zugänge auf die neun afrikanischen Staaten, die unter den 20 wichtigsten Herkunftsländern aufgeführt sind. Das entspricht rund 22 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tatsächliche Gesamtzahl afrikanischer Herkunftsstaaten in der Statistik kann höher liegen, da Länder außerhalb der Top 20 in dieser Übersicht nicht einzeln ausgewiesen werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-30991 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278-1160x653.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Drehscheibe_Koeln-Bonn_Airport_-_Ankunft_Fluechtlinge_5._Oktober_2015-0278.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auffällig ist die unterschiedliche Verteilung innerhalb Deutschlands. Bundesweit lag Guinea mit 665 erfassten Personen deutlich hinter Somalia, während es in Nordrhein-Westfalen das siebtwichtigste Herkunftsland war.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Angola war in NRW mit 221 Zugängen unter den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten vertreten, tauchte aber in der bundesweiten Top-20-Liste nicht auf.</p>



<h2 id="h-asylzugange-im-jahresverlauf-niedriger" class="wp-block-heading"><span id="asylzugaenge-im-jahresverlauf-niedriger">Asylzugänge im Jahresverlauf niedriger</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die monatlichen EASY-Zugänge in Nordrhein-Westfalen lagen im Juli deutlich unter denen vom Jahresbeginn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar waren noch 1.583 Personen registriert worden, im Februar 1.325 und im März 1.349.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni betrug die Zahl 1.141 und im Juli 1.073.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Zahl der neuen Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Nordrhein-Westfalen zugeordnet wurden, entwickelte sich im Jahresverlauf rückläufig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während im Januar rund 2.400 Neuanträge verzeichnet wurden, waren es im Juni und Juli jeweils rund 1.000.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der behördlichen Entscheidungen lag in sämtlichen Monaten über der Zahl der neuen Anträge. Im Juli wurden rund 2.700 Verfahren entschieden.</p>



<h2 id="h-nur-35-prozent-der-aktiven-unterkunftsplatze-belegt" class="wp-block-heading"><span id="nur-35-prozent-der-aktiven-unterkunftsplaetze-belegt">Nur 35 Prozent der aktiven Unterkunftsplätze belegt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den Zugängen veröffentlichte die Landesregierung neue Zahlen zur Unterbringung geflüchteter Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang August betrieb Nordrhein-Westfalen 25.361 aktive Plätze in Erstaufnahme- und anderen staatlichen Unterbringungseinrichtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 2. August waren dort 8.756 Geflüchtete untergebracht. Das entsprach einer durchschnittlichen Auslastung von 35 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Erstaufnahmeeinrichtungen betrug die Belegung 25 Prozent, bei den zentralen Unterbringungseinrichtungen und Notunterkünften 37 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung will dennoch ausreichende Kapazitäten für mögliche zusätzliche Zugänge bereithalten und die Kommunen bei der Unterbringung entlasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr längerfristiges Kapazitätskonzept sieht insgesamt 35.000 Plätze vor, darunter 7.000 Reserveplätze, die kurzfristig aktiviert werden können.</p>



<h2 id="h-mehr-als-ein-drittel-seit-uber-einem-jahr-in-landeseinrichtungen" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-ein-drittel-seit-ueber-einem-jahr-in-landeseinrichtungen">Mehr als ein Drittel seit über einem Jahr in Landeseinrichtungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den freien Unterkunftskapazitäten zeigen die Zahlen eine lange Aufenthaltsdauer für einen Teil der Asylsuchenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 8.633 zum Stichtag erfassten zuweisungsfähigen Asylsuchenden lebten 3.308 bereits länger als zwölf Monate in einer Landeseinrichtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das entspricht rund 38 Prozent dieser Personengruppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 893 Personen waren länger als neun Monate und 807 länger als sechs Monate untergebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nrw-prueft-koelner-auslaenderbehoerde-nach-streit-um-abschiebehilfe/" data-type="post" data-id="30606">Die Landesregierung verwies darauf, dass bei bestimmten Asylverfahren rechtliche und organisatorische Hindernisse bestehen können, die eine frühere Zuweisung in die Kommunen verzögern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis Ende Juli wurden 7.128 Asylsuchende aus dem Landessystem kommunalen Einrichtungen zugewiesen. Hinzu kamen 3.477 Zuweisungen anerkannter Schutzberechtigter auf Grundlage aufenthaltsrechtlicher Regelungen.</p>



<h2 id="h-mehr-als-56-000-ausreisepflichtige-in-nrw-registriert" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-56-000-ausreisepflichtige-in-nrw-registriert">Mehr als 56.000 Ausreisepflichtige in NRW registriert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht enthält auch Zahlen über Rückführungen und ausreisepflichtige Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum 30. Juni 2026 waren in Nordrhein-Westfalen 56.604 ausreisepflichtige Menschen im Ausländerzentralregister erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon verfügten 45.002 über eine Duldung. Eine Duldung bedeutet, dass die Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist, die Ausreisepflicht aber grundsätzlich bestehen bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im ersten Halbjahr 2026 wurden aus Nordrhein-Westfalen 1.931 Rückführungen einschließlich Dublin-Überstellungen registriert. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 2.494 gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig stieg die Zahl der im Rahmen des Programms REAG/GARP geförderten freiwilligen Rückreisen aus Nordrhein-Westfalen von 1.336 im ersten Halbjahr 2025 auf vorläufig 1.428 im ersten Halbjahr 2026.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/338-673-ausweisungen-registriert/">Eine Aufschlüsselung dieser Rückführungen und freiwilligen Rückreisen nach einzelnen afrikanischen Herkunftsländern enthält der Bericht nicht.</a></p>
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			<media:title type="html">Drehscheibe Köln-Bonn Airport &#8211; Ankunft Flüchtlinge 5. Oktober 2015</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Kagame empfängt deutsche Staatsministerin Güler in Ruanda – Treffen nach Mord an Regimekritiker</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/kagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 07:36:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30968</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ruandas Präsident Paul Kagame empfängt die deutsche Staatsministerin Serap Güler persönlich in Kigali. Der hochrangige Austausch erfolgt nur drei Tage nach dem gewaltsamen Tod des ruandischen Regierungskritikers Robert Kabera im ugandischen Exil.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fkagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker%2F&amp;action_name=Kagame%20empf%C3%A4ngt%20deutsche%20Staatsministerin%20G%C3%BCler%20in%20Ruanda%20%E2%80%93%20Treffen%20nach%20Mord%20an%20Regimekritiker&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/kagame-empfaengt-deutsche-staatsministerin-gueler-in-ruanda-treffen-nach-mord-an-regimekritiker/">Kagame empfängt deutsche Staatsministerin Güler in Ruanda – Treffen nach Mord an Regimekritiker</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Präsident Paul Kagame hat die deutsche Staatsministerin Serap Güler in Kigali empfangen, um über den Ausbau der bilateralen Beziehungen zu sprechen. <a href="https://fokus-afrika.de/ebola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo/" data-type="post" data-id="30905">Das Treffen fand am Dienstag, 20. Oktober 2026, im Präsidentensitz Village Urugwiro statt. </a>Der Empfang auf Präsidentenebene unterstreicht die Bedeutung, die Ruanda den Beziehungen zu Deutschland beimisst. Zugleich gerät die ruandische Führung nach der Ermordung des im ugandischen Exil lebenden Regierungskritikers Robert Kabera erneut wegen des Umgangs mit politischen Gegnern in die Kritik.</p>



<h2 id="h-kagame-empfangt-guler-personlich-im-prasidentenpalast" class="wp-block-heading"><span id="kagame-empfaengt-gueler-persoenlich-im-praesidentenpalast">Kagame empfängt Güler persönlich im Präsidentenpalast</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ruandische Präsidentschaft bestätigte das Treffen zwischen Paul Kagame und Serap Güler über ihren offiziellen X-Account.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt der Gespräche habe die Stärkung der umfangreichen bilateralen Zusammenarbeit in Bereichen von gemeinsamem Interesse gestanden. Einzelne Vereinbarungen oder konkrete neue Projekte wurden zunächst nicht bekannt gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler ist seit Mai 2025 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und befasst sich innerhalb der Bundesregierung insbesondere mit den Beziehungen zu afrikanischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Kagame die deutsche Politikerin persönlich empfing, ist diplomatisch bemerkenswert. Staatsministerinnen und Staatsminister gehören zur politischen Leitung des Auswärtigen Amts, stehen in der protokollarischen Rangordnung jedoch unter dem Bundesaußenminister.</p>



<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">VIDEO

On Tuesday, at Urugwiro Village, President Kagame received Hon. Serap Güler, Minister of State at the German Federal Foreign Office. 

Their discussions focused on strengthening the extensive bilateral cooperation between Rwanda and Germany in areas of mutual interest.#RBANews</p>&mdash; Rwanda Broadcasting Agency (RBA) (@rbarwanda) <a href="https://x.com/rbarwanda/status/2112588331426972006?ref_src=twsrc%5Etfw">October 20, 2026</a></blockquote>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Empfang durch das ruandische Staatsoberhaupt eröffnet damit einen unmittelbaren Gesprächskanal auf höchster politischer Ebene, ohne dass ein Besuch des Bundeskanzlers oder des Außenministers erforderlich war.</p>



<h2 id="h-ermordung-von-robert-kabera-belastet-ruandas-internationales-ansehen" class="wp-block-heading"><span id="ermordung-von-robert-kabera-belastet-ruandas-internationales-ansehen">Ermordung von Robert Kabera belastet Ruandas internationales Ansehen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch fällt in eine Phase erneuter Kritik an der ruandischen Regierung wegen des Umgangs mit Oppositionellen und ehemaligen Angehörigen der Streitkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ruandischer-regierungskritiker-robert-kabera-in-uganda-getoetet-leiche-ohne-kopf-gefunden/" data-type="post" data-id="30898">Nur drei Tage vor dem Treffen wurde der frühere ruandische Soldat und Regierungskritiker Robert Kabera tot in Uganda aufgefunden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine enthauptete Leiche wurde am 17. Oktober im Bezirk Mpigi nahe der Hauptstadt Kampala entdeckt. Die ugandische Polizei leitete Mordermittlungen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kabera hatte Ruanda 2020 verlassen und war nach Uganda geflohen. Dort entwickelte er sich zu einem öffentlichen Kritiker von Präsident Kagame und der ruandischen Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über seinen YouTube-Kanal „Major Robert TV“ erreichte der ehemalige Soldat mehr als 140.000 Abonnenten. Er äußerte sich regelmäßig zur politischen Entwicklung Ruandas und unterstützte öffentlich auch oppositionelle Persönlichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermordung löste unter ruandischen Exilgemeinschaften Besorgnis aus. Der oppositionelle Rwanda National Congress forderte die ugandischen Behörden auf, den Mord umfassend aufzuklären und den Schutz ruandischer Flüchtlinge zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Regierung sieht sich seit Jahren mit Vorwürfen konfrontiert, politische Gegner auch außerhalb des eigenen Staatsgebietes zu verfolgen. Kigali hat entsprechende Anschuldigungen wiederholt zurückgewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Beteiligung ruandischer staatlicher Stellen an der Ermordung Kaberas liegt bislang kein bestätigter Nachweis vor. Die ugandischen Ermittler haben weder ein Motiv abschließend festgestellt noch Verantwortliche identifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Güler den Todesfall oder die Menschenrechtslage bei ihrem Gespräch mit Kagame ansprach, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.</p>



<h2 id="h-ruandas-botschafter-ist-doyen-der-afrikanischen-diplomaten-in-berlin" class="wp-block-heading"><span id="ruandas-botschafter-ist-doyen-der-afrikanischen-diplomaten-in-berlin">Ruandas Botschafter ist Doyen der afrikanischen Diplomaten in Berlin</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beziehungen zwischen Ruanda und Deutschland werden auch durch die diplomatische Präsenz des Landes in Berlin geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruandas Botschafter Igor César gehört zu den dienstälteren afrikanischen Botschaftern in Deutschland. Er ist seit August 2015 in Berlin akkreditiert und nimmt als Doyen des afrikanischen diplomatischen Korps eine besondere Funktion ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Rolle vertritt er bei gemeinsamen diplomatischen Veranstaltungen und Kontakten auch die Interessen des afrikanischen Botschafterkreises.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist César nicht nur Ansprechpartner für die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Ruanda, sondern auch für übergreifende Fragen der deutschen Afrikapolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. Juni 2026 gehörten sowohl César als auch Güler zu den zentralen Teilnehmern eines Empfangs der Deutschen Afrika Stiftung und der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft zu Ehren des afrikanischen diplomatischen Korps.</p>



<p class="wp-block-paragraph">César hielt die Begrüßungsrede als Doyen der afrikanischen Botschafter, während Güler die Hauptrede der Veranstaltung übernahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide sind somit über gemeinsame diplomatische Formate in Berlin miteinander verbunden. Ob diese Kontakte bei der Vorbereitung des Besuchs in Kigali eine Rolle spielten, ist nicht öffentlich bekannt.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-ruanda-bei-bildung-gesundheit-und-infrastruktur" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-ruanda-bei-bildung-gesundheit-und-infrastruktur">Deutschland unterstützt Ruanda bei Bildung, Gesundheit und Infrastruktur</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Ruanda unterhalten seit der Unabhängigkeit des ostafrikanischen Landes im Jahr 1962 diplomatische Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit umfasst Entwicklungsförderung, wirtschaftliche Beziehungen, berufliche Bildung, Gesundheit, Energieversorgung und Infrastruktur.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="820" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2.jpeg" alt="" class="wp-image-30970 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2-300x240.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2-768x615.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2-380x304.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HVFXB3WWUAAXAq2-800x641.jpeg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Unterstützung fließt unter anderem in die berufliche Qualifizierung, den Bau und die Ausstattung öffentlicher Einrichtungen sowie in Maßnahmen zur Verbesserung der Stromversorgung und wirtschaftlichen Entwicklung.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2025 stellte Deutschland Ruanda&nbsp;weitere 18 Millionen Euro als Zuschuss für Entwicklungsmaßnahmen zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch deutsche Unternehmen sind in Ruanda aktiv. Die ruandische Nachrichtenagentur beziffert ihre Zahl auf rund 25 und nennt unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Energieversorgung und Bautechnologie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ergänzt die politischen Beziehungen zwischen Berlin und Kigali.</p>



<h2 id="h-beziehungen-zwischen-berlin-und-kigali-vor-regionalen-herausforderungen" class="wp-block-heading"><span id="beziehungen-zwischen-berlin-und-kigali-vor-regionalen-herausforderungen">Beziehungen zwischen Berlin und Kigali vor regionalen Herausforderungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda nimmt auch in der Sicherheitspolitik der Region der Großen Seen eine wichtige Rolle ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders die Beziehungen zur Demokratischen Republik Kongo stehen im internationalen Fokus. Seit Jahren werfen kongolesische Behörden der ruandischen Regierung vor, die bewaffnete Bewegung M23 im Osten des Landes zu unterstützen. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-verhaengen-sanktionen-gegen-ruandas-armee/">Kigali bestreitet die Vorwürfe und verweist auf eigene Sicherheitsinteressen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-fordert-rueckzug-ruandischer-truppen-aus-ostkongo/" data-type="post" data-id="22307">Deutschland und europäische Partner haben wiederholt auf die Bedeutung einer diplomatischen Beilegung des Konflikts und der Achtung staatlicher Souveränität hingewiesen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der regionale Sicherheitskonflikt und die Menschenrechtslage bilden damit einen politischen Hintergrund der deutsch-ruandischen Beziehungen, während beide Regierungen ihre Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Bereichen fortsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ruandische Präsidentschaft beschränkte ihre öffentliche Mitteilung über den Besuch Gülers auf die Stärkung der bestehenden bilateralen Zusammenarbeit. Stellungnahmen zu regionalen Konflikten, politischen Gefangenen oder dem Mordfall Kabera wurden im Zusammenhang mit dem Treffen nicht veröffentlicht.</p>
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		<title>Sudans Armeechef al-Burhan wendet sich mit Friedensbotschaft an Bundeskanzler Merz</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/sudans-armeechef-al-burhan-wendet-sich-mit-friedensbotschaft-an-bundeskanzler-merz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 16:33:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzler]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sudans Armeechef al-Burhan sucht den direkten diplomatischen Kontakt zu Bundeskanzler Merz und schickt Darfurs Gouverneur Minnawi nach Berlin. Die Bundesregierung fordert einen Waffenstillstand und einen politischen Dialog unter ziviler Führung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsudans-armeechef-al-burhan-wendet-sich-mit-friedensbotschaft-an-bundeskanzler-merz%2F&amp;action_name=Sudans%20Armeechef%20al-Burhan%20wendet%20sich%20mit%20Friedensbotschaft%20an%20Bundeskanzler%20Merz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sudans Armeechef Abdel Fattah al-Burhan hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine persönliche Botschaft übermitteln lassen, um über die Beziehungen zu Deutschland und Möglichkeiten zur Beendigung des Krieges im Sudan zu sprechen. Das Schreiben wurde am Freitag, 16. Oktober 2026, im Auswärtigen Amt in Berlin übergeben. Als Sondergesandter reiste Darfurs Gouverneur Minni Arko Minnawi nach Deutschland und traf dort Staatsministerin Serap Güler. Die Bundesregierung bekräftigte ihre Forderung nach einem Waffenstillstand und einem politischen Dialog unter ziviler Führung.</p>



<h2 id="h-al-burhan-schickt-darfurs-gouverneur-nach-berlin" class="wp-block-heading"><span id="al-burhan-schickt-darfurs-gouverneur-nach-berlin">Al-Burhan schickt Darfurs Gouverneur nach Berlin</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Minni Arko Minnawi übergab die schriftliche Botschaft al-Burhans bei einem Treffen mit Staatsministerin Serap Güler im Auswärtigen Amt. Begleitet wurde er vom Staatssekretär im sudanesischen Außenministerium, Muawiya Osman Khalid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der sudanesischen Seite behandelte das Schreiben die bilateralen Beziehungen, internationale Friedensbemühungen und Möglichkeiten zur Förderung eines inner-sudanesischen Dialogs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sudans Geschäftsträger in Berlin, Idris Mohamed Ali, bezeichnete den Besuch als Teil des fortlaufenden diplomatischen Austauschs zwischen beiden Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Minnawi habe die deutsche Regierung über die jüngsten Entwicklungen im Sudan und die Bemühungen zur Wiederherstellung von Frieden und Stabilität informiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Inhalt des Schreibens an Merz wurde nicht veröffentlicht. Auch konkrete Vorschläge al-Burhans zu einem Waffenstillstand oder politischen Verhandlungen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-fordert-waffenstillstand-statt-militarischer-losung" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-fordert-waffenstillstand-statt-militaerischer-loesung">Bundesregierung fordert Waffenstillstand statt militärischer Lösung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Staatsministerin Serap Güler machte bei dem Gespräch deutlich, dass Deutschland eine Fortsetzung des Krieges mit militärischen Mitteln ablehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe unterstrichen, dass ein weiteres Verfolgen einer militärischen Lösung unverantwortlich wäre und nur ein Waffenstillstand gefolgt von einem inklusiven sudanesischen Dialog zu nachhaltigem Frieden führen kann“, erklärte Güler nach dem Treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie forderte einen politischen Prozess, an dem die unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kräfte des Sudan beteiligt sind und der von zivilen Akteuren getragen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler ermutigte Minnawi, konkrete Schritte hin zu einem umfassenden nationalen Dialog zu unternehmen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-30959 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-1024x768.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-300x225.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-768x576.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-1536x1152.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-200x150.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-260x195.jpg 260w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-380x285.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-800x600.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n-1160x870.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/850245580_10164908707479110_8269994067547223758_n.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sprach sie die Notwendigkeit eines ungehinderten Zugangs für humanitäre Hilfsorganisationen sowie den Schutz der Zivilbevölkerung an.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/vor-sudan-konferenz-in-berlin-eskaliert-der-streit-mit-der-sudanesischen-regierung/" data-type="post" data-id="26463">Damit verband die Bundesregierung ihre diplomatische Gesprächsbereitschaft mit Forderungen, die sich an die Konfliktparteien im Sudan richten.</a></p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-auf-internationale-vermittlung" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-auf-internationale-vermittlung">Deutschland setzt auf internationale Vermittlung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch fand sechs Monate nach der internationalen Sudan-Konferenz in Berlin statt, bei der die sogenannten Berliner Prinzipien verabschiedet worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hatte dort gemeinsam mit internationalen Partnern ihre Unterstützung für diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges bekräftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach dem Treffen mit Minnawi erklärte die deutsche Botschaft für Sudan, dass Berlin an diesen Bemühungen festhalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-fordert-stopp-fenster-schliesst-sich-un-warnt-vor-massengewalt-in-sudans-el-obeid/" data-type="post" data-id="28440">Deutschland unterstützt dabei insbesondere das sogenannte Quintett aus fünf internationalen und regionalen Organisationen: der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, den Vereinten Nationen, der Arabischen Liga und der Zwischenstaatlichen Entwicklungsbehörde IGAD.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Organisationen sollen ihre diplomatischen Bemühungen koordinieren und einen politischen Prozess unterstützen, der über die unmittelbaren Kriegsparteien hinausgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler erklärte, Deutschland werde gemeinsam mit seinen Partnern den Kontakt zu den maßgeblichen Akteuren im Sudan aufrechterhalten.</p>



<h2 id="h-minnawi-ist-gouverneur-von-darfur-und-verbundeter-der-armee" class="wp-block-heading"><span id="minnawi-ist-gouverneur-von-darfur-und-verbuendeter-der-armee">Minnawi ist Gouverneur von Darfur und Verbündeter der Armee</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Minni Arko Minnawi entsandte al-Burhan einen Politiker nach Berlin, der im sudanesischen Konflikt eine besondere Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Minnawi ist Gouverneur der westlichen Region Darfur und steht an der Spitze einer bewaffneten Bewegung, die sich im Krieg auf die Seite der sudanesischen Streitkräfte gestellt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Ernennung zum persönlichen Gesandten al-Burhans verbindet die diplomatische Initiative damit unmittelbar mit dem politischen und militärischen Lager der sudanesischen Armee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bundesregierung stellt sich zugleich die Frage, wie Gespräche mit Vertretern der bewaffneten Konfliktparteien mit ihrer Forderung nach einem zivil geführten politischen Prozess verbunden werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler verlangte deshalb ausdrücklich, dass ein nationaler Dialog tatsächlich inklusiv gestaltet wird und nicht auf die militärischen und politischen Akteure einer Konfliktseite begrenzt bleibt.</p>



<h2 id="h-krieg-zwischen-armee-und-rsf-dauert-seit-april-2023-an" class="wp-block-heading"><span id="krieg-zwischen-armee-und-rsf-dauert-seit-april-2023-an">Krieg zwischen Armee und RSF dauert seit April 2023 an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sudan kämpfen seit April 2023 die regulären Streitkräfte unter Führung von Abdel Fattah al-Burhan und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) gegeneinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt hat eine humanitäre Krise ausgelöst. Millionen Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen, große Teile der zivilen Infrastruktur wurden zerstört und humanitäre Organisationen stoßen in zahlreichen Regionen auf Schwierigkeiten beim Zugang zur Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwer betroffen ist Darfur, wo bewaffnete Gruppen und die beiden großen Konfliktparteien um die Kontrolle von Städten und Gebieten kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Vermittlungsversuche haben bislang keinen dauerhaften landesweiten Waffenstillstand hervorgebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich an den diplomatischen Bemühungen und fordert neben einer Einstellung der Kampfhandlungen politische Verhandlungen, humanitären Zugang und Schutzmaßnahmen für Zivilisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übergabe des Schreibens al-Burhans an die Bundesregierung erfolgte im Rahmen dieser Kontakte. Eine Vereinbarung über neue Verhandlungen oder einen Waffenstillstand wurde nach dem Treffen im Auswärtigen Amt nicht bekannt gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/sudans-armeechef-al-burhan-wendet-sich-mit-friedensbotschaft-an-bundeskanzler-merz/">Sudans Armeechef al-Burhan wendet sich mit Friedensbotschaft an Bundeskanzler Merz</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Merz antwortet Trump mit afrikanischem Sprichwort: „Wer weit kommen will, geht gemeinsam“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/merz-antwortet-trump-mit-afrikanischem-sprichwort-wer-weit-kommen-will-geht-gemeinsam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 15:34:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzler]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einem afrikanischen Sprichwort antwortet Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Frage, welche Botschaft Donald Trump hören müsse. Dahinter steht seine Forderung nach einer stärkeren, aber weiterhin partnerschaftlichen Rolle Europas.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmerz-antwortet-trump-mit-afrikanischem-sprichwort-wer-weit-kommen-will-geht-gemeinsam%2F&amp;action_name=Merz%20antwortet%20Trump%20mit%20afrikanischem%20Sprichwort%3A%20%E2%80%9EWer%20weit%20kommen%20will%2C%20geht%20gemeinsam%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump mit einem afrikanischen Sprichwort zu mehr internationaler Zusammenarbeit aufgerufen. Die Äußerung fiel in einem Interview im Umfeld eines Investitionsgipfels in Deutschland im Oktober 2026. Auf die Frage, welche unbequeme Wahrheit Trump hören müsse, um seine Haltung zu ändern, verwies Merz auf die Bedeutung gemeinsamer Ziele und verlässlicher Partnerschaften. Gleichzeitig betonte er, Europa müsse wirtschaftlich und sicherheitspolitisch eigenständiger werden, ohne die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten aufzugeben.</p>



<h2 id="h-afrikanisches-sprichwort-als-botschaft-an-trump" class="wp-block-heading"><span id="afrikanisches-sprichwort-als-botschaft-an-trump">Afrikanisches Sprichwort als Botschaft an Trump</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, was er Donald Trump sagen würde, um dessen Haltung gegenüber den europäischen Partnern zu verändern, griff Merz auf ein Sprichwort zurück, das er Afrika zuordnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt ein altes, ich glaube, afrikanisches Sprichwort: Wer schnell vorankommen will, geht allein. Wer weit kommen will, geht gemeinsam.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend erklärte der Bundeskanzler: „Und das ist meine Antwort. Wir wollen weit kommen. Und wenn wir weit kommen wollen, und wir könnten weit kommen, dann sollten wir gemeinsam gehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz nutzte das Sprichwort, um seinen Ansatz für die transatlantischen Beziehungen zu verdeutlichen. Deutschland und Europa wollten die Zusammenarbeit mit Washington fortsetzen, auch wenn sich die politischen Prioritäten unter Präsident Trump verändert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanische Herkunft des Sprichworts bezeichnete Merz selbst als Vermutung. Die Redewendung ist international verbreitet und wird häufig als afrikanisches Sprichwort zitiert. Eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten afrikanischen Sprache oder Gemeinschaft nahm der Kanzler nicht vor.</p>



<h2 id="h-merz-will-trump-vom-nutzen-einer-starken-eu-uberzeugen" class="wp-block-heading"><span id="merz-will-trump-vom-nutzen-einer-starken-eu-ueberzeugen">Merz will Trump vom Nutzen einer starken EU überzeugen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundeskanzler erklärte, er versuche Trump bei persönlichen Begegnungen regelmäßig davon zu überzeugen, dass ein stabiles Europa auch im amerikanischen Interesse liege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wirtschaftlich und politisch handlungsfähige Europäische Union sei ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten. Die europäischen Staaten seien weiterhin bereit, innerhalb der NATO und bestehender internationaler Strukturen zusammenzuarbeiten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30953 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_Trump_exchanges_gifts_with_German_Chancellor_Friedrich_Merz_54570246807.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Merz räumte zugleich ein, dass die Signale aus Washington uneinheitlich seien. Während einige Vertreter der US-Regierung weiterhin auf Verhandlungen und internationale Abstimmung setzten, verfolgten andere einen anderen Ansatz.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Er verwies darauf, dass die amerikanische Regierung unter Trump ihre internationale Politik grundlegend verändert habe. Der politische Ansatz „Make America Great Again“ bedeute aus seiner Sicht, dass die USA stärker auf eigene Interessen setzten und von anderen Staaten verlangten, ebenfalls mehr Verantwortung zu übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa habe diese Botschaft verstanden und müsse entsprechend handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz erklärte, Deutschland und seine europäischen Partner seien dabei, ihre Verteidigungsfähigkeit zu stärken, eigene wirtschaftliche Interessen konsequenter zu verfolgen und neue internationale Partnerschaften aufzubauen.</p>



<h2 id="h-europa-soll-militarisch-unabhangiger-werden" class="wp-block-heading"><span id="europa-soll-militaerisch-unabhaengiger-werden">Europa soll militärisch unabhängiger werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sicherheitspolitik sprach sich Merz für eine deutlich stärkere europäische Rolle innerhalb der NATO aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/merz-skizziert-europas-anspruch-auf-neue-partnerschaften/">Die Europäer hätten ihre Verteidigungsausgaben erhöht und arbeiteten daran, ihre Fähigkeiten zur eigenständigen Verteidigung auszubauen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich betonte der Kanzler, dass die europäischen Staaten und weitere Partner inzwischen einen wesentlichen Teil der militärischen Unterstützung für die Ukraine finanzierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten beteiligten sich nach seiner Darstellung nicht mehr in früherem Umfang an der Finanzierung von Waffen und militärischer Ausrüstung für Kiew.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz machte deutlich, dass Europa die Ukraine weiter unterstützen wolle. Ziel sei nicht eine Verlängerung des Krieges, sondern eine Beendigung des Konflikts unter Bedingungen, die die Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kanada nannte der Bundeskanzler als engen Partner. Darüber hinaus verwies er auf neue Handelsbeziehungen, unter anderem mit den Mercosur-Staaten in Südamerika und mit Indien.</p>



<h2 id="h-wirtschaftliche-eigenstandigkeit-gegenuber-usa-und-china" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaftliche-eigenstaendigkeit-gegenueber-usa-und-china">Wirtschaftliche Eigenständigkeit gegenüber USA und China</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/von-wegen-aussenkanzler-gruenen-chefin-wirft-merz-fuehrungsschwaeche-nach-einem-jahr-regierung-vor/">Neben der Verteidigungspolitik sieht Merz Handlungsbedarf bei der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Union verfüge mit rund 450 Millionen Verbrauchern über einen der größten Binnenmärkte der Welt. Diese Größe müsse stärker genutzt werden, um Investitionen, technologische Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum in Europa zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz sprach sich insbesondere für einen integrierten europäischen Kapitalmarkt aus. Dadurch könnten europäische Ersparnisse stärker für Investitionen innerhalb der EU mobilisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Verringerung bürokratischer Belastungen und bessere Rahmenbedingungen für neue Technologien bezeichnete er als wichtige Voraussetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Blick auf China erklärte Merz, Europa wolle keinen Handelskrieg. Allerdings müssten Überkapazitäten, staatliche Subventionen und andere wirtschaftliche Ungleichgewichte angesprochen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zugang zum europäischen Markt müsse unter fairen Wettbewerbsbedingungen erfolgen.</p>
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			<media:description type="html">President Donald Trump exchanges gifts with German Chancellor Friedrich Merz, Thursday, June 5, 2025, in the Oval Office. (Official White House Photo by Daniel Torok)</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Ebola, Krieg, Rohstoffe: Bundesregierung startet diplomatische Initiative in Burundi, Ruanda und Ostkongo</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/ebola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 18:51:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ebola, Krieg und Millionen Vertriebene: Deutschland startet eine diplomatische Mission in der Region der Großen Seen. Staatsministerin Serap Güler will mit drei Regierungen über Frieden und Krisenhilfe sprechen – und zugleich wirtschaftliche Partnerschaften bei Energie und kritischen Rohstoffen ausbauen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Febola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo%2F&amp;action_name=Ebola%2C%20Krieg%2C%20Rohstoffe%3A%20Bundesregierung%20startet%20diplomatische%20Initiative%20in%20Burundi%2C%20Ruanda%20und%20Ostkongo&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/ebola-krieg-rohstoffe-bundesregierung-startet-diplomatische-initiative-in-burundi-ruanda-und-ostkongo/">Ebola, Krieg, Rohstoffe: Bundesregierung startet diplomatische Initiative in Burundi, Ruanda und Ostkongo</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland verstärkt sein Engagement in der Krisenregion der Großen Seen und schickt Staatsministerin Serap Güler zu politischen Gesprächen nach Ruanda, Burundi und in die Demokratische Republik Kongo. Die sechstägige Reise beginnt am 19. Oktober 2026. Im Mittelpunkt stehen die neue Ebola-Epidemie, der anhaltende Krieg im Ostkongo und die humanitäre Versorgung von Millionen Vertriebenen. Zugleich will die Bundesregierung die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen und deutschen Unternehmen den Zugang zu kritischen Rohstoffen und neuen Investitionsmöglichkeiten erleichtern.</p>



<h2 id="h-deutschland-drangt-auf-politische-losung-im-ostkongo" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-draengt-auf-politische-loesung-im-ostkongo">Deutschland drängt auf politische Lösung im Ostkongo</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Güler will mit den Regierungen aller drei Staaten über den Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sprechen. Die Bundesregierung sieht eine politische Verständigung als Voraussetzung für eine dauerhafte Beendigung der Kämpfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Militärische Lösungen zu suchen ist unverantwortlich – dieser Konflikt braucht endlich eine politische Lösung“, erklärte die Staatsministerin vor ihrer Abreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda sowie die Aktivitäten bewaffneter Gruppen haben die Sicherheitslage in der Region seit Jahren verschärft. Besonders im Osten Kongos kämpfen Regierungstruppen und verschiedene Milizen um Gebiete, Verkehrswege und wirtschaftlich bedeutende Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Konfliktparteien gehört die Rebellengruppe M23, deren militärische Aktivitäten das Verhältnis zwischen Kinshasa und Kigali belasten. Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, die Rebellen zu unterstützen. Die ruandische Regierung weist die Vorwürfe zurück beziehungsweise begründet ihre Sicherheitspolitik mit Bedrohungen aus dem Nachbarland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihres Aufenthalts in der Demokratischen Republik Kongo am 23. und 24. Oktober wird Güler neben Regierungsvertretern auch Angehörige der UN-Friedensmission MONUSCO und Organisationen der Zivilgesellschaft treffen.</p>



<h2 id="h-ebola-ausbruch-fuhrt-zu-grenzsperren-und-versammlungsverboten" class="wp-block-heading"><span id="ebola-ausbruch-fuehrt-zu-grenzsperren-und-versammlungsverboten">Ebola-Ausbruch führt zu Grenzsperren und Versammlungsverboten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zum bewaffneten Konflikt verschärft ein neuer Ebola-Ausbruch die Lage im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Die Behörden der Provinz Nord-Kivu haben deshalb weitreichende Einschränkungen für den öffentlichen Verkehr und das gesellschaftliche Leben beschlossen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="653" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-1024x653.jpg" alt="" class="wp-image-29835 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-1024x653.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-300x191.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-768x490.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-380x242.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-800x510.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997-1160x740.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Pictured_is_a_member_of_the_Port_Loko_District_Ebola_Response_Centre_staff_bring_out_contaminated_items_from_a_property_under_the_supervision_of_the_team_coordinator._MOD_45158997.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 19. Oktober dürfen Personen aus der benachbarten Provinz Ituri zunächst eine Woche lang nicht mehr nach Nord-Kivu einreisen. Die Behörden betrachten Ituri als Zentrum des aktuellen Ausbruchsgeschehens und wollen eine weitere Verbreitung des Virus verhindern.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die kongolesische Nachrichtenagentur ACP berichtete am 18. Oktober über die Anordnung der Provinzverwaltung. Die Maßnahmen umfassen Beschränkungen für Motorräder und Fahrzeuge, verpflichtende Hygienekontrollen sowie die Aussetzung zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sportveranstaltungen, Konzerte, politische Demonstrationen und größere Freizeitaktivitäten sind vorübergehend untersagt. Für religiöse Zusammenkünfte gelten besondere Schutzvorschriften. Bei Beerdigungen dürfen höchstens 20 Familienangehörige anwesend sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus verlangen die Behörden Desinfektionsmaßnahmen und Temperaturkontrollen an wichtigen Verkehrs- und Kontrollpunkten. Der 19. Oktober wurde als „Stop-Ebola-Tag“ ausgerufen. An diesem Tag sollten die meisten öffentlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten ruhen. In der öffentlichen Verwaltung ist für einen Monat ein eingeschränkter Dienstbetrieb vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Provinzverwaltung kündigte Sanktionen bei Verstößen gegen die Schutzmaßnahmen an.</p>



<h2 id="h-deutschland-hat-rund-25-millionen-euro-fur-ebola-bekampfung-bereitgestellt" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-hat-rund-25-millionen-euro-fuer-ebola-bekaempfung-bereitgestellt">Deutschland hat rund 25 Millionen Euro für Ebola-Bekämpfung bereitgestellt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-schickt-schutzanzuege-in-ebola-gebiet-und-bereitet-expertenteam-vor/" data-type="post" data-id="27499">Die Bundesregierung hat nach Angaben des Auswärtigen Amts bislang etwa 25 Millionen Euro zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo beigetragen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Großbritannien initiierte Deutschland zudem eine internationale Partnergruppe zur Unterstützung der Bekämpfungsmaßnahmen. Die sogenannte International Partners Group soll die Zusammenarbeit internationaler Unterstützer koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler will sich während ihres Aufenthalts über die medizinische Versorgung und den Stand der Ebola-Forschung informieren. Geplant ist unter anderem ein Besuch einer Ebola-Teststation, an der sie mit kongolesischen Medizinern sprechen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung des Gesundheitspersonals. Deutschland unterstützt entsprechende Trainings, um die Erkennung von Infektionen und die medizinische Versorgung zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen die Ebola-Epidemie stoppen“, erklärte Güler. Sie wolle sich vor Ort ein Bild von den deutschen Unterstützungsmaßnahmen machen.</p>



<h2 id="h-millionen-vertriebene-und-schwere-ernahrungskrise" class="wp-block-heading"><span id="millionen-vertriebene-und-schwere-ernaehrungskrise">Millionen Vertriebene und schwere Ernährungskrise</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ostkongo gehört weiterhin zu den größten humanitären Krisengebieten weltweit. Das Auswärtige Amt beziffert die Zahl der Binnenvertriebenen in der Demokratischen Republik Kongo auf rund 5,9 Millionen Menschen. Etwa 27 Millionen Menschen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einordnung des Ministeriums handelt es sich um die weltweit zweitgrößte Ernährungskrise und die drittgrößte Binnenvertriebenenkrise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt eine hohe Belastung durch sexualisierte Gewalt. Das Auswärtige Amt verweist auf Angaben der Vereinten Nationen, nach denen im Ostkongo durchschnittlich alle vier Minuten eine Frau und alle 30 Minuten ein Kind vergewaltigt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler plant deshalb einen Besuch der Panzi-Klinik des kongolesischen Friedensnobelpreisträgers Denis Mukwege sowie Gespräche mit Überlebenden sexualisierter Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2022 hat Deutschland nach Angaben der Bundesregierung humanitäre Hilfe im Wert von insgesamt 231 Millionen Euro für Menschen in der Demokratischen Republik Kongo bereitgestellt.</p>



<h2 id="h-burundi-versorgt-hunderttausende-fluchtlinge" class="wp-block-heading"><span id="burundi-versorgt-hunderttausende-fluechtlinge">Burundi versorgt Hunderttausende Flüchtlinge</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswirkungen des Ostkongo-Konflikts reichen weit über die Grenzen der Demokratischen Republik Kongo hinaus. Besonders Burundi hat zahlreiche Menschen aufgenommen, die vor den Kämpfen geflohen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/japan-unterstuetzt-gefluechtete-in-burundi/" data-type="post" data-id="25217">Im vergangenen Jahr kamen Hunderttausende Flüchtlinge aus dem Ostkongo nach Burundi.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler wird sich am 21. und 22. Oktober in dem Nachbarstaat aufhalten und ein Flüchtlingslager besuchen. Neben der humanitären Versorgung will sie mit der burundischen Regierung über die regionale Sicherheitslage sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Programmpunkt ist das Militärkrankenhaus in Bujumbura. Dort betreiben deutsche Ärzte im Rahmen des Projekts „Kinderherzen“ nach Angaben des Auswärtigen Amts das weltweit erste mobile Labor für Herzoperationen an Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die deutsche Kolonialgeschichte wird Gegenstand der Gespräche sein. Das heutige Burundi gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zum deutschen Kolonialgebiet Deutsch-Ostafrika. Güler will sich mit Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft über die Aufarbeitung dieser Vergangenheit austauschen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-suchen-zugang-zu-energie-und-kritischen-rohstoffen" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-suchen-zugang-zu-energie-und-kritischen-rohstoffen">Deutsche Unternehmen suchen Zugang zu Energie und kritischen Rohstoffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den sicherheitspolitischen und humanitären Fragen verfolgt die Bundesregierung mit der Reise auch wirtschaftliche Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo verfügen über Rohstoffvorkommen, landwirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten und Potenziale im Energie- und Technologiesektor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Insbesondere kritische Rohstoffe sind für die deutsche und europäische Industrie von strategischer Bedeutung.</a> Die Demokratische Republik Kongo verfügt unter anderem über bedeutende Vorkommen von Kobalt und Kupfer, die in industriellen Anwendungen und bei der Herstellung von Batterien benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler wird bei ausgewählten Terminen von Vertretern deutscher Unternehmen begleitet. Geplant sind Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und Firmen über eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Rohstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bei deutschen Investitionen in der Region gibt es aber noch viel Potenzial“, erklärte die Staatsministerin. Die Bundesregierung wolle deutsche Unternehmen bei ihren internationalen Aktivitäten unterstützen und gleichzeitig die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Partnerländern stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ruanda, wo sich Güler am 20. und 21. Oktober aufhalten wird, stehen Treffen mit Vertretern deutscher und europäischer Unternehmen auf dem Programm. Außerdem sind Gespräche mit der Regierung, der Zivilgesellschaft und deutschen Kultur- und Mittlerorganisationen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staatsministerin wird zudem eine Frauenkooperative besuchen, die Frauen bei der wirtschaftlichen Selbstständigkeit unterstützt und gegen Diskriminierung sowie geschlechtsbasierte Gewalt arbeitet.</p>



<h2 id="h-besuch-am-volkermord-mahnmal-in-kigali" class="wp-block-heading"><span id="besuch-am-voelkermord-mahnmal-in-kigali">Besuch am Völkermord-Mahnmal in Kigali</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum politischen Programm in Ruanda gehört auch ein Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords an den Tutsi von 1994.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals wurden in Ruanda innerhalb weniger Monate Hunderttausende Menschen ermordet, überwiegend Angehörige der Tutsi-Minderheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Güler stellte den Gedenkstättenbesuch ausdrücklich in den Zusammenhang mit den heutigen Bemühungen um Frieden und Versöhnung in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was 1994 in Ruanda geschah, darf sich nicht wiederholen“, erklärte sie vor ihrer Abreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche in Kigali bilden den Auftakt der Reise. Anschließend reist die Staatsministerin nach Burundi und zum Abschluss in die Demokratische Republik Kongo.</p>
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		<item>
		<title>Deutsche Hilfe bringt Malawi zusätzliche Steuereinnahmen von über 20 Millionen Euro</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutsche-hilfe-bringt-malawi-zusaetzliche-steuereinnahmen-von-ueber-20-millionen-euro/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 14:53:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Staatseinnahmen statt allein zusätzlicher Entwicklungshilfe: Mit deutscher Unterstützung hat Malawi durch Steuerprüfungen über 20 Millionen € zusätzlich erzielt. Gleichzeitig erreichen geförderte Energieprogramme Millionen Menschen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutsche-hilfe-bringt-malawi-zusaetzliche-steuereinnahmen-von-ueber-20-millionen-euro%2F&amp;action_name=Deutsche%20Hilfe%20bringt%20Malawi%20zus%C3%A4tzliche%20Steuereinnahmen%20von%20%C3%BCber%2020%20Millionen%20Euro&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat Malawi dabei unterstützt, durch Steuerprüfungen zusätzliche Staatseinnahmen von mehr als 40 Milliarden Malawi-Kwacha zu erzielen, umgerechnet rund 20 Millionen Euro. Das Ergebnis betrifft das malawische Haushaltsjahr 2025/2026 und wurde von der deutschen Botschafterin Ute König bei einer Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Lilongwe bekannt gegeben. Zugleich bestätigte sie deutsche Entwicklungszusagen in Höhe von 68,8 Millionen Euro für mehrere Reform- und Förderprogramme. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die öffentlichen Finanzen, die Korruptionsbekämpfung, Gesundheit, Landwirtschaft, soziale Sicherung und die Energieversorgung.</p>



<h2 id="h-deutsche-unterstutzung-starkt-malawis-steuerverwaltung" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unterstuetzung-staerkt-malawis-steuerverwaltung">Deutsche Unterstützung stärkt Malawis Steuerverwaltung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zusätzlichen Einnahmen wurden durch Steuerprüfungen der Malawi Revenue Authority (MRA) erzielt, die bei ihrer Arbeit deutsche Unterstützung erhält. Der Betrag von mehr als 40 Milliarden Kwacha verbessert die Einnahmebasis des Staates zu einer Zeit, in der Malawi wirtschaftliche Reformen umsetzt und seine öffentlichen Finanzen stabilisieren will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Botschafterin König bezeichnete die Ergebnisse als einen außergewöhnlichen Erfolg bei der Erweiterung des finanziellen Handlungsspielraums, den die malawische Regierung für ihren Reformkurs dringend benötige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit mit der Steuerbehörde ist Teil der deutschen Unterstützung beim Management öffentlicher Finanzen. Ziel ist es, die Erhebung staatlicher Einnahmen zu verbessern und die Funktionsfähigkeit der Finanzverwaltung zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Steuereinnahmen ermöglichen es Malawi, einen größeren Teil öffentlicher Ausgaben aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Das Land ist bei der Finanzierung seiner Entwicklungsprogramme zugleich weiterhin auf internationale Partner angewiesen.</p>



<h2 id="h-deutschland-sagt-weitere-68-8-millionen-euro-zu" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-sagt-weitere-688-millionen-euro-zu">Deutschland sagt weitere 68,8 Millionen Euro zu</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Ergebnissen der Steuerverwaltung bestätigte König Finanzierungszusagen in Höhe von 68,8 Millionen Euro, die Deutschland im Rahmen bilateraler Regierungsverhandlungen im Dezember 2025 in Bonn gemacht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel sind für mehrere Bereiche vorgesehen. Dazu zählen die sexuelle und reproduktive Gesundheit, soziale Sicherung, die Entwicklung des Privat- und Finanzsektors sowie die Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme. Weitere Schwerpunkte sind die Verwaltung öffentlicher Finanzen und die Korruptionsbekämpfung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30895 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-1536x1025.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/632781091_1219051563752628_1818794271061335747_n.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Botschafterin bekräftigte die Fortsetzung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit trotz der laufenden Reformen in der deutschen Entwicklungspolitik. <a href="https://fokus-afrika.de/afd-hakt-nach-bmz-oeffnet-entwicklungspolitik-staerker-fuer-unternehmen/" data-type="post" data-id="27303">Künftig sollen Mittel gezielter eingesetzt und die Ergebnisse der geförderten Programme stärker überprüft werden.</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Bekämpfung von Hunger, Armut und Ungleichheit wird unsere Priorität bleiben“, sagte König.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/el-nino-bedroht-malawi-fuer-direkte-katastrophenhilfe-bleiben-nur-58-000-euro/">Weitere Regierungskonsultationen zwischen beiden Ländern sind für Ende Oktober in Lilongwe vorgesehen.</a> Neue Finanzierungszusagen sollen bei den nächsten Regierungsverhandlungen im ersten Quartal 2027 erörtert werden.</p>



<h2 id="h-soziale-sicherung-erfasst-mehr-als-80-prozent-der-bevolkerung" class="wp-block-heading"><span id="soziale-sicherung-erfasst-mehr-als-80-prozent-der-bevoelkerung">Soziale Sicherung erfasst mehr als 80 Prozent der Bevölkerung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt der deutschen Zusammenarbeit ist der Ausbau der sozialen Sicherung in Malawi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das mit deutscher Unterstützung entwickelte Malawi Social Registry erfasst inzwischen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung. Über 20 Sozialprogramme nutzen das Register, um bedürftige Haushalte zu identifizieren und Unterstützungsleistungen gezielter zu verteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das System dient als gemeinsame Datengrundlage für staatliche und andere soziale Hilfsprogramme. Es soll dazu beitragen, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu erreichen und die Abstimmung zwischen verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe meldete die deutsche Botschafterin Ergebnisse. Durch geförderte Finanzierungsangebote erhielten mehr als 28.000 Kleinbauern sowie Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen Zugang zu Finanzdienstleistungen im Gesamtwert von 5,3 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders berücksichtigt wurden Frauen und junge Menschen. Ergänzend unterstützt Deutschland Schulungen zur klimaangepassten Fischzucht, mit denen ländliche Haushalte ihre Produktion, Einkommen und Ernährung verbessern sollen.</p>



<h2 id="h-energieprogramme-erreichen-2-44-millionen-menschen" class="wp-block-heading"><span id="energieprogramme-erreichen-244-millionen-menschen">Energieprogramme erreichen 2,44 Millionen Menschen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Energieversorgung verzeichnet die deutsch unterstützte Entwicklungszusammenarbeit Fortschritte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des malawischen Energieministeriums haben seit 2012 mindestens 2,44 Millionen Menschen über das internationale Programm Energising Development (EnDev) Zugang zu modernen Energielösungen erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon profitierten rund 238.000 Menschen durch einen verbesserten Zugang zu Elektrizität. Weitere 2,21 Millionen erhielten Zugang zu modernen Kochlösungen, die traditionelle Brennstoffe und belastende Kochverfahren ersetzen oder ergänzen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm wird von mehreren internationalen Gebern finanziert, darunter Deutschland. Es fördert insbesondere dezentrale Solartechnologien und moderne Kochsysteme in Regionen, die nur eingeschränkt an das nationale Stromnetz angeschlossen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich wurden 190 soziale Einrichtungen und 804 kleinere und mittlere Unternehmen unterstützt. Rund 1,22 Millionen der erreichten Personen sind Frauen und Mädchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 5.000 Kleinbauern in sieben Distrikten nutzen durch das Programm geförderte Energielösungen für landwirtschaftliche Tätigkeiten. Dazu gehören solarbetriebene Bewässerung, Reismühlen, Milchkühlung und Wasserpumpen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Energieministerin Jean Mathanga verwies bei der Vorstellung der Ergebnisse darauf, dass die Verfügbarkeit neuer Technologien allein nicht ausreiche. Viele Haushalte und Unternehmen könnten sich die Produkte nicht ohne geeignete Finanzierung leisten. <a href="https://fokus-afrika.de/malawi-will-wirtschaftswachstum-durch-landwirtschaft-ankurbeln/">Deshalb benötige Malawi Finanzierungsmodelle, die an die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Bevölkerung angepasst seien.</a></p>



<h2 id="h-malawi-sieht-deutschland-als-partner-seiner-entwicklungsstrategie" class="wp-block-heading"><span id="malawi-sieht-deutschland-als-partner-seiner-entwicklungsstrategie">Malawi sieht Deutschland als Partner seiner Entwicklungsstrategie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Malawis Außenminister George Chaponda würdigte die deutsche Unterstützung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes. Die Zusammenarbeit trage zur Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie Malawi 2063 bei, mit der die Regierung einen langfristigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel anstrebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chaponda hob insbesondere die Fortschritte in den Bereichen Gesundheit, soziale Sicherung, öffentliche Finanzverwaltung und ländliche Wirtschaft hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung gehört zu den langjährigen Entwicklungspartnern Malawis. Die bilaterale Zusammenarbeit umfasst neben den sozialen Sektoren zunehmend Maßnahmen zur Stärkung staatlicher Einnahmen, zur Verbesserung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und zur Förderung privater Investitionen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Sorge vor AfD-Regierung: Migrantenverbände verlangen Schutzplan von Bundeskanzler Merz</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/sorge-vor-afd-regierung-migrantenverbaende-verlangen-schutzplan-von-bundeskanzler-merz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 11:34:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was passiert mit dem Schutz von Minderheiten, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt Regierungsverantwortung übernimmt? Vier Migrantenverbände fordern von Kanzler Merz und den Ländern einen Schutzplan, Ausnahmen von Wohnsitzauflagen und einen staatlichen Schutzfonds.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsorge-vor-afd-regierung-migrantenverbaende-verlangen-schutzplan-von-bundeskanzler-merz%2F&amp;action_name=Sorge%20vor%20AfD-Regierung%3A%20Migrantenverb%C3%A4nde%20verlangen%20Schutzplan%20von%20Bundeskanzler%20Merz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/sorge-vor-afd-regierung-migrantenverbaende-verlangen-schutzplan-von-bundeskanzler-merz/">Sorge vor AfD-Regierung: Migrantenverbände verlangen Schutzplan von Bundeskanzler Merz</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vier große Migrantenverbände fordern Bundeskanzler Friedrich Merz und die Ministerpräsidenten auf, konkrete Schutzmaßnahmen für Minderheiten vor einer möglichen AfD-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt zu beschließen. Der gemeinsame offene Brief wurde am Montag, 19. Oktober 2026, wenige Tage vor der Ministerpräsidentenkonferenz veröffentlicht. Die Organisationen verlangen eine Bund-Länder-Kommission, einen staatlichen Schutzfonds für bedrohte Einrichtungen und Ausnahmen von Wohnsitzauflagen für rassistisch bedrohte Geflüchtete. Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen über eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt sowie Berichte über zunehmende rassistische Bedrohungen.</p>



<h2 id="h-verbande-warnen-vor-folgen-einer-afd-regierungsbeteiligung" class="wp-block-heading"><span id="verbaende-warnen-vor-folgen-einer-afd-regierungsbeteiligung">Verbände warnen vor Folgen einer AfD-Regierungsbeteiligung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Unterzeichnern gehören die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD), die Bundeskonferenz der Migrantinnenorganisationen (BKMO), der Dachverband der&nbsp;Migrantinnenorganisationen&nbsp;in Ostdeutschland&nbsp;(DaMOst) und das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Schreiben an den Bundeskanzler und die Regierungschefs der Länder warnen sie vor einer Situation, die es nach ihrer Einschätzung in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben habe: Eine Partei, deren Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, könnte Regierungsverantwortung übernehmen und damit Einfluss auf Polizei, Schulen und Verwaltung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein Konzept zum Schutz der Menschen aber, die von einer solchen Regierung bedroht wären, gibt es bis heute nicht“, kritisieren die Verbände.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/marokkanische-gemeinschaft-weist-afd-rhetorik-entschieden-zurueck-breite-kritik-an-martin-sichert/">Die Organisationen verweisen auf jüdische Menschen, Sinti und Roma, Menschen mit Migrationsgeschichte, Muslime und als muslimisch wahrgenommene Personen sowie queere Menschen.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/schwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln/">Nach ihrer Darstellung erleben Angehörige dieser Gruppen seit den Wahlerfolgen der AfD verstärkt Ablehnung, Hass und Einschüchterung.</a></p>



<h2 id="h-85-beratungsfalle-wegen-rassistischer-bedrohungen" class="wp-block-heading"><span id="85-beratungsfaelle-wegen-rassistischer-bedrohungen">85 Beratungsfälle wegen rassistischer Bedrohungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Landesnetzwerk LAMSA verzeichnete nach eigenen Angaben im laufenden Jahr bereits 85 Beratungsfälle im Zusammenhang mit rassistischen Bedrohungen. Damit liegt die Zahl schon jetzt über dem gesamten Vorjahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbände berichten außerdem von Drohbriefen, Hassnachrichten und Beschimpfungen ihrer Beschäftigten am Telefon und auf der Straße. Betroffene stellten zunehmend die Frage, ob sie sich im Ernstfall weiterhin auf staatliche Sicherheitsbehörden verlassen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner sehen deshalb nicht nur die demokratischen Institutionen, sondern auch den unmittelbaren Schutz gefährdeter Menschen als Aufgabe von Bund und Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Gefährdung der Demokratie ist in aller Munde. Die Gefährdung der Menschen, die nicht in das völkische Weltbild passen, spüren dagegen vor allem die Betroffenen selbst, und zwar in ihrem Alltag“, heißt es in dem Brief.</p>



<h2 id="h-drei-forderungen-an-bund-und-lander" class="wp-block-heading"><span id="drei-forderungen-an-bund-und-laender">Drei Forderungen an Bund und Länder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Migrantenverbände verlangen drei konkrete Maßnahmen, die über bestehende Programme zur Bekämpfung von Rechtsextremismus hinausgehen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens soll eine Bund-Länder-Kommission zum Schutz von Minderheiten eingerichtet werden. Sie soll Gefährdungen untersuchen, bestehende Schutzlücken identifizieren und Maßnahmen mit klaren Zuständigkeiten, Finanzierung und Zeitplan entwickeln. Außerdem soll sie klären, wie der Rechtsstaat reagieren kann, wenn eine Landesregierung die Grenzen der Verfassung überschreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens fordern die Organisationen Ausnahmen von bestehenden Wohnsitzauflagen. Asylsuchende und andere betroffene Geflüchtete sollen bei konkreter rassistischer, antisemitischer oder rechtsextremer Bedrohung ihren zugewiesenen Wohnort verlassen und gegebenenfalls in ein anderes Bundesland umziehen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens soll der Bund einen Schutzfonds für bedrohte gemeinnützige Einrichtungen, Vereine, Beratungsstellen und Initiativen schaffen. Finanziert werden könnten damit beispielsweise bauliche Sicherheitsmaßnahmen und Notfallkonzepte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorbild nennen die Verbände die rund 22 Millionen Euro, die der Bund nach dem antisemitischen Anschlag von Halle im Jahr 2019 zur Sicherung jüdischer Einrichtungen bereitgestellt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner erwarten von Merz und den Ministerpräsidenten eine schriftliche Antwort innerhalb von 14 Tagen.</p>



<h2 id="h-afd-nach-wahlsieg-auf-unterstutzung-anderer-parteien-angewiesen" class="wp-block-heading"><span id="afd-nach-wahlsieg-auf-unterstuetzung-anderer-parteien-angewiesen">AfD nach Wahlsieg auf Unterstützung anderer Parteien angewiesen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September 2026 erhielt die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und wurde mit 39 der insgesamt 83 Sitze stärkste Fraktion. Eine absolute Mehrheit verfehlte sie jedoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund strebt das Amt des Ministerpräsidenten an. Die Wahl ist für Dezember vorgesehen. Für eine Mehrheit benötigt er Unterstützung aus anderen Fraktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das über fünf Sitze verfügt, schließt eine formelle Koalition mit der AfD aus, zeigt sich aber für eine Zusammenarbeit bei einzelnen politischen Vorhaben offen. Beide Fraktionen haben bereits gemeinsam parlamentarische Initiativen unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CDU lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD bei der Regierungsbildung ab. Ihre Fraktion hat angekündigt, bei der vorgesehenen Ministerpräsidentenwahl den Sitzungssaal zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die AfD tatsächlich die Landesregierung übernehmen kann, ist damit weiterhin offen.</p>



<h2 id="h-migranten-in-ostdeutscher-politik-besonders-selten-vertreten" class="wp-block-heading"><span id="migranten-in-ostdeutscher-politik-besonders-selten-vertreten">Migranten in ostdeutscher Politik besonders selten vertreten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderungen der Verbände treffen auf eine bereits seit Jahren bestehende Debatte über die politische Repräsentation von Menschen mit Migrationsgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 2026 veröffentlichte Dossier „Jenseits des Wahlzettels – Warum Millionen von Stimmen ungehört bleiben“ der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen und weiterer Verbände dokumentiert erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach hatten in den ostdeutschen Flächenländern lediglich 1,5 Prozent der Landtagsabgeordneten eine Migrationsgeschichte. Das entsprach sieben von 437 Mandaten. In den westdeutschen Flächenländern betrug der Anteil sechs Prozent und in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen zusammen 18,9 Prozent. Die Angaben beruhen auf einer Untersuchung mit Datenstand Ende 2021.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Bundestagswahl 2025 zeigte sich eine regionale Differenz. Von bundesweit 73 Abgeordneten mit Migrationsgeschichte kamen dem Dossier zufolge nur vier aus den ostdeutschen Flächenländern. Aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen stammte kein einziger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist auch der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationsgeschichte in Ostdeutschland wesentlich geringer als im Westen. Die Studie weist deshalb darauf hin, dass sich die Unterschiede bei Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbevölkerung deutlich relativieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Hindernisse für die politische Beteiligung nennt das Dossier unter anderem fehlende Netzwerke, begrenzte finanzielle Ressourcen, Diskriminierung sowie Schwierigkeiten beim Zugang zu Parteien und aussichtsreichen Listenplätzen.</p>



<h2 id="h-linke-unterstutzt-forderung-nach-schutzkommission" class="wp-block-heading"><span id="linke-unterstuetzt-forderung-nach-schutzkommission">Linke unterstützt Forderung nach Schutzkommission</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Clara Bünger, stellte sich hinter die Initiative der Migrantenverbände. Die Bundesregierung dürfe nicht warten, bis Rechtsextreme staatliche Macht ausübten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-27862 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Clara_Buenger.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bünger verwies auf die rechtsterroristischen Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sowie die rassistischen und antisemitischen Anschläge von Halle und Hanau. Das Vertrauen vieler Betroffener in die Sicherheitsbehörden sei durch diese Erfahrungen bereits erschüttert.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordnete unterstützte ausdrücklich die Forderung nach einer Bund-Länder-Kommission, die Schutzmaßnahmen unter Beteiligung der Betroffenen erarbeitet. Zugleich kritisierte sie Kürzungen bei migrantischen Organisationen und demokratischen Initiativen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer erst handelt, wenn Menschen zu Schaden gekommen sind, hat seine Schutzverantwortung bereits verfehlt“, erklärte Bünger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbände haben ihren Brief bewusst vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 22. Oktober verschickt. Von den Regierungschefs verlangen sie, den Minderheitenschutz zum Gegenstand ihrer Beratungen zu machen und konkrete Zuständigkeiten für mögliche Schutzmaßnahmen festzulegen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>US-Sanktionen gegen Internationalen Strafgerichtshof: Grüne fordern Gegenmaßnahmen Deutschlands und der EU</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/us-sanktionen-gegen-internationalen-strafgerichtshof-gruene-fordern-gegenmassnahmen-deutschlands-und-der-eu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2026 10:10:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die USA verschärfen ihren Konflikt mit dem Internationalen Strafgerichtshof: Erstmals wird das Gericht in Den Haag als gesamte Institution sanktioniert. Die Grünen verlangen von der Bundesregierung und der EU konkrete Gegenmaßnahmen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fus-sanktionen-gegen-internationalen-strafgerichtshof-gruene-fordern-gegenmassnahmen-deutschlands-und-der-eu%2F&amp;action_name=US-Sanktionen%20gegen%20Internationalen%20Strafgerichtshof%3A%20Gr%C3%BCne%20fordern%20Gegenma%C3%9Fnahmen%20Deutschlands%20und%20der%20EU&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen im Bundestag fordern von der Bundesregierung und der Europäischen Union konkrete Gegenmaßnahmen gegen die neuen US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, bekräftigte die Bundestagsfraktion ihre Forderungen nach einem umfassenden Schutz der internationalen Strafjustiz. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte erstmals den Gerichtshof als gesamte Institution mit Sanktionen belegt und damit den Druck auf dessen Richter, Ermittler und internationale Partner erheblich erhöht. Betroffen sind auch Ermittlungen zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Verfahren zu Konflikten in afrikanischen Staaten.</p>



<h2 id="h-washington-verscharft-sanktionen-gegen-den-strafgerichtshof" class="wp-block-heading"><span id="washington-verschaerft-sanktionen-gegen-den-strafgerichtshof">Washington verschärft Sanktionen gegen den Strafgerichtshof</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten haben am 9. Oktober erstmals umfassende Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof als Institution verhängt. Zuvor richteten sich amerikanische Maßnahmen vor allem gegen einzelne Richter, Staatsanwälte und Organisationen, die mit dem Gericht zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der neuen Entscheidung werden Vermögenswerte des Gerichtshofs eingefroren, soweit sie sich in den USA oder unter der Kontrolle amerikanischer Personen befinden. Zudem sind Transaktionen untersagt, die unter die amerikanischen Sanktionsbestimmungen fallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen können weit über das amerikanische Staatsgebiet hinausreichen. Internationale Banken und Dienstleistungsunternehmen könnten ihre Zusammenarbeit mit dem Gerichtshof einschränken, um mögliche Verstöße gegen US-Vorschriften zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch geraten nicht nur die Finanzierung und Gehaltszahlungen unter Druck. Auch der Zugang zu IT-Dienstleistungen, die Sicherung vertraulicher Ermittlungsdaten und die Unterstützung laufender Strafverfahren können betroffen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die US-Regierung hat für bestimmte Tätigkeiten des Gerichtshofs Ausnahmen zugelassen. Diese gelten zunächst für 180 Tage und betreffen unter anderem Teile des laufenden Gerichtsbetriebs, IT-Leistungen, Pensionszahlungen sowie die Versorgung von Inhaftierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die befristeten Genehmigungen nutzt Washington ausdrücklich, um seine Forderungen gegenüber dem Gerichtshof und dessen Mitgliedstaaten durchzusetzen.</p>



<h2 id="h-streit-um-ermittlungen-gegen-israel-und-die-usa" class="wp-block-heading"><span id="streit-um-ermittlungen-gegen-israel-und-die-usa">Streit um Ermittlungen gegen Israel und die USA</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Auseinandersetzung steht ein grundsätzlicher Konflikt über die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten sind dem Römischen Statut, der völkerrechtlichen Grundlage des Gerichtshofs, nicht beigetreten. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-starten-negativ-kampagne-gegen-den-internationalen-strafgerichtshof/" data-type="post" data-id="28795">Washington lehnt insbesondere eine Strafverfolgung amerikanischer Staatsangehöriger und von Angehörigen verbündeter Nichtvertragsstaaten ab, wenn dafür keine Zustimmung der jeweiligen Regierung vorliegt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trump-Regierung wirft dem Gerichtshof eine politisierte Rechtsprechung und die Verletzung amerikanischer Souveränitätsrechte vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentlicher Auslöser der amerikanischen Maßnahmen sind die Ermittlungen zu mutmaßlichen Völkerrechtsverbrechen durch Angehörige der USA und Israels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2024 hatte der Strafgerichtshof Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den damaligen früheren Verteidigungsminister Joav Gallant erlassen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30818 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_55429150214.jpg 3000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Richter sahen hinreichende Gründe für den Verdacht, dass beide Verantwortung für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg tragen könnten. Israel weist die Vorwürfe zurück und erkennt die Zuständigkeit des Gerichtshofs in diesem Fall nicht an.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die USA lehnen die Haftbefehle ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump Sanktionen gegen Angehörige des Gerichtshofs verhängt. Sein Nachfolger Joe Biden hob diese im April 2021 wieder auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus wurden im Februar 2025 erneut Wirtschafts- und Einreisesanktionen eingeführt und anschließend schrittweise ausgeweitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis August 2026 waren neun der insgesamt 18 Richter des Internationalen Strafgerichtshofs von amerikanischen Sanktionen betroffen. Hinzu kamen Angehörige der Anklagebehörde und mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen.</p>



<h2 id="h-grune-verlangen-europaische-schutzmassnahmen-gegen-us-sanktionen" class="wp-block-heading"><span id="gruene-verlangen-europaeische-schutzmassnahmen-gegen-us-sanktionen">Grüne verlangen europäische Schutzmaßnahmen gegen US-Sanktionen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert die Bundesregierung nun auf, sich gegenüber Washington für die unverzügliche Aufhebung der Sanktionen einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Unabhängigkeit der Justiz darf nicht dem politischen Druck unterliegen“, erklärte die Fraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordneten verlangen zugleich eine gemeinsame europäische Reaktion, die über diplomatische Kritik hinausgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Forderung ist die Erweiterung der sogenannten EU-Blocking-Verordnung. Diese soll europäische Unternehmen und Personen vor bestimmten extraterritorialen Sanktionen ausländischer Staaten schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen wollen erreichen, dass auch die amerikanischen Maßnahmen gegen den Internationalen Strafgerichtshof in den Anwendungsbereich dieser Verordnung aufgenommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sollen europäische Banken, Unternehmen und Dienstleister rechtlich besser abgesichert werden, wenn sie weiterhin mit dem Gerichtshof zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich fordert die Fraktion finanzielle und technische Schutzmechanismen. Gehaltszahlungen, internationale Überweisungen, IT-Systeme und wichtige Dienstleistungen müssten dauerhaft gewährleistet werden, unabhängig davon, ob Washington zeitlich befristete Ausnahmegenehmigungen erteile.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch betroffene Richter und Beschäftigte sowie ihre Familien sollen Unterstützung erhalten, wenn Sanktionen ihren Zugang zu Bankkonten, Finanzdienstleistungen oder ihre berufliche Tätigkeit beeinträchtigen.</p>



<h2 id="h-ermittlungen-zu-kriegsverbrechen-in-afrika-ebenfalls-betroffen" class="wp-block-heading"><span id="ermittlungen-zu-kriegsverbrechen-in-afrika-ebenfalls-betroffen">Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in Afrika ebenfalls betroffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die möglichen Auswirkungen der Sanktionen reichen weit über die Verfahren zu Israel und den USA hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof verfolgt Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und unter bestimmten Voraussetzungen das Verbrechen der Aggression.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche Ermittlungen betreffen afrikanische Staaten. Der Gerichtshof war unter anderem mit Verfahren zu mutmaßlichen Verbrechen in der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Uganda, Kenia, Mali, Libyen und Sudan befasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bei solchen Verfahren ist der Gerichtshof auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. Ermittler müssen Zeugenaussagen sichern, mögliche Tatorte untersuchen, Beweismittel auswerten und Opfer unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen warnen, dass finanzielle Einschränkungen und der Verlust technischer Dienstleistungen diese Arbeit beeinträchtigen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die Opfer betreuen, Informationen über mögliche Verbrechen zusammentragen oder die Strafjustiz unterstützen, können von den amerikanischen Sanktionen betroffen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Rolle spielt der beim Gerichtshof angesiedelte Opferfonds. Er unterstützt gerichtlich angeordnete Wiedergutmachungsmaßnahmen und leistet medizinische, psychosoziale sowie materielle Hilfe für Betroffene schwerster Völkerrechtsverbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen fordern deshalb, die Finanzierung des Fonds gemeinsam mit den übrigen Mitgliedstaaten abzusichern.</p>



<h2 id="h-deutschland-uberstellte-libyschen-tatverdachtigen-an-den-haag" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-ueberstellte-libyschen-tatverdaechtigen-an-den-haag">Deutschland überstellte libyschen Tatverdächtigen an Den Haag</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland arbeitet bei der Verfolgung mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen bereits eng mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-liefert-khaled-mohamed-ali-el-hishri-an-den-internationalen-strafgerichtshof-aus/" data-type="post" data-id="22543">Ein Beispiel ist der Fall des libyschen Tatverdächtigen Khaled Mohamed Ali El Hishri, der im Dezember 2025 von Deutschland an den Gerichtshof überstellt wurde.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit umfasst neben der Festnahme und Überstellung gesuchter Personen auch die Sicherung von Beweisen und die Unterstützung internationaler Ermittlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland gehört zu den Staaten, die die Gründung des Gerichtshofs maßgeblich unterstützt haben. Mit dem 2002 in Kraft getretenen Völkerstrafgesetzbuch schuf die Bundesrepublik zudem eine eigene Rechtsgrundlage zur Verfolgung schwerster internationaler Verbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Gerichte haben auf dieser Grundlage unter anderem Verfahren wegen systematischer Staatsfolter in Syrien und wegen des Völkermords an den Jesiden geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Römische Statut verpflichtet seine Vertragsstaaten zur Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof. Dazu gehören insbesondere die Vollstreckung von Haftbefehlen und die Unterstützung bei Ermittlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen verlangen, dass Deutschland diese Zusammenarbeit trotz des amerikanischen Drucks fortsetzt und ausbaut.</p>



<h2 id="h-gerichtshof-benotigt-internationale-finanzierung-und-schutz-sensibler-daten" class="wp-block-heading"><span id="gerichtshof-benoetigt-internationale-finanzierung-und-schutz-sensibler-daten">Gerichtshof benötigt internationale Finanzierung und Schutz sensibler Daten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schutz laufender Zahlungen und Dienstleistungen fordern die Grünen eine langfristige Sicherung der Ermittlungsakten und Beweismittel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Strafgerichtshof verwaltet umfangreiche Bestände vertraulicher Informationen. Dazu gehören Zeugenaussagen, Dokumentationen mutmaßlicher Kriegsverbrechen, medizinische Gutachten und Angaben über Opfer und Verdächtige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein eingeschränkter Zugang zu technischen Dienstleistungen könnte die Verwaltung solcher Informationen erschweren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung soll deshalb gemeinsam mit europäischen Partnern Maßnahmen entwickeln, die die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Unversehrtheit dieser Daten gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fraktion verlangt außerdem zusätzliche finanzielle und personelle Unterstützung des Gerichtshofs, soweit die Sanktionen Mehrkosten verursachen oder laufende Ermittlungen gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderungen sind Bestandteil eines Bundestagsantrags mit dem Titel „Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof vor Sanktionen schützen“, den die Grünen am 13. Oktober eingebracht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag sieht zwölf konkrete Maßnahmen vor, darunter diplomatische Schritte gegenüber Washington, europäische Schutzvorschriften, Unterstützung sanktionierter Beschäftigter und die Sicherung des Opferfonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof wurde 2002 gegründet. Ihm gehören nach Angaben der Grünen derzeit 125 Vertragsstaaten an. Sein Sitz befindet sich in Den Haag in den Niederlanden. Die Vereinigten Staaten zählen ebenso wie Israel nicht zu seinen Mitgliedstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			<media:title type="html">President_Donald_J._Trump_meets_with_Israeli_Prime_Minister_Benjamin_Netanyahu_(55429150214)</media:title>
			<media:description type="html">President Donald J. Trump meets with Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, Tuesday, July 28, 2026, in the Oval Office. (Official White House Photo by Daniel Torok)</media:description>
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	</item>
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		<title>Rettet die Rüstungsindustrie Deutschland aus der Wirtschaftskrise?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/rettet-die-ruestungsindustrie-deutschland-aus-der-wirtschaftskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2026 08:24:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Leipzig sollen ab 2027 Tausende Marschflugkörper produziert werden. In Görlitz wird ein Bahnwerk zur Panzerproduktion umgebaut. Milliarden fließen in die Aufrüstung. Doch wie viel Wachstum entsteht dadurch wirklich?<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Frettet-die-ruestungsindustrie-deutschland-aus-der-wirtschaftskrise%2F&amp;action_name=Rettet%20die%20R%C3%BCstungsindustrie%20Deutschland%20aus%20der%20Wirtschaftskrise%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/rettet-die-ruestungsindustrie-deutschland-aus-der-wirtschaftskrise/">Rettet die Rüstungsindustrie Deutschland aus der Wirtschaftskrise?</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die stark steigenden Verteidigungsausgaben sollen der deutschen Industrie neue Aufträge, Investitionen und Arbeitsplätze bringen. Doch wie weit kann der Rüstungsboom die angeschlagene Wirtschaft tatsächlich stützen? Eine am 15. September 2026 abgeschlossene Untersuchung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages zeigt, dass zusätzliche Militärausgaben das deutsche Bruttoinlandsprodukt spürbar erhöhen könnten, andere Berechnungen jedoch kaum Wachstumseffekte erwarten lassen. Während Unternehmen neue Produktionsstätten eröffnen und bestehende Industriewerke übernehmen, fließt ein Teil der Milliardenaufträge ins Ausland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der wirtschaftliche Wandel aussehen kann, zeigt sich derzeit in Leipzig. Das amerikanische Rüstungsunternehmen Covenant hat dort eine Produktionshalle für weitreichende Marschflugkörper eröffnet. Ab 2027 sollen zunächst 1.000 Flugkörper jährlich gefertigt werden, im zweiten Jahr bereits 5.000.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Hundert Arbeitsplätze sind geplant. Der Standort soll nach Angaben des Unternehmens zum weltweit größten Produktionszentrum von Covenant werden. Die sächsische Landesregierung begrüßt die Ansiedlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu schafft die Bundesregierung mit höheren Verteidigungsausgaben zusätzliche Nachfrage. Deutschland erweitert seine Rüstungskooperation mit den USA, während die Europäische Union Genehmigungsverfahren und regulatorische Vorgaben für die Verteidigungsindustrie vereinfachen will.</p>



<h2 id="h-bis-zu-0-9-prozent-hohere-wirtschaftsleistung-durch-aufrustung" class="wp-block-heading"><span id="bis-zu-09-prozent-hoehere-wirtschaftsleistung-durch-aufruestung">Bis zu 0,9 Prozent höhere Wirtschaftsleistung durch Aufrüstung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie stark die deutsche Wirtschaft vom Ausbau der Verteidigung profitiert, wird unter Ökonomen unterschiedlich bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet durch die geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben einen positiven Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt. Nach Berechnungen der Ökonomen Thomas Obst und Klaus-Heiner Röhl könnte die preisbereinigte Wirtschaftsleistung 2026 um 0,7 Prozent und 2027 um 0,9 Prozent über einem Szenario ohne zusätzliche Verteidigungsausgaben liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Werte beschreiben den zusätzlichen Effekt gegenüber der bisherigen Finanzplanung und nicht das gesamte Wirtschaftswachstum Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 berechnet das IW einen zusätzlichen staatlichen Ausgabenimpuls von rund 95 Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 51,6 Milliarden Euro auf Investitionen und 42,9 Milliarden Euro auf Personal und den Unterhalt der Streitkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der daraus entstehende gesamtwirtschaftliche Produktionseffekt wird auf etwas mehr als 96 Milliarden Euro geschätzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages bezeichnen die erwarteten Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung allerdings als moderat. Die Rüstungsindustrie mache weiterhin nur einen vergleichsweise kleinen Teil des deutschen verarbeitenden Gewerbes aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem nehmen die zusätzlichen Wachstumseffekte nach Berechnungen des IW ab 2028 deutlich ab.</p>



<h2 id="h-andere-okonomen-erwarten-kaum-zusatzliches-wachstum" class="wp-block-heading"><span id="andere-oekonomen-erwarten-kaum-zusaetzliches-wachstum">Andere Ökonomen erwarten kaum zusätzliches Wachstum</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich skeptischer bewerten die Wirtschaftswissenschaftler Tom Krebs und Philipp Kaczmarczyk die wirtschaftlichen Folgen höherer Militärausgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Untersuchung aus dem Jahr 2025 kommen sie zu dem Ergebnis, dass ein zusätzlicher Euro staatlicher Verteidigungsausgaben kurzfristig höchstens 50 Cent zusätzliche Wirtschaftsleistung erzeugen könnte. <a href="https://fokus-afrika.de/1-euro-entwicklungshilfe-250-euro-mehr-exporte-studie-beziffert-effekt-fuer-deutschland/">Unter ungünstigen Bedingungen sei sogar überhaupt kein zusätzlicher Produktionseffekt möglich.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ökonomen begründen dies unter anderem mit bereits ausgelasteten Produktionskapazitäten und begrenztem Wettbewerb in der deutschen Rüstungsindustrie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche staatliche Aufträge könnten deshalb zunächst vor allem die Preise für Rüstungsgüter und die Gewinne der Hersteller erhöhen, ohne dass im gleichen Umfang mehr produziert werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst durch zusätzliche Fabriken, neue Zulieferer und einen intensiveren Wettbewerb ließen sich diese Engpässe verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berechnungen unterscheiden sich damit erheblich. Während das IW einen gesamtwirtschaftlichen Effekt von etwas mehr als einem Euro je zusätzlich ausgegebenem Euro erwartet, halten Krebs und Kaczmarczyk kurzfristig maximal die Hälfte davon für erreichbar.</p>



<h2 id="h-leipzig-wird-standort-fur-amerikanische-marschflugkorper" class="wp-block-heading"><span id="leipzig-wird-standort-fuer-amerikanische-marschflugkoerper">Leipzig wird Standort für amerikanische Marschflugkörper</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Sachsen nimmt der Ausbau der Rüstungsproduktion bereits konkrete Formen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Covenant will in einer mehr als 10.000 Quadratmeter großen Halle im Leipziger Norden ab 2027 Marschflugkörper des Typs Anthem montieren. Die Systeme können nach Unternehmensangaben einen Gefechtskopf von 200 Kilogramm tragen und sind für weitreichende Präzisionsangriffe ausgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen plant zunächst 1.000 Einheiten im ersten Produktionsjahr. Anschließend soll die Fertigung auf jährlich 5.000 Stück steigen. Die dafür erforderliche Umwidmung der bisherigen Gewerbehalle muss von den Behörden noch genehmigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flugkörper sollen vor allem an europäische Kunden geliefert werden. Covenant verspricht deutlich niedrigere Produktionskosten als bei vergleichbaren Systemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 2024 gegründete Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 250 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehört auch der Founders Fund, der vom amerikanischen Unternehmer Peter Thiel mitgegründet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in der Ansiedlung einen Beitrag zur Stärkung des Industriestandortes und der europäischen Verteidigungsfähigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Freiheit, Demokratie, Wohlstand geht nicht ohne Sicherheit. Und die beste Sicherheit ist immer noch die Abschreckung“, erklärte Kretschmer Anfang Oktober.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leipziger Investition steht zugleich für eine Besonderheit des Rüstungsbooms: Nicht nur deutsche Hersteller bauen ihre Kapazitäten aus. Auch internationale Unternehmen verlagern oder erweitern ihre Produktion in Deutschland.</p>



<h2 id="h-rustungsunternehmen-ubernehmen-zivile-industriewerke" class="wp-block-heading"><span id="ruestungsunternehmen-uebernehmen-zivile-industriewerke">Rüstungsunternehmen übernehmen zivile Industriewerke</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der industrielle Wandel erfasst zunehmend Standorte, an denen bislang vor allem zivile Güter hergestellt wurden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-1024x580.png" alt="" class="wp-image-30814 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-1024x580.png 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-300x170.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-768x435.png 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-380x215.png 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-800x453.png 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module-1160x657.png 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Mowag_Piranha_IV_10×10_-_Piranha_AAC_Advanced_Artillery_Carrier_-_KNDS_DE_Artillery_Gun_Module.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Im sächsischen Görlitz übernimmt der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS ein Werk des französischen Schienenfahrzeugherstellers Alstom. Die Anlage, deren Schließung zuvor vorgesehen war, soll künftig Panzerteile produzieren.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch an der Ostseeküste werden industrielle Kapazitäten für die Verteidigungsindustrie genutzt. Thyssenkrupp Marine Systems übernahm den Standort der früheren MV Werften in Wismar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Veränderungen können bestehende Industrieanlagen erhalten, Fachkräfte weiterbeschäftigen und neue Zulieferbeziehungen schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in Regionen mit rückläufiger ziviler Industrieproduktion entstehen dadurch zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie groß diese Effekte tatsächlich ausfallen, ist allerdings noch nicht beziffert. Die Bundesregierung erklärte im August 2026, dass ihr keine umfassenden regionalen Daten oder Prognosen über die künftige Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung der Verteidigungsindustrie in Ostdeutschland vorlägen.</p>



<h2 id="h-rustungsboom-kommt-vor-allem-westdeutschland-zugute" class="wp-block-heading"><span id="ruestungsboom-kommt-vor-allem-westdeutschland-zugute">Rüstungsboom kommt vor allem Westdeutschland zugute</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der neuen Projekte in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich die deutsche Verteidigungsindustrie weiterhin stark auf westdeutsche Bundesländer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Untersuchung des IW zeigt, dass fast 78 Prozent der erfassten offenen Stellen in Rüstungsunternehmen auf Niedersachsen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg entfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein Niedersachsen vereint rund ein Drittel der ausgeschriebenen Stellen auf sich. Unter Einbeziehung des Saarlandes und Schleswig-Holsteins steigt der Anteil dieser westdeutschen Industriestandorte auf etwa 90 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend erwarten die Ökonomen die stärksten wirtschaftlichen Impulse dort, wo bereits große Hersteller, spezialisierte Zulieferer und entsprechende Fachkräfte vorhanden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das ifo Institut in Dresden geht davon aus, dass Ostdeutschland insgesamt weniger stark von den zusätzlichen Verteidigungsausgaben profitieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzelne Ansiedlungen wie in Leipzig oder Görlitz können damit zwar erhebliche lokale Auswirkungen haben. Eine flächendeckende Stärkung der ostdeutschen Wirtschaft durch Rüstungsaufträge lässt sich daraus bislang nicht ableiten.</p>



<h2 id="h-deutsche-rustungsproduktion-oder-milliardenauftrage-fur-die-usa" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-ruestungsproduktion-oder-milliardenauftraege-fuer-die-usa">Deutsche Rüstungsproduktion oder Milliardenaufträge für die USA?</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Faktor ist der Anteil der Verteidigungsausgaben, der tatsächlich in der deutschen Wirtschaft verbleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt bei der Modernisierung der Bundeswehr weiterhin auf umfangreiche Rüstungskäufe in den Vereinigten Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören 35 bestellte Tarnkappenflugzeuge des Typs F-35 vom US-Hersteller Lockheed Martin sowie geplante Beschaffungen amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig will Verteidigungsminister Boris Pistorius die Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen bei der Produktion in Deutschland ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seinem Besuch in Washington im September sprach er sich für zusätzliche gemeinsame Fertigungskapazitäten aus. Neben dem F-35-Programm gehört dazu die geplante Produktion von Lenkflugkörpern für das Patriot-Luftverteidigungssystem in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschland verfügt über eine leistungsfähige industrielle Basis, bestens ausgebildete Fachkräfte und technologische Spitzenkompetenz“, erklärte Pistorius.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Effekte solcher Programme hängen davon ab, wo die Wertschöpfung stattfindet. Werden Waffen vollständig importiert, fließt ein erheblicher Teil der staatlichen Ausgaben an ausländische Hersteller. <a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-leidet-unter-angriffen-auf-seine-verteidigungsindustrie-durch-spionage/">Werden dagegen Komponenten entwickelt, montiert und von heimischen Zulieferern produziert, entstehen zusätzliche Aufträge innerhalb Deutschlands.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vom Bundestag ausgewertete Untersuchung über die Jahre 2013 bis 2023 bezifferte den Importanteil deutscher Verteidigungsausgaben auf 24,1 Prozent. Der entsprechende Anteil lag bei untersuchten Ausgaben für Bildung, Gesundheit und Umwelt deutlich niedriger.</p>



<h2 id="h-eu-erleichtert-investitionen-in-die-rustungsindustrie" class="wp-block-heading"><span id="eu-erleichtert-investitionen-in-die-ruestungsindustrie">EU erleichtert Investitionen in die Rüstungsindustrie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf europäischer Ebene werden gleichzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in die Verteidigungsindustrie verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Europäische Parlament hat am 16. September 2026 einen Kompromiss zur sogenannten Omnibus-V-Verordnung angenommen. Die Neuregelung soll den Verwaltungsaufwand verringern und Genehmigungen für Verteidigungsprojekte beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es unter anderem um Anpassungen bestehender europäischer Vorschriften zu Chemikalien, zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen sowie zu Förderverfahren im Europäischen Verteidigungsfonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitgliedstaaten sollen in begründeten Fällen größere Ausnahmemöglichkeiten für verteidigungsrelevante Tätigkeiten erhalten. Zugleich sollen die Anforderungen an den Gesundheits- und Umweltschutz berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen leichter Zugang zu europäischen Fördermitteln bekommen. Schnellere Antrags- und Bewertungsverfahren sollen die Beteiligung spezialisierter Zulieferer an gemeinsamen Verteidigungsprojekten erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im September beschlossene Position des Europäischen Parlaments beruht auf einer zuvor zwischen den EU-Institutionen ausgehandelten Einigung. Für den endgültigen Erlass ist noch die formelle Zustimmung des Rates erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU verbindet die Vereinfachungen mit dem Ziel, ihre eigene industrielle und technologische Verteidigungsfähigkeit auszubauen und Abhängigkeiten von Lieferanten außerhalb Europas zu verringern.</p>



<h2 id="h-investitionen-in-bildung-und-infrastruktur-bringen-teils-mehr-wachstum" class="wp-block-heading"><span id="investitionen-in-bildung-und-infrastruktur-bringen-teils-mehr-wachstum">Investitionen in Bildung und Infrastruktur bringen teils mehr Wachstum</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Wirkungen der Aufrüstung stehen auch im Vergleich zu anderen staatlichen Investitionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Krebs und Kaczmarczyk berechnen für gezielte öffentliche Infrastrukturinvestitionen einen deutlich höheren wirtschaftlichen Nutzen als für zusätzliche Militärausgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihr geschätzter kurzfristiger Multiplikator für Verteidigungsausgaben zwischen null und 0,5 liegt, veranschlagen sie für Infrastrukturinvestitionen einen Wert von etwa zwei. Bei Investitionen in Kindertagesstätten und Schulen könne er sogar drei erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet nach ihren Modellannahmen, dass ein zusätzlicher Euro für Infrastruktur zwei Euro und für Betreuungsangebote bis zu drei Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung auslösen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine im Auftrag von Greenpeace erstellte Untersuchung aus dem Jahr 2023 kommt zu unterschiedlichen Beschäftigungseffekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei staatlichen Ausgaben von jeweils einer Milliarde Euro errechneten die Autoren für die Verteidigungsindustrie rund 6.150 Arbeitsplätze. Für Ausgaben im Bildungsbereich lag der modellierte Effekt bei etwa 17.620 Arbeitsplätzen, im Gesundheitswesen bei rund 15.200 und im Umweltbereich bei 11.360.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berechnungen beziehen sich auf unterschiedliche Untersuchungszeiträume und Methoden. Sie zeigen jedoch, dass die wirtschaftlichen Wirkungen staatlicher Ausgaben stark davon abhängen, in welchen Branchen investiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages weisen zugleich darauf hin, dass Verteidigungsausgaben vorrangig der äußeren Sicherheit Deutschlands und Europas dienen. Ihre wirtschaftlichen Auswirkungen seien deshalb als zusätzlicher Effekt und nicht als hauptsächliches Ziel zu betrachten.</p>



<h2 id="h-forschung-und-technologie-als-weiterer-wirtschaftsfaktor" class="wp-block-heading"><span id="forschung-und-technologie-als-weiterer-wirtschaftsfaktor">Forschung und Technologie als weiterer Wirtschaftsfaktor</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Langfristige Wachstumsimpulse durch die Verteidigungsindustrie hängen auch davon ab, ob militärische Forschung neue Technologien hervorbringt, die anschließend zivil genutzt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das IW verweist insbesondere auf mögliche Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt, der Informationstechnologie und der elektronischen Kriegsführung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang unterscheiden sich Deutschland und die Vereinigten Staaten jedoch erheblich bei den Forschungsanteilen ihrer Verteidigungsausgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den vom Bundestag ausgewerteten Zahlen entfielen 2025 in Deutschland lediglich rund zwei Prozent der Verteidigungsausgaben auf Forschung und Entwicklung. In den USA lag dieser Anteil bei etwa 16 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die IW-Ökonomen halten längerfristige Produktivitätsgewinne durch militärische Forschung grundsätzlich für möglich. Größere gesamtwirtschaftliche Auswirkungen erwarten sie jedoch frühestens nach 2030.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbau der Rüstungsproduktion schafft unterdessen bereits konkrete industrielle Veränderungen: In Leipzig entsteht eine Fertigung für amerikanische Marschflugkörper, in Görlitz wird ein früheres Bahnwerk auf Panzerteile umgestellt und in Wismar werden ehemalige Werftkapazitäten für den Marineschiffbau genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob aus diesen regionalen Investitionen ein breiter wirtschaftlicher Aufschwung wird, hängt nach den untersuchten Berechnungen vor allem vom Ausbau heimischer Produktionskapazitäten, der Beteiligung deutscher Zulieferer, dem Wettbewerb zwischen Herstellern und den technologischen Folgeeffekten ab.</p>
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		<item>
		<title>Spionage-Skandal um Ex-BND-Chef Hanning löst heftigen Streit im Bundestag aus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/spionage-skandal-um-ex-bnd-chef-hanning-loest-heftigen-streit-im-bundestag-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2026 07:54:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spionage-Skandal im Bundestag: Die Festnahme des früheren BND-Chefs August Hanning sorgt für heftige Auseinandersetzungen. Die Grünen warnen vor einer möglichen Staatsaffäre. SPD und AfD streiten über Russland und China. Die Koalition verteidigt neue Geheimdienstbefugnisse – während die Opposition schärfere Kontrollen und Konsequenzen fordert.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fspionage-skandal-um-ex-bnd-chef-hanning-loest-heftigen-streit-im-bundestag-aus%2F&amp;action_name=Spionage-Skandal%20um%20Ex-BND-Chef%20Hanning%20l%C3%B6st%20heftigen%20Streit%20im%20Bundestag%20aus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Spionageverdacht gegen den ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning hat im Bundestag eine heftige Auseinandersetzung über die Sicherheit der deutschen Nachrichtendienste und deren geplante neue Befugnisse ausgelöst. In einer Aktuellen Stunde am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, stritten die Fraktionen über russische und chinesische Spionage, Versäumnisse der Sicherheitsbehörden und die Reform des Nachrichtendienstrechts. Die Grünen warnten angesichts der Ermittlungen gegen Hanning vor einer möglichen Staatsaffäre und verlangten strengere Regeln für ehemalige Spitzenbeamte. Union und SPD verteidigten ihre Sicherheitsreformen, während die AfD der Bundesregierung politisches Versagen vorwarf und die Ausweitung staatlicher Überwachungsbefugnisse kritisierte.</p>



<h2 id="h-fall-hanning-belastet-vertrauen-in-deutsche-nachrichtendienste" class="wp-block-heading"><span id="fall-hanning-belastet-vertrauen-in-deutsche-nachrichtendienste">Fall Hanning belastet Vertrauen in deutsche Nachrichtendienste</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festnahme des früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, beschäftigte die Abgeordneten besonders intensiv. Der ehemalige Geheimdienstchef war am 6. Oktober wegen des Verdachts auf Spionage und Landesverrat festgenommen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning unter anderem vor, nach seinem Ausscheiden aus dem BND weiterhin Zugang zu geheimen Informationen erhalten und diese im Rahmen seiner privaten Beratertätigkeit genutzt zu haben. Im Raum steht auch der Verdacht einer Weitergabe von Informationen an einen ausländischen Geheimdienst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hanning leitete den deutschen Auslandsnachrichtendienst von 1998 bis 2005. Nach seiner Amtszeit war er unter anderem als Sicherheitsberater tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz bezeichnete die Ermittlungen als „harten Schlag“ für die deutschen Sicherheitsbehörden und als schwere Belastung für den BND.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er betonte ausdrücklich, dass für Hanning die Unschuldsvermutung gelte. Zugleich seien die erhobenen Vorwürfe massiv und substanziiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist eine Frage der nationalen Sicherheit“, erklärte von Notz. Der Fall habe „zweifelsohne das Potenzial für eine Staatsaffäre“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grünen-Politiker verwies auf eine Warnung des Parlamentarischen Kontrollgremiums aus dem Mai 2023. Schon damals hätten dessen Mitglieder auf die Gefahr hingewiesen, dass frühere Angehörige der Nachrichtendienste ihre dienstlich erworbenen Kenntnisse autoritären Regierungen oder kriminellen Organisationen zur Verfügung stellen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Notz forderte gesetzliche Regelungen, um problematische Geschäftspraktiken pensionierter Spitzenbeamter zu unterbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir noch so einen Verratsfall erleben, können wir einpacken“, warnte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Parlamentarische Kontrollgremium habe inzwischen eine eigene Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet. Auch die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft dauerten an.</p>



<h2 id="h-schlagabtausch-zwischen-grunen-und-afd-uber-russland-und-china" class="wp-block-heading"><span id="schlagabtausch-zwischen-gruenen-und-afd-ueber-russland-und-china">Schlagabtausch zwischen Grünen und AfD über Russland und China</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Hanning führte zu einer direkten Konfrontation zwischen Konstantin von Notz und dem AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Notz warf der AfD vor, auf die Ermittlungen gegen den ehemaligen Geheimdienstchef lediglich mit der Verbreitung fragwürdiger Äußerungen des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen reagiert zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel habe entsprechende Beiträge über ihr Konto auf der Plattform X weiterverbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frohnmaier widersprach. Maaßen sei kein Mitglied der AfD. Außerdem halte sich seine Fraktion angesichts des laufenden Ermittlungsverfahrens bewusst mit Bewertungen zurück.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30809 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-768x513.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-1536x1025.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-2048x1367.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MF-504.jpg 3000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Abgeordnete warf den Grünen vor, Hanning vorzuverurteilen. Zugleich kritisierte er einen aus seiner Sicht unterschiedlichen Umgang mit Spionagevorwürfen im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Von Notz hielt dagegen, die AfD berufe sich insbesondere dann auf die Unschuldsvermutung, wenn Vorwürfe einen Bezug zu Russland hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kritisierte die Verbindungen einzelner AfD-Politiker zu Russland, China und anderen autoritär regierten Staaten. Zudem warf er der Partei vor, die Sicherheitsinteressen Deutschlands durch ihre außenpolitischen Positionen zu gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung ging damit deutlich über die Ermittlungen gegen Hanning hinaus und entwickelte sich zu einem Streit über den Umgang mit ausländischer Einflussnahme auf deutsche Politik.</p>



<h2 id="h-spd-greift-afd-wegen-beziehungen-zu-moskau-und-peking-an" class="wp-block-heading"><span id="spd-greift-afd-wegen-beziehungen-zu-moskau-und-peking-an">SPD greift AfD wegen Beziehungen zu Moskau und Peking an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zwischen SPD und AfD kam es zu einem scharfen Wortwechsel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Abgeordnete Stefan Keuter warf den früheren und gegenwärtigen Regierungsparteien vor, die Sicherheit Deutschlands über Jahre vernachlässigt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spionage und Sabotage bedrohten Deutschland aus unterschiedlichen Richtungen. Die Bundesregierung konzentriere sich jedoch zu stark auf den Kampf gegen Rechtsextremismus und verliere andere Gefahren aus dem Blick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keuter nannte islamistischen Terrorismus, linksextreme Anschläge auf Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie Wirtschaftsspionage als Beispiele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer jetzt nach Resilienz ruft, wenn der Rauch bereits aufsteigt, betreibt keine verantwortliche Sicherheitspolitik“, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der SPD-Abgeordnete Daniel Baldy reagierte mit einem persönlichen Angriff auf die AfD.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer ist denn der Brandstifter, wegen dem dieser Rauch überhaupt aufsteigt?“, fragte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verantwortlichen säßen in Moskau, Peking und nach seiner Darstellung teilweise sogar in der AfD-Fraktion. Baldy warf der Partei vor, enge Kontakte zu Staaten zu pflegen, von denen erhebliche Spionagegefahren für Deutschland ausgingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keuter hatte zuvor gefordert, die deutschen Nachrichtendienste müssten Bedrohungen unabhängig von politischen Interessen verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Zwischenfrage machte AfD-Politiker Markus Frohnmaier die Regierungsparteien für die Sicherheitslücken verantwortlich, die durch den Fall Hanning sichtbar geworden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verwies darauf, dass Union und SPD über lange Zeit die politische Verantwortung für den Bundesnachrichtendienst und andere Sicherheitsbehörden getragen hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baldy wies die Kritik zurück und verteidigte die geplanten Reformen der Bundesregierung.</p>



<h2 id="h-russland-setzt-deutschland-taglich-unter-druck" class="wp-block-heading"><span id="russland-setzt-deutschland-taeglich-unter-druck">Russland setzt Deutschland täglich unter Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete Marc Henrichmann stellte die zunehmende Bedrohung durch Russland an den Anfang seiner Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-warnt-vor-gewaltsamem-konflikt-mit-russland-deutsche-dienste-sehen-akute-angriffe/" data-type="post" data-id="30504">Er verwies auf die öffentliche Anhörung der deutschen Nachrichtendienstchefs vom 5. Oktober. </a>Dort hatte BND-Präsident Martin Jäger gewarnt, Russland stelle Deutschland täglich auf die Probe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Zeichen von Unsicherheit könne die russische Führung ermutigen, den Druck auf die Bundesrepublik weiter zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Henrichmann erinnerte außerdem an Warnungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz vor langfristig angelegten Einflusskampagnen, die mit erheblichen Ressourcen und wechselnden politischen Bündnissen betrieben würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland müsse darauf mit einer Kombination aus klarer Kommunikation, größerem sicherheitspolitischem Selbstbewusstsein und wirksamen Schutzmaßnahmen reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Politiker verwies auf die Reform des Bundespolizeigesetzes, zusätzliche Verteidigungsausgaben, den Ausbau der Drohnenabwehr und die geplante Neuordnung der Nachrichtendienste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die europäische Zusammenarbeit müsse gestärkt werden. Henrichmann nannte Finnland und Schweden als Beispiele für Gesellschaften, in denen staatliche Institutionen, Unternehmen und Bevölkerung enger auf mögliche Sicherheitskrisen vorbereitet würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Blick auf Russland betonte er zugleich die Bereitschaft der Bundesregierung zu diplomatischen Gesprächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die europäische Sicherheit könne nur durch gemeinsame Anstrengungen gewährleistet werden.</p>



<h2 id="h-streit-uber-neue-befugnisse-fur-den-bundesnachrichtendienst" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-neue-befugnisse-fuer-den-bundesnachrichtendienst">Streit über neue Befugnisse für den Bundesnachrichtendienst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/dobrindt-aus-nachrichtendiensten-werden-echte-geheimdienste-bundestag-streitet-ueber-neue-befugnisse/">Neben dem Fall Hanning sorgte die geplante Reform des Nachrichtendienstrechts für erhebliche Meinungsverschiedenheiten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Union und SPD wollen die deutschen Nachrichtendienste mit zusätzlichen Befugnissen ausstatten. <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Dazu gehören neue Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und Maßnahmen gegen Bedrohungen, bevor diese unmittelbare Schäden verursachen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der SPD-Abgeordnete Baldy verteidigte insbesondere die vorgesehene Stärkung des Bundesnachrichtendienstes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/europas-geheimdienste-im-ranking-mi6-weit-vor-dem-deutschen-bnd/" data-type="post" data-id="29276">Deutschland müsse gegenüber seinen europäischen Partnern aufholen.</a> Gleichzeitig bleibe die Arbeit der Nachrichtendienste an richterliche und parlamentarische Kontrollmechanismen gebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baldy führte als Beispiel die Möglichkeit an, feindliche Drohneneinsätze bereits vor ihrem Beginn zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Dienste bekommen damit keine Lizenz zum Töten“, erklärte er. Stattdessen erhielten sie eine „Lizenz zum Leben retten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD kritisierte die Reform dagegen als verfassungsrechtlich problematisch. Keuter warf der Bundesregierung vor, Auslandsaufklärung und Inlandsüberwachung miteinander zu vermischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Fraktion fordere ein eigenständiges BND-Gesetz mit klar abgegrenzten Zuständigkeiten. Außerdem sprach sich der AfD-Abgeordnete für eine Stärkung offensiver Cyberfähigkeiten und eine engere Zusammenarbeit mit dem militärischen Nachrichtenwesen der Bundeswehr aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baldy widersprach der Darstellung, die Bundesregierung plane kein eigenständiges Gesetz für den BND. Die Reform enthalte bereits entsprechende gesetzliche Regelungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Forderung der AfD nach einer Zusammenlegung des Parlamentarischen Kontrollgremiums und der G-10-Kommission wies er unter Hinweis auf die verfassungsrechtlichen Anforderungen zurück.</p>



<h2 id="h-linke-fordert-mehr-geld-fur-krankenhauser-und-kommunale-sicherheit" class="wp-block-heading"><span id="linke-fordert-mehr-geld-fuer-krankenhaeuser-und-kommunale-sicherheit">Linke fordert mehr Geld für Krankenhäuser und kommunale Sicherheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke richtete den Blick auf die praktische Widerstandsfähigkeit öffentlicher Einrichtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Abgeordneter Jan Krampe betonte, dass Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und Desinformation tatsächliche Gefahren darstellten. Diese müssten konsequent mit rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich kritisierte er, dass sich die sicherheitspolitische Diskussion zu stark auf neue Gesetze und Befugnisse konzentriere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Resilienz ist längst zum Lieblingsbegriff jeder sicherheitspolitischen Debatte geworden“, sagte Krampe. Doch der Begriff allein schütze weder Krankenhäuser noch Stromnetze oder kommunale Verwaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Einrichtungen verfügten nicht über ausreichend Geld, Personal oder technische Ausstattung, um steigende Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Krampe verwies auf veraltete Software in öffentlichen Verwaltungen und die hohen Kosten moderner IT-Sicherheit in Krankenhäusern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verlangte verbindliche Sicherheitsstandards, klare Zuständigkeiten und eine ausreichende Finanzierung. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik müsse personell und technisch gestärkt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung dürfe zusätzliche Sicherheitsanforderungen nicht einfach an Kommunen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen weiterreichen, ohne die Voraussetzungen für ihre Umsetzung zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer immer neue Pflichten auferlegt, ohne für ausreichend Personal und Finanzierung zu sorgen, verwechselt Sicherheitspolitik mit dem Abwälzen politischer Verantwortung“, erklärte der Linken-Abgeordnete.</p>



<h2 id="h-nachrichtendienstreform-und-aufarbeitung-des-spionagefalls" class="wp-block-heading"><span id="nachrichtendienstreform-und-aufarbeitung-des-spionagefalls">Nachrichtendienstreform und Aufarbeitung des Spionagefalls</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungskoalition verwies in der Aktuellen Stunde auf zahlreiche laufende Gesetzgebungsverfahren zur Stärkung der inneren Sicherheit. Dazu gehören die Reform des Nachrichtendienstrechts, Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur und der Ausbau der Cyberabwehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Koalition stehen neue operative Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden und eine engere Zusammenarbeit mit europäischen Partnern im Vordergrund. Die Opposition stellte unterschiedliche Forderungen nach einer besseren Kontrolle der Nachrichtendienste, zusätzlichen Schutzmaßnahmen und ausreichender Finanzierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall August Hanning wird unterdessen strafrechtlich untersucht. Die Bundesanwaltschaft führt die Ermittlungen, während sich das Parlamentarische Kontrollgremium mit den möglichen Sicherheitslücken befasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bundestag bleibt damit neben der Ausweitung nachrichtendienstlicher Befugnisse auch der Umgang mit geheimen Informationen und dienstlichen Kontakten ehemaliger Spitzenbeamter Gegenstand der politischen Auseinandersetzung.</p>
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		<title>Streit über Migration eskaliert im Bundestag – Abgeordnete liefern sich heftigen Schlagabtausch</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/streit-ueber-migration-eskaliert-im-bundestag-abgeordnete-liefern-sich-heftigen-schlagabtausch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 13:05:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
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		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heftiger Schlagabtausch im Bundestag: Die AfD verlangt eine finanzielle Bilanz der Zuwanderung. CDU, SPD, Grüne und Linke widersprechen mit scharfen Vorwürfen. „Ich habe die Schnauze voll“, erklärt SPD-Abgeordnete Rasha Nasr. Grünen-Politiker Timon Dzienus fordert ein AfD-Verbot. Wegen seiner Wortwahl greift das Bundestagspräsidium ein.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fstreit-ueber-migration-eskaliert-im-bundestag-abgeordnete-liefern-sich-heftigen-schlagabtausch%2F&amp;action_name=Streit%20%C3%BCber%20Migration%20eskaliert%20im%20Bundestag%20%E2%80%93%20Abgeordnete%20liefern%20sich%20heftigen%20Schlagabtausch&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Debatte über Kosten und Nutzen der Zuwanderung hat im Bundestag zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen AfD, Union, SPD, Grünen und Linken geführt. Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, stritten die Abgeordneten über die wirtschaftlichen Folgen der Migration, den Beitrag ausländischer Beschäftigter und den gesellschaftlichen Umgang mit Zugewanderten. Während die AfD eine umfassende finanzielle Bilanz der Zuwanderung verlangte, warfen ihr die anderen Fraktionen vor, Menschen auf ihren wirtschaftlichen Nutzen zu reduzieren. Die Auseinandersetzung weitete sich auf Vorwürfe des Rechtsextremismus, die Wohnungskrise und die politische Verantwortung der CDU aus.</p>



<h2 id="h-afd-fordert-abrechnung-uber-400-milliarden-euro" class="wp-block-heading"><span id="afd-fordert-abrechnung-ueber-400-milliarden-euro">AfD fordert Abrechnung über 400 Milliarden Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte eröffnete der AfD-Abgeordnete Hans-Jürgen Goßner mit einer Abrechnung der bisherigen deutschen Migrationspolitik. Er bezog sich auf einen Beitrag der Tageszeitung&nbsp;<em>Die Welt</em>, der die Kosten der Migration zwischen 2016 und 2025 auf mindestens 400 Milliarden Euro beziffert habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine amtliche Gesamtrechnung über die finanziellen Auswirkungen der Zuwanderung fehle bislang, kritisierte Goßner. Die Bundesregierung müsse offenlegen, welche Migrantengruppen mehr in die Sozialversicherungssysteme einzahlen, als sie an Leistungen beziehen, und welche Gruppen die öffentlichen Haushalte belasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer solche Summen bewegt, schuldet den Bürgern eine Abrechnung“, erklärte der AfD-Politiker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorbilder nannte Goßner Dänemark und die Niederlande. Eine niederländische Untersuchung komme bei Arbeitsmigration auf einen durchschnittlichen positiven Nettobeitrag von 125.000 Euro, bei Asylmigration hingegen auf einen negativen Beitrag von 475.000 Euro, führte er aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die genannten Beträge beziehen sich auf unterschiedliche Zuwanderungsgruppen und langfristige Berechnungen. Sie sind keine amtliche Bilanz der Migration in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Goßner forderte die übrigen Fraktionen auf, dem Antrag seiner Partei zuzustimmen. „Legen Sie die Bilanz auf den Tisch! Legen Sie Rechenschaft ab vor den Steuerzahlern!“</p>



<h2 id="h-cdu-wirft-afd-angstmache-vor-und-verteidigt-zuwanderung" class="wp-block-heading"><span id="cdu-wirft-afd-angstmache-vor-und-verteidigt-zuwanderung">CDU wirft AfD Angstmache vor – und verteidigt Zuwanderung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete Detlef Seif reagierte mit scharfer Kritik. Die AfD verschweige systematisch die positiven Auswirkungen der Migration auf die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das, was Sie gerade ausgeführt haben, ist wirklich die Spitze der Unverschämtheit“, sagte Seif.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund/">Er erinnerte an den Beitrag ausländischer Arbeitskräfte zum wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands und verwies auf Zugewanderte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein in der Pflege arbeiteten mehr als 350.000 ausländische Beschäftigte, führte der Unionspolitiker aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist es wirklich so schwer, einmal auch zu benennen, dass zumindest Teilaspekte der Migration positiv sind?“, fragte Seif in Richtung der AfD.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich grenzte er die Haltung der Union von einer uneingeschränkten Zustimmung zur Migration ab. Nicht jede Form der Zuwanderung sei vorteilhaft. Irreguläre Migration müsse begrenzt, Sozialleistungsmissbrauch bekämpft und die Rückführung ausreisepflichtiger Personen konsequent durchgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen die Chancen gelungener Zuwanderung erkennen und nutzen, aber auch schädliche Zuwanderung verhindern“, erklärte Seif.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorhandenen Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge reichten aus, um die Entwicklungen zu untersuchen. Eine zusätzliche umfassende Datenerhebung lehnte der CDU-Politiker ab.</p>



<h2 id="h-streit-uber-wohnungsnot-und-angst-vor-auslanderfeindlichkeit" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-wohnungsnot-und-angst-vor-auslaenderfeindlichkeit">Streit über Wohnungsnot und Angst vor Ausländerfeindlichkeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anschließenden Kurzintervention verschärfte der AfD-Abgeordnete Ingo Hahn die Auseinandersetzung. Er stellte einen Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Wohnungsmangel her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland fehlten rund 1,4 Millionen Wohnungen, behauptete Hahn. Eine Rückführung illegal aufhältiger Migranten könne die Situation auf dem Wohnungsmarkt wesentlich verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seif widersprach dieser Darstellung. Die Wohnungskrise lasse sich nicht allein durch die Begrenzung der Zuwanderung lösen. Vielmehr müsse der Wohnungsbau gestärkt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete berichtete außerdem von Gesprächen mit ausländischen Botschaftern, die sich besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland gezeigt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die haben Ängste geäußert und gesagt: Was entwickelt sich in Deutschland? Dieser Hass gegen Ausländer, gegen Menschen von außen“, berichtete Seif.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er warf der AfD vor, diese Befürchtungen durch ihre politische Darstellung der Migration weiter zu verstärken.</p>



<h2 id="h-grune-fordern-afd-verbot-bundestagsprasidium-greift-ein" class="wp-block-heading"><span id="gruene-fordern-afd-verbot-bundestagspraesidium-greift-ein">Grüne fordern AfD-Verbot – Bundestagspräsidium greift ein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch schärfer fiel die Rede des Grünen-Abgeordneten Timon Dzienus aus. Er warf der AfD vor, Menschen in wirtschaftlich nützliche und unnütze Gruppen einzuteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist dermaßen widerlich und erinnert mich ehrlicherweise an ganz dunkle Zeiten deutscher Geschichte“, sagte Dzienus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Migration ist was Tolles. Migration bereichert dieses Land im Gegensatz zu Ihnen“, erklärte der Grünen-Politiker.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-30799 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-2048x1425.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5029259.jpg 2658w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Seine Rede entwickelte sich anschließend zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit der AfD und ihrem Verhältnis zur Demokratie. Dzienus warnte insbesondere die CDU davor, rechtsextreme Kräfte auf Landesebene zu unterstützen oder deren politische Verantwortung zu ermöglichen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Blick auf die politischen Vorgänge in Sachsen-Anhalt forderte er die Union auf, sich der AfD geschlossen entgegenzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Faschisten entzaubern sich nicht. Faschisten bewaffnen sich“, sagte Dzienus. Er schloss seine Rede mit der Forderung: „Verbieten wir endlich die AfD.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Wortwahl rief das Bundestagspräsidium auf den Plan. Die Sitzungsleitung rügte insbesondere seine Äußerungen über angeblich geplante millionenfache Deportationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff sei durch die systematische Ermordung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus historisch besonders belastet. Gerade im Bundestag müsse auf eine präzise Sprache geachtet werden, mahnte die Sitzungsleitung.</p>



<h2 id="h-spd-abgeordnete-nasr-menschen-haben-angst-um-ihre-zukunft-in-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="spd-abgeordnete-nasr-menschen-haben-angst-um-ihre-zukunft-in-deutschland">SPD-Abgeordnete Nasr: Menschen haben Angst um ihre Zukunft in Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die SPD ergriff Rasha Nasr das Wort. Sie richtete ihre Kritik nicht nur an die AfD, sondern sprach auch über die Folgen solcher Debatten für Menschen mit Migrationsgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe die Schnauze voll. Ich habe es satt“, sagte Nasr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kritisierte, dass im Parlament wiederholt darüber diskutiert werde, welche Menschen vermeintlich zu viel kosteten oder aufgrund ihrer Herkunft nicht nach Deutschland gehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Abgeordneten über finanzielle Bilanzen stritten, hörten Menschen zu, die sich fragten, ob sie und ihre Kinder in Deutschland noch eine Zukunft hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-auslaender-verdienen-1-038-euro-weniger-als-deutsche/" data-type="post" data-id="29464">Nasr verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung ausländischer Arbeitnehmer.</a> Nach Feststellungen der Bundesagentur für Arbeit werde das Beschäftigungswachstum in Deutschland seit 2024 ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie stellte die Frage, welche Kosten der Wirtschaft entstünden, wenn Betriebe keine Fachkräfte finden, Stellen unbesetzt bleiben und weniger Beschäftigte in die Sozialversicherungen einzahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch unabhängig von solchen Berechnungen dürfe der Wert eines Menschen nicht an seinem wirtschaftlichen Beitrag gemessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss wandte sich die SPD-Abgeordnete unmittelbar an Menschen, die wegen der politischen Auseinandersetzungen an ihrer Zugehörigkeit zu Deutschland zweifelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist auch Ihr Land, das ist auch Ihre Heimat, und niemand hat das Recht, Ihnen das abzusprechen“, erklärte Nasr.</p>



<h2 id="h-linke-zieht-vergleich-zur-nationalsozialistischen-geschichte" class="wp-block-heading"><span id="linke-zieht-vergleich-zur-nationalsozialistischen-geschichte">Linke zieht Vergleich zur nationalsozialistischen Geschichte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger griff die grundsätzliche Frage auf, ob Menschen nach ihrem finanziellen Beitrag zum Staat bewertet werden dürften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Niemand muss seine Nützlichkeit beweisen, um gleiche Rechte zu haben in diesem Land“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bünger kritisierte, dass eine ausschließlich finanzielle Betrachtung der Migration Menschen in Gewinner und Verlierer einteile. Nach dieser Logik müssten auch Kinder, Pflegebedürftige und Rentner danach beurteilt werden, ob sie mehr Leistungen bezögen, als sie selbst finanzierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordnete verwies auf die nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung von Menschen mit Behinderungen. Damals seien ebenfalls wirtschaftliche Berechnungen verwendet worden, um die Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie stellte zugleich klar, dass die AfD-Abgeordneten nicht mit den damaligen Tätern gleichzusetzen seien. Ihre Kritik richte sich gegen die Bewertung von Menschen anhand vermeintlicher finanzieller Nützlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Grundgesetz schütze die Würde jedes Menschen unabhängig von dessen Herkunft oder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.</p>



<h2 id="h-union-widerspricht-milliardenrechnung-der-afd" class="wp-block-heading"><span id="union-widerspricht-milliardenrechnung-der-afd">Union widerspricht Milliardenrechnung der AfD</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete Markus Reichel brachte die Debatte anschließend zurück auf die wirtschaftlichen Berechnungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verwies auf Wissenschaftler, Unternehmer und Pflegekräfte aus dem Ausland, die in Deutschland forschen, investieren und arbeiten. Unter anderem nannte er internationale Fachkräfte in Dresden, ein von einem iranischstämmigen Unternehmer mitgegründetes Unternehmen in Leipzig und brasilianische Pflegekräfte in Sachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das sind keine abstrakten Migrationszahlen. Das sind Menschen, die forschen, Kultur prägen, Unternehmen aufbauen, Patienten versorgen“, erklärte Reichel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wissenschaftliche Untersuchung der finanziellen Auswirkungen von Migration sei grundsätzlich sinnvoll. Die Behauptung, solche Forschung finde bislang nicht statt, wies er jedoch zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit 2025 beschäftige sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit den fiskalischen Effekten der Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders kritisierte Reichel eine Berechnung der AfD, wonach bestimmte Zuwanderungsgruppen den deutschen Staat jährlich 30 bis 35 Milliarden Euro netto kosten könnten. Diese Summe beruhe nicht auf einer deutschen Erhebung, sondern auf der Übertragung dänischer Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zugrunde liegenden Zahlen stammten aus dem Jahr 2019. Das dänische Finanzministerium habe selbst darauf hingewiesen, dass eine Übertragung auf das Jahr 2026 problematisch sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aus einer Hochrechnung wird keine Tatsache, wenn man sie einfach nochmal hochrechnet“, sagte Reichel.</p>



<h2 id="h-bundestag-setzt-beratungen-im-sozialausschuss-fort" class="wp-block-heading"><span id="bundestag-setzt-beratungen-im-sozialausschuss-fort">Bundestag setzt Beratungen im Sozialausschuss fort</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt der einstündigen Debatte war ein Antrag der AfD-Fraktion zur finanziellen Bewertung der Zuwanderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei fordert eine regelmäßige wissenschaftliche Untersuchung der Auswirkungen auf die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dabei sollen unter anderem Herkunftsregionen, Beitragszahlungen, Sozialleistungen sowie direkte und indirekte staatliche Ausgaben berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung soll nach dem Willen der AfD jährlich über die Ergebnisse berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Entscheidung über den Antrag traf der Bundestag nicht. Die Vorlage wurde nach der ersten Lesung an die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Die Federführung übernimmt der Ausschuss für Arbeit und Soziales.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			<media:title type="html">5029259</media:title>
			<media:description type="html">Timon Dzienus, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, hält eine Rede zu TOP 6 „Grundsicherungsgeld, Leistungsrechtsanpassungsgesetz“ im Plenum.</media:description>
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		<title>IWF erwartet 4,5% Wachstum in Afrika – Schulden und sinkende Entwicklungshilfe bremsen Investitionen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/iwf-erwartet-45-wachstum-in-afrika-schulden-und-sinkende-entwicklungshilfe-bremsen-investitionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 09:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[IWF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Afrikas Wirtschaft wächst 2026 voraussichtlich um 4,5 Prozent und damit schneller als die Weltwirtschaft. Doch der IWF warnt: Steigende Schuldenkosten, sinkende Entwicklungshilfe und hohe Energiepreise engen den finanziellen Spielraum vieler Staaten ein. Bei der Jahrestagung in Bangkok fordert Afrika mehr Mitsprache. Deutschland sagt neue Mittel für das Schuldenmanagement zu.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fiwf-erwartet-45-wachstum-in-afrika-schulden-und-sinkende-entwicklungshilfe-bremsen-investitionen%2F&amp;action_name=IWF%20erwartet%204%2C5%25%20Wachstum%20in%20Afrika%20%E2%80%93%20Schulden%20und%20sinkende%20Entwicklungshilfe%20bremsen%20Investitionen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/iwf-erwartet-45-wachstum-in-afrika-schulden-und-sinkende-entwicklungshilfe-bremsen-investitionen/">IWF erwartet 4,5% Wachstum in Afrika – Schulden und sinkende Entwicklungshilfe bremsen Investitionen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Afrikas Wirtschaft soll trotz der internationalen Krisen in diesem Jahr um 4,5 Prozent wachsen. Diese Prognose bekräftigten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die afrikanischen Mitgliedstaaten bei ihrer gemeinsamen Sitzung am 14. Oktober 2026 in Bangkok. Gleichzeitig warnen sie vor steigenden Schuldenkosten, rückläufiger Entwicklungshilfe und neuen Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten. Deutschland kündigte am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank zusätzliche Mittel für das Schuldenmanagement in Entwicklungsländern an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Inflationsrate auf dem afrikanischen Kontinent dürfte nach Einschätzung des IWF auf 9,3 Prozent zurückgehen. Damit bleibt der Preisauftrieb hoch, schwächt sich jedoch trotz gestiegener Energiekosten ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen sind Teil einer gemeinsamen Erklärung von IWF-Direktorin Kristalina Georgieva und Seedy Keita, dem gambischen Finanzminister und Vorsitzenden des African Caucus. <a href="https://fokus-afrika.de/iwf-senkt-kreditkosten-um-36/">In diesem Gremium stimmen die afrikanischen Mitgliedstaaten ihre Interessen gegenüber IWF und Weltbank ab.</a></p>



<h2 id="h-afrikas-wirtschaft-wachst-schneller-als-die-weltwirtschaft" class="wp-block-heading"><span id="afrikas-wirtschaft-waechst-schneller-als-die-weltwirtschaft">Afrikas Wirtschaft wächst schneller als die Weltwirtschaft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem erwarteten Wachstum von 4,5 Prozent liegt Afrika über der globalen Wachstumsprognose des IWF. Für die Weltwirtschaft rechnet der Fonds 2026 mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorjahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb Afrikas verläuft allerdings unterschiedlich. Rohstoffreiche Länder profitieren teilweise von verbesserten Handelsbedingungen und höheren Einnahmen aus ihren Exporten. Staaten ohne größere Rohstoffvorkommen sind stärker von steigenden Importpreisen betroffen. Dort können staatliche Ausgabenprogramme helfen, die Auswirkungen der wirtschaftlichen Belastungen abzufedern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise erhöht und damit die Kosten für Unternehmen und private Haushalte steigen lassen. <a href="https://fokus-afrika.de/senegal-und-iwf-einigen-sich-auf-neues-22-milliarden-dollar-programm/">Zugleich erschweren hohe internationale Zinsen den Zugang zu Kapital.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen klimatische Risiken. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/" data-type="post" data-id="30546">Der IWF warnt insbesondere vor einem starken El-Niño-Ereignis, das durch veränderte Niederschlagsmuster und extreme Wetterbedingungen erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen könnte.</a></p>



<h2 id="h-schuldendienst-bindet-mittel-fur-entwicklung-und-infrastruktur" class="wp-block-heading"><span id="schuldendienst-bindet-mittel-fuer-entwicklung-und-infrastruktur">Schuldendienst bindet Mittel für Entwicklung und Infrastruktur</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der positiven Wachstumszahlen bleibt die Verschuldung zahlreicher afrikanischer Staaten ein Problem. Hohe Zins- und Tilgungszahlungen beanspruchen Haushaltsmittel, die andernfalls für Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung und Klimaanpassung eingesetzt werden könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig geht die internationale Entwicklungshilfe zurück. <a href="https://fokus-afrika.de/imf-draengt-auf-abschaffung-der-energie-subventionen/">Dadurch verringert sich der finanzielle Spielraum der Regierungen zusätzlich.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30789 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/55584915788_ea024e8c8e_k.jpg 2047w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">IWF-Chefin Georgieva warnte bei der Jahrestagung, dass die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber wiederholten Krisen an ihre Grenzen stoße. Finanzielle Reserven würden aufgezehrt, während die Inflation in vielen Ländern hoch bleibe.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders problematisch seien die gestiegenen Finanzierungskosten für wirtschaftlich schwächere Staaten. Höhere Renditen von Staatsanleihen in den Industrieländern verteuerten auch die Kreditaufnahme für Schwellen- und Entwicklungsländer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/iwf-fordert-neues-wachstumsmodell-fuer-afrika/">Der IWF fordert deshalb eine nachhaltige Haushaltspolitik, eine bessere Verwaltung öffentlicher Finanzen und Maßnahmen zur Sicherung der Schuldentragfähigkeit.</a> Gleichzeitig sollen Regierungen besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen gezielt unterstützen.</p>



<h2 id="h-afrikanische-staaten-wollen-mehr-eigene-einnahmen-mobilisieren" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-staaten-wollen-mehr-eigene-einnahmen-mobilisieren">Afrikanische Staaten wollen mehr eigene Einnahmen mobilisieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanischen Finanzminister und der IWF verständigten sich in Bangkok darauf, die Mobilisierung eigener Finanzmittel zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne und gerechte Steuersysteme sollen die Einnahmebasis verbreitern und die Steuererhebung verbessern. Gleichzeitig sollen öffentliche Mittel effizienter eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Afrikas Ressourcen müssen seinen Menschen mehr zugutekommen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vertreter des African Caucus betonten, dass wirtschaftliche Stabilität allein nicht ausreiche. Afrika benötige mehr produktive Investitionen und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören ein verbessertes Investitionsklima, leistungsfähigere Finanzmärkte und eine stärkere wirtschaftliche Integration zwischen den afrikanischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielt die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA). Ihre vollständige Umsetzung soll größere Absatzmärkte schaffen, regionale Produktions- und Lieferketten stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit afrikanischer Unternehmen verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Georgieva und Keita bezeichneten Afrikas unternehmerische Dynamik als potenziellen Motor des künftigen weltweiten Wirtschaftswachstums.</p>



<h2 id="h-afrika-fordert-mehr-einfluss-im-internationalen-wahrungsfonds" class="wp-block-heading"><span id="afrika-fordert-mehr-einfluss-im-internationalen-waehrungsfonds">Afrika fordert mehr Einfluss im Internationalen Währungsfonds</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben wirtschaftspolitischen Reformen verlangten die afrikanischen Staaten eine stärkere Beteiligung an den Entscheidungen des IWF.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der African Caucus begrüßte die Einrichtung eines dritten Sitzes für die Länder Subsahara-Afrikas im Exekutivdirektorium des Währungsfonds. Dadurch verfügt die Region inzwischen über eine zusätzliche Stimme in dem Gremium, das die laufenden Geschäfte des IWF überwacht und über dessen Finanzierungsprogramme entscheidet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die afrikanischen Vertreter forderten weitere Fortschritte bei ihrer institutionellen Repräsentation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IWF sagte zu, seine afrikanischen Mitgliedstaaten weiterhin durch wirtschaftspolitische Beratung, technische Unterstützung und bei Bedarf durch Finanzierungshilfen zu begleiten.</p>



<h2 id="h-deutschland-stellt-rund-acht-millionen-euro-fur-schuldenmanagement-bereit" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-stellt-rund-acht-millionen-euro-fuer-schuldenmanagement-bereit">Deutschland stellt rund acht Millionen Euro für Schuldenmanagement bereit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den Beratungen kündigte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zusätzliche deutsche Unterstützung für das Schuldenmanagement in Entwicklungsländern an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt 8,1 Millionen Euro für einen gemeinsamen Fonds von Weltbank und IWF bereit. Mit dem Geld sollen Partnerländer ihre öffentlichen Schulden besser verwalten, Verschuldungsrisiken reduzieren und die Transparenz staatlicher Verbindlichkeiten erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ministerin nimmt ab dem 15. Oktober an der Jahrestagung in Bangkok teil. Deutschland setzt dabei auch auf eine stärkere Beteiligung privater Investoren an der Entwicklungsfinanzierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gleichzeitig sind unsere Mittel begrenzt. Um uns trotzdem gut gegen globale Krisen zu wappnen, müssen wir international noch stärker zusammenarbeiten“, erklärte Alabali Radovan vor ihrer Reise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums könnten die aktuellen internationalen Krisen und wirtschaftlichen Schocks weltweit zusätzlich rund 45 Millionen Menschen in akute Ernährungsunsicherheit bringen. Die Schätzung stammt vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will deshalb gemeinsam mit der Weltbank, Entwicklungsbanken und Partnerländern über Investitionen in Wasserinfrastruktur, Ernährungssicherung und Klimaanpassung beraten.</p>



<h2 id="h-scholz-und-chinchilla-beginnen-arbeit-an-neuen-nord-sud-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="scholz-und-chinchilla-beginnen-arbeit-an-neuen-nord-sued-beziehungen">Scholz und Chinchilla beginnen Arbeit an neuen Nord-Süd-Beziehungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Rande der Weltbank-Jahrestagung nimmt auch die neu eingesetzte Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission ihre Arbeit auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommission wird vom früheren Bundeskanzler Olaf Scholz und der ehemaligen Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, gemeinsam geleitet. Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan trifft in Bangkok erstmals mit den neu berufenen Mitgliedern zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium soll Vorschläge für eine Neuausrichtung der Beziehungen zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern erarbeiten. Dazu gehören neue Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, eine stärkere internationale Vernetzung und die Weiterentwicklung bestehender Partnerschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus setzt sich Deutschland für die Einrichtung eines Internationalen Weltungleichheitsrats ein. Das geplante Gremium soll sich mit der zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheit zwischen und innerhalb von Staaten befassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt die Initiative, die Alabali Radovan bereits während der UN-Generalversammlung in New York vorgestellt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Eklat im Bundestag bei Namibia-Debatte: Linke kehrt AfD den Rücken – Beatrix von Storch wegen Fotos gerügt</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/eklat-im-bundestag-bei-namibia-debatte-linke-kehrt-afd-den-ruecken-beatrix-von-storch-wegen-fotos-geruegt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 21:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eklat im Bundestag bei der Debatte über den deutschen Völkermord in Namibia: Abgeordnete der Linken drehen sich während einer AfD-Rede um, Beatrix von Storch wird wegen unerlaubter Fotos gerügt. Die AfD stellt den Völkermord infrage, während andere Fraktionen über Entschuldigung und Wiedergutmachung streiten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Feklat-im-bundestag-bei-namibia-debatte-linke-kehrt-afd-den-ruecken-beatrix-von-storch-wegen-fotos-geruegt%2F&amp;action_name=Eklat%20im%20Bundestag%20bei%20Namibia-Debatte%3A%20Linke%20kehrt%20AfD%20den%20R%C3%BCcken%20%E2%80%93%20Beatrix%20von%20Storch%20wegen%20Fotos%20ger%C3%BCgt&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/eklat-im-bundestag-bei-namibia-debatte-linke-kehrt-afd-den-ruecken-beatrix-von-storch-wegen-fotos-geruegt/">Eklat im Bundestag bei Namibia-Debatte: Linke kehrt AfD den Rücken – Beatrix von Storch wegen Fotos gerügt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte über den deutschen Völkermord in Namibia hat im Bundestag zu einem heftigen Streit zwischen den Fraktionen und einer Rüge gegen die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch geführt. Am Mittwochabend, 14. Oktober 2026, beriet das Parlament über Anträge der Linken und Grünen zur Anerkennung der Kolonialverbrechen und zur Wiedergutmachung gegenüber den Nachkommen der Opfer. Während sich Abgeordnete der Linken aus Protest gegen eine AfD-Rede umdrehten, griff die Sitzungsleitung ein und wies später von Storch wegen unerlaubter Bildaufnahmen im Plenarsaal zurecht. Der Streit entzündete sich insbesondere an Äußerungen von AfD-Abgeordneten, die den Völkermord an den Ovaherero und Nama infrage stellten.</p>



<h2 id="h-linke-protestiert-gegen-afd-rede-sitzungsleitung-greift-ein" class="wp-block-heading"><span id="linke-protestiert-gegen-afd-rede-sitzungsleitung-greift-ein">Linke protestiert gegen AfD-Rede – Sitzungsleitung greift ein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auslöser des Protests war eine Rede des AfD-Abgeordneten Alexander Wolf, der die historische Einordnung der deutschen Kolonialverbrechen als Völkermord bestritt. Während seines Beitrags wandten sich Abgeordnete der Linken von ihm ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion beschwerte sich daraufhin bei der Sitzungsleitung über das Verhalten. Diese verteidigte ausdrücklich das Recht der Abgeordneten, ihren Protest auf diese Weise auszudrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eben gab es die Beschwerde des Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD, weil sich die Linken herumgedreht haben“, erklärte die Sitzungsleitung. Das sei eine Form, die eigene Haltung zu den vorgetragenen Inhalten sichtbar zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend kritisierte sie die Äußerungen der AfD mit Blick auf die anwesenden Gäste aus Namibia. „Unparlamentarisch ist gerade das, dass man anwesenden Menschen, die heute da sind, noch nicht einmal mit Empathie begegnet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Besuchertribüne verfolgten Vertreter der Ovaherero und Nama die Debatte. <a href="https://fokus-afrika.de/nama-traditionalisten-lehnen-vereinbarung-zu-voelkermord-reparationen-ab/" data-type="post" data-id="13601">Die Nachfahren der Opfer waren nach Berlin gekommen, um für eine umfassende Anerkennung der deutschen Kolonialverbrechen und direkte Wiedergutmachungsleistungen einzutreten.</a></p>



<h2 id="h-beatrix-von-storch-wegen-bildaufnahmen-zurechtgewiesen" class="wp-block-heading"><span id="beatrix-von-storch-wegen-bildaufnahmen-zurechtgewiesen">Beatrix von Storch wegen Bildaufnahmen zurechtgewiesen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu einem weiteren Zwischenfall kam es während einer späteren Rede des AfD-Abgeordneten Ronald Gläser. Die Sitzungsleitung unterbrach ihn und wandte sich unmittelbar an Beatrix von Storch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frau von Storch, Sie machen gerade Bilder“, stellte sie fest. Trotz der Unterbrechung musste sie ihre Aufforderung mehrfach wiederholen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie machen hier gerade Bilder. Das ist nicht erlaubt. Das wissen Sie“, erklärte die Sitzungsleitung und fügte hinzu: „Wir schauen uns an, ob Sie diese Bilder veröffentlichen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Motive von Storch fotografierte oder zu welchem Zweck sie die Aufnahmen anfertigte, wurde in der Sitzung nicht geklärt. Der Vorfall ereignete sich in einer Debatte, in der die AfD bereits gegen den Protest der Linken vorgegangen war.</p>



<h2 id="h-afd-bestreitet-volkermord-und-spricht-von-deutschem-schuldkult" class="wp-block-heading"><span id="afd-bestreitet-voelkermord-und-spricht-von-deutschem-schuldkult">AfD bestreitet Völkermord und spricht von deutschem Schuldkult</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Inhaltlich sorgte zunächst Alexander Wolf für scharfen Widerspruch. Er warf der Linken vor, es gehe ihr nicht um Namibia, sondern um „deutschen Selbsthass“ und einen „Schuldkult“ verbunden mit Reparationsforderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abgeordnete stellte die deutsche Kolonialherrschaft als Teil einer kriegerischen Auseinandersetzung dar, die allen Beteiligten Leid gebracht habe. Die Einordnung als Völkermord führte er auf britische Kriegspropaganda und später auf ideologisch motivierte Geschichtsschreibung zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es war die britische Kriegspropaganda, die dennoch daraus einen Völkermord konstruierte“, behauptete Wolf. Die historische Bewertung sei weiterhin umstritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit widersprach er der offiziellen Haltung der Bundesregierung, die die Verbrechen deutscher Kolonialtruppen von 1904 bis 1908 im heutigen Namibia seit 2021 als Völkermord aus heutiger Sicht anerkennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Ronald Gläser griff Linke und Grüne an. Er verglich deren Forderungen nach Wiedergutmachung mit dem mittelalterlichen Ablasshandel. Die Parteien erzeugten ein schlechtes Gewissen, um anschließend finanzielle Forderungen daraus abzuleiten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-1024x576.png" alt="" class="wp-image-30770 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-1024x576.png 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-300x169.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-768x432.png 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-1536x864.png 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-2048x1152.png 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-380x214.png 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-800x450.png 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2-1160x653.png 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-14-um-22.57.42-2.png 3840w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Sie wollen heute den Busfahrer in Bielefeld abkassieren“, sagte Gläser. Er sprach sich dafür aus, aus dem bestehenden Versöhnungsprozess auszusteigen und zunächst eine Historikerkommission einzusetzen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Erst die Fakten, dann die Schecks“, lautete seine Forderung.</p>



<h2 id="h-spd-entschuldigt-sich-bei-namibischen-gasten-fur-afd-ausserungen" class="wp-block-heading"><span id="spd-entschuldigt-sich-bei-namibischen-gaesten-fuer-afd-aeusserungen">SPD entschuldigt sich bei namibischen Gästen für AfD-Äußerungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD-Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur reagierte mit Empörung auf die Rede der AfD. Direkt an die Vertreter der Ovaherero und Nama auf der Besuchertribüne gewandt, entschuldigte sie sich für die Wortwahl und die Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich muss mich bei Ihnen, liebe Gäste auf der Tribüne, für diese Denke entschuldigen“, sagte sie. Begriffe wie „Schuldkult“ erinnerten an Versuche, die Aufarbeitung deutscher Verbrechen zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dass wir das heute in diesem Plenum hören müssen, ist wirklich unfassbar“, erklärte Türk-Nachbaur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD-Politikerin erinnerte an das ehemalige Konzentrationslager auf Shark Island bei Lüderitz, wo deutsche Kolonialtruppen Gefangene zur Zwangsarbeit einsetzten. Viele Menschen starben unter den Lagerbedingungen. Die Suche nach den Überresten der Opfer und möglichen Grabstätten sei bis heute nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verlangte, die Nachkommen der Opfer umfassend in die Aufarbeitung einzubeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nichts über Sie, ohne Sie. Erinnerung ohne Beteiligung ist keine Versöhnung“, sagte Türk-Nachbaur.</p>



<h2 id="h-linke-verlangt-direkte-reparationen-statt-entwicklungshilfe" class="wp-block-heading"><span id="linke-verlangt-direkte-reparationen-statt-entwicklungshilfe">Linke verlangt direkte Reparationen statt Entwicklungshilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linken-Abgeordnete Charlotte Antonia Neuhäuser hatte zu Beginn der Debatte die anwesenden Vertreter der Ovaherero und Nama begrüßt und sich für die Verbrechen des Deutschen Kaiserreichs entschuldigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland schulde den Nachfahren der Opfer nicht nur die historische Wahrheit, sondern auch Wiedergutmachung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Zu lange wurden Ihre Forderungen nach Gerechtigkeit ignoriert“, sagte Neuhäuser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Fraktion verlangt, dass Deutschland die volle historische Verantwortung und eine rechtliche Haftung nach völkerrechtlichen Grundsätzen anerkennt. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-soll-fuer-kolonialverbrechen-zahlen-namibias-praesidentin-draengt-auf-reparationen/" data-type="post" data-id="28333">Daraus sollen direkte Reparationsleistungen an die Nachkommen der Opfer entstehen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neuhäuser kritisierte insbesondere die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia über eine gemeinsame Erklärung. Die bisherigen Vereinbarungen sähen Zahlungen von 1,1 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren vor. Diese Mittel würden jedoch als Entwicklungs- und Wiederaufbauleistungen behandelt und nicht als Reparationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke lehnt diesen Ansatz ab. Sie fordert direkte Verhandlungen mit den Gemeinschaften der Ovaherero und Nama sowie einen Mechanismus zur Rückgabe enteigneten Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ohne uns ist gegen uns“, zitierte Neuhäuser die Haltung der Betroffenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Versöhnungsabkommen, an dessen Verhandlungen die betroffenen Gemeinschaften nicht angemessen beteiligt seien, könne keine ausreichende Grundlage für Gerechtigkeit schaffen.</p>



<h2 id="h-union-erkennt-volkermord-an-lehnt-rechtliche-reparationspflicht-ab" class="wp-block-heading"><span id="union-erkennt-voelkermord-an-lehnt-rechtliche-reparationspflicht-ab">Union erkennt Völkermord an, lehnt rechtliche Reparationspflicht ab</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unionsfraktion widersprach sowohl der historischen Darstellung der AfD als auch den rechtlichen Forderungen der Linken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Silberhorn erklärte, die Verbrechen deutscher Kolonialtruppen seien nach heutigen Maßstäben ein Völkermord gewesen. Deutschland trage dafür eine historische und moralische Verantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen einklagbaren Anspruch auf Reparationszahlungen sieht die Union jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Silberhorn verwies darauf, dass die UN-Völkermordkonvention erst 1948 verabschiedet wurde und die Bundesrepublik ihr 1954 beigetreten sei. Auf frühere Ereignisse könne sie nach Auffassung der Unionsfraktion nicht rückwirkend angewandt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für einen Rechtsanspruch auf Reparationen gibt es allerdings keine Grundlage“, sagte Silberhorn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verteidigte die deutsch-namibische Gemeinsame Erklärung von 2021 als Grundlage der weiteren Zusammenarbeit. Die darin vorgesehenen Mittel sollten zusätzlich zur regulären Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt werden und insbesondere den Nachfahren der Ovaherero und Nama zugutekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig räumte er ein, dass kritische Stimmen aus den betroffenen Gemeinschaften gehört werden müssten. Eine Versöhnung sei ohne ihre Beteiligung nicht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete Thomas Rachel wies ebenfalls die Darstellung der AfD zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist allerdings kein Schuldkult, wie die AfD es gerade behauptet hat, sondern wir stellen uns der Vergangenheit, auch wenn es schmerzt“, sagte Rachel.</p>



<h2 id="h-grune-wollen-entschuldigung-unabhangig-vom-versohnungsabkommen" class="wp-block-heading"><span id="gruene-wollen-entschuldigung-unabhaengig-vom-versoehnungsabkommen">Grüne wollen Entschuldigung unabhängig vom Versöhnungsabkommen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen-Abgeordnete Jamila Schäfer forderte eine ausdrückliche Anerkennung des Völkermords durch den Bundestag sowie eine offizielle Entschuldigung gegenüber Namibia und den Nachkommen der betroffenen Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnerte daran, dass deutsche Kolonialtruppen Zehntausende Menschen töteten, Gefangene zur Zwangsarbeit zwangen und menschliche Überreste für rassistische Forschung nach Deutschland brachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen der Verbrechen seien weiterhin in Namibia sichtbar, insbesondere bei der Verteilung von Land und wirtschaftlichen Chancen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schäfer verwies auf ein noch laufendes Gerichtsverfahren in Namibia, in dem die Rechtmäßigkeit des zwischen beiden Regierungen ausgehandelten Versöhnungsrahmens überprüft wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die rechtlichen Fragen müssten geklärt werden. Eine Entschuldigung dürfe davon jedoch nicht länger abhängig gemacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denn eine Entschuldigung erfolgt ohne Gegenleistung“, sagte Schäfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen schlagen außerdem eine parlamentarische Kommission zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, zusätzliche Gedenkorte und eine stärkere Berücksichtigung der Kolonialverbrechen im Schulunterricht vor<a href="https://fokus-afrika.de/rueckgaben-von-kulturgueter-aus-dem-kolonialismus-sollen-schneller-zurueckgefuehrt-werden/" data-type="post" data-id="26136">. Geraubte Kulturgüter und menschliche Überreste sollen zurückgegeben werden.</a></p>



<h2 id="h-versohnungsabkommen-seit-jahren-nicht-abgeschlossen" class="wp-block-heading"><span id="versoehnungsabkommen-seit-jahren-nicht-abgeschlossen">Versöhnungsabkommen seit Jahren nicht abgeschlossen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Kolonialherrschaft im damaligen Deutsch-Südwestafrika dauerte von 1884 bis 1915. Zwischen 1904 und 1908 führten deutsche Kolonialtruppen einen Vernichtungskrieg gegen die Ovaherero und Nama.</p>



<p class="wp-block-paragraph">General Lothar von Trotha erließ im Oktober 1904 einen ausdrücklichen Vernichtungsbefehl gegen die Ovaherero. Zahlreiche Menschen wurden in die Omaheke-Wüste getrieben, wo viele verdursteten. Andere starben in Konzentrationslagern, an Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Namibia verhandeln seit 2015 über eine gemeinsame Erklärung zur historischen Verantwortung und Versöhnung.<a href="https://fokus-afrika.de/scheitert-das-entschaedigungsabkommen-fuer-den-voelkermord/"> Im Jahr 2021 einigten sich beide Seiten auf einen Text, der die Verbrechen als Völkermord aus heutiger Sicht bezeichnet und deutsche Leistungen von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre vorsieht.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung ist bislang nicht abschließend in Kraft gesetzt worden. In Namibia kritisieren Vertreter betroffener Gemeinschaften insbesondere ihre unzureichende Beteiligung und die Ablehnung des Begriffs Reparationen durch Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Linke einen neuen Verhandlungsrahmen mit direkten Reparationsansprüchen fordert, wollen die Grünen die Entschuldigung und historische Aufarbeitung vorantreiben, ohne den laufenden rechtlichen und diplomatischen Prozess vorwegzunehmen. Die Union hält dagegen an der Gemeinsamen Erklärung als Grundlage der Versöhnung fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der ersten Lesung überwies der Bundestag beide Oppositionsanträge zur weiteren Beratung an die zuständigen Ausschüsse. Die Federführung übernimmt der Auswärtige Ausschuss.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Streit im Bundestag: AfD will UN-Agenda 2030 beenden – Regierung spricht von  verantwortungsloser Politik</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/streit-im-bundestag-afd-will-un-agenda-2030-beenden-regierung-spricht-von-verantwortungsloser-politik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 20:25:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30763</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Nationalismus ist kein Impfstoff gegen Pandemien“: Im Bundestag streiten AfD, Regierung und Opposition über die Zukunft der deutschen Entwicklungspolitik. Die AfD will die UN-Agenda 2030 abschaffen und die Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen in Partnerländern einstellen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fstreit-im-bundestag-afd-will-un-agenda-2030-beenden-regierung-spricht-von-verantwortungsloser-politik%2F&amp;action_name=Streit%20im%20Bundestag%3A%20AfD%20will%20UN-Agenda%202030%20beenden%20%E2%80%93%20Regierung%20spricht%20von%20%20verantwortungsloser%20Politik&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/streit-im-bundestag-afd-will-un-agenda-2030-beenden-regierung-spricht-von-verantwortungsloser-politik/">Streit im Bundestag: AfD will UN-Agenda 2030 beenden – Regierung spricht von  verantwortungsloser Politik</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die AfD fordert den Ausstieg Deutschlands aus der UN-Agenda 2030 und hat damit im Bundestag eine kontroverse Debatte über die Zukunft der deutschen Entwicklungspolitik ausgelöst. Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, diskutierten die Abgeordneten den entsprechenden Antrag der Oppositionsfraktion. Während die AfD die internationalen Nachhaltigkeitsziele als gescheitert bezeichnete und eine drastische Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit verlangte, wiesen Bundesregierung und andere Fraktionen die Forderung entschieden zurück. Zugleich wurden grundsätzliche Differenzen darüber sichtbar, welche Rolle deutsche Wirtschaftsinteressen, internationale Zusammenarbeit und die Förderung der Zivilgesellschaft künftig spielen sollen.</p>



<h2 id="h-afd-greift-un-nachhaltigkeitsziele-als-ideologisches-projekt-an" class="wp-block-heading"><span id="afd-greift-un-nachhaltigkeitsziele-als-ideologisches-projekt-an">AfD greift UN-Nachhaltigkeitsziele als ideologisches Projekt an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD eröffnete die Debatte mit einem grundsätzlichen Angriff auf die Agenda 2030, die 2015 von sämtlichen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen wurde. Sie umfasst 17 Nachhaltigkeitsziele, darunter Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein AfD-Redner bezeichnete die Ziele in der Bundestagsdebatte als „Verkleidung für die Ideologie, die mit dieser Agenda verfolgt wird“. Dahinter stehe ein „Woke-Programm der Gleichmacherei, der Auflösung der Kulturen und der Klimareligion“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agenda diene dazu, „einen postkolonialen Schuldkult zu verfestigen“ und den Wohlstand der Industriegesellschaften umzuverteilen, behauptete der Abgeordnete. Die AfD wolle deshalb die politische und finanzielle Unterstützung Deutschlands auf allen Ebenen beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrem Antrag verlangt die Fraktion von der Bundesregierung außerdem, sich in der UN-Generalversammlung für die Aufhebung der Resolution zur Agenda 2030 einzusetzen. An ihre Stelle soll ein internationaler Rahmen treten, der staatliche Souveränität, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Stabilität stärker gewichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem fordert die AfD, die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu reduzieren und auf bilaterale Wirtschaftskooperationen zu konzentrieren. Programme zur gesellschaftlichen Veränderung und die Förderung oppositioneller oder zivilgesellschaftlicher Gruppen in Partnerländern sollen beendet werden.</p>



<h2 id="h-cdu-csu-wirft-afd-falsche-schlussfolgerungen-vor" class="wp-block-heading"><span id="cdu-csu-wirft-afd-falsche-schlussfolgerungen-vor">CDU/CSU wirft AfD falsche Schlussfolgerungen vor</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Unionsfraktion widersprach Nikolaus Zippelius der Behauptung, Deutschland verliere durch die Agenda 2030 seine staatliche Souveränität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie fordern Dinge, die längst möglich sind, und ziehen aus richtigen Beobachtungen mal wieder die falschen Schlüsse“, hielt er der AfD entgegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agenda 2030 sei eine politische Absichtserklärung und freiwillige Selbstverpflichtung. Sie schreibe Deutschland weder bestimmte Haushaltsausgaben noch konkrete Projekte vor. Jeder Staat entscheide selbst über die Umsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie fordern also nationale Entscheidungsspielräume, die wir längst haben“, sagte Zippelius.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die wirtschaftspolitischen Forderungen der AfD seien kein grundlegender Gegensatz zur Regierungspolitik. <a href="https://fokus-afrika.de/cdu-mehr-privatwirtschaft-fur-die-entwicklungszusammenarbeit/">Die Koalition aus CDU, CSU und SPD arbeite bereits daran, private Investitionen zu mobilisieren, lokale Wertschöpfung zu stärken und die Entwicklungszusammenarbeit stärker an deutschen Interessen auszurichten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings brauche wirtschaftliche Entwicklung mehr als Investitionen. Rechtssicherheit, funktionierende Institutionen, Bildung und Gesundheit seien ebenfalls Voraussetzungen für stabile Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich kritisierte Zippelius die Forderung, die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen einzustellen. Damit würden auch Einrichtungen getroffen, die Schulen betreiben, medizinische Versorgung ermöglichen und Korruption bekämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie wollen Stabilität fördern und gleichzeitig diejenigen nicht unterstützen, die diese vor Ort schaffen“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unionspolitiker verwies zudem auf China, das seine internationale Entwicklungszusammenarbeit ausbaue.<a href="https://fokus-afrika.de/spd-warnt-vor-entwicklungskuerzungen-russland-und-china-fuellen-die-luecke/" data-type="post" data-id="29283"> Während sich Peking mit eigenen Initiativen und zahlreichen Partnerstaaten positioniere, wolle die AfD Deutschland aus einem zentralen multilateralen Rahmen zurückziehen.</a></p>



<h2 id="h-bundesregierung-bezeichnet-forderung-als-verantwortungslos" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bezeichnet-forderung-als-verantwortungslos">Bundesregierung bezeichnet Forderung als verantwortungslos</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch schärfer reagierte die Bundesregierung. Der Parlamentarische Staatssekretär Johann Saathoff bezeichnete den geforderten Ausstieg aus der Agenda 2030 als „außenpolitisch, sicherheitspolitisch und wirtschaftspolitisch komplett verantwortungslos“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen hätten sich mit der Agenda auf gemeinsame Entwicklungsziele verständigt. Gerade angesichts internationaler Konflikte und geopolitischer Spannungen benötige Deutschland mehr internationale Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer so tut, als könnten wir uns abschotten, wer so tut, als würde es reichen, mit ein oder zwei anderen Staaten so ein bisschen was zu vereinbaren, der handelt eben gegen deutsche Interessen“, erklärte Saathoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungszusammenarbeit sei aus Sicht der Bundesregierung auch ein Instrument deutscher Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Investitionen in Bildung, Gesundheitssysteme, Landwirtschaft und Energieversorgung könnten Gesellschaften stabilisieren, Konflikte begrenzen und Fluchtursachen reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saathoff stellte außerdem die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands heraus. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft sei auf stabile internationale Beziehungen, vielfältige Lieferketten und neue Märkte angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders die Länder des globalen Südens seien dabei von Bedeutung. Deutschland müsse dort langfristige Partnerschaften aufbauen und erhalten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-26796 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-768x534.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2.jpg 1772w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Staatssekretär verwies zugleich auf die geopolitische Konkurrenz mit China und Russland. Während Russland auf militärische Aggression und Destabilisierung und China auf wirtschaftliche Abhängigkeiten setze, biete Deutschland Partnerschaften, nachhaltige Investitionen und faire Regeln an.</p>
</div></div>



<h2 id="h-grune-warnen-vor-folgen-fur-die-globale-gesundheit" class="wp-block-heading"><span id="gruene-warnen-vor-folgen-fuer-die-globale-gesundheit">Grüne warnen vor Folgen für die globale Gesundheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen-Abgeordnete Shahina Gambir griff die AfD insbesondere mit Blick auf die internationale Gesundheitszusammenarbeit an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verwies auf die Gefahr, dass sich Krankheiten über Staatsgrenzen hinweg ausbreiten. Der Schutz der Bevölkerung in Deutschland beginne deshalb auch mit leistungsfähigen Gesundheitssystemen in anderen Weltregionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir doch eines aus Corona gelernt haben, dann doch, dass es keine Festung Deutschland gibt“, sagte Gambir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Kritik fasste sie in einem Satz zusammen: „Nationalismus ist kein Impfstoff gegen Pandemien.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agenda 2030 sei nicht allein ein Instrument der Entwicklungszusammenarbeit, sondern auch der internationalen Krisenvorsorge. Globale Gesundheitsrisiken, der Klimawandel und wirtschaftliche Verwerfungen beträfen Deutschland unmittelbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD wolle gemeinsame internationale Ziele zunächst durch Kürzungen schwächen und anschließend ihre mangelnde Wirksamkeit als Begründung für deren Abschaffung verwenden, warf Gambir der Fraktion vor.</p>



<h2 id="h-linke-kritisiert-wirtschaftsorientierung-der-entwicklungspolitik" class="wp-block-heading"><span id="linke-kritisiert-wirtschaftsorientierung-der-entwicklungspolitik">Linke kritisiert Wirtschaftsorientierung der Entwicklungspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Linke lehnte den Antrag ab, verband ihre Kritik jedoch mit Vorwürfen gegen die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordnete Charlotte Antonia Neuhäuser warf der AfD vor, einen Konflikt um nationale Selbstbestimmung zu konstruieren, obwohl die Agenda 2030 den Staaten ausdrücklich die eigenständige Gestaltung ihrer Entwicklungspolitik überlasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fraktion betreibe einen „Kulturkampf gegen internationale Zusammenarbeit“ und kämpfe gegen eine Fremdbestimmung, die nicht existiere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neuhäuser kritisierte insbesondere die Forderung, die Förderung von Menschenrechtsorganisationen, unabhängiger Presse und Demokratieförderung einzustellen. Damit würde die Unterstützung gesellschaftlicher Kräfte entfallen, die Machtmissbrauch aufdecken und Rechte einfordern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich bemängelte sie, dass auch die Bundesregierung deutsche Wirtschaftsinteressen zunehmend in den Vordergrund der Entwicklungspolitik stelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke fordere dagegen faire Handelsbeziehungen, Schuldenerlasse sowie verbindliche Menschenrechts- und Umweltstandards für Unternehmen. Die bisherigen Nachhaltigkeitsziele reichten ohne entsprechende politische Maßnahmen nicht aus, um globale Ungleichheiten zu verringern.</p>



<h2 id="h-afd-halt-an-kritik-fest-und-spricht-von-gescheiterter-entwicklungspolitik" class="wp-block-heading"><span id="afd-haelt-an-kritik-fest-und-spricht-von-gescheiterter-entwicklungspolitik">AfD hält an Kritik fest und spricht von gescheiterter Entwicklungspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einem weiteren Redebeitrag erneuerte der AfD-Abgeordnete Rocco Kever die Kritik an der Wirksamkeit der internationalen Nachhaltigkeitsagenda.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-fordert-entschlossene-umsetzung-der-agenda-2030/">Er verwies auf den UN-Fortschrittsbericht 2025.</a> Von 139 bewertbaren Unterzielen hätten lediglich 35 Prozent angemessene Fortschritte aufgewiesen. Bei 48 Prozent seien die Fortschritte unzureichend gewesen, während 18 Prozent hinter das Ausgangsniveau von 2015 zurückgefallen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist keine Zwischenbilanz, das ist ein Zeugnis des Scheiterns, ausgestellt von den Urhebern selbst“, erklärte Kever.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD sieht bereits in der Vielzahl der 17 Ziele und 169 Unterziele einen grundlegenden Fehler. „Wer alles priorisiert, priorisiert nichts“, sagte der Abgeordnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kever warf der bisherigen Entwicklungspolitik vor, sich auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse und politische Vorgaben zu konzentrieren, statt Infrastruktur, Handel und Investitionen zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie bauen Häfen, Bahnlinien und Rohstoffpartnerschaften, während wir Genderworkshops finanzieren“, sagte er mit Blick auf Deutschlands geopolitische Konkurrenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auffassung der AfD müsse sich der Einsatz deutscher Entwicklungsmittel stärker in stabilen Partnerschaften, zusätzlichen Märkten für deutsche Unternehmen und einem geringeren Migrationsdruck niederschlagen.</p>



<h2 id="h-bundestag-verweist-antrag-an-entwicklungsausschuss" class="wp-block-heading"><span id="bundestag-verweist-antrag-an-entwicklungsausschuss">Bundestag verweist Antrag an Entwicklungsausschuss</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agenda 2030 wurde im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Ihre 17 Nachhaltigkeitsziele sollen unter anderem Armut und Hunger reduzieren, Bildung und Gesundheitsversorgung verbessern, wirtschaftliche Entwicklung fördern und Umwelt sowie Klima schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der weltweite Fortschritt bleibt deutlich hinter den vereinbarten Zielsetzungen zurück. Der UN-Nachhaltigkeitsbericht 2025 dokumentiert sowohl Fortschritte als auch erhebliche Rückstände und Verschlechterungen bei einzelnen Zielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD leitet daraus die Forderung ab, den gemeinsamen internationalen Rahmen aufzugeben. Bundesregierung, Union, Grüne und Linke betrachten die Defizite dagegen als Grund für eine wirksamere Umsetzung, unterscheiden sich jedoch bei der Frage, wie wirtschaftliche Interessen, soziale Ziele und internationale Verantwortung gewichtet werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der ersten Lesung überwies der Bundestag den Antrag der AfD zur weiteren Beratung an die zuständigen Ausschüsse. Die Federführung übernimmt der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/streit-im-bundestag-afd-will-un-agenda-2030-beenden-regierung-spricht-von-verantwortungsloser-politik/">Streit im Bundestag: AfD will UN-Agenda 2030 beenden – Regierung spricht von  verantwortungsloser Politik</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Rednerbild von Johann Saathoff</media:title>
			<media:description type="html">Johann Saathoff, MdB, SPD, hält eine Rede im Deutschen Bundestag</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland plant Abschiebezentren in Afrika – Regierung hält Gespräche mit Ruanda und Uganda geheim</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-abschiebezentren-in-afrika-regierung-haelt-gespraeche-mit-ruanda-und-uganda-geheim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 09:58:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>: Deutschland will noch 2026 konkrete Schritte für Abschiebezentren außerhalb der EU vereinbaren. Ruanda und Uganda gelten als mögliche Partner – gleichzeitig kritisiert die Bundesregierung selbst die Menschenrechtslage in beiden Ländern.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-plant-abschiebezentren-in-afrika-regierung-haelt-gespraeche-mit-ruanda-und-uganda-geheim%2F&amp;action_name=Deutschland%20plant%20Abschiebezentren%20in%20Afrika%20%E2%80%93%20Regierung%20h%C3%A4lt%20Gespr%C3%A4che%20mit%20Ruanda%20und%20Uganda%20geheim&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-abschiebezentren-in-afrika-regierung-haelt-gespraeche-mit-ruanda-und-uganda-geheim/">Deutschland plant Abschiebezentren in Afrika – Regierung hält Gespräche mit Ruanda und Uganda geheim</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung treibt gemeinsam mit vier europäischen Staaten die Einrichtung von Abschiebezentren außerhalb der Europäischen Union voran und will noch vor Jahresende konkrete Schritte vereinbaren. Das bestätigte sie in einer am 13. Oktober 2026 veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken. Als mögliche Partnerländer stehen insbesondere Ruanda und Uganda im Raum. Berlin verweigert jedoch Angaben zu einzelnen Verhandlungspartnern und beruft sich auf die Vertraulichkeit der laufenden Gespräche.</p>



<h2 id="h-funf-eu-staaten-verhandeln-uber-gemeinsame-ruckkehrzentren" class="wp-block-heading"><span id="fuenf-eu-staaten-verhandeln-ueber-gemeinsame-rueckkehrzentren">Fünf EU-Staaten verhandeln über gemeinsame Rückkehrzentren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland arbeitet mit Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Griechenland an sogenannten Return Hubs. Dabei handelt es sich um Einrichtungen in Drittstaaten, in die ausreisepflichtige Menschen gebracht werden könnten, wenn ihre Abschiebung in das Herkunftsland nicht möglich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-vier-eu-staaten-planen-abschiebungen-in-drittstaaten-ab-2027/" data-type="post" data-id="30397">Die Arbeitsgruppe wird von der Europäischen Kommission begleitet.</a> Auf deutscher Seite führt das Bundesinnenministerium die Gespräche. Nach Angaben der Bundesregierung laufen bereits erste bilaterale und multilaterale Verhandlungen mit möglichen Partnerstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Ziel sind konkrete Schritte bis Ende des Jahres“, heißt es in der Regierungsantwort auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Staaten beteiligt sind, welche Vereinbarungen vorbereitet werden und wie die Zentren betrieben werden sollen, lässt die Bundesregierung offen. Sie bestätigt oder dementiert ausdrücklich keine Gespräche mit einzelnen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Begründung verweist Berlin auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen und den verfassungsrechtlich geschützten Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung. Eine Veröffentlichung interner Beratungen könne die laufenden Entscheidungsprozesse beeinträchtigen.</p>



<h2 id="h-ruanda-bestatigt-gesprache-mit-europaischen-regierungen" class="wp-block-heading"><span id="ruanda-bestaetigt-gespraeche-mit-europaeischen-regierungen">Ruanda bestätigt Gespräche mit europäischen Regierungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach einer Zusammenarbeit mit Ruanda steht im Zentrum der parlamentarischen Anfrage. Medienberichten zufolge führten Vertreter Deutschlands und weiterer europäischer Staaten bereits Ende August Gespräche mit der Regierung in Kigali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ruandische Außenminister bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP entsprechende Kontakte auf technischer Ebene. Weitere Einzelheiten zu den beteiligten Delegationen und möglichen Vereinbarungen nannte er nicht.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="547" height="365" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/images-20.jpeg" alt="" class="wp-image-30747 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/images-20.jpeg 547w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/images-20-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/images-20-380x254.jpeg 380w" sizes="(max-width: 547px) 100vw, 547px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Als möglicher Standort wird das Transitzentrum Gashora südlich der Hauptstadt Kigali gehandelt. <a href="https://fokus-afrika.de/ruanda-nimmt-164-fluechtlinge-aus-libyen-auf/" data-type="post" data-id="25176">Die Einrichtung nimmt seit 2019 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf, die mit Unterstützung der Afrikanischen Union und des UN-Flüchtlingshilfswerks aus Libyen evakuiert wurden.</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Gashora tatsächlich für ein europäisches Abschiebezentrum genutzt werden könnte, beantwortet die Bundesregierung nicht. Ebenso offen bleiben Fragen nach der Unterbringungsdauer, der Bewegungsfreiheit, dem Aufenthaltsstatus und möglichen Arbeits- oder Schulmöglichkeiten der Betroffenen.</p>



<h2 id="h-ruckfuhrungen-auch-ohne-kooperation-der-herkunftsstaaten" class="wp-block-heading"><span id="rueckfuehrungen-auch-ohne-kooperation-der-herkunftsstaaten">Rückführungen auch ohne Kooperation der Herkunftsstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die geplanten Return Hubs richten sich an Drittstaatsangehörige, die Deutschland verlassen müssen, bisher jedoch nicht abgeschoben werden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursachen können fehlende Reisedokumente, ungeklärte Identitäten oder die Weigerung eines Herkunftsstaates sein, eigene Staatsangehörige zurückzunehmen. In solchen Fällen sollen Vereinbarungen mit anderen Staaten eine Überstellung ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet die Zentren als ergänzendes Instrument der europäischen Migrationspolitik. Damit sollen irreguläre Migration und das Geschäftsmodell von Schleusern bekämpft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als rechtliche Grundlage verweist Berlin auf die neue EU-Rückführungsverordnung. Diese schafft nach Darstellung der Bundesregierung erstmals einen europäischen Rahmen für Rückkehrzentren in Drittstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtungen dürften ausschließlich in Ländern entstehen, in denen internationale Menschenrechtsstandards eingehalten werden. Dazu gehört insbesondere das Refoulement-Verbot, das eine Abschiebung in Staaten untersagt, in denen Betroffenen Verfolgung, Folter oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung grenzt das Konzept ausdrücklich von dem früheren britischen Ruanda-Modell ab.<a href="https://fokus-afrika.de/migrant-deal-rwanda-enjoys-windfall-pr/" data-type="post" data-id="3558"> Dort sollten auch Asylverfahren außerhalb Großbritanniens durchgeführt werden. </a>Die europäischen Return Hubs sollen hingegen Menschen aufnehmen, deren Ausreisepflicht bereits festgestellt wurde.</p>



<h2 id="h-berlin-kritisiert-selbst-die-menschenrechtslage-in-ruanda" class="wp-block-heading"><span id="berlin-kritisiert-selbst-die-menschenrechtslage-in-ruanda">Berlin kritisiert selbst die Menschenrechtslage in Ruanda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die mögliche Zusammenarbeit mit Kigali steht im Spannungsverhältnis zur eigenen Bewertung der Menschenrechtslage durch die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Antwort räumt sie ein, dass in Ruanda insbesondere bei politischen Rechten, der Meinungs- und Pressefreiheit sowie den Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft Verbesserungsbedarf bestehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig verweist sie auf Ruandas bisherige Aufnahme von Flüchtlingen und die Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Das Land bemühe sich um die Integration Schutzsuchender und habe Homosexualität nicht kriminalisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher fällt die deutsche Einschätzung zur Rolle Ruandas im Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auf Basis von Berichten der Vereinten Nationen geht die Bundesregierung davon aus, dass die ruandischen Streitkräfte die kongolesische Rebellengruppe M23 weiterhin militärisch unterstützen“, erklärt Berlin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/menschenrechtsbeauftragter-lars-castellucci-reist-in-den-ostkongo/" data-type="post" data-id="26849">Deutschland habe sich deshalb innerhalb der Internationalen Kontaktgruppe für die Region der Großen Seen dafür ausgesprochen, dass Ruanda seine Unterstützung der Rebellen beendet.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob Kigali durch die Zusammenarbeit bei Abschiebungen politische Rückendeckung für seine Innen- und Außenpolitik erhalten könnte, geht die Bundesregierung nicht konkret ein.</p>



<h2 id="h-uganda-wegen-menschenrechtslage-ebenfalls-umstritten" class="wp-block-heading"><span id="uganda-wegen-menschenrechtslage-ebenfalls-umstritten">Uganda wegen Menschenrechtslage ebenfalls umstritten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Uganda wird als möglicher Partner für europäische Rückkehrzentren diskutiert. Die Niederlande hatten bereits 2025 eine entsprechende Absichtserklärung mit Kampala geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet die Menschenrechtsentwicklung in Uganda als unbefriedigend.<a href="https://fokus-afrika.de/bobi-wine-verlaesst-uganda-nach-umstrittener-praesidentenwahl/" data-type="post" data-id="25668"> Nach den Wahlen im Januar 2026 habe die Regierung ihr Vorgehen gegen Oppositionelle, Demonstranten und Journalisten verschärft.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin verweist auf zahlreiche willkürliche Festnahmen, Foltervorwürfe und zunehmende Einschränkungen der Zivilgesellschaft. Angehörige sexueller Minderheiten seien gesellschaftlicher und rechtlicher Diskriminierung ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich bewertet Deutschland Ugandas bisherige Flüchtlingspolitik unter Verweis auf das UNHCR als fortschrittlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die Bundesregierung ein eigenes Abschiebeabkommen mit Uganda anstrebt, beantwortet sie nicht. Auch zu möglichen Bedingungen einer europäischen Zusammenarbeit macht sie keine Angaben.</p>



<h2 id="h-linke-warnt-vor-auslagerung-der-abschiebepolitik" class="wp-block-heading"><span id="linke-warnt-vor-auslagerung-der-abschiebepolitik">Linke warnt vor Auslagerung der Abschiebepolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion kritisiert das Konzept grundsätzlich. Sie sieht die Gefahr, dass Menschen gegen ihren Willen in Staaten gebracht werden, zu denen sie keinerlei persönliche Verbindung haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Anfrage verweist die Fraktion auf rechtliche Bedenken gegen die geplanten Überstellungen und auf die Gefahr unzureichender Schutzstandards in den Aufnahmeländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält dagegen, dass umfassende Migrationspartnerschaften im gemeinsamen Interesse entwickelt werden sollen. Bei der Ausgestaltung könnten auch internationale Organisationen eingebunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/suedsudan-repatriiert-deportierten-mexikaner-aus-den-usa/" data-type="post" data-id="19715">Eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten nach dem Modell der amerikanischen Drittstaatenabschiebungen schließt Berlin aus.</a> Auf die Frage nach entsprechenden Kontakten zur US-Regierung oder einer gemeinsamen Nutzung bestehender Einrichtungen antwortet die Bundesregierung ausdrücklich mit Nein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dagegen wird die mögliche Beteiligung internationaler Organisationen weiterhin geprüft. Dazu gehört die Frage, welche Rolle Organisationen wie die Internationale Organisation für Migration bei Betreuung und Weiterreise überstellter Menschen übernehmen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Abkommen, Standorte oder Vereinbarungen über die Rechte der betroffenen Personen hat die Bundesregierung bislang nicht bekannt gegeben.</p>
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		<title>Weltweite Hungerkrise: Nigeria, Kongo und Sudan am stärksten betroffen – Hilfsgelder brechen ein</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/weltweite-hungerkrise-nigeria-kongo-und-sudan-am-staerksten-betroffen-hilfsgelder-brechen-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Hungersnot]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>83 Millionen Menschen leiden allein in Nigeria, der DR Kongo und im Sudan unter akuter Ernährungsunsicherheit. Während sich Hungerkrisen auf wenige Länder konzentrieren, ist die internationale Finanzierung der Ernährungshilfe seit 2022 um 59 Prozent eingebrochen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fweltweite-hungerkrise-nigeria-kongo-und-sudan-am-staerksten-betroffen-hilfsgelder-brechen-ein%2F&amp;action_name=Weltweite%20Hungerkrise%3A%20Nigeria%2C%20Kongo%20und%20Sudan%20am%20st%C3%A4rksten%20betroffen%20%E2%80%93%20Hilfsgelder%20brechen%20ein&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Weltweit konzentriert sich der akute Hunger zunehmend auf wenige Krisenstaaten, während die internationale Ernährungshilfe massiv zurückgeht. Das zeigt der am 13. Oktober 2026 veröffentlichte Hunger-Report der Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger. Von den 266 Millionen Menschen, die 2025 in 47 untersuchten Ländern unter hoher akuter Ernährungsunsicherheit litten, lebten rund 177 Millionen in nur zehn Staaten. Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan sind am stärksten betroffen und vereinen nahezu ein Drittel aller erfassten Hungernden auf sich.</p>



<h2 id="h-drei-afrikanische-staaten-fuhren-die-weltweite-hungerstatistik-an" class="wp-block-heading"><span id="drei-afrikanische-staaten-fuehren-die-weltweite-hungerstatistik-an">Drei afrikanische Staaten führen die weltweite Hungerstatistik an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria verzeichnet mit 30,6 Millionen Menschen die höchste absolute Zahl an Betroffenen. Dahinter folgen die Demokratische Republik Kongo mit 27,7 Millionen und der Sudan mit 24,6 Millionen. Zusammen sind in diesen drei Ländern rund 83 Millionen Menschen von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere afrikanische Staaten unter den zehn größten Ernährungskrisen sind der Südsudan mit 7,8 Millionen Betroffenen sowie, außerhalb der Rangliste, die Sahelländer Niger und Mali, deren Ernährungslage ebenfalls als besonders kritisch eingestuft wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/erhoehung-der-reisimportzoelle-risiko-von-mangelernaehrung-und-hunger/">Hohe akute Ernährungsunsicherheit bedeutet, dass Menschen nicht zuverlässig über ausreichend Nahrung verfügen und dadurch ihre Gesundheit, ihre Lebensgrundlagen oder ihr Überleben gefährdet sind.</a> Die internationale Klassifizierung unterscheidet dabei zwischen einer Ernährungskrise, einer akuten Notsituation und einer Hungerkatastrophe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sudan wurden 2025 in Teilen des Landes Hungersnöte festgestellt. <a href="https://fokus-afrika.de/un-sieht-kennzeichen-von-voelkermord-in-el-fasher/" data-type="post" data-id="24852">Besonders betroffen waren die belagerten Städte El Fasher und Kadugli.</a> Der Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces hat Millionen Menschen vertrieben und große Teile der Versorgungsinfrastruktur zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Demokratischen Republik Kongo verschärften die Kämpfe im Osten des Landes die Ernährungslage. <a href="https://fokus-afrika.de/wirklich-entsetzliche-angriffe-adf-massaker-an-zivilisten-in-nord-kivu-erschuettern-dr-kongo/" data-type="post" data-id="22172">Besonders in Nord-Kivu, Süd-Kivu, Ituri und Tanganyika leiden mehr als zehn Millionen Menschen unter schwerer Ernährungsunsicherheit.</a></p>



<h2 id="h-humanitare-ernahrungshilfe-seit-2022-um-59-prozent-gesunken" class="wp-block-heading"><span id="humanitaere-ernaehrungshilfe-seit-2022-um-59-prozent-gesunken">Humanitäre Ernährungshilfe seit 2022 um 59 Prozent gesunken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Zahl der von akuter Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt hat, sind die verfügbaren Hilfsgelder deutlich zurückgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Finanzierung humanitärer Ernährungshilfe in Krisengebieten sank zwischen 2022 und 2025 um 59 Prozent. Damit erreichte sie wieder das Niveau von 2016 und 2017. Allein 2025 gingen die entsprechenden Mittel um 39 Prozent zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierungslücken wirken sich unmittelbar auf die Versorgung aus. In der Demokratischen Republik Kongo mussten 2025 mehr als 1.000 Ernährungszentren schließen. Dadurch blieben nach Angaben von Aktion gegen den Hunger über 390.000 mangelernährte Kinder ohne Behandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Krisengebieten reicht die Finanzierung nicht aus. Im Sudan und Südsudan war 2025 weniger als die Hälfte der benötigten humanitären Hilfe finanziert. In Mali lag die Quote bei 21 Prozent, in Niger bei rund 26 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind zunehmend gezwungen, lebenswichtige Programme einzustellen, während der Unterstützungsbedarf gleichzeitig wächst“, erklärte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfsorganisationen müssten sich dadurch immer häufiger auf unmittelbare lebensrettende Maßnahmen beschränken. Langfristige Programme, die Ernährungssysteme stabilisieren und Menschen unabhängiger von Nothilfe machen sollen, würden dagegen eingestellt.</p>



<h2 id="h-30-millionen-kinder-leiden-unter-akuter-mangelernahrung" class="wp-block-heading"><span id="30-millionen-kinder-leiden-unter-akuter-mangelernaehrung">30 Millionen Kinder leiden unter akuter Mangelernährung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwer trifft die Ernährungskrise Kinder. In den zehn untersuchten Ländern waren 2025 rund 30 Millionen Kinder akut mangelernährt, darunter knapp acht Millionen schwer. Hinzu kamen 6,5 Millionen schwangere und stillende Frauen mit akuter Mangelernährung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nigeria erwartet Aktion gegen den Hunger 2026 rund 6,4 Millionen akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren. Etwa zwei Millionen davon könnten an schwerer akuter Mangelernährung leiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Demokratischen Republik Kongo sind rund 4,2 Millionen Kinder betroffen. Im Südsudan wird für 2026 mit etwa 2,2 Millionen akut mangelernährten Kindern gerechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/unicef-die-alarmierende-situation-der-kinder-im-sudan/">Die Ernährungsprobleme hängen eng mit bewaffneten Konflikten, Vertreibungen und einer unzureichenden Gesundheitsversorgung zusammen.</a> Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen beeinträchtigen zusätzlich die landwirtschaftliche Produktion und den Zugang zu Lebensmitteln.</p>



<h2 id="h-fehlendes-trinkwasser-verscharft-die-hungersituation" class="wp-block-heading"><span id="fehlendes-trinkwasser-verschaerft-die-hungersituation">Fehlendes Trinkwasser verschärft die Hungersituation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Nahrungsmittelversorgung rückt der Bericht den Zusammenhang zwischen Hunger, Wassermangel und Infektionskrankheiten in den Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sudan sind mehr als 60 Prozent der Wasseraufbereitungsanlagen außer Betrieb. Seit Juli 2024 wurden über 123.000 Cholerafälle und mehr als 3.500 Todesfälle registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Demokratischen Republik Kongo verfügen lediglich 43 Prozent der Bevölkerung über eine grundlegende Trinkwasserversorgung. Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen haben nur 15 Prozent. Das Land kämpft zugleich mit einer schweren Choleraepidemie und weiteren Krankheitsausbrüchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Südsudan erreichte die Unterstützung bei Wasser- und Sanitärversorgung nur 519.000 der rund fünf Millionen Menschen, die entsprechende Hilfe benötigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durchfallerkrankungen und andere Infektionen können Mangelernährung verstärken, weil der Körper wichtige Nährstoffe schlechter aufnehmen kann. Gleichzeitig erhöht Unterernährung die Anfälligkeit für Krankheiten.</p>



<h2 id="h-athiopien-und-burkina-faso-fehlen-in-der-erhebung" class="wp-block-heading"><span id="aethiopien-und-burkina-faso-fehlen-in-der-erhebung">Äthiopien und Burkina Faso fehlen in der Erhebung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hunger-Report weist ausdrücklich auf Einschränkungen bei der Erfassung der weltweiten Ernährungskrisen hin. Die Zahl der Betroffenen in den zehn größten Krisen sank gegenüber 2024 rechnerisch von 197 auf 177 Millionen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-24366 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Daraus lässt sich jedoch keine entsprechende Verbesserung der weltweiten Ernährungslage ableiten. Für mehrere Staaten fehlten ausreichend vergleichbare Daten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde Äthiopien nicht in die aktuelle Rangliste aufgenommen, obwohl dort 2024 rund 22 Millionen Menschen von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen waren. Auch für Burkina Faso lagen keine Daten vor, die sämtliche methodischen Anforderungen erfüllten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass sinkende Hilfsgelder auch die Finanzierung von Erhebungen und Frühwarnsystemen beeinträchtigen. Dadurch kann das tatsächliche Ausmaß von Ernährungskrisen unvollständig erfasst werden.</p>



<h2 id="h-entwicklungsministerin-alabali-radovan-macht-wasser-zur-prioritat" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungsministerin-alabali-radovan-macht-wasser-zur-prioritaet">Entwicklungsministerin Alabali Radovan macht Wasser zur Priorität</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland reagierte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan anlässlich der Vorstellung des Welthunger-Index 2026 der Welthungerhilfe auf die aktuellen Zahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die aktuellen Hungerzahlen sind ein klares Alarmsignal: Nach vielen Jahren des Rückgangs steigt der Hunger weltweit wieder“, erklärte die Ministerin. Sie verwies insbesondere auf die Situation im Sudan, im Jemen und im Gazastreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Zusammenhang zwischen Ernährungssicherheit und Wasserversorgung will die Bundesregierung stärker in ihrer Entwicklungspolitik berücksichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beim Kampf gegen den Hunger müssen wir deshalb Wasser als zentrale Ressource des 21. Jahrhunderts stärker in den Blick nehmen“, sagte Alabali Radovan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasser sei deshalb im Zuge der Reform der deutschen Entwicklungspolitik zu einer strategischen Priorität erklärt worden. Bei der Jahrestagung der Weltbank in Bangkok will die Ministerin mit Entwicklungsbanken und internationalen Partnern über den Ausbau nachhaltiger Wasserinfrastruktur beraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verwies anlässlich der Woche der Welthungerhilfe auf die Folgen von Klimawandel, Krieg und Armut für die Ernährungssicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel für langfristige Hilfe nannte er ein Saatgutprojekt in der Zentralafrikanischen Republik. Dort unterstützt die Welthungerhilfe den Aufbau lokaler Produktionsnetzwerke für widerstandsfähiges Saatgut. Mehr als 300 solcher Netzwerke werden nach seinen Angaben allein in Zentralafrika gefördert.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>UN-Menschenrechtsrat: Deutschland und vier afrikanische Staaten für drei Jahre gewählt</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/un-menschenrechtsrat-deutschland-und-vier-afrikanische-staaten-fuer-drei-jahre-gewaehlt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 19:45:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burundi]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30734</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland und vier afrikanische Staaten ziehen in den UN-Menschenrechtsrat ein. Sambia erhielt mit 177 Stimmen das stärkste Ergebnis der afrikanischen Kandidaten, Deutschland wurde mit 163 Stimmen gewählt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fun-menschenrechtsrat-deutschland-und-vier-afrikanische-staaten-fuer-drei-jahre-gewaehlt%2F&amp;action_name=UN-Menschenrechtsrat%3A%20Deutschland%20und%20vier%20afrikanische%20Staaten%20f%C3%BCr%20drei%20Jahre%20gew%C3%A4hlt&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/un-menschenrechtsrat-deutschland-und-vier-afrikanische-staaten-fuer-drei-jahre-gewaehlt/">UN-Menschenrechtsrat: Deutschland und vier afrikanische Staaten für drei Jahre gewählt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist gemeinsam mit Burundi, Ghana, Nigeria und Sambia in den UN-Menschenrechtsrat gewählt worden. Die UN-Generalversammlung entschied am 13. Oktober 2026 in New York über die Besetzung von 15 frei werdenden Sitzen. Die Amtszeit der neuen Mitglieder beginnt am 1. Januar 2027 und dauert drei Jahre. Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte an, Deutschland werde sich für einen stärkeren Menschenrechtsrat und den weltweiten Schutz grundlegender Rechte einsetzen.</p>



<h2 id="h-vier-afrikanische-staaten-ziehen-in-den-menschenrechtsrat-ein" class="wp-block-heading"><span id="vier-afrikanische-staaten-ziehen-in-den-menschenrechtsrat-ein">Vier afrikanische Staaten ziehen in den Menschenrechtsrat ein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der geheimen Abstimmung erhielt Sambia 177 Stimmen und erzielte damit das beste Ergebnis unter den afrikanischen Kandidaten. Ghana kam auf 173 Stimmen, Nigeria auf 172 und Burundi auf 160 Stimmen. Insgesamt wurden in der afrikanischen Regionalgruppe 181 gültige Stimmen abgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Staaten übernehmen die für Afrika frei werdenden Sitze. Die Kandidatenzahl entsprach damit der Zahl der verfügbaren Mandate, sodass innerhalb der afrikanischen Regionalgruppe keine konkurrierende Kandidatur bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afrikanische Kontinent verfügt insgesamt über 13 der 47 Sitze im UN-Menschenrechtsrat. Die regionale Verteilung soll sicherstellen, dass die unterschiedlichen Weltregionen in dem Gremium vertreten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den ausscheidenden Mitgliedern befinden sich auch Côte d’Ivoire und Malawi. Beide Staaten haben zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolviert und durften deshalb nicht unmittelbar erneut kandidieren.</p>



<h2 id="h-deutschland-erhalt-163-stimmen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-erhaelt-163-stimmen">Deutschland erhält 163 Stimmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland wurde mit 163 Stimmen gewählt. Irland erhielt in der Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten 165 Stimmen. Für beide Länder standen zwei Sitze zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesaußenminister Johann Wadephul begrüßte das Ergebnis und dankte der UN-Generalversammlung für das entgegengebrachte Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden uns dieses Vertrauens würdig erweisen. Wir stehen an der Seite aller Menschen in Not und setzen uns für den Erhalt ihrer Rechte ein“, erklärte Wadephul.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/" data-type="post" data-id="29452">Deutschland wolle seine Mitgliedschaft nutzen, um gemeinsam mit internationalen Partnern den Menschenrechtsrat zu stärken und den Schutz der Menschenrechte weltweit zu verbessern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister verwies insbesondere auf Rechtsstaatlichkeit, Bildung und den Zugang zu Trinkwasser. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-genf-deutschland-wirbt-um-sitz-im-un-menschenrechtsrat/">Menschenrechte seien keine abstrakten Grundsätze, sondern die Grundlage für ein Leben in Würde.</a></p>



<h2 id="h-insgesamt-15-staaten-neu-gewahlt" class="wp-block-heading"><span id="insgesamt-15-staaten-neu-gewaehlt">Insgesamt 15 Staaten neu gewählt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den vier afrikanischen Staaten und Deutschland wurden weitere zehn Länder in den Menschenrechtsrat gewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der asiatisch-pazifischen Regionalgruppe ziehen Japan, Jordanien, Kuwait und Nepal ein. Die osteuropäische Gruppe wird durch die Republik Moldau und die Ukraine vertreten. Für Lateinamerika und die Karibik wurden Brasilien, die Dominikanische Republik und Uruguay gewählt. Irland ergänzt gemeinsam mit Deutschland die westeuropäische Gruppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den weiteren Wahlergebnissen erhielten Kuwait und Nepal jeweils 173 Stimmen, Jordanien 171 und Japan 166. Die Republik Moldau kam auf 168 Stimmen, die Ukraine auf 162.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brasilien und die Dominikanische Republik erhielten jeweils 170 Stimmen, Uruguay 165.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl erfolgte in einem einzigen Wahlgang. Eine erfolgreiche Kandidatur setzt eine absolute Mehrheit der Mitglieder der UN-Generalversammlung voraus.</p>



<h2 id="h-menschenrechtsrat-uberwacht-menschenrechtslage-weltweit" class="wp-block-heading"><span id="menschenrechtsrat-ueberwacht-menschenrechtslage-weltweit">Menschenrechtsrat überwacht Menschenrechtslage weltweit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Menschenrechtsrat wurde 2006 von der Generalversammlung gegründet und hat seinen Sitz in Genf. Seine 47 Mitglieder werden nach einem regionalen Verteilungsschlüssel für jeweils drei Jahre gewählt. Eine unmittelbare Wiederwahl ist nur einmal möglich.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200.jpg" alt="" class="wp-image-25620 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-300x180.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-768x461.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-380x228.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-800x480.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium befasst sich mit Menschenrechtsverletzungen in allen Weltregionen, verabschiedet Resolutionen und kann unabhängige Untersuchungskommissionen sowie Sonderberichterstatter einsetzen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zu seinen wichtigsten Instrumenten gehört das Verfahren der Allgemeinen Regelmäßigen Überprüfung. Dabei wird die Menschenrechtslage in sämtlichen UN-Mitgliedstaaten in wiederkehrenden Abständen untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitgliedschaft im Rat ist nicht an eine vorherige Bewertung der Menschenrechtslage eines Staates gebunden. Die Generalversammlung kann die Mitgliedschaft eines Landes bei schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden und abstimmenden Mitglieder aussetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Beginn der neuen Amtsperiode am 1. Januar 2027 scheiden die 15 Mitglieder aus, deren Mandate zum Jahresende auslaufen. Neben Côte d’Ivoire und Malawi dürfen auch China, Kuba und Frankreich wegen der Begrenzung auf zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Amtszeiten nicht erneut antreten.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/un-menschenrechtsrat-deutschland-und-vier-afrikanische-staaten-fuer-drei-jahre-gewaehlt/">UN-Menschenrechtsrat: Deutschland und vier afrikanische Staaten für drei Jahre gewählt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland und Namibia bündeln Entwicklungspartnerschaft auf Energie und Wassersicherheit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-namibia-buendeln-entwicklungspartnerschaft-auf-energie-und-wassersicherheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 19:20:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland und Namibia setzen neue Prioritäten: Wassersicherheit, grüne Industrie und Fachkräfteausbildung. Mehr als 50 Entwicklungsprojekte laufen bereits, 2025 sagte Berlin weitere 43,8 Millionen Euro zu.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-namibia-buendeln-entwicklungspartnerschaft-auf-energie-und-wassersicherheit%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20Namibia%20b%C3%BCndeln%20Entwicklungspartnerschaft%20auf%20Energie%20und%20Wassersicherheit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Namibia richten ihre Entwicklungszusammenarbeit neu aus und konzentrieren sich künftig auf Wassersicherheit, Klimaschutz und grüne Industrie. Die Vereinbarung wurde bei einem strategischen Regierungsdialog am 29. und 30. September 2026 in Opuwo getroffen. Beide Länder wollen den Ausbau erneuerbarer Energien stärker mit Investitionen und beruflicher Bildung verbinden. Deutschland hatte Namibia 2025 bereits 43,8 Millionen Euro für Entwicklungsprojekte zugesagt.</p>



<h2 id="h-wassersicherheit-und-grune-industrialisierung-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="wassersicherheit-und-gruene-industrialisierung-im-fokus">Wassersicherheit und grüne Industrialisierung im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die bislang sechs Bereiche umfassende Partnerschaft wird auf zwei strategische Schwerpunkte konzentriert. Der erste verbindet eine klimaresistente Wasserversorgung mit dem Schutz der biologischen Vielfalt und der Sicherung wirtschaftlicher Lebensgrundlagen. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-foerdert-china-soll-namibias-wasserstoff-megaprojekt-bauen/" data-type="post" data-id="29057">Der zweite umfasst die Energiewende, die Entwicklung grüner Industrien und die Qualifizierung von Fachkräften.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Regierungen vereinbarten zudem, Möglichkeiten zur besseren Vorbereitung Namibias auf die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño zu prüfen.<a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/" data-type="post" data-id="30546"> Insbesondere längere Trockenperioden und schwankende Niederschläge können die Landwirtschaft und Wasserversorgung des Landes belasten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Ausbau erneuerbarer Energien sollen zusätzliche Handels- und Investitionsmöglichkeiten zwischen Deutschland und Namibia entstehen. Dazu wollen beide Staaten die technische und berufliche Ausbildung stärker am Arbeitsmarkt ausrichten. Vor allem junge Menschen sollen dadurch bessere Beschäftigungsmöglichkeiten in der entstehenden grünen Wirtschaft erhalten.</p>



<h2 id="h-deutschland-ist-namibias-grosster-entwicklungspartner" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-ist-namibias-groesster-entwicklungspartner">Deutschland ist Namibias größter Entwicklungspartner</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-shaanika-deutschland-und-namibia-sind-gut-aufgestellt/" data-type="post" data-id="24516">Deutschland gehört seit der Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990 zu den wichtigsten internationalen Partnern des Landes. </a>Nach Angaben der deutschen Botschaft in Windhuk ist Namibia gemessen an der Bevölkerung der größte Empfänger deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2025 sagte die Bundesregierung 43,8 Millionen Euro für nachhaltige Stadtentwicklung, berufliche Bildung, erneuerbare Energien und den Schutz natürlicher Ressourcen zu. Die Mittel bestehen aus Zuschüssen und zinsvergünstigten Darlehen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="491" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/mh-cimate-resilience-envir.jpg" alt="" class="wp-image-30707 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/mh-cimate-resilience-envir.jpg 600w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/mh-cimate-resilience-envir-300x246.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/mh-cimate-resilience-envir-380x311.jpg 380w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das laufende deutsche Entwicklungsportfolio umfasst mehr als 50 Projekte. Sie werden durch die KfW Entwicklungsbank, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) umgesetzt. Beide Regierungen wollen zusätzlich neue Finanzierungsinstrumente prüfen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-wasserkraftwerk-und-naturschutz-als-bisherige-ergebnisse" class="wp-block-heading"><span id="wasserkraftwerk-und-naturschutz-als-bisherige-ergebnisse">Wasserkraftwerk und Naturschutz als bisherige Ergebnisse</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsch-namibische Zusammenarbeit hat bereits mehrere größere Infrastruktur- und Naturschutzprojekte unterstützt. Dazu gehört die Erweiterung und Modernisierung des Wasserkraftwerks Ruacana, das über eine installierte Leistung von 437 Megawatt verfügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Naturschutz tragen gemeinschaftlich verwaltete Schutzgebiete nach Angaben beider Regierungen zur Sicherung der Lebensgrundlagen von rund 283.000 Menschen bei. Die Programme verbinden den Schutz natürlicher Ressourcen mit Einkommensmöglichkeiten für die örtliche Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche in Opuwo wurden auf deutscher Seite von Birgit Gerhardus, Leiterin des Referats Südliches Afrika im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), geführt. Die namibische Delegation leitete I-Ben Natangwe Nashandi, Exekutivdirektor der Nationalen Planungskommission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vereinbarten Schwerpunkte orientieren sich an Namibias nationalem Entwicklungsplan, der wirtschaftlichen Strukturwandel, Beschäftigung, gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbindet.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland sagt Mosambik 89,45 Millionen Euro zu – Energie und Wirtschaft im Fokus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-sagt-mosambik-8945-millionen-euro-zu-energie-und-wirtschaft-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 18:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland baut seine Zusammenarbeit mit Mosambik deutlich aus: 89,45 Millionen Euro fließen in neue Projekte für Energie, Klima, Wirtschaft und Ausbildung. Die Zusage fällt in das Jahr des 50. Jubiläums der diplomatischen Beziehungen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-sagt-mosambik-8945-millionen-euro-zu-energie-und-wirtschaft-im-fokus%2F&amp;action_name=Deutschland%20sagt%20Mosambik%2089%2C45%20Millionen%20Euro%20zu%20%E2%80%93%20Energie%20und%20Wirtschaft%20im%20Fokus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-sagt-mosambik-8945-millionen-euro-zu-energie-und-wirtschaft-im-fokus/">Deutschland sagt Mosambik 89,45 Millionen Euro zu – Energie und Wirtschaft im Fokus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt Mosambik neue Mittel in Höhe von 89,45 Millionen Euro für Energie, Klimaschutz, berufliche Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und staatliche Strukturen bereit. Die Zusagen wurden am 7. Oktober bei den deutsch-mosambikanischen Regierungsverhandlungen in Maputo vereinbart. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Energieversorgung und der 2024 geschlossenen Klima- und Entwicklungspartnerschaft. Die neuen Projekte fallen in das Jahr, in dem beide Länder 50 Jahre diplomatische Beziehungen feiern.</p>



<h2 id="h-deutschland-baut-energiepartnerschaft-mit-mosambik-aus" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-baut-energiepartnerschaft-mit-mosambik-aus">Deutschland baut Energiepartnerschaft mit Mosambik aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will mit den neuen Mitteln unter anderem den Energiesektor und Mosambiks Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels stärken. Die Klima- und Entwicklungspartnerschaft soll zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und Mosambiks Rolle als regionaler Energielieferant im südlichen Afrika festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind eine bessere Finanzverwaltung und Dezentralisierung, berufliche Bildung und Beschäftigungsförderung sowie die Entwicklung des Privat- und Finanzsektors. Dabei stehen insbesondere Landwirtschaft, Energie und Klima im Fokus. Hinzu kommt die Unterstützung von Binnenvertriebenen im Norden Mosambiks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">António Bambissa, Direktor für Europa und Amerika im mosambikanischen Außenministerium und Leiter der mosambikanischen Delegation bei den Regierungsverhandlungen, bezeichnete Deutschland als einen zentralen Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit orientiere sich an den Prioritäten der Regierung und unterstütze strategische Bereiche wie Energie, berufliche Bildung, gute Regierungsführung und die Hilfe für Vertriebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutenden bilateralen Partnern Mosambiks in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Beide Staaten arbeiten in diesen Bereichen seit rund 40 Jahren zusammen.</p>



<h2 id="h-elektrifizierungsrate-hat-sich-seit-2019-fast-verdoppelt" class="wp-block-heading"><span id="elektrifizierungsrate-hat-sich-seit-2019-fast-verdoppelt">Elektrifizierungsrate hat sich seit 2019 fast verdoppelt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leiterin der deutschen Delegation, Birgit Gerhardus vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, verwies bei den Verhandlungen auf Fortschritte bei der Stromversorgung. Die Elektrifizierungsrate Mosambiks sei von 34 Prozent im Jahr 2019 auf inzwischen 66,9 Prozent gestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere umfassende Zusammenarbeit im Energiesektor hat dazu beigetragen, die Elektrifizierungsrate des Landes von 34 Prozent im Jahr 2019 auf heute 66,9 Prozent zu erhöhen und Mosambiks Ziel einer Energieversorgung für alle bis 2030 voranzubringen“, sagte Gerhardus.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="642" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-1024x642.jpg" alt="" class="wp-image-30703 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-1024x642.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-300x188.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-768x482.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-1536x964.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-2048x1285.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-380x238.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-800x502.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717-1160x728.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/MG_2717.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Maputo verfolgt das Ziel, bis 2030 einen landesweiten Zugang zu Elektrizität zu erreichen. Die deutsche Unterstützung verbindet dafür öffentliche Energieinfrastruktur mit Investitionen in wirtschaftlich wichtige Standorte.</p>
</div></div>



<h2 id="h-kfw-investition-vervierfacht-stromkapazitat-in-industriepark" class="wp-block-heading"><span id="kfw-investition-vervierfacht-stromkapazitaet-in-industriepark">KfW-Investition vervierfacht Stromkapazität in Industriepark</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel dafür ist der Beluluane Industrial Park in der Provinz Maputo. Über die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit finanzierte die KfW Entwicklungsbank dort Investitionen von 20,8 Millionen Euro in die Erneuerung und Erweiterung eines Umspannwerks und der angeschlossenen Strominfrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt wurde gemeinsam vom staatlichen Stromversorger Electricidade de Moçambique und dem Industrieparkbetreiber MozParks umgesetzt. Die Leistung des Umspannwerks stieg von 20 auf 80 Megavoltampere und vervierfachte sich damit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Inbetriebnahme der ausgebauten Infrastruktur im Jahr 2024 ist die Zahl der Unternehmen im Beluluane Industrial Park nach Angaben von MozParks um 40 Prozent gestiegen. Neue Investoren belegten mehr als 100 Hektar Industriefläche. Rund 3.000 Haushalte in umliegenden Gemeinden profitieren ebenfalls von der verbesserten Stromversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Industriepark beherbergt inzwischen Unternehmen aus 18 Ländern. <a href="https://fokus-afrika.de/mosambiks-exporte-in-die-eu-erreichen-53-milliarden-us-dollar-in-fuenf-jahren/">MozParks beziffert die dort getätigten Unternehmensinvestitionen auf rund drei Milliarden US-Dollar und die Zahl der direkten und indirekten Arbeitsplätze auf etwa 10.000.</a></p>



<h2 id="h-deutsche-forderung-verbindet-infrastruktur-und-ausbildung" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-foerderung-verbindet-infrastruktur-und-ausbildung">Deutsche Förderung verbindet Infrastruktur und Ausbildung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Energieinfrastruktur unterstützt Deutschland Programme zur Beschäftigung junger Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit fördert gemeinsam mit der MozYouth Foundation ein Praktikumsprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Programm stellte die GIZ 170.000 Euro bereit. Damit wurden nach Angaben von MozParks 300 Praktikumsplätze in Mosambik unterstützt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer erhielt anschließend eine feste Beschäftigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">MozParks betreibt Wirtschaftszonen in den Provinzen Maputo und Nampula und plant eine Expansion nach Cabo Delgado. Das Unternehmen ist als öffentlich-private Partnerschaft zwischen der mosambikanischen Investitions- und Exportförderagentur APIEX und der African Sustainable Economic Zones Alliance organisiert.</p>



<h2 id="h-50-jahre-diplomatische-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="50-jahre-diplomatische-beziehungen">50 Jahre diplomatische Beziehungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen deutschen Zusagen fallen mit dem 50. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik zusammen. Die deutsche Botschaft in Maputo begleitet das Jubiläum im Oktober mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Festival das Histórias“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Auftakt am 8. Oktober folgen am 13. Oktober eine Diskussion über 50 Jahre deutsch-mosambikanische Beziehungen sowie am 22. Oktober ein Konzert der Berliner Sängerin Carla Ahad. Die zentrale Jubiläumsveranstaltung ist für den 24. Oktober in Maputo vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm verbindet Musik, Literatur, persönliche Geschichten und deutsch-mosambikanische Begegnungen. Neben Carla Ahad treten unter anderem die mosambikanischen Künstler Stewart Sukuma, Radjha Ally, Delta und Leyna Souto auf.</p>
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		<title>Verfassungsschutz will Angriffe aktiv abwehren – Deutschland baut seine Geheimdienste grundlegend um</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-will-angriffe-aktiv-abwehren-deutschland-baut-seine-geheimdienste-grundlegend-um/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 13:51:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30693</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Geheimdienste sollen künftig nicht mehr nur beobachten, sondern Angriffe unter bestimmten Voraussetzungen selbst unterbrechen können. Während der Verfassungsschutz vor Russland warnt, bauen auch Japan, Schweden und weitere Demokratien ihre Nachrichtendienste um – mit dem Ziel größerer Sicherheit und geringerer Abhängigkeit von den USA.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fverfassungsschutz-will-angriffe-aktiv-abwehren-deutschland-baut-seine-geheimdienste-grundlegend-um%2F&amp;action_name=Verfassungsschutz%20will%20Angriffe%20aktiv%20abwehren%20%E2%80%93%20Deutschland%20baut%20seine%20Geheimdienste%20grundlegend%20um&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will seine Nachrichtendienste von der reinen Informationsbeschaffung zu einer aktiveren Gefahrenabwehr weiterentwickeln und ihnen dafür zusätzliche Eingriffsbefugnisse geben. Am Montag, 12. Oktober, forderte Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen bei einem Sicherheitssymposium in Berlin, diesen Umbau angesichts zunehmender Sabotage, Spionage und terroristischer Bedrohungen entschlossen voranzutreiben. Russland sei die maßgebliche Kraft hinter langfristigen Destabilisierungsaktionen gegen Deutschland und Europa. Die Reform ist Teil einer breiteren internationalen Entwicklung: Auch Japan, Schweden und andere Demokratien stärken ihre Nachrichtendienste, um unabhängiger von amerikanischen Geheimdienstinformationen zu werden und ausländische Operationen wirksamer zu verhindern.</p>



<h2 id="h-verfassungsschutz-warnt-vor-einer-neuen-dimension-der-bedrohung" class="wp-block-heading"><span id="verfassungsschutz-warnt-vor-einer-neuen-dimension-der-bedrohung">Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Dimension der Bedrohung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Gefahrenlage hat sich grundlegend und nachhaltig verändert“, erklärte Selen vor mehr als 250 Gästen aus Politik, Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Medien beim 22. Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Europa seien zunehmend Ziel koordinierter Angriffe. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um klassische Spionage. Ausländische Nachrichtendienste, kurzfristig angeworbene Agenten, Aktivisten und zunehmend auch organisierte kriminelle Netzwerke würden für verdeckte Operationen eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selen machte vor allem Moskau verantwortlich. Russland kombiniere unterschiedliche Akteure und Angriffsmethoden, um die europäische Sicherheitsordnung zu destabilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist keine vorübergehende Entwicklung, sondern ein langfristig angelegter hybrider Angriff“, sagte der Verfassungsschutzpräsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Operationen beträfen den digitalen Raum ebenso wie physische Angriffe. Dabei würden Todesopfer in Kauf genommen und schwere Schäden gezielt angestrebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des BfV überlagern sich inzwischen verschiedene Bedrohungen. Russische Einflussnahme, extremistischer Terrorismus, Cyberangriffe und Sabotage könnten sich gegenseitig verstärken. Die Grenzen zwischen staatlich gesteuerten und nichtstaatlichen Akteuren würden zunehmend unscharf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiele verwies Selen auf einen extremistischen Anschlag auf kritische Infrastruktur am 5. Oktober in Berlin sowie auf die Festnahme eines 24-jährigen Irakers am 17. September in Brandenburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kämen Anschlagsplanungen gegen jüdische, israelische und zunehmend auch amerikanische Ziele. In diesem Zusammenhang nannte Selen insbesondere den Iran und die Hamas.</p>



<h2 id="h-geheimdienste-sollen-angriffe-kunftig-selbst-unterbrechen-konnen" class="wp-block-heading"><span id="geheimdienste-sollen-angriffe-kuenftig-selbst-unterbrechen-koennen">Geheimdienste sollen Angriffe künftig selbst unterbrechen können</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Bedrohungslage leitet Selen eine grundlegende Neuausrichtung des Verfassungsschutzes ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörde soll sich nicht mehr darauf beschränken, extremistische und nachrichtendienstliche Aktivitäten zu beobachten, Informationen zu sammeln und Erkenntnisse an andere Sicherheitsbehörden weiterzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künftig soll sie unter bestimmten Voraussetzungen selbst Maßnahmen ergreifen können, um erkannte Bedrohungen zu unterbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir brauchen Vernetzung statt Insellösungen und Aktionsfähigkeit statt Abwarten“, erklärte Selen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="618" height="463" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1.jpg" alt="" class="wp-image-30696 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1.jpg 618w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1-300x225.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1-200x150.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1-260x195.jpg 260w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/download-3-1-380x285.jpg 380w" sizes="(max-width: 618px) 100vw, 618px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hatte bereits am 12. August die nach eigener Darstellung umfassendste Reform des deutschen Nachrichtendienstrechts beschlossen. <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/" data-type="post" data-id="29329">Der Gesetzentwurf sieht neue Befugnisse für das Bundesamt für Verfassungsschutz und den Bundesnachrichtendienst (BND) vor.</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören erweiterte Möglichkeiten zur technischen Überwachung, zur Nutzung künstlicher Intelligenz und zur Analyse großer Datenmengen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem aber sollen die Nachrichtendienste erstmals ausdrücklich mit zusätzlichen Befugnissen für aktive Schutzmaßnahmen ausgestattet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Bundesnachrichtendienst sieht der Entwurf beispielsweise vor, Server ausländischer Hackergruppen unbrauchbar zu machen oder in IT-Systeme einzudringen, um die Herstellung gefährlicher Waffen zu sabotieren. Solche weitreichenden Eingriffe sollen an besondere Gefährdungslagen und eine unabhängige Kontrolle gebunden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll unter engeren Voraussetzungen auf Gegenstände einwirken dürfen, wenn schwerwiegende Bedrohungen durch ausländische Nachrichtendienste anders nicht abgewehrt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will damit die bisherige Arbeitsteilung zwischen nachrichtendienstlicher Aufklärung und operativer Gefahrenabwehr erweitern.</p>



<h2 id="h-neues-abwehrzentrum-meldet-erste-ermittlungserfolge" class="wp-block-heading"><span id="neues-abwehrzentrum-meldet-erste-ermittlungserfolge">Neues Abwehrzentrum meldet erste Ermittlungserfolge</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bestandteil dieser Neuausrichtung ist das im Juni 2026 gegründete Gemeinsame Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen, kurz GAZ Hybrid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung soll Informationen und Fähigkeiten verschiedener Sicherheitsbehörden zusammenführen, um koordinierte Angriffe schneller zu erkennen und zu unterbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben Selens hat das Zentrum innerhalb seiner ersten vier Betriebsmonate bereits eine zweistellige Zahl von Sachverhalten operativ bearbeitet. Einige Fälle wurden inzwischen vom Generalbundesanwalt übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir erzielen Abwehrerfolge. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, sagte der Behördenpräsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche konkreten Angriffe verhindert oder welche Netzwerke identifiziert wurden, erläuterte er nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung steht für eine stärkere operative Zusammenarbeit zwischen Polizei, Nachrichtendiensten und weiteren Sicherheitsbehörden. Dabei sollen Erkenntnisse über Cyberangriffe, Sabotage, verdeckte Einflussnahme und mögliche Täterstrukturen schneller zusammengeführt werden.</p>



<h2 id="h-deutschland-erhoht-geheimdienstbudget-um-26-prozent" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-erhoeht-geheimdienstbudget-um-26-prozent">Deutschland erhöht Geheimdienstbudget um 26 Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der institutionelle Umbau wird von einer deutlichen Aufstockung der finanziellen Mittel begleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Analyse des International Institute for Strategic Studies (IISS) erhöhte Deutschland seine Ausgaben für Nachrichtendienste 2026 um 26 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sicherheitsexperte Tom Field ordnet diese Entwicklung in eine internationale Reformbewegung ein. In einer am 7. Oktober veröffentlichten <a href="https://www.iiss.org/online-analysis/online-analysis/2026/10/the-collective-impact-of-intelligence-reforms-by-democracies/">Untersuchung</a> beschreibt er, wie zahlreiche Demokratien ihre Nachrichtendienste modernisieren, neue Behörden gründen und ihre Sicherheitsgesetze an veränderte Bedrohungen anpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Deutschland nennt Field insbesondere Japan, Schweden, Südkorea, Taiwan, die Philippinen und Kanada.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Ziele stehen dabei im Vordergrund: der Aufbau eigenständiger nachrichtendienstlicher Fähigkeiten, die wirksamere Abwehr ausländischer Geheimdienstoperationen und eine größere strategische Unabhängigkeit von anderen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentlicher Treiber ist nach Einschätzung des IISS die zunehmende Unsicherheit über die Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten als Sicherheits- und Nachrichtendienstpartner.</p>



<h2 id="h-japan-und-schweden-schaffen-neue-geheimdienststrukturen" class="wp-block-heading"><span id="japan-und-schweden-schaffen-neue-geheimdienststrukturen">Japan und Schweden schaffen neue Geheimdienststrukturen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders weitreichende Veränderungen verfolgt Japan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung in Tokio stellte 2026 rund 400 Millionen US-Dollar für den Aufbau eines neuen nationalen Nachrichtendienstbüros bereit. Es soll die bislang auf verschiedene Behörden verteilte Informationsbeschaffung und Auswertung stärker koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wird über die Gründung eines eigenständigen Dienstes zur Gewinnung menschlicher Informationsquellen diskutiert. Dabei handelt es sich um klassische nachrichtendienstliche Arbeit mit Informanten und anderen persönlichen Quellen, die als Human Intelligence bezeichnet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Schweden baut seine Auslandsaufklärung organisatorisch um und schafft neue Führungsstrukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Südkorea, Taiwan und den Philippinen stehen dagegen vor allem die Gesetze zur Bekämpfung von Spionage und ausländischer Einflussnahme im Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großbritannien hat bereits mit dem National Security Act von 2023 und einem weiteren Gesetz gegen staatliche Bedrohungen von 2026 zusätzliche Instrumente geschaffen. Diese ermöglichen unter anderem ein härteres Vorgehen gegen Gruppen, die im Auftrag fremder Staaten operieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung des IISS haben die britischen Reformen bereits zu einer Zunahme staatlicher Maßnahmen gegen verdeckte Aktivitäten geführt. Drei Gruppen, darunter zwei mit iranischem und eine mit russischem Hintergrund, wurden auf Grundlage der neuen Regelungen verboten.</p>



<h2 id="h-nachrichtendienstreformen-sollen-abhangigkeit-von-den-usa-verringern" class="wp-block-heading"><span id="nachrichtendienstreformen-sollen-abhaengigkeit-von-den-usa-verringern">Nachrichtendienstreformen sollen Abhängigkeit von den USA verringern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veränderungen in Deutschland und anderen Demokratien betreffen auch die internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele europäische und asiatische Staaten waren jahrzehntelang in erheblichem Umfang auf Informationen amerikanischer Dienste angewiesen. Washington verfügt über weitreichende technische Überwachungsmöglichkeiten, globale Informationsnetzwerke und umfangreiche Analysekapazitäten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Abhängigkeit begrenzt jedoch die eigenständige Entscheidungsfähigkeit anderer Regierungen. Sie erhalten nur jene Informationen, die ihre Partner tatsächlich weitergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tom Field vom IISS sieht deshalb im Ausbau nationaler Nachrichtendienstkapazitäten einen möglichen Schritt zu größerer strategischer Autonomie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staaten, die selbst Informationen beschaffen, auswerten und verdeckte Bedrohungen erkennen können, sind weniger davon abhängig, welche Erkenntnisse andere Regierungen mit ihnen teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es nicht ausschließlich um große Länder wie Deutschland und Japan. Auch kleinere Demokratien könnten aufgrund ihrer geografischen Lage, regionalen Kenntnisse oder technologischen Spezialisierung wichtige Beiträge zur internationalen Zusammenarbeit leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IISS-Experte beschreibt die Möglichkeit eines breiteren Netzwerks demokratischer Nachrichtendienste, das unterschiedliche Regionen, Kulturen und Wirtschaftsbereiche abdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa wird bereits über Konzepte gesprochen, die unter Bezeichnungen wie „Euro Eyes“ eine engere nachrichtendienstliche Zusammenarbeit ermöglichen sollen. Field hält solche institutionellen Modelle allerdings noch für verfrüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als bestehende Vorbilder dienen unter anderem die Five-Eyes-Kooperation zwischen den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland sowie europäische Strukturen zur Terrorismusabwehr.</p>



<h2 id="h-geheimdienstreform-stellt-deutschland-vor-rechtsstaatliche-fragen" class="wp-block-heading"><span id="geheimdienstreform-stellt-deutschland-vor-rechtsstaatliche-fragen">Geheimdienstreform stellt Deutschland vor rechtsstaatliche Fragen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den erweiterten Befugnissen stellt sich zugleich die Frage nach der demokratischen Kontrolle der Nachrichtendienste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht deshalb vor, die bislang auf verschiedene Einrichtungen verteilte Rechtskontrolle beim Unabhängigen Kontrollrat zu bündeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser soll künftig besonders eingriffsintensive Überwachungsmaßnahmen vorab prüfen und auch die nachträgliche Kontrolle der Datenverarbeitung und aktiver Abwehrmaßnahmen übernehmen. Zugleich bleibt die parlamentarische Kontrolle bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit reagiert die Bundesregierung auch auf Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, das für nachrichtendienstliche Überwachung klare gesetzliche Eingriffsschwellen und wirksame unabhängige Kontrollverfahren verlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Analyse warnt IISS-Experte Field davor, dass neue Sicherheitsbefugnisse in Demokratien nicht automatisch zu wirksameren Nachrichtendiensten führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwierig seien Reformen in Staaten, deren Geheimdienste in der Vergangenheit für politische Zwecke missbraucht wurden. Dort müssten Regierungen neben neuen operativen Fähigkeiten auch das Vertrauen der Öffentlichkeit gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine unabhängige Kontrolle sei dafür unverzichtbar. Zugleich könnten komplizierte Genehmigungsverfahren die Reaktionsgeschwindigkeit der Dienste beeinträchtigen, wenn ihre Organisation nicht entsprechend angepasst werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Selen griff diese Spannung in Berlin auf. Eine handlungsfähige Sicherheitsarchitektur müsse ihre Abwehrmöglichkeiten kontinuierlich weiterentwickeln und gleichzeitig ihre rechtsstaatliche Legitimität durch wirksame Kontrolle sichern.</p>



<h2 id="h-neue-sicherheitsarchitektur-soll-europaische-zusammenarbeit-starken" class="wp-block-heading"><span id="neue-sicherheitsarchitektur-soll-europaeische-zusammenarbeit-staerken">Neue Sicherheitsarchitektur soll europäische Zusammenarbeit stärken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für den deutschen Verfassungsschutz ist die Reform auch Teil einer größeren europäischen Neuordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selen verwies darauf, dass ausländische Nachrichtendienste und extremistische Netzwerke zunehmend grenzüberschreitend handeln. Nationale Sicherheitsbehörden könnten diesen Bedrohungen deshalb nicht mehr ausschließlich innerhalb ihrer bisherigen Zuständigkeiten begegnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unseren eigenen Schutz können wir nicht Dritten überlassen“, erklärte der Verfassungsschutzpräsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland müsse eigene Fähigkeiten aufbauen und gleichzeitig auf Augenhöhe mit seinen internationalen Partnern zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IISS-Analyse zufolge könnten die parallelen Reformen in mehreren Demokratien dazu führen, dass ausländische Geheimdienste erheblich mehr finanzielle, technische und personelle Ressourcen aufwenden müssen, um unentdeckt zu operieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit zwischen etablierten und neu aufgebauten Nachrichtendiensten könnte außerdem den Austausch von Informationen und operativen Fähigkeiten erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Berliner Symposium diskutierten Vertreter europäischer Sicherheitsbehörden, von Europol, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und des Energiekonzerns Uniper über die Abwehr solcher Bedrohungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben ausländischer Einflussnahme standen Terrorismus im Internet und die zunehmende digitale Radikalisierung im Mittelpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selen forderte eine Sicherheitsarchitektur, die Bedrohungen früher erkennt, die Zusammenarbeit zwischen Behörden beschleunigt und konkrete Angriffe wirksamer unterbrechen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Anspruch ist klar: Bedrohungen erkennen, ihnen begegnen und unsere Demokratie wirksam schützen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>6,4 Milliarden Euro für Fluchtursachenbekämpfung – GIZ bekommt weniger, humanitäre Hilfe halbiert</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/64-milliarden-euro-fuer-fluchtursachenbekaempfung-giz-bekommt-weniger-humanitaere-hilfe-halbiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 09:40:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30683</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland hat seine humanitäre Auslandshilfe binnen eines Jahres von 2,26 auf 1,05 Milliarden Euro reduziert. Auch die GIZ erhielt weniger Bundesmittel für Entwicklungsprojekte. Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen die Verschiebungen bei internationalen Hilfs- und Sicherheitsausgaben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2F64-milliarden-euro-fuer-fluchtursachenbekaempfung-giz-bekommt-weniger-humanitaere-hilfe-halbiert%2F&amp;action_name=6%2C4%20Milliarden%20Euro%20f%C3%BCr%20Fluchtursachenbek%C3%A4mpfung%20%E2%80%93%20GIZ%20bekommt%20weniger%2C%20humanit%C3%A4re%20Hilfe%20halbiert&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/64-milliarden-euro-fuer-fluchtursachenbekaempfung-giz-bekommt-weniger-humanitaere-hilfe-halbiert/">6,4 Milliarden Euro für Fluchtursachenbekämpfung – GIZ bekommt weniger, humanitäre Hilfe halbiert</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat seine Ausgaben für humanitäre Hilfe im Ausland innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte reduziert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung vom 2. Oktober 2026 auf eine Große Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor. Demnach sanken die Ausgaben von 2,26 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 1,05 Milliarden Euro im Jahr 2025 – ein Rückgang um rund 54 Prozent. Gleichzeitig gingen die Bundesmittel für das gemeinnützige Geschäft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zurück, während die Bundesregierung 6,4 Milliarden Euro für Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen auswies.</p>



<h2 id="h-humanitare-hilfe-fallt-auf-niedrigsten-stand-seit-2017" class="wp-block-heading"><span id="humanitaere-hilfe-faellt-auf-niedrigsten-stand-seit-2017">Humanitäre Hilfe fällt auf niedrigsten Stand seit 2017</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgaben für humanitäre Hilfe im Ausland beliefen sich 2025 auf 1,049 Milliarden Euro. Damit lagen sie um rund 1,21 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 2,258 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher fällt der Vergleich mit 2022 aus. Damals stellte Deutschland 3,139 Milliarden Euro für humanitäre Auslandshilfe bereit. Innerhalb von drei Jahren gingen die Ausgaben damit um rund zwei Drittel zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/" data-type="post" data-id="25955">Die Entwicklung zeigt einen deutlichen Wandel bei den deutschen Hilfsleistungen. </a>Zwischen 2020 und 2023 lagen die jährlichen Ausgaben durchgehend über zwei Milliarden Euro. Den höchsten Wert innerhalb der nun dokumentierten Zeitreihe erreichten sie 2022. Mit dem Rückgang im Jahr 2025 fiel die humanitäre Hilfe erstmals seit 2017 unter 1,1 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel dienen unter anderem dazu, Menschen in Kriegs- und Krisengebieten mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, medizinischer Versorgung und Unterkünften zu unterstützen. Die Bundesregierung finanziert solche Maßnahmen grundsätzlich über humanitäre Partnerorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aufschlüsselung der Ausgaben nach einzelnen Empfängerländern enthält die aktuelle Regierungsantwort nicht. Wie sich die Kürzungen konkret auf Hilfsprogramme in afrikanischen Krisenregionen wie Sudan, Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo oder der Sahelzone verteilt haben, lässt sich daraus deshalb nicht bestimmen.</p>



<h2 id="h-weniger-bundesmittel-fur-entwicklungsprojekte-der-giz" class="wp-block-heading"><span id="weniger-bundesmittel-fuer-entwicklungsprojekte-der-giz">Weniger Bundesmittel für Entwicklungsprojekte der GIZ</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit zeigt sich ein Rückgang der Finanzierung durch Bundesministerien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einnahmen des gemeinnützigen Geschäftsbereichs aus Bundesmitteln lagen 2025 bei 2,807 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 2,907 Milliarden Euro gewesen. Damit gingen die Mittel um rund 100 Millionen Euro zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/" data-type="post" data-id="28728">Besonders deutlich ist die Entwicklung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem wichtigsten Auftraggeber der GIZ.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die BMZ-Mittel für diesen Geschäftsbereich sanken von 2,506 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 2,425 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 81 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 2023 hatte das BMZ mit 2,678 Milliarden Euro mehr Mittel bereitgestellt als in den beiden Folgejahren. Seitdem verringerte sich das Finanzierungsvolumen um rund 253 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die übrigen Bundesministerien reduzierten ihre Mittel für das gemeinnützige Geschäft der GIZ. Sie gingen von 401 Millionen Euro auf 382 Millionen Euro zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ setzt im Auftrag der Bundesregierung zahlreiche Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und anderen Weltregionen um. Dazu gehören Vorhaben zur wirtschaftlichen Entwicklung, Berufsbildung, öffentlichen Verwaltung, Energieversorgung und Anpassung an den Klimawandel.</p>



<h2 id="h-internationales-geschaft-der-giz-wachst-trotz-sinkender-bundesmittel" class="wp-block-heading"><span id="internationales-geschaeft-der-giz-waechst-trotz-sinkender-bundesmittel">Internationales Geschäft der GIZ wächst trotz sinkender Bundesmittel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Entgegen der Entwicklung im gemeinnützigen Bereich wuchs der Geschäftsbereich International Services der GIZ weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die entsprechenden Einnahmen aus Bundesministerien stiegen von 156 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 193,6 Millionen Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Zuwachs um rund 24 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark nahm die Finanzierung durch andere Bundesministerien als das BMZ zu. Sie stieg von 124,7 Millionen Euro auf 167,7 Millionen Euro. Dagegen verringerte sich der BMZ-Anteil von 31,2 Millionen Euro auf 25,9 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren/" data-type="post" data-id="28836">International Services arbeitet im Auftrag verschiedener öffentlicher und privater Auftraggeber und bietet Dienstleistungen auf vertraglicher Grundlage an.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen zeigen, dass sich die Finanzierung der GIZ innerhalb der Bundesverwaltung unterschiedlich entwickelt. Während die Mittel für klassische Entwicklungsprojekte zurückgingen, nahm die Finanzierung des internationalen Dienstleistungsgeschäfts weiter zu.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-weist-6-4-milliarden-euro-fur-fluchtursachenbekampfung-aus" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-weist-64-milliarden-euro-fuer-fluchtursachenbekaempfung-aus">Bundesregierung weist 6,4 Milliarden Euro für Fluchtursachenbekämpfung aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den Rückgängen bei der humanitären Hilfe und den GIZ-Mitteln bezifferte die Bundesregierung ihre Ausgaben zur Bekämpfung von Fluchtursachen im Jahr 2025 auf rund 6,4 Milliarden Euro.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-23024 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Diese Summe ist allerdings nicht mit zusätzlichen Ausgaben außerhalb der Entwicklungszusammenarbeit gleichzusetzen. Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen können auch innerhalb anderer Haushaltstitel finanziert werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist darauf hin, dass es bis einschließlich 2015 keine ressortübergreifend einheitliche Definition und gesonderte statistische Erfassung der Fluchtursachenbekämpfung gab. Deshalb lasse sich rückwirkend nicht zuverlässig feststellen, welche Mittel zusätzlich zu den Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2017 veröffentlicht die Bundesregierung im Finanzplan jährlich Angaben zu diesen Ausgaben. Die für 2025 genannte Summe umfasst die ressortübergreifend erfassten Maßnahmen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-weist-forderung-nach-gesamtrechnung-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-weist-forderung-nach-gesamtrechnung-zurueck">Bundesregierung weist Forderung nach Gesamtrechnung zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen sind Teil einer umfassenden Antwort auf eine Große Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zu deutschen Ausgaben für das Ausland, internationale Organisationen und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit seit Gründung der Bundesrepublik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordneten hatten eine vollständige, inflationsbereinigte Aufstellung der historischen Ausgaben verlangt. Die Bundesregierung lehnte eine solche Gesamtrechnung ab und verwies auf fehlende Daten, unterschiedliche Zuständigkeiten und den unverhältnismäßigen Aufwand einer rückwirkenden Auswertung zahlreicher Verwaltungsakten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich widersprach sie der Annahme, internationale Ausgaben seien grundsätzlich als einseitige finanzielle Belastung Deutschlands zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland sei als führende Exportnation auf stabile internationale Rahmenbedingungen angewiesen. Entwicklungszusammenarbeit und Beiträge an internationale Organisationen dienten deshalb auch wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Insofern sind Deutschlands internationale Investitionen Kernvoraussetzung für seine wirtschaftliche Prosperität“, erklärte die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für zahlreiche historische Ausgaben liegen der Bundesregierung keine vollständigen Zeitreihen vor. Auch die neue Antwort beschränkt sich bei vielen Positionen auf bereits vorhandene Daten aus einzelnen Haushaltsjahren.</p>



<h2 id="h-milliarden-fur-sicherheitszusammenarbeit-mit-partnerstaaten" class="wp-block-heading"><span id="milliarden-fuer-sicherheitszusammenarbeit-mit-partnerstaaten">Milliarden für Sicherheitszusammenarbeit mit Partnerstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe legte die Bundesregierung Zahlen zur internationalen militärischen Unterstützung vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 1998 und 2025 gab der Bund aus mehreren einschlägigen Haushaltstiteln insgesamt rund 2,763 Milliarden Euro für die Ausbildung ausländischer Streitkräfte, militärische Zusammenarbeit, Ausstattungshilfe und weitere Unterstützungsmaßnahmen aus. Die Ukraine ist in dieser Summe nicht enthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfasst sind unter anderem Mittel für die Ausbildung ausländischer Soldaten, den Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte, die Unterstützung verbündeter Streitkräfte sowie die Ertüchtigung von Partnerstaaten im Bereich Sicherheit, Verteidigung und Stabilisierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verwies darauf, dass eine vollständige Erfassung der entsprechenden Ausgaben vor 1998 nur durch umfangreiche Recherchen in älteren Verwaltungsakten möglich wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-benin-bauen-sicherheitskooperation-aus-militaerabkommen-steht-vor-unterzeichnung/" data-type="post" data-id="30472">Auch eine länderspezifische Aufstellung der militärischen Unterstützungsmaßnahmen für afrikanische Partnerstaaten ist in der Antwort nicht enthalten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterscheidet bei ihrer Haushaltsdarstellung zwischen humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen und militärischer Unterstützung. Die genannten Beträge gehören zu unterschiedlichen Haushaltssystematiken und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres zu einer einheitlichen Gesamtsumme deutscher Auslandsausgaben addieren.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland und Mauretanien bereiten neues Verteidigungsabkommen vor – 54 Millionen Euro für Zusammenarbeit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-mauretanien-bereiten-neues-verteidigungsabkommen-vor-54-millionen-euro-fuer-zusammenarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2026 20:43:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30667</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland baut seine Beziehungen zu Mauretanien aus: Beide Länder bereiten ein neues Verteidigungsabkommen vor. Gleichzeitig stehen Finanzzusagen von 54 Millionen Euro und mögliche Investitionen deutscher Unternehmen in Energie, Bergbau und Infrastruktur auf der Agenda.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-mauretanien-bereiten-neues-verteidigungsabkommen-vor-54-millionen-euro-fuer-zusammenarbeit%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20Mauretanien%20bereiten%20neues%20Verteidigungsabkommen%20vor%20%E2%80%93%2054%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20Zusammenarbeit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-mauretanien-bereiten-neues-verteidigungsabkommen-vor-54-millionen-euro-fuer-zusammenarbeit/">Deutschland und Mauretanien bereiten neues Verteidigungsabkommen vor – 54 Millionen Euro für Zusammenarbeit</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Mauretanien wollen ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen und bereiten ein neues bilaterales Verteidigungsabkommen vor. Die Verhandlungen wurden am Dienstag, 6. Oktober, bei einem Treffen zwischen dem mauretanischen Verteidigungsminister Hanana Ould Sidi und einer Delegation des Bundesverteidigungsministeriums in Nouakchott vorangetrieben. Gleichzeitig bekräftigte der deutsche Botschafter Florian Reindel finanzielle Zusagen in Höhe von 54 Millionen Euro, von denen ein großer Teil in die berufliche Bildung fließen soll. Die Gespräche folgen auf den Besuch von Bundesaußenminister Johann Wadephul im Juli und eine Wirtschaftsmission deutscher Unternehmen Ende September.</p>



<h2 id="h-berlin-und-nouakchott-verhandeln-uber-militarische-zusammenarbeit" class="wp-block-heading"><span id="berlin-und-nouakchott-verhandeln-ueber-militaerische-zusammenarbeit">Berlin und Nouakchott verhandeln über militärische Zusammenarbeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Treffen im mauretanischen Verteidigungsministerium standen die Vorbereitungen für ein neues Abkommen im Mittelpunkt. Beide Seiten besprachen Möglichkeiten, ihre militärische und technische Zusammenarbeit zu erweitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Gesprächen nahmen neben Botschafter Florian Reindel der deutsche Verteidigungsattaché und mehrere Militärexperten teil. Die mauretanische Delegation umfasste unter anderem den Leiter des militärischen Sanitätswesens, Oberst Mohamed Mahmoud Ould Taleb Jeddou, sowie den Direktor für auswärtige Beziehungen im Verteidigungsministerium, Oberst Cheikh Mohamed Lamine Bilal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der bilateralen Kooperation behandelten die Delegationen regionale und internationale Sicherheitsfragen. Einzelheiten zum geplanten Abkommen, einschließlich möglicher Ausbildungsmaßnahmen, Ausrüstungshilfen oder gemeinsamer Projekte, wurden nicht bekannt gegeben. Ein Termin für die Unterzeichnung steht ebenfalls noch aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien nimmt in der deutschen Sahelpolitik eine besondere Stellung ein. Während die Beziehungen mehrerer europäischer Staaten zu den Militärregierungen in Mali, Burkina Faso und Niger erheblich belastet sind, hält Nouakchott an der Zusammenarbeit mit europäischen und afrikanischen Partnern fest.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="412" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/cooperation_militaire__4173_100.jpg" alt="" class="wp-image-30669 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/cooperation_militaire__4173_100.jpg 600w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/cooperation_militaire__4173_100-300x206.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/cooperation_militaire__4173_100-380x261.jpg 380w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien nimmt in der deutschen Sahelpolitik eine besondere Stellung ein. Während die Beziehungen mehrerer europäischer Staaten zu den Militärregierungen in Mali, Burkina Faso und Niger erheblich belastet sind, hält Nouakchott an der Zusammenarbeit mit europäischen und afrikanischen Partnern fest.</p>
</div></div>



<h2 id="h-wadephuls-besuch-unterstreicht-sicherheitspolitische-bedeutung" class="wp-block-heading"><span id="wadephuls-besuch-unterstreicht-sicherheitspolitische-bedeutung">Wadephuls Besuch unterstreicht sicherheitspolitische Bedeutung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/">Der Ausbau der Verteidigungsbeziehungen knüpft an den Besuch von Bundesaußenminister Johann Wadephul am 20. Juli in Mauretanien an. </a>Der Minister traf in Nouakchott Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani und Außenminister Mohamed Salem Ould Merzoug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete Mauretanien damals als wichtigen Partner für Sicherheit und regionale Stabilität. Er würdigte die Rolle des Landes als Stimme der Besonnenheit, Mäßigung und Toleranz in der von bewaffneten Konflikten geprägten Sahelregion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mauretanische Außenminister erklärte seinerseits die Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit Deutschland auch in Sicherheits- und Verteidigungsfragen zu vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien grenzt an Mali, wo bewaffnete islamistische Gruppen seit Jahren gegen die Regierung und ihre Verbündeten kämpfen. Die Sicherung der gemeinsamen Grenze sowie die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und extremistischer Netzwerke gehören zu den sicherheitspolitischen Aufgaben des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seiner Afrikareise hatte Wadephul zudem betont, dass Deutschland seine Partnerschaften mit afrikanischen Staaten nicht allein auf Sicherheitspolitik beschränken wolle. Wirtschaft, kritische Rohstoffe, Handel und geregelte Migration gehörten ebenfalls zu den gemeinsamen Interessen.</p>



<h2 id="h-deutschland-bekraftigt-finanzzusagen-von-54-millionen-euro" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-bekraeftigt-finanzzusagen-von-54-millionen-euro">Deutschland bekräftigt Finanzzusagen von 54 Millionen Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den Verteidigungsgesprächen stellte Botschafter Florian Reindel die Ergebnisse der deutsch-mauretanischen Zusammenarbeit vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit am 8. Oktober in Nouakchott sprach er von einer bemerkenswerten Dynamik in den bilateralen Beziehungen während des vergangenen Jahres. Deutschland und Mauretanien befinden sich inzwischen im 66. Jahr ihrer diplomatischen Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reindel verwies auf deutsche Finanzzusagen im Umfang von 54 Millionen Euro. Ein großer Teil der Mittel ist für die berufliche Bildung vorgesehen. Deutschland unterstützt außerdem Projekte in den Bereichen Klimaschutz, Migration und wirtschaftliche Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein konkretes Beispiel ist die neue Anlage der mauretanischen Küstenwache in Nouadhibou. Sie wurde Ende Dezember 2025 eingeweiht und mit Unterstützung der deutschen Entwicklungsbank KfW errichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Baukosten beliefen sich auf rund 24 Millionen Euro, finanziert durch einen Zuschuss der KfW und Mittel des mauretanischen Staates. Der neue Hafen mit Anlege- und Versorgungseinrichtungen soll die maritime Überwachung und die Einsatzmöglichkeiten der Küstenwache verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbau der Küstenwache ist zugleich Teil der Zusammenarbeit bei der Sicherung der mauretanischen Atlantikküste. Die maritime Sicherheit betrifft den Schutz der Fischereiressourcen, die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und die Kontrolle von Migrationsbewegungen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-prufen-investitionen-in-energie-bergbau-und-infrastruktur" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-pruefen-investitionen-in-energie-bergbau-und-infrastruktur">Deutsche Unternehmen prüfen Investitionen in Energie, Bergbau und Infrastruktur</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sicherheit-lng-und-gruenen-wasserstoff/">Auch die wirtschaftlichen Beziehungen sollen ausgebaut werden. </a>Ende September reiste eine Delegation deutscher Unternehmen nach Mauretanien, um Investitionsmöglichkeiten und neue Geschäftspartnerschaften zu prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirtschaftsmission wurde vom German Mittelstand Business Hub und Korte Law organisiert. Beteiligt waren unter anderem Vertreter der deutschen Außenwirtschaftsagentur Germany Trade &amp; Invest (GTAI), des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) und der Konrad-Adenauer-Stiftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. September empfing der Generaldirektor der mauretanischen Investitionsförderagentur APIM, Tah Ahmed Meouloud, die Delegation in Nouakchott. Botschafter Reindel begleitete die Gespräche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutschen Unternehmen informierten sich über Investitionsmöglichkeiten in der Energiewirtschaft, im Bergbau, im Bauwesen, in der Industrie, im Beratungssektor und in der Digitalisierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfügt über umfangreiche Eisenerzvorkommen und hat 2025 mit der Produktion von Flüssigerdgas begonnen. Zudem bietet das Land aufgrund seiner Wind- und Solarressourcen Voraussetzungen für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien und der Herstellung von grünem Wasserstoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Investitionsagentur stellte laufende und geplante Projekte vor und vereinbarte, die Kontakte zu den deutschen Unternehmen weiterzuverfolgen. Konkrete neue Investitionsverträge wurden bei dem Treffen nicht bekannt gegeben.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-mauretanien-bereiten-neues-verteidigungsabkommen-vor-54-millionen-euro-fuer-zusammenarbeit/">Deutschland und Mauretanien bereiten neues Verteidigungsabkommen vor – 54 Millionen Euro für Zusammenarbeit</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland stellt Benin 15 Millionen Euro für Solarenergie und Unternehmen bereit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-stellt-benin-15-millionen-euro-fuer-solarenergie-und-unternehmen-bereit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2026 22:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland sagt Benin weitere 15 Millionen Euro zu. Das Geld soll unter anderem ein gemeinsames Energieprojekt von Benin und Togo stärken sowie kleinere Unternehmen und Unternehmerinnen fördern.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-stellt-benin-15-millionen-euro-fuer-solarenergie-und-unternehmen-bereit%2F&amp;action_name=Deutschland%20stellt%20Benin%2015%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20Solarenergie%20und%20Unternehmen%20bereit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt Benin zusätzliche 15 Millionen Euro für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen bereit. Die Finanzierung wurde bei bilateralen Regierungskonsultationen am 8. Oktober in Cotonou angekündigt. Ein Teil der Mittel soll in die Erweiterung des Wasserkraftwerks Nangbéto um eine Solaranlage fließen, das Benin gemeinsam mit Togo nutzt. Weitere Gelder sind für Unternehmensberatung und die Förderung von Unternehmerinnen vorgesehen.</p>



<h2 id="h-deutsches-geld-fur-grenzuberschreitendes-energieprojekt" class="wp-block-heading"><span id="deutsches-geld-fuer-grenzueberschreitendes-energieprojekt">Deutsches Geld für grenzüberschreitendes Energieprojekt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt der neuen Finanzierung ist das Wasserkraftwerk Nangbéto am Fluss Mono in Togo. Die Anlage wird von der Communauté Électrique du Bénin (CEB) betrieben, einer gemeinsamen Elektrizitätsgesellschaft Benins und Togos, und versorgt beide Länder mit Strom.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will den Ausbau der Anlage um eine Solarkomponente unterstützen. Die Verbindung von Wasser- und Solarenergie soll die Stromerzeugung diversifizieren und die Versorgung in beiden Staaten stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben knüpft an die bereits bestehende deutsche Unterstützung für die Modernisierung des Wasserkraftwerks an. Über die staatliche Förderbank KfW finanziert Deutschland die Sanierung der Anlage mit 43,5 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel der zusätzlich angekündigten 15 Millionen Euro auf den Ausbau der Solarenergie entfällt, wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch Angaben zur geplanten Leistung der Solaranlage liegen bislang nicht vor.</p>



<h2 id="h-forderung-kleiner-unternehmen-und-unternehmerinnen" class="wp-block-heading"><span id="foerderung-kleiner-unternehmen-und-unternehmerinnen">Förderung kleiner Unternehmen und Unternehmerinnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Energieversorgung soll die neue Finanzierung den Privatsektor in Benin stärken. Vorgesehen ist die Ausweitung eines bestehenden Beratungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm soll Unternehmen beim Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit unterstützen und ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten verbessern. Ein weiterer Bestandteil richtet sich gezielt an Frauen, die Unternehmen gründen oder bereits eigene Betriebe führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Förderung von Unternehmertum und beruflichen Qualifikationen gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Benin. Beide Regierungen sehen insbesondere in der Entwicklung des Privatsektors einen Ansatz, um Beschäftigung und wirtschaftliche Perspektiven für die junge Bevölkerung zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-zuegige-militaerhilfe-fuer-benin-mission-noch-im-oktober/">Für die drei angekündigten Förderbereiche wurde zunächst keine detaillierte Aufteilung der zusätzlichen Mittel veröffentlicht.</a></p>



<h2 id="h-berlin-und-cotonou-vereinbaren-weitere-zusammenarbeit" class="wp-block-heading"><span id="berlin-und-cotonou-vereinbaren-weitere-zusammenarbeit">Berlin und Cotonou vereinbaren weitere Zusammenarbeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierungszusage erfolgte im Rahmen der deutsch-beninischen Regierungskonsultationen im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Zusammenarbeit in Cotonou.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-1024x576.webp" alt="" class="wp-image-30648 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-1024x576.webp 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-300x169.webp 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-768x432.webp 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-380x214.webp 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-800x450.webp 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre-1160x653.webp 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/0wertyuiuytre.webp 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche wurden von Hugues Oscar Lokossou, dem für die Mobilisierung externer Finanzmittel und das Schuldenmanagement zuständigen Minister Benins, und Silvia Morgenroth, Leiterin der Abteilung Westafrika im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), geführt.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Delegationen verständigten sich darauf, ihre Zusammenarbeit in drei bestehenden Schwerpunktbereichen fortzusetzen: öffentliche Finanzverwaltung und Dezentralisierung, Privatwirtschaft und Berufsbildung sowie Wasserwirtschaft und Biodiversität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Delegation würdigte die wirtschafts- und finanzpolitischen Reformen der Regierung in Cotonou. <a href="https://fokus-afrika.de/scheidender-praesident-talon-wirbt-vor-machtwechsel-in-benin-um-unterstuetzung-fuer-wadagni/">Beide Seiten bekräftigten außerdem ihr Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und internationaler Zusammenarbeit auf Grundlage des Völkerrechts.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zusätzlichen 15 Millionen Euro sind für das Jahr 2026 vorgesehen. Ihre Ankündigung erfolgte im Vorfeld der nächsten regulären Regierungsverhandlungen, die Deutschland und Benin für 2027 in Berlin vereinbart haben.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Nach Friedensnobelpreis für Navi Pillay: Trump verhängt Sanktionen gegen Weltstrafgericht – Deutschland widerspricht</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-friedensnobelpreis-fuer-navi-pillay-trump-verhaengt-sanktionen-gegen-weltstrafgericht-deutschland-widerspricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2026 22:29:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[AU]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[ICC]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Friedensnobelpreis geht an die südafrikanische Juristin Navi Pillay. Trump kritisiert die Entscheidung, Washington kündigt umfassende Sanktionen gegen den Weltstrafgerichtshof an. Deutschland und sieben Partner widersprechen – während Kenia Reformen fordert und Uganda mit einem Austritt droht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-friedensnobelpreis-fuer-navi-pillay-trump-verhaengt-sanktionen-gegen-weltstrafgericht-deutschland-widerspricht%2F&amp;action_name=Nach%20Friedensnobelpreis%20f%C3%BCr%20Navi%20Pillay%3A%20Trump%20verh%C3%A4ngt%20Sanktionen%20gegen%20Weltstrafgericht%20%E2%80%93%20Deutschland%20widerspricht&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die USA haben umfassende Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) verhängt und damit einen internationalen Konflikt über die Zukunft der Strafgerichtsbarkeit ausgelöst. Die Entscheidung fiel am Freitag, 9. Oktober, wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Friedensnobelpreises für die südafrikanische Juristin und frühere IStGH-Richterin Navi Pillay. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Preisvergabe und beanspruchte die Auszeichnung für sich selbst, während seine Regierung ankündigte, dem Gerichtshof die finanziellen und technischen Grundlagen seiner Arbeit zu entziehen. Deutschland und sieben weitere Staaten stellten sich gemeinsam gegen Washington, während die Reaktionen aus Afrika von ausdrücklicher Unterstützung für den Gerichtshof bis zu Forderungen nach grundlegenden Reformen reichen.</p>



<h2 id="h-trump-kritisiert-nobelpreis-fur-sudafrikanische-juristin" class="wp-block-heading"><span id="trump-kritisiert-nobelpreis-fuer-suedafrikanische-juristin">Trump kritisiert Nobelpreis für südafrikanische Juristin</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees hatte bereits vor Bekanntgabe der Sanktionen einen politischen Konflikt ausgelöst. Mit Navanethem „Navi“ Pillay erhielt eine Juristin den Friedensnobelpreis, deren Laufbahn eng mit der internationalen Verfolgung schwerster Menschenrechtsverletzungen verbunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 85-jährige Südafrikanerin kämpfte gegen die Apartheid, war Richterin und Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda und gehörte zwischen 2003 und 2008 dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag an. Später leitete sie als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte die Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Nobelkomitee würdigte insbesondere ihren Einsatz gegen Straflosigkeit bei Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Entscheidung fiel in einer Phase, in der internationale Gerichte zunehmend unter politischem Druck stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump reagierte mit deutlicher Kritik. Auf seiner Plattform Truth Social verbreitete er einen Beitrag, der dem Nobelkomitee vorwarf, sich mit der Auszeichnung Pillays selbst diskreditiert zu haben.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30643 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/South_Lawn_of_the_White_House_Monday_October_5_2026_-_1.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse im US-Bundesstaat New York erneuerte Trump seinen eigenen Anspruch auf den Friedensnobelpreis. Die Vereinigten Staaten hätten unter seiner Führung acht Kriege beendet, erklärte er. Dafür hätte sein Land acht Friedensnobelpreise verdient.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden nicht vergessen, Norwegen, dass ihr diesen Preis nicht dem Land mit der größten Erfolgsbilanz der Geschichte gegeben habt“, sagte Trump.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei übersieht die Kritik des US-Präsidenten, dass der Friedensnobelpreis nicht von der norwegischen Regierung, sondern von einem unabhängigen Nobelkomitee vergeben wird.</p>



<h2 id="h-washington-will-den-strafgerichtshof-finanziell-lahmlegen" class="wp-block-heading"><span id="washington-will-den-strafgerichtshof-finanziell-lahmlegen">Washington will den Strafgerichtshof finanziell lahmlegen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am Tag der Nobelpreisentscheidung kündigte US-Außenminister Marco Rubio Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof als Institution an. Bislang hatte Washington vor allem einzelne Richter und Staatsanwälte mit Strafmaßnahmen belegt. Insgesamt waren bereits 13 Justizvertreter betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Maßnahmen richten sich erstmals gegen den Gerichtshof selbst. Sie sollen Transaktionen mit der Institution unterbinden und den Zugang zu amerikanischen Finanzdienstleistungen, Technologien und zum US-Dollar beschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rubio erklärte, Präsident Trump werde niemals zulassen, dass der Internationale Strafgerichtshof amerikanische Staatsbürger strafrechtlich verfolge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden Transaktionen mit diesem abtrünnigen Gericht verbieten, ihm seine Ressourcen entziehen und seine Handlungsfähigkeit gegen uns lahmlegen“, kündigte der US-Außenminister an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle verschärfte Rubio den Ton: „Entweder der IStGH beendet seine Drohungen, oder wir werden den IStGH beenden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für amerikanische Unternehmen und andere betroffene Akteure wurde eine sechsmonatige Übergangsfrist vorgesehen, um bestehende Geschäftsbeziehungen mit dem Gerichtshof abzuwickeln. Die Europäische Union wertet diesen Aufschub zugleich als Möglichkeit für diplomatische Verhandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die amerikanische Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Schutz der nationalen Souveränität. Washington wirft dem Gerichtshof vor, seine Zuständigkeiten zu überschreiten und amerikanische sowie israelische Staatsangehörige unrechtmäßig strafrechtlicher Verfolgung auszusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hintergrund sind insbesondere die Haftbefehle gegen israelische Regierungsvertreter, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wegen mutmaßlicher Verbrechen im Gazakrieg. Auch frühere Ermittlungen zu Handlungen amerikanischer Soldaten in Afghanistan hatten das Verhältnis belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zeitliche Nähe zwischen der Nobelpreisvergabe und der neuen Sanktionsentscheidung ist auffällig. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-starten-negativ-kampagne-gegen-den-internationalen-strafgerichtshof/">Die US-Regierung begründete die Sanktionen allerdings mit dem seit Jahren bestehenden Konflikt über die Zuständigkeit des Gerichts, nicht ausdrücklich mit der Auszeichnung Pillays.</a></p>



<h2 id="h-strafgerichtshof-sieht-angriff-auf-internationale-rechtsordnung" class="wp-block-heading"><span id="strafgerichtshof-sieht-angriff-auf-internationale-rechtsordnung">Strafgerichtshof sieht Angriff auf internationale Rechtsordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof reagierte mit einer ungewöhnlich deutlichen Erklärung. Die Maßnahmen richteten sich gegen eine unabhängige Justizinstitution, die von 125 Vertragsstaaten mit der Verfolgung schwerster internationaler Verbrechen beauftragt worden sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gerichtshof bezeichnete die Sanktionen als Versuch, die Justiz zu behindern und das Personal sowie internationale Kooperationspartner einzuschüchtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und die Grundlagen der internationalen Rechtsordnung“, erklärte das Gericht. Betroffen sei das Prinzip, dass niemand über dem Gesetz stehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/icc-praesidentin-tomoko-akane-praesentiert-jahresbericht-vor-un-generalversammlung/" data-type="post" data-id="21930">Gerichtspräsidentin Tomoko Akane kündigte an, die Arbeit trotz des amerikanischen Drucks fortzusetzen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Gerichtshof wird sein Mandat weiterhin vollständig, unabhängig und unparteiisch erfüllen, ausschließlich auf der Grundlage des Rechts und der Beweise, im Interesse der unzähligen Opfer schwerster Verbrechen.“</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21931 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-11-icc-president-statement-unga.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Zugleich appellierte der Gerichtshof an seine Mitgliedstaaten, den laufenden Betrieb abzusichern. <a href="https://fokus-afrika.de/annalena-baerbock-staerkt-internationalem-strafgerichtshof-demonstrativ-den-ruecken/">Die bereits eingeleiteten Vorkehrungen sollten verhindern, dass internationale Ermittlungen, Gerichtsverfahren und die Unterstützung von Opfern durch die Sanktionen zum Erliegen kommen.</a></p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-stellt-sich-mit-sieben-partnerstaaten-gegen-washington" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-stellt-sich-mit-sieben-partnerstaaten-gegen-washington">Deutschland stellt sich mit sieben Partnerstaaten gegen Washington</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am Freitag formierte sich eine gemeinsame diplomatische Gegenposition mehrerer enger Verbündeter der USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland, Kanada, Dänemark, Frankreich, Italien, Japan, die Niederlande und das Vereinigte Königreich veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung ihrer Außenminister. Darin bekräftigten sie ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Integrität des Gerichtshofs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir bedauern die Ankündigung von Sanktionen gegen den Gerichtshof durch die Vereinigten Staaten und widersprechen ihr entschieden“, erklärten die acht Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungen warnten ausdrücklich vor den Folgen der Maßnahmen für den Gerichtshof, seine Beschäftigten und deren Familien. Die Strafmaßnahmen könnten die Arbeit der Institution erheblich beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich würdigten sie die Vorbereitungen des Gerichts, um seinen Auftrag auch unter den verschärften Bedingungen weiter erfüllen zu können. Die acht Staaten verpflichteten sich, diese Bemühungen zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Europäische Union schloss sich der Kritik an. In einer Erklärung vom 10. Oktober forderte sie Washington auf, die Maßnahmen zurückzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU bezeichnete Angriffe und Drohungen gegen Richter, Beschäftigte, zivilgesellschaftliche Kooperationspartner und Dienstleister des Gerichts als inakzeptabel. Sie kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Funktionsfähigkeit des IStGH sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig begrüßte Brüssel die amerikanische Bereitschaft, mit den Vertragsstaaten über die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu sprechen. Der verzögerte Beginn der Sanktionen eröffne Raum für diplomatische Verhandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere symbolische Bedeutung erhielt die gemeinsame Erklärung durch eine weitere Stellungnahme aus Berlin. Außenminister Johann Wadephul gratulierte Navi Pillay zum Friedensnobelpreis und verwies auf ihre Rolle beim Aufbau der internationalen Strafgerichtsbarkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Navi Pillay steht für die Idee, dass Frieden auf Recht gründet“, erklärte Wadephul. Mit ihren Urteilen am Ruanda-Tribunal habe sie insbesondere die Rechtsprechung zur sexualisierten Gewalt als Mittel des Völkermords geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Friedensnobelpreis sei „gleichzeitig ein wichtiges Bekenntnis zur internationalen Strafgerichtsbarkeit“.</p>



<h2 id="h-afrikanische-union-wurdigt-pillay-sudafrika-feiert-auszeichnung" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-union-wuerdigt-pillay-suedafrika-feiert-auszeichnung">Afrikanische Union würdigt Pillay – Südafrika feiert Auszeichnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Afrika löste die Auszeichnung der südafrikanischen Juristin zahlreiche positive Reaktionen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gratulierte Pillay und würdigte ihren jahrzehntelangen Einsatz für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Frieden. Die Auszeichnung ehre ihr Lebenswerk und ihren Beitrag zur internationalen Verfolgung schwerster Verbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Afrikanische Union stellte sich hinter die Nobelpreisträgerin. Kommissionspräsident Mahmoud Ali Youssouf erklärte am Samstag, 10. Oktober, Pillays Tätigkeit habe die internationale Strafgerichtsbarkeit nachhaltig geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte an ihren Kampf gegen die Apartheid, ihre Arbeit am Ruanda-Tribunal und ihren späteren Einsatz bei den Vereinten Nationen. Insbesondere die juristische Verfolgung von Völkermord und sexualisierter Gewalt habe durch ihre Arbeit wichtige Fortschritte gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auszeichnung sei eine Anerkennung ihres Einsatzes für Gerechtigkeit und die Würde des Menschen, erklärte Youssouf. Zugleich betonte er, dass dauerhafter Frieden auf Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Rechtsstaatlichkeit beruhen müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der AU-Kommissionspräsident bekräftigte die Unterstützung seiner Organisation für das Völkerrecht und die multilaterale Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pillay selbst kritisierte die amerikanischen Strafmaßnahmen. Bei einer Veranstaltung des Friedensnobelzentrums bezeichnete sie die Sanktionen als „inakzeptabel“. Richter dafür zu bestrafen, dass sie ihre richterlichen Pflichten erfüllten, sei schockierend und mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar.</p>



<h2 id="h-kenia-fordert-reformen-statt-sanktionen-uganda-droht-mit-austritt" class="wp-block-heading"><span id="kenia-fordert-reformen-statt-sanktionen-uganda-droht-mit-austritt">Kenia fordert Reformen statt Sanktionen – Uganda droht mit Austritt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktionen auf die amerikanischen Maßnahmen zeigen allerdings auch die unterschiedlichen Positionen afrikanischer Staaten gegenüber dem Gerichtshof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia sprach sich gegen die Sanktionen aus, verband seine Unterstützung jedoch mit deutlicher Kritik an der Arbeit des IStGH.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Korir Sing&#8217;oei, Staatssekretär im kenianischen Außenministerium, erklärte, der Gerichtshof habe seine Aufgaben und die an ihn gerichteten Erwartungen teilweise nicht erfüllt. Besonders die aus seiner Sicht selektive Konzentration auf bestimmte Weltregionen müsse kritisch hinterfragt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der IStGH verdient ernsthafte Kritik dafür, dass er seinem Mandat und den Erwartungen, für die er geschaffen wurde, nicht gerecht geworden ist und sich selektiv auf bestimmte Regionen konzentriert“, erklärte Sing&#8217;oei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort dürfe jedoch nicht darin bestehen, die Institution finanziell unter Druck zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was er braucht, sind dringende Reformen. Keine Sanktionen. Kenia wird weiterhin mit den Vertragsstaaten zusammenarbeiten, um den Gerichtshof zu reformieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenia hatte selbst eine konfliktreiche Geschichte mit dem Gerichtshof. Nach der Gewalt im Zusammenhang mit den Wahlen 2007/2008 wurden Verfahren gegen führende kenianische Politiker eingeleitet. Zeitweise diskutierte das Land offen über einen Austritt aus dem Römischen Statut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute unterstützt Nairobi grundsätzlich die internationale Strafgerichtsbarkeit und setzt sich gleichzeitig für Veränderungen innerhalb der Institution ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich weiter ging Uganda. <a href="https://fokus-afrika.de/icc-praesidentin-tomoko-akane-besucht-uganda/" data-type="post" data-id="21157">Außenminister Adonia Ayebare stellte einen möglichen Austritt seines Landes in Aussicht, falls der Gerichtshof ugandische Staatsangehörige untersuchen oder anklagen sollte.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit stehen innerhalb Ostafrikas zwei Positionen nebeneinander: Kenia fordert Veränderungen innerhalb des bestehenden Systems und lehnt amerikanische Sanktionen ab, während Uganda die weitere Mitgliedschaft unter Vorbehalt stellt.</p>



<h2 id="h-afrikas-lange-und-widerspruchliche-beziehung-zum-weltstrafgericht" class="wp-block-heading"><span id="afrikas-lange-und-widerspruechliche-beziehung-zum-weltstrafgericht">Afrikas lange und widersprüchliche Beziehung zum Weltstrafgericht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die unterschiedlichen Reaktionen haben eine längere Vorgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof wurde 2002 auf Grundlage des Römischen Statuts geschaffen. Er verfolgt Einzelpersonen wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und des Verbrechens der Aggression. Er wird grundsätzlich nur tätig, wenn zuständige nationale Justizsysteme nicht willens oder nicht in der Lage sind, entsprechende Verbrechen tatsächlich zu verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche seiner frühen Ermittlungen und Verfahren betrafen afrikanische Konflikte, darunter die Demokratische Republik Kongo, Uganda, die Zentralafrikanische Republik, Sudan und Kenia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikanische Regierungen warfen dem Gerichtshof deshalb wiederholt vor, sich einseitig auf den Kontinent zu konzentrieren, während schwere Verbrechen in anderen Weltregionen nicht mit vergleichbarer Konsequenz verfolgt würden. Andere Staaten unterstützten die Ermittlungen ausdrücklich oder wandten sich selbst an den Gerichtshof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pillays Auszeichnung berührt zugleich einen historischen Ausgangspunkt der internationalen Strafgerichtsbarkeit. Am UN-Tribunal für Ruanda wirkte sie an der rechtlichen Aufarbeitung des Völkermords von 1994 mit. Das Tribunal trug wesentlich dazu bei, sexualisierte Gewalt als mögliches Mittel des Völkermords strafrechtlich anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Strafgerichtshof verfügt inzwischen über 125 Vertragsstaaten. Die Vereinigten Staaten gehören ihm ebenso wenig an wie Israel. Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind dagegen Vertragsparteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Versammlung der Vertragsstaaten ist für Dezember 2026 vorgesehen. Deutschland und seine sieben Partner haben bereits angekündigt, dort ihre gemeinsame Unterstützung für den Gerichtshof fortzusetzen und gleichzeitig den Dialog mit Nichtmitgliedstaaten zu suchen.</p>
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			<media:description type="html">President Donald J. Trump boards Marine One on the South Lawn of the White House, Monday, October 5, 2026, en route Joint Base Andrews for a trip to Nebraska. (Official White House Photo by Daniel Torok)</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland investiert 20 Millionen Euro in Afrikas Pharmaindustrie – WHO vor Führungswechsel</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-investiert-20-millionen-euro-in-afrikas-pharmaindustrie-who-vor-fuehrungswechsel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 09:54:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[WHO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>20 Millionen Euro für Afrikas Pharmaindustrie, 27 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola: Deutschland setzt beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin neue Akzente. Gleichzeitig sucht die WHO angesichts massiver Finanzierungskürzungen eine neue Führung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-investiert-20-millionen-euro-in-afrikas-pharmaindustrie-who-vor-fuehrungswechsel%2F&amp;action_name=Deutschland%20investiert%2020%20Millionen%20Euro%20in%20Afrikas%20Pharmaindustrie%20%E2%80%93%20WHO%20vor%20F%C3%BChrungswechsel&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt weitere 20 Millionen Euro für Investitionen in afrikanische Pharmaunternehmen bereit. Die Zusage erfolgte im Vorfeld des Weltgesundheitsgipfels, der vom 11. bis 13. Oktober 2026 in Berlin stattfindet. Die Mittel sollen die Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten in Afrika stärken und die Abhängigkeit von Importen verringern. Gleichzeitig steht die internationale Gesundheitspolitik nach massiven Finanzierungskürzungen vor einer Neuordnung, während sich mögliche Nachfolger für die Spitze der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals gemeinsam vorstellen.</p>



<h2 id="h-deutschland-starkt-arzneimittelproduktion-in-afrika" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-staerkt-arzneimittelproduktion-in-afrika">Deutschland stärkt Arzneimittelproduktion in Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die zusätzlichen 20 Millionen Euro bei einem Steuerungstreffen der Gesundheitspartnerschaft zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Union zugesagt. Das Geld fließt in einen Fonds, der Investitionen in afrikanische Pharmaunternehmen finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-reist-nach-nairobi-und-setzt-auf-afrikanische-pharmaproduktion/">Die Bundesregierung will damit die lokale Produktion von Impfstoffen und Medikamenten ausbauen. </a>Zugleich soll die Zusammenarbeit zwischen deutschen, europäischen und afrikanischen Unternehmen intensiviert werden. Die Gesundheitswirtschaft soll künftig systematischer in entsprechende Investitions- und Produktionsvorhaben eingebunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist die Entwicklung eines für Kinder geeigneten Medikaments gegen Bilharziose. Die in tropischen Regionen verbreitete parasitäre Erkrankung wird durch bestimmte Saugwürmer verursacht. Deutschland unterstützt die Anpassung des Medikaments an die körperlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/experten-warnen-im-bundestag-vor-verbreitung-von-malaria-und-tuberkulose/">Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan bekräftigte vor dem Gipfel, dass Deutschland trotz angespannter Haushaltslage weiter in die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, Impfprogramme und die Versorgung mit Arzneimitteln investieren werde.</a> Dies liege auch im deutschen Interesse.</p>



<h2 id="h-ebola-ausbruch-im-kongo-deutschland-stellt-27-millionen-euro-bereit" class="wp-block-heading"><span id="ebola-ausbruch-im-kongo-deutschland-stellt-27-millionen-euro-bereit">Ebola-Ausbruch im Kongo: Deutschland stellt 27 Millionen Euro bereit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt des Weltgesundheitsgipfels ist der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung der Epidemie bereits zusätzliche Mittel in Höhe von insgesamt 27 Millionen Euro bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ebola-ausbruch-who-ruft-internationalen-gesundheitsnotstand-aus/">Der Ausbruch belastet das Gesundheitssystem des Landes, während bewaffnete Konflikte und Vertreibung die medizinische Versorgung erschweren.</a> Der Umgang mit solchen Gesundheitskrisen soll deshalb auch bei den internationalen Beratungen in Berlin eine zentrale Rolle spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Gipfels wird Entwicklungsministerin Alabali Radovan zudem den diesjährigen Virchow-Preis an die Wissenschaftler Jean-Jacques Muyembe aus der Demokratischen Republik Kongo und Peter Piot aus Belgien überreichen. Beide werden für ihre Beiträge zur Entdeckung und Erforschung des Ebola-Virus ausgezeichnet.</p>



<h2 id="h-who-warnt-vor-folgen-massiver-kurzungen-der-gesundheitsfinanzierung" class="wp-block-heading"><span id="who-warnt-vor-folgen-massiver-kuerzungen-der-gesundheitsfinanzierung">WHO warnt vor Folgen massiver Kürzungen der Gesundheitsfinanzierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-ziehen-sich-endgueltig-aus-der-who-zurueck/">Der Weltgesundheitsgipfel findet vor dem Hintergrund erheblicher Einschnitte bei der internationalen Gesundheitsfinanzierung statt.</a> WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus beziffert den Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe für den Gesundheitsbereich im vergangenen Jahr auf rund 40 Prozent.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30613 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/EU2024BE_240320_European_Union_-_African_High_-_Level_evenement_on_Health_Egmont_Palace_-_92.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In einem Schreiben zum Weltgesundheitsgipfel beschreibt Tedros die Folgen der Kürzungen: Gesundheitseinrichtungen mussten schließen, medizinisches Personal verlor seine Beschäftigung oder erhielt keine Gehälter mehr. Gleichzeitig kam es zu Engpässen bei Medikamenten und Impfstoffen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine im Fachjournal&nbsp;<em>The Lancet</em>&nbsp;veröffentlichte Studie schätzt, dass die Finanzierungskürzungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen langfristig zu nahezu 23 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die WHO selbst musste ihren Haushalt reduzieren, Kosten senken und ihre Strukturen verändern. Nach Darstellung ihres Generaldirektors haben Reformen der Mitgliedsbeiträge geholfen, die finanziellen Auswirkungen abzufedern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tedros wirbt zugleich für eine grundlegende Veränderung der internationalen Gesundheitsfinanzierung. Länder sollen eigene Einnahmen stärker für ihre Gesundheitssysteme mobilisieren, öffentliche Krankenversicherungen ausbauen und die Herstellung medizinischer Produkte im eigenen Land fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Ansatz unterstützt die WHO im Rahmen der sogenannten Accra-Reset-Initiative, die eine stärkere Eigenverantwortung afrikanischer und anderer Staaten bei der Finanzierung ihrer Entwicklung anstrebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana, Namibia und Nigeria gehören zu den Ländern, die nach WHO-Angaben bereits Maßnahmen ergriffen haben, um die nationalen Einnahmen und öffentlichen Gesundheitsausgaben zu erhöhen.</p>



<h2 id="h-funf-mogliche-who-nachfolger-stellen-sich-in-berlin-vor" class="wp-block-heading"><span id="fuenf-moegliche-who-nachfolger-stellen-sich-in-berlin-vor">Fünf mögliche WHO-Nachfolger stellen sich in Berlin vor</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Finanzierungsreform steht beim Weltgesundheitsgipfel die künftige Führung der Weltgesundheitsorganisation auf der Tagesordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. Oktober werden sich erstmals im laufenden Auswahlprozess fünf mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des WHO-Generaldirektors gemeinsam präsentieren. Die Diskussion über ihre Vorstellungen zur Zukunft der Organisation und des internationalen Gesundheitssystems findet zum Auftakt des Gipfels statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Teilnehmen sollen Hanan Mohamed Al Kuwari, vorgeschlagen von Katar, Hanan Balkhy aus Saudi-Arabien, María Neira aus Spanien, Budi Gunadi Sadikin aus Indonesien sowie Gevorg Tamamyan, der von Botswana vorgeschlagen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, der aus Äthiopien stammt, beendet seine zweite Amtszeit 2027. Die Mitgliedstaaten der WHO werden im Mai 2027 bei der Weltgesundheitsversammlung über seine Nachfolge entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident des Weltgesundheitsgipfels, Axel R. Pries, bezeichnet die Wahl als richtungsweisend für die multilaterale Zusammenarbeit und die künftige Handlungsfähigkeit der WHO. Die Vorstellung der möglichen Kandidaten biete eine erste Gelegenheit, ihre jeweiligen Prioritäten kennenzulernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Weltgesundheitsgipfel werden rund 4.000 Teilnehmende aus 130 Ländern erwartet. Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beraten über die Finanzierung, Organisation und Widerstandsfähigkeit der weltweiten Gesundheitsversorgung.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>NRW prüft Kölner Ausländerbehörde nach Streit um Abschiebehilfe</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nrw-prueft-koelner-auslaenderbehoerde-nach-streit-um-abschiebehilfe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 09:37:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Streit um Abschiebehilfe für rund 500 ausreisepflichtige Menschen: Die Bezirksregierung Köln untersucht das Vorgehen der städtischen Ausländerbehörde. Das NRW-Integrationsministerium überwacht die Prüfung und lässt mögliche Konsequenzen offen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnrw-prueft-koelner-auslaenderbehoerde-nach-streit-um-abschiebehilfe%2F&amp;action_name=NRW%20pr%C3%BCft%20K%C3%B6lner%20Ausl%C3%A4nderbeh%C3%B6rde%20nach%20Streit%20um%20Abschiebehilfe&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nrw-prueft-koelner-auslaenderbehoerde-nach-streit-um-abschiebehilfe/">NRW prüft Kölner Ausländerbehörde nach Streit um Abschiebehilfe</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bezirksregierung Köln untersucht den Umgang der Kölner Ausländerbehörde mit einem Unterstützungsangebot des Landes zur Vorbereitung von Abschiebungen. Das bestätigte die nordrhein-westfälische Landesregierung in einer am 9. Oktober 2026 veröffentlichten Antwort auf eine Landtagsanfrage. Im Raum steht der Vorwurf, die Stadt habe Hilfe bei der Beschaffung von Rückreisedokumenten für rund 500 ausreisepflichtige Menschen aus den Westbalkanstaaten abgelehnt. Das zuständige Integrationsministerium überwacht die laufende Prüfung und will bei Hinweisen auf Rechtsverstöße mögliche Aufsichtsmaßnahmen prüfen.</p>



<h2 id="h-bezirksregierung-koln-untersucht-schriftverkehr-mit-coesfeld" class="wp-block-heading"><span id="bezirksregierung-koeln-untersucht-schriftverkehr-mit-coesfeld">Bezirksregierung Köln untersucht Schriftverkehr mit Coesfeld</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ist ein Unterstützungsangebot der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) Coesfeld aus dem November 2024. Die Behörde soll der Stadt Köln angeboten haben, für rund 500 vollziehbar ausreisepflichtige Personen aus den Westbalkanstaaten fehlende Rückreisedokumente zu beschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den in einer Kleinen Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Enxhi Seli-Zacharias angeführten Unterlagen lehnte die Stadt dieses Angebot ab. Die Kölner Ausländerbehörde habe erklärt, Passersatzpapiere seien in diesen Fällen nicht erforderlich. Stattdessen sollten die Betroffenen dabei unterstützt werden, eine dauerhafte Aufenthaltsperspektive zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus steht der Vorwurf im Raum, dass Köln anschließend selbst keine entsprechenden Schritte zur Beschaffung der Rückreisedokumente eingeleitet habe. Ob diese Darstellung zutrifft und das Vorgehen rechtlich zulässig war, ist Gegenstand der Untersuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezirksregierung Köln hat inzwischen den einschlägigen Schriftverkehr zwischen der städtischen Ausländerbehörde und der ZAB Coesfeld angefordert. Die Unterlagen liegen der Aufsichtsbehörde vor und werden ausgewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration steht nach eigener Darstellung seit Bekanntwerden des Vorgangs in regelmäßigem Kontakt mit der Bezirksregierung. Es überwacht die aufsichtsrechtliche Prüfung und unterstützt die Sachverhaltsaufklärung.</p>



<h2 id="h-landesregierung-lasst-mogliche-konsequenzen-offen" class="wp-block-heading"><span id="landesregierung-laesst-moegliche-konsequenzen-offen">Landesregierung lässt mögliche Konsequenzen offen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Konsequenzen der Stadt Köln drohen könnten, beantwortet die Landesregierung bislang nicht. Die Auswertung der angeforderten Berichte und Informationen sei noch nicht abgeschlossen. Deshalb sei gegenwärtig keine belastbare Bewertung des behördlichen Vorgehens möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten sich konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der gesetzmäßige Verwaltungsvollzug beeinträchtigt wurde, will die Landesregierung diesen nachgehen und erforderliche aufsichtsrechtliche Schritte prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-ki-in-asyl-und-visaverfahren-einsetzen/" data-type="post" data-id="30434">Die Bezirksregierung verfügt grundsätzlich über die Befugnis, kommunale Ausländerbehörden zu konkreten Maßnahmen anzuweisen.</a> Grundlage dafür sind die nordrhein-westfälische Zuständigkeitsverordnung im Ausländerwesen und das Ordnungsbehördengesetz.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="566" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-1024x566.jpg" alt="" class="wp-image-30608 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-1024x566.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-300x166.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-768x424.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-380x210.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-800x442.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01-1160x641.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Kranhaeuser_Cologne_April_2018_-01.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung macht damit zunächst keine Aussage darüber, ob Köln durch die Ablehnung des Unterstützungsangebots gegen rechtliche Verpflichtungen verstoßen hat.</p>
</div></div>



<h2 id="h-kommunale-auslanderbehorden-mussen-bei-ruckfuhrungen-mitwirken" class="wp-block-heading"><span id="kommunale-auslaenderbehoerden-muessen-bei-rueckfuehrungen-mitwirken">Kommunale Ausländerbehörden müssen bei Rückführungen mitwirken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig von der Untersuchung erläutert das Integrationsministerium die Zuständigkeiten bei der Beschaffung von Rückreisedokumenten. Die Zentralen Ausländerbehörden übernehmen die Durchführung entsprechender Verfahren, sind dafür jedoch auf die Zusammenarbeit mit den kommunalen Ausländerbehörden angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese müssen insbesondere personenbezogene Daten, Ausländerakten, Identitätsnachweise und weitere erforderliche Unterlagen bereitstellen. Ohne diese Informationen können die zentralen Stellen die Voraussetzungen einer Passersatzpapierbeschaffung regelmäßig weder vollständig prüfen noch die Verfahren erfolgversprechend durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verantwortung für die allgemeine Bearbeitung der Einzelfälle verbleibt bei den kommunalen Ausländerbehörden. Die Zentralen Ausländerbehörden können nicht unabhängig von ihnen tätig werden, sondern benötigen entsprechende Unterstützungsgesuche und Unterlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Erlass vom 29. Juli 2026 hat das NRW-Integrationsministerium die bestehenden Regelungen zur Passersatzpapierbeschaffung neu gefasst. Dadurch wurde die Aufgabenverteilung zwischen kommunalen und zentralen Ausländerbehörden konkretisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob darüber hinaus weitere verbindliche Vorgaben für den Umgang mit Unterstützungsangeboten eingeführt werden sollen, lässt die Landesregierung offen. Sie erklärt lediglich, dass bestehende Abläufe im Rückführungsbereich fortlaufend auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft werden.</p>
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		<title>Huthi kontrollieren Küste am Roten Meer – Bundestag streitet über deutschen Marineeinsatz</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/huthi-kontrollieren-kueste-am-roten-meer-bundestag-streitet-ueber-deutschen-marineeinsatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 20:28:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dschibuti]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30596</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Huthi haben ihre Kontrolle an der strategischen Meerenge Bab al-Mandab ausgebaut. Deutschland will seinen Marineeinsatz verlängern – doch im Bundestag wächst der Streit darüber, warum das Mandat bis zu 350 Soldaten erlaubt, tatsächlich aber vor allem elf Soldaten und ein Aufklärungsflugzeug eingesetzt werden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhuthi-kontrollieren-kueste-am-roten-meer-bundestag-streitet-ueber-deutschen-marineeinsatz%2F&amp;action_name=Huthi%20kontrollieren%20K%C3%BCste%20am%20Roten%20Meer%20%E2%80%93%20Bundestag%20streitet%20%C3%BCber%20deutschen%20Marineeinsatz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/huthi-kontrollieren-kueste-am-roten-meer-bundestag-streitet-ueber-deutschen-marineeinsatz/">Huthi kontrollieren Küste am Roten Meer – Bundestag streitet über deutschen Marineeinsatz</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz im Roten Meer verlängern, während die Huthi-Miliz ihre Kontrolle über die jemenitische Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab ausgeweitet hat. Am Donnerstag, 8. Oktober, debattierte der Bundestag erstmals über das neue Mandat der EU-Marinemission EUNAVFOR ASPIDES. Außenminister Johann Wadephul warnte vor einer gleichzeitigen Gefährdung zweier zentraler Welthandelsrouten, während Abgeordnete der Opposition die Wirksamkeit der Mission und den tatsächlichen deutschen Beitrag infrage stellten. Bis zu 350 Bundeswehrangehörige sollen weiterhin eingesetzt werden können, tatsächlich beteiligt sich Deutschland derzeit vor allem mit elf Soldaten und luftgestützter Seeaufklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beantragt eine Verlängerung bis zum 31. Oktober 2027. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben sollen rund 18,9 Millionen Euro betragen. Nach der ersten Lesung überwies der Bundestag den Antrag zur weiteren Beratung an die Ausschüsse.</p>



<h2 id="h-wadephul-warnt-vor-einer-doppelten-blockade-des-welthandels" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-warnt-vor-einer-doppelten-blockade-des-welthandels">Wadephul warnt vor einer doppelten Blockade des Welthandels</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Wadephul eröffnete die Debatte mit einer Warnung vor den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen der jüngsten Eskalation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Huthis und Iran nehmen die freien Seewege in Geiselhaft“, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Huthi-Miliz habe seit Ende Juli erneut zivile Schiffe angegriffen. Durch die Einnahme weiterer Gebiete an der jemenitischen Rotmeerküste, darunter die Hafenstadt Mokka und die Insel Perim, könne sie den Schiffsverkehr durch Bab al-Mandab noch unmittelbarer bedrohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und bildet die südliche Zufahrt zum Suezkanal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies zugleich auf Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Damit seien zwei zentrale Engstellen des internationalen Handels bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe auf zivile Handelsschiffe seien völkerrechtswidrig und gefährdeten nicht nur europäische Wirtschaftsinteressen, sondern den globalen Warenverkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Bundesregierung verliefen vor Beginn der Huthi-Angriffe rund 15 Prozent des weltweiten maritimen Handels über die Route durch das Rote Meer.</p>



<h2 id="h-schiffsverkehr-liegt-weiterhin-bei-etwa-der-halfte-des-vorkrisenniveaus" class="wp-block-heading"><span id="schiffsverkehr-liegt-weiterhin-bei-etwa-der-haelfte-des-vorkrisenniveaus">Schiffsverkehr liegt weiterhin bei etwa der Hälfte des Vorkrisenniveaus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Folgen sind weiterhin erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung der Bundesregierung liegt der Verkehr deutscher und europäischer Handelsschiffe durch das Rote Meer trotz zwischenzeitlicher Verbesserungen nur bei etwa der Hälfte des Niveaus vor Beginn der Angriffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Reedereien meiden die Route und lassen ihre Schiffe stattdessen um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das verlängert die Transportwege zwischen Asien und Europa, erhöht die Frachtkosten und bindet zusätzliche Schiffskapazitäten. Die Bundesregierung warnt außerdem vor möglichen Auswirkungen auf die Energiepreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Saudi-Arabien ist unmittelbar betroffen. Nach Darstellung der Regierung meiden saudische Schiffe derzeit die Meerenge Bab al-Mandab. Ölexporte würden deshalb über andere Routen abgewickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies auf die bisherigen Ergebnisse der EU-Mission. Seit ihrem Beginn im Jahr 2024 habe ASPIDES mehr als 700 Schiffe begleitet und über 1.600 weitere Schiffe zu Sicherheitsfragen beraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang September steige die Nachfrage nach Begleitschutz wieder deutlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Einsatz lohnt sich“, erklärte der Außenminister.</p>



<h2 id="h-afd-kritisiert-fehlende-deutsche-kriegsschiffe" class="wp-block-heading"><span id="afd-kritisiert-fehlende-deutsche-kriegsschiffe">AfD kritisiert fehlende deutsche Kriegsschiffe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD unterstützt den Schutz internationaler Handelswege, kritisiert jedoch den begrenzten deutschen Beitrag zur Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerold Otten verwies darauf, dass Deutschland bislang lediglich 2024 mit der Fregatte Hessen über einen längeren Zeitraum ein Kriegsschiff bereitgestellt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einsatz der Fregatte dauerte nach seinen Angaben 58 Tage. Danach habe sich die deutsche Beteiligung im Wesentlichen auf Stabspersonal und ein Flugzeug zur Seeraumüberwachung beschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei erlaube das Mandat ausdrücklich den Einsatz einer seegehenden Einheit und bis zu 350 Bundeswehrangehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Otten verlangte deshalb Auskunft über die Einsatzbereitschaft deutscher Fregatten, die Verfügbarkeit von Personal und Munition sowie die Gründe für die bisherige Zurückhaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der AfD-Abgeordnete Hannes Gnauck verwies auf die Leistungen der Fregatte Hessen. Während ihres Einsatzes habe sie 27 Handelsschiffe begleitet, 18 Schutzaufträge durchgeführt und mehrere Angriffe abgewehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schutz internationaler Seewege gehöre zu den Kernaufgaben der Marine. Deshalb müsse die Bundesregierung erklären, warum der tatsächlich geleistete Beitrag deutlich hinter den Möglichkeiten des Mandats zurückbleibe.</p>



<h2 id="h-union-verteidigt-den-einsatz-von-aufklarungsflugzeugen" class="wp-block-heading"><span id="union-verteidigt-den-einsatz-von-aufklaerungsflugzeugen">Union verteidigt den Einsatz von Aufklärungsflugzeugen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU-Abgeordnete Bastian Ernst widersprach der Darstellung, Deutschland leiste keinen ausreichenden Beitrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundeswehr beteilige sich derzeit mit zehn Soldaten und einer Soldatin an der Mission. Hinzu komme ein Flugzeug zur Seeraumüberwachung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärische Aufklärung ermögliche es der EU, Schiffsbewegungen, verdächtige Aktivitäten und mögliche Bedrohungen im Einsatzgebiet zu erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ernst verwies außerdem auf die deutschen Marineeinheiten Fulda und Rhein, die sich nach seinen Angaben im Mittelmeer befinden und für eine mögliche Verlegung bereitgehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Obergrenze von 350 Bundeswehrangehörigen schaffe die Möglichkeit, den deutschen Beitrag bei Bedarf zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann hob ebenfalls die Bedeutung der luftgestützten Aufklärung hervor. Deutschland gehöre zu den wenigen beteiligten Staaten, die entsprechende Fähigkeiten bereitstellen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinen Angaben wirken insgesamt rund 560 Soldatinnen und Soldaten aus 21 Staaten an der Operation mit.</p>



<h2 id="h-grune-bezweifeln-ob-die-mission-ihr-ziel-erreicht" class="wp-block-heading"><span id="gruene-bezweifeln-ob-die-mission-ihr-ziel-erreicht">Grüne bezweifeln, ob die Mission ihr Ziel erreicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich skeptischer äußerte sich die Grünen-Abgeordnete Deborah Düring.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnerte Wadephul daran, dass er die Wirksamkeit der Mission im März selbst infrage gestellt habe, weil ein großer Teil des für Europa wichtigen Handelsverkehrs das Rote Meer weiterhin meide.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warum soll man ein Mandat verlängern, wenn das zentrale Ziel der Mission, eine sichere und freie Schifffahrt, weiterhin nicht gewährleistet werden kann und die Gefahr für die Soldaten zunimmt?“, fragte Düring.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erkenne sie die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit und zusätzlicher Aufgaben im Bereich der maritimen Aufklärung an. Angesichts der militärischen Eskalation müssten jedoch auch die politischen Ziele des Einsatzes überprüft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Düring kritisierte, dass die Bundesregierung zu wenige diplomatische Initiativen zur Beilegung der regionalen Konflikte vorantreibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wandte sie sich gegen Einsparungen bei der humanitären Hilfe und der zivilen Krisenprävention.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen ließen ihre Zustimmung zur Mandatsverlängerung in der ersten Lesung offen.</p>



<h2 id="h-linke-fordert-diplomatie-statt-militarischer-absicherung" class="wp-block-heading"><span id="linke-fordert-diplomatie-statt-militaerischer-absicherung">Linke fordert Diplomatie statt militärischer Absicherung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion lehnt die Fortsetzung des Einsatzes ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cansu Özdemir warf der Bundesregierung vor, einerseits militärische Stabilisierung zu fordern, andererseits aber die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Staaten auszubauen, die nach ihrer Auffassung zur Eskalation regionaler Konflikte beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kritisierte insbesondere die deutsche Rüstungskooperation mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch Irans militärische Unterstützung der Huthi-Miliz verurteilte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Jemen braucht keine neuen Militärblöcke. Der Jemen braucht Diplomatie“, erklärte Özdemir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordnete forderte eine stärkere politische Initiative für einen Waffenstillstand und mehr humanitäre Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich verlangte sie eine klare Begrenzung des militärischen Informationsaustauschs. Erkenntnisse der deutschen Aufklärung dürften nicht für offensive Kriegshandlungen anderer Staaten genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Özdemir lenkte außerdem den Blick auf die Seeleute der bedrohten Handelsschiffe. In der Diskussion über Transportkosten und Lieferketten werde deren persönliche Gefährdung aus ihrer Sicht zu wenig berücksichtigt.</p>



<h2 id="h-huthi-und-al-shabaab-verstarken-zusammenarbeit-am-horn-von-afrika" class="wp-block-heading"><span id="huthi-und-al-shabaab-verstaerken-zusammenarbeit-am-horn-von-afrika">Huthi und Al-Shabaab verstärken Zusammenarbeit am Horn von Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der unmittelbaren Bedrohung des Schiffsverkehrs beschreibt die Bundesregierung eine weitere sicherheitspolitische Entwicklung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30599 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/2026._Yahya_Saree.jpg 1152w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/huthi-angriffe-eskalieren-im-roten-meer-trump-droht-merz-warnt-oelpreis-springt-ueber-100-dollar/">Die Huthi-Miliz habe ihre Verbindungen zu bewaffneten Gruppierungen in Ostafrika ausgebaut.</a> Besonders hervorgehoben werden Kontakte zur islamistischen Terrororganisation Al-Shabaab in Somalia.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung der Bundesregierung betrifft die Zusammenarbeit unter anderem Waffenschmuggel und Ausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine engere Kooperation beider Gruppierungen könnte das Risiko weiterer Angriffe im Golf von Aden erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/g7-china-usa-bab-el-mandeb-wird-zum-schauplatz-eines-geopolitischen-machtkampfs/">Damit betrifft die Sicherheitslage nicht nur Jemen und die arabische Halbinsel, sondern auch Staaten am Horn von Afrika.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt deshalb ergänzend zur Marinemission regionale Initiativen zur maritimen Sicherheit. Dazu gehören die zivile EU-Ausbildungsmission EUCAP Somalia sowie die Zusammenarbeit mit den von den USA geführten Combined Maritime Forces und der EU-Operation ATALANTA.</p>



<h2 id="h-eu-mission-ubernimmt-zusatzliche-aufgaben-bei-unterseekabeln" class="wp-block-heading"><span id="eu-mission-uebernimmt-zusaetzliche-aufgaben-bei-unterseekabeln">EU-Mission übernimmt zusätzliche Aufgaben bei Unterseekabeln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/eu-verlaengert-mandat-von-eunavfor-aspides-im-roten-meer/">ASPIDES wurde im Februar 2024 als defensive EU-Marineoperation eingerichtet.</a> Ihr Auftrag besteht darin, die Freiheit der Schifffahrt zu schützen und Angriffe auf Handelsschiffe abzuwehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission ist nicht darauf ausgerichtet, offensiv gegen Stellungen der Huthi-Miliz an Land vorzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Begleitschutz und der Luftüberwachung wurden ihre Aufgaben inzwischen erweitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2025 umfasst das Mandat auch den Austausch von Informationen über verdächtige Schiffsaktivitäten einschließlich der sogenannten Schattenflotte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2026 kamen Aufgaben im Zusammenhang mit kritischer Unterwasserinfrastruktur hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören insbesondere Unterseedatenkabel, die durch das Rote Meer und den Golf von Aden verlaufen und wichtige digitale Verbindungen zwischen Europa und Asien herstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die SPD-Abgeordnete Aydan Özoğuz verwies auf diese zusätzlichen Aufgaben und kündigte die Unterstützung ihrer Fraktion für die Verlängerung an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„ASPIDES bedeutet Schutzschild, und dieser Schutz funktioniert nur, wenn wir nicht auf Alleingänge setzen“, erklärte sie.</p>



<h2 id="h-bundeswehrmandat-umfasst-auch-persischen-golf-mit-einschrankungen" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehrmandat-umfasst-auch-persischen-golf-mit-einschraenkungen">Bundeswehrmandat umfasst auch Persischen Golf – mit Einschränkungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgesehene Einsatzgebiet reicht über das Rote Meer hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es umfasst die Meerenge Bab al-Mandab, den Golf von Aden, das Arabische Meer, den Golf von Oman sowie die Straße von Hormus und den Persischen Golf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings gelten für die Anwendung militärischer Gewalt zum Schutz von Schiffen klare geografische Grenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und in einem festgelegten Teil des Golfs von Oman ist der unmittelbare militärische Schutz von Schiffen durch ASPIDES ausgeschlossen. Dort sind andere Aufgaben der Mission möglich, darunter Aufklärung und Informationsaustausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Militärische Gewalt dürfen die eingesetzten Kräfte im Rahmen des Mandats und des Völkerrechts unter anderem zur Abwehr gegenwärtiger Angriffe sowie zur Selbstverteidigung einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich seit Missionsbeginn mit Stabspersonal. Nach dem Einsatz der Fregatte Hessen stellt die Bundeswehr seit Ende Oktober 2024 außerdem ein Flugzeug zur luftgestützten Seeraumüberwachung bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beantragte Verlängerung sieht vor, diese Beteiligung fortzusetzen. Die Obergrenze von 350 Soldatinnen und Soldaten ermöglicht auch künftig die Entsendung eines Kriegsschiffs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der ersten Beratung liegt der Regierungsantrag nun beim Auswärtigen Ausschuss des Bundestages.</p>
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		<title>Auch AfD stimmt zu: Bundeswehr soll im Südsudan bleiben – Linke spricht von „teurer Symbolpolitik“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/auch-afd-stimmt-zu-bundeswehr-soll-im-suedsudan-bleiben-linke-spricht-von-teurer-symbolpolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 20:03:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[UNMISS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis zu 50 Bundeswehrsoldaten sollen ein weiteres Jahr im Südsudan eingesetzt werden. Während die Linke von „teurer Symbolpolitik“ spricht, verteidigen Union und SPD die UN-Mission. Die Grünen unterstützen den Einsatz, kritisieren aber die Kürzungen bei der humanitären Hilfe.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fauch-afd-stimmt-zu-bundeswehr-soll-im-suedsudan-bleiben-linke-spricht-von-teurer-symbolpolitik%2F&amp;action_name=Auch%20AfD%20stimmt%20zu%3A%20Bundeswehr%20soll%20im%20S%C3%BCdsudan%20bleiben%20%E2%80%93%20Linke%20spricht%20von%20%E2%80%9Eteurer%20Symbolpolitik%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz im Südsudan um ein weiteres Jahr verlängern, doch im Bundestag ist ein Streit über den Nutzen der UN-Friedensmission und die Finanzierung humanitärer Hilfe entbrannt. Am 8. Oktober 2026 stand die Verlängerung des Mandats erstmals zur Debatte. Während Union, SPD und Grüne den Einsatz unterstützen und auch die AfD trotz erheblicher Vorbehalte zustimmen will, fordert die Linke dessen Beendigung. Rund zehn Millionen Menschen sind in dem ostafrikanischen Land auf humanitäre Hilfe angewiesen, während bewaffnete Kämpfe und die politische Krise den Friedensprozess gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-in-suedsudan-bleiben-berlin-verlaengert-unmiss-einsatz/" data-type="post" data-id="30418">Nach dem Antrag der Bundesregierung sollen weiterhin bis zu 50 Bundeswehrangehörige an der UN-Mission UNMISS teilnehmen können.</a> Tatsächlich sind derzeit zwölf deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Das neue Mandat soll bis zum 31. Oktober 2027 gelten. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben veranschlagt die Regierung auf rund 900.000 Euro.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-warnt-vor-einer-weiteren-eskalation" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-warnt-vor-einer-weiteren-eskalation">Bundesregierung warnt vor einer weiteren Eskalation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Staatsministerin Serap Güler zeichnete für das Auswärtige Amt ein Bild der anhaltenden Krise. Bewaffnete Konflikte, politische Instabilität, Korruption und klimabedingte Katastrophen hätten die Lebensbedingungen der Bevölkerung massiv verschlechtert. Hinzu komme der Krieg im benachbarten Sudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 1,4 Millionen Flüchtlinge und Rückkehrer seien seit Beginn dieses Konflikts im Südsudan angekommen. Zugleich unternehme die südsudanesische Regierung zu wenig, um die Situation der eigenen Bevölkerung zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber wir lassen die Menschen in Südsudan nicht alleine“, erklärte Güler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Mission sei weiterhin ein „unverzichtbarer Stabilitätsanker“. Sie schütze Zivilpersonen, ermögliche humanitäre Hilfe und dokumentiere Menschenrechtsverletzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber ohne UNMISS wäre die Lage noch deutlich schlechter“, betonte die Staatsministerin. Eine weitere Verschlechterung würde zu größeren humanitären Bedarfen und zusätzlichen Migrationsbewegungen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-warnt-vor-kollaps-des-friedensabkommens-im-suedsudan/">Güler machte zugleich deutlich, dass die internationale Gemeinschaft den politischen Konflikt nicht allein lösen könne. </a>Die Verantwortung liege bei der südsudanesischen Regierung. <a href="https://fokus-afrika.de/un-warnt-wahlen-in-suedsudan-duerfen-nicht-verschoben-werden/" data-type="post" data-id="29258">Diese müsse sich an das Friedensabkommen halten und die Voraussetzungen für freie, faire und glaubwürdige Wahlen schaffen.</a></p>



<h2 id="h-grune-kritisieren-kurzungen-bei-humanitarer-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="gruene-kritisieren-kuerzungen-bei-humanitaerer-hilfe">Grüne kritisieren Kürzungen bei humanitärer Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Agnieszka Brugger von den Grünen unterstützte die Verlängerung, griff zugleich aber die Bundesregierung wegen ihrer Ausgabenpolitik an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNMISS müsse verhindern, dass der Machtkampf innerhalb der südsudanesischen Führung erneut in großflächige Gewalt umschlage. Die Mission könne ihren Auftrag jedoch immer schwerer erfüllen, weil internationale Mittel gekürzt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brugger verwies insbesondere auf die Kürzungen amerikanischer Beiträge und die dadurch notwendigen Einsparungen bei UNMISS. Nach ihren Angaben musste die Mission bereits rund ein Drittel ihrer Standorte schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist richtig, dass die Bundesregierung das Mandat für diesen Einsatz verlängert“, erklärte Brugger. Gleichzeitig kritisierte sie die Kürzung deutscher humanitärer Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihren Angaben wurden die entsprechenden Mittel von rund 70 Millionen Euro im Jahr 2024 auf etwa 30 Millionen Euro reduziert. Die Bundesregierung müsse diese Kürzung korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denn Dank und schöne Worte alleine reichen nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen-Abgeordnete warnte außerdem, dass ein Rückzug internationaler Partner anderen Staaten zusätzliche Einflussmöglichkeiten eröffnen könnte. Insbesondere Russland und China könnten entstehende politische und wirtschaftliche Lücken nutzen.</p>



<h2 id="h-linke-fordert-ende-des-bundeswehreinsatzes" class="wp-block-heading"><span id="linke-fordert-ende-des-bundeswehreinsatzes">Linke fordert Ende des Bundeswehreinsatzes</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich weiter ging Desiree Becker von der Linksfraktion. Sie lehnte die Mandatsverlängerung grundsätzlich ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese Mandatsverlängerung für die Entsendung von bis zu 50 deutschen Soldatinnen in den Südsudan ist nichts als teure Symbolpolitik“, erklärte Becker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Friedensprozess stehe vor dem Scheitern, während Millionen Menschen Lebensmittel, Trinkwasser und medizinische Versorgung benötigten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="640" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance.avif" alt="" class="wp-image-19832 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance.avif 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance-300x200.avif 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance-768x512.avif 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance-380x253.avif 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/09/UNMISS_road_maintenance-800x533.avif 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Linken-Abgeordnete stellte den Nutzen der militärischen Mission den Kosten internationaler Friedenseinsätze gegenüber. Nach ihren Angaben beläuft sich der deutsche Pflichtbeitrag zur Finanzierung von UNMISS auf rund 95 Millionen Euro jährlich. Diese Summe ist von den rund 900.000 Euro zusätzlichen Ausgaben für das deutsche Bundeswehrkontingent zu unterscheiden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Statt die militärische Beteiligung fortzusetzen, solle Deutschland stärker in unmittelbare humanitäre Hilfe investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Becker verwies auf Nahrungsmittelknappheit, mangelnde Gesundheitsversorgung und eine anhaltende Choleraepidemie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein Wahltermin allein macht noch keine Demokratie“, sagte sie mit Blick auf die für Dezember geplanten Wahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politischen Machtverhältnisse seien unverändert, zentrale Bestimmungen des Friedensabkommens nicht umgesetzt und Oppositionsvertreter von der politischen Beteiligung ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieser Einsatz muss beendet werden“, forderte Becker.</p>



<h2 id="h-union-widerspricht-ohne-unmiss-kommt-hilfe-nicht-an" class="wp-block-heading"><span id="union-widerspricht-ohne-unmiss-kommt-hilfe-nicht-an">Union widerspricht: Ohne UNMISS kommt Hilfe nicht an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jan-Wilhelm Pohlmann von der CDU/CSU-Fraktion widersprach der Forderung nach einer Umschichtung finanzieller Mittel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission sei notwendig, um die Zivilbevölkerung zu schützen und Hilfslieferungen überhaupt zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es hilft nicht, Geld umzuschichten, sondern die Hilfe muss auch erst mal ankommen“, entgegnete Pohlmann der Linksfraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verwies auf die steigende Zahl von Gewalttaten gegen Zivilpersonen. Nach von ihm angeführten UNMISS-Zahlen waren allein im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2.260 Menschen von konfliktbezogener Gewalt betroffen. Darunter befanden sich 1.142 Todesopfer, 794 Verletzte, 214 Entführte und 110 Opfer konfliktbezogener sexueller Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem seien Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein vollständiger Rückzug der UN-Mission könne die Lage zusätzlich verschärfen und auch Nachbarstaaten destabilisieren, warnte Pohlmann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Beteiligung sei zwar zahlenmäßig gering, erfülle aber wichtige Aufgaben und dokumentiere Deutschlands Unterstützung für die Vereinten Nationen.</p>



<h2 id="h-afd-will-zustimmen-verlangt-aber-eine-exit-strategie" class="wp-block-heading"><span id="afd-will-zustimmen-verlangt-aber-eine-exit-strategie">AfD will zustimmen, verlangt aber eine Exit-Strategie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die AfD kündigte trotz grundsätzlicher Kritik Unterstützung für die Verlängerung an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerold Otten erklärte, seine Fraktion habe seit 2018 jeder Verlängerung des UNMISS-Mandats zugestimmt. Er empfehle dies auch diesmal, verbinde seine Zustimmung jedoch mit einer Warnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine Friedenstruppe kann einem völlig gescheiterten Staat keine funktionierende Staatlichkeit einpflanzen“, sagte Otten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNMISS könne Zivilpersonen schützen, humanitäre Transporte absichern und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren. Sie könne jedoch keinen politischen Frieden herstellen, wenn die Konfliktparteien dazu nicht bereit seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Otten kritisierte insbesondere die ausbleibende Umsetzung des Friedensabkommens von 2018. Eine Vereinigung der Streitkräfte, umfassende Justizreformen und die Entwaffnung bewaffneter Gruppen seien bislang nicht erreicht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der AfD-Abgeordnete Heinrich Koch verlangte eine klarere Definition der Einsatzziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein befristetes Mandat darf nicht einfach ohne Erfolgskontrolle verlängert werden“, erklärte Koch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung müsse offenlegen, welche konkreten Ergebnisse im kommenden Mandatsjahr erreicht werden sollten und unter welchen Bedingungen die deutsche Beteiligung beendet werden könne.</p>



<h2 id="h-spd-warnt-vor-grosserem-konflikt-in-ostafrika" class="wp-block-heading"><span id="spd-warnt-vor-groesserem-konflikt-in-ostafrika">SPD warnt vor größerem Konflikt in Ostafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jürgen Coße von der SPD verteidigte die Fortsetzung der Mission und widersprach insbesondere der Linken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Rückzug würde die humanitäre Lage nicht verbessern. Im Gegenteil bestehe die Gefahr, dass das Leid der Bevölkerung weiter zunehme und Hilfsorganisationen noch größere Schwierigkeiten bekämen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denn es geht um das Schicksal der Menschen und nicht um das Schicksal der Regierung“, erklärte Coße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der SPD-Abgeordnete lenkte den Blick zugleich auf die Sicherheitslage in der gesamten Region. Neben dem Krieg im Sudan und der Instabilität im Südsudan verwies er auf Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea sowie weitere Konflikte am Horn von Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er warnte vor einem regionalen Flächenbrand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In dieser Region gibt es zu viele Kriege und, verdammt noch mal, zu wenig Frieden“, sagte Coße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann betonte, dass Deutschland trotz der stärkeren Konzentration auf die Landes- und Bündnisverteidigung weiterhin Verantwortung im internationalen Krisenmanagement übernehmen müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zwölf derzeit eingesetzten deutschen Soldaten arbeiteten unter schwierigen Bedingungen als Militärbeobachter, Berater und Verbindungspersonal.</p>



<h2 id="h-friedensabkommen-von-2018-steht-unter-druck" class="wp-block-heading"><span id="friedensabkommen-von-2018-steht-unter-druck">Friedensabkommen von 2018 steht unter Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung im Bundestag fällt in eine Phase zunehmender Instabilität im Südsudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Jahren des Bürgerkriegs unterzeichneten die Konfliktparteien 2018 ein erneuertes Friedensabkommen. Seit 2020 besteht eine Übergangsregierung unter Präsident Salva Kiir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/berichte-uber-einschrankungen-der-bewegungsfreiheit-von-sudsudans-oppositionsfuhrer-riek-machar/" data-type="post" data-id="8387">Doch die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Rivalen Riek Machar ist weitgehend zerbrochen. </a>Seit September 2025 stehen Machar und weitere Oppositionsvertreter vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Angriffe auf Regierungstruppen organisiert zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig kommt es insbesondere außerhalb der Hauptstadt Dschuba immer wieder zu Kämpfen zwischen Regierungskräften, Oppositionsverbänden und bewaffneten Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/westliche-botschaften-werfen-oppositionelle-splm-io-beschlagnahmung-von-hilfsfahrzeugen-in-jonglei-vor/" data-type="post" data-id="23329">Zum Jahreswechsel 2025/2026 eskalierte die Gewalt im Bundesstaat Jonglei und führte zu weiteren Vertreibungen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ursprünglich für Dezember 2024 vorgesehenen ersten nationalen Wahlen seit der Unabhängigkeit wurden mehrfach verschoben. Nun ist der 22. Dezember 2026 als Wahltermin angekündigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist darauf, dass zentrale Voraussetzungen des Friedensabkommens, darunter eine Volkszählung und der Abschluss des Verfassungsprozesses, nicht erfüllt wurden. Die südsudanesische Führung hat diese Bedingungen durch Parlamentsbeschlüsse vom Wahlprozess entkoppelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin bewertet dieses Vorgehen als Verletzung des Friedensabkommens.</p>



<h2 id="h-un-mission-muss-mit-weniger-personal-mehr-menschen-schutzen" class="wp-block-heading"><span id="un-mission-muss-mit-weniger-personal-mehr-menschen-schuetzen">UN-Mission muss mit weniger Personal mehr Menschen schützen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage verschlechtert sich, während UNMISS unter zunehmendem finanziellen Druck steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Sicherheitsrat senkte mit seiner Resolution vom April 2026 die zulässige militärische Höchststärke der Mission von 17.000 auf 12.500 Soldatinnen und Soldaten. Die Obergrenze für Polizeikräfte blieb bei 2.101.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Budgetkürzungen führten außerdem zum Abbau von Personal und zur Schließung von Standorten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission setzt deshalb verstärkt auf mobile Patrouillen und zeitweise eingerichtete Feldlager, um auch abgelegene Krisengebiete erreichen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefahren betreffen dabei nicht nur die Zivilbevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. August wurden nach Angaben der Vereinten Nationen zwei äthiopische Blauhelmsoldaten bei einem Hinterhalt in Jonglei getötet. Drei weitere wurden verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch humanitäre Organisationen geraten wiederholt unter Beschuss. Seit 2013 wurden nach Angaben der Bundesregierung mindestens 260 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt neben der militärischen Mission weitere zivile Maßnahmen. Im Jahr 2025 stellte die Bundesregierung mehr als 39 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit, 2026 waren es zum Zeitpunkt des Mandatsantrags rund 13,2 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium fördert darüber hinaus laufende Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro. Sie konzentrieren sich unter anderem auf Ernährungssicherung, Wasserversorgung, Landwirtschaft und die Unterstützung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der ersten Beratung wurde der Antrag der Bundesregierung an die Bundestagsausschüsse überwiesen. Die Federführung liegt beim Auswärtigen Ausschuss. Das bisherige Bundeswehrmandat endet am 31. Oktober 2026.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Merz will Europas Lieferketten vor China schützen – doch bei Kobalt fehlt der Überblick</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/merz-will-europas-lieferketten-vor-china-schuetzen-doch-bei-kobalt-fehlt-der-ueberblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 18:38:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzler]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30588</guid>

					<description><![CDATA[<p>Merz und Macron fordern neue EU-Instrumente gegen gefährliche Lieferkettenabhängigkeiten. Doch bei Kobalt aus dem Kongo kann die Bundesregierung nicht einmal beziffern, welche Mengen über Drittstaaten und Batterien nach Deutschland gelangen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmerz-will-europas-lieferketten-vor-china-schuetzen-doch-bei-kobalt-fehlt-der-ueberblick%2F&amp;action_name=Merz%20will%20Europas%20Lieferketten%20vor%20China%20sch%C3%BCtzen%20%E2%80%93%20doch%20bei%20Kobalt%20fehlt%20der%20%C3%9Cberblick&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/merz-will-europas-lieferketten-vor-china-schuetzen-doch-bei-kobalt-fehlt-der-ueberblick/">Merz will Europas Lieferketten vor China schützen – doch bei Kobalt fehlt der Überblick</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordern neue EU-Instrumente gegen gefährliche Rohstoffabhängigkeiten, während die Bundesregierung die Herkunft von Kobalt in deutschen Lieferketten nicht systematisch nachvollziehen kann. Das geht aus einer am 8. Oktober veröffentlichten Bundestagsantwort und einem gemeinsamen Schreiben der beiden Regierungschefs an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom selben Monat hervor. Berlin fehlen Daten darüber, wie viel Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo über Drittstaaten oder fertige Batterien nach Deutschland gelangt. Zugleich konzentriert sich ein erheblicher Teil der weltweiten Kobaltverarbeitung auf China.</p>



<h2 id="h-merz-und-macron-wollen-europas-abhangigkeiten-verringern" class="wp-block-heading"><span id="merz-und-macron-wollen-europas-abhaengigkeiten-verringern">Merz und Macron wollen Europas Abhängigkeiten verringern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem gemeinsamen Brief warnen Merz und Macron vor zunehmenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten, Marktverzerrungen und geopolitischen Risiken für die europäische Industrie.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30590 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Tahtekoalitsiooni_kohtumine_Pariisis_06.01.2026_55026147312.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Sie fordern ein neues EU-Instrument, um Lieferketten zu diversifizieren, bestehende Konzentrationen abzubauen und neue Abhängigkeiten zu verhindern. Ein weiteres Instrument soll der EU-Kommission ermöglichen, gegen schwerwiegende Marktverzerrungen durch Drittstaaten vorzugehen, notfalls bis zum Ausschluss vom Binnenmarkt.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie groß die Abhängigkeiten bei einzelnen Rohstoffen tatsächlich sind, kann die Bundesregierung jedoch nicht durchgehend beziffern.</p>



<h2 id="h-deutschland-kennt-die-herkunft-des-kobalts-nicht" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-kennt-die-herkunft-des-kobalts-nicht">Deutschland kennt die Herkunft des Kobalts nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes importierte Deutschland 2016 rund 5,2 Tonnen und 2017 etwa eine Tonne Kobalt direkt aus der Demokratischen Republik Kongo. Seit 2018 sind keine entsprechenden Direktimporte mehr verzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über indirekte Einfuhren liegen der Bundesregierung dagegen keine Informationen vor. Auch systematische Daten zur Herkunft von Kobalt in den Lieferketten deutscher Unternehmen, etwa bei importierten Batterien, fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Demokratische Republik Kongo liefert rund drei Viertel des weltweit geförderten Kobalts. Ein großer Teil der Weiterverarbeitung findet jedoch in China statt. Kongolesisches Kobalt kann deshalb über chinesische Verarbeitungsbetriebe und internationale Batteriehersteller nach Deutschland gelangen, ohne in der deutschen Handelsstatistik als Direktimport aus dem Kongo aufzutauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet solche Konzentrationen bei kritischen Rohstoffen selbst als Risiko für die wirtschaftliche Sicherheit Deutschlands und Europas.</p>



<h2 id="h-keine-deutschen-projekte-fur-vollstandige-kobaltverarbeitung-im-kongo" class="wp-block-heading"><span id="keine-deutschen-projekte-fuer-vollstaendige-kobaltverarbeitung-im-kongo">Keine deutschen Projekte für vollständige Kobaltverarbeitung im Kongo</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt eine weitere Grenze der deutschen Rohstoffpolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/dr-kongo-fordert-un-regeln-fuer-kobalt-und-kupfer-keine-blutbefleckten-mineralien/">Auf die Frage, ob Deutschland Projekte zur Verlagerung der gesamten Kobalt-Wertschöpfungskette in die Demokratische Republik Kongo unterstützt</a>, antwortet die Bundesregierung ausdrücklich: „Die Bundesregierung unterstützt keine Projekte im Sinne der Fragestellung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/menschenrechtsbeauftragter-lars-castellucci-reist-in-den-ostkongo/" data-type="post" data-id="26849">Zugleich bestätigt sie erhebliche Menschenrechtsrisiken beim Rohstoffabbau.</a> Im südostkongolesischen Kupfer- und Kobaltgürtel bestehen insbesondere Risiken durch Kinderarbeit und unsichere Arbeitsbedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Erweiterung der bestehenden EU-Konfliktmineralien-Verordnung um Kobalt hält die Bundesregierung nicht für erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen verweist Berlin auf die europäische Batterieverordnung. Ab August 2027 sollen für betroffene Unternehmen neue Sorgfaltspflichten gelten, die unter anderem eine Rückverfolgung der Herkunft von Kobalt, Nickel, Grafit und Lithium ermöglichen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/merz-will-rohstoffabhaengigkeit-von-china-senken-swp-sieht-deutschland-allein-ueberfordert/">Während Merz und Macron neue europäische Instrumente zur wirtschaftlichen Risikominderung verlangen, fehlen damit bei Kobalt bislang grundlegende Herkunftsdaten.</a> Ihre Vorschläge sollen beim Europäischen Rat im Oktober beraten werden.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/merz-will-europas-lieferketten-vor-china-schuetzen-doch-bei-kobalt-fehlt-der-ueberblick/">Merz will Europas Lieferketten vor China schützen – doch bei Kobalt fehlt der Überblick</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wadephul: &#8220;Deutschlands Sicherheit wird auch im Sahel entschieden&#8221;</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-deutschlands-sicherheit-wird-auch-im-sahel-entschieden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 18:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30584</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Sicherheit wird nicht nur in Europa entschieden. Außenminister Wadephul verweist auf Terrorismus im Sahel und die Folgen unterbrochener Getreideexporte für Afrika – und fordert neben militärischer Aufrüstung mehr zivile Krisenprävention.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-deutschlands-sicherheit-wird-auch-im-sahel-entschieden%2F&amp;action_name=Wadephul%3A%20%26%238220%3BDeutschlands%20Sicherheit%20wird%20auch%20im%20Sahel%20entschieden%26%238221%3B&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-deutschlands-sicherheit-wird-auch-im-sahel-entschieden/">Wadephul: &#8220;Deutschlands Sicherheit wird auch im Sahel entschieden&#8221;</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert, zivile Krisenprävention und Friedensförderung weltweit stärker als Bestandteil deutscher Sicherheitspolitik zu behandeln und dabei insbesondere die Sahelregion und Westafrika zu unterstützen. Am Donnerstag, 8. Oktober, eröffnete er in Berlin den Berlin Peace Dialogue 2026. Trotz der gestiegenen militärischen Bedrohung durch Russland dürfe sich Deutschland bei seinen Sicherheitsinvestitionen nicht auf Europa beschränken. Terrorismus, unterbrochene Handelswege und regionale Konflikte hätten zunehmend direkte Auswirkungen auf Deutschland und seine europäischen Partner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass über unsere Sicherheit nicht allein in Europa entschieden wird“, erklärte Wadephul. Neben militärischer Abschreckung brauche Deutschland deshalb Investitionen in ziviles Krisenengagement, Vermittlung und Friedenskonsolidierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rede fiel in eine Phase, in der Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöht und zugleich über die künftige Ausrichtung seiner internationalen Zusammenarbeit diskutiert.</p>



<h2 id="h-wadephul-verbindet-instabilitat-im-sahel-mit-europas-sicherheit" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-verbindet-instabilitaet-im-sahel-mit-europas-sicherheit">Wadephul verbindet Instabilität im Sahel mit Europas Sicherheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich stellte der Außenminister den Zusammenhang zwischen afrikanischen Konflikten und europäischen Sicherheitsinteressen heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-befasst-sich-mit-terrorismus-in-westafrika-und-im-sahel/" data-type="post" data-id="22050">Wenn Terrorismus die Sahelregion destabilisiere, seien die Folgen nicht auf Westafrika begrenzt.</a> Menschen suchten andernorts Schutz, darunter auch in europäischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem könnten bewaffnete Gruppen regionale Krisen nutzen, um ihren Einfluss auf lokale Gemeinschaften auszuweiten und neue Mitglieder zu rekrutieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstütze deshalb Stabilisierungsprogramme in der Sahelregion und in Westafrika, erklärte Wadephul. Diese sollen gewalttätigen Extremismus verhindern oder zurückdrängen und die Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften gegenüber terroristischen Organisationen stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/tschad-beklagt-23-tote-nach-boko-haram-angriff/" data-type="post" data-id="27189">Als Beispiel nannte er Boko Haram, eine vor allem im Gebiet des Tschadsees aktive jihadistische Terrororganisation.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-30586 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-1024x1024.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-300x300.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-150x150.jpg 150w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-768x768.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-80x80.jpg 80w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-110x110.jpg 110w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-380x380.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-800x800.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba-1160x1160.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Johann_Wadephul_und_Mahamud_Ali_Jussuf_in_Addis_Abeba.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Unterstützung richtet sich nach Wadephuls Darstellung damit nicht allein auf die Bekämpfung bewaffneter Gruppen. Sie umfasst auch gesellschaftliche Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Menschen für extremistische Organisationen angeworben werden.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-will-konflikte-vor-ort-eindammen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-will-konflikte-vor-ort-eindaemmen">Deutschland will Konflikte vor Ort eindämmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-reist-nach-rabat-deutschland-vertieft-den-dialog-mit-marokko/">Wadephul begründete das internationale Engagement ausdrücklich mit deutschen Sicherheitsinteressen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Regionale Stabilisierungsinitiativen könnten verhindern, dass Konflikte eskalieren und ihre Auswirkungen andere Staaten erreichen. Zugleich ließen sich Ursachen von Flucht und Vertreibung näher an ihrem Entstehungsort bearbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/">Für den Außenminister gehören dazu die Förderung lokaler Dialogprozesse, die Stärkung gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Unterstützung von Institutionen, die Konflikte friedlich bearbeiten können.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Er stellte dabei einen Zusammenhang zwischen regionaler Sicherheit und internationalen Verflechtungen her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In unserer immer stärker vernetzten Welt haben Konflikte, die auf den ersten Blick regionaler Natur scheinen, globale Folgen“, sagte Wadephul.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Terrorismus verwies er auf die Auswirkungen des Klimawandels, unterbrochener Handelsrouten und Desinformationskampagnen.</p>



<h2 id="h-ukrainische-getreideexporte-zeigen-folgen-fur-afrika" class="wp-block-heading"><span id="ukrainische-getreideexporte-zeigen-folgen-fuer-afrika">Ukrainische Getreideexporte zeigen Folgen für Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als weiteres Beispiel für die internationale Verflechtung regionaler Konflikte führte Wadephul den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Angriffe auf ukrainische Häfen beeinträchtigten die Ausfuhr von Getreide und könnten dadurch die Lebensmittelversorgung in afrikanischen Staaten gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn russische Angriffe auf ukrainische Häfen die Ausfuhr ukrainischen Getreides verhindern, hungern Menschen in Afrika“, erklärte der Außenminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verband er den Krieg in Europa unmittelbar mit Ernährungssicherheit und wirtschaftlicher Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/malis-aussenminister-ukraine-will-einen-hybriden-krieg-im-sahel/" data-type="post" data-id="27260">Die Ukraine zählt zu den bedeutenden Exporteuren von Getreide. Störungen ihrer Ausfuhren können deshalb die Versorgung und Preisentwicklung in importabhängigen Ländern beeinflussen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies auf diese Zusammenhänge, um zu begründen, weshalb Deutschland internationale Krisenprävention nicht unabhängig von seiner eigenen Sicherheitslage betrachten könne.</p>



<h2 id="h-militarische-aufrustung-allein-reicht-wadephul-nicht" class="wp-block-heading"><span id="militaerische-aufruestung-allein-reicht-wadephul-nicht">Militärische Aufrüstung allein reicht Wadephul nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung investiert angesichts der Bedrohung durch Russland verstärkt in die militärische Verteidigung. Wadephul verteidigte diese Entscheidung ausdrücklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmals seit dem Kalten Krieg sei Deutschland gezwungen gewesen, seine militärischen Fähigkeiten massiv auszubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig warnte er davor, Sicherheit ausschließlich über militärische Mittel zu definieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Neben unseren Anstrengungen im Bereich der Selbstverteidigung müssen wir auch in ziviles Krisenengagement, Mediation und Friedenskonsolidierung weltweit investieren“, betonte der Außenminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/" data-type="post" data-id="29371">Damit stellte Wadephul die militärische Abschreckung und die zivile Konfliktbearbeitung als zwei miteinander verbundene Bereiche deutscher Sicherheitspolitik dar.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Forderung nach internationaler Friedensförderung verknüpfte er mit dem Ziel, regionale Konflikte frühzeitig einzudämmen, bevor sie weitere Staaten destabilisieren.</p>



<h2 id="h-berlin-peace-dialogue-diskutiert-neue-internationale-partnerschaften" class="wp-block-heading"><span id="berlin-peace-dialogue-diskutiert-neue-internationale-partnerschaften">Berlin Peace Dialogue diskutiert neue internationale Partnerschaften</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Berlin Peace Dialogue 2026 steht unter dem Thema „Strategische Partnerschaften, zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung in einer multipolaren Welt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung ist die Jahreskonferenz des Beirats der Bundesregierung für zivile Krisenprävention und Friedensförderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie internationale Zusammenarbeit bei zunehmenden geopolitischen Spannungen organisiert werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum stehen neue Partnerschaften, geeignete Instrumente für zivile Konfliktbearbeitung und die Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen, staatlichen Institutionen und lokalen Akteuren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hintergrund ist eine internationale Ordnung, in der traditionelle Kooperationsstrukturen unter Druck geraten und unterschiedliche Machtzentren an Einfluss gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies dabei auch auf Gespräche am Rande der UN-Generalversammlung in New York, bei denen die Bewältigung internationaler Konflikte eine zentrale Rolle gespielt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister zog zudem einen historischen Vergleich zur europäischen Integration. Die Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg zeige, wie aus früheren Konfliktgegnern durch politischen Dialog und wirtschaftliche Zusammenarbeit langfristige Partner werden könnten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Mehr Aufträge für deutsche Unternehmen: BMZ richtet Entwicklungspolitik auf Wachstumsmärkte aus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/mehr-auftraege-fuer-deutsche-unternehmen-bmz-richtet-entwicklungspolitik-auf-wachstumsmaerkte-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 17:27:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
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		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutsche Unternehmen sollen früher bei Entwicklungsprojekten mitreden und bessere Chancen auf internationale Aufträge erhalten. Ein Jahr nach dem Start seiner Reform zieht das BMZ Bilanz – mit Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika als afrikanischen Schwerpunktländern.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmehr-auftraege-fuer-deutsche-unternehmen-bmz-richtet-entwicklungspolitik-auf-wachstumsmaerkte-aus%2F&amp;action_name=Mehr%20Auftr%C3%A4ge%20f%C3%BCr%20deutsche%20Unternehmen%3A%20BMZ%20richtet%20Entwicklungspolitik%20auf%20Wachstumsm%C3%A4rkte%20aus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/mehr-auftraege-fuer-deutsche-unternehmen-bmz-richtet-entwicklungspolitik-auf-wachstumsmaerkte-aus/">Mehr Aufträge für deutsche Unternehmen: BMZ richtet Entwicklungspolitik auf Wachstumsmärkte aus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat seine Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft ausgebaut und konzentriert sich dabei besonders auf neun internationale Wachstumsmärkte, darunter Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika. Ein Jahr nach dem Start des Aktionsplans „Wirtschaft und Entwicklung“ im Oktober 2025 zieht das Ministerium eine erste Bilanz. Deutsche Unternehmen werden inzwischen früher in entwicklungspolitische Vorhaben eingebunden und sollen bessere Chancen bei internationalen Ausschreibungen erhalten. Neue Finanzierungsinstrumente, Wirtschaftsdelegationen und eine gemeinsame Förderplattform mit dem Bundeswirtschaftsministerium sollen den Markteintritt und die Geschäftstätigkeit in Partnerländern erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hatte den Aktionsplan als Teil der Neuaufstellung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. <a href="https://fokus-afrika.de/ein-jahr-ministerin-alabali-radovan-bmz-richtet-entwicklungspolitik-staerker-auf-wirtschaft-und-krisen-aus/">Dahinter steht der Ansatz, Entwicklungszusammenarbeit stärker mit den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands zu verbinden und gleichzeitig Investitionen, Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum in den Partnerländern zu fördern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Jahresbilanz dokumentiert neue Kooperationsformate, Förderinstrumente und institutionelle Vereinbarungen. Konkrete Gesamtzahlen zu zusätzlich vergebenen Aufträgen oder mobilisierten Unternehmensinvestitionen nennt das Ministerium darin nicht.</p>



<h2 id="h-ghana-kenia-marokko-und-sudafrika-werden-schwerpunktlander" class="wp-block-heading"><span id="ghana-kenia-marokko-und-suedafrika-werden-schwerpunktlaender">Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika werden Schwerpunktländer</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ hat neun Länder ausgewählt, in denen die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen besonders intensiviert werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den vier afrikanischen Staaten Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika gehören Indien, Indonesien, Vietnam, Brasilien und Mexiko dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswahl richtet sich auf aufstrebende Volkswirtschaften, die sowohl entwicklungspolitische Partner Deutschlands als auch wichtige Zukunftsmärkte für deutsche Unternehmen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Neuerung betrifft die Vorbereitung bilateraler Regierungsverhandlungen. Künftig sollen Wirtschaftsvertreter früher an der Identifizierung und Planung möglicher Kooperationsfelder beteiligt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür hat das BMZ sogenannte Wirtschaftstage eingeführt. Sie bieten Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Regierungsvertretern Gelegenheit, Investitionsbedingungen, Marktchancen und bestehende Hindernisse zu besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Veranstaltungen fanden bereits mit Ghana, Kenia und Südafrika statt. Am Dienstag fand auch der Wirtschaftstag Marokko in Berlin bei den anwesenden Wirtschaftsvertretern Anklang. Außerhalb Afrikas wurde das Format unter anderem mit Brasilien umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erweitert das Ministerium einen Prozess, der zuvor vor allem zwischen staatlichen Stellen und entwicklungspolitischen Durchführungsorganisationen organisiert wurde, um einen stärkeren Austausch mit der Privatwirtschaft.</p>



<h2 id="h-deutscher-wirtschaft-bessere-chancen-bei-entwicklungsauftragen-verschaffen" class="wp-block-heading"><span id="deutscher-wirtschaft-bessere-chancen-bei-entwicklungsauftraegen-verschaffen">Deutscher Wirtschaft bessere Chancen bei Entwicklungsaufträgen verschaffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders konkret fällt die Neuausrichtung bei der Vergabe öffentlich finanzierter Entwicklungsprojekte aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2026 vereinbarten das BMZ und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Federführung der Parlamentarischen Staatssekretärin Bärbel Kofler einen Elf-Punkte-Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er soll deutschen und europäischen Unternehmen bessere Chancen bei Ausschreibungen der finanziellen Entwicklungszusammenarbeit ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür sollen Wirtschaftsakteure bereits in frühen Phasen der Projektentwicklung eingebunden werden. Gemeinsam mit ihnen wollen die Ministerien jene Wirtschaftssektoren identifizieren, in denen sich besondere Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Bestandteil betrifft den Wettbewerb mit international tätigen Unternehmen, die von staatlichen Subventionen profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ will nach eigener Darstellung Wettbewerbsverzerrungen durch entsprechend unterstützte Anbieter aus anderen Ländern zurückdrängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen betreffen damit nicht nur neue Förderangebote, sondern auch die Frage, welche Unternehmen von international finanzierten Entwicklungsprojekten wirtschaftlich profitieren können.</p>



<h2 id="h-neues-investitionsunternehmen-mit-allianz-und-zurich-gegrundet" class="wp-block-heading"><span id="neues-investitionsunternehmen-mit-allianz-und-zurich-gegruendet">Neues Investitionsunternehmen mit Allianz und Zurich gegründet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Vergabepolitik hat das BMZ ein neues Instrument zur Mobilisierung privaten Kapitals geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2026 wurde das Unternehmen SCALED Development gegründet. Die Bezeichnung steht für „Scaling Capital for Sustainable Development“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel ist es, private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern in größerem Umfang zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Kanada beteiligen sich als öffentliche Gesellschafter. Aus der Privatwirtschaft sind der Versicherungskonzern Allianz und die Zurich Insurance Group eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit setzt das Ministerium auf ein Modell, bei dem öffentliche und private Kapitalgeber gemeinsam Investitionen in Partnerländern finanzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konstruktion soll zusätzliches Kapital für Vorhaben mobilisieren, die aufgrund ihrer Risiken oder Finanzierungsbedingungen für private Investoren allein weniger attraktiv sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste BMZ-Bilanz nennt die Unternehmensgründung als einen der Schritte zur Stärkung privatwirtschaftlicher Entwicklungsfinanzierung. Zahlen zu bereits finanzierten Projekten oder tatsächlich mobilisiertem Kapital enthält sie nicht.</p>



<h2 id="h-tradeconnect-soll-handel-mit-afrikanischen-markten-erleichtern" class="wp-block-heading"><span id="tradeconnect-soll-handel-mit-afrikanischen-maerkten-erleichtern">TradeConnect soll Handel mit afrikanischen Märkten erleichtern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch kleinere Handelsgeschäfte sollen künftig leichter finanziert werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit „TradeConnect“ hat die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ein neues Garantieinstrument für kleinere Exporte und Importe geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es richtet sich an Handelsgeschäfte, für die grundsätzlich eine Nachfrage besteht, die jedoch bislang an fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten scheitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Garantien sollen Banken und anderen Finanzierungspartnern die Absicherung entsprechender Geschäfte erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Instrument ist nicht auf Afrika beschränkt, kann aber auch für Unternehmen Bedeutung erlangen, die Handelsbeziehungen mit afrikanischen Wachstumsmärkten aufbauen oder erweitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben zusätzlichen Handelsgeschäften strebt das BMZ stabilere Lieferketten und eine stärkere lokale Wertschöpfung an.</p>



<h2 id="h-forderlotse-bundelt-staatliche-unterstutzung-fur-unternehmen" class="wp-block-heading"><span id="foerderlotse-buendelt-staatliche-unterstuetzung-fuer-unternehmen">Förderlotse bündelt staatliche Unterstützung für Unternehmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Zugang zu bestehenden Programmen zu vereinfachen, haben Entwicklungs- und Wirtschaftsministerium ihre Unterstützungsangebote auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der „Förderlotse Wachstumsmärkte“ bündelt Informationen über Beratung, Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit und der deutschen Außenwirtschaftsförderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen sollen damit eine zentrale Anlaufstelle erhalten, anstatt Unterstützungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Behörden und Institutionen einzeln recherchieren zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Beteiligung an europäischen Investitionsprogrammen wird stärker unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/global-gateway-bundesregierung-richtet-nationale-anlaufstelle-fuer-unternehmen-ein/" data-type="post" data-id="24652">Im Februar 2026 richtete die Bundesregierung eine Anlaufstelle für den „Global Gateway Investment Hub“ ein</a>. Über diese Plattform der Europäischen Kommission sollen Investitionsmöglichkeiten europäischer Unternehmen in Partnerländern erschlossen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/global-gateway-finanziert-chinesische-firmen/" data-type="post" data-id="21384">Global Gateway ist die europäische Investitionsstrategie für Infrastruktur, Energie, Verkehr, Digitalisierung und weitere wirtschaftliche Entwicklungsbereiche.</a></p>



<h2 id="h-bmz-will-deutsche-firmen-starker-an-weltbank-projekten-beteiligen" class="wp-block-heading"><span id="bmz-will-deutsche-firmen-staerker-an-weltbank-projekten-beteiligen">BMZ will deutsche Firmen stärker an Weltbank-Projekten beteiligen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten sieht das Ministerium bei den internationalen Entwicklungsbanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank organisierte das BMZ eine Veranstaltungsreihe, um deutsche Unternehmen besser über Ausschreibungen und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Entwicklungsbanken finanzieren zahlreiche Infrastruktur- und Wirtschaftsprojekte, an deren Umsetzung sich private Unternehmen beteiligen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für deutsche Anbieter entstehen solche Möglichkeiten beispielsweise beim Ausbau von Energieversorgung, Wasserinfrastruktur, Verkehrssystemen und industriellen Anlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die BMZ-Initiative soll Unternehmen den Zugang zu diesen Vergabeverfahren erleichtern.</p>



<h2 id="h-wirtschaftsdelegationen-sollen-neue-partnerschaften-aufbauen" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaftsdelegationen-sollen-neue-partnerschaften-aufbauen">Wirtschaftsdelegationen sollen neue Partnerschaften aufbauen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft zeigt sich auch in der Reisediplomatie des Ministeriums.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-25571 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2.jpg 2076w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Im August 2026 besuchte Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan Indonesien gemeinsam mit einer größeren Wirtschaftsdelegation.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Gesprächen mit der indonesischen Regierung und deutschen Unternehmen wurden neue Kooperationsmöglichkeiten insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien angestoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Mitglieder der BMZ-Leitung begleiteten Wirtschaftsdelegationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatssekretär Niels Annen reiste mit deutschen Unternehmensvertretern nach Syrien, um wirtschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten zu erkunden. Der Parlamentarische Staatssekretär Johann Saathoff besuchte mit einer Wirtschaftsdelegation die Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reisen verbinden entwicklungspolitische Gespräche mit der Erschließung wirtschaftlicher Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen.</p>



<h2 id="h-entwicklungszusammenarbeit-wird-starker-mit-fachkraftegewinnung-verknupft" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungszusammenarbeit-wird-staerker-mit-fachkraeftegewinnung-verknuepft">Entwicklungszusammenarbeit wird stärker mit Fachkräftegewinnung verknüpft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Veränderung betrifft die internationale Berufsbildung und die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ richtet bilaterale Berufsbildungsvorhaben zunehmend so aus, dass sie neben der Ausbildung im Partnerland auch Möglichkeiten für die Fachkräftegewinnung deutscher Unternehmen eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2026 wurde dazu gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft die Fachkräfteallianz WE-Fair gegründet. Die Abkürzung steht für „Wirtschaft und Entwicklungspolitik für faire Fachkräftegewinnung“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative soll staatliche Expertise und unternehmerische Erfahrungen zusammenführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Konzept des Ministeriums sollen dabei sowohl die Interessen deutscher Arbeitgeber als auch die Perspektiven von Fachkräften und Herkunftsländern berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben besseren Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte nennt das BMZ Wissenstransfer und wirtschaftliche Impulse in den Partnerländern als Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wird Arbeitsmigration enger mit bestehenden entwicklungspolitischen Ausbildungsprogrammen verbunden.</p>



<h2 id="h-ein-jahr-aktionsplan-neue-instrumente-aber-noch-keine-wirkungsbilanz" class="wp-block-heading"><span id="ein-jahr-aktionsplan-neue-instrumente-aber-noch-keine-wirkungsbilanz">Ein Jahr Aktionsplan: Neue Instrumente, aber noch keine Wirkungsbilanz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aktionsplan von 2025 sieht drei zentrale Veränderungen vor: eine frühere Einbindung der Wirtschaft, den Abbau struktureller Hemmnisse und eine gezieltere Förderung unternehmerischer Aktivitäten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zwölf Monaten hat das BMZ in allen drei Bereichen Maßnahmen eingeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören die Wirtschaftstage in ausgewählten Partnerländern, der Elf-Punkte-Plan zur Vergabepolitik, das Investitionsunternehmen SCALED Development, das Garantieinstrument TradeConnect und die gemeinsame Förderplattform der beiden Ministerien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Initiativen zur Fachkräftegewinnung und zur stärkeren Beteiligung deutscher Unternehmen an internationalen Entwicklungsprojekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jahresbilanz beschreibt allerdings überwiegend den Aufbau neuer Strukturen und die Einführung von Instrumenten. Wie viele zusätzliche Aufträge deutsche Unternehmen tatsächlich erhalten haben, welche Investitionssummen bereits mobilisiert wurden und welche wirtschaftlichen Auswirkungen in den neun Fokusländern entstanden sind, wird darin noch nicht beziffert.</p>
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		<title>Köln ersetzt Kolonialherrn durch Rudolf Duala Manga Bell – Kolonialgeschichte wird im Stadtbild neu bewertet</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/koeln-ersetzt-kolonialherrn-durch-rudolf-duala-manga-bell-kolonialgeschichte-wird-im-stadtbild-neu-bewertet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 22:01:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Köln ersetzt der Name eines von Deutschland hingerichteten kamerunischen Widerstandskämpfers den eines deutschen Kolonialpolitikers. Die neue Manga-Bell-Straße stößt zugleich in Kamerun eine Debatte darüber an, wie das Land selbst mit seinen historischen Widerstandsfiguren umgeht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fkoeln-ersetzt-kolonialherrn-durch-rudolf-duala-manga-bell-kolonialgeschichte-wird-im-stadtbild-neu-bewertet%2F&amp;action_name=K%C3%B6ln%20ersetzt%20Kolonialherrn%20durch%20Rudolf%20Duala%20Manga%20Bell%20%E2%80%93%20Kolonialgeschichte%20wird%20im%20Stadtbild%20neu%20bewertet&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/koeln-ersetzt-kolonialherrn-durch-rudolf-duala-manga-bell-kolonialgeschichte-wird-im-stadtbild-neu-bewertet/">Köln ersetzt Kolonialherrn durch Rudolf Duala Manga Bell – Kolonialgeschichte wird im Stadtbild neu bewertet</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Köln hat im sogenannten Afrikaviertel eine nach dem deutschen Kolonialpolitiker Gustav Nachtigal benannte Straße in Manga-Bell-Straße umbenannt und erinnert damit künftig an den kamerunischen Widerstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Die offizielle Zeremonie fand am 24. September im Stadtbezirk Nippes statt. Rudolf Duala Manga Bell war 1914 von der deutschen Kolonialverwaltung in Kamerun wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und hingerichtet worden, nachdem er sich gegen Enteignungen und Vertreibungen der Duala gestellt hatte. Die Umbenennung entwickelt sich zugleich zu einem neuen Bezugspunkt der deutsch-kamerunischen Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Kolonialgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherige Gustav-Nachtigal-Straße erinnerte an einen der zentralen Akteure der frühen deutschen Kolonialpolitik in Afrika. Nachtigal war als Reichskommissar für Westafrika an der Errichtung deutscher Kolonialherrschaft beteiligt. Nun trägt die Straße den Namen eines Mannes, der gegen eben diese Herrschaft Widerstand leistete.</p>



<h2 id="h-rudolf-duala-manga-bell-wurde-1914-von-deutschland-hingerichtet" class="wp-block-heading"><span id="rudolf-duala-manga-bell-wurde-1914-von-deutschland-hingerichtet">Rudolf Duala Manga Bell wurde 1914 von Deutschland hingerichtet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rudolf Duala Manga Bell gehörte zur politischen Führung der Duala im damaligen Deutsch-Kamerun. Sein Konflikt mit der Kolonialverwaltung verschärfte sich im Zusammenhang mit Plänen, die Duala aus ihren angestammten Siedlungsgebieten in Duala zu verdrängen und Land für europäische Nutzung umzustrukturieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manga Bell wandte sich gegen diese Politik und versuchte, seine Position auch auf rechtlichem und politischem Weg gegenüber der deutschen Verwaltung durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kolonialbehörden warfen ihm schließlich Hochverrat vor. Im August 1914 wurden Rudolf Duala Manga Bell und Adolf Ngoso Din von der deutschen Kolonialmacht hingerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/staatsministerin-keul-zum-110-todestag-von-konig-rudolf-douala-manga-bell-und-adolf-ngoso-din/">Die Hinrichtung machte Manga Bell zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des kamerunischen Widerstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Emily Engome Dayas, die Ehefrau Manga Bells, spielte in dieser Geschichte eine eigene Rolle. Sie setzte sich nach seinem Tod bis zu ihrem Tod 1936 weiter gegen koloniale Herrschaft ein.</p>



<h2 id="h-gustav-nachtigal-verschwindet-aus-dem-kolner-strassenbild" class="wp-block-heading"><span id="gustav-nachtigal-verschwindet-aus-dem-koelner-strassenbild">Gustav Nachtigal verschwindet aus dem Kölner Straßenbild</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Umbenennung verschwindet der Name Gustav Nachtigals aus diesem Teil des Kölner Straßenbildes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachtigal lebte von 1834 bis 1885 und war zunächst Arzt und Afrikareisender. Später wurde er Reichskommissar für Westafrika und wirkte an der formellen Inbesitznahme afrikanischer Gebiete für das Deutsche Reich mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von der Stadt Köln eingesetzte Historische Beirat bewertete Nachtigal als Unterstützer und Förderer des deutschen Kolonialprojekts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezirksvertretung Nippes hatte deshalb bereits 2024 grundsätzlich entschieden, die Straße umzubenennen. Nach einem Verfahren mit Namensvorschlägen fiel die Wahl schließlich auf Rudolf Duala Manga Bell. Der förmliche Beschluss erfolgte im September 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verändert Köln die historische Perspektive des Straßennamens grundlegend: An die Stelle eines Repräsentanten der deutschen Expansion in Afrika tritt ein Afrikaner, der sich der kolonialen Politik widersetzte und von der deutschen Verwaltung hingerichtet wurde.</p>



<h2 id="h-das-kolner-afrikaviertel-ist-selbst-teil-der-kolonialgeschichte" class="wp-block-heading"><span id="das-koelner-afrikaviertel-ist-selbst-teil-der-kolonialgeschichte">Das Kölner Afrikaviertel ist selbst Teil der Kolonialgeschichte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umbenennung betrifft zugleich einen größeren historischen Zusammenhang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sogenannte Afrikaviertel in Köln-Nippes ist keine offizielle Stadtteilbezeichnung. Der Name hat sich wegen verschiedener Straßenbezeichnungen mit Afrika-Bezug eingebürgert. Dazu zählen unter anderem die Kamerunstraße, die Usambarastraße und die Namibiastraße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere dieser Namen stehen in Verbindung mit der deutschen Kolonialgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Deutsche Reich kontrollierte ab 1884 Kolonien in Afrika. Dazu gehörten Kamerun, Togo, Deutsch-Südwestafrika im heutigen Namibia sowie Deutsch-Ostafrika mit Gebieten der heutigen Staaten Tansania, Ruanda und Burundi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland diese Kolonien. Die politische Forderung nach ihrer Rückgewinnung blieb jedoch insbesondere während der Weimarer Republik und später unter der nationalsozialistischen Herrschaft präsent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Straßenbenennungen wurden Teil dieser kolonialrevisionistischen Erinnerungspolitik.</p>



<h2 id="h-delegation-aus-kamerun-reist-zur-umbenennung-nach-koln" class="wp-block-heading"><span id="delegation-aus-kamerun-reist-zur-umbenennung-nach-koeln">Delegation aus Kamerun reist zur Umbenennung nach Köln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An der Zeremonie in Köln nahm eine größere kamerunische Delegation teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu ihr gehörte Jean-Yves Eboumbou Manga Bell, ein Nachfahre Rudolf Duala Manga Bells und heutiger traditioneller Vertreter des Kantons Bell. Ebenfalls anwesend waren traditionelle Autoritäten, Vertreter des kamerunischen Parlaments sowie Mitglieder der kamerunischen Gemeinschaft in Deutschland und anderen europäischen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Bundesregierung nahm Marcel Müller teil, der im Auswärtigen Amt für Zentralafrika zuständig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kamerunische Botschaft in Deutschland wertete die Umbenennung als weiteren Schritt in der gemeinsamen Erinnerungsarbeit beider Länder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kameruns Botschafter Victor Ndocki verwies dabei darauf, dass die Geschichte Rudolf Duala Manga Bells Teil eines wesentlich breiteren Spektrums kamerunischer Reaktionen auf die deutsche Kolonialherrschaft gewesen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben offenem Widerstand habe es Verhandlungen, Anpassungsstrategien und unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit mit der Kolonialverwaltung gegeben. Diese verschiedenen historischen Erfahrungen sollten nach Auffassung der Botschaft stärker wissenschaftlich untersucht und vermittelt werden.</p>



<h2 id="h-manga-bell-wird-auch-in-berlin-und-anderen-stadten-erinnert" class="wp-block-heading"><span id="manga-bell-wird-auch-in-berlin-und-anderen-staedten-erinnert">Manga Bell wird auch in Berlin und anderen Städten erinnert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Köln steht mit der Ehrung nicht allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen deutschen Städten wurden in den vergangenen Jahren koloniale Straßennamen überprüft und Persönlichkeiten des afrikanischen Widerstands stärker in die öffentliche Erinnerung aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Berlin wurde bereits ein Manga-Bell-Platz eingerichtet. Auch Initiativen in Ulm und Aalen beschäftigen sich mit der Geschichte Manga Bells und der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch von Jean-Yves Eboumbou Manga Bell in Nordrhein-Westfalen führte ihn außerdem in den Landtag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz sprach mit ihm über die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte und die heutigen Beziehungen zwischen Deutschland und Kamerun.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="579" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-1024x579.jpeg" alt="" class="wp-image-30561 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-1024x579.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-300x170.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-768x434.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-1536x868.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-2048x1157.jpeg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-380x215.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-800x452.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher-1160x655.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_6720_Aufmacher.jpeg 2400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Die deutsche Kolonialgeschichte wirkt bis heute nach“, erklärte Aymaz. Die Sichtbarkeit der kolonialen Vergangenheit im öffentlichen Raum sei Teil der Auseinandersetzung mit diesem Kapitel deutscher Geschichte.</p>
</div></div>



<h2 id="h-in-kamerun-lost-koln-eine-eigene-debatte-aus" class="wp-block-heading"><span id="in-kamerun-loest-koeln-eine-eigene-debatte-aus">In Kamerun löst Köln eine eigene Debatte aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kölner Entscheidung hat auch in Kamerun eine Debatte über den Umgang mit historischen Persönlichkeiten ausgelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kamerunische Publizist und Jurist Shanda Tonme nahm die Umbenennung zum Anlass für einen offenen Brief an kommunale Mandatsträger sowie politische und gesellschaftliche Eliten des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kritisierte, dass Manga Bell und andere Persönlichkeiten des kamerunischen Widerstands im eigenen Land aus seiner Sicht nicht ausreichend im öffentlichen Raum gewürdigt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tonme verwies dabei auf ein kamerunisches Gesetz von 1991 zur Rehabilitierung von Persönlichkeiten der nationalen Geschichte und forderte Kommunen auf, Straßen, Plätze und öffentliche Orte stärker nach historischen Akteuren des Widerstands und der Unabhängigkeitsbewegung zu benennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kölner Entscheidung erhält damit zwei unterschiedliche erinnerungspolitische Dimensionen: In Deutschland geht es um die Neubewertung kolonialer Ehrungen. In Kamerun richtet sich die Debatte stärker auf die Frage, welchen Platz Persönlichkeiten wie Manga Bell in der eigenen nationalen Erinnerung einnehmen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wadephul macht Klimawandel zur Sicherheitsfrage – Wie El Niño Terrorismus begünstigt</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 11:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostafrika]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30546</guid>

					<description><![CDATA[<p>Klimawandel wird für Deutschland zunehmend zur Sicherheitsfrage. Außenminister Wadephul verbindet in Berlin Klimafinanzierung mit Konfliktprävention und verweist besonders auf Sudan, Äthiopien, Kenia und Somalia.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt%2F&amp;action_name=Wadephul%20macht%20Klimawandel%20zur%20Sicherheitsfrage%20%E2%80%93%20Wie%20El%20Ni%C3%B1o%20Terrorismus%20beg%C3%BCnstigt&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/">Wadephul macht Klimawandel zur Sicherheitsfrage – Wie El Niño Terrorismus begünstigt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will Klimarisiken stärker in seine Außen- und Sicherheitspolitik integrieren und dabei insbesondere fragile Staaten in Afrika unterstützen. Am Montag, 6. Oktober, eröffnete Außenminister Johann Wadephul in Berlin die achte Berlin Climate and Security Conference mit rund 250 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Fokus stehen Konflikte, Ernährungssicherheit, Extremismus, Energieversorgung und die Frage, wie Klimafinanzierung stärker mit Friedenskonsolidierung verbunden werden kann. Wadephul verwies besonders auf Sudan sowie deutsche Projekte in Äthiopien, Kenia und Somalia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Investitionen in den Klimaschutz sind auch Investitionen in unsere Sicherheit“, erklärte Wadephul zum Auftakt der Konferenz. Extreme Wetterereignisse könnten Ernteausfälle, Hunger, Migration und Konflikte um knapper werdende Ressourcen verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verbindet damit Klimapolitik zunehmend mit klassischer Sicherheits-, Entwicklungs- und Außenpolitik. Die Berliner Konferenz soll dafür konkrete politische und finanzielle Instrumente entwickeln.</p>



<h2 id="h-sudan-wird-zum-beispiel-fur-klima-und-sicherheitsrisiken" class="wp-block-heading"><span id="sudan-wird-zum-beispiel-fuer-klima-und-sicherheitsrisiken">Sudan wird zum Beispiel für Klima- und Sicherheitsrisiken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich machte Wadephul den Zusammenhang am Beispiel Sudans. Dort verschärfen ausbleibende Regenfälle die Dürre auf den Feldern. Gleichzeitig seien die Wasserstände entlang des Nils in diesem Sommer stark gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Landwirte ist damit unklar, ob Saatgut aufgeht und ausreichende Ernten möglich sind. Die klimatischen Belastungen treffen auf einen seit Jahren andauernden Krieg und eine schwere humanitäre Krise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul warf den Konfliktparteien zugleich vor, Hunger und Verknappung bewusst gegen die Bevölkerung einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sudan-konferenz-in-berlin-mobilisiert-15-milliarden-euro-an-hilfen/" data-type="post" data-id="26588">Deutschland hatte im April die dritte internationale Sudan-Konferenz in Berlin ausgerichtet. </a>Regierungspartner, internationale Organisationen und Vertreter der Zivilgesellschaft berieten dort über politische Lösungen und humanitäre Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungsministerin-alabali-radovan-verknuepft-auf-der-msc-entwicklung-und-sicherheit/">Der Außenminister stellte Klimaeffekte dabei nicht als alleinige Ursache von Konflikten dar.</a> Extreme Wetterbedingungen könnten bestehende Krisen jedoch verstärken und von politischen oder bewaffneten Akteuren gezielt ausgenutzt werden.</p>



<h2 id="h-deutschland-verbindet-klimaanpassung-mit-friedenskonsolidierung" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-verbindet-klimaanpassung-mit-friedenskonsolidierung">Deutschland verbindet Klimaanpassung mit Friedenskonsolidierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Ostafrika setzt Deutschland bereits auf Projekte, die Klimaanpassung und Konfliktprävention miteinander verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Äthiopien, Kenia und Somalia entwickelt die Bundesregierung grenzüberschreitende Vorhaben, bei denen Klimafinanzierung sowohl die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen als auch die Friedenskonsolidierung unterstützen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Kenia arbeitet Deutschland zudem im Rahmen des Globalen Forums Terrorismusbekämpfung zusammen. Über das sogenannte Nairobi-Instrumentarium sollen die Auswirkungen des Klimawandels auf gewalttätigen Extremismus stärker berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt außerdem die Initiative „Weathering Risk“, die Klimarisiken systematisch mit Friedens- und Sicherheitspolitik verknüpft. Hinzu kommen Beiträge zu klimaorientierten humanitären Maßnahmen in fragilen Staaten über den Zentralen Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen.</p>



<h2 id="h-klimawandel-und-extremismus-rucken-enger-zusammen" class="wp-block-heading"><span id="klimawandel-und-extremismus-ruecken-enger-zusammen">Klimawandel und Extremismus rücken enger zusammen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berlin Climate and Security Conference beschäftigt sich auch mit den möglichen Auswirkungen von Klimafolgen auf Extremismus und Terrorismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies auf Situationen, in denen wirtschaftliche Lebensgrundlagen verschwinden und sich humanitäre Notlagen verfestigen. Bewaffnete Gruppen könnten solche Bedingungen nutzen, indem sie Menschen vermeintlich schnelle Lösungen oder materielle Unterstützung anböten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit rückt die Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften stärker in die deutsche Sicherheitspolitik. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-haushaltsmittel-fuer-internationale-klimafinanzierung-deutlich/" data-type="post" data-id="30525">Außenpolitik, Entwicklungspolitik, humanitäre Hilfe und Klimaanpassung sollen nach dem deutschen Ansatz enger zusammenarbeiten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Konferenz verfolgt diesen Ansatz. Zu ihren strategischen Zielen gehört es, nationale Sicherheit und menschliche Sicherheit stärker gemeinsam zu betrachten.</p>



<h2 id="h-berlin-setzt-auf-internationale-klima-sicherheitsstrukturen" class="wp-block-heading"><span id="berlin-setzt-auf-internationale-klima-sicherheitsstrukturen">Berlin setzt auf internationale Klima-Sicherheitsstrukturen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland engagiert sich auch auf Ebene der Vereinten Nationen für eine stärkere Verbindung von Klima und Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin war am Aufbau des Klima-Sicherheits-Mechanismus der Vereinten Nationen beteiligt. Die Einrichtung soll UN-Organisationen dabei unterstützen, klimabedingte Risiken für Frieden und Sicherheit frühzeitig zu erkennen und in ihre Arbeit einzubeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Nauru führt Deutschland zudem den Ko-Vorsitz der internationalen Freundesgruppe „Klima und Sicherheit“. Nach Angaben Wadephuls gehören ihr inzwischen 81 Mitglieder an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will außerdem neue Partnerschaften zwischen Diplomatie, Verteidigung und Entwicklung fördern. Auch Finanzinstitutionen und die Privatwirtschaft sollen stärker einbezogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt der Berliner Konferenz liegt deshalb auf der Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in fragilen und konfliktbetroffenen Staaten. Diskutiert wird, wie Klimarisikoanalysen mit Prävention und Finanzierung verbunden werden können.</p>



<h2 id="h-klimawandel-wird-zur-frage-globaler-lieferketten" class="wp-block-heading"><span id="klimawandel-wird-zur-frage-globaler-lieferketten">Klimawandel wird zur Frage globaler Lieferketten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul weitete die Sicherheitsdebatte zugleich auf Handel und Versorgungssicherheit aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nannte er den Panama-Kanal. Geringere Niederschlagsmengen und sinkende Wasserstände hätten dort Einschränkungen für den Schiffsverkehr notwendig gemacht. Weniger Durchfahrten und Begrenzungen beim Tiefgang von Schiffen könnten Wartezeiten verlängern und Transportkosten erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit können regionale Klimaphänomene Auswirkungen auf globale Lieferketten entwickeln.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-29814 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1536x1070.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-380x265.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1160x808.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die Versorgung mit Energie und Düngemitteln zählt Wadephul zu den sicherheitspolitischen Fragen. Spannungen im Nahen Osten und mögliche Störungen wichtiger Transportwege könnten Preise und Versorgung weltweit beeinflussen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei landwirtschaftlichen Produkten reichen die Risiken bis nach Asien. Wetterextreme können dort die Produktion von Reis, Palmöl, Kaffee, Mais und anderen Nutzpflanzen beeinträchtigen.</p>



<h2 id="h-erneuerbare-energien-als-schutz-gegen-angriffe" class="wp-block-heading"><span id="erneuerbare-energien-als-schutz-gegen-angriffe">Erneuerbare Energien als Schutz gegen Angriffe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verknüpft den Ausbau erneuerbarer Energien auch mit der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies auf die Ukraine. Sollte Russland erneut gezielt Energieanlagen angreifen, könnten dezentrale erneuerbare Systeme einen Teil der Versorgung sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dezentrale Anlagen seien schwieriger vollständig auszuschalten und verringerten zugleich die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klimaschutz erhält damit in der deutschen Außenpolitik neben ökologischen und wirtschaftlichen zunehmend auch sicherheitspolitische Funktionen.</p>



<h2 id="h-solares-geoengineering-erstmals-auf-der-tagesordnung" class="wp-block-heading"><span id="solares-geoengineering-erstmals-auf-der-tagesordnung">Solares Geoengineering erstmals auf der Tagesordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konferenz behandelt in diesem Jahr erstmals auch solares Geoengineering. Darunter werden technische Verfahren verstanden, mit denen die Sonneneinstrahlung beziehungsweise deren Wirkung auf das Erdklima beeinflusst werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Berlin stehen dabei nicht nur mögliche klimatische Folgen zur Diskussion. Die Teilnehmer befassen sich auch mit Sicherheitsrisiken und der Frage, welche internationalen Regeln für Technologien notwendig wären, deren Einsatz globale Auswirkungen haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Thema ist der klimaresiliente Wiederaufbau Syriens. Vertreter Syriens nehmen an den Beratungen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse der Konferenz sollen in weitere internationale Prozesse einfließen. Dazu gehören die Weltklimakonferenz COP31 und die UN-Wasserkonferenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Gründung 2019 bringt die Berlin Climate and Security Conference Regierungen, internationale Organisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Fachleute aus der Sicherheits- und Entwicklungspolitik zusammen. Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Leitmotiv „A climate for security, freedom and prosperity“.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-macht-klimawandel-zur-sicherheitsfrage-wie-el-nino-terrorismus-beguenstigt/">Wadephul macht Klimawandel zur Sicherheitsfrage – Wie El Niño Terrorismus begünstigt</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:description type="html">Dr. Johann David Wadephul hält eine Rede.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundestag drängt: Religionsfreiheit soll stärkere Rolle in Außen- und Entwicklungspolitik einnehmen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-draengt-religionsfreiheit-soll-staerkere-rolle-in-aussen-und-entwicklungspolitik-einnehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 09:30:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Religionsfreiheit soll stärker Teil deutscher Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik werden. Ein Bundestagsausschuss fordert regelmäßige Länderberichte und will die Lage religiöser Minderheiten stärker als Indikator für politische Instabilität und Rechtsstaatlichkeit nutzen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-draengt-religionsfreiheit-soll-staerkere-rolle-in-aussen-und-entwicklungspolitik-einnehmen%2F&amp;action_name=Bundestag%20dr%C3%A4ngt%3A%20Religionsfreiheit%20soll%20st%C3%A4rkere%20Rolle%20in%20Au%C3%9Fen-%20und%20Entwicklungspolitik%20einnehmen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-draengt-religionsfreiheit-soll-staerkere-rolle-in-aussen-und-entwicklungspolitik-einnehmen/">Bundestag drängt: Religionsfreiheit soll stärkere Rolle in Außen- und Entwicklungspolitik einnehmen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestag soll Religions- und Weltanschauungsfreiheit stärker in der deutschen Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik verankern und die Lage in besonders bedeutenden Staaten künftig regelmäßiger beobachten. Am 6. Oktober veröffentlichte der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe seine Beschlussempfehlung zum dritten Religionsfreiheitsbericht der Bundesregierung. CDU/CSU und SPD stimmten für die vorgeschlagene Entschließung, die Grünen dagegen, AfD und Linke enthielten sich. Gefordert werden unter anderem ein Bericht im festen Zweijahresrhythmus, eine stärkere Berücksichtigung religiöser Minderheiten und eine systematischere Einbeziehung religiöser Dynamiken in außen- und entwicklungspolitische Analysen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss behandelt damit einen Regierungsbericht, dessen Berichtszeitraum bereits die Jahre 2020 bis 2022 umfasst. Die lange Verzögerung spielte auch in der parlamentarischen Beratung eine Rolle. Nach Angaben der CDU/CSU soll ein neuer Bericht in Kürze vorliegen.</p>



<h2 id="h-religionsfreiheit-soll-teil-aussenpolitischer-analyse-werden" class="wp-block-heading"><span id="religionsfreiheit-soll-teil-aussenpolitischer-analyse-werden">Religionsfreiheit soll Teil außenpolitischer Analyse werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die von CDU/CSU und SPD getragene Entschließung fordert die Bundesregierung auf, Religion und Weltanschauung sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Akteure und Konfliktdynamiken systematisch in die Menschenrechts-, Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik einzubeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonderes Augenmerk soll auf Staaten liegen, in denen religiöse Spannungen mit politischer Instabilität oder schwachen staatlichen Institutionen zusammenfallen. Religiöse Minderheiten sollen dabei stärker als Indikator für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliche Freiheitsräume berücksichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss verweist darauf, dass Einschränkungen der Religionsfreiheit häufig gleichzeitig andere Menschenrechte berühren. Nach der Beschlussempfehlung leben rund drei Viertel der Weltbevölkerung in Staaten, die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit einschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-und-bundesregierung-warnen-vor-zunehmender-religioeser-gewalt/">Der Bericht nennt Christen als weltweit größte von Diskriminierung und Verfolgung betroffene Religionsgemeinschaft.</a> Zugleich verweist er auf die Lage anderer Gruppen, darunter muslimische Uiguren in China, Bahai im Iran, Rohingya in Myanmar sowie buddhistische Tibeter.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-soll-dialog-mit-religionsgemeinschaften-ausbauen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-soll-dialog-mit-religionsgemeinschaften-ausbauen">Bundesregierung soll Dialog mit Religionsgemeinschaften ausbauen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung soll ihren Dialog mit internationalen Partnern, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen intensivieren. Ziel ist es, religiöse und weltanschauliche Akteure stärker in Konfliktprävention, Friedensförderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzubeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in zahlreichen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit besitzen religiöse Gemeinschaften erheblichen gesellschaftlichen Einfluss. Der Regierungsbericht verweist beispielsweise auf Kooperationen mit religiösen Akteuren bei der Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung und anderer Formen geschlechtsbasierter Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung soll deshalb auch die religionspolitische Expertise innerhalb der deutschen Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik weiter ausbauen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-30541 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-2048x1425.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/5032020.jpg 3543w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-religionsbeauftragter-rachel-reist-in-gewaltregion/">Der Ausschuss spricht sich zudem dafür aus, das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit dauerhaft fortzuführen.</a> Auf europäischer Ebene soll sich Deutschland für die Verstetigung des EU-Sonderbeauftragten zur Förderung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der Europäischen Union einsetzen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-kunftiger-bericht-soll-alle-zwei-jahre-erscheinen" class="wp-block-heading"><span id="kuenftiger-bericht-soll-alle-zwei-jahre-erscheinen">Künftiger Bericht soll alle zwei Jahre erscheinen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss verlangt zugleich eine verlässlichere Berichterstattung. Der vierte Bericht zur weltweiten Religions- und Weltanschauungsfreiheit soll zeitnah vorgelegt werden. Anschließend soll die Bundesregierung einen regelmäßigen Zweijahresrhythmus sicherstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Länderteil sollen künftig gezielt Staaten aufgenommen werden, die wegen ihrer politischen, religiösen oder geopolitischen Bedeutung eine besondere Signalwirkung besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bisherige dritte Bericht dokumentiert die Lage in 41 Ländern. Neben Einschränkungen der Religionsfreiheit behandelt er zwei thematische Schwerpunkte: die Situation indigener Völker sowie die Rolle von Religion für nachhaltige Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stellt darin zudem 20 Maßnahmen zur Förderung und Sicherung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit vor.</p>



<h2 id="h-ausschuss-kritisiert-jahrelange-verzogerung" class="wp-block-heading"><span id="ausschuss-kritisiert-jahrelange-verzoegerung">Ausschuss kritisiert jahrelange Verzögerung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die parlamentarische Beratung zog sich über mehrere Jahre. Der dritte Religionsfreiheitsbericht war dem Bundestag bereits Ende 2023 zugeleitet worden. Nach dem Ende der damaligen Wahlperiode musste die Vorlage im September 2025 erneut an die Ausschüsse überwiesen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CDU/CSU verwies in den Beratungen ausdrücklich auf den inzwischen weit zurückliegenden Berichtszeitraum. Sie begrüßte zugleich, dass der Beauftragte für Religions- und Weltanschauungsfreiheit inzwischen im Auswärtigen Amt angesiedelt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die AfD kritisierte die verspätete Behandlung und verlangte aktuellere Informationen. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-und-nigeria-vertiefen-zusammenarbeit-zu-religionsfreiheit-und-sicherheit/" data-type="post" data-id="23912">Die Fraktion verwies unter anderem auf häufiger erscheinende Berichte aus den USA und enthielt sich bei der Entschließung.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen unterstützten den Bericht grundsätzlich, lehnten jedoch die gemeinsame Entschließung von CDU/CSU und SPD ab. Aus ihrer Sicht werden aus den dokumentierten Menschenrechtsverletzungen nicht ausreichend konkrete Konsequenzen gezogen. Als Beispiel nannten sie die Lage der Jesiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke bezeichnete zahlreiche Aussagen des Berichts als richtig, hielt die vorgeschlagenen Forderungen aber ebenfalls für nicht weitreichend genug und enthielt sich.</p>



<h2 id="h-religiose-minderheiten-als-fruhindikator-politischer-instabilitat" class="wp-block-heading"><span id="religioese-minderheiten-als-fruehindikator-politischer-instabilitaet">Religiöse Minderheiten als Frühindikator politischer Instabilität</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschlussempfehlung verbindet Religionsfreiheit ausdrücklich mit Fragen politischer Stabilität und staatlicher Institutionen. Einschränkungen gegenüber religiösen Minderheiten könnten auf eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, autoritäre Entwicklungen oder schwächer werdende rechtsstaatliche Strukturen hinweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich soll Religion nicht ausschließlich als Konfliktfaktor betrachtet werden. Religiöse Gemeinschaften könnten nach Auffassung des Ausschusses auch bei Friedensprozessen, gesellschaftlicher Vermittlung und nachhaltiger Entwicklung eine Rolle spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Bericht hatte diesen Zusammenhang bereits mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verknüpft. Neben wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Faktoren beeinflussten auch kulturelle und religiöse Strukturen die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung.</p>
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			<media:title type="html">Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul zu Besuch im Ausschuss</media:title>
			<media:description type="html">Gespräch des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe mit Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>AGG-Reform spaltet Experten: Mehr Schutz vor Diskriminierung oder neues Missbrauchsrisiko?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/agg-reform-spaltet-experten-mehr-schutz-vor-diskriminierung-oder-neues-missbrauchsrisiko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 09:12:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vier Monate Frist sind den einen zu kurz und den anderen schon zu lang. Im Bundestag prallen bei der AGG-Reform Forderungen nach stärkerem Diskriminierungsschutz auf Warnungen vor Missbrauch, Bürokratie und neuen Rechtsrisiken.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fagg-reform-spaltet-experten-mehr-schutz-vor-diskriminierung-oder-neues-missbrauchsrisiko%2F&amp;action_name=AGG-Reform%20spaltet%20Experten%3A%20Mehr%20Schutz%20vor%20Diskriminierung%20oder%20neues%20Missbrauchsrisiko%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die geplante Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes stößt im Bundestag auf grundlegend gegensätzliche Bewertungen: Während Antidiskriminierungsverbände und mehrere Juristen weitere Schutzrechte verlangen, warnen Arbeitgebervertreter vor neuen Missbrauchsmöglichkeiten und zusätzlicher Rechtsunsicherheit. Am Montag, 5. Oktober, befasste sich der Rechtsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung. Im Streit stehen unter anderem längere Fristen für Diskriminierungsansprüche, eine neue Schlichtungsstelle, stärkere Rechte der Antidiskriminierungsstelle sowie der Umgang mit sogenannten AGG-Hoppern. Auch der Schutz vor Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz rückte in den Fokus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will das seit 2006 geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz an mehreren Stellen ändern. Hintergrund sind unter anderem europäische Vorgaben für Gleichbehandlungsstellen sowie ein bereits 2015 eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission zur Umsetzung europäischer Gleichbehandlungsregeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entwurf sieht vor, die Frist zur Geltendmachung von AGG-Ansprüchen von zwei auf vier Monate zu verlängern. Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes soll außerdem eine neue Schlichtungsstelle entstehen. Die Behörde soll Betroffene künftig auch als Beistand in Gerichtsverfahren unterstützen und auf Ersuchen eines Gerichts Stellungnahmen zu grundsätzlichen Rechtsfragen abgeben können.</p>



<h2 id="h-vier-monate-sind-den-einen-zu-lang-den-anderen-zu-kurz" class="wp-block-heading"><span id="vier-monate-sind-den-einen-zu-lang-den-anderen-zu-kurz">Vier Monate sind den einen zu lang, den anderen zu kurz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/schwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln/">Kaum ein Punkt verdeutlicht die unterschiedlichen Positionen so deutlich wie die geplante Verlängerung der Frist für Diskriminierungsansprüche.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sigrid Arnade vom Netzwerk Artikel 3 hält auch vier Monate für zu kurz. Sie verwies darauf, dass die wissenschaftliche Evaluation des AGG sechs Monate empfohlen habe und zivilgesellschaftliche Organisationen teilweise noch längere Fristen verlangten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Susanne Baer, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, begrüßt die Verlängerung grundsätzlich, fordert aber mindestens sechs Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antidiskriminierungsverband Deutschland geht noch weiter. Geschäftsführerin Eva Maria Andrades spricht sich für mindestens zwölf Monate aus. In der Beratungspraxis benötigten Betroffene häufig Zeit, um Diskriminierung überhaupt einzuordnen, Beratung zu erhalten und notwendige Unterlagen zusammenzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt dagegen bereits die Verdoppelung auf vier Monate ab. Ihr Vertreter Roland Wolf argumentierte, längere Fristen hielten Streitigkeiten unnötig offen und erschwerten eine zeitnahe Sachverhaltsaufklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Bonner Arbeitsrechtler Gregor Thüsing verwies auf die besonderen Fristen im Arbeitsrecht. Eine Frist von vier Monaten sei im Vergleich zu der dreiwöchigen Frist bei Kündigungsschutzklagen bereits erheblich.</p>



<h2 id="h-neue-schlichtungsstelle-soll-streit-ohne-gericht-losen" class="wp-block-heading"><span id="neue-schlichtungsstelle-soll-streit-ohne-gericht-loesen">Neue Schlichtungsstelle soll Streit ohne Gericht lösen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Schwerpunkt der Reform ist die geplante Schlichtungsstelle bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffene sollen dort künftig kostenlos eine außergerichtliche Klärung beantragen können. Die Stelle soll den Sachverhalt prüfen und einen Schlichtungsvorschlag unterbreiten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung reagiert damit auf neue EU-Regeln für nationale Gleichbehandlungsstellen. Diese verpflichten die Mitgliedstaaten, Möglichkeiten für alternative Streitbeilegung bereitzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die konkrete Ausgestaltung besteht jedoch Streit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thüsing hält eine eigenständige Schlichtungsstelle bei der Antidiskriminierungsstelle europarechtlich nicht für notwendig. Bereits bestehende Verfahren wie Mediation oder Güterichterverfahren könnten grundsätzlich ebenfalls zur Umsetzung der europäischen Vorgaben genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antidiskriminierungsverbände begrüßen eine neue Schlichtungsstelle hingegen, verlangen aber stärkere Rechte und klarere Verfahrensregeln. Andrades kritisiert unter anderem, dass die Gegenseite nach dem Entwurf nicht verpflichtet wäre, sich aktiv an der Aufklärung eines Falls zu beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitgeberseite fordert dagegen ausdrücklich freiwillige Teilnahme und eine organisatorisch klar von der Antidiskriminierungsstelle getrennte Schlichtung.</p>



<h2 id="h-streit-uber-agg-hopping" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-agg-hopping">Streit über „AGG-Hopping“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen grundsätzlichen Konflikt gibt es auch über den Missbrauch des Antidiskriminierungsrechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hamburger Arbeitsrechtler Michael Fuhlrott fordert eine ausdrückliche gesetzliche Regelung gegen sogenanntes AGG-Hopping. Gemeint sind Bewerbungen auf Stellen, bei denen eine Diskriminierung gezielt provoziert oder erwartet wird, um anschließend Entschädigungsansprüche geltend zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seiner Darstellung können einzelne Akteure auf diese Weise beträchtliche Entschädigungssummen erzielen. Er schlägt deshalb vor, systematischen Rechtsmissbrauch ausdrücklich aus dem Schutzbereich des AGG auszuschließen und unter bestimmten Voraussetzungen Auskunftspflichten über weitere geltend gemachte Entschädigungsforderungen einzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die BDA fordert eine solche Missbrauchsschranke. Arbeitgeber müssten bislang häufig selbst nachweisen, dass Bewerbungen lediglich zur Vorbereitung späterer Entschädigungsforderungen eingereicht worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite bezweifeln mehrere Sachverständige, dass es sich um ein quantitativ bedeutendes Problem handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baer verweist darauf, dass belastbare empirische Daten über eine breite Welle missbräuchlicher Klagen fehlen. Die Arbeitsgerichte verfügten bereits über Möglichkeiten, eindeutig missbräuchliche Forderungen zurückzuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Andrades sieht keine ausreichende Datengrundlage für eine zusätzliche gesetzliche Regelung und warnt davor, dadurch reguläre Kläger unter einen allgemeinen Missbrauchsverdacht zu stellen.</p>



<h2 id="h-verbandsklagerecht-bleibt-zentrale-streitfrage" class="wp-block-heading"><span id="verbandsklagerecht-bleibt-zentrale-streitfrage">Verbandsklagerecht bleibt zentrale Streitfrage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Sachverständige fordern außerdem, Antidiskriminierungsverbänden eigene Klagerechte einzuräumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang können Betroffene ihre Ansprüche grundsätzlich selbst verfolgen. Verbände können sie unterstützen, aber nicht ohne Weiteres stellvertretend grundlegende Verfahren führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Baer, Arnade und Andrades plädieren für Möglichkeiten der Prozessstandschaft oder ein Verbandsklagerecht. Damit könnten Organisationen mit Zustimmung der Betroffenen Verfahren übernehmen oder strukturelle Diskriminierung gerichtlich überprüfen lassen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-23024 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Bundestag_Berlin_Ank_Kumar_06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die Linksfraktion fordert in ihrem parallel behandelten Antrag ein umfassendes Verbandsklagerecht. Darüber hinaus will sie den Katalog der geschützten Merkmale unter anderem um sozialen Status, chronische Erkrankung, Elternschaft, Sprache, geschlechtliche Identität und Körpergewicht erweitern.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-diskriminierungsschutz-ausbauen/">Die Bundesregierung geht mit ihrem Entwurf deutlich weniger weit.</a></p>



<h2 id="h-behindertenverbande-verlangen-einklagbare-barrierefreiheit" class="wp-block-heading"><span id="behindertenverbaende-verlangen-einklagbare-barrierefreiheit">Behindertenverbände verlangen einklagbare Barrierefreiheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich fällt die Kritik aus der Behindertenbewegung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arnade bezeichnete den Gesetzentwurf als „an Kleinmütigkeit kaum zu überbieten“. Sie verlangt, dass die Versagung angemessener Vorkehrungen ausdrücklich als Diskriminierung anerkannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit könnten Menschen mit Behinderungen beispielsweise stärker gegen Ausschlüsse von Dienstleistungen, Reisen, Freizeitangeboten oder Versicherungen vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Netzwerk Artikel 3 kritisiert, dass der Schutz für Menschen mit Behinderungen im privaten Bereich weiterhin zu eng bleibe. Auch eine ausdrückliche Verpflichtung zur Barrierefreiheit fehle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die BDA widerspricht. Sie hält einen zusätzlichen einklagbaren Anspruch im AGG für nicht erforderlich und verweist darauf, dass Barrierefreiheit bereits in anderen gesetzlichen Regelwerken behandelt werde.</p>



<h2 id="h-ki-verscharft-den-streit-um-die-durchsetzung" class="wp-block-heading"><span id="ki-verschaerft-den-streit-um-die-durchsetzung">KI verschärft den Streit um die Durchsetzung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/gruene-wollen-antidiskriminierungsgesetz-auf-staat-ki-und-wohnungsmarkt-ausweiten/">Eine zunehmend wichtige Rolle spielt die Frage, wie das AGG mit Entscheidungen umgeht, die von Algorithmen oder Künstlicher Intelligenz getroffen werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Regensburger Verfassungsrechtler Alexander Tischbirek warnt vor erheblichen Durchsetzungsproblemen. Das geltende Diskriminierungsverbot erfasse zwar grundsätzlich auch automatisierte Entscheidungen. Spezielle Regeln für algorithmische Diskriminierung enthält der Regierungsentwurf jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bei KI-Systemen könne es für einzelne Betroffene äußerst schwierig sein, überhaupt einen Hinweis auf Diskriminierung nachzuweisen. Dafür müssten häufig größere Datenmengen ausgewertet und statistische Muster untersucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die viermonatige Frist verschärfe dieses Problem zusätzlich. Gleichzeitig fehle ein Verbandsklagerecht, mit dem strukturelle Benachteiligungen durch ein automatisiertes System in mehreren Fällen gemeinsam überprüft werden könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tischbirek verweist zudem auf die europäische KI-Verordnung. Sie räumt nationalen Antidiskriminierungsstellen bei der Kontrolle bestimmter KI-Systeme neue Möglichkeiten ein. Über die Bundesnetzagentur könnten dabei Informationen und technische Dokumentationen angefordert und in bestimmten Fällen Tests von Hochrisiko-Systemen veranlasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die BDA hält spezielle AGG-Regeln für Künstliche Intelligenz dagegen nicht für erforderlich. Das Gesetz sei technologieneutral und verbiete diskriminierende Entscheidungen unabhängig davon, ob sie von einem Menschen oder einem automatisierten System getroffen würden.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-reagiert-auch-auf-eu-verfahren" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-reagiert-auch-auf-eu-verfahren">Bundesregierung reagiert auch auf EU-Verfahren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Reform ist unmittelbar europarechtlich veranlasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Kommission hatte bereits 2015 beanstandet, dass Deutschland europäische Gleichbehandlungsregeln beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen nicht vollständig umgesetzt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Regierungsentwurf erweitert deshalb insbesondere den Schutz vor geschlechtsbezogener Diskriminierung im Zivilrecht. Benachteiligungen wegen Schwangerschaft und Mutterschaft sowie sexuelle Belästigung sollen ebenfalls umfassender erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich setzt Berlin zwei EU-Richtlinien aus dem Jahr 2024 über Standards für Gleichbehandlungsstellen um. Die dafür vorgesehene Umsetzungsfrist endete bereits am 19. Juni 2026.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade über die Frage, wie weit Deutschland bei dieser Umsetzung gehen sollte, zieht sich eine zentrale Konfliktlinie durch die Anhörung: Während Arbeitgebervertreter vor einer Übererfüllung europäischer Vorgaben warnen, sehen mehrere Juristen und Antidiskriminierungsorganisationen selbst die europäischen Mindeststandards noch nicht vollständig umgesetzt.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fagg-reform-spaltet-experten-mehr-schutz-vor-diskriminierung-oder-neues-missbrauchsrisiko%2F&amp;action_name=AGG-Reform%20spaltet%20Experten%3A%20Mehr%20Schutz%20vor%20Diskriminierung%20oder%20neues%20Missbrauchsrisiko%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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		<title>Deutschland kürzt Haushaltsmittel für internationale Klimafinanzierung deutlich</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-haushaltsmittel-fuer-internationale-klimafinanzierung-deutlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 07:58:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland stellt deutlich weniger Haushaltsgeld für internationale Klimafinanzierung bereit. Gleichzeitig erreichen Kredite und mobilisierte private Investitionen mit 6,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – ein sichtbarer Wandel im deutschen Finanzierungsmodell.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-kuerzt-haushaltsmittel-fuer-internationale-klimafinanzierung-deutlich%2F&amp;action_name=Deutschland%20k%C3%BCrzt%20Haushaltsmittel%20f%C3%BCr%20internationale%20Klimafinanzierung%20deutlich&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-haushaltsmittel-fuer-internationale-klimafinanzierung-deutlich/">Deutschland kürzt Haushaltsmittel für internationale Klimafinanzierung deutlich</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat seine Haushaltsmittel für die internationale Klimafinanzierung 2025 um 1,4 Milliarden Euro gekürzt und setzt zugleich stärker auf Kredite und private Investitionen für Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die jetzt von der Bundesregierung an die Europäische Union gemeldeten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025. Während aus dem Bundeshaushalt noch 4,7 Milliarden Euro bereitgestellt wurden, erreichten die über KfW, DEG und private Investoren mobilisierten Mittel mit 6,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Damit verschiebt sich die deutsche Klimafinanzierung zunehmend von direkten Haushaltsmitteln hin zu rückzahlbaren Darlehen und der Mobilisierung privaten Kapitals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 hatte die Bundesregierung noch 6,1 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für den internationalen Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitgestellt.<a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-beitrag-zur-internationalen-klimafinanzierung/"> Innerhalb eines Jahres sank dieser Beitrag damit um rund 23 Prozent.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-6-milliarden-euro-fuer-internationale-klimafinanzierung-ausgeben/">Die Bundesregierung hält dennoch daran fest, ihren im Koalitionsvertrag vereinbarten „fairen Anteil“ an der internationalen Klimafinanzierung zu leisten.</a> Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und Bundesumweltministerium (BMUKN) verweisen dabei auf die gestiegene Mobilisierung zusätzlicher öffentlicher und privater Mittel.</p>



<h2 id="h-kfw-und-deg-mobilisieren-mehr-als-funf-milliarden-euro" class="wp-block-heading"><span id="kfw-und-deg-mobilisieren-mehr-als-fuenf-milliarden-euro">KfW und DEG mobilisieren mehr als fünf Milliarden Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die KfW und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) wurden 2025 Marktmittel von insgesamt 5,15 Milliarden Euro mobilisiert. Das waren 570 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Banken nehmen diese Mittel im Auftrag der Bundesregierung am Kapitalmarkt auf und vergeben sie als rückzahlbare Kredite. Finanziert werden vor allem Projekte zur Energiewende in Entwicklungs- und Schwellenländern, darunter Solar- und Windparks sowie Wasserstoffprojekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark schlugen 2025 die Energiepartnerschaften mit Indonesien und Südafrika zu Buche. Beide Länder gehören zu den Staaten, mit denen Deutschland und weitere internationale Partner den Umbau ihrer Energiesysteme unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich mobilisierten KfW und DEG rund 950 Millionen Euro an privaten Mitteln. Dazu zählen unter anderem Beteiligungen privater Unternehmen an klimafreundlichen Investitionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere rund 652 Millionen Euro entfielen auf klimafreundliche Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Deutschland über Exportkreditgarantien absicherte.</p>



<h2 id="h-bmz-tragt-85-prozent-der-haushaltsmittel" class="wp-block-heading"><span id="bmz-traegt-85-prozent-der-haushaltsmittel">BMZ trägt 85 Prozent der Haushaltsmittel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 4,7 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt kamen 85 Prozent aus dem Entwicklungsministerium. Das BMZ finanziert damit unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, Maßnahmen zur Energieeffizienz und Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan verwies auf die veränderte Finanzierungsstruktur. „In Zeiten sinkender öffentlicher Haushalte setzen wir dabei zunehmend – und erfolgreich – auch auf Hebelung im Kapitalmarkt und private Investitionen“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die übrigen Haushaltsmittel kamen überwiegend aus dem Bundesumweltministerium. Ein zentrales Instrument ist die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI), an deren Umsetzung auch das Auswärtige Amt beteiligt ist. Sie unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer unter anderem bei erneuerbaren Energien, klimafreundlichen Industrieprozessen und nachhaltiger Mobilität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die IKI soll zugleich Voraussetzungen schaffen, damit zusätzliches privates Kapital in Klimaprojekte fließen kann.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-verbindet-klimafinanzierung-mit-clean-tech-markten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-verbindet-klimafinanzierung-mit-clean-tech-maerkten">Bundesregierung verbindet Klimafinanzierung mit Clean-Tech-Märkten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte neben dem klimapolitischen Ziel auch die wirtschaftliche Dimension der Finanzierung heraus. Deutsche Unternehmen hätten „gute Angebote für den weltweiten Megatrend zu Clean-Tech“, erklärte Schneider.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-30526 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03-1160x653.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/COP30_-_Carsten_Schneider_03.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung wolle ihre Instrumente weiterentwickeln, um klimafreundliche Investitionen zu erleichtern. Die steigende Mobilisierung privaten Kapitals ist damit nicht nur Reaktion auf geringere Haushaltsmittel, sondern wird zunehmend Bestandteil des deutschen Finanzierungsmodells für internationale Klimaprojekte.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Grundlage der internationalen Klimafinanzierung sind Verpflichtungen der Industrieländer gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie sollen diese bei der Verringerung von Treibhausgasemissionen und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen.</p>



<h2 id="h-1-1-milliarden-euro-fur-biodiversitat-und-okosysteme" class="wp-block-heading"><span id="11-milliarden-euro-fuer-biodiversitaet-und-oekosysteme">1,1 Milliarden Euro für Biodiversität und Ökosysteme</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der eigentlichen Klimafinanzierung stellte die Bundesregierung 2025 insgesamt 1,1 Milliarden Euro für den Schutz von Arten, Wäldern, Mooren, Meeren und anderen Ökosystemen bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon entfielen 834 Millionen Euro auf das BMZ. Nach Angaben des Ministeriums wurden damit unter anderem 789 Schutzgebiete in 85 Ländern unterstützt. Zusammen umfassen diese Gebiete rund 2,2 Millionen Quadratkilometer und damit mehr als das Sechsfache der Fläche Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 247 Millionen Euro kamen aus dem Bundesumweltministerium. Über die Internationale Klimaschutzinitiative werden damit beispielsweise Staaten bei der Umsetzung ihrer nationalen Biodiversitätsstrategien unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland zahlt außerdem weiterhin in multilaterale Instrumente wie den Grünen Klimafonds, die Globale Umweltfazilität und den Fonds für Verluste und Schäden ein.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland baut Partnerschaft mit Ghana aus – zwei Bundesminister reisen nach Accra</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-baut-partnerschaft-mit-ghana-aus-zwei-bundesminister-reisen-nach-accra/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 20:38:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland richtet seine Partnerschaft mit Ghana breiter aus. Zwei Bundesminister reisen noch 2026 nach Accra, während Ghana im November mehr als 600 Teilnehmer zum German-African Business Summit erwartet.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-baut-partnerschaft-mit-ghana-aus-zwei-bundesminister-reisen-nach-accra%2F&amp;action_name=Deutschland%20baut%20Partnerschaft%20mit%20Ghana%20aus%20%E2%80%93%20zwei%20Bundesminister%20reisen%20nach%20Accra&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Ghana wollen ihre Zusammenarbeit bei Sicherheit, Wirtschaft, Berufsbildung und Klimaschutz deutlich vertiefen. Noch in diesem Jahr werden der Bundesverteidigungsminister und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zu Gesprächen nach Ghana reisen. Berlin betrachtet das westafrikanische Land zunehmend als sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Schlüsselpartner in der Region. Im November wird Accra zudem den German-African Business Summit mit mehr als 600 Wirtschaftsvertretern und Entscheidungsträgern aus Deutschland und Afrika ausrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Botschafter in Ghana, Frederik Landshöft, kündigte die Ministerbesuche bei einer Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Accra an. Deutschland wolle die Zusammenarbeit mit Ghana stärker über die klassische Entwicklungszusammenarbeit hinausführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschland hat Ghana viel zu bieten. Aber Ghana hat Deutschland ebenso viel zu bieten. Unsere Aufgabe ist es, diese Stärken zusammenzubringen“, sagte Landshöft.</p>



<h2 id="h-ghana-als-stabilitatsanker-in-westafrika" class="wp-block-heading"><span id="ghana-als-stabilitaetsanker-in-westafrika">Ghana als Stabilitätsanker in Westafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt der engeren Partnerschaft liegt auf der Sicherheitszusammenarbeit. Landshöft bezeichnete Ghana als „Anker für Frieden und Stabilität in Westafrika“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sahel-gewalt-rueckt-an-ghana-heran-bundeswehr-bildet-streitkraefte-aus/" data-type="post" data-id="29882">Deutschland arbeitet bereits mit Ghana bei militärischer und polizeilicher Ausbildung, Entwicklungsprogrammen und Stabilisierungsmaßnahmen zusammen. </a>Besonders im Norden des Landes sollen Sicherheits- und Entwicklungsansätze stärker miteinander verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Region grenzt an Burkina Faso, wo dschihadistische Gruppen seit Jahren große Gebiete kontrollieren und regelmäßig Angriffe verüben. Die Sicherheitslage in der Sahelzone wirkt zunehmend auf die Küstenstaaten Westafrikas aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin setzt deshalb auf einen Ansatz, bei dem Sicherheitskooperation mit Beschäftigung, wirtschaftlichen Perspektiven und widerstandsfähigen lokalen Strukturen verbunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die angekündigten Besuche des Verteidigungsressorts und des Bundesentwicklungsministeriums sollen diese Zusammenarbeit weiter vertiefen.</p>



<h2 id="h-wirtschaft-und-investitionen-rucken-starker-in-den-vordergrund" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaft-und-investitionen-ruecken-staerker-in-den-vordergrund">Wirtschaft und Investitionen rücken stärker in den Vordergrund</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Sicherheitsfragen soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärker ausgebaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Unternehmen suchen nach neuen Absatzmärkten, verlässlichen Partnern, qualifizierten Arbeitskräften und stabilen Lieferketten. Ghana wiederum verfolgt das Ziel, mehr industrielle Produktion im Land aufzubauen und einen größeren Anteil der Wertschöpfung selbst zu behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nannte Landshöft das Textilprojekt Northshore Apparel in Savelugu. Dort seien inzwischen mehr als 2.000 Arbeitsplätze entstanden. Das Projekt verbindet ghanaische Produktion mit Qualifizierung, Investitionen und Zugang zu internationalen Märkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Botschafter verwies zugleich auf seine eigene berufliche Verbindung zu Ghana. Vor mehr als zwei Jahrzehnten sei er erstmals mit einem Containerschiff nach Tema gekommen, das unter anderem Kakaobohnen transportiert habe. Diese Erfahrung habe seinen Blick auf die Frage geprägt, wie Ghana einen größeren Teil der Wertschöpfung seiner Exporte im eigenen Land halten könne.</p>



<h2 id="h-german-african-business-summit-kommt-nach-accra" class="wp-block-heading"><span id="german-african-business-summit-kommt-nach-accra">German-African Business Summit kommt nach Accra</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Termin der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird der German-African Business Summit im November.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 600 Unternehmer, Führungskräfte und politische Entscheidungsträger aus Deutschland und afrikanischen Staaten sollen dafür nach Accra kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana will sich dabei als Investitionsstandort und als Zugang zum größeren afrikanischen Markt präsentieren. Das Land verfügt mit Accra und Tema über wichtige Wirtschafts- und Logistikzentren und beherbergt zugleich das Sekretariat der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel soll deutschen und afrikanischen Unternehmen direkte Geschäftskontakte ermöglichen und neue Investitionsprojekte vorbereiten.</p>



<h2 id="h-mehr-als-20-deutsche-partner-in-der-berufsbildung" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-20-deutsche-partner-in-der-berufsbildung">Mehr als 20 deutsche Partner in der Berufsbildung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die berufliche Bildung nimmt in den deutsch-ghanaischen Beziehungen einen größeren Stellenwert ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben Landshöfts arbeiten derzeit mehr als 20 deutsche öffentliche und private Institutionen mit ghanaischen Partnern bei der beruflichen Qualifizierung zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei treffen unterschiedliche demografische Entwicklungen aufeinander. Ghana verfügt über eine junge Bevölkerung und benötigt zusätzliche Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Deutschland steht gleichzeitig vor einem wachsenden Fachkräftebedarf infolge seiner alternden Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit soll deshalb stärker Qualifizierung, Beschäftigung und wirtschaftliche Mobilität miteinander verbinden.</p>



<h2 id="h-klimaschutz-wird-mit-migration-und-sicherheit-verknupft" class="wp-block-heading"><span id="klimaschutz-wird-mit-migration-und-sicherheit-verknuepft">Klimaschutz wird mit Migration und Sicherheit verknüpft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will die Zusammenarbeit mit Ghana auch bei Klimaanpassung und Widerstandsfähigkeit ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landshöft stellte dabei einen direkten Zusammenhang zwischen Klimawandel, wirtschaftlichen Lebensgrundlagen, Migration und Sicherheit her. Gerade in strukturschwächeren Regionen können Ernteausfälle, Arbeitslosigkeit und fehlende wirtschaftliche Perspektiven bestehende gesellschaftliche Spannungen verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Kooperation soll deshalb stärker auf Maßnahmen setzen, die gleichzeitig Einkommen sichern, lokale Strukturen stabilisieren und die Anpassung an klimatische Veränderungen unterstützen.</p>



<h2 id="h-deutschland-will-kulturguter-zuruckgeben" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-will-kulturgueter-zurueckgeben">Deutschland will Kulturgüter zurückgeben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben aktuellen Wirtschafts- und Sicherheitsfragen sprach Landshöft auch die deutsche Kolonialgeschichte an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/rueckgaben-von-kulturgueter-aus-dem-kolonialismus-sollen-schneller-zurueckgefuehrt-werden/" data-type="post" data-id="26136">Eine Partnerschaft auf Augenhöhe erfordere einen offenen Umgang mit der Vergangenheit. </a>Deutschland untersucht derzeit die Herkunft von vier Kulturgütern aus Kpando. Dazu gehören zwei Kriegstrommeln und zwei Kriegshörner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Botschafter bekräftigte Deutschlands Bereitschaft, Kulturgüter zurückzugeben, die während der Kolonialzeit nach Deutschland gelangt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage der Rückgabe afrikanischer Kulturgüter hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung in der deutschen Afrika-Politik gewonnen.</p>



<h2 id="h-70-jahre-diplomatische-beziehungen-im-kommenden-jahr" class="wp-block-heading"><span id="70-jahre-diplomatische-beziehungen-im-kommenden-jahr">70 Jahre diplomatische Beziehungen im kommenden Jahr</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-30517 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-1024x683.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png-1160x773.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/836330173_1498033858888987_2886087076094591371_n.png.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">2027 jährt sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Ghana und Deutschland zum 70. Mal. Das Jubiläum fällt mit dem 70. Jahrestag der ghanaischen Unabhängigkeit zusammen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Landshöft bezeichnete die lange Zusammenarbeit als Grundlage für eine breitere Partnerschaft zwischen beiden Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Ghana verbinden inzwischen nicht nur klassische Entwicklungsprogramme, sondern auch Wirtschaftsbeziehungen, Sicherheitskooperation, Berufsbildung, Klimapolitik, Wissenschaft und kultureller Austausch.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung nimmt keine Migranten aus Ceuta auf – und setzt weiter auf Marokko</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-nimmt-keine-migranten-aus-ceuta-auf-und-setzt-weiter-auf-marokko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 20:04:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor der massenhaften Migration nach Ceuta hatte die Bundesregierung keine konkrete Vorwarnung. Konsequenz aus Berlin ist dennoch nicht weniger, sondern mehr Zusammenarbeit mit Marokko bei Grenzschutz, Rückführungen und Krisenreaktion.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-nimmt-keine-migranten-aus-ceuta-auf-und-setzt-weiter-auf-marokko%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20nimmt%20keine%20Migranten%20aus%20Ceuta%20auf%20%E2%80%93%20und%20setzt%20weiter%20auf%20Marokko&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-nimmt-keine-migranten-aus-ceuta-auf-und-setzt-weiter-auf-marokko/">Bundesregierung nimmt keine Migranten aus Ceuta auf – und setzt weiter auf Marokko</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hatte vor der massenhaften Migration nach Ceuta Ende Juli keine konkreten Hinweise auf die bevorstehende Entwicklung und will die Zusammenarbeit mit Marokko dennoch weiter vertiefen. Das geht aus einer am 30. September übermittelten Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Berlin bewertet die seit 2024 bestehende deutsch-marokkanische Migrationspartnerschaft ausdrücklich positiv und verweist vor allem auf gestiegene Rückführungszahlen. Aus der Ceuta-Krise zieht die Bundesregierung vor allem die Konsequenz, Frühwarnung, Grenzschutz und die Zusammenarbeit mit Rabat auf deutscher und europäischer Ebene enger zu verzahnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juli war es an der marokkanisch-spanischen Grenze bei Ceuta zu einer außergewöhnlichen Massenbewegung gekommen.<a href="https://fokus-afrika.de/zehn-tote-vor-ceuta-spanien-und-marokko-vereinbaren-rueckfuehrungen/"> Innerhalb kurzer Zeit gelangten nach Angaben spanischer Behörden Zehntausende Menschen in die spanische Exklave.</a> Die Bundesregierung erklärte nun, ihr hätten zu den akuten Entwicklungen vorab keine spezifischen Erkenntnisse vorgelegen.</p>



<h2 id="h-berlin-hatte-keine-hinweise-auf-bevorstehende-grenzoffnung" class="wp-block-heading"><span id="berlin-hatte-keine-hinweise-auf-bevorstehende-grenzoeffnung">Berlin hatte keine Hinweise auf bevorstehende Grenzöffnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung steht nach eigenen Angaben fortlaufend mit der Europäischen Union, EU-Agenturen und den Mitgliedstaaten über die Migrationsentwicklung an den Außengrenzen in Kontakt. Auch die deutschen Auslandsvertretungen berichten regelmäßig über migrationspolitische Entwicklungen in ihren Gastländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich verfügt die EU über Frühwarninstrumente wie das Migration Preparedness and Crisis Blueprint Network und Systeme der EU-Asylagentur. Dennoch erreichte Berlin vor den Ereignissen in Ceuta keine konkrete Warnung, die auf die unmittelbar bevorstehende Massenbewegung hindeutete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Hinweise auf eine mögliche Lockerung der marokkanischen Grenzkontrollen oder eine verstärkte Mobilisierung in Richtung des Grenzübergangs Tarajal lagen der Bundesregierung nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu der Rolle sozialer Medien und möglicher Gerüchte als Auslöser der Bewegung verfügt Berlin nach eigenen Angaben ebenfalls über keine eigenen Analysen, die über Medienberichte hinausgehen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bewertet-migrationspartnerschaft-weiter-positiv" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bewertet-migrationspartnerschaft-weiter-positiv">Bundesregierung bewertet Migrationspartnerschaft weiter positiv</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der fehlenden Vorwarnung stellt die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit mit Marokko nicht infrage. Die seit 2024 bestehende Migrationspartnerschaft wird weiterhin positiv bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin verweist dabei insbesondere auf die Entwicklung der Rückführungszahlen. Im Jahr 2023 wurden 153 Menschen nach Marokko zurückgeführt. 2024 waren es 319 und 2025 bereits 785. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 332 Rückführungen registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt, sie stehe angesichts der dynamischen Migrationslage regelmäßig und vertraulich mit Marokko im Austausch.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-30512 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-1024x682.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn-1160x773.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/HHKGPdpWMAA7pGn.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die bilaterale Zusammenarbeit umfasst unter anderem den Strategischen Dialog zwischen den Außenministern und die Permanent Mixed Migration Group. Hinzu kommen Projekte des Bundesentwicklungsministeriums und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sowie Kooperationen mit internationalen Organisationen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-rabat-deutschland-setzt-in-nordafrika-staerker-auf-marokko/" data-type="post" data-id="27014">Der Strategische Dialog hatte zuletzt am 30. April in Rabat zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und seinem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita stattgefunden.</a></p>



<h2 id="h-ceuta-krise-fuhrte-zu-europaischer-krisenreaktion" class="wp-block-heading"><span id="ceuta-krise-fuehrte-zu-europaeischer-krisenreaktion">Ceuta-Krise führte zu europäischer Krisenreaktion</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung führt die außergewöhnliche Entwicklung in Ceuta auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurück. Genannt werden rechtliche Rahmenbedingungen und deren Auslegung, digitale Kommunikationskanäle sowie die geografischen Besonderheiten der Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Faktoren könnten innerhalb kurzer Zeit große und dynamische Migrationsbewegungen auslösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin verweist zugleich auf die Reaktion Spaniens, die Zusammenarbeit mit Marokko und die europäischen Krisenmechanismen. Die Lage wurde unter anderem im EU-Krisenreaktionsmechanismus IPCR, im Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten und bei einem Sondertreffen der EU-Innenminister am 4. August behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung der Bundesregierung konnte dadurch eine dauerhafte Destabilisierung verhindert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Deutschland selbst habe wegen der besonderen Regelungen des Schengener Grenzkodexes zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Bedrohung der inneren Sicherheit oder der deutschen Asylinfrastruktur bestanden.</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-auf-engere-zusammenarbeit-mit-rabat" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-auf-engere-zusammenarbeit-mit-rabat">Deutschland setzt auf engere Zusammenarbeit mit Rabat</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Ereignissen zieht die Bundesregierung keine Konsequenz in Richtung einer Einschränkung der Kooperation mit Marokko. Vielmehr soll die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin kündigt an, sich für einen lückenlosen Schutz der EU-Außengrenzen und eine konsequentere Bekämpfung der Schleuserkriminalität einzusetzen. Dabei richtet sich der Blick ausdrücklich auch auf digitale Netzwerke, über die irreguläre Migration organisiert oder verstärkt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kooperation mit Marokko soll sowohl bilateral als auch auf europäischer Ebene enger werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/hitzige-debatte-im-eu-parlament-nach-migrationskrise-gehoert-ceuta-zu-europa/">Unmittelbar nach Beginn der Krise nahm die Bundesregierung nach eigenen Angaben auf mehreren Ebenen Kontakt zu Spanien, Marokko und EU-Stellen auf.</a> Deutschland sicherte Solidarität zu und unterstützt einen von der EU-Kommission beim Sonderinnenrat vorgelegten Fünf-Punkte-Plan.</p>



<h2 id="h-keine-aufnahme-aus-ceuta-nach-deutschland-geplant" class="wp-block-heading"><span id="keine-aufnahme-aus-ceuta-nach-deutschland-geplant">Keine Aufnahme aus Ceuta nach Deutschland geplant</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aufnahme von Menschen aus der Ceuta-Krise nach Deutschland ist derzeit nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die freiwilligen humanitären Aufnahmeprogramme des Bundes sind ausgesetzt. Auch über den Solidaritätsmechanismus des im Juni in Kraft getretenen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sind im ersten Zyklus keine Übernahmen aus diesem Personenkreis geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel setzt Deutschland seine migrationspolitischen Programme in Marokko fort. Dazu gehören die Zentren für Migration und Entwicklung, Projekte zur regulären Arbeitsmigration zwischen Nordafrika und Europa sowie Maßnahmen zur sozialen und wirtschaftlichen Reintegration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ein regionales Projekt des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen in Marokko stellte Deutschland 2025 zudem 138.000 Euro bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beobachtet nach eigenen Angaben grundsätzlich auch, ob Drittstaaten Migration für politische Zwecke instrumentalisieren.<a href="https://fokus-afrika.de/marokko-geht-im-ceuta-streit-in-die-offensive-spaniens-geheimdienst-entlastet-rabat-teilweise/"> Für die Ereignisse in Ceuta legt sie jedoch keine eigene Feststellung einer gezielten staatlichen Instrumentalisierung durch Marokko vor.</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>BND warnt vor gewaltsamem Konflikt mit Russland – deutsche Dienste sehen akute Angriffe</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bnd-warnt-vor-gewaltsamem-konflikt-mit-russland-deutsche-dienste-sehen-akute-angriffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 11:41:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Nachrichtendienste verschärfen ihre Warnungen vor Russland. BND-Präsident Martin Jäger sieht Deutschland in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt zu geraten – der Verfassungsschutz spricht bereits von Sabotage, Anschlagsversuchen und möglichen Tötungsoperationen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbnd-warnt-vor-gewaltsamem-konflikt-mit-russland-deutsche-dienste-sehen-akute-angriffe%2F&amp;action_name=BND%20warnt%20vor%20gewaltsamem%20Konflikt%20mit%20Russland%20%E2%80%93%20deutsche%20Dienste%20sehen%20akute%20Angriffe&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschlands Nachrichtendienste warnen vor einer deutlich verschärften Bedrohung durch Russland und sehen das Land bereits heute als Ziel hybrider Angriffe, Sabotage und möglicher Gewaltoperationen. Bei der öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums am 5. Oktober erklärten die Spitzen von BND, Verfassungsschutz und Militärischem Abschirmdienst, die Bedrohung sei nicht mehr abstrakt. BND-Präsident Martin Jäger warnte ausdrücklich davor, dass Deutschland „in Gefahr“ sei, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten. Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen erklärte zugleich, russische Aktivitäten reichten inzwischen von Spionage und Desinformation bis zu Sabotage und geplanten Tötungsoperationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die drei Nachrichtendienstchefs stellten Russland in den Mittelpunkt ihrer Lageeinschätzung. Gleichzeitig verwiesen sie auf internationalen Terrorismus, Cyberangriffe und gewaltorientierten Extremismus als weitere Hochrisikofelder.</p>



<h2 id="h-jager-von-keinem-anderen-land-geht-aktuell-eine-so-direkte-bedrohung-aus" class="wp-block-heading"><span id="jaeger-von-keinem-anderen-land-geht-aktuell-eine-so-direkte-bedrohung-aus">Jäger: „Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte Bedrohung aus“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">BND-Präsident Martin Jäger bezeichnete Russland als den derzeit gefährlichsten Gegner Deutschlands. Die bereits im Herbst 2025 prognostizierte Verschärfung der Lage sei vollständig eingetreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten“, sagte Jäger. Von keinem anderen Staat gehe derzeit eine „so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland“ aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung des BND hat die Konfrontation eine neue Qualität erreicht. Russland erhöhe den Druck auf Deutschland und Europa, während es seinen Krieg gegen die Ukraine weiter verschärfe. Berlin sei aufgrund seiner Unterstützung für die Ukraine und seiner Rolle innerhalb der NATO zu einem wichtigen Ziel russischer Aktivitäten geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jäger beschrieb Moskaus Vorgehen als Politik von Zwang, Einschüchterung und zunehmender Risikobereitschaft. Russland missachte die Souveränität anderer Staaten und sei bereit, Gewalt zur Durchsetzung eigener Ziele einzusetzen.</p>



<h2 id="h-anschlagsversuch-in-leipzig-ruckt-in-den-mittelpunkt" class="wp-block-heading"><span id="anschlagsversuch-in-leipzig-rueckt-in-den-mittelpunkt">Anschlagsversuch in Leipzig rückt in den Mittelpunkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig. Nach Angaben des Verfassungsschutzes sollte dort eine mit Sprengstoff beladene Drohne eine geparkte Antonow-Maschine treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">BfV-Präsident Sinan Selen erklärte, die Spuren führten „sehr klar nach Russland“. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte den Vorfall zuvor als Beispiel für hybride Kriegsführung bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall steht für die neue Bewertung der Sicherheitsbehörden. Was in militärischen Planungen häufig mit einem möglichen Konfliktszenario im Jahr 2029 verbunden werde, sei aus Sicht des Verfassungsschutzes im nachrichtendienstlichen Bereich bereits heute Realität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden jetzt angegriffen, nicht erst 2029“, sagte Selen.</p>



<h2 id="h-verfassungsschutz-warnt-vor-sabotage-und-totungsoperationen" class="wp-block-heading"><span id="verfassungsschutz-warnt-vor-sabotage-und-toetungsoperationen">Verfassungsschutz warnt vor Sabotage und Tötungsoperationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht neben klassischer Spionage eine zunehmende Bereitschaft Russlands zu konkreten Operationen auf deutschem Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selen nannte insbesondere Transport und Verkehr, die Verteidigungsindustrie und militärische Infrastruktur als potenzielle Ziele. Festnahmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern zeigten, dass russische Akteure bei ihren Operationen erhebliche Schäden und mögliche zivile Opfer einkalkulierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz beobachte zudem Vorbereitungen von Gewalttaten gegen Einzelpersonen durch staatliche oder staatlich gesteuerte Akteure.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch russische Versuche, Rüstungsunternehmen auszuspähen oder Produktions- und Lieferketten für die Ukraine zu stören, stehen im Fokus. Selen verwies auf einen vereitelten Brandanschlag in München Anfang September, bei dem deutsche Sicherheitsbehörden nach seinen Angaben einen schweren Schaden verhindern konnten.</p>



<h2 id="h-bnd-spricht-von-russischem-schattenkrieg" class="wp-block-heading"><span id="bnd-spricht-von-russischem-schattenkrieg">BND spricht von russischem „Schattenkrieg“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jäger bezeichnete die russischen Aktivitäten als „Schattenkrieg“ gegen Deutschland. Dieser lasse sich weder vollständig mit klassischen militärischen noch mit herkömmlichen rechtlichen Kategorien erfassen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="988" height="556" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger.jpg" alt="" class="wp-image-30506 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger.jpg 988w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/portrait-leitung-jaeger-800x450.jpg 800w" sizes="(max-width: 988px) 100vw, 988px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland befinde sich nicht im Verteidigungsfall und werde dennoch angegriffen. Russische Nachrichtendienste agierten professionell und rücksichtslos. Die Gefahr von Anschlägen auf Ziele in Deutschland sei weiterhin real.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der BND erwartet zugleich eine weitere Verschärfung des Krieges gegen die Ukraine. Russland wolle das Land im kommenden Winter stärker unter Druck setzen. Jäger rechnet mit Angriffen von größerer Härte sowie mit weiteren Versuchen, westliche Waffenproduktion und Lieferungen an die Ukraine zu behindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der BND sieht derzeit allerdings keine Hinweise auf einen groß angelegten russischen Angriff auf NATO-Gebiet. Niedrigschwellige militärische Aktivitäten insbesondere im Baltikum seien jedoch möglich. Auch Operationen unter falscher Flagge könnten nach Einschätzung des Dienstes nicht ausgeschlossen werden.</p>



<h2 id="h-nachrichtendienste-sollen-operativer-werden" class="wp-block-heading"><span id="nachrichtendienste-sollen-operativer-werden">Nachrichtendienste sollen operativer werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Aus der veränderten Bedrohungslage leiten BND und Verfassungsschutz einen Umbau ihrer Arbeitsweise ab.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jäger kündigte an, den Bundesnachrichtendienst stärker auf Gegner wie Russland auszurichten, technologische Fähigkeiten auszubauen und seine Einsatzfähigkeit auch unter Bedingungen von Krieg und Krise zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist uns ernst damit, Deutschlands erste Verteidigungslinie zu sein“, erklärte der BND-Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/dobrindt-aus-nachrichtendiensten-werden-echte-geheimdienste-bundestag-streitet-ueber-neue-befugnisse/">Das geplante neue BND-Gesetz soll dem Dienst zusätzliche Befugnisse geben.</a> Zugleich unterstützt Jäger die vorgesehenen erweiterten Kontrollmechanismen. Zusätzliche Kompetenzen müssten mit stärkerer parlamentarischer und rechtlicher Kontrolle verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Verfassungsschutz will sich stärker zu einem operativen Abwehrdienst entwickeln. <a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-leidet-unter-angriffen-auf-seine-verteidigungsindustrie-durch-spionage/">Selen verwies dabei auf europäische Partnerdienste, die nachrichtendienstliche und polizeiliche Fähigkeiten enger miteinander verzahnen.</a></p>



<h2 id="h-neues-zentrum-bearbeitet-bereits-operative-falle" class="wp-block-heading"><span id="neues-zentrum-bearbeitet-bereits-operative-faelle">Neues Zentrum bearbeitet bereits operative Fälle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wichtige Rolle spielt dabei das neue Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen. Nach Angaben Selens ist die Einrichtung seit weniger als vier Monaten im Wirkbetrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In mehr als 100 Sitzungen seien bereits zahlreiche konkrete Sachverhalte bearbeitet worden. Einen Teil davon habe der Generalbundesanwalt übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz beschreibt seine Strategie mit den drei Bereichen Detektion, Disruption und Prävention. Ziel sei es, Bedrohungen nicht nur zu beobachten, sondern gegnerische Aktivitäten frühzeitig zu unterbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selen nannte Festnahmen mutmaßlicher Agenten, die Aufklärung illegaler Beschaffungsnetzwerke, Maßnahmen gegen Ausspähung, die Zuordnung von Cyberangriffen und die Identifizierung ausländischer Informationsmanipulation als Beispiele.</p>



<h2 id="h-terrorismus-und-gewaltorientierter-extremismus-bleiben-hochrisikofelder" class="wp-block-heading"><span id="terrorismus-und-gewaltorientierter-extremismus-bleiben-hochrisikofelder">Terrorismus und gewaltorientierter Extremismus bleiben Hochrisikofelder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Russland zählt der Verfassungsschutz internationalen Terrorismus und gewaltorientierten Extremismus weiterhin zu seinen drei wichtigsten Gefahrenfeldern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Konflikte beeinflussten auch die Sicherheitslage in Deutschland. Besonders jüdische und israelische Einrichtungen seien weiterhin bedroht. Selen verwies unter anderem auf eine Gruppierung namens HAYI, die sich im Frühjahr zu mehreren Brandanschlägen auf überwiegend jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa bekannt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig beobachten die Sicherheitsbehörden eine zunehmende Radikalisierung sehr junger Menschen. Im jihadistischen Umfeld werde Gewalt teilweise unabhängig von komplexeren ideologischen Begründungen verherrlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Entwicklungen sieht das BfV im gewaltorientierten Extremismus. Minderjährige und teilweise sehr junge Akteure würden über digitale Räume angesprochen und radikalisiert.</p>



<h2 id="h-mad-sieht-konkrete-angriffe-auf-bundeswehr-und-demokratie" class="wp-block-heading"><span id="mad-sieht-konkrete-angriffe-auf-bundeswehr-und-demokratie">MAD sieht konkrete Angriffe auf Bundeswehr und Demokratie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Militärische Abschirmdienst spricht inzwischen von einer konkreten Bedrohungslage. MAD-Präsidentin Martina Rosenberg erklärte, Deutschland, seine Bevölkerung, die Bundeswehr und die demokratische Ordnung seien Gefahren von außen und innen ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegnerische Aktivitäten zielten darauf, Vertrauen in die staatliche Abwehrfähigkeit zu beschädigen, Unsicherheit zu verbreiten und die Moral innerhalb der Bundeswehr zu schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der MAD konzentriert sich zugleich auf extremistische Bestrebungen innerhalb der Streitkräfte. Rechtsextremistische, islamistische und andere verfassungsfeindliche Ideologien hätten in der Bundeswehr keinen Platz, erklärte Rosenberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachrichtendienste wollen ihre Zusammenarbeit mit Polizei, Bundeswehr, Justiz und internationalen Partnern weiter ausbauen. Gleichzeitig drängen sie auf neue rechtliche Befugnisse, um auf hybride Angriffe schneller reagieren zu können.</p>
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		<title>Olaf Scholz und Chinchilla besetzen Nord-Süd-Kommission mit Spitzenpersonal aus Afrika</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/olaf-scholz-und-chinchilla-besetzen-nord-sued-kommission-mit-spitzenpersonal-aus-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 11:12:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland besetzt seine neue Nord-Süd-Kommission mit internationalem Spitzenpersonal. Weltbank, WTO und UNDP sitzen ebenso am Tisch wie führende Stimmen aus Afrika – darunter Ngozi Okonjo-Iweala, Denis Mukwege, Phumzile Mlambo-Ngcuka und Aminata Touré.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Folaf-scholz-und-chinchilla-besetzen-nord-sued-kommission-mit-spitzenpersonal-aus-afrika%2F&amp;action_name=Olaf%20Scholz%20und%20Chinchilla%20besetzen%20Nord-S%C3%BCd-Kommission%20mit%20Spitzenpersonal%20aus%20Afrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission der Bundesregierung startet mit internationalem Spitzenpersonal und einer deutlichen Beteiligung aus dem Globalen Süden. Am 5. Oktober stellten die Ko-Vorsitzenden Olaf Scholz und Laura Chinchilla in Berlin die 20 Mitglieder des Gremiums vor. Dazu gehören Weltbank-Präsident Ajay Banga, WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala, Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege, die frühere südafrikanische Vizepräsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka und Senegals frühere Premierministerin Aminata Touré. Die Kommission soll Vorschläge für eine Neuordnung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in einer multipolaren Welt erarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrheit der Mitglieder kommt nach Angaben der Kommission aus Ländern des Globalen Südens. Vertreten sind internationale Organisationen, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie frühere Spitzenpolitiker. Die Bundesregierung hatte das unabhängige Gremium Ende Juni auf der Hamburg Sustainability Conference ins Leben gerufen.</p>



<h2 id="h-afrika-erhalt-starkes-gewicht-in-der-kommission" class="wp-block-heading"><span id="afrika-erhaelt-starkes-gewicht-in-der-kommission">Afrika erhält starkes Gewicht in der Kommission</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Mitglieder gehören zu den bekanntesten afrikanischen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ngozi Okonjo-Iweala aus Nigeria führt als Generaldirektorin die Welthandelsorganisation. Die frühere südafrikanische Vizepräsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka ist heute Kanzlerin der University of Johannesburg und war zuvor Exekutivdirektorin von UN Women.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Denis Mukwege gehört zudem einer der international bekanntesten Menschenrechtsvertreter aus der Demokratischen Republik Kongo der Kommission an. Der Gynäkologe und Friedensnobelpreisträger engagiert sich seit Jahrzehnten für Überlebende sexualisierter Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aminata Touré war Premierministerin Senegals und bekleidete weitere politische Spitzenämter. Der kenianische Bankmanager James Mwangi ist Vorstandschef der Equity Group Holdings und der Equity Group Foundation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Comfort Ero, Präsidentin und Vorstandsvorsitzende der International Crisis Group, bringt afrikanische Perspektiven in das Gremium ein.</p>



<h2 id="h-weltbank-wto-und-undp-am-tisch" class="wp-block-heading"><span id="weltbank-wto-und-undp-am-tisch">Weltbank, WTO und UNDP am Tisch</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammensetzung gibt der Kommission direkten Zugang zu zentralen Institutionen der internationalen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben WTO-Chefin Okonjo-Iweala gehört Weltbank-Präsident Ajay Banga dem Gremium an. Alexander De Croo, Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen und früherer belgischer Premierminister, nimmt in offizieller und beratender Funktion teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sri Mulyani Indrawati, frühere Finanzministerin Indonesiens, wirkt als unabhängige Ko-Vorsitzende der nächsten Wiederauffüllung der International Development Association der Weltbankgruppe mit. Der Ökonom Kaushik Basu, Professor an der Cornell University, ist Ko-Vorsitzender einer hochrangigen UN-Expertengruppe zu neuen Wohlstandsindikatoren jenseits des Bruttoinlandsprodukts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Mitglieder kommen aus Lateinamerika, Asien, Europa und internationalen Organisationen.</p>



<h2 id="h-scholz-fordert-losungen-jenseits-des-kleinsten-gemeinsamen-nenners" class="wp-block-heading"><span id="scholz-fordert-loesungen-jenseits-des-kleinsten-gemeinsamen-nenners">Scholz fordert Lösungen jenseits des kleinsten gemeinsamen Nenners</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz verbindet die Zusammensetzung der Kommission ausdrücklich mit dem Anspruch, politische Vorschläge mit internationalem Gewicht vorzulegen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30502 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Olaf_Scholz_signing_Jacques_Delors_book_of_condolences_-_2024.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Das Gewicht der Nord-Süd-Kommission wird ganz entscheidend von der Strahlkraft und dem Gewicht ihrer Mitglieder bestimmt“, erklärte Scholz. Die Kommission solle gemeinsame Vorschläge „über Grenzen, politische und gesellschaftliche Lager hinweg“ entwickeln.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei gehe es nicht um Lösungen im Sinne des kleinsten gemeinsamen Nenners, sondern um Vorschläge, die politisch umsetzbar seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frühere Präsidentin Costa Ricas Laura Chinchilla stellte dagegen die veränderten globalen Machtverhältnisse in den Mittelpunkt. „Die Gesellschaften des Globalen Südens werden unser 21. Jahrhundert prägen“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Globale Zusammenarbeit müsse stärker auf Partnerschaft zwischen Nord und Süd setzen und konkrete Verbesserungen für Menschen bewirken.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-will-entwicklungspolitik-neu-ausrichten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-will-entwicklungspolitik-neu-ausrichten">Bundesregierung will Entwicklungspolitik neu ausrichten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sieht in der Besetzung ein Signal für die künftige deutsche Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine mutige Idee füllt sich mit Leben“, erklärte die Ministerin. Die Zusammensetzung und das internationale Interesse zeigten, dass die Kommission „einen Nerv“ treffe. Die Zeichen der Zeit stünden auf stärkeren Partnerschaften mit dem Globalen Süden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-25571 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2.jpg 2076w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Kommission soll Empfehlungen für neue Partnerschaftsmodelle zwischen Globalem Norden und Globalem Süden entwickeln. Weitere Themen sind die internationale Entwicklungsagenda nach 2030 und die künftige Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agenda wird von den Mitgliedern gemeinsam entwickelt. Unterstützt werden soll die Arbeit durch Think Tanks, Forschungsinstitutionen und regionale sowie globale Konsultationen.</p>



<h2 id="h-erste-sitzung-mitte-oktober-in-bangkok" class="wp-block-heading"><span id="erste-sitzung-mitte-oktober-in-bangkok">Erste Sitzung Mitte Oktober in Bangkok</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/olaf-scholz-wird-wegen-neuer-nord-sued-kommission-im-bundestag-befragt-erste-sitzung-in-bangkok/" data-type="post" data-id="29994">Die erste Sitzung der Nord-Süd-Kommission findet am 16. und 17. Oktober in Bangkok am Rande der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds statt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wollen die Mitglieder ihre inhaltlichen Schwerpunkte und das Arbeitsprogramm festlegen. Ein erstes Zwischendokument ist für Mitte 2027 vorgesehen. Der Zeitpunkt fällt mit dem 50. Jahrestag der Einsetzung der historischen Brandt-Kommission zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abschlussbericht der neuen Nord-Süd-Kommission soll Ende 2028 vorgelegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem internationalen Gremium ist ein nationaler Begleitkreis geplant. Darin sollen Bundesressorts, Parlament, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, politische Stiftungen und Jugendvertretungen mitwirken. Zusätzlich soll ein internationales Expertengremium eingerichtet werden.</p>



<h2 id="h-20-mitglieder-aus-politik-wirtschaft-und-gesellschaft" class="wp-block-heading"><span id="20-mitglieder-aus-politik-wirtschaft-und-gesellschaft">20 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Banga, Okonjo-Iweala, Mukwege, Mlambo-Ngcuka, Touré und Mwangi gehören unter anderem die frühere spanische Außenministerin Arancha González Laya, der ehemalige USAID-Chef Mark Green, der frühere deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Brasiliens ehemalige Umweltministerin Izabella Teixeira und der chinesische Wissenschaftler Lan Xue der Kommission an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Privatwirtschaft kommt Altagracia Gómez Sierra aus Mexiko. Daniel Bertossa vertritt als Generalsekretär von Public Services International die internationale Gewerkschaftsbewegung. Nudhara Yusuf bringt Perspektiven aus der internationalen Zivilgesellschaft ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission ist als unabhängiges Gremium eingerichtet. Ihr Sekretariat ist beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin angesiedelt.</p>
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		<title>Steinmeier ehrt Karamba Diaby und Nariman Hammouti mit Bundesverdienstkreuz</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/steinmeier-ehrt-karamba-diaby-und-nariman-hammouti-mit-bundesverdienstkreuz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 10:27:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Karamba Diaby und Nariman Hammouti gehören zu den 21 Persönlichkeiten, die Steinmeier zum Tag der Deutschen Einheit ausgezeichnet hat. Der Bundespräsident stellte ihre Biografien ausdrücklich in den Zusammenhang einer „Einheit der Verschiedenen“.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsteinmeier-ehrt-karamba-diaby-und-nariman-hammouti-mit-bundesverdienstkreuz%2F&amp;action_name=Steinmeier%20ehrt%20Karamba%20Diaby%20und%20Nariman%20Hammouti%20mit%20Bundesverdienstkreuz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-ehrt-karamba-diaby-und-nariman-hammouti-mit-bundesverdienstkreuz/">Steinmeier ehrt Karamba Diaby und Nariman Hammouti mit Bundesverdienstkreuz</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den früheren Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby und die Marineoffizierin Nariman Hammouti mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung fand am 5. Oktober anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Berlin statt. Insgesamt erhielten 21 Bürgerinnen und Bürger den Orden für ihr Engagement für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Aussöhnung und internationale Verständigung.<a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund/"> Steinmeier hob dabei ausdrücklich auch Einwanderungs- und Emanzipationsgeschichten als Teil der „inneren Einheit“ Deutschlands hervor.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Ausgezeichneten sind zwölf Frauen und neun Männer. Steinmeier erklärte bei der Verleihung, sie trügen auf unterschiedliche Weise dazu bei, „dass die Demokratie in unserem Land lebendig werden konnte, lebendig ist und lebendig bleibt“.</p>



<h2 id="h-karamba-diaby-fur-gesellschaftliches-und-politisches-engagement-geehrt" class="wp-block-heading"><span id="karamba-diaby-fuer-gesellschaftliches-und-politisches-engagement-geehrt">Karamba Diaby für gesellschaftliches und politisches Engagement geehrt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karamba Diaby wurde für sein langjähriges Engagement für Integration, gesellschaftlichen Dialog und ein differenziertes Afrikabild in Deutschland ausgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der in Halle lebende promovierte Chemiker gehörte zunächst dem Ausländerbeirat der Stadt an und war später Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates. Von 2013 bis 2025 saß Diaby für die SPD im Deutschen Bundestag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben seiner parlamentarischen Arbeit engagierte er sich in zahlreichen Organisationen, darunter im Präsidium des Kinderhilfswerks Plan International Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundespräsidialamt würdigte besonders seinen Einsatz dafür, Vorurteile abzubauen und Kenntnisse über andere Kulturen zu erweitern. Ein besonderes Anliegen Diabys sei es, „ein differenziertes Afrikabild in der deutschen Öffentlichkeit zu fördern“.</p>



<h2 id="h-nariman-hammouti-als-bruckenbauerin-ausgezeichnet" class="wp-block-heading"><span id="nariman-hammouti-als-brueckenbauerin-ausgezeichnet">Nariman Hammouti als Brückenbauerin ausgezeichnet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Nariman Hammouti aus Hannover erhielt den Verdienstorden. Die Marineoffizierin gehört zu den ersten Jahrgängen von Frauen, die nach der vollständigen Öffnung der Bundeswehr für weibliche Soldaten im Jahr 2001 ihren Dienst aufnahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hammouti ist die Tochter marokkanischer Eltern und engagiert sich nach Angaben des Bundespräsidialamts als Brückenbauerin zwischen „Tradition und Erneuerung, Zugehörigkeit und Teilhabe“.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30496 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Nariman_Hammouti_49168255023.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Neben ihrer militärischen Laufbahn wirkt sie in der islamischen Militärseelsorge mit. Zudem gehörte sie im Niedersächsischen Landtag der Kommission zu Fragen der Migration und Teilhabe an und war Jurymitglied des Niedersächsischen Integrationspreises.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier griff ihre Biografie in seiner Rede ausdrücklich auf. Noch zur Zeit der Stiftung des Bundesverdienstkreuzes durch Bundespräsident Theodor Heuss sei kaum vorstellbar gewesen, dass eine Tochter marokkanischer Eltern Kapitänleutnant der Marine werde und sich für eine moderne Bundeswehr sowie ein besseres Verhältnis zwischen Gesellschaft und Streitkräften einsetze.</p>



<h2 id="h-steinmeier-spricht-von-einheit-der-verschiedenen" class="wp-block-heading"><span id="steinmeier-spricht-von-einheit-der-verschiedenen">Steinmeier spricht von „Einheit der Verschiedenen“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundespräsident verband die Auszeichnung mit einer grundsätzlichen Aussage über das heutige Deutschland. Einwanderungs- und Emanzipationsgeschichten würden zunehmend selbstverständlicher und seien Teil dessen, was er als „innere Einheit“ bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier sprach von einer „Einheit der Verschiedenen“, die durch das gemeinsame Streben nach Menschenwürde, Freiheit und politischer Mitsprache verbunden sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demokratie sei mehr als eine Verfahrens- oder Organisationsform. Sie bleibe nur lebendig, wenn Bürger Verantwortung für das Gemeinwesen übernähmen und sich für andere einsetzten.</p>



<h2 id="h-engagement-fur-demokratie-als-gemeinsamer-nenner" class="wp-block-heading"><span id="engagement-fuer-demokratie-als-gemeinsamer-nenner">Engagement für Demokratie als gemeinsamer Nenner</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ausgezeichneten Persönlichkeiten kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Nach den Worten Steinmeiers verbindet sie, dass ihr Engagement Menschen zusammenführe und nicht spalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundespräsident erinnerte zugleich an die historischen Wurzeln des Tags der Deutschen Einheit. Die Einheit Deutschlands sei aus dem Willen zur Freiheit und aus dem demokratischen Aufbruch in der DDR hervorgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Freiheit und Demokratie kommen nicht von selbst – und sie bleiben auch nicht von selbst“, sagte Steinmeier. Beide müssten verteidigt und immer wieder mit Leben gefüllt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit gehört zu den letzten dieser Art in Steinmeiers Amtszeit. In seiner Rede verwies er darauf, dass er die Auszeichnungen zu diesem Anlass zum letzten Mal als Bundespräsident überreiche.</p>
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			<media:title type="html">Nariman_Hammouti_(49168255023)</media:title>
			<media:description type="html">Nariman Hammouti (Offizierin der Bundeswehr, Autorin von „Ich diene Deutschland“) Foto: Stephan Röhl</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Krisen im Nahen Osten: Deutschland setzt stärker auf Ägypten</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/krisen-im-nahen-osten-deutschland-setzt-staerker-auf-aegypten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 07:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Maritime Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland setzt bei regionalen Krisen stärker auf Ägypten. Bei Gesprächen in Kairo stehen Stabilisierung, die Sicherheit am Roten Meer und ukrainische Getreideexporte im Mittelpunkt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fkrisen-im-nahen-osten-deutschland-setzt-staerker-auf-aegypten%2F&amp;action_name=Krisen%20im%20Nahen%20Osten%3A%20Deutschland%20setzt%20st%C3%A4rker%20auf%20%C3%84gypten&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will die Zusammenarbeit mit Ägypten bei regionaler Stabilisierung, Wiederaufbau und der Sicherheit internationaler Seewege vertiefen. Staatsminister Hahn reist dazu am 4. Oktober zu politischen Gesprächen nach Kairo. Berlin misst Ägypten wegen seiner Rolle im Nahen Osten und am Roten Meer strategisches Gewicht bei. Auch Ernährungssicherheit und ukrainische Getreideexporte sollen auf der Agenda stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor seiner Abreise bezeichnete Hahn Ägypten als „zentralen strategischen Partner“ Deutschlands und als Stabilitätsanker in einer von Konflikten geprägten Region. Die Gespräche in Kairo sollen sich vor allem mit der aktuellen regionalen Lage und Möglichkeiten gemeinsamer Beiträge zu Stabilisierung und Wiederaufbau befassen.</p>



<h2 id="h-rotes-meer-und-internationale-seewege-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="rotes-meer-und-internationale-seewege-im-fokus">Rotes Meer und internationale Seewege im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt der Reise liegt auf der Sicherheitslage am Roten Meer. <a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-am-roten-meer-bleiben-berlin-erweitert-aufklaerung-bei-aspides/" data-type="post" data-id="30414">Die dortigen Spannungen betreffen eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Europa, Asien und Afrika. </a>Deutschland will sich nach den Worten Hahns eng mit Ägypten über die Sicherheit internationaler Seewege abstimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auch die Entwicklungen am Roten Meer und die Sicherheit wichtiger internationaler Seewege verdeutlichen, wie unmittelbar regionale Krisen Auswirkungen auf globaler Ebene haben“, erklärte der Staatsminister.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal.jpg" alt="" class="wp-image-30478 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal.jpg 900w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Aerial_view_of_city_of_Suez_and_Suez_Canal-800x533.jpg 800w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Ägypten nimmt dabei eine Schlüsselposition ein. <a href="https://fokus-afrika.de/g7-china-usa-bab-el-mandeb-wird-zum-schauplatz-eines-geopolitischen-machtkampfs/" data-type="post" data-id="30098">Über den Suezkanal verbindet das Land das Rote Meer mit dem Mittelmeer und damit eine zentrale Route des Welthandels.</a> Zugleich ist Kairo in mehrere diplomatische Prozesse im Nahen Osten eingebunden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setzt nach Angaben Hahns auf Dialog, Diplomatie und eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Die Bundesregierung betrachtet Ägypten dabei als einen ihrer wichtigsten Ansprechpartner.</p>



<h2 id="h-getreideexporte-und-ernahrungssicherheit-auf-der-agenda" class="wp-block-heading"><span id="getreideexporte-und-ernaehrungssicherheit-auf-der-agenda">Getreideexporte und Ernährungssicherheit auf der Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den regionalen Konflikten soll auch die globale Ernährungssicherheit Thema der Gespräche werden. Hahn verband die Frage mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und möglichen Fortschritten bei ukrainischen Getreideexporten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung wolle erneut deutlich machen, dass die Ukraine zu Verhandlungen bereit sei. Fortschritte bei Getreideexporten wären aus deutscher Sicht besonders für Staaten des Globalen Südens von Bedeutung, die stark von Einfuhren abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf internationale Agrarmärkte haben auch zahlreiche afrikanische Staaten getroffen. Ägypten zählt selbst zu den großen Getreideimporteuren und ist damit unmittelbar von Preisentwicklungen und verfügbaren Liefermengen auf den Weltmärkten abhängig.</p>



<h2 id="h-berlin-setzt-auf-breitere-partnerschaft-mit-kairo" class="wp-block-heading"><span id="berlin-setzt-auf-breitere-partnerschaft-mit-kairo">Berlin setzt auf breitere Partnerschaft mit Kairo</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise soll sich nicht auf Sicherheits- und Krisenthemen beschränken. Hahn verwies auf die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Ägypten sowie auf Kooperationen in Wissenschaft, Bildung und Kultur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während seines Aufenthalts will der Staatsminister auch an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Kairo teilnehmen. Zudem ist seine Teilnahme an einer Graduierungsfeier der German University in Cairo vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Universität steht für den engen akademischen Austausch zwischen beiden Ländern. Neben staatlichen Beziehungen spielen Hochschulen und gesellschaftliche Kontakte seit Jahren eine wichtige Rolle in der deutsch-ägyptischen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/aegypten-und-europaeische-union-vertiefen-strategische-partnerschaft-und-politische-abstimmung/">Hahn verbindet die Reise damit sowohl mit Gesprächen über aktuelle regionale Konflikte als auch mit der Pflege der langfristigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Kairo.</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland und Benin bauen Sicherheitskooperation aus – Militärabkommen steht vor Unterzeichnung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-benin-bauen-sicherheitskooperation-aus-militaerabkommen-steht-vor-unterzeichnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 07:21:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland baut seine Sicherheitskooperation mit Benin aus. Erstmals sind strategische Stabsgespräche auf hoher militärischer Ebene geplant, zugleich bereiten beide Länder ein neues bilaterales Abkommen vor.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-benin-bauen-sicherheitskooperation-aus-militaerabkommen-steht-vor-unterzeichnung%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20Benin%20bauen%20Sicherheitskooperation%20aus%20%E2%80%93%20Milit%C3%A4rabkommen%20steht%20vor%20Unterzeichnung&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-benin-bauen-sicherheitskooperation-aus-militaerabkommen-steht-vor-unterzeichnung/">Deutschland und Benin bauen Sicherheitskooperation aus – Militärabkommen steht vor Unterzeichnung</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Benin wollen ihre militärische und polizeiliche Zusammenarbeit ausbauen und bereiten dafür ein neues bilaterales Abkommen vor. Im Oktober sollen erstmals strategische Stabsgespräche zwischen beiden Ländern auf hoher militärischer Ebene stattfinden. Hintergrund ist die Sicherheitslage im Norden Benins, wo bewaffnete extremistische Gruppen aus der Sahelzone zunehmend Druck auf die Grenzregionen ausüben. Zugleich stehen Regierungskonsultationen an, bei denen Berlin und Cotonou auch ihre Entwicklungs- und Wirtschaftskooperation neu abstimmen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Botschafter in Benin, Stefan Buchwald, kündigte die nächsten Schritte in einem am 3. Oktober veröffentlichten Interview mit <em>La Nouvelle Tribune</em> an. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-zuegige-militaerhilfe-fuer-benin-mission-noch-im-oktober/" data-type="post" data-id="30027">Deutschland werde die militärische Zusammenarbeit weiter intensivieren und zugleich die Kooperation der Polizeibehörden ausbauen.</a> Einzelheiten zu dem geplanten Abkommen sollen bei dessen Unterzeichnung bekanntgegeben werden.</p>



<h2 id="h-berlin-verstarkt-zusammenarbeit-angesichts-der-sicherheitslage" class="wp-block-heading"><span id="berlin-verstaerkt-zusammenarbeit-angesichts-der-sicherheitslage">Berlin verstärkt Zusammenarbeit angesichts der Sicherheitslage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Buchwald bezeichnete die Lage in den beninischen Grenzgebieten als besorgniserregend. Die Bedrohung durch terroristische Gruppen an den nördlichen und östlichen Grenzen dürfe nicht unterschätzt werden. Deutschland unterstützt die beninischen Streitkräfte bereits mit Ausrüstung und bildet Soldaten in Deutschland aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärischen Beziehungen reichen mehrere Jahrzehnte zurück. In den vergangenen 40 Jahren wurden nach Angaben Buchwalds mehr als 350 beninische Soldaten in Deutschland ausgebildet. Mit den angekündigten strategischen Stabsgesprächen erhält die Zusammenarbeit nun eine zusätzliche politische und militärische Ebene.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-1024x731.jpg" alt="" class="wp-image-30474 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-1024x731.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-300x214.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-768x548.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-380x271.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-800x571.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023-1160x828.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/230125-N-DK722-1018_-_Benin_Navy_Police_Force_conduct_VBSS_Training_during_Obangame_Express_2023.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Benin grenzt im Norden an Burkina Faso und Niger. <a href="https://fokus-afrika.de/dschihadisten-dringen-aus-benin-in-nigeria-ein/">Die Ausbreitung bewaffneter Gruppen aus der Sahelzone hat die Sicherheitslage in den nördlichen Landesteilen in den vergangenen Jahren zunehmend belastet. </a>Die Regierung in Cotonou versucht, ihre Grenzregionen militärisch zu sichern und zugleich staatliche Strukturen und wirtschaftliche Perspektiven zu stärken.</p>
</div></div>



<h2 id="h-regierungskonsultationen-setzen-drei-schwerpunkte" class="wp-block-heading"><span id="regierungskonsultationen-setzen-drei-schwerpunkte">Regierungskonsultationen setzen drei Schwerpunkte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zur Sicherheitskooperation wollen Deutschland und Benin ihre entwicklungspolitische Zusammenarbeit weiterentwickeln. Für Oktober kündigte Buchwald Regierungskonsultationen mit einer Delegation der Bundesregierung an. Dabei sollen drei bisherige Schwerpunkte fortgeführt werden: öffentliche Finanzen und Dezentralisierung, Privatwirtschaft und berufliche Bildung sowie Wasser und Biodiversität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt Benin unter anderem bei der Mobilisierung kommunaler Einnahmen, bei Transparenz und kommunaler Infrastruktur. Im wirtschaftlichen Bereich liegt ein Schwerpunkt auf kleinen und mittleren Unternehmen sowie auf der beruflichen Qualifizierung junger Menschen und Frauen. Im Wasserbereich beteiligt sich Deutschland an Reformen der Wasserwirtschaft und an Infrastrukturprojekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Benin reicht bis in die frühen 1960er-Jahre zurück. Die KfW Entwicklungsbank ist seit 1962 im Land tätig. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit begleitet sie unter anderem Infrastrukturprojekte und staatliche Reformen.</p>



<h2 id="h-wirtschaft-ruckt-starker-in-die-bilateralen-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaft-rueckt-staerker-in-die-bilateralen-beziehungen">Wirtschaft rückt stärker in die bilateralen Beziehungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin verbindet die Entwicklungszusammenarbeit zunehmend mit der Förderung wirtschaftlicher Beziehungen. Berufliche Bildung soll dazu beitragen, Fachkräfte für Unternehmen auszubilden und Benin für deutsche Investoren attraktiver zu machen. Die GIZ unterstützt zudem beninische Unternehmen dabei, europäische Standards zu erfüllen und damit ihre Chancen auf dem EU-Markt zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Vernetzung von Unternehmen arbeitet Deutschland unter anderem mit der beninischen Investitions- und Exportagentur APIEX sowie der Auslandshandelskammer in Abidjan zusammen. Der German-African Business Summit in Accra Ende November soll beninischen Unternehmen weitere Kontakte zu deutschen Wirtschaftsakteuren ermöglichen. Buchwald verwies außerdem auf die Industriezone Glo-Djigbé und die Digitalisierung des Landes als Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung Benins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Ausbildung setzt Deutschland bestehende Programme fort. Über die KfW werden technische Agrarschulen in Cobly und Natitingou finanziert beziehungsweise modernisiert. Die GIZ fördert mit dem Projekt ProFOP berufliche Qualifikationen unter anderem in Landwirtschaft, Bauwirtschaft und Photovoltaik.</p>



<h2 id="h-mehr-als-90-000-menschen-lernen-deutsch-in-benin" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-90-000-menschen-lernen-deutsch-in-benin">Mehr als 90.000 Menschen lernen Deutsch in Benin</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beziehungen zwischen beiden Ländern reichen über staatliche Programme hinaus. Nach Angaben Buchwalds lernen in Benin mehr als 90.000 Menschen Deutsch. <a href="https://fokus-afrika.de/75-jahre-goethe-institut-steinmeier-warnt-vor-rueckzug-aus-kultureller-aussenpolitik/" data-type="post" data-id="28362">Mehr als 500 Deutschlehrer unterrichten im Land. Austauschprogramme, Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Angebote des Goethe-Instituts ergänzen die staatliche Zusammenarbeit.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 7.000 Beninerinnen und Beniner leben nach Angaben des Botschafters in Deutschland. Buchwald sprach sich zudem für eine Wiedereröffnung der vor einigen Jahren geschlossenen beninischen Botschaft in Deutschland aus. Eine eigene diplomatische Vertretung könne insbesondere den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen unterstützen.</p>
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			<media:description type="html">Benin Navy and Police Force personnel conduct close-quarters combat training during exercise Obangame Express 2023 in Lagos, Nigeria, Jan. 25, 2023. Obangame Express 2023, conducted by U.S. Naval Forces Africa, is a maritime exercise designed to improve cooperation, and increase maritime safety and security among participating nations in the Gulf of Guinea and Southern Atlantic Ocean. U.S. Sixth Fleet, headquartered in Naples, Italy, conducts the full spectrum of joint and naval operations, often in concert with allied and interagency partners, in order to advance U.S. national interests and security and stability in Europe and Africa. (U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Cameron C. Edy)</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Nach UN-Niederlage: Deutschland meldet neue Sicherheitsrats-Kandidaturen für 2035 und 2043 an</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-un-niederlage-deutschland-meldet-neue-sicherheitsrats-kandidaturen-fuer-2035-und-2043-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 20:16:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland reagierte auf die historische Niederlage bei der UN-Sicherheitsratswahl innerhalb eines Tages mit zwei neuen Kandidaturen. Gleichzeitig hält die Bundesregierung am Anspruch auf einen ständigen Sitz im mächtigsten UN-Gremium fest.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-un-niederlage-deutschland-meldet-neue-sicherheitsrats-kandidaturen-fuer-2035-und-2043-an%2F&amp;action_name=Nach%20UN-Niederlage%3A%20Deutschland%20meldet%20neue%20Sicherheitsrats-Kandidaturen%20f%C3%BCr%202035%20und%202043%20an&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-un-niederlage-deutschland-meldet-neue-sicherheitsrats-kandidaturen-fuer-2035-und-2043-an/">Nach UN-Niederlage: Deutschland meldet neue Sicherheitsrats-Kandidaturen für 2035 und 2043 an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält trotz des gescheiterten Einzugs in den UN-Sicherheitsrat an ihrem Anspruch fest und hat bereits zwei neue Kandidaturen für nichtständige Sitze angemeldet. Die Anmeldungen erfolgten am 4. Juni 2026, einen Tag nach der verlorenen Wahl in New York. Zugleich bekräftigt Berlin sein langfristiges Ziel, im Zuge einer Reform einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat zu erhalten. In der Wahl für die Amtszeit 2027 und 2028 war Deutschland erstmals mit einer Bewerbung für das Gremium gescheitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Bewerbungen betreffen die Wahlperioden 2035 bis 2036 sowie 2043 bis 2044. Bereits am 5. Juni informierte die Bundesregierung alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen schriftlich über die Kandidaturen. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-deutschland-will-verantwortung-im-un-sicherheitsrat-uebernehmen/">Eine erneute Bewerbung für eine unmittelbar folgende Amtsperiode ist damit zunächst nicht vorgesehen.</a></p>



<h2 id="h-bundesregierung-halt-am-standigen-sitz-fest" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-haelt-am-staendigen-sitz-fest">Bundesregierung hält am ständigen Sitz fest</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das weitergehende Ziel eines ständigen deutschen Sitzes im UN-Sicherheitsrat bleibt unverändert. Auf die Frage des Bundestages, ob die Bundesregierung daran festhalte, antwortete sie ausdrücklich mit „Ja“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin begründet den Anspruch mit der aus seiner Sicht notwendigen Reform des Sicherheitsrates. Gemeinsam mit den G4-Partnern Brasilien, Indien und Japan setzt sich Deutschland für eine veränderte Zusammensetzung des mächtigsten UN-Gremiums ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sicherheitsrat bilde „in seiner derzeitigen Zusammensetzung“ die geopolitischen Verhältnisse des 21. Jahrhunderts nicht mehr ab, erklärte die Bundesregierung. Zahlreiche UN-Mitgliedstaaten forderten deshalb Anpassungen bei Zusammensetzung und Arbeitsweise des Rates.</p>



<h2 id="h-deutschland-scheiterte-mit-104-stimmen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-scheiterte-mit-104-stimmen">Deutschland scheiterte mit 104 Stimmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-nennt-un-niederlage-herbe-enttaeuschung-und-wirbt-fuer-mehr-deutsche-praesenz-in-internationalen-organisationen/" data-type="post" data-id="28058">Bei der Wahl am 3. Juni konkurrierte Deutschland innerhalb der Regionalgruppe der westeuropäischen und anderen Staaten mit Portugal und Österreich um zwei nichtständige Sitze für die Jahre 2027 und 2028.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-28059 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/UN-Sicherheitsrat_Wahl_in_New_York_-_2026-06_-_GRM0080.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Portugal erhielt 134 Stimmen, Österreich 131. Deutschland kam auf 104 Stimmen und verfehlte damit die notwendige Zweidrittelmehrheit von mindestens 127 Stimmen deutlich. Es war das erste Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen, dass eine deutsche Kandidatur für den Sicherheitsrat scheiterte. Zuvor war Deutschland sechsmal als nichtständiges Mitglied gewählt worden, zuletzt für die Jahre 2019 und 2020.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung wird damit 2027 und 2028 nicht an den Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates mitwirken. Dies bezeichnet sie in ihrer Antwort als konkrete Folge der Nichtmitgliedschaft.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-nennt-keine-stimmzusagen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-nennt-keine-stimmzusagen">Bundesregierung nennt keine Stimmzusagen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Offen bleibt, wie stark das tatsächliche Ergebnis von den Erwartungen des Auswärtigen Amts abwich. D<a href="https://fokus-afrika.de/nach-gescheiterter-un-kandidatur-bundesregierung-schweigt-zu-unterstuetzern-und-absprachen/" data-type="post" data-id="29594">ie Bundesregierung macht keine Angaben dazu, wie viele Staaten Deutschland vor der Abstimmung ihre Stimme zugesagt oder signalisiert hatten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Begründung verweist sie auf die Vertraulichkeit von Absprachen bei geheimen Wahlen in internationalen Organisationen. Auch die Differenz zwischen möglichen Zusagen und den tatsächlich erreichten 104 Stimmen beziffert sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt habe den Stand der Wahlkampagne vor der Abstimmung fortlaufend evaluiert. Angaben zu internen Prognosen und Zwischenberichten veröffentlichte die Bundesregierung jedoch ebenfalls nicht.</p>



<h2 id="h-keine-erkenntnisse-zu-kritik-aus-dem-globalen-suden" class="wp-block-heading"><span id="keine-erkenntnisse-zu-kritik-aus-dem-globalen-sueden">Keine Erkenntnisse zu Kritik aus dem Globalen Süden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu möglichen Ursachen für das schlechte Abschneiden äußert sich die Bundesregierung nur eingeschränkt. Auf die Frage nach einem Zusammenhang mit deutschen Positionen im Nahost-Konflikt oder zum Krieg in der Ukraine verweist sie auf eine frühere Antwort an den Bundestag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für die These, dass Schwerpunkte der deutschen Entwicklungs- oder Außenpolitik die Unterstützung aus Staaten des Globalen Südens beeinträchtigt hätten, sieht die Bundesregierung keine belastbare Grundlage. „Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor“, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden neuen Kandidaturen für 2035 bis 2036 und 2043 bis 2044 wurden bereits unmittelbar nach der Niederlage angemeldet. Parallel setzt Deutschland seine Zusammenarbeit mit den G4-Staaten für eine Erweiterung des Sicherheitsrates um zusätzliche ständige und nichtständige Mitglieder fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			<media:description type="html">Am 3. Juni 2026 war Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in New York, anlässlich der UN-Sicherheitsrat Wahl. Im Bild mit ihren Amtskollegen Paulo Rangel (Portugal, L) und Johann Wadephul (Deutschland, R) Foto: © BMEIA/ Michael Gruber</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Merz will Rohstoffabhängigkeit von China senken – SWP sieht Deutschland allein überfordert</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/merz-will-rohstoffabhaengigkeit-von-china-senken-swp-sieht-deutschland-allein-ueberfordert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 19:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will bei kritischen Rohstoffen unabhängiger von China werden. Doch im globalen Wettbewerb mit China und den USA sieht die SWP den entscheidenden Hebel auf europäischer Ebene – und in neuen Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten wie Südafrika.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmerz-will-rohstoffabhaengigkeit-von-china-senken-swp-sieht-deutschland-allein-ueberfordert%2F&amp;action_name=Merz%20will%20Rohstoffabh%C3%A4ngigkeit%20von%20China%20senken%20%E2%80%93%20SWP%20sieht%20Deutschland%20allein%20%C3%BCberfordert&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/merz-will-rohstoffabhaengigkeit-von-china-senken-swp-sieht-deutschland-allein-ueberfordert/">Merz will Rohstoffabhängigkeit von China senken – SWP sieht Deutschland allein überfordert</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz will Deutschlands Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen verringern und die Versorgung stärker als Frage der industriellen und technologischen Souveränität behandeln. Am 29. September stellte er diese Linie bei der Eröffnung der Industrieprojekte Power4Steel und Y-SIC im saarländischen Dillingen heraus. Die Stiftung Wissenschaft und Politik sieht Deutschland im weltweiten Wettbewerb um Rohstoffe allein jedoch nicht auf Augenhöhe mit China und den USA. Chancen sieht die SWP vor allem in einer gemeinsamen europäischen Strategie und engeren Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten Afrikas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz verwies in Dillingen besonders auf Siliziumkarbid, das für Hochleistungselektronik und Technologien von erneuerbaren Energien bis zu künstlicher Intelligenz und Robotik benötigt wird. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-hat-keine-verbindlichen-rohstoffabkommen-mit-partnerstaaten/">In Europa gebe es derzeit keine nennenswerten Produktionskapazitäten. </a>Die Industrie sei deshalb auf Importe vor allem aus Asien und insbesondere aus China angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Projekt Y-SIC soll in Deutschland eine eigene Produktion von Siliziumkarbid aufbauen. Merz verbindet solche Vorhaben mit einer breiteren Strategie, Lieferketten zu diversifizieren und industrielle Kompetenzen in Europa zu halten. „Wir brauchen europäische Souveränität, und zwar auch in der Versorgung unserer Lieferbeziehungen, auch in der Versorgung mit kritischen Rohstoffen“, sagte der Kanzler.</p>



<h2 id="h-china-bleibt-das-nadelohr-vieler-lieferketten" class="wp-block-heading"><span id="china-bleibt-das-nadeloehr-vieler-lieferketten">China bleibt das Nadelöhr vieler Lieferketten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der politische Kurs trifft auf einen Rohstoffmarkt, in dem China eine Schlüsselstellung nicht nur beim Abbau, sondern vor allem bei der Weiterverarbeitung besitzt. Melanie Müller, Rohstoffexpertin der Stiftung Wissenschaft und Politik, bezeichnet China als ein „Nadelöhr“ globaler Lieferketten. Viele Rohstoffe würden in chinesischen Schmelzen und Raffinerien verarbeitet, bevor sie für die industrielle Produktion in Europa, den USA und anderen Märkten zur Verfügung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend von der Frage, wo Rohstoffe gefördert werden, hin zur Kontrolle ganzer Wertschöpfungsketten. Die Europäische Union versucht mit dem Critical Raw Materials Act, ihre Abhängigkeiten zu reduzieren. Bei strategischen Rohstoffen sollen bis 2030 höchstens 65 Prozent des Bedarfs aus einem einzigen Drittstaat stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA verfolgen ebenfalls eine stärkere Diversifizierung. Müller sieht besonders seit der zweiten Präsidentschaft Donald Trumps einen erheblichen Einsatz finanzieller und politischer Ressourcen, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Gleichzeitig konkurrieren auch die Golfstaaten um Rohstoffpartnerschaften in Afrika.</p>



<h2 id="h-deutschland-braucht-die-europaische-ebene" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-braucht-die-europaeische-ebene">Deutschland braucht die europäische Ebene</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Für Deutschland setzt dieser Wettbewerb enge Grenzen.</a> „Deutschland alleine kann da nicht mithalten“, sagt Müller. Auf europäischer Ebene sieht sie dagegen Möglichkeiten, eigene Angebote gegenüber rohstoffreichen Staaten aufzubauen. Die EU könne zwar nicht zwangsläufig in einen unmittelbaren Wettbewerb mit China und den USA eintreten, aber attraktive Partnerschaften anbieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schwäche bleibt nach ihrer Einschätzung die Finanzierung. Deutschland, Frankreich und Italien verfügen über eigene Rohstofffonds, hinzu kommen Mittel der Europäischen Investitionsbank. Der EU sei es bislang jedoch nicht gelungen, diese Instrumente ausreichend zu bündeln. Diversifizierte Lieferketten verursachen zudem höhere Kosten für Unternehmen, wenn bisherige Bezugsquellen in China ersetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druck reicht über die Rohstoffversorgung hinaus. Kritische Mineralien werden für Batterien, Halbleiter, erneuerbare Energien, digitale Technologien und Rüstungsgüter benötigt. Die EU zählt 17 Rohstoffe als strategisch, deren Versorgung für die grüne Transformation, Digitalisierung, Verteidigung und Raumfahrt von besonderer Bedeutung ist.</p>



<h2 id="h-sudafrika-wird-zum-partner-im-rohstoff-wettbewerb" class="wp-block-heading"><span id="suedafrika-wird-zum-partner-im-rohstoff-wettbewerb">Südafrika wird zum Partner im Rohstoff-Wettbewerb</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikanische Rohstoffstaaten versuchen zugleich, ihre Position gegenüber den Industrieländern zu verändern. Statt Mineralien lediglich zu fördern und auszuführen, wollen zahlreiche Regierungen mehr Verarbeitung und industrielle Wertschöpfung im eigenen Land aufbauen. Damit verändern sich auch die Bedingungen für europäische Rohstoffpartnerschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/sudliches-afrika/sudafrika/" data-type="category" data-id="63">Südafrika</a> nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Das Land verfügt bereits über eigene Bergbauunternehmen, industrielle Kapazitäten und Erfahrungen bei der Verarbeitung von Rohstoffen. Anders als einige andere afrikanische Staaten setzt Pretoria bislang weniger auf Exportbeschränkungen für unverarbeitete Rohstoffe und stärker auf Investitionen und neue Partnerschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung will den Rohstoffsektor nutzen, um der Deindustrialisierung entgegenzuwirken und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Die südafrikanische Industriestrategie von 2026 zählt den Sektor deshalb zu den zentralen Bereichen. Bereits 2025 hatte das zuständige Ministerium eine Strategie für kritische Mineralien und Metalle vorgelegt, die Südafrika zu einem regionalen Zentrum für Schmelzen, Verarbeitung und fortgeschrittene Produktion im südlichen Afrika entwickeln soll.</p>



<h2 id="h-eu-und-sudafrika-bauen-rohstoffpartnerschaft-aus" class="wp-block-heading"><span id="eu-und-suedafrika-bauen-rohstoffpartnerschaft-aus">EU und Südafrika bauen Rohstoffpartnerschaft aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Union hat darauf bereits reagiert. Am Rande des G20-Gipfels im November 2025 vereinbarten die EU und Südafrika eine Zusammenarbeit bei nachhaltigen Wertschöpfungsketten für Mineralien und Metalle. Sie reicht von Exploration und Abbau über Raffination bis zum Recycling. Ergänzt wird sie durch die Clean Trade and Investment Partnership, die Investitionen und Handel in sauberen Lieferketten erleichtern soll.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30454 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/P-068028_00-03_02-HIGH-283602.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Südafrika verhandelt parallel mit mehreren Partnern. Neben der EU führt Pretoria Gespräche mit den USA über Rohstoffprojekte und hat eine gemeinsame Arbeitsgruppe sowie eine Finanzierungsplattform vorgeschlagen. Auch China versucht, seine Position im südafrikanischen Rohstoffsektor auszubauen. Südafrika verfügt nach Einschätzung Müllers jedoch über eine stärkere eigene Verhandlungsposition als mehrere Nachbarstaaten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für europäische und deutsche Unternehmen liegt die nächste Hürde in konkreten Projekten. Bergbauunternehmen, Verarbeiter, industrielle Abnehmer und Finanzierer müssen so zusammengebracht werden, dass wirtschaftlich tragfähige Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen. Viele europäische Unternehmen sind bereits in Südafrika tätig oder unterhalten Geschäftsbeziehungen zu südafrikanischen Partnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika muss zugleich seine Energie- und Transportinfrastruktur weiter ausbauen. Hohe Energiepreise und Engpässe im Transport erschweren insbesondere energieintensive Verarbeitungsschritte. Pretoria stellt bereits eigene Mittel für Exploration, Machbarkeitsstudien und den Aufbau neuer Lieferketten bereit.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Länder bremsen Geheimdienstreform: Bundesregierung lehnt ausdrückliches Backdoor-Verbot ab</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/laender-bremsen-geheimdienstreform-bundesregierung-lehnt-ausdrueckliches-backdoor-verbot-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 09:55:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Pflicht zu Backdoors – aber auch kein ausdrückliches Verbot im Gesetz: Bund und Länder ringen bei der Geheimdienstreform um die Grenzen staatlicher Überwachung. Streit gibt es auch über Steuerdaten für BND und Verfassungsschutz.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Flaender-bremsen-geheimdienstreform-bundesregierung-lehnt-ausdrueckliches-backdoor-verbot-ab%2F&amp;action_name=L%C3%A4nder%20bremsen%20Geheimdienstreform%3A%20Bundesregierung%20lehnt%20ausdr%C3%BCckliches%20Backdoor-Verbot%20ab&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung lehnt eine vom Bundesrat geforderte ausdrückliche gesetzliche Sperre gegen Backdoors und die Schwächung verschlüsselter Kommunikation bei der Reform des Nachrichtendienstrechts ab. Ihre <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/082/2108295.pdf">Gegenäußerung</a> zur Stellungnahme der Länder wurde am 30. September dem Bundestag übermittelt. Die Bundesregierung argumentiert, der Gesetzentwurf verpflichte Unternehmen bereits jetzt weder zur Schaffung neuer Zugriffsmöglichkeiten noch zur Schwächung sicherer Kommunikationssysteme. Der Bundesrat will diese Grenze dagegen ausdrücklich im Gesetz festschreiben und fordert zugleich Änderungen bei Überwachungsbefugnissen, Datenübermittlungen und den Kompetenzen der Landesverfassungsschutzbehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung betrifft eine umfassende Neuordnung des Rechts für Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz. <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Die Reform soll bisherige Regelungen des Artikel-10-Gesetzes neu ordnen und die Nachrichtendienste an veränderte Bedrohungen und technische Möglichkeiten anpassen.</a></p>



<h2 id="h-bundesrat-will-backdoors-ausdrucklich-ausschliessen" class="wp-block-heading"><span id="bundesrat-will-backdoors-ausdruecklich-ausschliessen">Bundesrat will Backdoors ausdrücklich ausschließen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat fordert eine eindeutige Grenze für die Mitwirkung von Telekommunikations- und Technologieunternehmen. Anbieter sollen nicht verpflichtet werden können, Kommunikationsinhalte zu entschlüsseln, wenn sie technisch dazu nicht in der Lage sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgeschlossen werden sollen außerdem die Schaffung, Offenhaltung oder Nutzung allgemeiner Zugänge, Schwachstellen und sogenannter Backdoors. Ebenso dürften Unternehmen nicht gezwungen werden, bestehende Verschlüsselungs- oder Sicherheitsarchitekturen dauerhaft zu verändern oder strukturell zu schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder begründen die Forderung insbesondere mit Ende-zu-Ende-verschlüsselten Diensten und sogenannten Zero-Trust-Architekturen. Eine Schwächung solcher Systeme würde nicht nur einzelne Überwachungsmaßnahmen ermöglichen, sondern könne die Sicherheit aller Nutzer des jeweiligen Systems beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat hält zwar fest, dass der Regierungsentwurf selbst kein allgemeines Entschlüsselungs- oder Backdoor-Mandat vorsieht. Diese Grenze solle wegen der Tragweite der neuen Regelungen jedoch ausdrücklich im Gesetz stehen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-sieht-keine-notwendigkeit-fur-zusatzliche-klausel-im-nachrichtendienstrecht" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-sieht-keine-notwendigkeit-fuer-zusaetzliche-klausel-im-nachrichtendienstrecht">Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für zusätzliche Klausel im Nachrichtendienstrecht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/dobrindt-aus-nachrichtendiensten-werden-echte-geheimdienste-bundestag-streitet-ueber-neue-befugnisse/">Die Bundesregierung weist diesen Änderungswunsch zurück.</a> Die Pflichten der Unternehmen seien im Gesetzentwurf bereits eindeutig geregelt. Die vom Bundesrat genannten Verpflichtungen bestünden danach nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zusätzliche Regelung könne nach Auffassung der Bundesregierung sogar neue Auslegungsprobleme schaffen. Würde ein ausdrückliches Backdoor-Verbot ausschließlich in das Bundesverfassungsschutzgesetz aufgenommen, könnte daraus fälschlicherweise geschlossen werden, dass entsprechende Eingriffe bei anderen Überwachungsbefugnissen zulässig seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung verweist dabei auch auf andere Rechtsbereiche wie die Strafprozessordnung und das Telekommunikationsgesetz, in denen vergleichbare ausdrückliche Klarstellungen ebenfalls nicht enthalten seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den gleichlautenden Änderungsvorschlag für den Bundesnachrichtendienst lehnt die Bundesregierung ebenfalls ab.</p>



<h2 id="h-lander-warnen-vor-sicherheitslucken-beim-verfassungsschutz" class="wp-block-heading"><span id="laender-warnen-vor-sicherheitsluecken-beim-verfassungsschutz">Länder warnen vor Sicherheitslücken beim Verfassungsschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">An anderer Stelle fordert der Bundesrat dagegen weitergehende Befugnisse für die Sicherheitsbehörden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder kritisieren insbesondere die geplante Definition besonders schwerwiegender Bedrohungen, bei denen eine Überwachung von Brief-, Post- und Telekommunikation zulässig sein soll. Der Regierungsentwurf knüpft bestimmte Maßnahmen an Straftaten, für die eine Höchststrafe von mindestens fünf Jahren vorgesehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ansicht des Bundesrates könnte dadurch der bisherige Anwendungsbereich verkleinert werden. Als Beispiel nennt er die Aufnahme von Beziehungen zur Begehung einer terroristischen Straftat. Dieses Delikt könne aus dem neuen Katalog herausfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung widerspricht. Die neuen Eingriffsschwellen schränkten die praktische Arbeit nicht gegenüber dem bisherigen Recht ein. Vielmehr seien sie stärker auf die Gefährlichkeit einer Bedrohung ausgerichtet und verlangten nicht zwingend bereits eine konkrete Tatplanung.</p>



<h2 id="h-streit-uber-grenzen-der-extremismusbeobachtung" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-grenzen-der-extremismusbeobachtung">Streit über Grenzen der Extremismusbeobachtung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Uneinigkeit besteht auch bei der Definition der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Der Bundesrat will an einem breiteren Verständnis festhalten und warnt davor, dass eine engere Definition die Zahl möglicher Beobachtungsobjekte des Verfassungsschutzes reduzieren könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auffassung der Länder würde dadurch die Extremismusbekämpfung erschwert. Sie wollen deshalb unter anderem das Recht auf parlamentarische Opposition, die Ablösbarkeit einer Regierung, die Unabhängigkeit der Gerichte und die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte ausdrücklich in der gesetzlichen Definition aufführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält dagegen an ihrem Entwurf fest. Sie beruft sich auf die neuere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts. Eine relevante Einschränkung der Beobachtungsmöglichkeiten des Verfassungsschutzes erwartet sie nicht.</p>



<h2 id="h-finanzamter-sollen-daten-an-den-bnd-melden-mussen" class="wp-block-heading"><span id="finanzaemter-sollen-daten-an-den-bnd-melden-muessen">Finanzämter sollen Daten an den BND melden müssen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Konfliktlinie betrifft den Zugriff der Nachrichtendienste auf Informationen der Finanzbehörden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="325" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg" alt="" class="wp-image-29278 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-300x95.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-768x243.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1536x487.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-2048x649.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-380x120.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-800x254.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1160x368.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317.jpg 3761w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Regierungsentwurf sieht vor, dass Finanzämter dem Bundesnachrichtendienst bestimmte Informationen von sich aus übermitteln müssen, wenn diese zur Aufklärung von Bedrohungen erforderlich sind, die erhebliche Nachteile für das Gemeinwohl verursachen können.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Damit würde aus einer bisherigen Möglichkeit zur Datenweitergabe unter bestimmten Voraussetzungen eine gesetzliche Pflicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat stellt diese Konstruktion infrage. Mitarbeiter von Finanzbehörden seien nicht dafür ausgebildet einzuschätzen, welche Informationen für die Auslandsaufklärung des BND von Bedeutung seien. Die Länder verweisen außerdem auf das Steuergeheimnis und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders problematisch könnte nach ihrer Argumentation werden, wenn ein Auslandsbezug zum wesentlichen Anhaltspunkt für eine mögliche Meldung wird. Dies könne Steuerpflichtige mit internationalen Verbindungen unterschiedlich treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält dennoch an der Übermittlungspflicht fest. Finanzbehörden müssten keine eigenen nachrichtendienstlichen Ermittlungen durchführen. Eine Meldung solle nur erfolgen, wenn ihnen bereits Informationen vorliegen, die aus ihrer Sicht für den BND zur Aufklärung entsprechender Bedrohungen erforderlich sind.</p>



<h2 id="h-geheimdienstreform-ermoglicht-steuerdaten-auch-fur-den-verfassungsschutz" class="wp-block-heading"><span id="geheimdienstreform-ermoeglicht-steuerdaten-auch-fuer-den-verfassungsschutz">Geheimdienstreform ermöglicht Steuerdaten auch für den Verfassungsschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz geht es um Daten aus Finanzbehörden. Der Entwurf sieht vor, dass öffentliche Stellen auf Ersuchen Informationen einschließlich personenbezogener Daten übermitteln müssen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat verlangt eine präzisere Regelung. Aus seiner Sicht muss klarer bestimmt werden, unter welchen Voraussetzungen insbesondere das Steuergeheimnis durchbrochen werden darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht auch hier keinen zusätzlichen Änderungsbedarf. Ein Ersuchen des Verfassungsschutzes setze tatsächliche Anhaltspunkte für eine verfassungsschutzrelevante Bedrohung im konkreten Einzelfall voraus. Die Übermittlung diene dann dem Schutz besonders hochrangiger Rechtsgüter und könne bereits nach der Abgabenordnung gerechtfertigt werden.</p>



<h2 id="h-volksverhetzung-soll-fruher-an-strafverfolger-gemeldet-werden-konnen" class="wp-block-heading"><span id="volksverhetzung-soll-frueher-an-strafverfolger-gemeldet-werden-koennen">Volksverhetzung soll früher an Strafverfolger gemeldet werden können</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat möchte außerdem den Informationsaustausch zwischen Nachrichtendiensten und Strafverfolgungsbehörden erweitern. Volksverhetzung nach bestimmten Tatbeständen des Strafgesetzbuchs soll in den Katalog besonders schwerer Straftaten aufgenommen werden, bei denen nachrichtendienstlich gewonnene Informationen weitergegeben werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder argumentieren, extremistische Täter könnten durch solche Delikte bereits auffallen, bevor schwerere Straftaten begangen werden. Ein früher Informationsaustausch könne deshalb für die Strafverfolgung und Gefahrenabwehr von Bedeutung sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat diesen Vorschlag zunächst nicht abschließend übernommen. Sie geht davon aus, dass die Frage in den parlamentarischen Beratungen erneut behandelt wird.</p>



<h2 id="h-bundesrat-sieht-zusatzliche-kosten-fur-die-lander" class="wp-block-heading"><span id="bundesrat-sieht-zusaetzliche-kosten-fuer-die-laender">Bundesrat sieht zusätzliche Kosten für die Länder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt reicht auch in die praktische Umsetzung der Reform. Der Bundesrat bezweifelt die Annahme der Bundesregierung, dass den Ländern durch das Gesetz kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform erstreckt mehrere bundesrechtliche Vorschriften unmittelbar auf die Landesämter für Verfassungsschutz. Nach Einschätzung der Länder können deshalb neue Kosten für Personal, IT-Systeme, interne Regelwerke, Kontrollverfahren sowie Aus- und Fortbildung entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist diese Einschätzung weitgehend zurück. Die Regelungen zum Landesvollzug übernähmen im Wesentlichen bereits bestehende Vorgaben in das neue Bundesverfassungsschutzgesetz. Zusätzliche Änderungen von IT- oder Geschäftsprozessen seien bundesrechtlich nicht vorgesehen.</p>



<h2 id="h-lander-wollen-eigene-kontrollstrukturen-absichern" class="wp-block-heading"><span id="laender-wollen-eigene-kontrollstrukturen-absichern">Länder wollen eigene Kontrollstrukturen absichern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Änderungswünsche betreffen das Verhältnis zwischen Bundesrecht und den Nachrichtendienstgesetzen der Länder. Der Bundesrat verlangt Klarheit darüber, welche bundesrechtlichen Vorschriften künftig unmittelbar für Landesverfassungsschutzbehörden gelten und welche Bereiche weiterhin von den Ländern geregelt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders betrifft dies die Telekommunikationsüberwachung und die vorgeschriebene unabhängige Kontrolle solcher Eingriffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Punkt erkennt die Bundesregierung Teile der Forderungen an. Sie stimmt unter anderem der Auslegung zu, dass bestimmte neue Befugnisse auf Landesebene nur eingesetzt werden dürfen, wenn dort eine sachlich zuständige unabhängige Vorabkontrolle eingerichtet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Kontrolle technischer Überwachungsmittel durch zuständige Kontrollorgane der Länder will die Bundesregierung einen Änderungsvorschlag des Bundesrates übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			<media:title type="html">Zentrale des Bundesnachrichendienstes in Berlin</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung will KI in Asyl- und Visaverfahren einsetzen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-ki-in-asyl-und-visaverfahren-einsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 09:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Visa]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30434</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland will KI tief in die Migrationsverwaltung integrieren. Der Gesetzentwurf erlaubt das Training mit personenbezogenen Echtdaten und automatisierte Internetrecherchen bei Asyl-, Visa- und Aufenthaltsverfahren.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-will-ki-in-asyl-und-visaverfahren-einsetzen%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20will%20KI%20in%20Asyl-%20und%20Visaverfahren%20einsetzen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-ki-in-asyl-und-visaverfahren-einsetzen/">Bundesregierung will KI in Asyl- und Visaverfahren einsetzen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Asyl-, Visa- und Aufenthaltsverfahren gesetzlich ermöglichen und dafür auch personenbezogene Echtdaten zum Training automatisierter Systeme freigeben. Am 30. September 2026 wurde das KI-Migrationsverwaltungsgesetz dem Bundestag zugeleitet. Behörden sollen abgeschlossene Verfahren automatisiert auswerten und bei begründeten Zweifeln öffentlich zugängliche Internetdaten mit Angaben von Antragstellern abgleichen können. Entscheidungen über Asyl, Visa oder Aufenthaltstitel sollen weiterhin von Menschen getroffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vorhaben greift tief in die Arbeitsweise der deutschen Migrationsverwaltung ein. Neben dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge können je nach Zuständigkeit unter anderem Ausländerbehörden, das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen, das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten, das Bundesverwaltungsamt sowie Polizei- und Grenzbehörden betroffen sein.</p>



<h2 id="h-ki-soll-bisherige-asylentscheidungen-systematisch-auswerten" class="wp-block-heading"><span id="ki-soll-bisherige-asylentscheidungen-systematisch-auswerten">KI soll bisherige Asylentscheidungen systematisch auswerten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kern des Gesetzes ist ein automatisiertes Verfahrensmonitoring. Dabei sollen bereits erhobene Daten aus abgeschlossenen Asyl- und Aufenthaltsverfahren analysiert werden können, um Muster in Verfahren und Entscheidungspraxis zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Systeme dürfen dafür Beziehungen zwischen Verfahren, Personen, Personengruppen, Institutionen, Organisationen und weiteren Informationen herstellen, Daten klassifizieren, Suchkriterien gewichten und umfangreiche Datenbestände statistisch auswerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Asylbereich nennt die Bundesregierung unter anderem Herkunftsländer, familiäre Bindungen in Deutschland, Schutzentscheidungen und zeitliche Veränderungen bei Anträgen als mögliche Analysefaktoren. <a href="https://fokus-afrika.de/asylantraege-fast-halbiert-positiver-asyl-bescheid-steigt-deutlich/">Die gewonnenen Erkenntnisse sollen später auch beeinflussen können, wie intensiv einzelne Anträge geprüft werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Profiling einzelner Personen im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung soll mit den Ergebnissen des Verfahrensmonitorings jedoch nicht zulässig sein.</p>



<h2 id="h-namen-konnen-hinweise-auf-herkunft-und-religion-liefern" class="wp-block-heading"><span id="namen-koennen-hinweise-auf-herkunft-und-religion-liefern">Namen können Hinweise auf Herkunft und Religion liefern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders weit reicht die vorgesehene Nutzung personenbezogener Daten beim Training der Systeme. Die Bundesregierung hält ausdrücklich fest, dass eine Anonymisierung oder Pseudonymisierung nicht in jedem Fall erforderlich sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei automatisierten Anwendungen zur Unterstützung von Asyl- oder Aufenthaltsverfahren könne es notwendig sein, mit Echtdaten zu arbeiten, wenn anonymisierte Daten zentrale Zusammenhänge nicht mehr erkennen ließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nennt die Gesetzesbegründung Namen und Geburtsdaten. Vor- und Nachnamen könnten demnach Informationen über regionale oder soziale Herkunft sowie die Religionszugehörigkeit enthalten. Ein Geburtsdatum könne wiederum helfen, Angaben zum Alter oder Lebenslauf auf Plausibilität zu überprüfen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="633" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-1024x633.jpg" alt="" class="wp-image-30438 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-1024x633.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-300x185.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-768x475.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-380x235.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-800x494.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2-1160x717.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/10/Landesamt_fuer_Einwanderung_Auslaenderbehoerde_in_Berlin-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung argumentiert, dass solche Informationen für das Training realitätsnaher Systeme benötigt werden könnten. Gleichzeitig sollen Behörden technische und organisatorische Maßnahmen treffen, damit diskriminierende Algorithmen weder entstehen noch eingesetzt werden.</p>
</div></div>



<h2 id="h-offentliche-informationen-aus-sozialen-netzwerken-konnen-abgeglichen-werden" class="wp-block-heading"><span id="oeffentliche-informationen-aus-sozialen-netzwerken-koennen-abgeglichen-werden">Öffentliche Informationen aus sozialen Netzwerken können abgeglichen werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zweite Neuerung betrifft Daten aus dem Internet. Bestehen konkrete Zweifel an entscheidungserheblichen Angaben eines Antragstellers, sollen Behörden diese automatisiert mit öffentlich zugänglichen personenbezogenen Informationen abgleichen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfasst werden können beispielsweise öffentlich sichtbare Inhalte sozialer Netzwerke. Auch Informationen, die erst nach einer Registrierung zugänglich sind, können nach der Gesetzesbegründung als öffentlich gelten, sofern der Zugang nicht auf einen kontrollierten Personenkreis beschränkt ist. Private Messenger-Kommunikation fällt nicht darunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein solcher Abgleich soll nicht flächendeckend erfolgen dürfen. Voraussetzung sind tatsächliche Anhaltspunkte für Zweifel an konkreten Angaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt dafür mehrere Beispiele: Widersprüche zwischen behaupteter Herkunft und Sprache oder Dialekt, unstimmige Reisewege, wechselnde Angaben zu Aufenthaltsorten oder Familienverhältnissen sowie auffällige Dokumente und Urkunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Biometrische Daten sollen grundsätzlich nicht Gegenstand dieses Internetabgleichs sein. Die gewonnenen Ergebnisse müssen anschließend von Beschäftigten der Behörde bewertet, eingeordnet und gegebenenfalls überprüft werden.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-betont-menschliche-entscheidungshoheit" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-betont-menschliche-entscheidungshoheit">Bundesregierung betont menschliche Entscheidungshoheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung grenzt die geplanten Systeme ausdrücklich von einer automatisierten Entscheidung über einzelne Anträge ab. KI soll weder selbst über einen Asylantrag noch über ein Visum oder einen Aufenthaltstitel entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Automatisierte Anwendungen sollen Sachbearbeiter unterstützen und Auffälligkeiten erkennen. Die rechtliche Bewertung und die abschließende Entscheidung sollen bei den zuständigen Mitarbeitern verbleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Daten aus dem höchstpersönlichen Bereich sollen geschützt werden. Erkenntnisse, die ausschließlich den Kernbereich privater Lebensgestaltung betreffen, dürfen nicht verwertet werden und müssen gelöscht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Externe Unternehmen können bei Entwicklung und Betrieb der Systeme einbezogen werden. Sie müssen ihren Sitz in der Europäischen Union oder einem mit dem Schengen-Raum assoziierten Staat haben und dürfen die überlassenen personenbezogenen Daten nicht für eigene Zwecke verwenden.</p>



<h2 id="h-pro-asyl-warnt-vor-algorithmischer-vorentscheidung" class="wp-block-heading"><span id="pro-asyl-warnt-vor-algorithmischer-vorentscheidung">PRO ASYL warnt vor algorithmischer Vorentscheidung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schon während der Verbändeanhörung im Juli stieß das Vorhaben auf deutliche Kritik. PRO ASYL forderte damals, den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Die Organisation sieht insbesondere Risiken bei Transparenz, Datenschutz und Diskriminierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Problem sei der sogenannte Automation Bias: Mitarbeiter könnten Ergebnissen eines technischen Systems einen höheren Grad an Objektivität zuschreiben und dessen Einschätzungen faktisch übernehmen, obwohl die formale Entscheidung weiterhin von einem Menschen getroffen werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">PRO ASYL kritisierte außerdem, dass sensible Informationen in Asylverfahren regelmäßig zum Kern des Sachverhalts gehören. Dazu zählen etwa politische oder religiöse Überzeugungen, familiäre Beziehungen, Gesundheitsinformationen oder andere persönliche Angaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation verlangte für konkrete KI-Anwendungen unabhängige Prüfungen möglicher Grundrechtsverletzungen, bevor entsprechende Systeme eingesetzt werden.</p>



<h2 id="h-awo-fordert-unabhangige-kontrolle" class="wp-block-heading"><span id="awo-fordert-unabhaengige-kontrolle">AWO fordert unabhängige Kontrolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der AWO Bundesverband sieht erhebliche Risiken. Die Organisation begrüßt zwar das Ziel, Verfahren zu modernisieren und Bearbeitungszeiten zu verkürzen, verlangt aber klarere Grenzen für automatisierte Systeme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AWO warnte insbesondere davor, dass statistische Auffälligkeiten und Wahrscheinlichkeiten Einfluss auf die Intensität späterer Prüfungen nehmen könnten. Dadurch könnten bestehende Muster aus früheren Entscheidungen in zukünftige Verfahren übertragen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefordert werden unter anderem unabhängige Prüfungen, verbindliche Vorgaben zur Vermeidung von Diskriminierung sowie klare Dokumentations- und Kontrollpflichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Internetabgleich sieht die AWO offene Fragen. Öffentlich verfügbare Daten könnten falsch, manipuliert oder durch KI erzeugt worden sein. Der Gesetzentwurf müsse deshalb stärker regeln, wie Behörden die Qualität und Zuverlässigkeit solcher Informationen überprüfen.</p>



<h2 id="h-datenschutzer-sehen-konflikt-mit-eu-recht" class="wp-block-heading"><span id="datenschuetzer-sehen-konflikt-mit-eu-recht">Datenschützer sehen Konflikt mit EU-Recht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz hatte den Referentenentwurf ebenfalls scharf kritisiert und Zweifel an seiner Vereinbarkeit mit der Datenschutz-Grundverordnung und der europäischen KI-Verordnung erhoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigung bemängelte unter anderem die Verarbeitung sensibler Daten, mögliche Zweckänderungen großer Datenbestände und fehlende unabhängige Kontrollmechanismen. Zugleich unterstützt sie grundsätzlich das Ziel, migrationsrechtliche Verfahren durch Digitalisierung schneller und effizienter zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält den Gesetzentwurf dagegen für mit dem Recht der Europäischen Union und den völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands vereinbar. Sie verweist auf die Datenschutz-Grundverordnung und die europäische KI-Verordnung, deren Vorgaben auch für die neuen Anwendungen gelten sollen.</p>



<h2 id="h-bundesrat-will-internetabgleich-noch-ausweiten" class="wp-block-heading"><span id="bundesrat-will-internetabgleich-noch-ausweiten">Bundesrat will Internetabgleich noch ausweiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat befasste sich am 25. September mit dem Gesetz und brachte zusätzliche Forderungen ein. Unter anderem soll geprüft werden, ob automatisierte Internetrecherchen künftig auch zur Feststellung von Identität und Staatsangehörigkeit sowie zur Ermittlung von Rückführungsmöglichkeiten eingesetzt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium beschäftigt sich nach Angaben der Bundesregierung bereits mit einer entsprechenden Erweiterung des Aufenthaltsgesetzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat möchte zudem prüfen lassen, ob Informationen, die beim automatisierten Internetabgleich gewonnen werden, anschließend auch für weitere aufenthaltsrechtliche Maßnahmen verwendet werden dürfen. Im jetzigen Gesetzentwurf ist eine solche Zweckänderung ausdrücklich ausgeschlossen. Die Bundesregierung hat angekündigt, auch diesen Vorschlag zu prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>GIZ-Verwaltungskosten steigen auf 431,7 Millionen Euro – Bund kündigt schlankere Strukturen an</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/giz-verwaltungskosten-steigen-auf-4317-millionen-euro-bund-kuendigt-schlankere-strukturen-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 23:31:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weniger Landesbüros, aber höhere Strukturkosten: Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen, wie sich die Kosten von GIZ und KfW entwickelt haben. Bei der GIZ sollen nun zentrale Strukturen verschlankt werden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fgiz-verwaltungskosten-steigen-auf-4317-millionen-euro-bund-kuendigt-schlankere-strukturen-an%2F&amp;action_name=GIZ-Verwaltungskosten%20steigen%20auf%20431%2C7%20Millionen%20Euro%20%E2%80%93%20Bund%20k%C3%BCndigt%20schlankere%20Strukturen%20an&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/giz-verwaltungskosten-steigen-auf-4317-millionen-euro-bund-kuendigt-schlankere-strukturen-an/">GIZ-Verwaltungskosten steigen auf 431,7 Millionen Euro – Bund kündigt schlankere Strukturen an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihre Steuerungskosten seit 2020 deutlich erhöht und will nun zentrale Funktionen verschlanken sowie ihre Organisationsstruktur straffen. Am Mittwoch, 30. September 2026, veröffentlichte der Bundestag dazu <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/081/2108190.pdf">neue Angaben</a> der Bundesregierung. 2025 beliefen sich die Steuerungskosten der GIZ auf 431,7 Millionen Euro, während die Auszahlungen aus dem Bundeshaushalt für Projekte des Entwicklungsministeriums auf rund 2,43 Milliarden Euro zurückgingen. Bei der KfW Entwicklungsbank flossen im selben Jahr 7,5 Milliarden Euro in Projekte der Finanziellen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu den Verwaltungskosten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung warnt allerdings vor einem direkten Kostenvergleich zwischen GIZ und KfW Entwicklungsbank. Beide Institutionen hätten unterschiedliche Aufgaben und Geschäftsmodelle, zudem gebe es keine einheitliche Abgrenzung der Verwaltungskosten.</p>



<h2 id="h-giz-kosten-steigen-bei-sinkenden-bmz-auszahlungen" class="wp-block-heading"><span id="giz-kosten-steigen-bei-sinkenden-bmz-auszahlungen">GIZ-Kosten steigen bei sinkenden BMZ-Auszahlungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der GIZ zeigt die Entwicklung seit 2022 gegenläufige Kurven. Die Auszahlungen aus dem Bundeshaushalt für BMZ-Projekte erreichten 2022 mit knapp 2,86 Milliarden Euro ihren höchsten Wert im betrachteten Zeitraum. Danach sanken sie auf 2,68 Milliarden Euro 2023, 2,51 Milliarden Euro 2024 und 2,43 Milliarden Euro 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Steuerungskosten entwickelten sich in dieser Zeit nach oben. Sie lagen 2020 bei 345,7 Millionen Euro, 2022 bei 367,8 Millionen Euro und 2025 bei 431,7 Millionen Euro. Ihr Anteil an den Gesamtkosten des gemeinnützigen Geschäftsbereichs der GIZ sank zunächst von 12,3 Prozent im Jahr 2020 auf 10,5 Prozent 2022. Danach stieg er wieder und erreichte 2025 12,5 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Kennzahl grenzt direkte Projektleistungen aus den Steuerungskosten aus und setzt den verbleibenden Betrag ins Verhältnis zu den unmittelbar projektwirksam eingesetzten Mitteln. Danach lag die Quote der GIZ im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 bei 10,8 Prozent. 2025 erreichte sie 11,6 Prozent nach 9,7 Prozent im Jahr 2022. Bei der KfW Entwicklungsbank betrug der Durchschnitt 4,9 Prozent, 2025 waren es 5,8 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kennzahlen sind jedoch nicht unmittelbar vergleichbar. Die GIZ setzt vor allem die Technische Zusammenarbeit um. Die KfW Entwicklungsbank übernimmt die Finanzielle Zusammenarbeit und ist als Teil des KfW-Konzerns eine regulierte Bank. Auch die Bundesregierung erklärt deshalb, dass ein einheitlicher Vergleich der Kostenstrukturen nicht sinnvoll sei.</p>



<h2 id="h-kfw-bewegte-48-2-milliarden-euro-in-sechs-jahren" class="wp-block-heading"><span id="kfw-bewegte-482-milliarden-euro-in-sechs-jahren">KfW bewegte 48,2 Milliarden Euro in sechs Jahren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dimension der Finanziellen Zusammenarbeit zeigt sich an den KfW-Zahlen. Zwischen 2020 und 2025 zahlte die Entwicklungsbank insgesamt 48,2 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 27,9 Milliarden Euro auf rückzahlbare und verzinsliche Darlehen. Weitere 18 Milliarden Euro waren nicht rückzahlbare Haushaltsmittel verschiedener Bundesressorts und 2,3 Milliarden Euro nicht rückzahlbare Drittmittel. 2025 betrugen die Gesamtauszahlungen 7,5 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verwaltungsaufwand der KfW Entwicklungsbank entsprach 2025 nach Berechnung der Bundesregierung 4,4 Prozent des Volumens der Neuzusagen. Die Quote hatte 2024 noch bei 5,6 Prozent gelegen. Bezogen auf die tatsächlich ausgezahlten Projektmittel stieg das Verhältnis dagegen von 4,9 Prozent 2024 auf 5,8 Prozent 2025.</p>



<h2 id="h-weniger-auslandsburos-hohere-kosten" class="wp-block-heading"><span id="weniger-auslandsbueros-hoehere-kosten">Weniger Auslandsbüros, höhere Kosten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei beiden Institutionen ist die Zahl der Auslandsstandorte seit 2020 gesunken. Die GIZ unterhielt 2025 noch 70 Landesbüros gegenüber 78 im Jahr 2020. Gleichzeitig erhöhten sich deren Struktur- und Sicherheitskosten von 125,1 Millionen auf 154,1 Millionen Euro. <a href="https://fokus-afrika.de/sap-umstellung-kein-ende-der-giz-zahlungsprobleme-in-sicht/" data-type="post" data-id="27504">Die Landesbüros übernehmen unter anderem Aufgaben bei Personal, Finanzen, Beschaffung und Vertragsmanagement und sichern die Arbeitsfähigkeit der Projekte in den Partnerländern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die KfW Entwicklungsbank verringerte ihre Außenstellen von 70 auf 63. Die Kosten dieser Außenstruktur stiegen im selben Zeitraum von 43,3 Millionen Euro auf 53,9 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren/" data-type="post" data-id="28836">Bei der GIZ entfiel 2025 ein großer Teil der Steuerungskosten auf Personal.</a> Die Personalkosten machten 82,1 Prozent der Steuerungskosten des gemeinnützigen Geschäftsbereichs aus. Bei der KfW Entwicklungsbank lag der Anteil des Personalaufwands am Verwaltungsaufwand bei 38,4 Prozent. Auch diese Werte seien wegen der unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Betriebsstrukturen nicht vergleichbar, stellt die Bundesregierung klar.</p>



<h2 id="h-giz-soll-zentrale-funktionen-verschlanken" class="wp-block-heading"><span id="giz-soll-zentrale-funktionen-verschlanken">GIZ soll zentrale Funktionen verschlanken</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="735" height="540" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2.jpg" alt="" class="wp-image-28730 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2.jpg 735w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2-300x220.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2-380x279.jpg 380w" sizes="(max-width: 735px) 100vw, 735px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/" data-type="post" data-id="28728">Die Bundesregierung verweist zugleich auf laufende Veränderungen bei beiden Organisationen.</a> Eine Überprüfung der GIZ-Organisationsstruktur habe die Effizienz der zentralen Funktionen untersucht. Als Konsequenz werde die Bundesgesellschaft ihre zentralen Funktionen verschlanken und die Organisationsstruktur straffen. Damit sollen langfristig die Strukturkosten sinken.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der KfW Entwicklungsbank hätten interne Überprüfungen zuletzt bereits zu einem deutlich geringeren Personaleinsatz geführt. Zusätzlich setzt der KfW-Konzern nach Angaben der Bundesregierung Kostenprogramme ein. Einzelne Programme werden außerdem regelmäßig vom Bundesrechnungshof und von Wirtschaftsprüfern geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die GIZ hat der Aufsichtsrat zudem eine Steuerungskennzahl festgelegt. Sie setzt die Steuerungskosten ins Verhältnis zum Vierjahresdurchschnitt der Einnahmen und soll bei normalem Geschäftsverlauf 12 Prozent nicht überschreiten. Die Bundesregierung überprüft die Kostenstrukturen fortlaufend und will Anpassungen veranlassen, wenn sie diese unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit oder der Kostenentwicklung für erforderlich hält.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/giz-verwaltungskosten-steigen-auf-4317-millionen-euro-bund-kuendigt-schlankere-strukturen-an/">GIZ-Verwaltungskosten steigen auf 431,7 Millionen Euro – Bund kündigt schlankere Strukturen an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundeswehr soll bis 2027 in Südsudan bleiben – Berlin verlängert UNMISS-Einsatz</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-in-suedsudan-bleiben-berlin-verlaengert-unmiss-einsatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 10:59:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will seine Soldaten ein weiteres Jahr in Südsudan einsetzen. Die Verlängerung des UNMISS-Mandats fällt in eine angespannte Phase: Im Dezember sind die ersten nationalen Wahlen seit der Unabhängigkeit geplant, während die UN vor neuer Gewalt und erheblichen Defiziten im Wahlprozess warnt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundeswehr-soll-bis-2027-in-suedsudan-bleiben-berlin-verlaengert-unmiss-einsatz%2F&amp;action_name=Bundeswehr%20soll%20bis%202027%20in%20S%C3%BCdsudan%20bleiben%20%E2%80%93%20Berlin%20verl%C3%A4ngert%20UNMISS-Einsatz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-in-suedsudan-bleiben-berlin-verlaengert-unmiss-einsatz/">Bundeswehr soll bis 2027 in Südsudan bleiben – Berlin verlängert UNMISS-Einsatz</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz in Südsudan bis zum 31. Oktober 2027 verlängern und weiterhin bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten für die UN-Friedensmission UNMISS bereitstellen. Das Bundeskabinett fasste den Beschluss am Mittwoch, dem 30. September. Die deutschen Kräfte sollen vor allem Führungs-, Beratungs-, Verbindungs- und Beobachtungsaufgaben übernehmen. Der Bundestag muss dem neuen Mandat noch zustimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Beratung im Parlament ist für den 7. Oktober vorgesehen. Das derzeitige Mandat endet am 31. Oktober 2026. Deutschland beteiligt sich seit 2005 an UN-geführten Friedenseinsätzen im Sudan und seit der Unabhängigkeit Südsudans 2011 an der dort eingerichteten UNMISS-Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kabinettsbeschluss fällt in eine angespannte Phase des südsudanesischen Friedensprozesses. Im Dezember sollen die ersten nationalen Wahlen seit der Unabhängigkeit stattfinden. Die UN-Menschenrechtskommission für Südsudan warnt zugleich vor erneuter Gewalt, politischen Spannungen und fehlenden Voraussetzungen für einen friedlichen und glaubwürdigen Wahlprozess.</p>



<h2 id="h-deutsche-soldaten-bleiben-teil-der-un-mission" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-soldaten-bleiben-teil-der-un-mission">Deutsche Soldaten bleiben Teil der UN-Mission</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutschen Soldatinnen und Soldaten werden innerhalb von UNMISS vor allem in Stäben eingesetzt. Dort arbeiten sie als Führungs-, Beratungs-, Verbindungs- und Beobachtungsoffiziere. Zeitlich begrenzt können sie zudem die Aus- und Fortbildung anderer Angehöriger der Vereinten Nationen unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNMISS soll Zivilisten schützen, die Menschenrechtslage beobachten, humanitäre Hilfe absichern und die Umsetzung des Friedensabkommens von 2018 unterstützen. Das bisherige deutsche Mandat erlaubt den Einsatz von maximal 50 Soldatinnen und Soldaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich darüber hinaus mit zivilem Personal und Polizeikräften an der Mission. Deutsche Kräfte waren unter anderem in Juba sowie in UNMISS-Standorten in Bentiu, Rumbek und Torit eingesetzt.</p>



<h2 id="h-gewalt-belastet-den-friedensprozess" class="wp-block-heading"><span id="gewalt-belastet-den-friedensprozess">Gewalt belastet den Friedensprozess</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet die Verlängerung mit der weiterhin instabilen Sicherheitslage. Trotz Fortschritten bei der Übergangsjustiz kommt es zu Verletzungen von Waffenstillstandsvereinbarungen und bewaffneter Gewalt. Davon sind neben der Zivilbevölkerung auch UN-Personal und Beschäftigte von Hilfsorganisationen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Menschenrechtskommission zeichnete Anfang September ein ähnliches Bild. Teile des Landes seien weiterhin von Gewalt betroffen. Zivilisten würden getötet und vertrieben, Frauen und Mädchen seien sexueller Gewalt ausgesetzt und politische Gegner würden willkürlich festgenommen. Die Kommission dokumentierte zudem Verstöße, die nach ihrer Einschätzung Kriegsverbrechen und in einigen Fällen Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch UNMISS selbst wurde angegriffen. <a href="https://fokus-afrika.de/un-stoppen-nahrungsmittelhilfe-in-suedsudan-nach-angriffen-auf-hilfskonvoi/" data-type="post" data-id="24365">Bei einem Angriff auf eine Patrouille im Bundesstaat Jonglei wurden im August zwei UN-Friedenssoldaten getötet und weitere verletzt.</a> Die UN-Menschenrechtskommission verlangte eine Untersuchung des Angriffs.</p>



<h2 id="h-wahlen-im-dezember-unter-schwierigen-bedingungen" class="wp-block-heading"><span id="wahlen-im-dezember-unter-schwierigen-bedingungen">Wahlen im Dezember unter schwierigen Bedingungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Südsudan plant für Dezember die ersten nationalen Wahlen seit der staatlichen Unabhängigkeit im Jahr 2011. Die Abstimmung soll den seit Jahren verlängerten politischen Übergangsprozess in eine neue Phase führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Menschenrechtskommission sieht dafür jedoch wesentliche Voraussetzungen noch nicht erfüllt. Sie nennt unter anderem eine tatsächliche Einstellung der Feindseligkeiten, ausreichenden politischen und gesellschaftlichen Handlungsspielraum, eine unabhängige und ausreichend finanzierte Wahlbehörde sowie glaubwürdige Verfahren zur Beilegung von Wahlstreitigkeiten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30420 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Op_TRENTON-Malakal_MOD_45165471.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen praktische Probleme. Die Kommission bezeichnete den Wahlprozess im September als stark unterfinanziert. In von Gewalt betroffenen Gebieten könnten Wahlbehörden Schwierigkeiten haben, die Bevölkerung überhaupt zu erreichen. Auch beim Aufbau eines glaubwürdigen Wählerregisters sieht sie Risiken.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-warnt-vor-kollaps-des-friedensabkommens-im-suedsudan/">Acht südsudanesische Oppositionsgruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen forderten am 23. September die Regionalorganisation IGAD und die Afrikanische Union auf, das Friedensabkommen von 2018 zu überprüfen und einen neuen inklusiven politischen Dialog einzuleiten.</a> Sie erklärten, zentrale Vereinbarungen zur Sicherheitsreform, Übergangsjustiz, Verfassung und Vorbereitung glaubwürdiger Wahlen seien weiterhin nicht umgesetzt.</p>



<h2 id="h-friedensabkommen-von-2018-bleibt-grundlage-von-unmiss" class="wp-block-heading"><span id="friedensabkommen-von-2018-bleibt-grundlage-von-unmiss">Friedensabkommen von 2018 bleibt Grundlage von UNMISS</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Südsudan wurde 2011 unabhängig. <a href="https://fokus-afrika.de/berichte-uber-einschrankungen-der-bewegungsfreiheit-von-sudsudans-oppositionsfuhrer-riek-machar/" data-type="post" data-id="8387">Ende 2013 begann ein Bürgerkrieg, der vor allem durch den Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar geprägt war.</a> Das 2018 geschlossene Friedensabkommen schuf die Grundlage für eine Übergangsregierung und sollte das Land zu einer dauerhaften Verfassungsordnung und Wahlen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umsetzung kommt jedoch nur teilweise voran. Die UN-Menschenrechtskommission fordert einen politischen Dialog, der auch die SPLM-IO von Machar sowie weitere Oppositionsgruppen, Zivilgesellschaft, Frauen und Jugendliche einbezieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-unmiss-im-suedsudan-bis-2026-weiter-unterstuetzen/" data-type="post" data-id="19830">Der Bundestag verlängerte das deutsche UNMISS-Mandat zuletzt im Oktober 2025.</a> Damals stimmten 494 Abgeordnete für den Einsatz, 72 dagegen, vier enthielten sich.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundeswehr-soll-bis-2027-in-suedsudan-bleiben-berlin-verlaengert-unmiss-einsatz%2F&amp;action_name=Bundeswehr%20soll%20bis%202027%20in%20S%C3%BCdsudan%20bleiben%20%E2%80%93%20Berlin%20verl%C3%A4ngert%20UNMISS-Einsatz&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundeswehr soll bis 2027 am Roten Meer bleiben – Berlin erweitert Aufklärung bei Aspides</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-am-roten-meer-bleiben-berlin-erweitert-aufklaerung-bei-aspides/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 10:35:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostafrika]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Jemen]]></category>
		<category><![CDATA[Maritime Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will seinen Militäreinsatz am Roten Meer bis Oktober 2027 verlängern. Neu im Fokus der Aufklärung stehen Schattenflotten und kritische Unterseeinfrastruktur – entlang einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen Asien, Afrika und Europa.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundeswehr-soll-bis-2027-am-roten-meer-bleiben-berlin-erweitert-aufklaerung-bei-aspides%2F&amp;action_name=Bundeswehr%20soll%20bis%202027%20am%20Roten%20Meer%20bleiben%20%E2%80%93%20Berlin%20erweitert%20Aufkl%C3%A4rung%20bei%20Aspides&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-soll-bis-2027-am-roten-meer-bleiben-berlin-erweitert-aufklaerung-bei-aspides/">Bundeswehr soll bis 2027 am Roten Meer bleiben – Berlin erweitert Aufklärung bei Aspides</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer bis zum 31. Oktober 2027 verlängern und die Aufklärung innerhalb der EU-Operation EUNAVFOR ASPIDES auf Schattenflotten und kritische Unterseeinfrastruktur ausweiten. Das Bundeskabinett fasste den Beschluss am Mittwoch, dem 30. September. Die Obergrenze bleibt bei 350 Soldatinnen und Soldaten, auch der Einsatz einer deutschen Fregatte bleibt möglich. Bevor das neue Mandat in Kraft treten kann, muss der Bundestag zustimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Beratung im Parlament ist für den 7. Oktober vorgesehen. Das gegenwärtige Mandat läuft am 31. Oktober 2026 aus. Deutschland beteiligt sich seit Februar 2024 an EUNAVFOR ASPIDES.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/huthi-angriffe-eskalieren-im-roten-meer-trump-droht-merz-warnt-oelpreis-springt-ueber-100-dollar/" data-type="post" data-id="29068">Die Bundesregierung begründet die Fortsetzung mit den Angriffen der Huthi aus dem Jemen auf die internationale Schifffahrt</a>. Seit November 2023 sind insbesondere das südliche Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab betroffen. Die Route verbindet über den Suezkanal Europa mit dem Indischen Ozean und den Märkten Asiens.</p>



<h2 id="h-deutschland-erweitert-maritimes-lagebild" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-erweitert-maritimes-lagebild">Deutschland erweitert maritimes Lagebild</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schutz von Schiffen gewinnt die Aufklärung an Gewicht. Die Bundeswehr soll weiterhin Personal und Luftunterstützung zur Erstellung eines maritimen Lagebildes bereitstellen. Seit Ende Oktober 2024 beteiligt sich Deutschland mit einem Flugzeug an der luftgestützten Überwachung des Einsatzgebietes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem neuen Kabinettsbeschluss sollen dabei auch Informationen über sogenannte Schattenflotten und verdächtige Aktivitäten an kritischer Unterseeinfrastruktur gesammelt und mit internationalen Partnern ausgetauscht werden. Die Bundesregierung nennt damit zwei zusätzliche Bereiche, die über die unmittelbare Erfassung möglicher Angriffe auf Handelsschiffe hinausgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gewonnenen Informationen sollen zeigen, welche Kräfte und Gefahren sich im Einsatzgebiet befinden und welche Abwehrmaßnahmen möglich sind. Deutschland arbeitet dabei insbesondere mit den europäischen Partnern und den USA zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Fregatte kann ebenfalls wieder für ASPIDES bereitgestellt werden. Die deutsche Marine war zu Beginn der Operation mit der Fregatte „Hessen“ im Roten Meer vertreten. Zuletzt beteiligte sich Deutschland vor allem mit Stabspersonal und luftgestützter Aufklärung.</p>



<h2 id="h-bab-al-mandab-bleibt-schlusselroute-zwischen-afrika-und-asien" class="wp-block-heading"><span id="bab-al-mandab-bleibt-schluesselroute-zwischen-afrika-und-asien">Bab al-Mandab bleibt Schlüsselroute zwischen Afrika und Asien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einsatzgebiet reicht weit über das Rote Meer hinaus. <a href="https://fokus-afrika.de/machtkampf-am-roten-meer-erhoeht-afrikas-strategischen-wert-und-das-risiko-neuer-bruchlinien/" data-type="post" data-id="30025">Es umfasst Bab al-Mandab, den Golf von Aden, das Arabische Meer, den Golf von Oman, die Straße von Hormus und den Persischen Golf.</a> Damit erstreckt sich ASPIDES entlang einer maritimen Verbindung, die an der afrikanischen Küste von Ägypten über Sudan, Eritrea und Djibouti bis zum Horn von Afrika führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Beginn der Huthi-Angriffe verliefen nach Angaben der Bundesregierung rund 15 Prozent des weltweiten maritimen Handels über die Route durch das Rote Meer. Sie ist zugleich die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Die Bundesregierung verweist außerdem auf ihre Bedeutung für Energielieferungen nach Europa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage am Bab al-Mandab hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die Häfen und Küstenstaaten am Horn von Afrika. Die nur wenige Dutzend Kilometer breite Meerenge zwischen Jemen auf der arabischen und Djibouti sowie Eritrea auf der afrikanischen Seite bildet den südlichen Zugang zum Roten Meer.</p>



<h2 id="h-eu-einsatz-bleibt-defensiv-ausgerichtet" class="wp-block-heading"><span id="eu-einsatz-bleibt-defensiv-ausgerichtet">EU-Einsatz bleibt defensiv ausgerichtet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">EUNAVFOR ASPIDES wurde 2024 als defensive EU-Militäroperation eingerichtet. Der Auftrag umfasst den Schutz und die Begleitung von Schiffen sowie die Erstellung eines Lagebildes einschließlich luftgestützter Aufklärung. Das Einsatzgebiet erstreckt sich ausschließlich auf See und den darüberliegenden Luftraum.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="643" height="361" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Aspides-patrol-in-the-Red-Sea.58bb7b.jpg" alt="" class="wp-image-24989 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Aspides-patrol-in-the-Red-Sea.58bb7b.jpg 643w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Aspides-patrol-in-the-Red-Sea.58bb7b-300x168.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Aspides-patrol-in-the-Red-Sea.58bb7b-380x213.jpg 380w" sizes="(max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Operation führt keine Angriffe gegen Huthi-Stellungen im Jemen durch. Das Mandat erlaubt die Abwehr rechtswidriger Angriffe auf Schiffe und deren Besatzungen. Als völkerrechtliche Grundlagen führt die Bundesregierung unter anderem das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und Resolutionen des UN-Sicherheitsrats an.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel operieren die USA mit der Operation PROSPERITY GUARDIAN in der Region. EUNAVFOR ASPIDES koordiniert sich außerdem mit der EU-Mission ATALANTA, die vor allem im westlichen Indischen Ozean und am Horn von Afrika gegen Piraterie und andere Gefahren für die Schifffahrt eingesetzt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verlaengert-bundeswehrmandate-fuer-internationale-missionen/" data-type="post" data-id="12914">Der Bundestag hatte das derzeitige deutsche ASPIDES-Mandat im Oktober 2025 mit 435 Ja-Stimmen bei 69 Gegenstimmen und 77 Enthaltungen verlängert.</a> Dabei wurde die Personalobergrenze von 700 auf 350 Soldatinnen und Soldaten reduziert.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundestag reist nach Tansania – Weltparlament wählt in Arusha neue Spitze</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-reist-nach-tansania-weltparlament-waehlt-in-arusha-neue-spitze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 10:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30406</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Bundestag reist zur Weltversammlung der Parlamente nach Tansania. In Arusha beraten Abgeordnete über Regierungsführung, KI, Rohstoffe und maritime Sicherheit – und wählen die neue Spitze der Interparlamentarischen Union.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-reist-nach-tansania-weltparlament-waehlt-in-arusha-neue-spitze%2F&amp;action_name=Bundestag%20reist%20nach%20Tansania%20%E2%80%93%20Weltparlament%20w%C3%A4hlt%20in%20Arusha%20neue%20Spitze&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-reist-nach-tansania-weltparlament-waehlt-in-arusha-neue-spitze/">Bundestag reist nach Tansania – Weltparlament wählt in Arusha neue Spitze</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation des Deutschen Bundestages reist zur 153. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) nach Arusha in Tansania, wo Abgeordnete aus aller Welt über Regierungsführung, gesellschaftliche Teilhabe und neue Technologien beraten und eine neue Führung der Organisation wählen. Die Versammlung findet vom 5. bis 9. Oktober statt. Geleitet wird die deutsche Delegation vom CDU-Abgeordneten Alexander Radwan, der auch in der Generaldebatte sprechen soll. Zum Abschluss bestimmen die Mitgliedsparlamente eine neue IPU-Präsidentschaft für die kommenden drei Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Radwan gehören Malte Kaufmann und Stefan Keuter von der AfD, Rolf Mützenich von der SPD, Claudia Roth von den Grünen sowie Katrin Fey von der Linken zur Bundestagsdelegation. Lena Gumnior von den Grünen nimmt über den in der IPU-Satzung vorgesehenen Sitz für junge Parlamentarier teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Delegation bildet damit mehrere Fraktionen des Bundestages ab. Deutschland gehört der IPU seit 1951 wieder an. Der deutsche Beitrag zum Haushalt der Organisation liegt 2026 bei rund 785.000 Schweizer Franken.</p>



<h2 id="h-drei-kandidaten-wollen-an-die-spitze-der-ipu" class="wp-block-heading"><span id="drei-kandidaten-wollen-an-die-spitze-der-ipu">Drei Kandidaten wollen an die Spitze der IPU</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch steht in Arusha neben den Sachthemen eine Personalentscheidung an. Am 9. Oktober soll der 32. Präsident oder die 32. Präsidentin der Interparlamentarischen Union gewählt werden. Drei Kandidaturen liegen vor: Sahiba Gafarova, Präsidentin des aserbaidschanischen Parlaments, der australische Parlamentspräsident Milton Dick und der chilenische Senator Rojo Edwards Silva.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Führung wird für drei Jahre gewählt. Der Präsident oder die Präsidentin leitet den IPU-Rat und den Exekutivausschuss und vertritt die Organisation international. Die Amtszeit der tansanischen Parlamentspräsidentin Tulia Ackson, die 2023 in Luanda gewählt wurde, endet im Oktober.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="596" height="522" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Logo_UIP.png" alt="" class="wp-image-30412 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Logo_UIP.png 596w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Logo_UIP-300x263.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Logo_UIP-380x333.png 380w" sizes="(max-width: 596px) 100vw, 596px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mit der Wahl wird damit zugleich in Tansania über die Führung einer Organisation entschieden, der derzeit 183 nationale Parlamente angehören. Die 1889 gegründete IPU versteht sich als weltweite Organisation der nationalen Parlamente und arbeitet unter anderem zu Demokratie, Frieden, nachhaltiger Entwicklung und den Rechten von Abgeordneten.</p>
</div></div>



<h2 id="h-gute-regierungsfuhrung-und-mehr-mitsprache-in-den-kommunen" class="wp-block-heading"><span id="gute-regierungsfuehrung-und-mehr-mitsprache-in-den-kommunen">Gute Regierungsführung und mehr Mitsprache in den Kommunen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generaldebatte in Arusha steht unter dem Thema „Gute Regierungsführung stärken und Gemeinden durch Inklusion, Vertrauen und Chancen für alle stärken“. Dabei beraten die Delegationen darüber, wie Parlamente politische Beteiligung auf lokaler Ebene verbessern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt liegt auf der Beteiligung von Frauen, jungen Menschen, Menschen mit Behinderungen und anderen unterrepräsentierten Gruppen. Zur Diskussion steht auch, wie Parlamente Daten, Forschung, öffentliche Konsultationen, Evaluierungen und neue Technologien stärker für politische Entscheidungen einsetzen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Radwan soll die deutsche Position in der Generaldebatte vertreten. Zum Abschluss ist ein gemeinsames Ergebnisdokument vorgesehen. Daneben soll die Versammlung eine Resolution über parlamentarische Strategien zur Stärkung der Rechte und gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verabschieden.</p>



<h2 id="h-ki-rohstoffe-und-maritime-sicherheit-auf-der-agenda" class="wp-block-heading"><span id="ki-rohstoffe-und-maritime-sicherheit-auf-der-agenda">KI, Rohstoffe und maritime Sicherheit auf der Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm reicht über die Generaldebatte hinaus. Die Abgeordneten beraten unter anderem über militärische Anwendungen künstlicher Intelligenz, die parlamentarische Kontrolle der Rohstoffindustrie, psychische Gesundheit, Kinderrechte und KI sowie die Folgen neuer Technologien für die Arbeitswelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Beratungen betreffen kritische Rohstoffe, Ernährung unter veränderten Klimabedingungen sowie den Schutz von Meeres- und Bergökosystemen. Auch die Rolle von Parlamenten bei der Überprüfung der UN-Charta und die maritime Sicherheit in Konfliktzeiten stehen auf dem Programm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel kommen die ständigen Ausschüsse sowie das Forum der Frauen und das Forum der jungen Parlamentarier zusammen. Auch der Ausschuss für die Menschenrechte von Parlamentariern und der Ausschuss für Fragen des Nahen Ostens tagen in Arusha. Hinzu kommt die IPU-Arbeitsgruppe zur friedlichen Beilegung des Krieges in der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Versammlung wird vom tansanischen Parlament ausgerichtet und findet im Arusha International Conference Centre statt.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Eritreas Regierungspartei PFDJ hält Jahrestreffen in Frankfurt ab</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/eritreas-regierungspartei-pfdj-haelt-jahrestreffen-in-frankfurt-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 19:37:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Eritrea]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eritreas Regierungspartei PFDJ organisiert sich weiter in Deutschland: In Frankfurt beriet ihr deutscher Ableger über neue Programme und die Beteiligung der Diaspora an Projekten in Eritrea. Die Aktivitäten treffen auf eine seit Jahren kontrovers diskutierte Diasporapolitik Asmaras.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Feritreas-regierungspartei-pfdj-haelt-jahrestreffen-in-frankfurt-ab%2F&amp;action_name=Eritreas%20Regierungspartei%20PFDJ%20h%C3%A4lt%20Jahrestreffen%20in%20Frankfurt%20ab&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die eritreische Regierungspartei PFDJ hat in Frankfurt ihr Jahrestreffen für Deutschland abgehalten und dabei über den Ausbau ihrer Organisationsstrukturen sowie die Beteiligung der Diaspora an Projekten in Eritrea beraten. Das Treffen fand am 19. September statt. An der Veranstaltung nahm auch Yohannes Woldu teil, Geschäftsträger der eritreischen Botschaft in Deutschland. Die Zusammenkunft zeigt die fortgesetzte organisatorische Präsenz der PFDJ innerhalb der eritreischen Diaspora in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yohannes Mebrahtu, Vorsitzender der PFDJ-Organisation in Deutschland, bezeichnete die Auswertung bisheriger Aktivitäten und die Planung künftiger Programme als Zweck des Treffens. Vertreter der Untergliederungen legten Berichte vor, anschließend verabschiedeten die Teilnehmer mehrere Empfehlungen. Welche konkreten Beschlüsse gefasst wurden, teilte das eritreische Informationsministerium nicht mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Botschaftsvertreter Woldu forderte die Organisation auf sich weiter zu stärken, das Bewusstsein ihrer Mitglieder zu fördern und Eritreer in Deutschland stärker in den Aufbau organisatorischer Strukturen und nationale Entwicklungsprogramme einzubeziehen. <a href="https://fokus-afrika.de/zweiter-kongress-der-pfdj-deutschland-in-frankfurt-abgehalten/" data-type="post" data-id="13749">Er hob dabei die Beteiligung des deutschen PFDJ-Ablegers an einem Internatsprojekt in Afambo hervor.</a></p>



<h2 id="h-pfdj-unterhalt-eigene-strukturen-in-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="pfdj-unterhaelt-eigene-strukturen-in-deutschland">PFDJ unterhält eigene Strukturen in Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die PFDJ ist nicht nur die Regierungspartei Eritreas, sondern unterhält auch in Staaten mit größeren eritreischen Gemeinschaften eigene Strukturen. Dazu gehört Deutschland. Eine <a href="https://www.swp-berlin.org/publikation/diasporapolitik-im-zeitalter-der-autokratisierung#hd-d48729e1273">aktuelle Untersuchung</a> der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zählt neben PFDJ-Deutschland auch Parteigliederungen für Jugendliche, Frauen und Studierende zu den Institutionen der eritreischen Diasporapolitik.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="393" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-1024x393.jpg" alt="" class="wp-image-30403 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-1024x393.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-300x115.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-768x294.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-1536x589.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-380x146.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-800x307.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267-1160x445.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/shabait9246788267.jpg 1596w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In Eritrea selbst sind politische Aktivitäten außerhalb des staatlich kontrollierten Systems nicht zugelassen. Seit der Unabhängigkeit 1993 fanden keine nationalen Wahlen statt, das Parlament trat zuletzt 2002 zusammen. Die PFDJ ist die einzige zugelassene Partei.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die SWP beschreibt die eritreische Diasporapolitik als ein System, das finanzielle, politische und organisatorische Funktionen miteinander verbindet.<a href="https://fokus-afrika.de/eritrea-training-fuer-diaspora-in-deutschland/" data-type="post" data-id="12702"> Zu den Zielen zählt demnach, regierungsnahe Gemeinschaften im Ausland in Entwicklungsprojekte einzubeziehen und Unterstützung für die politische Linie Asmaras zu mobilisieren. </a>Gleichzeitig dokumentiert die Studie Vorwürfe von Überwachung, Einschüchterung und Druck gegenüber Regierungskritikern in der Diaspora.</p>



<h2 id="h-geld-aus-deutschland-fur-organisation-in-eritrea" class="wp-block-heading"><span id="geld-aus-deutschland-fuer-organisation-in-eritrea">Geld aus Deutschland für Organisation in Eritrea</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie eng Diasporaaktivitäten und finanzielle Unterstützung für Einrichtungen in Eritrea miteinander verbunden sind, zeigt eine weitere Mitteilung des eritreischen Informationsministeriums vom 22. September. Demnach spendeten Eritreer in mehreren Ländern insgesamt 7.750 Euro sowie rund 942.000 Nakfa an die Nationale Vereinigung eritreischer Kriegsversehrter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Geldgebern gehörten nach Regierungsangaben Eritreer aus Heidelberg und Hoffenheim sowie Mitglieder der Nationalen Union eritreischer Frauen in Deutschland. Weitere Beiträge kamen aus Italien, Australien und Neuseeland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Höhe der gesamten Geldflüsse aus der eritreischen Diaspora lässt sich nicht zuverlässig bestimmen. Eritrea veröffentlicht keinen Staatshaushalt, aktuelle belastbare Daten zu Rücküberweisungen fehlen. Ältere Schätzungen weisen der Diaspora allerdings eine erhebliche Rolle bei der Finanzierung des Landes zu.</p>



<h2 id="h-eritreas-diasporapolitik-sorgt-in-deutschland-fur-konflikte" class="wp-block-heading"><span id="eritreas-diasporapolitik-sorgt-in-deutschland-fuer-konflikte">Eritreas Diasporapolitik sorgt in Deutschland für Konflikte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland gehört zu den wichtigsten Aufnahmeländern für Menschen aus Eritrea. Nach den von der SWP zusammengetragenen Daten leben hier rund 70.000 eritreische Geflüchtete. Die eritreische Gemeinschaft umfasst sowohl Unterstützer als auch Gegner der Regierung und Menschen ohne politische Bindung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-30404 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain-768x1024.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain-225x300.jpg 225w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain-380x507.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain-800x1067.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Eritrea_protest_FrankfurtamMain.jpg 960w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders sichtbar wurden die politischen Konflikte bei Eritrea-Festivals in Deutschland. Bei Veranstaltungen in Gießen und Stuttgart kam es 2022 und 2023 zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Gegnern der eritreischen Regierung, Veranstaltern und der Polizei. Im März 2025 ließ die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung Objekte von 17 Beschuldigten durchsuchen, die der oppositionellen Brigade N&#8217;Hamedu zugerechnet wurden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Konfliktfeld ist die sogenannte Zwei-Prozent- oder Aufbausteuer, die Eritrea von Staatsangehörigen im Ausland verlangt. Die SWP beschreibt sie als zentrales Instrument der Diasporapolitik. Konsularische Dienstleistungen wie Pässe können mit dem Nachweis der Zahlung verbunden sein. Das Bundesverwaltungsgericht entschied 2022, dass subsidiär Schutzberechtigte nicht zur Beantragung eines eritreischen Passes verpflichtet werden dürfen, wenn dafür eine sogenannte Reueerklärung verlangt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Jahrestreffen in Frankfurt fügt sich damit in eine seit Jahren bestehende organisatorische Tätigkeit der PFDJ außerhalb Eritreas ein. Das eritreische Informationsministerium berichtet regelmäßig über Treffen, Seminare und Aktivitäten der Partei und regierungsnaher Organisationen in der Diaspora.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Feritreas-regierungspartei-pfdj-haelt-jahrestreffen-in-frankfurt-ab%2F&amp;action_name=Eritreas%20Regierungspartei%20PFDJ%20h%C3%A4lt%20Jahrestreffen%20in%20Frankfurt%20ab&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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	</item>
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		<title>Deutschland und vier EU-Staaten planen Abschiebungen in Drittstaaten ab 2027</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-vier-eu-staaten-planen-abschiebungen-in-drittstaaten-ab-2027/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 19:07:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland und vier weitere EU-Staaten wollen ab 2027 abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten außerhalb der EU bringen. Die Gruppe verhandelt bereits mit möglichen Partnern – besonders afrikanische Staaten stehen im Fokus.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-vier-eu-staaten-planen-abschiebungen-in-drittstaaten-ab-2027%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20vier%20EU-Staaten%20planen%20Abschiebungen%20in%20Drittstaaten%20ab%202027&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-vier-eu-staaten-planen-abschiebungen-in-drittstaaten-ab-2027/">Deutschland und vier EU-Staaten planen Abschiebungen in Drittstaaten ab 2027</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und vier weitere EU-Staaten wollen ab 2027 abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union bringen und bereiten dafür ein gemeinsames Pilotmodell vor. Am Dienstag bestätigte der griechische Migrationsminister Thanos Plevris den Zeitplan für die erste Jahreshälfte 2027. Neben Deutschland und Griechenland gehören Dänemark, Österreich und die Niederlande zur Gruppe. Die fünf Regierungen verhandeln bereits mit möglichen Partnerstaaten, wobei vor allem afrikanische Länder im Gespräch sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative geht damit von der politischen Planung in konkrete Verhandlungen über. Bereits Anfang September hatten sich die fünf Staaten in Kopenhagen auf ein gemeinsames Modell für sogenannte Rückkehrzentren außerhalb der EU verständigt. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-draengt-auf-rueckkehrzentren-ausserhalb-der-eu-pilotprojekte-noch-2026-geplant/">Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bestätigte damals, dass technische Gespräche mit Drittstaaten laufen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir arbeiten intensiv daran, diese fünf Länder“, sagte Plevris in einem Interview mit&nbsp;<em>Politico</em>. Die Gruppe stehe kurz vor einer Vereinbarung mit einem afrikanischen Staat. Der Minister nannte das Land nicht.</p>



<h2 id="h-rwanda-und-uganda-als-mogliche-partner" class="wp-block-heading"><span id="rwanda-und-uganda-als-moegliche-partner">Rwanda und Uganda als mögliche Partner</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/migrant-deal-rwanda-enjoys-windfall-pr/" data-type="post" data-id="3558">Als mögliche Standorte werden seit Wochen vor allem Rwanda und Uganda genannt. </a>Delegationen der fünf beteiligten europäischen Staaten reisten Ende August nach Kigali. Gespräche mit Kampala wurden ebenfalls bekannt, eine Vereinbarung mit einem der beiden Länder ist bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plevris hatte bereits am Montag erklärt, der erste Standort solle in Afrika entstehen. Ein Land sei ausgewählt worden, könne aber noch nicht öffentlich genannt werden. Neben <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/ruanda/" data-type="category" data-id="40">Rwanda</a> und <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/uganda/" data-type="category" data-id="45">Uganda</a> tauchte in Berichten über die Verhandlungen auch Usbekistan als möglicher Partner auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fünf Staaten wollen Personen erfassen, die kein Aufenthaltsrecht mehr in der EU besitzen und gegen die eine Rückkehrentscheidung vorliegt. Sie könnten entweder in ihr Herkunftsland oder in einen vereinbarten Drittstaat gebracht werden. Die Verbindung der betroffenen Person zu diesem Drittstaat ist nach dem neuen europäischen Rückkehrrahmen nicht zwingend erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit unterscheidet sich das Modell von einer klassischen Rückführung in den Herkunftsstaat. Die geplanten Einrichtungen könnten als Zwischenstation bis zur weiteren Rückkehr dienen oder Menschen aufnehmen, deren Rückführung in ihr Herkunftsland nicht möglich ist.</p>



<h2 id="h-neue-eu-regeln-schaffen-grundlage-fur-ruckkehrzentren" class="wp-block-heading"><span id="neue-eu-regeln-schaffen-grundlage-fuer-rueckkehrzentren">Neue EU-Regeln schaffen Grundlage für Rückkehrzentren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pläne der fünf Staaten stützen sich auf den neuen europäischen Rechtsrahmen für Rückführungen. Er ermöglicht Vereinbarungen mit Drittstaaten über Rückkehrzentren außerhalb der EU.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz ist innerhalb der Europäischen Union allerdings umstritten. Spanien lehnte die neue Rückkehrverordnung ab und begründete dies unter anderem mit rechtlichen, außenpolitischen und operativen Bedenken gegen solche Zentren. Madrid kritisierte insbesondere, dass Menschen in Länder gebracht werden könnten, zu denen sie keine familiäre, soziale oder wirtschaftliche Verbindung haben.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-26264 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Ceuta_border_fence.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Spanien warnte zudem vor möglichen Konflikten mit dem Grundsatz der Nichtzurückweisung und einem hohen Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen. Auch die möglichen Auswirkungen solcher Vereinbarungen auf die Beziehungen der EU zu Drittstaaten führte die spanische Regierung als Problem an.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Portugal unterstützte dagegen die Einigung auf die Rückkehrverordnung, lehnt eine eigene Beteiligung an Rückkehrzentren aber grundsätzlich ab. Lissabon will auch keine Finanzierung solcher Einrichtungen aus dem EU-Haushalt.</p>



<h2 id="h-funf-staaten-wollen-abschiebungen-zunachst-selbst-zahlen" class="wp-block-heading"><span id="fuenf-staaten-wollen-abschiebungen-zunaechst-selbst-zahlen">Fünf Staaten wollen Abschiebungen zunächst selbst zahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland, Österreich, Dänemark, Griechenland und die Niederlande wollen das Pilotprojekt zunächst gemeinsam vorantreiben. Die Vereinbarungen mit möglichen Partnerstaaten sollen unter anderem festlegen, unter welchen Bedingungen die Betroffenen dort untergebracht werden und welche Verantwortung die beteiligten europäischen Staaten übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen in Kopenhagen erklärten die fünf Regierungen, das Modell solle im Einklang mit EU-Recht und internationalen Verpflichtungen umgesetzt werden. Sie wollen dabei auch mit internationalen Organisationen zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechtsorganisationen stellen die Rechtmäßigkeit und die Bedingungen solcher Modelle infrage. Amnesty International warnte Anfang September mit Blick auf Rwanda und Uganda unter anderem vor willkürlicher Inhaftierung, Misshandlung und möglichen Weiterabschiebungen in Herkunftsländer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Regierungen wollen noch 2026 eine Vereinbarung mit einem Drittstaat erreichen. Das erste Pilotmodell soll anschließend 2027 starten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Studie enthüllt: Deutschlands Mittelstand nutzt kaum ausländische Fachkräfte</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/studie-enthuellt-deutschlands-mittelstand-nutzt-kaum-auslaendische-fachkraefte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 17:42:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Visa]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30381</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland sucht Fachkräfte – doch im Mittelstand beschäftigen bislang nur 11,5 Prozent der Unternehmen qualifizierte Zuwanderer. Besonders kleinere Betriebe stoßen bei der internationalen Rekrutierung auf Sprachbarrieren und Bürokratie.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fstudie-enthuellt-deutschlands-mittelstand-nutzt-kaum-auslaendische-fachkraefte%2F&amp;action_name=Studie%20enth%C3%BCllt%3A%20Deutschlands%20Mittelstand%20nutzt%20kaum%20ausl%C3%A4ndische%20Fachkr%C3%A4fte&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nur 11,5 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland beschäftigen qualifizierte Fachkräfte, die für eine Erwerbstätigkeit aus dem Ausland zugewandert sind. Das zeigt eine im Januar 2026 durchgeführte Sonderbefragung des KfW-Mittelstandspanels. Gleichzeitig verzichten 12,4 Prozent trotz bestehenden Personalbedarfs auf die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte. Besonders häufig bremsen Sprachprobleme sowie bürokratische und rechtliche Hürden die internationale Rekrutierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse treffen auf einen Arbeitsmarkt, der in den kommenden Jahren deutlich schrumpfen dürfte. Nach den von KfW Research herangezogenen UN-Projektionen könnte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren bis 2035 um rund fünf Millionen Menschen oder 9,4 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen über 65 Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gegenwärtige Konjunkturschwäche verdeckt einen Teil des Problems. Derzeit melden rund 14 Prozent der Industrieunternehmen Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte. Der Anteil liegt damit unter früheren Höchstständen, bleibt nach Einschätzung von KfW Research aber ein strukturelles Problem.</p>



<h2 id="h-grosse-mittelstandler-rekrutieren-deutlich-haufiger-im-ausland" class="wp-block-heading"><span id="grosse-mittelstaendler-rekrutieren-deutlich-haeufiger-im-ausland">Große Mittelständler rekrutieren deutlich häufiger im Ausland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie stark Unternehmen auf internationale Fachkräfte zurückgreifen, hängt vor allem von ihrer Größe ab. Bei Mittelständlern mit mindestens 50 Beschäftigten haben 61 Prozent ausländische Fachkräfte im Betrieb. Unter den Unternehmen mit zehn bis 49 Beschäftigten sind es 33 Prozent, bei fünf bis neun Beschäftigten 15 Prozent und bei Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-auslaender-verdienen-1-038-euro-weniger-als-deutsche/">KfW Research führt den Unterschied unter anderem darauf zurück, dass größere Unternehmen mehr Personal benötigen und eher über die organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten verfügen, internationale Einstellungen abzuwickeln.</a> Kleinere Betriebe müssen dagegen häufig ohne spezialisierte Personalabteilungen mit den zusätzlichen Verfahren umgehen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="747" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-1024x747.jpg" alt="" class="wp-image-30384 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-1024x747.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-300x219.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-768x560.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-380x277.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-800x584.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9-1160x846.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Denali_transit_bus_driver_Gary_at_the_Teklanika_Rest_Stop_on_Aug._29_2019._b80fe622-4d79-447e-8e36-1b647ef074e9.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch zwischen den Branchen bestehen Unterschiede. Im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigen 21 Prozent der Unternehmen ausländische Fachkräfte. Im Handel sind es 14,3 Prozent und im Baugewerbe 13,3 Prozent. Bei den Dienstleistungen liegt der Anteil mit 8,5 Prozent am niedrigsten.</p>
</div></div>



<h2 id="h-ost-und-west-liegen-uberraschend-nah-beieinander" class="wp-block-heading"><span id="ost-und-west-liegen-ueberraschend-nah-beieinander">Ost und West liegen überraschend nah beieinander</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich geringer fallen die regionalen Unterschiede aus. In Westdeutschland beschäftigen 11,9 Prozent der Mittelständler ausländische Fachkräfte, in Ostdeutschland sind es 9,6 Prozent. Auch beim Anteil der Unternehmen, die trotz eines vorhandenen Bedarfs auf internationale Rekrutierung verzichten, liegen beide Landesteile mit 12,7 beziehungsweise 10,8 Prozent nahe beieinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW Research führt die Differenz vor allem auf die unterschiedliche Unternehmens- und Branchenstruktur zurück. Im Westen gibt es einen höheren Anteil größerer Mittelständler im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt erklären 45,5 Prozent der befragten Unternehmen, derzeit keinen Bedarf an ausländischen Fachkräften zu haben. Für weitere 30,7 Prozent spielt ihre Beschäftigung grundsätzlich keine Rolle.</p>



<h2 id="h-sprachprobleme-und-burokratie-bremsen-die-rekrutierung" class="wp-block-heading"><span id="sprachprobleme-und-buerokratie-bremsen-die-rekrutierung">Sprachprobleme und Bürokratie bremsen die Rekrutierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Mittelständlern, die bereits ausländische Fachkräfte beschäftigen oder wegen bestehender Hindernisse darauf verzichten, nennen 69,1 Prozent Sprachbarrieren als Problem. Bürokratische und rechtliche Hemmnisse folgen mit 47,5 Prozent. Kulturelle Unterschiede im Arbeitsalltag nennen 34,2 Prozent, Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen 22,6 Prozent. 18 Prozent berichten dagegen von keinen nennenswerten Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-raeumt-visa-engpaesse-ein-und-verteidigt-tlscontact-system/" data-type="post" data-id="26029">Hinter den bürokratischen Hürden stehen etwa Verfahren für Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse sowie andere behördliche Prozesse, die für Unternehmen langwierig und schwer kalkulierbar sein können. </a>Verzögerungen bei der Anerkennung beruflicher oder akademischer Abschlüsse erschweren Einstellungen zusätzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sieht darin ein Hindernis, das mit Blick auf die demografische Entwicklung stärker ins Gewicht fallen könnte. Ein Teil der mittelständischen Unternehmen wolle Beschäftigte aus dem Ausland einstellen, werde jedoch durch rechtliche und bürokratische Hürden abgeschreckt. KfW Research nennt vereinfachte Visa- und Verwaltungsverfahren, betriebsnahe Sprachförderung sowie schnellere Anerkennungsverfahren als mögliche Ansatzpunkte. Gerade kleinere Unternehmen ohne spezialisierte Personalabteilungen könnten davon profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonderbefragung wurde vom 13. bis 21. Januar 2026 durchgeführt. <a href="https://fokus-afrika.de/bedenkliche-entwicklung-mittelstaendler-denken-ueber-verlagerung-ins-ausland-nach/">Insgesamt konnten Antworten von 2.170 mittelständischen Unternehmen berücksichtigt werden.</a> Als ausländische Fachkräfte erfasst die Untersuchung Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die zur Erwerbstätigkeit nach Deutschland zugewandert sind, über eine berufliche oder akademische Qualifikation verfügen und entsprechend beschäftigt werden.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung zieht Sudan-Bilanz: 1,5 Milliarden Euro zugesagt </title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zieht-sudan-bilanz-15-milliarden-euro-zugesagt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 17:38:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[UAE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30364</guid>

					<description><![CDATA[<p>Fast 1,5 Milliarden Euro wurden bei der Berliner Sudan-Konferenz zugesagt. Deutschland richtet seine Diplomatie zugleich auf Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-zieht-sudan-bilanz-15-milliarden-euro-zugesagt%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20zieht%20Sudan-Bilanz%3A%201%2C5%20Milliarden%20Euro%20zugesagt%C2%A0&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und internationale Partner haben bei der Berliner Sudan-Konferenz Hilfen von insgesamt 1,485 Milliarden Euro für Sudan und die vom Krieg betroffenen Nachbarstaaten zugesagt. Die Bundesregierung legte die genaue Verteilung der Mittel nun in einer <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/080/2108059.pdf">Antwort</a> an den Bundestag offen. Deutschland steht mit rund 233 Millionen Euro hinter der Europäischen Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank an dritter Stelle der aufgeführten Geber. Zugleich setzt Berlin seine diplomatischen Bemühungen gegenüber Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sudan-konferenz-in-berlin-mobilisiert-15-milliarden-euro-an-hilfen/" data-type="post" data-id="26588">Die dritte internationale Sudan-Konferenz war am 15. April von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA, der Afrikanischen Union und der Europäischen Union in Berlin ausgerichtet worden.</a> Neben der Mobilisierung humanitärer Hilfe sollte sie Wege zu einer Waffenruhe und einem politischen Prozess unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Zusage kam von der Europäischen Union mit 360,8 Millionen Euro. Deutschland stellte 232,8 Millionen Euro in Aussicht, die Afrikanische Entwicklungsbank 206 Millionen Euro und Großbritannien 167,9 Millionen Euro. Saudi-Arabien sagte 123,25 Millionen Euro zu. Kanada folgte mit 74,4 Millionen und die Niederlande mit 64 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-deutsche-hilfe-lauft-bis-2028" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-hilfe-laeuft-bis-2028">Deutsche Hilfe läuft bis 2028</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 212 Millionen Euro, die das Auswärtige Amt für humanitäre Hilfe zugesagt hat, waren zum Zeitpunkt der Antwort 174,85 Millionen Euro einzelnen Ländern zugeteilt. Direkt für Sudan sind für 2026 insgesamt 42,3 Millionen Euro vorgesehen, 2027 weitere 23,2 Millionen und 2028 nochmals 9,33 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Mittel gehen unter anderem an Südsudan, Äthiopien, Tschad, Ägypten und die Zentralafrikanische Republik. Das Bundesentwicklungsministerium hat zusätzlich 20 Millionen Euro für Maßnahmen in Sudan angekündigt. Insgesamt ist die deutsche Förderung für den Zeitraum von 2026 bis 2028 vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für humanitäre Länderfonds der Vereinten Nationen sind 21,5 Millionen Euro eingeplant. Davon fließen 15 Millionen Euro in den Sudan Humanitarian Fund, weitere 6,5 Millionen Euro in entsprechende Fonds für Äthiopien, Südsudan und die Zentralafrikanische Republik.</p>



<h2 id="h-gesprache-uber-zivilen-ubergang-laufen-in-addis-abeba-weiter" class="wp-block-heading"><span id="gespraeche-ueber-zivilen-uebergang-laufen-in-addis-abeba-weiter">Gespräche über zivilen Übergang laufen in Addis Abeba weiter</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 20 Staaten und Institutionen verabschiedeten nach der Berliner Konferenz die „Berliner Prinzipien für Sudan“. Sie umfassen unter anderem Grundsätze für eine friedliche Konfliktlösung, ein Ende externer Unterstützung für die Kriegsparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung und eine zivil geführte Nachkriegsordnung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="726" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-1024x726.jpg" alt="" class="wp-image-29898 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-1024x726.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-300x213.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-768x545.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-380x270.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-800x568.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath-1160x823.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Free_Sudan_Sticker_in_Blackheath.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/vor-sudan-konferenz-in-berlin-eskaliert-der-streit-mit-der-sudanesischen-regierung/" data-type="post" data-id="26463">In Berlin kamen außerdem mehr als 40 Vertreter verschiedener sudanesischer politischer und gesellschaftlicher Gruppen zusammen.</a> Sie verständigten sich erstmals auf einen „Gemeinsamen Aufruf zum Ende des Krieges in Sudan“. Die Gespräche über einen zivil geführten Übergang werden inzwischen in Addis Abeba fortgesetzt. Vermittelt werden sie von einem Quintett aus Afrikanischer Union, Vereinten Nationen, Arabischer Liga, der Regionalorganisation IGAD und der Europäischen Union.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Kriegsparteien, die sudanesischen Streitkräfte SAF und die paramilitärischen Rapid Support Forces RSF, waren an der Berliner Konferenz allerdings nicht beteiligt. Einen Waffenstillstand brachte das Treffen nicht hervor.</p>



<h2 id="h-berlin-erhoht-druck-auf-regionale-akteure" class="wp-block-heading"><span id="berlin-erhoeht-druck-auf-regionale-akteure">Berlin erhöht Druck auf regionale Akteure</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung richtet ihre Diplomatie zugleich stärker auf Staaten aus, denen Einfluss auf die Konfliktparteien zugeschrieben wird. <a href="https://fokus-afrika.de/staatsministerin-serap-gueler-reist-nach-tschad-und-sudan/" data-type="post" data-id="20996">Staatsministerin Serap Güler führte im Juni hochrangige Gespräche in Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. </a>Dabei ging es nach Angaben der Bundesregierung um die Umsetzung der Berliner Prinzipien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin erklärt zudem, auf regionale Unterstützer der Konfliktparteien einzuwirken, um Waffenlieferungen zu stoppen, humanitäre Zugänge offenzuhalten und Sanktionen durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli verschärfte die Europäische Union ihre Sudan-Sanktionen und nahm erstmals unmittelbar Teile der Kriegswirtschaft ins Visier.<a href="https://fokus-afrika.de/eu-verbietet-handel-mit-sudanesischem-gold-und-verschaerft-sanktionen/" data-type="post" data-id="28787"> Seitdem sind der Kauf, die Einfuhr und die Verbringung von Gold aus Sudan sowie die Ausfuhr von Quecksilber und Cyanid zur Goldgewinnung nach Sudan verboten.</a> Die EU begründet die Maßnahmen damit, Finanzierungsquellen des Krieges einzuschränken.</p>



<h2 id="h-grenzubergange-fur-humanitare-hilfe-geoffnet" class="wp-block-heading"><span id="grenzuebergaenge-fuer-humanitaere-hilfe-geoeffnet">Grenzübergänge für humanitäre Hilfe geöffnet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Fortschritte meldet die Bundesregierung beim humanitären Zugang. Durch diplomatische Gespräche sei die Öffnung des Grenzübergangs Adré zum Tschad verlängert worden. Der Übergang Tiné-Tina sei wieder geöffnet worden, außerdem sei eine durchgehende Öffnung des Grenzübergangs Renk zum Südsudan erreicht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Berliner Konferenz nahmen nach Angaben der Bundesregierung 38 sudanesische und internationale Nichtregierungsorganisationen sowie zivilgesellschaftliche Gruppen teil. Ein Schwerpunkt lag auf den sogenannten Emergency Response Rooms, lokalen Netzwerken, die in vielen Teilen Sudans die Versorgung der Bevölkerung organisieren. Ihre Vorschläge sollen in diplomatische Gespräche auch mit den Konfliktparteien einfließen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wadephul sucht die Konfrontation mit Lawrow – und prägt so Deutschlands UN-Woche</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-sucht-die-konfrontation-mit-lawrow-und-praegt-so-deutschlands-un-woche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 22:54:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands UN-Woche verlief zunächst entlang bekannter Linien. Dann suchte Johann Wadephul überraschend das direkte Gespräch mit Sergej Lawrow – und konfrontierte Russland persönlich mit den deutschen Vorwürfen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-sucht-die-konfrontation-mit-lawrow-und-praegt-so-deutschlands-un-woche%2F&amp;action_name=Wadephul%20sucht%20die%20Konfrontation%20mit%20Lawrow%20%E2%80%93%20und%20pr%C3%A4gt%20so%20Deutschlands%20UN-Woche&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul hat Deutschlands Auftritt bei der UN-Generalversammlung mit einem überraschenden direkten Gespräch mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow abgeschlossen. Am Samstag trafen sich beide in New York erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf Außenministerebene zu einem bilateralen Gespräch. Wadephul forderte Moskau zur Deeskalation gegenüber Deutschland und Europa auf und konfrontierte Lawrow mit deutschen Vorwürfen zu russischen hybriden Angriffen. Eine Annäherung blieb aus, doch ausgerechnet die offene Konfrontation mit Moskau setzte am Ende den stärksten deutschen Akzent einer Woche, in der Berlin zuvor vor allem bekannte Positionen vertreten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/merz-fehlt-erneut-bei-un-generalversammlung-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york/" data-type="post" data-id="30021">Wadephul hatte die deutsche Delegation bei der 81. UN-Generalversammlung angeführt, während Bundeskanzler Friedrich Merz nicht nach New York reiste.</a> Neben dem Außenminister vertraten Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Umweltminister Carsten Schneider die Bundesregierung während der High Level Week. Die Bundesregierung hatte bereits vor Beginn der Reise betont, Deutschland sei damit hochrangig vertreten.</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-zunachst-auf-un-reform-und-kunstliche-intelligenz" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-zunaechst-auf-un-reform-und-kuenstliche-intelligenz">Deutschland setzt zunächst auf UN-Reform und künstliche Intelligenz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Tagen bewegte sich die deutsche Diplomatie weitgehend entlang bereits etablierter außenpolitischer Linien. Gemeinsam mit Brasilien, Indien und Japan bekräftigte Wadephul im Kreis der G4 die Forderung nach einer Reform des UN-Sicherheitsrats. Die vier Staaten verlangten eine Erweiterung sowohl der ständigen als auch der nichtständigen Sitze und sprachen sich ausdrücklich für eine stärkere Vertretung Afrikas aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/ghana/" data-type="category" data-id="70">Ghana</a> und Singapur organisierte Deutschland zudem eine Ministerrunde zur Zukunft der Vereinten Nationen. Dabei ging es um effizientere Strukturen, die Rolle der nächsten UN-Spitze und eine Organisation, die stärker zur Lösung von Konflikten beitragen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in seiner Rede vor der Generalversammlung stellte Wadephul die Reform internationaler Institutionen ins Zentrum. Einen eigenen Schwerpunkt setzte er bei künstlicher Intelligenz. Deutschland forderte gemeinsame Sicherheitsanforderungen für besonders leistungsfähige KI-Modelle. Anbieter sollten solche Systeme vor ihrer Veröffentlichung testen und schwere Sicherheitsmängel melden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verband die technologische Frage mit einem größeren deutschen Argument über internationale Macht. Unternehmen mit dem größten Anteil der weltweiten KI-Patente seien in lediglich zwei großen Staaten konzentriert. „Wenn Macht global wird, muss auch die Verantwortung global werden“, sagte der Außenminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenpolitisch blieben die deutschen Positionen dagegen zunächst vertraut. Wadephul stellte sich hinter die Ukraine, verlangte Verhandlungen von Russland und warb für eine Reform des Sicherheitsrats. Im UN-Sicherheitsrat hatte er bereits einen sofortigen Waffenstillstand, einen umfassenden Gefangenenaustausch und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert.</p>



<h2 id="h-das-treffen-mit-lawrow-verandert-den-deutschen-auftritt" class="wp-block-heading"><span id="das-treffen-mit-lawrow-veraendert-den-deutschen-auftritt">Das Treffen mit Lawrow verändert den deutschen Auftritt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erst am Ende der Woche kam es zu einer Begegnung, die über die üblichen multilateralen Formate hinausging. Wadephul traf Lawrow zu einem gut 20-minütigen Gespräch. Es war das erste bilaterale Treffen der Außenminister Deutschlands und Russlands seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative ging nach russischer Darstellung von Deutschland aus. Wadephul erklärte anschließend, Vertreter mehrerer Staaten hätten ihm zuvor signalisiert, dass Moskau zu einem Gespräch bereit sei. Daraufhin habe er die Gelegenheit genutzt. „Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln“, sagte Wadephul später in den&nbsp;<em>Tagesthemen</em>.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия.jpg" alt="" class="wp-image-30329 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия.jpg 900w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Германия-800x533.jpg 800w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Damit verband Berlin Gesprächsbereitschaft mit einer direkten Konfrontation. Wadephul forderte Russland auf, seinen aus deutscher Sicht gefährlichen Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu beenden. Auch die deutschen Vorwürfe zu hybriden russischen Operationen brachte er zur Sprache.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits drei Tage zuvor hatte Wadephul im Sicherheitsrat erklärt, Russlands hybride Angriffe gegen Unterstützer der Ukraine hätten ein neues Ausmaß erreicht. Als Beispiel nannte er den mutmaßlichen Versuch vom 4. August, am Flughafen Leipzig zwei Frachtflugzeuge mit einer sprengstoffbestückten Drohne zur Explosion zu bringen.</p>



<h2 id="h-lawrow-antwortet-mit-angriffen-auf-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="lawrow-antwortet-mit-angriffen-auf-deutschland">Lawrow antwortet mit Angriffen auf Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau wies Wadephuls Forderungen zurück. Das russische Außenministerium erklärte zunächst knapp, beide Seiten hätten über die bilateralen Beziehungen und die Ukraine gesprochen. Wadephul habe dabei die bereits bekannten Positionen der Bundesregierung wiederholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lawrow verschärfte den Ton anschließend öffentlich. Wadephul habe kurzfristig um das Gespräch gebeten und anschließend lediglich deutsche Positionen vorgetragen, die Moskau bereits kenne. „Es gab für mich nichts Neues zu hören“, erklärte der russische Außenminister sinngemäß vor Journalisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich griff er Deutschland wegen seiner Ukraine-Politik an und bestritt die deutschen Vorwürfe zu russischen hybriden Operationen. Eine Einigung über die von Wadephul angesprochene Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer wurde ebenfalls nicht erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konfrontation hatte bereits kurz vor dem Treffen die UN-Generalversammlung erreicht. In seiner Rede hatte Lawrow Deutschland und anderen europäischen Staaten „Russophobie“ vorgeworfen und sich ausdrücklich gegen einen zusätzlichen deutschen Sitz im Sicherheitsrat ausgesprochen. <a href="https://fokus-afrika.de/russlands-aussenminister-lawrow-afrika-hat-erkannt-dass-europa-es-getaeuscht-hat/">Russland unterstütze zusätzliche Sitze für Afrika, Asien und Lateinamerika, nicht jedoch für Deutschland oder Japan.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit prallten in New York zwei gegensätzliche Vorstellungen von UN-Reform unmittelbar aufeinander. Deutschland wirbt gemeinsam mit Brasilien, Indien und Japan für eine Erweiterung des Sicherheitsrats und unterstützt zugleich eine stärkere afrikanische Repräsentation. Russland unterstützt zusätzliche Sitze für Staaten aus Afrika, Asien und Lateinamerika, lehnt einen deutschen ständigen Sitz aber ausdrücklich ab.</p>



<h2 id="h-wadephul-verbindet-gesprachsbereitschaft-mit-abschreckung" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-verbindet-gespraechsbereitschaft-mit-abschreckung">Wadephul verbindet Gesprächsbereitschaft mit Abschreckung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Treffen produzierte keinen diplomatischen Durchbruch. Wadephul erklärte anschließend selbst, in zentralen Fragen bestehe weiterhin keine Übereinstimmung. Russland zeige derzeit keine Bereitschaft zu einer konstruktiven Verhandlungsposition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade darin unterschied sich die Begegnung jedoch von einem großen Teil des deutschen Programms während der Generalversammlung. Berlin hatte die Woche mit dem Anspruch begonnen, die „beklemmende Sprachlosigkeit“ zwischen Konfliktparteien zu überwinden. Mit dem Gespräch mit Lawrow wurde dieser Anspruch erstmals unmittelbar gegenüber Moskau umgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei rückte Wadephul nicht von der bisherigen deutschen Linie ab. In seiner Rede vor der Generalversammlung bezeichnete er Deutschland als größten Unterstützer der Ukraine bei deren Verteidigung gegen die russische Aggression und rief die UN-Mitgliedstaaten auf, Moskau gemeinsam zu Verhandlungen zu bewegen. „Über die Zukunft wird am Verhandlungstisch entschieden und nicht durch das Töten von Menschen in Städten und Dörfern“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gespräch mit Lawrow fügte dieser Position eine zweite Ebene hinzu: Deutschland beschränkte sich nicht darauf, Russland vor dem Sicherheitsrat und der Generalversammlung öffentlich zu kritisieren, sondern trug dieselben Forderungen unmittelbar an den russischen Außenminister heran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lawrows demonstrative Zurückweisung zeigte zugleich die Grenzen dieses Ansatzes. Das erste bilaterale Außenministertreffen seit dem russischen Großangriff endete ohne Annäherung, ohne gemeinsame Erklärung und ohne erkennbare Vereinbarung. Der direkte diplomatische Kanal zwischen Berlin und Moskau war für gut 20 Minuten wieder geöffnet.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland hält an Burkina Faso fest – Niels Annen reist zu Gesprächen mit Militärregierung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-haelt-an-burkina-faso-fest-niels-annen-reist-zu-gespraechen-mit-militaerregierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 12:07:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[AES]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland hält an Burkina Faso fest – Niels Annen reist zu Gesprächen mit Militärregierung<br />
Deutschland hält trotz der politischen Umbrüche und der schweren Sicherheitskrise an seiner Entwicklungszusammenarbeit mit Burkina Faso fest und schickt Staatssekretär Niels Annen zu politischen Gesprächen und Projektbesuchen in das westafrikanische Land. Die viertägige Reise beginnt am Dienstag, 29. September 2026. Im Zentrum steht die Frage, wie Entwicklungsprojekte zur Stabilisierung des Sahel beitragen können, ohne zur regulären staatlichen Zusammenarbeit mit der Militärregierung zurückzukehren. Deutsche Mittel fließen deshalb weiterhin vor allem über Kommunen, nachgeordnete Behörden, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft.<br />
Entwicklungspolitik soll Teil der Sicherheitsstrategie sein<br />
Das Bundesentwicklungsministerium beschreibt Burkina Faso und die gesamte Sahel-Region weiterhin als ein Zentrum des internationalen Terrorismus. Annen will deshalb vor Ort über einen „integrierten Sicherheitsansatz“ sprechen, der militärische und sicherheitspolitische Maßnahmen durch Entwicklungsprojekte ergänzt.<br />
Deutschland setzt dabei unter anderem auf Arbeitsplätze für junge Menschen, klimaangepasste Landwirtschaft und bessere Trinkwasserversorgung. Die Bundesregierung verbindet diese Maßnahmen mit dem Ziel, soziale und wirtschaftliche Krisenursachen zu mindern, die bewaffnete Gruppen für Rekrutierung und Einfluss nutzen können. Das BMZ verfolgt diesen Ansatz auch in anderen Staaten des zentralen Sahel.<br />
Burkina Faso gehört weiterhin zu den am stärksten von Gewalt und Vertreibung betroffenen Ländern der Region. Das BMZ spricht inzwischen von mehr als 2,5 Millionen Binnenvertriebenen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks hat sich die Zahl der gewaltsam Vertriebenen in Burkina Faso, Mali und Niger seit 2020 nahezu verdoppelt und lag Ende Juli 2026 bei insgesamt 3,8 Millionen Menschen.<br />
Gespräche mit Regierung trotz regierungsferner Zusammenarbeit<br />
Annen wird sich mit Regierungsvertretern Burkina Fasos treffen. Außerdem sind Gespräche mit internationalen Gebern, der lokalen Zivilgesellschaft und Unternehmen vorgesehen.<br />
Die politischen Kontakte bedeuten jedoch keine Rückkehr zur früheren Form der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Nach den beiden Militärputschen im Jahr 2022 stellte Deutschland seine Kooperation um. Direkte Zusammenarbeit mit der Zentralregierung wurde beendet, Projekte werden seither regierungsfern organisiert.<br />
Finanzielle Mittel sollen damit nicht unmittelbar an die Militärregierung fließen. Deutschland arbeitet stattdessen unter anderem mit Kommunen, nachgeordneten staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen sowie internationalen Organisationen zusammen.<br />
Politische Gespräche finden dennoch statt. Das BMZ will dabei neben der Sicherheitslage und der Situation der Bevölkerung auch die Rückkehr zu Wahlen thematisieren.<br />
Annen besucht Projekte im Nordosten Burkina Fasos<br />
Ein Teil der Reise führt den Staatssekretär in den Nordosten des Landes. Dort will er Standorte der vom BMZ finanzierten Sahel-Resilienzpartnerschaft besuchen.<br />
Die Projekte werden vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, UNICEF und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt. Sie sollen die Lebensbedingungen besonders gefährdeter Gemeinden und Vertriebener verbessern.<br />
Gerade die nördlichen und östlichen Landesteile sind seit Jahren stark von Angriffen bewaffneter Gruppen und Vertreibung betroffen. Nach Einschätzung des BMZ hat die Regierung in großen Teilen des Landes nur eingeschränkte Kontrolle. Auch UNHCR verweist auf erhebliche Sicherheitsprobleme in mehreren Regionen im Norden und Osten.<br />
Deutschland bleibt trotz Militärherrschaft engagiert<br />
Deutschland arbeitet seit der Unabhängigkeit Burkina Fasos 1961 entwicklungspolitisch mit dem Land zusammen. Die beiden Militärputsche von 2022 veränderten jedoch die politischen Bedingungen grundlegend.<br />
Die Bundesregierung knüpft eine Rückkehr zur regulären bilateralen Zusammenarbeit weiterhin an Fortschritte in Richtung einer verfassungsmäßigen Ordnung und demokratischer Wahlen. Gleichzeitig hält das BMZ einen vollständigen Rückzug aus dem Sahel für falsch, weil sich dadurch die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung weiter verschlechtern könnte.<br />
Die Region ist zugleich stärker von Klimafolgen betroffen. Dürren, unsichere Wasserversorgung und schwankende landwirtschaftliche Erträge verschärfen vielerorts Armut und Ernährungsunsicherheit. Deutschland konzentriert seine Projekte deshalb zunehmend auf Landwirtschaft, Wasser, Beschäftigung und die Unterstützung von Vertriebenen und aufnehmenden Gemeinden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-haelt-an-burkina-faso-fest-niels-annen-reist-zu-gespraechen-mit-militaerregierung%2F&amp;action_name=Deutschland%20h%C3%A4lt%20an%20Burkina%20Faso%20fest%20%E2%80%93%20Niels%20Annen%20reist%20zu%20Gespr%C3%A4chen%20mit%20Milit%C3%A4rregierung&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-haelt-an-burkina-faso-fest-niels-annen-reist-zu-gespraechen-mit-militaerregierung/">Deutschland hält an Burkina Faso fest – Niels Annen reist zu Gesprächen mit Militärregierung</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hält trotz der politischen Umbrüche und der schweren Sicherheitskrise an seiner Entwicklungszusammenarbeit mit Burkina Faso fest und schickt Staatssekretär Niels Annen zu politischen Gesprächen und Projektbesuchen in das westafrikanische Land. Die viertägige Reise beginnt am Dienstag, 29. September 2026. Im Zentrum steht die Frage, wie Entwicklungsprojekte zur Stabilisierung des Sahel beitragen können, ohne zur regulären staatlichen Zusammenarbeit mit der Militärregierung zurückzukehren. Deutsche Mittel fließen deshalb weiterhin vor allem über Kommunen, nachgeordnete Behörden, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft.</p>



<h2 id="h-entwicklungspolitik-soll-teil-der-sicherheitsstrategie-sein" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungspolitik-soll-teil-der-sicherheitsstrategie-sein">Entwicklungspolitik soll Teil der Sicherheitsstrategie sein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium beschreibt Burkina Faso und die gesamte Sahel-Region weiterhin als ein Zentrum des internationalen Terrorismus. Annen will deshalb vor Ort über einen „integrierten Sicherheitsansatz“ sprechen, der militärische und sicherheitspolitische Maßnahmen durch Entwicklungsprojekte ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland setzt dabei unter anderem auf Arbeitsplätze für junge Menschen, klimaangepasste Landwirtschaft und bessere Trinkwasserversorgung. Die Bundesregierung verbindet diese Maßnahmen mit dem Ziel, soziale und wirtschaftliche Krisenursachen zu mindern, die bewaffnete Gruppen für Rekrutierung und Einfluss nutzen können. Das BMZ verfolgt diesen Ansatz auch in anderen Staaten des zentralen Sahel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burkina Faso gehört weiterhin zu den am stärksten von Gewalt und Vertreibung betroffenen Ländern der Region. Das BMZ spricht inzwischen von mehr als 2,5 Millionen Binnenvertriebenen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks hat sich die Zahl der gewaltsam Vertriebenen in Burkina Faso, Mali und Niger seit 2020 nahezu verdoppelt und lag Ende Juli 2026 bei insgesamt 3,8 Millionen Menschen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-gesprache-mit-regierung-trotz-regierungsferner-zusammenarbeit" class="wp-block-heading"><span id="gespraeche-mit-regierung-trotz-regierungsferner-zusammenarbeit">Gespräche mit Regierung trotz regierungsferner Zusammenarbeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Annen wird sich mit Regierungsvertretern Burkina Fasos treffen. Außerdem sind Gespräche mit internationalen Gebern, der lokalen Zivilgesellschaft und Unternehmen vorgesehen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="851" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1.jpg" alt="" class="wp-image-30257 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1.jpg 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1-300x266.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1-768x681.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1-380x337.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/2020-02-13_Niels_Annen_Bundestagsprojekt_2020_by_Sandro_Halank–1-800x709.jpg 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die politischen Kontakte bedeuten jedoch keine Rückkehr zur früheren Form der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Nach den beiden Militärputschen im Jahr 2022 stellte Deutschland seine Kooperation um. Direkte Zusammenarbeit mit der Zentralregierung wurde beendet, Projekte werden seither regierungsfern organisiert.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Finanzielle Mittel sollen damit nicht unmittelbar an die Militärregierung fließen. Deutschland arbeitet stattdessen unter anderem mit Kommunen, nachgeordneten staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen sowie internationalen Organisationen zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politische Gespräche finden dennoch statt. <a href="https://fokus-afrika.de/ibrahim-traore-demokratie-passt-nicht-zu-burkina-faso/" data-type="post" data-id="26216">Das BMZ will dabei neben der Sicherheitslage und der Situation der Bevölkerung auch die Rückkehr zu Wahlen thematisieren.</a></p>



<h2 id="h-annen-besucht-projekte-im-nordosten-burkina-fasos" class="wp-block-heading"><span id="annen-besucht-projekte-im-nordosten-burkina-fasos">Annen besucht Projekte im Nordosten Burkina Fasos</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Teil der Reise führt den Staatssekretär in den Nordosten des Landes. Dort will er Standorte der vom BMZ finanzierten Sahel-Resilienzpartnerschaft besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projekte werden vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, UNICEF und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt. <a href="https://fokus-afrika.de/human-rights-watch-wirft-burkina-fasos-konfliktparteien-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-vor/">Sie sollen die Lebensbedingungen besonders gefährdeter Gemeinden und Vertriebener verbessern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die nördlichen und östlichen Landesteile sind seit Jahren stark von Angriffen bewaffneter Gruppen und Vertreibung betroffen. Nach Einschätzung des BMZ hat die Regierung in großen Teilen des Landes nur eingeschränkte Kontrolle. Auch UNHCR verweist auf erhebliche Sicherheitsprobleme in mehreren Regionen im Norden und Osten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-bleibt-trotz-militarherrschaft-engagiert" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-bleibt-trotz-militaerherrschaft-engagiert">Deutschland bleibt trotz Militärherrschaft engagiert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland arbeitet seit der Unabhängigkeit Burkina Fasos 1961 entwicklungspolitisch mit dem Land zusammen. <a href="https://fokus-afrika.de/ecowas-gipfel-regierungen-wollen-militaerputsche-nicht-mehr-dulden/" data-type="post" data-id="23000">Die beiden Militärputsche von 2022 veränderten jedoch die politischen Bedingungen grundlegend.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung knüpft eine Rückkehr zur regulären bilateralen Zusammenarbeit weiterhin an Fortschritte in Richtung einer verfassungsmäßigen Ordnung und demokratischer Wahlen. Gleichzeitig hält das BMZ einen vollständigen Rückzug aus dem Sahel für falsch, weil sich dadurch die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung weiter verschlechtern könnte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Region ist zugleich stärker von Klimafolgen betroffen. Dürren, unsichere Wasserversorgung und schwankende landwirtschaftliche Erträge verschärfen vielerorts Armut und Ernährungsunsicherheit. Deutschland konzentriert seine Projekte deshalb zunehmend auf Landwirtschaft, Wasser, Beschäftigung und die Unterstützung von Vertriebenen und aufnehmenden Gemeinden.</p>
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			<media:title type="html">Bundestagsprojekt 2020</media:title>
			<media:description type="html">Bundestagsprojekt 2020</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundestag nimmt Südafrikas Rüstungsindustrie in den Blick</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-nimmt-suedafrikas-ruestungsindustrie-in-den-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 11:12:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bundestag nimmt Südafrikas Rüstungsindustrie in den Blick<br />
Eine Delegation des Haushaltsausschusses des Bundestages reist nach Südafrika und setzt dabei einen Schwerpunkt auf Verteidigungsindustrie, Sicherheitspolitik und bestehende industrielle Kooperationen. Die Reise ist vom 28. September bis 2. Oktober 2026 geplant. In Pretoria, Kapstadt und Stellenbosch sind Gespräche mit Regierung, Parlament, Militär und Wirtschaft sowie Besuche bei internationalen Rüstungsunternehmen vorgesehen. Südafrika ist zugleich Deutschlands wichtigster Handelspartner in Afrika und ein zentraler politischer Partner südlich der Sahara.<br />
Gespräche mit Finanz- und Verteidigungsministerium<br />
Die vierköpfige Delegation wird von Andreas Mattfeldt von der CDU/CSU geführt. Ihr gehören außerdem Thomas Ladzinski von der AfD, Andreas Schwarz von der SPD und Sebastian Schäfer von Bündnis 90/Die Grünen an.<br />
Erste Station ist Pretoria. Dort wollen die Abgeordneten mit Vertretern des südafrikanischen Finanz- und Verteidigungsministeriums über die wirtschaftliche und finanzpolitische Lage des Landes sowie aktuelle Sicherheits- und Verteidigungsfragen sprechen.<br />
Auch geldpolitische Themen stehen auf dem Programm. Damit verbindet die Reise die klassischen Aufgaben des Haushaltsausschusses mit Fragen der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit.<br />
Der Ausschuss ist im Bundestag für die Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben des Bundes zuständig. Die Reise fällt zugleich in die laufenden Beratungen über den Bundeshaushalt 2027. Der Etat des Bundesverteidigungsministeriums soll am 8. Oktober im Haushaltsausschuss beraten werden.<br />
Unternehmen und Rüstungsindustrie auf der Agenda<br />
Einen auffälligen Schwerpunkt bildet die südafrikanische Verteidigungsindustrie. Die Bundestagsdelegation will sich bei mehreren Unternehmen über deren Strukturen und über bestehende industrielle und technologische Kooperationen informieren. Welche Firmen besucht werden, teilte der Bundestag zunächst nicht mit.<br />
In Kapstadt stehen Gespräche mit dem für Verteidigung und Militärangelegenheiten zuständigen Ausschuss des südafrikanischen Parlaments sowie Treffen mit Vertretern aus Politik, Militär und Wirtschaft auf dem Programm.<br />
Geplant sind außerdem Besuche bei internationalen Rüstungsunternehmen. In Stellenbosch informiert sich die Delegation an der Military Academy der Universität Stellenbosch über die sicherheits- und verteidigungspolitischen Strukturen Südafrikas.<br />
Die Reise dient damit nicht allein der parlamentarischen Haushaltskontrolle. Sie führt die Abgeordneten gezielt zu Akteuren der südafrikanischen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur sowie zu Unternehmen, die Teil industrieller Kooperationen sein können.<br />
Südafrika ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Afrika<br />
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund enger Wirtschaftsbeziehungen statt. Deutschland bezeichnet Südafrika als seinen wichtigsten Partner in Afrika südlich der Sahara. Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei mehr als 20 Milliarden Euro. Für Südafrika ist Deutschland der zweitwichtigste bilaterale Handelspartner.<br />
Mehr als 600 deutsche Unternehmen sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Südafrika aktiv. Die deutschen Direktinvestitionen lagen 2023 bei knapp acht Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen beschäftigen dort rund 100.000 Menschen unmittelbar und schaffen nach Schätzung des Auswärtigen Amtes eine ähnlich große Zahl indirekter Arbeitsplätze.<br />
Beide Staaten verfügen zudem seit 1996 über eine Binationale Kommission als festen Rahmen ihrer Zusammenarbeit. Bei deren jüngster Sitzung im April 2026 berieten Außenminister Ronald Lamola und Johann Wadephul neben wirtschaftlichen Themen auch über Frieden und Sicherheit in Afrika, Europa und dem Nahen Osten.<br />
Sicherheitspolitik gewinnt in den Beziehungen an Gewicht<br />
Auch bei der deutschen Außenpolitik gegenüber Südafrika hat das Thema Sicherheit zuletzt an Bedeutung gewonnen. Außenminister Wadephul reiste im Juli nach Südafrika. Das Auswärtige Amt stellte die Reise in einen größeren Zusammenhang engerer europäisch-afrikanischer Zusammenarbeit in politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen.<br />
Die Reise des Haushaltsausschusses vertieft diese Kontakte nun auf parlamentarischer Ebene. Neben der wirtschaftlichen Lage und der Finanzpolitik rücken insbesondere die Verteidigungsindustrie, militärische Strukturen und technologische Kooperationen in den Fokus der Gespräche zwischen deutschen und südafrikanischen Akteuren.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-nimmt-suedafrikas-ruestungsindustrie-in-den-blick%2F&amp;action_name=Bundestag%20nimmt%20S%C3%BCdafrikas%20R%C3%BCstungsindustrie%20in%20den%20Blick&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-nimmt-suedafrikas-ruestungsindustrie-in-den-blick/">Bundestag nimmt Südafrikas Rüstungsindustrie in den Blick</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation des Haushaltsausschusses des Bundestages reist nach Südafrika und setzt dabei einen Schwerpunkt auf Verteidigungsindustrie, Sicherheitspolitik und bestehende industrielle Kooperationen. Die Reise ist vom 28. September bis 2. Oktober 2026 geplant. In Pretoria, Kapstadt und Stellenbosch sind Gespräche mit Regierung, Parlament, Militär und Wirtschaft sowie Besuche bei internationalen Rüstungsunternehmen vorgesehen. Südafrika ist zugleich Deutschlands wichtigster Handelspartner in Afrika und ein zentraler politischer Partner südlich der Sahara.&nbsp;</p>



<h2 id="h-gesprache-mit-finanz-und-verteidigungsministerium" class="wp-block-heading"><span id="gespraeche-mit-finanz-und-verteidigungsministerium">Gespräche mit Finanz- und Verteidigungsministerium</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vierköpfige Delegation wird von Andreas Mattfeldt von der CDU/CSU geführt. Ihr gehören außerdem Thomas Ladzinski von der AfD, Andreas Schwarz von der SPD und Sebastian Schäfer von Bündnis 90/Die Grünen an.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Station ist Pretoria. Dort wollen die Abgeordneten mit Vertretern des südafrikanischen Finanz- und Verteidigungsministeriums über die wirtschaftliche und finanzpolitische Lage des Landes sowie aktuelle Sicherheits- und Verteidigungsfragen sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch geldpolitische Themen stehen auf dem Programm. Damit verbindet die Reise die klassischen Aufgaben des Haushaltsausschusses mit Fragen der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss ist im Bundestag für die Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben des Bundes zuständig. Die Reise fällt zugleich in die laufenden Beratungen über den Bundeshaushalt 2027. Der Etat des Bundesverteidigungsministeriums soll am 8. Oktober im Haushaltsausschuss beraten werden.&nbsp;</p>



<h2 id="h-unternehmen-und-rustungsindustrie-auf-der-agenda" class="wp-block-heading"><span id="unternehmen-und-ruestungsindustrie-auf-der-agenda">Unternehmen und Rüstungsindustrie auf der Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen auffälligen Schwerpunkt bildet die südafrikanische Verteidigungsindustrie. Die Bundestagsdelegation will sich bei mehreren Unternehmen über deren Strukturen und über bestehende industrielle und technologische Kooperationen informieren. Welche Firmen besucht werden, teilte der Bundestag zunächst nicht mit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kapstadt stehen Gespräche mit dem für Verteidigung und Militärangelegenheiten zuständigen Ausschuss des südafrikanischen Parlaments sowie Treffen mit Vertretern aus Politik, Militär und Wirtschaft auf dem Programm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geplant sind außerdem Besuche bei internationalen Rüstungsunternehmen. In Stellenbosch informiert sich die Delegation an der Military Academy der Universität Stellenbosch über die sicherheits- und verteidigungspolitischen Strukturen Südafrikas.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-1024x731.jpg" alt="" class="wp-image-30247 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-1024x731.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-300x214.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-768x548.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-1536x1096.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-380x271.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-800x571.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-1160x828.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013.jpg 1763w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Reise dient damit nicht allein der parlamentarischen Haushaltskontrolle. Sie führt die Abgeordneten gezielt zu Akteuren der südafrikanischen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur sowie zu Unternehmen, die Teil industrieller Kooperationen sein können.</p>
</div></div>



<h2 id="h-sudafrika-ist-deutschlands-wichtigster-wirtschaftspartner-in-afrika" class="wp-block-heading"><span id="suedafrika-ist-deutschlands-wichtigster-wirtschaftspartner-in-afrika">Südafrika ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche finden vor dem Hintergrund enger Wirtschaftsbeziehungen statt. Deutschland bezeichnet Südafrika als seinen wichtigsten Partner in Afrika südlich der Sahara. Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei mehr als 20 Milliarden Euro. Für Südafrika ist Deutschland der zweitwichtigste bilaterale Handelspartner.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/volkswagen-baut-drittes-modell-in-suedafrika-ramaphosa-verspricht-neue-regeln-fuer-autoindustrie/" data-type="post" data-id="29676">Mehr als 600 deutsche Unternehmen sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Südafrika aktiv.</a> Die deutschen Direktinvestitionen lagen 2023 bei knapp acht Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen beschäftigen dort rund 100.000 Menschen unmittelbar und schaffen nach Schätzung des Auswärtigen Amtes eine ähnlich große Zahl indirekter Arbeitsplätze. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Staaten verfügen zudem seit 1996 über eine Binationale Kommission als festen Rahmen ihrer Zusammenarbeit. Bei deren jüngster Sitzung im April 2026 berieten Außenminister Ronald Lamola und Johann Wadephul neben wirtschaftlichen Themen auch über Frieden und Sicherheit in Afrika, Europa und dem Nahen Osten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-sicherheitspolitik-gewinnt-in-den-beziehungen-an-gewicht" class="wp-block-heading"><span id="sicherheitspolitik-gewinnt-in-den-beziehungen-an-gewicht">Sicherheitspolitik gewinnt in den Beziehungen an Gewicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der deutschen Außenpolitik gegenüber Südafrika hat das Thema Sicherheit zuletzt an Bedeutung gewonnen. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/" data-type="post" data-id="28953">Außenminister Wadephul reiste im Juli nach Südafrika.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen/" data-type="post" data-id="28899">Das Auswärtige Amt stellte die Reise in einen größeren Zusammenhang engerer europäisch-afrikanischer Zusammenarbeit in politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise des Haushaltsausschusses vertieft diese Kontakte nun auf parlamentarischer Ebene. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-stoppen-militaertechnologie-transfer-von-suedafrika-nach-china/" data-type="post" data-id="23796">Neben der wirtschaftlichen Lage und der Finanzpolitik rücken insbesondere die Verteidigungsindustrie, militärische Strukturen und technologische Kooperationen in den Fokus der Gespräche zwischen deutschen und südafrikanischen Akteuren. </a></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-nimmt-suedafrikas-ruestungsindustrie-in-den-blick%2F&amp;action_name=Bundestag%20nimmt%20S%C3%BCdafrikas%20R%C3%BCstungsindustrie%20in%20den%20Blick&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-nimmt-suedafrikas-ruestungsindustrie-in-den-blick/">Bundestag nimmt Südafrikas Rüstungsindustrie in den Blick</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Shared Accord 2013</media:title>
			<media:description type="html">A Soldier with the 9th South African Infantry Battalion reacts to a near ambush by opposition forces as smoke grenades go off nearby July 26 near Alicedale, South Africa, part of Shared Accord 13. Shared Accord is a biennial training exercise designed to increase capacity and enhance interoperability across the South African and U.S. militaries. (U.S. Army Africa photo)</media:description>
			<media:thumbnail url="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/A_South_African_soldier_with_the_9th_South_African_Infantry_Battalion_2013-150x150.jpg" />
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung warnt vor Verfolgung von Exil-Kritikern und Diaspora in Deutschland</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-warnt-vor-verfolgung-von-exil-kritikern-und-diaspora-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 21:15:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Politische Verfolgung kann bis nach Europa reichen. Ein Fall um eine deutsch-ägyptische Aktivistin und die Ermittlungen zur Entführung eines algerischen Regierungskritikers in Frankreich zeigen, wie Regierungen und Sicherheitsapparate über Grenzen hinweg Druck auf Exilgemeinden ausüben können.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-warnt-vor-verfolgung-von-exil-kritikern-und-diaspora-in-deutschland%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20warnt%20vor%20Verfolgung%20von%20Exil-Kritikern%20und%20Diaspora%20in%20Deutschland&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-warnt-vor-verfolgung-von-exil-kritikern-und-diaspora-in-deutschland/">Bundesregierung warnt vor Verfolgung von Exil-Kritikern und Diaspora in Deutschland</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ausländische Regierungen versuchen nach Einschätzung der Bundesregierung zunehmend, Oppositionelle, Journalisten und andere im Exil lebende Menschen auch in Deutschland einzuschüchtern, auszuspähen oder zum Schweigen zu bringen. Darüber <a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1217342">berichteten</a> Vertreter von Auswärtigem Amt und Bundesinnenministerium am Mittwoch, 23. September 2026, im Menschenrechtsausschuss des Bundestages. Als wichtige Akteure nannten sie China, Russland, Vietnam und Iran. Das Phänomen betrifft jedoch auch afrikanische Diasporas: Menschenrechtsorganisationen dokumentieren Fälle mit direktem Deutschlandbezug aus Ägypten, während in Frankreich Ermittlungen zur Entführung eines algerischen Regierungskritikers die europäische Dimension zeigen.</p>



<h2 id="h-verfolgung-endet-nicht-an-der-staatsgrenze" class="wp-block-heading"><span id="verfolgung-endet-nicht-an-der-staatsgrenze">Verfolgung endet nicht an der Staatsgrenze</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Regierungen können gegen Kritiker im Ausland auf sehr unterschiedliche Weise vorgehen. Dazu gehören Überwachung, Cyberangriffe und Drohungen ebenso wie Druck auf Angehörige im Herkunftsland, Probleme bei Pässen oder der Versuch, internationale Fahndungssysteme gegen Oppositionelle einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachleute sprechen bei solchen grenzüberschreitenden Formen staatlicher Einschüchterung von „transnationaler Repression“. Deutschland gilt wegen seiner großen Diasporagemeinden und als Zufluchtsort für politische Oppositionelle und Menschenrechtsverteidiger als bedeutendes Zielland. Der Bundestag hatte das Thema bereits im Frühjahr als wachsendes Sicherheits- und Menschenrechtsproblem aufgegriffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffen sind Menschenrechtsverteidiger, oppositionelle Aktivisten und Journalisten ebenso wie Wissenschaftler, Studierende und andere Mitglieder von Diasporagemeinden. Die Folgen reichen bis in das persönliche Umfeld der Betroffenen.</p>



<h2 id="h-agypten-setzte-familie-einer-aktivistin-aus-deutschland-unter-druck" class="wp-block-heading"><span id="aegypten-setzte-familie-einer-aktivistin-aus-deutschland-unter-druck">Ägypten setzte Familie einer Aktivistin aus Deutschland unter Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein afrikanischer Staat auf im Ausland lebende Kritiker einwirken kann, zeigt ein von Human Rights Watch dokumentierter Fall mit direktem Deutschlandbezug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsch-ägyptische Ärztin und Aktivistin Fagr al-Adly hatte 2015 bei einer Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Berlin lautstark gegen Sisi protestiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2023 nahmen ägyptische Sicherheitskräfte ihren Vater am Flughafen Kairo fest, als er aus Deutschland einreiste. Nach Angaben von Human Rights Watch wurde er zu den politischen Aktivitäten seiner Tochter befragt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm die „Verbreitung falscher Nachrichten“ vor und hielt ihn in Untersuchungshaft. Im Oktober kam er ohne Prozess frei.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Human Rights Watch dokumentierte darüber hinaus Fälle, in denen ägyptische Behörden Angehörige von im Ausland lebenden Regierungskritikern festnahmen, verhörten oder mit Reisebeschränkungen belegten. Zudem verweigerten Behörden nach Darstellung der Organisation Dissidenten, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten im Ausland teilweise die Ausstellung oder Verlängerung von Pässen und anderen Identitätsdokumenten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen können Menschen auch dann treffen, wenn sie sich selbst außerhalb der Reichweite der Sicherheitsbehörden befinden. Familienangehörige im Herkunftsland werden dadurch zu einem möglichen Druckmittel.</p>



<h2 id="h-passprobleme-konnen-zum-politischen-instrument-werden" class="wp-block-heading"><span id="passprobleme-koennen-zum-politischen-instrument-werden">Passprobleme können zum politischen Instrument werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Form des Drucks spielte auch im Bundestagsausschuss eine Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen verwiesen auf russische Regimegegner im Exil, deren Pässe auslaufen und die Schwierigkeiten haben, neue Reisedokumente von russischen Vertretungen zu erhalten. Das Bundesinnenministerium erklärte, bei nachweislich politisch verfolgten Russinnen und Russen könne die Beschaffung eines Passes als unzumutbar anerkannt werden. Eine vergleichbare Praxis gibt es bereits bei politisch verfolgten Belarussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für afrikanische Exilgemeinden ist die Frage ebenfalls nicht theoretisch. Human Rights Watch hat für Ägypten wiederholt dokumentiert, dass die Verweigerung von Pässen und Personenstandsdokumenten gegen Regierungskritiker im Ausland eingesetzt wurde. Amnesty International berichtete noch im Juni 2026 über Reiseverbote gegen ägyptische Menschenrechtsverteidiger und Aktivisten, die deren Arbeit, Ausbildung und Familienleben erheblich beeinträchtigten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-algerien-fall-beschaftigt-frankreich-seit-mehr-als-einem-jahr" class="wp-block-heading"><span id="algerien-fall-beschaeftigt-frankreich-seit-mehr-als-einem-jahr">Algerien-Fall beschäftigt Frankreich seit mehr als einem Jahr</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch weiter reichen die Vorwürfe in einem Fall aus Frankreich, wo eine der größten afrikanischen Diasporagemeinden Europas lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-wirft-algerien-spionage-und-druck-auf-doppelstaatler-vor/" data-type="post" data-id="23942">Der algerische Regierungskritiker Amir Boukhors, bekannt als „Amir DZ“, wurde im April 2024 in Frankreich für rund einen Tag entführt.</a> Französische Ermittler nahmen später mehrere Verdächtige fest, darunter einen Mitarbeiter des algerischen Konsulats in Créteil. Ihm wird eine Beteiligung an der Entführung vorgeworfen. Eine gerichtliche Feststellung einer staatlichen Verantwortung Algeriens gibt es bislang nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festnahme des Konsulatsmitarbeiters löste 2025 einen schweren diplomatischen Konflikt zwischen Paris und Algier aus. <a href="https://fokus-afrika.de/algerien-bestellt-franzoesischen-geschaeftstraeger-ein-und-droht-mit-folgen-fuer-die-beziehungen/" data-type="post" data-id="26039">Algerien protestierte gegen das Vorgehen der französischen Justiz und kündigte die Ausweisung französischer Diplomaten an.</a> Frankreich reagierte seinerseits mit Ausweisungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konsulatsmitarbeiter befand sich im Sommer 2026 weiterhin in Untersuchungshaft.&nbsp;<em>Le Monde</em>&nbsp;berichtete Ende Juni, dass die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft seine Freilassung beantragt hatte. Das Verfahren wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Entführung von Boukhors lief zu diesem Zeitpunkt weiter.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall fällt in eine Phase ohnehin angespannter Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien. Frankreich zählt nach Angaben französischer Behörden einen erheblichen Bevölkerungsanteil mit familiären oder biografischen Verbindungen nach Algerien. <a href="https://fokus-afrika.de/frankreichs-nationalversammlung-stimmt-fuer-aufkuendigung-des-einwanderungsabkommens-mit-algerien/" data-type="post" data-id="21386">Die politischen Konflikte zwischen Paris und Algier wirken deshalb regelmäßig unmittelbar in die Diaspora hinein. </a></p>



<h2 id="h-china-russland-vietnam-und-iran-im-fokus-der-bundesregierung" class="wp-block-heading"><span id="china-russland-vietnam-und-iran-im-fokus-der-bundesregierung">China, Russland, Vietnam und Iran im Fokus der Bundesregierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Menschenrechtsausschuss nannten Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium vor allem China, Russland, Vietnam und Iran als Staaten, von denen entsprechende Aktivitäten in Deutschland ausgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-entsendet-afd-abgeordneten-maximilian-krah-zur-mittelmeer-versammlung-nach-kairo/" data-type="post" data-id="28540">Als Beispiel für China verwies das Innenministerium auf den früheren Mitarbeiter des damaligen Europaabgeordneten Maximilian Krah.</a> Er wurde 2025 wegen Spionage für China verurteilt. Neben Informationen aus dem Europäischen Parlament hatte er nach Feststellung des Gerichts auch chinesische Oppositionelle im Exil ausgespäht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Iran verwiesen die Regierungsvertreter auf staatlich unterstützte Hackergruppen wie „Charming Kitten“. Deren Ziele umfassen nach Einschätzung westlicher Sicherheitsbehörden Politiker, Journalisten und Wissenschaftler sowie iranische Oppositionelle im Ausland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hatte bereits im März erklärt, dass iranische Nachrichtendienste in Deutschland Oppositionelle sowie jüdische und israelische Einrichtungen ausspähen. Dabei würden häufig Mittelsmänner eingesetzt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-baut-schutz-fur-diasporagemeinden-aus" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-baut-schutz-fuer-diasporagemeinden-aus">Bundesregierung baut Schutz für Diasporagemeinden aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium sehen solche Aktivitäten sowohl als Menschenrechtsverletzung gegenüber den Betroffenen als auch als Eingriff in die deutsche Souveränität.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="510" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-1024x510.jpg" alt="" class="wp-image-30222 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-1024x510.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-300x150.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-768x383.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-380x189.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-800x399.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3-1160x578.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auswaertiges_Amt_01-3.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will deshalb Sicherheitsbehörden, Ministerien und internationale Partner enger zusammenbringen. Das Innenministerium hat einen Leitfaden für Betroffene entwickelt und organisiert Informationsveranstaltungen für Landespolizeien. Hinzu kommen ein Runder Tisch mit Angehörigen von Diasporagemeinden und ein Hinweiskanal der Sicherheitsbehörden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Problem bleibt das hohe Dunkelfeld. Einschüchterungen werden nicht immer angezeigt. In anderen Fällen ist schwer nachzuweisen, ob hinter Drohungen, Cyberangriffen oder Druck auf Familien tatsächlich staatliche Stellen stehen.</p>



<h2 id="h-auch-interpol-kann-zum-konfliktfeld-werden" class="wp-block-heading"><span id="auch-interpol-kann-zum-konfliktfeld-werden">Auch Interpol kann zum Konfliktfeld werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unionsfraktion sprach im Ausschuss zudem die Gefahr an, dass Regierungen internationale Polizeisysteme zur Verfolgung politischer Gegner nutzen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt stehen sogenannte Red Notices und andere Fahndungsinstrumente von Interpol. Deutsche Abgeordnete hatten in früheren Anfragen unter anderem Auskunft über Ausschreibungen aus China, Russland, Iran, Saudi-Arabien, der Türkei, Belarus und Aserbaidschan verlangt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD forderte stärkere Schulungen für deutsche Polizeibehörden, damit Betroffene schneller erkannt und geschützt werden können. Die Grünen sprachen sich zusätzlich für humanitäre Visa für Angehörige gefährdeter Oppositioneller aus. Gerade iranische Menschenrechtsverteidiger berichteten immer wieder, dass Druck auf Familien im Herkunftsland eingesetzt werde, um ihr politisches Engagement im Ausland zu beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Afghanen kennt das Bundesinnenministerium ebenfalls Berichte über Schwierigkeiten bei Passverlängerungen. Belegte Fälle, in denen konsularische Dienstleistungen gezielt als politisches Druckmittel eingesetzt wurden, seien der Bundesregierung bislang jedoch nicht bekannt.</p>
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		<title>Dobrindt: „Aus Nachrichtendiensten werden echte Geheimdienste“ – Bundestag streitet über neue Befugnisse</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/dobrindt-aus-nachrichtendiensten-werden-echte-geheimdienste-bundestag-streitet-ueber-neue-befugnisse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 20:05:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bundesregierung will BND und Verfassungsschutz Befugnisse geben, die weit über klassische Informationsbeschaffung hinausgehen. Im Bundestag entzündet sich der Streit vor allem an aktiver Gefahrenabwehr, Eingriffen in IT-Systeme und neuen Möglichkeiten des Verfassungsschutzes.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdobrindt-aus-nachrichtendiensten-werden-echte-geheimdienste-bundestag-streitet-ueber-neue-befugnisse%2F&amp;action_name=Dobrindt%3A%20%E2%80%9EAus%20Nachrichtendiensten%20werden%20echte%20Geheimdienste%E2%80%9C%20%E2%80%93%20Bundestag%20streitet%20%C3%BCber%20neue%20Befugnisse&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz mit deutlich weitergehenden Befugnissen ausstatten und ihnen in bestimmten Gefahrenlagen auch aktive Eingriffe ermöglichen. Der Bundestag beriet die Reform am Donnerstag, 24. September 2026, erstmals und überwies sie anschließend an die Ausschüsse. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer „neuen Zeitrechnung bei den Nachrichtendiensten“ und erklärte: „Aus Nachrichtendiensten werden echte Geheimdienste.“ Die Opposition unterstützt teilweise stärkere Fähigkeiten des BND, warnt aber vor zu weitgehenden Eingriffen des Verfassungsschutzes im Inland.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bnd-soll-gefahren-kunftig-aktiv-abwehren-konnen" class="wp-block-heading"><span id="bnd-soll-gefahren-kuenftig-aktiv-abwehren-koennen">BND soll Gefahren künftig aktiv abwehren können</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Der Gesetzentwurf verändert die bisherige Rolle des Bundesnachrichtendienstes an einem zentralen Punkt. </a>Der BND soll in eng begrenzten Fällen nicht mehr nur Informationen beschaffen und auswerten, sondern auf erkannte Gefahren aktiv einwirken dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung ist eine sogenannte spezifische Gefährdungslage durch eine fremde Macht. Der Entwurf erlaubt dem BND dann Maßnahmen, die eine solche Gefährdung abwenden oder zumindest einschränken sollen. Sie sollen grundsätzlich außerhalb Deutschlands stattfinden. Im Inland wären sie nur zulässig, wenn ein Vorgehen im Ausland nicht möglich oder nicht ebenso wirksam ist. Die Maßnahmen dürfen sich nicht gezielt gegen Leib und Leben von Personen richten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt als mögliche Anwendungen Eingriffe in ausländische IT-Systeme. Der BND könnte etwa Server staatlicher Hackergruppen abschalten oder unbrauchbar machen. In der Gesetzesbegründung werden auch Eingriffe in IT-Systeme von Chemiewaffenlaboren oder Drohnenfabriken genannt, um deren Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Der Bundestag beschreibt diese Befugnisse als „tatbestandlich eng begrenzte Interventionsbefugnisse“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Spannungs- oder Verteidigungsfall geht der Entwurf noch weiter. Dann sollen Maßnahmen zulässig sein, die gegnerische Angriffsfähigkeiten schwächen. Die Gesetzesbegründung schließt dabei ausdrücklich ein unmittelbares Einwirken „nötigenfalls auch mit kinetischen Mitteln“ ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kanzleramtsministerin Nina Warken bezeichnete das Paket im Bundestag als „größte Novellierung des Nachrichtendienstrechts in der Geschichte unseres Landes“. Deutschland habe sich in Sicherheitsfragen bislang zu häufig auf seine Partner verlassen. BND und Verfassungsschutz müssten Bedrohungen früher erkennen und technisch mit europäischen Partnerdiensten mithalten können.&nbsp;</p>



<h2 id="h-verfassungsschutz-soll-nicht-mehr-nur-beobachten" class="wp-block-heading"><span id="verfassungsschutz-soll-nicht-mehr-nur-beobachten">Verfassungsschutz soll nicht mehr nur beobachten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders umstritten sind die neuen Befugnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entwurf führt sogenannte Schutzmaßnahmen ein. Stellt das BfV bei seiner Aufklärung eine besondere Bedrohung fest und ist ein sofortiges Eingreifen erforderlich, soll es verdeckt auf Gegenstände oder Daten einwirken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören die Beeinträchtigung der Funktion von Tatmitteln, die Unterbrechung oder Umleitung von Datenverkehr, die Veränderung übertragener Inhalte sowie die Bereitstellung falscher Informationen. Auch gespeicherte Informationen, die für eine Bedrohung genutzt werden, sollen gelöscht oder verändert werden dürfen. Unmittelbarer Zwang gegen Personen ist dabei ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstufung einer Bedrohung als Grundlage solcher Maßnahmen muss durch die Leitung des Verfassungsschutzes erfolgen und vom Unabhängigen Kontrollrat auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dobrindt machte die Reichweite der geplanten Befugnisse in der Bundestagsdebatte an einem konkreten Beispiel deutlich. Wenn ein Bombenanschlag gegen Deutschland geplant und erkannt werde, müsse es dem Verfassungsschutz möglich sein, den Sprengstoff „zu entschärfen, auszutauschen und zu manipulieren“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aus Informationsbeschaffung über Bedrohungen wird echte Abwehr von Gefahren, Anschlägen und Terror“, sagte der Innenminister. Deutschland sei nicht nur „Rückzugsraum“, sondern auch „Operationsraum“ von Terrorismus, Extremismus und fremden Mächten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-heimliche-eingriffe-in-computer-und-wohnungen" class="wp-block-heading"><span id="heimliche-eingriffe-in-computer-und-wohnungen">Heimliche Eingriffe in Computer und Wohnungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform erweitert zugleich die Möglichkeiten zur verdeckten Überwachung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz soll unter bestimmten Voraussetzungen in informationstechnische Geräte eindringen und gespeicherte personenbezogene Daten auslesen können. Bei besonders schweren Bedrohungen sind auch Eingriffe in private IT-Systeme vorgesehen, die wegen Umfang und Vielfalt ihrer Daten tiefe Einblicke in die persönliche Lebensgestaltung ermöglichen. Solche Maßnahmen setzen eine konkretisierte Gefahr für besonders gewichtige Rechtsgüter voraus und sollen nur eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht ausreichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine verdeckte Wohnraumüberwachung ist vorgesehen. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">Sie soll bei einer dringenden Gefahr für besonders gewichtige Rechtsgüter möglich sein, wenn andere Möglichkeiten aussichtslos oder wesentlich erschwert wären und polizeiliche Hilfe nicht rechtzeitig verfügbar ist. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben können Einrichtungen mit Videoüberwachung verpflichtet werden, dem Verfassungsschutz Echtzeitbilder oder gespeicherte Bild- und Tonaufzeichnungen zur Verfügung zu stellen. Telekommunikationsanbieter sollen bei entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen Überwachungsmaßnahmen technisch unterstützen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-auslaendische-regime-verfolgen-kritiker-in-deutschland/">Der Gesetzentwurf reagiert damit nach Darstellung der Bundesregierung insbesondere auf Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Aktivitäten ausländischer staatlicher Akteure. </a></p>



<h2 id="h-einsatz-von-16-jahrigen-als-vertrauenspersonen-moglich" class="wp-block-heading"><span id="einsatz-von-16-jaehrigen-als-vertrauenspersonen-moeglich">Einsatz von 16-Jährigen als Vertrauenspersonen möglich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kritik sorgt auch eine Ausnahmeregelung beim Einsatz von Vertrauenspersonen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich dürfen Minderjährige nicht als sogenannte V-Personen angeworben werden. Bei besonders schwerwiegenden Bedrohungen soll die Leitung des Verfassungsschutzes jedoch in Ausnahmefällen Personen ab 16 Jahren einsetzen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt in der Gesetzesbegründung als Beispiel einen 16-Jährigen, der von einer terroristischen Vereinigung zur logistischen Unterstützung eingesetzt werde, etwa zum Transport von Tatwaffen. Eine Anwerbung könne in einem solchen Fall dazu beitragen, die Organisation aufzuklären und Anschläge zu verhindern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke stellte diesen Teil der Reform in der Debatte besonders infrage. Clara Bünger verwies auf die Erfahrungen mit V-Personen im Umfeld des NSU und argumentierte, die Konsequenz daraus müsse eine Begrenzung und nicht eine Ausweitung solcher Einsätze sein. Sie kritisierte zudem Wohnraumüberwachung, Eingriffe in Computer und die vorgesehenen Befugnisse zur automatisierten Datenauswertung.&nbsp;</p>



<h2 id="h-grune-unterstutzen-starkeren-bnd-kritisieren-plane-fur-den-verfassungsschutz" class="wp-block-heading"><span id="gruene-unterstuetzen-staerkeren-bnd-kritisieren-plaene-fuer-den-verfassungsschutz">Grüne unterstützen stärkeren BND, kritisieren Pläne für den Verfassungsschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Grünen fällt die Bewertung differenzierter aus. Konstantin von Notz sprach sich dafür aus, den BND technisch, personell und rechtlich so auszustatten, dass er mit europäischen Partnerdiensten mithalten könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auslandsnachrichtendienst müsse künftig auch Dinge tun können, „die er heute noch nicht machen darf“, sagte von Notz. Gleichzeitig verlangte er, die Pläne für den Verfassungsschutz im Inland zurückzunehmen oder enger zu begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform müsse zudem klarere Verantwortlichkeiten, ein Schwachstellenmanagement für staatliche Hackerbefugnisse und eine starke unabhängige Kontrolle enthalten. Andernfalls bestehe das Risiko, dass zentrale Teile des Gesetzes einer verfassungsgerichtlichen Prüfung nicht standhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD verteidigte den Entwurf. Sonja Eichwede verwies auf Cyberangriffe, Drohnenflüge über sensible Einrichtungen, Spionage und ausländische Einflussoperationen. Die Nachrichtendienste müssten auf die veränderte digitale Bedrohungslage reagieren können. Zugleich müsse ihre parlamentarische und rechtliche Kontrolle gestärkt werden.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afd-lehnt-regierungsentwurf-ab-und-fordert-selbst-aktive-bnd-massnahmen" class="wp-block-heading"><span id="afd-lehnt-regierungsentwurf-ab-und-fordert-selbst-aktive-bnd-massnahmen">AfD lehnt Regierungsentwurf ab und fordert selbst aktive BND-Maßnahmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD griff die geplanten Befugnisse für den Verfassungsschutz scharf an. Ihr Abgeordneter Gottfried Curio warf der Bundesregierung vor, die Grenze zwischen geheimdienstlicher Aufklärung und polizeilicher Gefahrenabwehr aufzulösen. Seine weitergehenden Vergleiche des Gesetzentwurfs mit historischen deutschen Geheim- und Sicherheitsapparaten blieben politische Wertungen der AfD.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel brachte die Fraktion jedoch einen eigenen Antrag ein, der ebenfalls eine deutliche Ausweitung der operativen Befugnisse des BND verlangt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29277 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die AfD fordert darin, dass der BND grundsätzlich zu aktiven Maßnahmen wie „Counter Hacking und Stören ausländischer IT-Systeme“ befugt werden soll. Solche Einsätze sollen nach ihrem Vorschlag vorab ausdrücklich parlamentarisch geprüft und genehmigt werden. Außerdem verlangt die Fraktion einen leichteren Datenaustausch mit deutschen Behörden und ausländischen Partnerdiensten.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Antrag fordert zudem, das Parlamentarische Kontrollgremium und die G-10-Kommission zusammenzulegen. Jede im Bundestag vertretene Fraktion solle in den künftigen Kontrollorganen mit Sitz und Stimme vertreten sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesetzentwurf und AfD-Antrag wurden nach der ersten Lesung zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist jeweils der Innenausschuss.&nbsp;</p>



<h2 id="h-unabhangiger-kontrollrat-erhalt-mehr-macht" class="wp-block-heading"><span id="unabhaengiger-kontrollrat-erhaelt-mehr-macht">Unabhängiger Kontrollrat erhält mehr Macht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verbindet die zusätzlichen Befugnisse mit einer Neuordnung der Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unabhängige Kontrollrat soll sowohl bestimmte Maßnahmen vor ihrer Durchführung prüfen als auch einen größeren Teil der nachträglichen Rechts- und Datenschutzkontrolle übernehmen. Bei besonders eingriffsintensiven Maßnahmen darf eine Anordnung grundsätzlich erst umgesetzt werden, nachdem der Kontrollrat ihre Rechtmäßigkeit festgestellt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das betrifft unter anderem heimliches Betreten von Wohnungen, besonders intensive Überwachungsmaßnahmen, Eingriffe in das Brief- und Telekommunikationsgeheimnis sowie bestimmte Zugriffe auf private IT-Systeme.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung spricht von einer „wirksamen Kontrolle aus einer Hand“. Der Kontrollrat soll zugleich gegenüber dem Parlamentarischen Kontrollgremium berichtspflichtig sein.&nbsp;</p>



<h2 id="h-reform-bringt-hohe-zusatzliche-kosten" class="wp-block-heading"><span id="reform-bringt-hohe-zusaetzliche-kosten">Reform bringt hohe zusätzliche Kosten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Umbau soll auch finanziell erhebliche Folgen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den BND kalkuliert die Bundesregierung mit einmaligen zusätzlichen Haushaltsausgaben von mindestens 40 Millionen Euro und mindestens 35 Millionen Euro jährlich. Je nach Entwicklung der internationalen Krisen- und Bedrohungslage können die jährlichen Kosten höher ausfallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bundesamt für Verfassungsschutz werden jährlich weitere 269 Millionen Euro veranschlagt, zuzüglich noch nicht konkret bezifferter Personalkosten. Einmalig werden rund 97 Millionen Euro zusätzlich erwartet. Für den erweiterten Unabhängigen Kontrollrat sind jährlich rund 8,86 Millionen Euro und einmalig etwa 1,6 Millionen Euro vorgesehen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>5,2 Milliarden für Rohstoffsicherung – Deutschland bleibt von China abhängig</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/52-milliarden-fuer-rohstoffsicherung-deutschland-bleibt-von-china-abhaengig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 21:39:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milliarden an Garantien, ein wachsender Rohstofffonds und zahlreiche Projekte weltweit: Deutschland versucht seit Jahren, seine Rohstoffversorgung zu diversifizieren. Doch bei Schlüsselmaterialien bleibt die Abhängigkeit von China extrem hoch – bei importierten Permanentmagneten lag sie 2025 bei rund 90 Prozent.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2F52-milliarden-fuer-rohstoffsicherung-deutschland-bleibt-von-china-abhaengig%2F&amp;action_name=5%2C2%20Milliarden%20f%C3%BCr%20Rohstoffsicherung%20%E2%80%93%20Deutschland%20bleibt%20von%20China%20abh%C3%A4ngig&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt Milliardeninstrumente zur Sicherung kritischer Rohstoffe ein, doch die angestrebte Diversifizierung der Lieferketten ist bei zentralen Materialien bislang nur begrenzt erreicht. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen wurde am Mittwoch, 23. September 2026, veröffentlicht. Seit 2020 wurden allein Rohstoffkredite im Umfang von mehr als 5,2 Milliarden Euro staatlich abgesichert, hinzu kommen Förderprogramme und ein Rohstofffonds mit einem angestrebten Portfolio von bis zu 1,5 Milliarden Euro. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-hat-keine-staatliche-reserven-kritischer-rohstoffe-eu-soll-retten/">Gleichzeitig beschreibt KfW Research Deutschlands Rohstoffabhängigkeit von China weiterhin als erheblich und sieht den Handlungsspielraum bei zahlreichen kritischen Materialien durch Chinas Dominanz entlang der Wertschöpfungsketten eingeschränkt. </a></p>



<h2 id="h-milliardeninstrumente-sollen-lieferketten-diversifizieren" class="wp-block-heading"><span id="milliardeninstrumente-sollen-lieferketten-diversifizieren">Milliardeninstrumente sollen Lieferketten diversifizieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verfolgt seit Jahren das Ziel, die deutsche Wirtschaft bei der Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung zu unterstützen. Dafür stehen inzwischen Förderprogramme, Forschungsprojekte, Rohstoffpartnerschaften, Garantien und direkte Beteiligungen zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders groß ist das Volumen der sogenannten ungebundenen Finanzkreditgarantien. Zwischen Anfang 2020 und Juli 2026 übernahm der Bund neue Garantien mit Rohstoffbezug einschließlich Gas im Umfang von rund 5,22 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,819 Milliarden Euro auf 2022, weitere 463,2 Millionen Euro auf 2024 und 937,1 Millionen Euro auf das erste Halbjahr 2026. Bislang musste der Bund daraus keine Entschädigungszahlungen leisten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der 2024 gestartete KfW-Rohstofffonds. Die KfW hat bislang 150 Millionen Euro in Vulcan Energy Resources und 50 Millionen Euro in das australische Seltene-Erden-Unternehmen Arafura Rare Earths investiert. Die Bundesregierung will das Beteiligungsportfolio auf bis zu 1,5 Milliarden Euro ausbauen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wirtschaftsministerium bezeichnete die Beteiligung am australischen Nolans-Projekt im April ausdrücklich als Beitrag zur Verringerung bestehender Abhängigkeiten und zum Aufbau zusätzlicher Förder- und Verarbeitungskapazitäten außerhalb der bisherigen Konzentrationen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-rohstoffabhangigkeit-bleibt-trotzdem-hoch" class="wp-block-heading"><span id="rohstoffabhaengigkeit-bleibt-trotzdem-hoch">Rohstoffabhängigkeit bleibt trotzdem hoch</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die bislang erreichten Veränderungen bleiben jedoch deutlich hinter dem politischen Ziel einer breit diversifizierten Versorgung zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW Research kommt in einer im September veröffentlichten Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Deutschlands und Europas Handlungsspielraum bei zahlreichen kritischen Rohstoffen weiterhin durch Chinas Dominanz über weite Teile der Wertschöpfungsketten eingeschränkt ist. Bei einigen Rohstoffen gebe es auch auf mittlere Sicht kaum Alternativen zu China.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich zeigt sich das bei Permanentmagneten, die unter anderem für Windkraftanlagen, Elektromotoren und zahlreiche Hochtechnologien benötigt werden. Deutschland importierte 2025 rund 17.000 Tonnen davon. Etwa 90 Prozent kamen direkt aus China. Die Bundesregierung will diesen Anteil erst bis 2035 auf 50 Prozent reduzieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe hat sich die globale Konzentration zuletzt teilweise noch verstärkt. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-rohstoffproblem-heisst-china-afrika-rueckt-als-alternative-in-den-fokus/" data-type="post" data-id="30044">Zwischen 2020 und 2024 entfielen nach den von KfW Research ausgewerteten Daten mehr als 90 Prozent des weltweiten Produktionszuwachses bei der Weiterverarbeitung von Kobalt, Grafit und Seltenen Erden auf China.</a> Bei Lithium und Kupfer waren es mehr als 70 Prozent. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit trifft der milliardenschwere Ausbau deutscher Sicherungsinstrumente bislang auf Lieferketten, deren zentrale Strukturen sich nur langsam verändern.</p>



<h2 id="h-selbst-bundesregierung-spricht-weiter-von-strategischen-abhangigkeiten" class="wp-block-heading"><span id="selbst-bundesregierung-spricht-weiter-von-strategischen-abhaengigkeiten">Selbst Bundesregierung spricht weiter von strategischen Abhängigkeiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Bundesregierung beschreibt die Diversifizierung weiterhin als ungelöste Aufgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul erklärte Anfang September, die Wirtschaftsbeziehungen mit China würden zunehmend unausgewogen. Kritische Abhängigkeiten drohten zu „strategischen Schwachstellen“ zu werden. Europa müsse deshalb strategische Abhängigkeiten reduzieren und kritische Lieferketten innerhalb Europas absichern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch im Juli hatte Wadephul bei einer Rohstoffkonferenz in Brasilien die Diversifizierung kritischer Lieferketten als „oberste Priorität“ bezeichnet. Deutschland wolle die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduzieren und dafür insbesondere Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten wie Brasilien ausbauen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung selbst begründet ihre Rohstoffinstrumente weiterhin mit „wachsender geopolitischer und geoökonomischer Spannung“ und der Gefahr, dass bestehende Abhängigkeiten politisch instrumentalisiert werden könnten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-kann-gesamtkosten-nicht-beziffern" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-kann-gesamtkosten-nicht-beziffern">Bundesregierung kann Gesamtkosten nicht beziffern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel der Bund für diese Strategie insgesamt ausgegeben oder finanziell gebunden hat, kann die Bundesregierung dennoch nicht angeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine „systematische und übergreifende Erfassung“ sämtlicher haushaltsrelevanter Maßnahmen zur Diversifizierung der Rohstoffversorgung existiere nicht. Auch eine Gesamtsumme aus den einzelnen Programmen lasse sich nach Darstellung der Regierung „nicht seriös ableiten“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grund sind die unterschiedlichen Instrumente. Garantien sind keine unmittelbaren Ausgaben und belasten den Haushalt erst bei Zahlungsausfällen. Beteiligungen können Gewinne oder Verluste erzeugen. Gleichzeitig laufen zahlreiche Förder- und Forschungsprogramme über mehrere Ressorts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen abgegrenzten Bereich liefert die Antwort dennoch eine Größenordnung: Die vom Entwicklungsministerium erfassten rohstoffbezogenen Maßnahmen summieren sich auf rund 137,9 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 91,6 Millionen Euro auf vollständig oder teilweise rohstoffbezogene GIZ-Projekte.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afrika-ist-schwerpunkt-deutscher-rohstoffprogramme" class="wp-block-heading"><span id="afrika-ist-schwerpunkt-deutscher-rohstoffprogramme">Afrika ist Schwerpunkt deutscher Rohstoffprogramme</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/">Ein beträchtlicher Teil dieser Entwicklungsprogramme konzentriert sich auf afrikanische Rohstoffländer.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Westafrika finanziert das Entwicklungsministerium seit Jahren Programme zur Rohstoffgovernance. Die Phasen IV und V eines regionalen GIZ-Vorhabens erreichten zwischen 2020 und Mitte 2026 zusammen rund 17 Millionen Euro. Hinzu kommen Programme in der Demokratischen Republik Kongo, Namibia, Mosambik, Mauretanien, Nigeria und Sambia.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="428" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Palabora-Open-Pit-Mine-2019-2.jpg" alt="" class="wp-image-24666 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Palabora-Open-Pit-Mine-2019-2.jpg 640w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Palabora-Open-Pit-Mine-2019-2-300x201.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Palabora-Open-Pit-Mine-2019-2-380x254.jpg 380w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In der DR Kongo unterstützt Deutschland unter anderem verantwortungsvolle Lieferketten, die Verwaltung von Einnahmen aus dem Rohstoffsektor und die wirtschaftliche Entwicklung des Bergbaus. <a href="https://fokus-afrika.de/aussenminister-wadephul-koennen-deutsche-wirtschaftsinteressen-nicht-unbegrenzt-absichern/">Allein einzelne GIZ-Programme erreichen dort über mehrere Jahre Millionenbeträge.&nbsp;</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Region der Großen Seen finanziert Deutschland Programme gegen Konfliktrohstoffe sowie für Transparenz und bessere Rohstoffgovernance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese entwicklungspolitischen Programme verfolgen allerdings andere Ziele als die unmittelbare Versorgung der deutschen Industrie. Sie sollen unter anderem staatliche Strukturen, Transparenz und nachhaltigere Lieferketten stärken und können deshalb nicht unmittelbar mit Importanteilen aus China verrechnet werden.</p>



<h2 id="h-zwei-beteiligungen-nach-start-des-rohstofffonds" class="wp-block-heading"><span id="zwei-beteiligungen-nach-start-des-rohstofffonds">Zwei Beteiligungen nach Start des Rohstofffonds</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim unmittelbar auf die deutsche Versorgungssicherheit ausgerichteten Rohstofffonds sind bislang zwei Beteiligungen abgeschlossen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem deutschen Lithiumprojekt von Vulcan Energy investiert der Fonds in Arafuras Nolans-Projekt in Australien. Dort sollen Neodym und Praseodym gewonnen werden, die für Permanentmagnete benötigt werden. Gerade bei diesen Magneten liegt Deutschlands direkte Importabhängigkeit von China weiterhin bei rund 90 Prozent.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Projekte befinden sich nach Angaben der Bundesregierung und der KfW in Prüfung. Die Bundesregierung will den Fonds bis 2030 deutlich ausweiten. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>Desinformation gegen Entwicklungshilfe: Bundesregierung sieht Angriff auf deutsche Politik</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/desinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 12:27:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30143</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gefälschte Videos, Bots und manipulierte Projektinformationen: Im Bundestag warnt die Bundesregierung vor einer wachsenden Desinformationskampagne gegen deutsche Entwicklungspolitik.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdesinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik%2F&amp;action_name=Desinformation%20gegen%20Entwicklungshilfe%3A%20Bundesregierung%20sieht%20Angriff%20auf%20deutsche%20Politik&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/desinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik/">Desinformation gegen Entwicklungshilfe: Bundesregierung sieht Angriff auf deutsche Politik</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung warnt vor einer wachsenden Zahl gezielter Desinformationskampagnen gegen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und sieht darin zunehmend einen Angriff auf das Vertrauen in staatliche Institutionen. Der Entwicklungsausschuss des Bundestages befasste sich am Mittwoch, 23. September 2026, in Berlin mit dem Thema. Vertreter des Entwicklungsministeriums und Sachverständige verwiesen insbesondere auf russische Einflussoperationen, manipulierte Inhalte und koordinierte Netzwerke in sozialen Medien. Zugleich grenzten sie solche Kampagnen ausdrücklich von legitimer Kritik an Ausgaben, Projekten und Wirksamkeit der Entwicklungspolitik ab.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-sieht-entwicklungszusammenarbeit-direkt-im-visier" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-sieht-entwicklungszusammenarbeit-direkt-im-visier">Bundesregierung sieht Entwicklungszusammenarbeit direkt im Visier</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parlamentarischer Staatssekretär Johann Saathoff erklärte im Ausschuss, Desinformation behindere inzwischen nicht nur einzelne Projekte zu Klima, Gesundheit, Migration, Sicherheit oder Demokratieförderung. Sie richte sich zunehmend gegen die Legitimität der deutschen Entwicklungszusammenarbeit insgesamt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland würden Projekte aus ihrem Zusammenhang gerissen, Finanzierungssummen oder Ziele falsch dargestellt und mit der Behauptung verbunden, die Bundesregierung stelle ausländische Interessen über die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es wird ein vermeintlicher Gegensatz zwischen nationalen Interessen und internationaler Zusammenarbeit konstruiert“, sagte Saathoff. <a href="https://fokus-afrika.de/bundestagsanhoerung-warnt-vor-desinformation-als-angriff-auf-demokratien/">Ziel solcher Kampagnen sei es nach Darstellung der Bundesregierung, Vertrauen in staatliche Institutionen und die demokratische Ordnung zu schwächen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Partnerländern beobachte die Bundesregierung eine andere Variante derselben Strategie. Entwicklungsorganisationen, Menschenrechtsverteidiger und zivilgesellschaftliche Partner würden als ausländische Agenten dargestellt und damit politisch unter Druck gesetzt.</p>



<h2 id="h-russische-kampagnen-verbreiten-falschbehauptungen-uber-entwicklungshilfe" class="wp-block-heading"><span id="russische-kampagnen-verbreiten-falschbehauptungen-ueber-entwicklungshilfe">Russische Kampagnen verbreiten Falschbehauptungen über Entwicklungshilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Julia Smirnova vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie, CeMAS, beschrieb im Ausschuss russische Einflusskampagnen als einen zentralen Teil des Problems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Staatsmedien und prorussische Accounts hätten in den vergangenen Jahren unter anderem Falschbehauptungen verbreitet, wonach die inzwischen aufgelöste US-Entwicklungsbehörde USAID Biowaffenprogramme unterstützt, das Coronavirus mitentwickelt oder politische Umstürze organisiert habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2025 waren nach Angaben Smirnovas in Berlin Plakate aufgetaucht, die USAID mit der Entwicklung biologischer Waffen in Verbindung brachten. Bilder davon wurden anschließend über russische und prorussische Telegram-Kanäle verbreitet. Dabei wurden auch angebliche Aktivitäten in afrikanischen Staaten thematisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine CeMAS-Analyse vom März 2026 untersuchte rund 36.000 Beiträge aus knapp 1.500 deutschsprachigen Telegram-Gruppen und -Kanälen. Die Forscher fanden dort nach der Auflösung von USAID zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungsnarrative über Entwicklungszusammenarbeit, darunter Inhalte aus prorussischen Milieus.</p>



<h2 id="h-gefalschte-videos-erreichen-millionenpublikum" class="wp-block-heading"><span id="gefaelschte-videos-erreichen-millionenpublikum">Gefälschte Videos erreichen Millionenpublikum</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-matryoshka-kampagne-zielt-gegen-september-wahlen/" data-type="post" data-id="29516">Smirnova verwies auch auf die russische Einflussoperation „Operation Overload“, die auch als „Matryoshka“ bekannt ist.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den verbreiteten Falschbehauptungen gehörte ein manipuliertes Video, dem zufolge Reisen amerikanischer Prominenter in die Ukraine mit USAID-Mitteln finanziert worden seien. Nachdem reichweitenstarke Accounts in den USA den Inhalt weiterverbreiteten, erreichte er nach Darstellung Smirnovas rund 100 Millionen Aufrufe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/russische-desinformation-greift-deutsche-entwicklungspolitik-an/" data-type="post" data-id="26094">Auch deutsche Entwicklungsprojekte seien Ziel solcher Kampagnen.</a> Das russische Netzwerk Storm-1516 habe unter anderem Falschbehauptungen über deutsche Ukraine-Hilfe und über ein angeblich mit deutschem Geld errichtetes Stadion in Brasilien verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-bestaetigt-russische-desinformation-gegen-entwicklungspolitik/" data-type="post" data-id="27574">CeMAS dokumentierte zuletzt auch Aktivitäten von Operation Overload im Umfeld deutscher Landtags- und Kommunalwahlen. </a>Zwischen Ende Juni und Ende August 2026 ordnete das Institut 141 Videos mit Bezug auf deutsche Wahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kampagne zu. Die Inhalte wurden über nicht authentische Accounts verbreitet und teilweise mit Logos etablierter Medien versehen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-setzt-auf-monitoring-und-debunking" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-setzt-auf-monitoring-und-debunking">Bundesregierung setzt auf Monitoring und „Debunking“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium hat nach Angaben Saathoffs inzwischen eine eigene Strategie gegen Desinformation umgesetzt. Sie umfasst Monitoring, Analyse, den Aufbau von Widerstandsfähigkeit und das gezielte Widerlegen von Falschbehauptungen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-26796 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-768x534.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/5030948-2.jpg 1772w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mit systematischer Beobachtung sozialer Medien sollen Kampagnen früh erkannt werden. Auf eigenen Kanälen will das Ministerium falsche Darstellungen korrigieren und Informationen über Projekte und deren Finanzierung zugänglicher machen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb der Bundesregierung arbeitet das BMZ mit anderen Ressorts zusammen. Im Bundesinnenministerium nahm bereits im Juni 2024 eine zentrale Stelle zur Erkennung ausländischer Informationsmanipulation ihre Arbeit auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saathoff betonte zugleich, Regierungskommunikation müsse transparenter werden. „Glaubwürdigkeit entsteht erst aus nachvollziehbaren Entscheidungen, offenen Daten, benannten Risiken und sichtbar gemachten Wirkungen“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-verteidigt-reformplan-des-bmz-gegen-kritik-im-bundestag/" data-type="post" data-id="25083">Der Anfang 2026 veröffentlichte Reformplan des Entwicklungsministeriums sieht ebenfalls Veränderungen bei der strategischen Kommunikation vor.</a> Das BMZ will seine Entwicklungszusammenarbeit stärker fokussieren und eigene Interessen deutlicher benennen.</p>



<h2 id="h-experten-ziehen-grenze-zwischen-kritik-und-desinformation" class="wp-block-heading"><span id="experten-ziehen-grenze-zwischen-kritik-und-desinformation">Experten ziehen Grenze zwischen Kritik und Desinformation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ausschuss spielte auch die Frage eine zentrale Rolle, wo legitime politische Kritik endet und Desinformation beginnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saathoff erklärte, Kritik an Zielen, Kosten und Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit sei „absolut legitim und auch notwendig“. Von Desinformation spreche die Bundesregierung, wenn bewusst erfundene Behauptungen verbreitet, Zusammenhänge manipuliert oder Inhalte durch Bots, Fake-Accounts und koordinierte Netzwerke künstlich verstärkt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Smirnova unterschied ebenfalls zwischen dem Inhalt einer politischen Aussage und der Methode ihrer Verbreitung. Bei ausländischer Informationsmanipulation könnten auch politische Meinungen verbreitet werden, die für sich genommen nicht falsch seien. Manipulativ werde die Kampagne, wenn etwa Zehntausende nicht authentische Konten den Eindruck erzeugten, eine bestimmte Meinung werde von einer großen Zahl realer Bürger vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade dieses koordinierte Verhalten müsse untersucht und den verantwortlichen Akteuren zugerechnet werden, sagte die CeMAS-Forscherin.</p>



<h2 id="h-streit-uber-einzelne-entwicklungsprojekte" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-einzelne-entwicklungsprojekte">Streit über einzelne Entwicklungsprojekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgrenzung wurde auch politisch zum Thema. Ein AfD-Abgeordneter verwies auf deutsche Entwicklungsprojekte unter anderem in Vietnam, Simbabwe, Peru und Libanon und fragte, ob solche Ausgaben die richtigen Prioritäten für deutsche Steuergelder darstellten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kritische Fragen zu Projekten, deren Finanzierung und Erfolgsmessung seien keine Desinformation, argumentierte er. Die Sachverständigen bestätigten grundsätzlich die Trennung zwischen Kritik und nachweislich falschen Informationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Smirnova und Silke Pfeiffer von Brot für die Welt verwiesen zugleich darauf, dass einzelne Projekte in Desinformationskampagnen häufig aus ihrem Zusammenhang gelöst und aneinandergereiht würden, um daraus ein verzerrtes Gesamtbild der Entwicklungszusammenarbeit zu erzeugen.</p>



<h2 id="h-zivilgesellschaft-im-globalen-suden-unter-druck" class="wp-block-heading"><span id="zivilgesellschaft-im-globalen-sueden-unter-druck">Zivilgesellschaft im Globalen Süden unter Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pfeiffer stellte vor allem die Folgen für zivilgesellschaftliche Organisationen in Partnerländern heraus. Desinformation sei zunehmend mit Gesetzen und staatlichen Maßnahmen verbunden, die den Handlungsspielraum unabhängiger Organisationen einschränkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nannte sie El Salvador, wo Präsident Nayib Bukele Menschenrechtsorganisationen öffentlich angegriffen habe. Auf solche Kampagnen seien unter anderem Untersuchungen zur Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen, Razzien und schließlich gesetzliche Regelungen für sogenannte ausländische Agenten gefolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Brot für die Welt gab es 2012 entsprechende Gesetze lediglich in Russland und Äthiopien. 2025 seien solche Regelungen bereits in 15 Staaten auf mehreren Kontinenten registriert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund sechs Milliarden Menschen lebten inzwischen in Ländern, in denen zivilgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten als unterdrückt oder geschlossen eingestuft würden, erklärte Pfeiffer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie forderte mehr Unterstützung für unabhängige Medien, Faktencheck-Strukturen und Medienkompetenz im Globalen Süden. Dort seien Plattformen häufig mit deutlich weniger Ressourcen für Moderation und Faktenprüfung ausgestattet als in Europa.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdesinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik%2F&amp;action_name=Desinformation%20gegen%20Entwicklungshilfe%3A%20Bundesregierung%20sieht%20Angriff%20auf%20deutsche%20Politik&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/desinformation-gegen-entwicklungshilfe-bundesregierung-sieht-angriff-auf-deutsche-politik/">Desinformation gegen Entwicklungshilfe: Bundesregierung sieht Angriff auf deutsche Politik</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Rednerbild von Johann Saathoff</media:title>
			<media:description type="html">Johann Saathoff, MdB, SPD, hält eine Rede im Deutschen Bundestag</media:description>
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		<title>UNESCO-Bericht: Jedes zweite nicht beschulte Grundschulkind lebt in Subsahara-Afrika</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/unesco-bericht-jedes-zweite-nicht-beschulte-grundschulkind-lebt-in-subsahara-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 10:12:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>273 Millionen Kinder und Jugendliche gehen weltweit nicht zur Schule. Bei Kindern im Grundschulalter entfällt inzwischen die Hälfte der globalen Fälle auf Subsahara-Afrika – zugleich zeigen Länder wie Marokko, Madagaskar und Togo, dass schnelle Fortschritte möglich sind.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Funesco-bericht-jedes-zweite-nicht-beschulte-grundschulkind-lebt-in-subsahara-afrika%2F&amp;action_name=UNESCO-Bericht%3A%20Jedes%20zweite%20nicht%20beschulte%20Grundschulkind%20lebt%20in%20Subsahara-Afrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/unesco-bericht-jedes-zweite-nicht-beschulte-grundschulkind-lebt-in-subsahara-afrika/">UNESCO-Bericht: Jedes zweite nicht beschulte Grundschulkind lebt in Subsahara-Afrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 zeigt eine wachsende geografische Konzentration des weltweiten Bildungsausschlusses: Auf Subsahara-Afrika entfällt inzwischen die Hälfte der nicht beschulten Kinder im Grundschulalter. Die deutschsprachige Kurzfassung wurde am 22. September in Berlin vorgestellt. Weltweit gingen 2024 rund 273 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nicht zur Schule, neun Millionen mehr als 2015. Besonders groß bleiben die Lücken in Subsahara-Afrika bei weiterführenden Schulen und der frühkindlichen Bildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Bildungsagenda wird damit ihr zentrales Versprechen verfehlen, bis 2030 allen Menschen Zugang zu inklusiver und hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Zwar besuchen weltweit deutlich mehr junge Menschen Bildungseinrichtungen als noch zur Jahrtausendwende. Seit 2000 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler in der Primar- und Sekundarbildung um 327 Millionen oder 30 Prozent gestiegen. Seit 2015 ist die Zahl der Menschen im schulpflichtigen Alter, die keine Schule besuchen, jedoch wieder gewachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 273 Millionen Betroffenen im Jahr 2024 waren 79 Millionen im Grundschulalter, 64 Millionen im Alter der unteren Sekundarstufe und 130 Millionen im Alter der oberen Sekundarstufe. In Ländern mit niedrigem Einkommen stieg die Zahl seit 2015 um 29 Prozent. Die UNESCO geht zudem davon aus, dass die tatsächliche globale Zahl wegen unvollständiger Daten aus Konfliktgebieten um mindestens 13 Millionen höher liegen könnte.&nbsp;</p>



<h2 id="h-subsahara-afrikas-anteil-wachst-deutlich" class="wp-block-heading"><span id="subsahara-afrikas-anteil-waechst-deutlich">Subsahara-Afrikas Anteil wächst deutlich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders auffällig ist die Entwicklung in Subsahara-Afrika. Im Jahr 2000 entfielen 32 Prozent der weltweit nicht beschulten Kinder im Grundschulalter auf die Region. 2024 waren es 50 Prozent. Bei Jugendlichen im Alter der unteren Sekundarstufe stieg der Anteil im selben Zeitraum von 25 auf 47 Prozent.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subsahara-Afrika und Zentral- und Südasien vereinen inzwischen zusammen drei Viertel der weltweiten Bevölkerung im schulpflichtigen Alter, die keine Bildungseinrichtung besucht. Bei Jugendlichen im Alter der oberen Sekundarstufe erhöhte sich der gemeinsame Anteil dieser beiden Regionen von 59 Prozent im Jahr 2000 auf 74 Prozent im Jahr 2024.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei den Schulabschlüssen bleibt der Abstand groß. In Subsahara-Afrika schließen derzeit 28 Prozent der jungen Menschen die obere Sekundarstufe ab. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als 1990. In Europa und Nordamerika liegt die entsprechende Quote bei 89 Prozent.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein strukturelles Problem sind verspätete Einschulungen und Klassenwiederholungen. Der Weltbildungsbericht kündigt deshalb eine eigene Afrika-Ausgabe der UNESCO-Reihe „Spotlight“ an. Sie soll untersuchen, wie verspäteter Schuleintritt und Wiederholungen den Bildungsfortschritt auf dem Kontinent bremsen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-fruhkindliche-bildung-bleibt-besonders-schwach" class="wp-block-heading"><span id="fruehkindliche-bildung-bleibt-besonders-schwach">Frühkindliche Bildung bleibt besonders schwach</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterschiede beginnen bereits vor der Grundschule. Weniger als jedes vierte Kind im Vorschulalter in Subsahara-Afrika besucht eine entsprechende Bildungseinrichtung. Gleichzeitig verzeichnet die Region Fortschritte bei Angeboten für jüngere Kinder. Die Beteiligung an frühkindlichen Bildungsprogrammen stieg von sechs Prozent im Jahr 2012 auf 17 Prozent im Jahr 2024.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Global hat sich der Ausbau der frühkindlichen Bildung seit 2015 deutlich verlangsamt. Die UNESCO sieht darin eines der Probleme, die sich später durch die gesamte Bildungslaufbahn ziehen. Weltweit schließt noch immer mehr als jeder dritte junge Mensch die Sekundarschule nicht ab. Beim derzeitigen Entwicklungstempo würde eine Abschlussquote von 95 Prozent in der oberen Sekundarstufe erst im Jahr 2105 erreicht.&nbsp;</p>



<h2 id="h-konflikte-lassen-die-tatsachliche-lucke-noch-grosser-erscheinen" class="wp-block-heading"><span id="konflikte-lassen-die-tatsaechliche-luecke-noch-groesser-erscheinen">Konflikte lassen die tatsächliche Lücke noch größer erscheinen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kriege und bewaffnete Konflikte erschweren nicht nur den Schulbesuch, sondern auch die Erfassung der Betroffenen. Die UNESCO warnt deshalb davor, die offiziellen Zahlen als vollständiges Bild zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich etwa in Burkina Faso. Dort waren nach Angaben des Bildungsministeriums im Februar 2024 wegen der Sicherheitslage 5.365 Schulen geschlossen. Rund 834.000 Schülerinnen und Schüler waren betroffen. Während das UNESCO-Modell die Zahl der nicht beschulten jungen Menschen auf 3,6 Millionen schätzt, kam die Regierung auf rund vier Millionen.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="559" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa.jpg" alt="" class="wp-image-30096 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa.jpg 819w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa-300x205.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa-768x524.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa-380x259.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Early_Childhood_Education_USAID_Africa-800x546.jpg 800w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Staatsministerin <a href="https://fokus-afrika.de/afrikanische-diplomaten-draengen-berlin-zu-mehr-tempo-in-der-afrika-politik/" data-type="post" data-id="27158">Serap Güler</a> erklärte bei der Vorstellung in Berlin, gerade in Krisen und Konflikten müsse verhindert werden, dass Kindern und Jugendlichen Bildung verwehrt werde und bestehende Ungleichheiten weiter zunähmen. Deutschland setzt in der Entwicklungszusammenarbeit unter anderem auf die Global Partnership for Education und den Fonds Education Cannot Wait. Das Bundesentwicklungsministerium nennt Mädchen und junge Frauen, Kinder mit Behinderungen sowie Kinder in Konflikt- und Krisengebieten als besondere Zielgruppen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-marokko-senkt-schulabwesenheit-bei-jugendlichen-um-85-prozent" class="wp-block-heading"><span id="marokko-senkt-schulabwesenheit-bei-jugendlichen-um-85-prozent">Marokko senkt Schulabwesenheit bei Jugendlichen um 85 Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht dokumentiert zugleich deutliche Fortschritte in mehreren afrikanischen Staaten. <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/madagaskar/" data-type="category" data-id="36">Madagaskar</a> und <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/togo/" data-type="category" data-id="80">Togo</a> haben die Quote nicht beschulter Kinder seit 2000 um mindestens 80 Prozent reduziert. <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/marokko/" data-type="category" data-id="26">Marokko</a> erreichte einen vergleichbaren Rückgang bei Jugendlichen im Alter der unteren Sekundarstufe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die marokkanische Entwicklung untersucht die UNESCO in einer eigenen Länderstudie. Zwischen 2000 und 2023 sank dort die Quote der Jugendlichen außerhalb des Bildungssystems in der unteren Sekundarstufe von 42 auf sechs Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 85 Prozent. Bei Jugendlichen im Alter der oberen Sekundarstufe ging die Quote von 63 auf 23 Prozent zurück. Insgesamt sank die Zahl der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen von mehr als zwei Millionen auf rund 570.000.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel baute Marokko seine öffentliche Schulinfrastruktur aus. Die Zahl der staatlichen Schulen der unteren Sekundarstufe stieg zwischen 1999/2000 und 2023/24 von 941 auf 2.024. Die Zahl der Schulen der oberen Sekundarstufe erhöhte sich von 537 auf 1.505.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht verweist außerdem auf gezielte Sozialprogramme. Mit dem Transferprogramm Tayssir erhielten 2025 rund 3,1 Millionen Schülerinnen und Schüler finanzielle Unterstützung. Beim Schultransport stieg die Zahl der geförderten Jugendlichen der oberen Sekundarstufe bis zum Schuljahr 2023/24 auf 111.000. Drei Viertel von ihnen lebten in ländlichen Gebieten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Probleme sind damit nicht verschwunden. In der unteren Sekundarstufe stieg die Wiederholungsquote zeitweise auf 23 Prozent im Jahr 2019. Der Bericht nennt die marokkanische Entwicklung deshalb zugleich als Beispiel dafür, dass ein stark verbesserter Schulzugang nicht automatisch einen erfolgreichen und fristgerechten Abschluss garantiert.&nbsp;</p>



<h2 id="h-auch-deutschland-verfehlt-chancengerechtigkeit" class="wp-block-heading"><span id="auch-deutschland-verfehlt-chancengerechtigkeit">Auch Deutschland verfehlt Chancengerechtigkeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weltbildungsbericht untersucht auch Deutschland. Rund 62.000 Menschen verließen hier 2024 die Schule ohne Abschluss. Das entsprach fast acht Prozent aller Schülerinnen und Schüler. Der Bildungserfolg hängt weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer, bezeichnete den Bericht als „Weckruf“ auch für das deutsche Bildungssystem. Bund und Länder setzen unter anderem auf das Startchancen-Programm. Über zehn Jahre sollen dafür 20 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums erreicht das Programm inzwischen mehr als eine Million Schülerinnen und Schüler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der UNESCO-Bericht kommt international zu dem Ergebnis, dass einzelne kurzfristige Reformen selten ausreichen. Staaten mit dauerhaften Fortschritten kombinierten langfristige Investitionen, institutionellen Aufbau und gezielte Unterstützung benachteiligter Gruppen. Weniger als eines von zehn Ländern verfügt nach dem neuen UNESCO-Index über eine ausreichend starke Ausrichtung seiner Bildungspolitik auf Chancengerechtigkeit.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/unesco-bericht-jedes-zweite-nicht-beschulte-grundschulkind-lebt-in-subsahara-afrika/">UNESCO-Bericht: Jedes zweite nicht beschulte Grundschulkind lebt in Subsahara-Afrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Experten drängen im Bundestag: Waffenruhe mit Russland muss vorbereitet werden</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/experten-draengen-im-bundestag-waffenruhe-mit-russland-muss-vorbereitet-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 22:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertrauen gibt es kaum noch, militärische Risiken dagegen umso mehr. In einer Bundestags-Anhörung zeigen Sicherheitsexperten, welche Rolle die OSZE bei Krisenkommunikation, Cyberrisiken, Langstreckenwaffen und einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine noch spielen könnte.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fexperten-draengen-im-bundestag-waffenruhe-mit-russland-muss-vorbereitet-werden%2F&amp;action_name=Experten%20dr%C3%A4ngen%20im%20Bundestag%3A%20Waffenruhe%20mit%20Russland%20muss%20vorbereitet%20werden&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/experten-draengen-im-bundestag-waffenruhe-mit-russland-muss-vorbereitet-werden/">Experten drängen im Bundestag: Waffenruhe mit Russland muss vorbereitet werden</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Sicherheitsexperten haben im Bundestag dafür geworben, militärische Risikoreduzierung und Rüstungskontrolle in Europa trotz des Ukrainekriegs wieder stärker vorzubereiten und die OSZE als Dialogplattform zu erhalten. Die öffentliche Anhörung des Unterausschusses für Rüstungs- und Proliferationskontrolle fand am 21. September 2026 in Berlin statt. Die Fachleute beschrieben die Organisation zwar als politisch stark eingeschränkt, nannten aber konkrete Ansatzpunkte: Krisenkommunikation, eine Modernisierung des Wiener Dokuments, Regeln für weitreichende Waffensysteme, Cyber-Vertrauensbildung und mögliche Aufgaben bei einem künftigen Waffenstillstand in der Ukraine.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Anhörung nahmen Matthias Dembinski vom Peace Research Institute Frankfurt, Wolfgang Richter vom Geneva Centre for Security Policy, Alexander Graef vom European Leadership Network, Wolfgang Zellner vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sowie Nadja Douglas von Stiftung Wissenschaft und Politik und Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien teil.&nbsp;</p>



<h2 id="h-vom-vertrauensaufbau-zur-vermeidung-militarischer-eskalation" class="wp-block-heading"><span id="vom-vertrauensaufbau-zur-vermeidung-militaerischer-eskalation">Vom Vertrauensaufbau zur Vermeidung militärischer Eskalation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgangslage hat sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine grundlegend verändert. Nadja Douglas spricht von einem „zero trust environment“ zwischen den Teilnehmerstaaten. Der frühere Anspruch, über Transparenz schrittweise Vertrauen aufzubauen, sei weitgehend einer Politik der Risikominimierung und der Vermeidung von Fehleinschätzungen gewichen. Substanzielle Diskussionen über Rüstungskontrolle fänden innerhalb der OSZE kaum noch statt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolfgang Zellner zieht daraus den Schluss, dass Rüstungskontrolle heute eine andere Funktion erfüllen müsse als nach dem Ende des Kalten Krieges. Nicht die Vertiefung politischer Kooperation stehe derzeit im Vordergrund, sondern die Begrenzung der Gefahren militärischer Konfrontation. Risiko- und Eskalationskontrolle sowie die Vermeidung unbeabsichtigter Kriege seien unter den gegenwärtigen Bedingungen der Kern solcher Vereinbarungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich argumentiert Alexander Graef. Rüstungskontrolle sei „kein Schönwetterinstrument“. Gerade unter Bedingungen tiefen Misstrauens könnten Informationsaustausch, Verifikation und Kommunikationskanäle dazu beitragen, militärisches Verhalten berechenbarer zu machen und Fehlwahrnehmungen zu begrenzen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Experten verbinden diese Überlegungen nicht mit einer politischen Normalisierung der Beziehungen zu Russland. Graef schlägt ausdrücklich vor, militärische Risikoreduzierung von einer solchen Normalisierung zu trennen. Deutschland solle sich innerhalb der NATO für begrenzte und klar zweckgebundene Kontakte einsetzen, wenn diese der Krisenkommunikation, der Vermeidung von Zwischenfällen oder zusätzlicher militärischer Transparenz dienen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-gefahrliche-zwischenfalle-zwischen-nato-und-russland" class="wp-block-heading"><span id="gefaehrliche-zwischenfaelle-zwischen-nato-und-russland">Gefährliche Zwischenfälle zwischen NATO und Russland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/friedensgutachten-warnt-vor-neuen-warlords-in-der-weltpolitik/">Besonderes Gewicht erhielten in der Anhörung die zunehmenden militärischen Kontakte in Luft- und Seeräumen.</a> Vom Hohen Norden über die Ostsee bis zum Schwarzen Meer operieren russische und westliche Streitkräfte teilweise in geringer räumlicher Entfernung. Drohnen und andere unbemannte Systeme schaffen zusätzliche Risiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Graef nennt Vorankündigungen, militärische Kommunikationskanäle und festgelegte Verfahren zur Aufklärung gefährlicher Zwischenfälle als mögliche Instrumente. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-testet-ki-fuer-ruestungskontrolle/">Bestehende Regeln des Wiener Dokuments von 2011 seien vor allem auf größere Aktivitäten von Landstreitkräften zugeschnitten und erfassten neue Einsatzformen und Technologien nur unzureichend. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Wolfgang Richter plädiert dafür, direkte Kontakte zwischen regionalen militärischen Hauptquartieren wieder stärker zu nutzen. Große Manöver sollten transparenter und berechenbarer gemacht werden, insbesondere in Nordeuropa und im Ostseeraum. Das Wiener Dokument könne dafür weiterhin eine Grundlage bilden, müsse aber angepasst und reaktiviert werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Richter geht dabei weiter als mehrere andere Sachverständige. Er kritisiert, dass europäische Staaten gegenüber neuen Gesprächen mit Russland bislang zurückhaltend seien, während die US-Regierung ihre Position verändert habe. Aus seiner Sicht liegt es im europäischen Interesse, die künftige Sicherheitsordnung nicht allein Washington und Moskau zu überlassen. Diese Einschätzung ist eine Position des Sachverständigen und war nicht Konsens der Anhörung.&nbsp;</p>



<h2 id="h-langstreckenwaffen-werden-neues-thema-der-rustungskontrolle" class="wp-block-heading"><span id="langstreckenwaffen-werden-neues-thema-der-ruestungskontrolle">Langstreckenwaffen werden neues Thema der Rüstungskontrolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anhörung machte zugleich deutlich, dass sich künftige Rüstungskontrolle nicht einfach an den Instrumenten des Kalten Krieges orientieren kann. Drohnen, präzise Langstreckenwaffen, Cyberoperationen und neue Formen multinationaler Kriegführung verändern die militärischen Risiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zellner verweist insbesondere auf landgestützte ballistische Raketen und Marschflugkörper großer Reichweite. Seit dem Ende des INF-Vertrags bestehen für diese Systeme in Europa keine vergleichbaren rüstungskontrollpolitischen Begrenzungen mehr. Er schlägt deshalb unter anderem Begrenzungen von Abschussgeräten und Flugkörpern, Meldepflichten bei Stationierungen und Übungen sowie Vereinbarungen zum Schutz nuklearer Infrastruktur vor.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OSZE könnte nach Zellners Vorstellung zunächst als Forum dienen, um einen neuen multilateralen Verhandlungsrahmen auszuloten. Ein ausschließlich amerikanisch-russisches Format hält er angesichts der größeren Zahl von Staaten mit entsprechenden Waffen für nicht mehr ausreichend.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Richter nennt ebenfalls weitreichende präzise Waffensysteme und Drohnen als zentrale Gegenstände einer neuen Rüstungskontrolle. Ein gesamteuropäisches Kräftegleichgewicht nach dem Modell des früheren Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa hält er dagegen nicht mehr für realistisch. Künftige Vereinbarungen könnten sich stärker auf konkrete Spannungsräume in Nord- und Osteuropa konzentrieren.&nbsp;</p>



<h2 id="h-ein-dialogkanal-funktioniert-weiter-cyber" class="wp-block-heading"><span id="ein-dialogkanal-funktioniert-weiter-cyber">Ein Dialogkanal funktioniert weiter: Cyber</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während viele klassische Rüstungskontrollformate blockiert sind, existiert innerhalb der OSZE weiterhin ein Dialog mit Russland über Cyberrisiken. Nadja Douglas bezeichnet die informelle Arbeitsgruppe für Informations- und Kommunikationstechnologien als einen der letzten Orte innerhalb der Organisation, an denen dieser Austausch fortgeführt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OSZE verabschiedete zwischen 2013 und 2016 insgesamt 16 vertrauensbildende Maßnahmen im Cyberbereich. Dazu gehören Kontaktstellen, Informationsaustausch und Verfahren zur Kommunikation bei Zwischenfällen. Diese Instrumente können Angriffe nicht verhindern und sind politisch nicht bindend. Sie erhalten nach Douglas&#8217; Einschätzung aber Kommunikationskanäle und können das Risiko unbeabsichtigter Eskalation reduzieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Zellner verweist auf die vergleichsweise robuste Umsetzung dieser Cyber-Regeln. Die Aktivitäten liefen auch nach Beginn des Ukrainekriegs unter Beteiligung Russlands und Belarus weiter.&nbsp;</p>



<h2 id="h-osze-konnte-bei-einem-waffenstillstand-wieder-gebraucht-werden" class="wp-block-heading"><span id="osze-koennte-bei-einem-waffenstillstand-wieder-gebraucht-werden">OSZE könnte bei einem Waffenstillstand wieder gebraucht werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Schwerpunkt der Anhörung war die mögliche Rolle der OSZE nach einer Beendigung oder Unterbrechung der Kampfhandlungen in der Ukraine. Von 2014 bis 2022 hatte die Organisation mit ihrer Sonderbeobachtungsmission bereits einen Waffenstillstand überwacht, schwere Waffen beobachtet und Verstöße dokumentiert.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-30088 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/CC8A6032V1-1160x773.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Graef fordert, sich bereits jetzt auf mögliche neue Aufgaben vorzubereiten. Die damalige Mission beschäftigte vor dem russischen Großangriff mehr als 1.300 Menschen und setzte Patrouillen, Kameras, Drohnen und Satellitenbilder ein. Ein künftiger Einsatz wäre wegen der längeren Front, der Minengefahr und der technologischen Entwicklung noch anspruchsvoller. Deutschland solle deshalb gemeinsam mit der Ukraine und anderen Partnern Szenarien, Personalbedarf, Technik und Finanzierung vorbereiten, ohne einer politischen Entscheidung vorzugreifen.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Matthias Dembinski sieht ebenfalls Möglichkeiten für die OSZE bei der Stabilisierung eines späteren Waffenstillstands. Sie könnte Beobachtungen beitragen und helfen, eine gemeinsame Faktenbasis über mögliche Verstöße zu schaffen. Darüber hinaus könne sie wieder Dialoge über Bedrohungswahrnehmungen, Transparenz und militärische Beschränkungen ermöglichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Richter bringt zusätzlich eine Unterstützung durch den UN-Sicherheitsrat und eine Zusammenarbeit mit außereuropäischen Friedenstruppen ins Gespräch. Ob die OSZE von den Konfliktparteien noch als ausreichend neutral akzeptiert würde, sei offen. Das Sekretariat sollte sich seiner Ansicht nach dennoch auf entsprechende Aufgaben vorbereiten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-experten-warnen-vor-verlust-von-fachwissen" class="wp-block-heading"><span id="experten-warnen-vor-verlust-von-fachwissen">Experten warnen vor Verlust von Fachwissen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben politischen Blockaden sehen mehrere Sachverständige ein praktisches Problem: Europa verliert Fachleute für Rüstungskontrolle und Verifikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Douglas warnt vor dem Ausscheiden erfahrener Militärberater und Verifikationsexperten sowie vor Budgetkürzungen. Gerade technisch-militärische Instrumente würden von vielen kleineren Staaten weiterhin als Rückversicherung genutzt, wenn die politischen Gremien blockiert seien.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Graef richtet diese Warnung unmittelbar an Deutschland. Das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen verfüge über besonders umfangreiche europäische Kapazitäten. Weil praktische Inspektionen zurückgegangen seien, müsse das vorhandene Wissen aktiv erhalten und weiterentwickelt werden. Deutschland könne dabei auch kleineren europäischen Staaten eine gemeinsame Plattform anbieten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OSZE selbst verfügt seit März wieder über einen regulären Haushalt. Nach mehreren Jahren ohne Einigung verständigten sich die Teilnehmerstaaten 2026 auf 123,1 Millionen Euro. Graef wertet dies als Stabilisierung, hält den Betrag für die Aufgaben der Organisation aber weiterhin für begrenzt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundestag-verbindet-rustungskontrolle-mit-strategischer-vorausschau" class="wp-block-heading"><span id="bundestag-verbindet-ruestungskontrolle-mit-strategischer-vorausschau">Bundestag verbindet Rüstungskontrolle mit strategischer Vorausschau</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterausschuss beschäftigt sich neben Abrüstung und Nichtverbreitung inzwischen verstärkt mit strategischer Vorausschau in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Er soll zudem parlamentarische Begleitfunktionen gegenüber dem neu eingerichteten Nationalen Sicherheitsrat im Bundeskanzleramt übernehmen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sachverständigen legten dabei unterschiedliche Akzente, kamen aber in einem Punkt zusammen: Die OSZE kann den Krieg in der Ukraine nicht beenden und die politische Konfrontation nicht aus eigener Kraft überwinden. Als gesamteuropäisches Forum bietet sie jedoch Strukturen, Fachwissen und Kommunikationskanäle, die bei der Begrenzung militärischer Risiken und bei späteren Vereinbarungen wieder genutzt werden könnten. Graef bezeichnet sie als einziges paneuropäisches Sicherheitsforum, das auch Russland, Belarus, die Staaten der EU und NATO sowie Länder Zentralasiens zusammenführt.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung will 6 Milliarden Euro für internationale Klimafinanzierung ausgeben</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-6-milliarden-euro-fuer-internationale-klimafinanzierung-ausgeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 21:02:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30078</guid>

					<description><![CDATA[<p>2024 stellte Deutschland noch 6,11 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für internationale Klimafinanzierung bereit. Für 2026 und 2027 gibt die Bundesregierung diese konkrete Zusage nicht mehr.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-will-6-milliarden-euro-fuer-internationale-klimafinanzierung-ausgeben%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20will%206%20Milliarden%20Euro%20f%C3%BCr%20internationale%20Klimafinanzierung%20ausgeben&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung legt sich nicht darauf fest, die Marke von mindestens sechs Milliarden Euro jährlich aus Haushaltsmitteln und Zuschussäquivalenten für die internationale Klimafinanzierung auch 2026 und 2027 einzuhalten. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion wurde am 4. September 2026 an den Bundestag übermittelt. Für 2024 weist Berlin noch 6,11 Milliarden Euro aus und erreichte damit die bisherige Zielmarke. Für die kommenden Jahre verweist die Regierung dagegen auf laufende Beratungen über Deutschlands künftigen Beitrag und will stärker private Mittel sowie Kredite mobilisieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sechs-Milliarden-Marke geht auf die deutsche Zusage zurück, den Beitrag aus Haushaltsmitteln einschließlich der Schenkungsäquivalente vergünstigter Kredite bis spätestens 2025 auf jährlich mindestens sechs Milliarden Euro zu erhöhen. Das Bundesentwicklungsministerium führt dieses Ziel weiterhin als Teil der deutschen internationalen Klimafinanzierung.&nbsp;</p>



<h2 id="h-2024-lag-deutschland-noch-uber-der-sechs-milliarden-marke" class="wp-block-heading"><span id="2024-lag-deutschland-noch-ueber-der-sechs-milliarden-marke">2024 lag Deutschland noch über der Sechs-Milliarden-Marke</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 stellte die Bundesregierung nach ihren Berechnungen 6,114 Milliarden Euro an Haushaltsmitteln und Zuschussäquivalenten für internationale Klimafinanzierung bereit. Davon entfielen 4,852 Milliarden Euro auf das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Internationale Klimaschutzinitiative trug rund 1,03 Milliarden Euro bei.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den größten Block im Entwicklungsministerium bildete die bilaterale Zusammenarbeit. Für die finanzielle Zusammenarbeit wurden 1,557 Milliarden Euro an klimarelevanten Neuzusagen ausgewiesen, für die technische Zusammenarbeit weitere 699 Millionen Euro. Multilaterale Beiträge beliefen sich auf 1,161 Milliarden Euro. Hinzu kamen unter anderem 651 Millionen Euro als Schenkungsäquivalent von KfW-Entwicklungskrediten.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-25571 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/portraet-alabali-radovan-02-original-2.jpg 2076w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt lag die deutsche internationale Klimafinanzierung 2024 einschließlich öffentlicher Kredite und mobilisierter privater Mittel bei 11,8 Milliarden Euro. Das Entwicklungsministerium hatte damals erklärt, Deutschland habe die zugesagte Zielmarke von mindestens sechs Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln erreicht.&nbsp;</p>
</div></div>



<h2 id="h-fur-2026-und-2027-gibt-die-regierung-keine-zusage" class="wp-block-heading"><span id="fuer-2026-und-2027-gibt-die-regierung-keine-zusage">Für 2026 und 2027 gibt die Regierung keine Zusage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die direkte Frage der Linksfraktion, ob die Bundesregierung weiterhin zu mindestens sechs Milliarden Euro jährlich stehe, verweist sie nicht auf eine Fortführung dieser konkreten Untergrenze. Stattdessen nennt sie die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, Deutschland solle seinen „fairen Anteil“ an der internationalen Klimafinanzierung leisten und ein verlässlicher Partner bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie dieser deutsche Beitrag künftig aussehen soll, werde innerhalb der Bundesregierung noch beraten. Zugleich sollen private Mittel und Beiträge sogenannter nicht-traditioneller Geber stärker einbezogen werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für 2026 und 2027 macht die Regierung keine verbindliche Aussage. Die Klimafinanzierung werde jeweils erst im Folgejahr abschließend ermittelt, begründet sie ihre Zurückhaltung. Deshalb könnten derzeit noch keine verbindlichen Angaben für beide Jahre gemacht werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linksfraktion hatte ihre Anfrage vor dem Hintergrund geplanter Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums gestellt und davor gewarnt, dass Deutschland seine bisherige Zusage künftig verfehlen könnte. Diese Einschätzung macht sich die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht zu eigen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-starker-auf-kredite-und-privates-kapital" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-staerker-auf-kredite-und-privates-kapital">Deutschland setzt stärker auf Kredite und privates Kapital</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-beitrag-zur-internationalen-klimafinanzierung/">Die offene Festlegung fällt mit einer Veränderung der internationalen Klimafinanzierung zusammen.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/deep-dive-afrikanische-beteiligung-bei-der-cop29/" data-type="post" data-id="12518">Auf der Weltklimakonferenz COP29 hatten die Staaten ein neues gemeinsames Finanzierungsziel beschlossen.</a> Bis 2035 sollen jährlich mindestens 300 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern mobilisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will Deutschlands Anteil daran nicht allein über Haushaltsmittel finanzieren. Sie nennt Entwicklungs- und Förderkredite der KfW sowie eine stärkere Einbindung privaten Kapitals als wesentliche Bausteine. Eine konkrete Summe, die Deutschland als seinen „fairen Anteil“ an dem neuen internationalen Ziel betrachtet, steht noch nicht fest.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf die Frage, nach welchen Kriterien dieser Anteil beziffert werden soll, verweist die Regierung auf laufende Überlegungen. Deutschland sei einer der größten Beitragszahler zur internationalen Klimafinanzierung, eine konkrete künftige Zielgröße nennt die Antwort jedoch nicht.&nbsp;</p>



<h2 id="h-milliardenbeitrag-fur-neuen-tropenwald-fonds-geplant" class="wp-block-heading"><span id="milliardenbeitrag-fuer-neuen-tropenwald-fonds-geplant">Milliardenbeitrag für neuen Tropenwald-Fonds geplant</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig von der offenen Sechs-Milliarden-Frage hat die Bundesregierung eine größere neue Verpflichtung für den Tropenwaldschutz eingeplant. Deutschland will die von Brasilien initiierte Tropical Forests Forever Facility mit bis zu einer Milliarde Euro über zehn Jahre unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel sollen ab dem Haushaltsjahr 2027 über den Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt werden. Der Regierungsentwurf sieht dafür einen eigenen Haushaltstitel für die Tropical Forests Forever Facility und internationale Transformationsmaßnahmen vor. Die Finanzierung steht noch unter Parlamentsvorbehalt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Instrument soll Tropenwaldländer für nachgewiesenen Walderhalt bezahlen. Deutschland hatte bereits 20 Millionen Euro für den Aufbau des Fonds bereitgestellt. Die Bundesregierung plant, die langfristige Milliarde über die KfW als Treuhänderin einzubringen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-bleibt-bei-neuen-internationalen-abgaben-zuruckhaltend" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-bleibt-bei-neuen-internationalen-abgaben-zurueckhaltend">Deutschland bleibt bei neuen internationalen Abgaben zurückhaltend</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei zusätzlichen Finanzierungsquellen hält sich die Bundesregierung ebenfalls Optionen offen. In der Global Solidarity Levies Taskforce, die unter anderem internationale Abgaben als neue Finanzierungsquelle diskutiert, beteiligt sich Deutschland bislang lediglich als Beobachter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorschläge wie Abgaben auf Gewinne fossiler Unternehmen, Aufschläge auf Flugtickets im Premiumsegment oder eine stärkere Besteuerung sehr großer Vermögen könnten grundsätzlich zusätzliche Mittel für internationale Klimafinanzierung erschließen. Die Bundesregierung erklärt dazu jedoch lediglich, solche Instrumente müssten zunächst intern geprüft werden. </p>
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			<media:description type="html">Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</media:description>
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		<title>Nach AfD-Wahlsieg in MV: Schwarze Menschen warnen vor wachsendem Druck auf Minderheiten</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-afd-wahlsieg-in-mv-schwarze-menschen-warnen-vor-wachsendem-druck-auf-minderheiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 18:19:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>38,2 Prozent für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern, zwei Wochen zuvor 43,8 Prozent in Sachsen-Anhalt: Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sieht darin mehr als eine Verschiebung parlamentarischer Mehrheiten. Sie warnt vor Folgen für Schwarze und migrantische Communities und setzt auf stärkere zivilgesellschaftliche Vernetzung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-afd-wahlsieg-in-mv-schwarze-menschen-warnen-vor-wachsendem-druck-auf-minderheiten%2F&amp;action_name=Nach%20AfD-Wahlsieg%20in%20MV%3A%20Schwarze%20Menschen%20warnen%20vor%20wachsendem%20Druck%20auf%20Minderheiten&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland warnt nach dem Wahlsieg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern vor zunehmendem Druck auf Schwarze Menschen, migrantische Communities und andere Minderheiten. Die Stellungnahme veröffentlichte die bundesweite Selbstorganisation am 21. September 2026, einen Tag nach der Landtagswahl. Die AfD wurde mit 38,2 Prozent stärkste Kraft und konnte ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln, während die CDU mit 4,9 Prozent erstmals den Einzug in ein Landesparlament verfehlte. Zwei Wochen zuvor hatte die AfD bereits die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISD sieht die Entwicklung nicht nur als Veränderung parlamentarischer Mehrheiten. Sie befürchtet Auswirkungen auf Menschen, die von Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen der Diskriminierung betroffen sind. In ihrer Erklärung ruft die Organisation deshalb zu einer stärkeren Vernetzung Schwarzer Communities, Geflüchteter sowie jüdischer und anderer zivilgesellschaftlicher Gruppen auf.</p>



<h2 id="h-afd-gewinnt-21-5-prozentpunkte-hinzu" class="wp-block-heading"><span id="afd-gewinnt-215-prozentpunkte-hinzu">AfD gewinnt 21,5 Prozentpunkte hinzu</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausmaß der Verschiebung in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich im Vergleich mit der Landtagswahl 2021. Damals hatte die AfD 16,7 Prozent erreicht. Bei der Wahl am Sonntag stieg ihr Zweitstimmenanteil auf 38,2 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kam auf 35,5 Prozent, nach 39,6 Prozent fünf Jahre zuvor. Linke und Grüne zogen ebenfalls in den Landtag ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark verlor die CDU. Sie fiel von 13,3 auf 4,9 Prozent und ist damit nicht mehr im Schweriner Landtag vertreten. Nach der vorläufigen Sitzverteilung erhält die AfD 32 der 71 Mandate, die SPD 29, Linke und Grüne jeweils fünf. Damit verfügt die AfD zwar über die größte Fraktion, aber nicht über eine eigene Regierungsmehrheit. SPD, Linke und Grüne kommen zusammen auf 39 Sitze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wählerwanderung von Infratest dimap zeigt, dass die AfD nicht nur frühere Anhänger anderer Parteien gewann. Der größte positive Saldo kam mit rund 66.000 Stimmen aus dem bisherigen Nichtwählerlager. Gegenüber der SPD gewann die Partei per Saldo etwa 48.000 Stimmen, gegenüber der CDU rund 32.000 und gegenüber der FDP etwa 16.000.</p>



<h2 id="h-isd-befurchtet-folgen-fur-schwarze-und-migrantische-communities" class="wp-block-heading"><span id="isd-befuerchtet-folgen-fuer-schwarze-und-migrantische-communities">ISD befürchtet Folgen für Schwarze und migrantische Communities</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland bewertet das Wahlergebnis aus der Perspektive der von ihr vertretenen Communities. <a href="https://fokus-afrika.de/menschen-so-schwarz-wie-dieser-tisch/">Die Organisation spricht von der Gefahr, dass sich rassistische und antisemitische Anfeindungen infolge des politischen Erfolgs der AfD weiter verschärfen könnten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir gehen daher vom Schlimmsten aus“, heißt es in der Stellungnahme mit Blick auf mögliche Übergriffe und ein aggressiveres gesellschaftliches Klima. Die ISD verbindet diese Befürchtung mit der Entwicklung in Sachsen-Anhalt und fordert, Schwarze, migrantische und jüdische Organisationen stärker miteinander zu vernetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation kritisiert zugleich migrationspolitische Forderungen der AfD. Im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Partei unter anderem eine eigene „Grenz- und Rückführungspolizei innerhalb der Landespolizei“ sowie eine stärkere Unterbringung von Geflüchteten in Sammelunterkünften gefordert.</p>



<h2 id="h-mecklenburg-vorpommern-hat-einen-besonders-niedrigen-migrantenanteil" class="wp-block-heading"><span id="mecklenburg-vorpommern-hat-einen-besonders-niedrigen-migrantenanteil">Mecklenburg-Vorpommern hat einen besonders niedrigen Migrantenanteil</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISD verweist in ihrer Stellungnahme auch darauf, dass migrationspolitische Forderungen in einem Bundesland eine große Rolle im Wahlkampf spielten, das einen vergleichsweise niedrigen Anteil ausländischer Bevölkerung aufweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigen diesen Befund. Ende 2025 lebten in Mecklenburg-Vorpommern rund 103.000 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Das entsprach 6,5 Prozent der Bevölkerung und damit dem niedrigsten Anteil aller Bundesländer. Bundesweit lag der Anteil bei 14,9 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Der Mikrozensus für 2025 weist rund 135.000 Menschen mit Einwanderungsgeschichte unter etwa 1,55 Millionen Menschen in Privathaushalten aus.</p>



<h2 id="h-zweite-warnung-der-isd-nach-einer-landtagswahl" class="wp-block-heading"><span id="zweite-warnung-der-isd-nach-einer-landtagswahl">Zweite Warnung der ISD nach einer Landtagswahl</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hatte sich die ISD mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Dort erreichte die AfD 43,8 Prozent der Zweitstimmen und legte gegenüber 2021 um 23 Prozentpunkte zu. Die CDU fiel auf 17,2 Prozent.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-30073 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-768x511.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23-1160x772.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/AfD-Verbot_Jetzt_protest_Berlin_2025-05-11_23.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/schwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln/">Auch damals richtete die Organisation den Blick vor allem auf mögliche Auswirkungen auf Schwarze Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Geflüchtete sowie jüdische und muslimische Communities.</a> Sie kündigte an, ihre Vernetzung und Selbstorganisation auszubauen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISD wurde 1985 gegründet und gehört zu den ältesten bundesweiten Selbstorganisationen Schwarzer Menschen in Deutschland. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen Schwarzer Menschen in Gesellschaft und Politik und arbeitet unter anderem zu Rassismus, politischer Teilhabe und Diskriminierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Nach Wahl-Niederlagen: Wadephul vertritt Bundeskanzler Merz in New York</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-wahl-niederlagen-wadephul-vertritt-bundeskanzler-merz-in-new-york/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 18:01:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der Niederlage bei der Sicherheitsratswahl kehrt Deutschland mit einer breiten Reform- und Partnerschaftsagenda nach New York zurück. Außenminister Johann Wadephul führt die Delegation, während Bundeskanzler Friedrich Merz erneut nicht an der UN-Generaldebatte teilnimmt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-wahl-niederlagen-wadephul-vertritt-bundeskanzler-merz-in-new-york%2F&amp;action_name=Nach%20Wahl-Niederlagen%3A%20Wadephul%20vertritt%20Bundeskanzler%20Merz%20in%20New%20York&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-wahl-niederlagen-wadephul-vertritt-bundeskanzler-merz-in-new-york/">Nach Wahl-Niederlagen: Wadephul vertritt Bundeskanzler Merz in New York</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul reist als Leiter der deutschen Delegation zur 81. UN-Generaldebatte nach New York und will dort für Krisendiplomatie, eine Reform der Vereinten Nationen und engere Partnerschaften mit Staaten des Globalen Südens werben. Die Generaldebatte beginnt am 22. September 2026. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine ursprünglich geplante Teilnahme abgesagt und überlässt Wadephul damit zum zweiten Mal in Folge den deutschen Hauptauftritt. Die Reise erfolgt gut drei Monate nach Deutschlands gescheiterter Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat, während Berlin inzwischen für einen Sitz im Menschenrechtsrat wirbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul will die zahlreichen Treffen in New York nach eigener Aussage nutzen, um die „beklemmende Sprachlosigkeit zwischen den Konfliktparteien zu überwinden – sowohl in Europa als auch im Mittleren Osten“. Deutschland werde nicht bei einer Bestandsaufnahme der Krisen stehenbleiben, sondern auf konkrete Schritte zur Konfliktlösung drängen.</p>



<h2 id="h-merz-bleibt-in-berlin-wadephul-fuhrt-die-delegation" class="wp-block-heading"><span id="merz-bleibt-in-berlin-wadephul-fuehrt-die-delegation">Merz bleibt in Berlin, Wadephul führt die Delegation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich sollte Merz selbst nach New York reisen. <a href="https://fokus-afrika.de/merz-fehlt-erneut-bei-un-generalversammlung-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york/">Die Bundesregierung sagte die Teilnahme des Kanzlers jedoch kurzfristig ab und begründete dies damit, dass seine Anwesenheit in Deutschland in dieser Woche erforderlich sei.</a> Wadephul wird deshalb erneut die deutsche Rede in der Generalversammlung halten, wie bereits 2025. Sie ist für Samstag vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Außenminister reisen Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Umweltminister Carsten Schneider nach New York. Wadephul wird die Reise am Donnerstag für Gespräche in Kanada unterbrechen und anschließend zur Generalversammlung zurückkehren. Auf seinem Programm stehen unter anderem Treffen der G7-Außenminister, Gespräche mit den G4-Staaten Brasilien, Indien und Japan sowie Beratungen zwischen der Europäischen Union und lateinamerikanischen Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit setzt die Bundesregierung während der UN-Woche ausdrücklich auch auf Staaten außerhalb ihrer klassischen westlichen Bündnisse. Das Auswärtige Amt nennt eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika, Gespräche mit kleinen Inselstaaten über Klimafolgen sowie die Reform internationaler Institutionen als Schwerpunkte.</p>



<h2 id="h-ukraine-nahost-und-handelsrouten-auf-der-deutschen-agenda" class="wp-block-heading"><span id="ukraine-nahost-und-handelsrouten-auf-der-deutschen-agenda">Ukraine, Nahost und Handelsrouten auf der deutschen Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen großen Teil der Gespräche will Wadephul den Kriegen und Sicherheitskrisen widmen. Zur Ukraine kündigte er weitere Beratungen über internationale Unterstützung sowie über den Schutz kritischer Infrastruktur in Europa an. Zudem will Deutschland den russischen Angriffskrieg erneut im UN-Sicherheitsrat thematisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch maritime Sicherheit gehört zur deutschen Agenda. Das Auswärtige Amt verweist auf die Lage an der Straße von Hormus und am Bab al-Mandab. Störungen dieser Handelsrouten verteuern Energie, Dünger und andere Güter und wirken sich damit besonders auf importabhängige Staaten aus. Wadephul erklärte vor seiner Abreise, die Folgen träfen Deutschland und Europa, „noch dramatischer“ aber viele Länder des Globalen Südens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sudan bleibt ebenfalls Teil der deutschen UN-Politik. Wadephul bezeichnete den Krieg als eine der schwersten menschengemachten humanitären Katastrophen. Deutschland wirbt parallel dafür, internationale Mechanismen zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen im Sudan fortzuführen.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-un-reform-nach-eigener-wahlniederlage" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fordert-un-reform-nach-eigener-wahlniederlage">Deutschland fordert UN-Reform nach eigener Wahlniederlage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Termin in New York ist das Treffen Deutschlands mit Brasilien, Indien und Japan. Die vier G4-Staaten verlangen seit Jahren eine Reform des Sicherheitsrats. Berlin argumentiert, dass dessen Zusammensetzung die heutigen geopolitischen Verhältnisse nicht mehr ausreichend widerspiegele und insbesondere Staaten des Globalen Südens stärker vertreten sein müssten. <a href="https://fokus-afrika.de/un-treibt-reformprogramm-un80-voran/" data-type="post" data-id="26282">Auch die Arbeitsweise und das Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder gehören zur Reformdebatte.</a> Die Bundesregierung kündigte für New York allerdings keinen neuen konkreten Reformvorschlag an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderung erhält in diesem Jahr für Deutschland einen zusätzlichen Hintergrund.<a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-nennt-un-niederlage-bitter-und-warnt-vor-deutschem-rueckzug/" data-type="post" data-id="28497"> Am 3. Juni scheiterte die Bundesregierung mit ihrer Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat für 2027 und 2028.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-nennt-un-niederlage-herbe-enttaeuschung-und-wirbt-fuer-mehr-deutsche-praesenz-in-internationalen-organisationen/" data-type="post" data-id="28058">In der westlichen Regionalgruppe erhielt Portugal 134 Stimmen, Österreich 131 und Deutschland 104 Stimmen. </a>Die beiden verfügbaren Sitze gingen damit an Portugal und Österreich. Es war das erste Mal, dass eine deutsche Bewerbung um einen nichtständigen Sicherheitsratssitz bei einer solchen Wahl erfolglos blieb.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-26885 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete das Ergebnis wenige Tage später selbst als „herbe Enttäuschung“. Deutschland hatte seine Bewerbung unter das Motto „Respect. Justice. Peace.“ gestellt und angekündigt, Schwerpunkte auf Konfliktprävention, Krisenlösung sowie Klima und Sicherheit zu legen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederlage beendet Deutschlands Bemühungen um institutionellen Einfluss bei den Vereinten Nationen nicht. Berlin hält sowohl an der G4-Reforminitiative als auch an seinem Anspruch fest, dauerhaft stärker im Sicherheitsrat vertreten zu sein. Beim Treffen in New York soll deshalb erneut über die Zusammensetzung des Gremiums und eine stärkere Repräsentation bislang unterrepräsentierter Weltregionen beraten werden.</p>



<h2 id="h-neuer-anlauf-im-menschenrechtsrat" class="wp-block-heading"><span id="neuer-anlauf-im-menschenrechtsrat">Neuer Anlauf im Menschenrechtsrat</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel hat Deutschland eine weitere UN-Kandidatur gestartet. Die Bundesregierung bewirbt sich für einen Sitz im Menschenrechtsrat für die Jahre 2027 bis 2029. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-genf-deutschland-wirbt-um-sitz-im-un-menschenrechtsrat/" data-type="post" data-id="29968">Wadephul stellte die Bewerbung in der vergangenen Woche in Genf vor.</a> Deutschland gehörte dem 47 Mitglieder umfassenden Rat seit dessen Gründung bereits fünfmal als stimmberechtigtes Mitglied an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgangslage unterscheidet sich deutlich von der Sicherheitsratswahl. <a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/" data-type="post" data-id="29452">Für die beiden 2027 frei werdenden Sitze der Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten sind derzeit Deutschland und Irland die einzigen erklärten Kandidaten.</a> Es handelt sich damit um eine geschlossene Kandidatenliste mit zwei Bewerbern für zwei Plätze. Die Wahl durch die UN-Generalversammlung ist für Oktober vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland verbindet die Kandidatur mit Forderungen nach einer Reform des Menschenrechtsrats. Berlin will unter anderem den Schutz von Menschenrechtsverteidigern stärken, gegen transnationale Repression vorgehen und bestehende Untersuchungsmechanismen zu Ländern wie Russland und Sudan unterstützen. Bei seinem Auftritt in Genf kündigte Wadephul zusätzlich sechs Millionen Euro für das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte an.</p>



<h2 id="h-globaler-suden-ruckt-starker-in-die-deutsche-un-diplomatie" class="wp-block-heading"><span id="globaler-sueden-rueckt-staerker-in-die-deutsche-un-diplomatie">Globaler Süden rückt stärker in die deutsche UN-Diplomatie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In New York verbindet die Bundesregierung ihre Reformagenda ausdrücklich mit einer stärkeren Beteiligung des Globalen Südens. Das betrifft den Sicherheitsrat ebenso wie wirtschaftliche Kooperationen, Klima- und Entwicklungspolitik. Mit Brasilien und Indien sitzen zwei große Staaten des Globalen Südens in der G4-Gruppe, während kleine Inselstaaten bei den Gesprächen über Klimaanpassung und steigende Meeresspiegel eine eigene Rolle spielen. Die Vereinten Nationen haben für den 24. September ein hochrangiges Treffen zu den existenziellen Gefahren des Meeresspiegelanstiegs angesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 81. Generaldebatte läuft vom 22. bis 28. September. Rund 130 Staats- und Regierungschefs werden nach Angaben der Vereinten Nationen persönlich erwartet. Wadephul soll zum Abschluss seiner New-York-Woche am Samstag die deutsche Position vor der Generalversammlung vertreten.</p>
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		<title>Deutschland baut Algerien-Geschäft aus – und setzt Frankreich unter Druck</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-baut-algerien-geschaeft-aus-und-setzt-frankreich-unter-druck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 17:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wasserstoffkorridor, Opel-Werk, Pharma und Gas: Deutsche Unternehmen bauen ihre Präsenz in Algerien aus. Gleichzeitig sinkt der französisch-algerische Handel deutlich – doch die Zahlen zeigen auch, wie weit Deutschland wirtschaftlich noch hinter Frankreich liegt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-baut-algerien-geschaeft-aus-und-setzt-frankreich-unter-druck%2F&amp;action_name=Deutschland%20baut%20Algerien-Gesch%C3%A4ft%20aus%20%E2%80%93%20und%20setzt%20Frankreich%20unter%20Druck&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine deutsche Unternehmensdelegation ist zu einer fünftägigen Projekterkundungsreise nach Algerien und Tunesien gestartet, um neue Geschäfte rund um Wasserstoff, Energiespeicher und Infrastruktur entlang des SoutH2-Korridors vorzubereiten. Die Reise läuft vom 21. bis 25. September 2026. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab/" data-type="post" data-id="28848">Sie folgt zwei Monate nach dem Berlin-Besuch des algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune, bei dem Deutschland und Algerien ihre wirtschaftliche und energiepolitische Zusammenarbeit deutlich ausgeweitet haben. </a>Gleichzeitig nehmen deutsche Industrieprojekte in Algerien Gestalt an, während der Warenhandel zwischen Frankreich und Algerien weiter zurückgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Organisiert wird die Reise von den deutschen Auslandshandelskammern in Algerien und Tunesien im Rahmen der Exportinitiative Energie. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Unternehmen und staatlichen Stellen, die an Wasserstoffproduktion, Power-to-X-Anlagen, Speichertechnik und der künftigen Transportinfrastruktur beteiligt sind. Die AHK verweist auf rund zehn projektbezogene Absichtserklärungen entlang des geplanten Korridors.</p>



<h2 id="h-south2-soll-nordafrika-direkt-mit-deutschland-verbinden" class="wp-block-heading"><span id="south2-soll-nordafrika-direkt-mit-deutschland-verbinden">SoutH2 soll Nordafrika direkt mit Deutschland verbinden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte gemeinsame Energieprojekt ist der SoutH2-Korridor. <a href="https://fokus-afrika.de/fuenf-laender-unterzeichnen-absichtserklaerung-fuer-suedlichen-wasserstoffkorridor/" data-type="post" data-id="13604">Die geplante Wasserstoffroute soll Nordafrika über Italien und Österreich mit Süddeutschland verbinden.</a> Die beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber beziffern die Länge auf rund 3.300 Kilometer. Mehr als 65 Prozent der Infrastruktur sollen aus umgerüsteten bestehenden Leitungen bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Transportkapazität wird mit mehr als vier Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff pro Jahr angegeben<a href="https://fokus-afrika.de/italien-braucht-mehr-energie-aus-algerien/" data-type="post" data-id="25977">. Dabei handelt es sich um das gesamte Importpotenzial aus Nordafrika und nicht, wie teilweise dargestellt, um vier Millionen Tonnen allein aus Algerien.</a> Die Europäische Kommission führt Algerien und Tunesien als nordafrikanische Partner des Vorhabens. Deutschland, Algerien, Italien, Österreich und Tunesien hatten bereits im Januar 2025 eine gemeinsame politische Absichtserklärung zur Entwicklung des Korridors unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung misst dem Projekt auch energiepolitisch Gewicht bei. In der im Juli mit Algerien vereinbarten strategischen Agenda bezeichneten beide Seiten den südlichen Wasserstoffkorridor als wichtige Verbindung zwischen den beiden Ländern. Zugleich hielten sie fest, dass weitere algerische Gaslieferungen im Interesse beider Staaten liegen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1024x576.jpeg" alt="" class="wp-image-28851 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1024x576.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-300x169.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-768x432.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-380x214.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-800x450.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1160x653.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz hatte beim Treffen mit Tebboune erklärt: „Wir sind uns darin einig, dass wir unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken wollen.“ Neben Energie stehen dabei unter anderem Rohstoffe, Verkehr, Pharmaindustrie, Technologie und industrielle Produktion auf der bilateralen Agenda.</p>
</div></div>



<h2 id="h-31-vereinbarungen-beim-wirtschaftsforum-in-berlin" class="wp-block-heading"><span id="31-vereinbarungen-beim-wirtschaftsforum-in-berlin">31 Vereinbarungen beim Wirtschaftsforum in Berlin</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Berlin-Besuch Tebboune im Juli hat die wirtschaftlichen Kontakte beschleunigt. Beim deutsch-algerischen Wirtschaftsforum am 17. Juli wurden 31 Vereinbarungen und Absichtserklärungen zwischen Unternehmen und Institutionen beider Länder unterzeichnet. Sie betreffen unter anderem Energie, Industrie, Gesundheit, Verkehr, Digitalisierung und die grüne Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sonatrach vereinbarte mit dem deutschen Energieunternehmen VNG weitere Gespräche über Gaslieferungen. Mit Bosch wurde zudem eine Zusammenarbeit zur lokalen Herstellung von Elektrolyseuren für die Wasserstoffproduktion vereinbart. Die Bundesregierung und Algerien verständigten sich außerdem darauf, die seit 2011 bestehende gemeinsame Wirtschaftskommission wiederzubeleben und die Einrichtung eines bilateralen Wirtschaftsrats zu prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die deutsche Pharmaindustrie verstärkt ihre Aktivitäten. Der algerische Staatskonzern Saidal und Boehringer Ingelheim vereinbarten 2026 eine Partnerschaft zur lokalen Herstellung eines Medikaments gegen Lungenfibrose. Germany Trade &amp; Invest führt das Projekt als eines der neuen deutsch-algerischen Vorhaben im Pharmasektor auf.</p>



<h2 id="h-opel-bereitet-produktion-in-algerien-vor" class="wp-block-heading"><span id="opel-bereitet-produktion-in-algerien-vor">Opel bereitet Produktion in Algerien vor</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders weitreichend sind die Pläne in der Automobilindustrie. Opel bestätigte beim Wirtschaftsforum im Juli sein bereits im Januar angekündigtes Vorhaben, Fahrzeuge künftig in Algerien zu produzieren. Zugleich unterzeichneten Opel Automobile und die algerische AGM Holding eine Absichtserklärung über die Lokalisierung einer Motorenproduktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit würde Algerien zum ersten Produktionsstandort der deutschen Stellantis-Marke außerhalb Europas. Ein endgültiger Produktionsbeginn, die Größe des Werks und der Standort wurden bislang nicht veröffentlicht. Bereits bei der Ankündigung im Januar hatte Stellantis das Vorhaben als Teil einer langfristigen regionalen Industrialisierungsstrategie präsentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Algerien traf sich in den vergangenen Tagen zudem eine deutsche Delegation mit Vertretern des algerischen Opel-Partners Halil Groupe. Dazu gehörte Karoline Kampermann vom Verband der Automobilindustrie. Halil-Chef Nassim Benguergoura erklärte nach den Gesprächen, beide Seiten hätten über den schrittweisen Aufbau einer automobilen Wertschöpfungskette und die wachsende Rolle algerischer Unternehmen bei der industriellen Integration gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pläne passen zur Wirtschaftspolitik Algiers, die bei ausländischen Investitionen stärker auf lokale Produktion, Zulieferer und Technologietransfer setzt. Neben Opel produziert Stellantis mit Fiat bereits Fahrzeuge in Algerien.</p>



<h2 id="h-deutscher-handel-wachst-deutlich-langsamer-als-in-algerien-angegeben" class="wp-block-heading"><span id="deutscher-handel-waechst-deutlich-langsamer-als-in-algerien-angegeben">Deutscher Handel wächst deutlich langsamer als in Algerien angegeben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Handelszahlen ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild als in einigen algerischen Berichten. Der algerische Außenhandelsminister Kamel Rezig hatte das bilaterale Handelsvolumen für 2025 mit knapp drei Milliarden US-Dollar angegeben, nach 1,74 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Außenhandelsdaten weisen dagegen für 2025 Warenexporte nach Algerien von rund 2,1 Milliarden Euro und Importe von etwa 1,4 Milliarden Euro aus. Das entspricht einem Warenhandel von rund 3,5 Milliarden Euro. Für 2024 ergeben dieselben deutschen Statistiken etwa 3,3 Milliarden Euro. Nach dieser Datenreihe ist der Handel gewachsen, hat sich aber nicht annähernd verdoppelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland liefert vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, chemische Produkte und weitere Industriegüter nach Algerien. Die deutschen Importe bestehen hauptsächlich aus Erdöl, Erdgas und petrochemischen Produkten. Die Deutsch-Algerische Industrie- und Handelskammer zählt nach Angaben des Auswärtigen Amts mehr als 450 Mitglieder.</p>



<h2 id="h-frankreichs-handel-mit-algerien-fallt-weiter" class="wp-block-heading"><span id="frankreichs-handel-mit-algerien-faellt-weiter">Frankreichs Handel mit Algerien fällt weiter</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/algerien-bestellt-franzoesischen-geschaeftstraeger-ein-und-droht-mit-folgen-fuer-die-beziehungen/" data-type="post" data-id="26039">Parallel dazu verliert der französisch-algerische Warenhandel an Volumen.</a> Nach Daten der französischen Zollverwaltung erreichten Frankreichs Ausfuhren nach Algerien in den zwölf Monaten von August 2025 bis Juli 2026 rund 4,0 Milliarden Euro. Die Importe lagen bei knapp 4,7 Milliarden Euro. Insgesamt ergibt sich damit ein Warenhandel von rund 8,7 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2025 hatte der französisch-algerische Handel noch rund 9,3 Milliarden Euro erreicht, nach gut elf Milliarden Euro im Jahr 2024. Das französische Außenministerium bezifferte den Rückgang 2025 gegenüber dem Vorjahr auf 14,8 Prozent. Frankreich bleibt damit trotz des Rückgangs ein bedeutenderer Handelspartner Algeriens als Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-wirft-algerien-spionage-und-druck-auf-doppelstaatler-vor/" data-type="post" data-id="23942">Der Rückgang fällt in eine Phase schwerer politischer Spannungen zwischen Paris und Algier, zugleich hat Algerien seine Importpolitik verschärft und setzt stärker auf heimische Produktion und die Diversifizierung seiner Lieferländer.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/darmanin-in-algier-frankreich-und-algerien-im-annaeherungsversuch/" data-type="post" data-id="27466">Seit Anfang 2026 haben beide Regierungen ihre politischen Kontakte wieder intensiviert.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die wachsende Zahl deutscher Projekte bedeutet bislang noch keinen vergleichbaren Sprung bei den Direktinvestitionen. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen in Algerien sank nach Daten der Deutschen Bundesbank von 724 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 479 Millionen Euro 2024. Für 2025 weist die Statistik deutsche Nettoinvestitionen von 23 Millionen Euro aus.</p>
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		<title>Deutschlands Rohstoffproblem heißt China – Afrika rückt als Alternative in den Fokus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschlands-rohstoffproblem-heisst-china-afrika-rueckt-als-alternative-in-den-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 20:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Produktion]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Industrie braucht immer mehr kritische Rohstoffe für KI, Batterien und Verteidigung – doch China kontrolliert große Teile der Lieferketten. Afrika besitzt viele der gesuchten Ressourcen, aber auch dort hat Peking längst strategische Positionen aufgebaut.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschlands-rohstoffproblem-heisst-china-afrika-rueckt-als-alternative-in-den-fokus%2F&amp;action_name=Deutschlands%20Rohstoffproblem%20hei%C3%9Ft%20China%20%E2%80%93%20Afrika%20r%C3%BCckt%20als%20Alternative%20in%20den%20Fokus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-rohstoffproblem-heisst-china-afrika-rueckt-als-alternative-in-den-fokus/">Deutschlands Rohstoffproblem heißt China – Afrika rückt als Alternative in den Fokus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und die EU bleiben bei zahlreichen kritischen Rohstoffen für Batterien, Künstliche Intelligenz, Energietechnik und Verteidigung stark von China abhängig, während afrikanische Förderländer im globalen Wettbewerb um alternative Lieferketten an Bedeutung gewinnen. Die Analyse veröffentlichte KfW Research im September 2026. Bei mehreren Schlüsselmaterialien kontrolliert China große Teile der Förderung oder vor allem der Weiterverarbeitung, während europäische Kapazitäten über viele Stufen der Wertschöpfungskette gering bleiben. Gleichzeitig investieren chinesische Unternehmen seit Jahren gezielt in Minen und Verarbeitungsanlagen in Afrika.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW Research beschreibt die Lage als strategisches Dilemma. Europa benötigt wachsende Mengen kritischer Rohstoffe für Digitalisierung, KI, Verteidigung und Energiewende, kann den Bedarf aber bei vielen Materialien nicht kurzfristig aus eigenen oder nicht-chinesischen Kapazitäten decken. Nur bei wenigen Rohstoffen sei es realistisch, innerhalb der kommenden fünf Jahre ausreichende Alternativen außerhalb Chinas aufzubauen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-chinas-starke-beginnt-nicht-erst-bei-der-mine" class="wp-block-heading"><span id="chinas-staerke-beginnt-nicht-erst-bei-der-mine">Chinas Stärke beginnt nicht erst bei der Mine</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem liegt nicht allein darin, wo Rohstoffe gefördert werden. <a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-diskutiert-risiken-und-chancen-kritischer-rohstoffe/">Besonders stark ist Chinas Position bei der Verarbeitung zu Materialien, die anschließend tatsächlich in Batterien, Halbleitern, Permanentmagneten oder militärischen Systemen eingesetzt werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einzelnen Seltenen Erden erreicht Chinas Anteil an der weltweiten Weiterverarbeitung nach der KfW-Auswertung bis zu 100 Prozent. Bei Gallium liegt der Anteil bei 99 Prozent, bei Seltenen Erden insgesamt bei 91 Prozent, bei Wismut bei 88 Prozent und bei Magnesium bei 86 Prozent. Auch Siliziummetall, Grafit, Kobalt und Lithium weisen hohe Konzentrationen auf.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Abhängigkeit zieht sich bis in fertige Produkte. Deutschland bezog zuletzt 65 Prozent seiner importierten Lithium-Ionen-Akkumulatoren aus China. Für die gesamte EU lag der Anteil bei 90 Prozent. Bei deutschen Importen bestimmter Formen von Grafit, Mangan und Phosphorprodukten liegen die China-Anteile ebenfalls hoch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wenn-usa-und-china-schwieriger-werden-afrika-wird-fuer-deutschlands-exportmodell-wichtiger/">Selbst dort, wo Rohstoffe außerhalb Chinas gefördert werden, wandert ein erheblicher Teil zur Weiterverarbeitung nach China.</a> Genau diese Struktur macht eine Diversifizierung schwieriger als den bloßen Abschluss neuer Lieferverträge.</p>



<h2 id="h-afrika-besitzt-rohstoffe-china-kontrolliert-teile-der-wertschopfung" class="wp-block-heading"><span id="afrika-besitzt-rohstoffe-china-kontrolliert-teile-der-wertschoepfung">Afrika besitzt Rohstoffe – China kontrolliert Teile der Wertschöpfung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika taucht in dieser Lieferkette an mehreren entscheidenden Stellen auf. Manganerze stammen beispielsweise überwiegend aus Südafrika und Gabun. Kobalt wird in großem Umfang in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. Bei Metallen der Platingruppe konzentrieren sich Risiken stärker auf Russland und afrikanische Lieferländer als auf China.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bietet der Kontinent grundsätzlich genau jene Rohstoffbasis, nach der Deutschland und Europa bei der Suche nach zusätzlichen Bezugsquellen suchen. Der Zugang zur Mine allein löst das Problem jedoch nicht. Beim Mangan zeigt sich die Struktur besonders deutlich: Während die Erze vor allem aus Südafrika und Gabun kommen, hält China bei weiterverarbeiteten Ferromangan-Verbindungen einen weltweiten Marktanteil von fast 70 Prozent. Bei Mangan in Batteriequalität liegt der chinesische Anteil noch höher.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Abhängigkeiten verringern will, muss deshalb Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas mit aufbauen. Eine reine Verlagerung des Rohstoffbezugs von einer Mine zur anderen würde die Abhängigkeit bei Raffination, Spezialchemikalien und industriellen Vorprodukten vielfach bestehen lassen.</p>



<h2 id="h-china-investiert-langst-strategisch-in-afrikanische-rohstoffe" class="wp-block-heading"><span id="china-investiert-laengst-strategisch-in-afrikanische-rohstoffe">China investiert längst strategisch in afrikanische Rohstoffe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei startet Europa nicht auf einem unbesetzten Feld. Chinesische Unternehmen sichern sich seit Jahren Minen, Beteiligungen und Verarbeitungsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW Research wertet grenzüberschreitende chinesische Investitionen im Bereich Metalle und Mineralien zwischen 2020 und dem ersten Quartal 2026 aus. Rund 40 Prozent des Transaktionswerts entfielen auf staatliche oder staatsnahe chinesische Unternehmen. In Subsahara-Afrika war deren Anteil überdurchschnittlich hoch. Der Großteil der Investitionen bestand nicht aus Übernahmen, sondern aus neuen Projekten. Mehr als die Hälfte zielte auf die Weiterverarbeitung von Metallen und Mineralien.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist die Ngualla-Mine in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/tansania/" data-type="category" data-id="44">Tansania</a>. Das Vorkommen gilt als international bedeutsam für Seltene Erden und ging 2025 vollständig in chinesischen Besitz über. KfW Research verweist auf den Fall als Beispiel dafür, wie chinesische Unternehmen im internationalen Wettbewerb um Rohstoffprojekte ihre Markt- und Preisposition einsetzen. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="558" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-1024x558.png" alt="" class="wp-image-29027 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-1024x558.png 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-300x164.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-768x419.png 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-380x207.png 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-800x436.png 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina-1160x633.png 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Mine_de_Perkoa_Burkina.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Damit verschiebt sich die Frage für Deutschland. Es reicht nicht, Afrika erst dann als Bezugsquelle zu betrachten, wenn chinesische Lieferketten bereits unter Druck geraten. Rohstoffpartnerschaften konkurrieren inzwischen mit chinesischen, amerikanischen, japanischen, indischen und arabischen Investitionen um dieselben Vorkommen und Projekte.</p>
</div></div>



<h2 id="h-usa-japan-und-golfstaaten-investieren-bereits" class="wp-block-heading"><span id="usa-japan-und-golfstaaten-investieren-bereits">USA, Japan und Golfstaaten investieren bereits</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Konkurrenz wird inzwischen breiter. KfW Research zeigt für den Zeitraum von Januar 2022 bis September 2026 zahlreiche grenzüberschreitende Investitionen, Joint Ventures und Beteiligungen im Bergbau und Metallsektor. Neben China bauen insbesondere die USA, Japan, Indien und Golfstaaten ihre Position aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fließt Kapital ausdrücklich auch in afrikanische Förderländer. Die KfW nennt Projekte „von <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/mosambik/" data-type="category" data-id="39">Mosambik</a> bis Brasilien“ und beschreibt eine internationale Strategie, bei der Staaten und Unternehmen Lieferketten außerhalb des jeweils dominierenden Produzenten aufbauen. Finanzierungen, Beteiligungen, Übernahmen und Joint Ventures werden miteinander kombiniert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel wird als sogenannte „n-1-Strategie“ beschrieben. Für strategisch wichtige Rohstoffe soll neben China mindestens eine weitere belastbare Lieferkette entstehen. Solche Strukturen umfassen nicht nur Bergbau, sondern auch Raffination, Verarbeitung und verbindliche Abnahmeverträge.</p>



<h2 id="h-deutschland-braucht-mehr-als-neue-minen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-braucht-mehr-als-neue-minen">Deutschland braucht mehr als neue Minen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Für Deutschland liegt die Schwierigkeit deshalb nicht allein im Zugang zu afrikanischen Lagerstätten. </a>Industrieunternehmen benötigen Rohstoffe in bestimmten Reinheitsgraden, chemischen Verbindungen und exakt definierten Vorprodukten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Rohstoffen für KI und digitale Technologien sieht KfW Research den Engpass vielfach nicht in der verfügbaren Menge, sondern in Verarbeitung und Qualität. Gallium, Germanium, Grafit, die Trennung Seltener Erden sowie die Veredelung von Lithium, Kobalt und Nickel hängen in unterschiedlichem Umfang von chinesischen Kapazitäten ab.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Batterien empfiehlt die Untersuchung deshalb einen Ansatz über die gesamte Wertschöpfungskette. Neben Recycling, eigener europäischer Produktion und technologischer Substitution nennt KfW Research ausdrücklich Kooperationen und Allianzen mit Partnerländern, die mit konkreten Abnahmeverträgen verbunden werden sollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein solches Modell würde auch die wirtschaftliche Rolle afrikanischer Rohstoffländer verändern. Statt Erze zu fördern und anschließend zur Raffination nach China zu exportieren, könnten zusätzliche Verarbeitungsschritte näher an den Lagerstätten entstehen. Genau auf diesen Teil der Wertschöpfung zielen chinesische Investitionen bereits verstärkt.</p>



<h2 id="h-ki-energiewende-und-verteidigung-erhohen-gleichzeitig-den-bedarf" class="wp-block-heading"><span id="ki-energiewende-und-verteidigung-erhoehen-gleichzeitig-den-bedarf">KI, Energiewende und Verteidigung erhöhen gleichzeitig den Bedarf</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitdruck wächst zudem von mehreren Seiten. Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treiben den Bedarf an Kupfer, Gallium, Seltenen Erden und weiteren Spezialmetallen. Die Internationale Energieagentur erwartet nach den von KfW verwendeten Daten allein durch den Ausbau von Rechenzentren bis 2030 eine zusätzliche globale Kupfernachfrage von 512.000 Tonnen. Beim Gallium könnte der zusätzliche Bedarf elf Prozent der heutigen Gesamtnachfrage erreichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel benötigt die Energiewende große Mengen Lithium, Nickel, Grafit, Kupfer und Seltene Erden. Bei Lithium soll der Anteil der Energietechnologien an der weltweiten Nachfrage von 74 Prozent im Jahr 2025 auf 87 Prozent im Jahr 2040 steigen. Deutschland importierte 2025 zudem rund 17.000 Tonnen Permanentmagnete, davon 90 Prozent direkt aus China.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der europäische Ausbau der Verteidigungsindustrie. Materialien wie Gallium, Germanium, Wolfram, Beryllium und Seltene Erden werden für Radar, Elektronik, Präzisionssysteme, Flugzeuge und andere militärische Anwendungen benötigt. Bei fast allen von der NATO als kritisch eingestuften Mineralien erreicht China nach der KfW-Auswertung einen Anteil von mehr als 50 Prozent an Förderung oder Weiterverarbeitung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Gallium, Grafit, Mangan und Seltenen Erden sieht KfW Research auch bis 2035 nur geringe Entspannung. Recycling und Substitution könnten die Risiken verringern, reichten allein aber nicht aus. Beschaffung, Lagerhaltung und neue Lieferbeziehungen müssten parallel aufgebaut werden.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afrika-wird-damit-auch-zum-standortwettbewerb" class="wp-block-heading"><span id="afrika-wird-damit-auch-zum-standortwettbewerb">Afrika wird damit auch zum Standortwettbewerb</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die globalen Rohstoffketten zeigen bereits, dass Afrika nicht nur als Lieferant unverarbeiteter Rohstoffe umworben wird. Chinesische Investitionen zielen zunehmend auf die Weiterverarbeitung. Andere Industriestaaten kombinieren Rohstoffzugang ebenfalls mit Kapitalbeteiligungen, langfristigen Lieferverträgen und strategischer Finanzierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">KfW Research beschreibt diese Entwicklung als Wettbewerb um komplette Lieferketten. Während Europa eigene Förderung, Recycling und Substitution ausbauen will, bleibt der Aufbau zusätzlicher Partnerschaften notwendig. Zugleich zeigt der Fall der tansanischen Ngualla-Mine, dass attraktive afrikanische Rohstoffprojekte längst Teil eines internationalen Investitionswettlaufs sind.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-rohstoffproblem-heisst-china-afrika-rueckt-als-alternative-in-den-fokus/">Deutschlands Rohstoffproblem heißt China – Afrika rückt als Alternative in den Fokus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie Tunesien das 100-Millionen-Paket mit Deutschland in konkrete Projekte überführen will</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wie-tunesien-das-100-millionen-paket-mit-deutschland-in-konkrete-projekte-ueberfuehren-will/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 19:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 100 Millionen Euro sind vereinbart. Jetzt versucht Tunesien, daraus konkrete Geschäfte, Investitionen und Ausbildungsprojekte zu machen – mit Wirtschaftsforen, deutschen Bundesländern und direkten Unternehmenskontakten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwie-tunesien-das-100-millionen-paket-mit-deutschland-in-konkrete-projekte-ueberfuehren-will%2F&amp;action_name=Wie%20Tunesien%20das%20100-Millionen-Paket%20mit%20Deutschland%20in%20konkrete%20Projekte%20%C3%BCberf%C3%BChren%20will&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wie-tunesien-das-100-millionen-paket-mit-deutschland-in-konkrete-projekte-ueberfuehren-will/">Wie Tunesien das 100-Millionen-Paket mit Deutschland in konkrete Projekte überführen will</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Tunesien versucht, das mit Deutschland vereinbarte Finanzierungspaket von mehr als 100 Millionen Euro in konkrete Wirtschafts-, Ausbildungs- und Investitionsprojekte zu überführen. Die fünf Vereinbarungen wurden am 31. August in Tunis unterzeichnet. Seitdem folgen Gespräche mit deutschen Bundesländern, Wirtschaftsdelegationen und das erste Deutsch-Tunesische Wirtschaftsforum in Essen. Tunis setzt damit neben der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zunehmend auf direkte Kontakte zwischen Unternehmen, Regionen und Ausbildungsstrukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paket umfasst die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen, Energie-, Umwelt- und Digitalprojekte, Regionalentwicklung, Berufsbildung, Beschäftigung und Wasserwirtschaft. Tunesiens Außenminister Mohamed Ali Nafti bezifferte das Volumen auf mehr als 100 Millionen Euro. Weitere Projekte im Umfang von rund 40 Millionen Euro für die grüne Wirtschaft befänden sich in Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-tunesien-das-land-gewinnt-fuer-deutsche-unternehmen-an-bedeutung/">Bundesaußenminister Johann Wadephul war zur Unterzeichnung mit einer Wirtschaftsdelegation nach Tunis gereist.</a> Das Auswärtige Amt stellte dabei Handel und Investitionen ausdrücklich in den Mittelpunkt und verwies unter anderem auf die bereits enge Verflechtung Tunesiens mit der deutschen Automobilindustrie sowie neue Verbindungen im Digitalbereich.</p>



<h2 id="h-nach-den-millionenvereinbarungen-kommen-die-unternehmen" class="wp-block-heading"><span id="nach-den-millionenvereinbarungen-kommen-die-unternehmen">Nach den Millionenvereinbarungen kommen die Unternehmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp drei Wochen später verlagerte sich die Zusammenarbeit nach Essen. Beim ersten Deutsch-Tunesischen Wirtschaftsforum kamen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um aus den politischen Vereinbarungen neue Geschäftsbeziehungen und Projekte zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum fand am 17. und 18. September im Essener Rathaus statt. Auf dem Programm standen Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung, grüne Transformation, Fachkräftesicherung, Investitionen und Innovation. Neben Panels und Workshops waren direkte Gespräche zwischen tunesischen und deutschen Unternehmen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tunesische Unternehmerorganisation CONECT brachte dafür Firmen aus mehreren Branchen nach Deutschland. Vertreten waren unter anderem Elektrotechnik, erneuerbare Energien und Solartechnik, Pharma und Gesundheit, Elektronik, Außenhandel sowie die Lebensmittelwirtschaft. Ziel waren nach Angaben der Organisation neue Handelspartner, industrielle und technologische Kooperationen sowie Investitionsprojekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bekommt das Ende August vereinbarte Finanzpaket eine zweite Ebene. <a href="https://fokus-afrika.de/tunesien-wirbt-in-berlin-um-neue-deutsche-investitionen/">Während die staatlichen Programme unter anderem kleine und mittlere Unternehmen, Ausbildung und Transformation finanzieren sollen, suchen tunesische Firmen parallel nach deutschen Partnern, Absatzmärkten und Investoren.</a></p>



<h2 id="h-tunesien-sucht-gezielt-partner-in-deutschen-regionen" class="wp-block-heading"><span id="tunesien-sucht-gezielt-partner-in-deutschen-regionen">Tunesien sucht gezielt Partner in deutschen Regionen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/tunesien-will-engere-partnerschaft-mit-deutschland/">Tunis beschränkt diese Strategie nicht auf die Bundesregierung.</a> Die tunesische Botschaft in Berlin versucht zugleich, wirtschaftliche Kooperationen mit einzelnen Bundesländern und Kommunen aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Botschafter Wacef Chiha traf am 9. September den hessischen Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz. Besprochen wurden ein gemeinsames Wirtschaftsforum, gegenseitige Unternehmerdelegationen sowie Möglichkeiten der Ausbildung und Beschäftigung junger Tunesier. Auch organisierte Arbeitsmigration gehörte zu den Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz verbindet mehrere Interessen. Hessen verfügt mit Frankfurt über einen der wichtigsten deutschen Finanz- und Wirtschaftsstandorte. Tunesien wiederum sucht Investitionen und Arbeitsplätze, während deutsche Unternehmen in mehreren Branchen Fachkräfte benötigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bestehende kommunale Beziehungen sollen stärker genutzt werden. Sfax und Marburg sind seit 1971 Partnerstädte. Beide Seiten wollen nach dem Gespräch mit Pentz prüfen, wie die Verbindung für weitere Kooperationen genutzt werden kann. Die Städtepartnerschaft besteht seit mehr als fünf Jahrzehnten und umfasst bereits Austauschprogramme und Kontakte zwischen den Universitäten.</p>



<h2 id="h-berufsbildung-und-fachkrafte-werden-teil-der-wirtschaftsstrategie" class="wp-block-heading"><span id="berufsbildung-und-fachkraefte-werden-teil-der-wirtschaftsstrategie">Berufsbildung und Fachkräfte werden Teil der Wirtschaftsstrategie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbindung von Investitionen und Arbeitsmarkt zieht sich durch mehrere der jüngsten Initiativen. Schon das 100-Millionen-Euro-Paket enthält Programme zur beruflichen Bildung und Beschäftigung. In Essen gehörten Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung zu den zentralen Themen. In den Gesprächen mit Hessen kamen Ausbildungsmöglichkeiten und organisierte Migration hinzu.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25987 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-768x534.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/5030477.jpg 1772w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die tunesische Botschaft hatte Anfang September mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die Umsetzung der Vereinbarungen vom 31. August gesprochen. Dabei ging es neben der technischen und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ausdrücklich darum, die Privatwirtschaft beider Länder durch zusätzliche Wirtschaftstreffen und Unternehmensforen stärker miteinander zu verbinden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verschränken sich klassische Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmenspolitik stärker. Programme für berufliche Qualifizierung können Arbeitskräfte für tunesische Unternehmen ausbilden, zugleich aber auch Wege in den deutschen Arbeitsmarkt eröffnen. Unternehmensforen sollen parallel Investoren und Geschäftspartner zusammenbringen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-sind-langst-eng-mit-tunesien-verflochten" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-sind-laengst-eng-mit-tunesien-verflochten">Deutsche Unternehmen sind längst eng mit Tunesien verflochten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Initiative baut auf einer bereits weit entwickelten Wirtschaftsbeziehung auf. Der deutsch-tunesische Warenhandel erreichte 2025 rund 5,4 Milliarden Euro. Deutschland importierte Waren für 3,3 Milliarden Euro aus Tunesien und exportierte Güter im Wert von rund 2,1 Milliarden Euro. Tunesien war damit 2025 Deutschlands fünftwichtigster Exportmarkt in Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eng ist die Verflechtung in der Automobilzulieferindustrie, Elektrotechnik und Textilproduktion. Hinzu kommen zunehmend IT-, Entwicklungs- und Ingenieurdienstleistungen. Germany Trade &amp; Invest registrierte 2025 insgesamt 88 Erweiterungsprojekte und zehn neue Vorhaben deutscher Investoren. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 57 Projekte mit deutschem Kapital hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt beziffert die von deutschen Unternehmen geschaffenen Arbeitsplätze in Tunesien auf rund 100.000. Deutschland ist nach Frankreich und Italien der drittgrößte Handelspartner Tunesiens und der zweitgrößte ausländische Investor.</p>



<h2 id="h-auch-energie-und-digitalisierung-rucken-nach-vorn" class="wp-block-heading"><span id="auch-energie-und-digitalisierung-ruecken-nach-vorn">Auch Energie und Digitalisierung rücken nach vorn</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Transformation der tunesischen Wirtschaft. <a href="https://fokus-afrika.de/fuenf-laender-unterzeichnen-absichtserklaerung-fuer-suedlichen-wasserstoffkorridor/" data-type="post" data-id="13604">Die Ende August unterzeichneten Vereinbarungen umfassen Energie, Umwelt und Digitalisierung.</a> Wadephul sprach bei seinem Besuch außerdem über die stärkere Anbindung Tunesiens an das europäische Energienetz und den Ausbau erneuerbarer Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Forum in Essen tauchten dieselben Felder erneut auf. Die tunesische Delegation brachte Unternehmen aus erneuerbaren Energien, Elektronik und Technologie mit. Parallel wächst die Bedeutung Tunesiens als Standort für IT- und Entwicklungsdienstleistungen deutscher Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächsten Wirtschaftskontakte sind bereits angesetzt. Die Deutsch-Tunesische Industrie- und Handelskammer führt für den 23. bis 25. September eine deutsche Delegation in Tunis auf ihrem Veranstaltungskalender. Weitere Programme für IT, Abfallwirtschaft und Messekooperationen folgen im Herbst.</p>
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			<media:title type="html">Bundestagspräsidentin Julia Klöckner empfängt S. E. Herrn Mohamed Ali Nafti</media:title>
			<media:description type="html">Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (1vr), CDU/CSU, MdB, empfängt S. E. Herrn Mohamed Ali Nafti, Minister für auswärtige Angelegenheiten, Migration und Tunesier im Ausland der Tunesischen Republik.</media:description>
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	</item>
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		<title>Deutschland plant zügige Militärhilfe für Benin – Mission noch im Oktober</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-zuegige-militaerhilfe-fuer-benin-mission-noch-im-oktober/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 17:13:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Benin]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=30027</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland baut seine Sicherheitskooperation mit Benin aus. Ausrüstung und Spezialausbildung sollen vor allem das militärische Pionierwesen stärken, während der Druck bewaffneter Gruppen auf Benins Norden wächst.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-plant-zuegige-militaerhilfe-fuer-benin-mission-noch-im-oktober%2F&amp;action_name=Deutschland%20plant%20z%C3%BCgige%20Milit%C3%A4rhilfe%20f%C3%BCr%20Benin%20%E2%80%93%20Mission%20noch%20im%20Oktober&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will die Streitkräfte Benins mit logistischer Ausrüstung und spezialisierter Ausbildung unterstützen und dabei insbesondere das militärische Pionierwesen stärken. Die Gespräche fanden am 17. September in Cotonou statt, eine deutsche Expertenmission ist für den 7. bis 9. Oktober vorgesehen. Das Vorhaben fällt in eine Phase, in der Benin seine Verteidigungspartnerschaften ausbaut und wegen der Ausbreitung bewaffneter Gruppen aus dem zentralen Sahel vor allem die militärischen Fähigkeiten im Norden verstärkt. Einzelheiten zu Umfang und Wert der deutschen Ausrüstung wurden bislang nicht veröffentlicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der beninische Verteidigungsminister Gildas Agonkan empfing dazu eine deutsche Delegation unter Leitung von Rike Sohn, stellvertretende Leiterin der deutschen Botschaft und Leiterin der Zusammenarbeit in Cotonou. Begleitet wurde sie von Oberst Boris Bovekamp, dem für Benin zuständigen deutschen Verteidigungsattaché.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des beninischen Verteidigungsministeriums umfasst das geplante Programm zwei Schwerpunkte: die Bereitstellung logistischer Ausrüstung und technische sowie spezialisierte Ausbildung für Angehörige der beninischen Streitkräfte. Im Zentrum steht das Génie militaire, das militärische Pionierwesen. Die für Oktober angekündigte Expertenmission soll die konkreten Modalitäten ausarbeiten und bilaterale Vereinbarungen abschließen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-benins-norden-steht-unter-wachsendem-sicherheitsdruck" class="wp-block-heading"><span id="benins-norden-steht-unter-wachsendem-sicherheitsdruck">Benins Norden steht unter wachsendem Sicherheitsdruck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbau der Kooperation erfolgt vor dem Hintergrund einer verschärften Sicherheitslage im Norden Benins. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in weite Teile der Départements Atakora und Alibori sowie in Grenzgebiete zu Nigeria. Entlang der Grenzen zu Burkina Faso, Niger, Togo und Nigeria seien weiterhin terroristische Aktivitäten zu verzeichnen. Sicherheitskräfte und Zivilisten würden wiederholt Ziel tödlicher Angriffe.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Benin hat dort die Operation Mirador aufgebaut, um die nördlichen Grenzregionen gegen das Vordringen bewaffneter Gruppen aus dem zentralen Sahel zu sichern. Auch die Europäische Union beschreibt die Sicherheitslage in den nördlichen Regionen Benins, Togos, Ghanas und der Elfenbeinküste als zunehmend von der Krise in Burkina Faso, Mali und Niger beeinflusst.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Pioniereinheiten spielen unter diesen Bedingungen eine besondere Rolle. Zu ihren Aufgaben können unter anderem der Bau und die Sicherung militärischer Infrastruktur, Bewegungsunterstützung, technische Logistik sowie der Umgang mit Hindernissen und Sprengstoffgefahren gehören. Welche dieser Fähigkeiten Deutschland konkret fördern will, wurde bei den Gesprächen in Cotonou noch nicht im Einzelnen angegeben.</p>



<h2 id="h-eu-stellt-zusatzlich-zehn-millionen-euro-bereit" class="wp-block-heading"><span id="eu-stellt-zusaetzlich-zehn-millionen-euro-bereit">EU stellt zusätzlich zehn Millionen Euro bereit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das bilaterale deutsche Vorhaben ergänzt eine bereits beschlossene europäische Unterstützung für Benins Streitkräfte. Die EU stellte 2026 über die Europäische Friedensfazilität zehn Millionen Euro bereit, nachdem Cotonou zusätzliche Ausrüstung und Ausbildung für seine im Norden eingesetzten Truppen beantragt hatte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finanziert werden dabei ausdrücklich nicht-tödliche Ausrüstungsgegenstände. Vorgesehen sind unter anderem persönliche Schutzausrüstung, Tarnnetze, Funkgeräte und Metalldetektoren. Außerdem umfasst die EU-Maßnahme Spezialausrüstung zur Gewinnung und Auswertung militärisch relevanter Informationen sowie ein einmotoriges Schulungsflugzeug, einen Flugsimulator und die Ausbildung von Piloten und technischem Personal. Die Laufzeit beträgt 30 Monate.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/dschihadisten-dringen-aus-benin-in-nigeria-ein/">Die EU begründet das Programm mit dem Ziel, Benins territoriale Integrität zu schützen und die Streitkräfte gegen bewaffnete Gruppen zu stärken, die aus Burkina Faso und Niger in Richtung der Küstenstaaten wirken. </a></p>



<h2 id="h-cotonou-baut-mehrere-verteidigungspartnerschaften-parallel-aus" class="wp-block-heading"><span id="cotonou-baut-mehrere-verteidigungspartnerschaften-parallel-aus">Cotonou baut mehrere Verteidigungspartnerschaften parallel aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/benin-cote-divoire-und-frankreich-vertiefen-ihre-militaerkooperation-gegen-terrorgruppen/">Deutschland ist nicht der einzige Partner, mit dem Benin derzeit seine militärische Zusammenarbeit vertieft.</a> Nur zwei Tage vor dem Treffen mit der deutschen Delegation empfing Agonkan den amerikanischen Brigadegeneral Mitchell Johnson von der Nationalgarde North Dakotas. Beide Seiten sprachen über Sicherheitskooperation, Krisenvorsorge und die operativen Fähigkeiten der beninischen Streitkräfte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit mit den USA reicht bis auf die Ebene der militärischen Führung. Ende August traf Benins Generalstabschef Fructueux Gbaguidi im Pentagon den stellvertretenden Vorsitzenden der US-Generalstabschefs, Christopher Mahoney. Das Pentagon verwies anschließend auf Sicherheitsunterstützung und gemeinsame Initiativen über das US-Afrika-Kommando AFRICOM.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Italien sucht eine breitere militärische Kooperation. Der neue italienische Botschafter Roberto Mengoni besprach mit Agonkan Mitte September mögliche zusätzliche Bereiche der Zusammenarbeit. Benin drängt dabei auf eine Kooperation, die über bisherige Ausbildungsmaßnahmen hinausgeht.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-ist-seit-jahrzehnten-partner-benins" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-ist-seit-jahrzehnten-partner-benins">Deutschland ist seit Jahrzehnten Partner Benins</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="794" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-794x1024.jpg" alt="" class="wp-image-30028 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-794x1024.jpg 794w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-233x300.jpg 233w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-768x991.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-380x490.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre-800x1032.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Rencontre.jpg 992w" sizes="(max-width: 794px) 100vw, 794px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit fügt sich in eine breitere deutsch-beninische Partnerschaft ein. Deutschland unterhält seit 1960 ununterbrochen diplomatische Beziehungen mit Benin. Das laufende deutsche Portfolio der Entwicklungszusammenarbeit beziffert das Auswärtige Amt auf 454 Millionen Euro. Schwerpunkte sind unter anderem nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, berufliche Ausbildung, Wasser- und Sanitärversorgung, erneuerbare Energien sowie die Reform staatlicher Strukturen.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem geplanten Militärprojekt kommt nun ein stärker sichtbarer bilateraler Sicherheitsbaustein hinzu. Über Art und Zahl der deutschen Ausrüstungsgegenstände, den finanziellen Umfang des Projekts und den Zeitpunkt der ersten Lieferungen liegen bislang keine veröffentlichten Angaben vor. Die für Anfang Oktober geplante Expertenmission soll nach Angaben aus Cotonou die Vereinbarungen für die Umsetzung abschließen.</p>
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		<title>Merz fehlt erneut bei UN-Generalversammlung – Weltpolitik trifft sich in New York</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/merz-fehlt-erneut-bei-un-generalversammlung-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 14:58:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[AU]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Weltspitze kommt nach New York, der deutsche Bundeskanzler nicht: Friedrich Merz fehlt zum zweiten Mal in Folge bei der UN-Generalversammlung. Zugleich wird Guterres’ letzte Hochrangige Woche zur Bühne für die Reformdebatte über Sicherheitsrat, Weltfinanzsystem und Afrikas Rolle.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmerz-fehlt-erneut-bei-un-generalversammlung-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york%2F&amp;action_name=Merz%20fehlt%20erneut%20bei%20UN-Generalversammlung%20%E2%80%93%20Weltpolitik%20trifft%20sich%20in%20New%20York&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz wird auch 2026 nicht an der UN-Generalversammlung in New York teilnehmen und hat seine ursprünglich geplante Reise abgesagt. Die Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung beginnt am 22. September. Damit bleibt Deutschland zum zweiten Mal in Folge ohne den Bundeskanzler bei der jährlichen Hochrangigen Woche der Vereinten Nationen. Außenminister Johann Wadephul, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Umweltminister Carsten Schneider übernehmen zentrale Termine einer UN-Woche, die von den Kriegen im Nahen Osten, der Ukraine und im Sudan, Klimapolitik, Entwicklungsfinanzierung und der Reform der internationalen Ordnung geprägt wird.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz hatte ursprünglich selbst nach New York reisen und vor der UN-Generalversammlung sprechen sollen. Regierungskreise begründeten die Absage damit, dass seine Anwesenheit in Berlin erforderlich sei. Weitere offizielle Gründe wurden zunächst nicht genannt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 2025 hatte Merz auf eine Teilnahme an der Generalversammlung verzichtet. Damals vertrat Außenminister Wadephul Deutschland in der Generaldebatte. Die Bundesregierung verwies seinerzeit ausdrücklich darauf, dass Deutschland durch den Außenminister in New York vertreten werde.&nbsp;</p>



<h2 id="h-fast-die-gesamte-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york" class="wp-block-heading"><span id="fast-die-gesamte-weltpolitik-trifft-sich-in-new-york">Fast die gesamte Weltpolitik trifft sich in New York</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 81. Sitzungsperiode der Generalversammlung steht unter dem Motto „Vertrauen wiederherstellen, Wandel gestalten: Vereinte Nationen, die für alle Ergebnisse liefern“. Präsident der Generalversammlung ist der bangladeschische Diplomat Khalilur Rahman.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generaldebatte läuft vom 22. bis 26. September und wird am 28. September fortgesetzt. Vertreter aller 193 Mitgliedstaaten können dort ihre außenpolitischen Prioritäten präsentieren. Parallel finden zahlreiche bilaterale Treffen, Gipfel und Sonderveranstaltungen statt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 18. September steht der sogenannte SDG Moment zu den globalen Nachhaltigkeitszielen auf dem Programm. Am 23. September folgen hochrangige Treffen zur Klimapolitik und zum 40. Jahrestag der UN-Erklärung über das Recht auf Entwicklung. Einen Tag später beraten die Staaten über den Anstieg des Meeresspiegels. Pandemieprävention steht am 25. September auf der Tagesordnung, der 25. Jahrestag der Durban-Erklärung gegen Rassismus am 28. September und nukleare Abrüstung am 29. September.&nbsp;</p>



<h2 id="h-guterres-geht-in-seine-letzte-hochrangige-woche" class="wp-block-heading"><span id="guterres-geht-in-seine-letzte-hochrangige-woche">Guterres geht in seine letzte Hochrangige Woche</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für UN-Generalsekretär António Guterres ist es die letzte Hochrangige Woche seiner zehnjährigen Amtszeit. Sein zweites Mandat endet am 31. Dezember 2026, der Auswahlprozess für seine Nachfolge läuft bereits.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Beginn der Treffen beschrieb Guterres die internationale Lage als eine Phase tiefgreifender Unsicherheit und sich verschiebender Machtverhältnisse. Seine Botschaft an die Staats- und Regierungschefs fasste er mit der Aufforderung zusammen, ihre Verpflichtungen einzuhalten, die UN-Charta zu respektieren, das Völkerrecht zu verteidigen und sich stärker für Frieden einzusetzen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/guterres-und-baerbock-erhoehen-druck-auf-un-reform/">Besonders eindringlich äußerte sich der Generalsekretär zur institutionellen Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen.</a> Geopolitische Rivalitäten und Verstöße gegen internationales Recht durch einflussreiche Staaten hätten den Sicherheitsrat gelähmt. Eine Reform des Gremiums bezeichnete er deshalb als vorrangig. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-24374 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/UN71130846.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Guterres verbindet die Reformfrage mit den veränderten globalen Machtverhältnissen. Der wirtschaftliche Anteil der Schwellenländer wachse, während die Strukturen vieler internationaler Institutionen weiterhin die Kräfteverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegelten. Er nannte neben dem Sicherheitsrat ausdrücklich auch das Bretton-Woods-System aus Weltbank und Internationalem Währungsfonds.&nbsp;</p>
</div></div>



<h2 id="h-afrika-drangt-auf-mehr-gewicht-in-der-weltordnung" class="wp-block-heading"><span id="afrika-draengt-auf-mehr-gewicht-in-der-weltordnung">Afrika drängt auf mehr Gewicht in der Weltordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderung nach einer Neuordnung betrifft Afrika unmittelbar. Der Kontinent verfügt bis heute über keinen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Die Afrikanische Union fordert mindestens zwei permanente Sitze sowie eine stärkere nichtständige Vertretung. Im laufenden UN-Reformprozess wird die Beseitigung dieser Unterrepräsentation inzwischen ausdrücklich als eine der zentralen Fragen behandelt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/antonio-guterres-beim-au-gipfel-afrika-ist-voller-hoffnung-und-moeglichkeiten/" data-type="post" data-id="14083">Guterres hatte bereits beim Gipfel der Afrikanischen Union im Februar erklärt, dass das Fehlen permanenter afrikanischer Sitze nicht mehr zu rechtfertigen sei.</a> Auch bei der bevorstehenden Generalversammlung dürfte die Reform globaler Institutionen deshalb erneut zu den Themen gehören, bei denen afrikanische Staaten geschlossen größeren Einfluss verlangen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen unmittelbare Krisen auf dem Kontinent. In seiner Pressekonferenz vor der Generalversammlung bezeichnete Guterres die humanitäre Lage im <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/sudan/" data-type="category" data-id="27">Sudan</a> als verheerend. Der Krieg werde nicht allein von den sudanesischen Konfliktparteien geführt, sondern nach Erkenntnissen des UN-Expertengremiums auch durch Unterstützung und Waffenlieferungen aus dem Ausland angeheizt. Für solche Eingriffe müsse es Verantwortlichkeit geben, erklärte der UN-Generalsekretär. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Verschuldung und Entwicklungsfinanzierung rückte er in den Vordergrund. Viele Entwicklungsländer seien durch ihre Schuldenlast stark eingeschränkt und zugleich besonders von steigenden Energie- und Lebensmittelkosten infolge der Konflikte im Nahen Osten und des Krieges gegen die Ukraine betroffen. Guterres forderte Veränderungen bei den internationalen Finanzinstitutionen, damit diese stärker auf die Bedürfnisse solcher Staaten reagieren können.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-schwerpunkte-bei-hunger-finanzierung-und-un-reform" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-schwerpunkte-bei-hunger-finanzierung-und-un-reform">Deutschland setzt Schwerpunkte bei Hunger, Finanzierung und UN-Reform</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland wird während der Woche mit mehreren Bundesministern präsent sein. Entwicklungsministerin Alabali Radovan soll gemeinsam mit <a href="https://fokus-afrika.de/aussenminister-wadephul-im-tv-interview-in-kenia-die-un-muss-reformiert-werden/">Außenminister Wadephul</a> und Umweltminister Schneider an der Eröffnung der Generaldebatte teilnehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Entwicklungsministerium nutzt die Woche für mehrere eigene Initiativen. Alabali Radovan lädt zu einem Treffen über Ernährungssicherheit ein, bei dem unter anderem die Folgen der Krise an der Straße von Hormus und von El Niño behandelt werden sollen. <a href="https://fokus-afrika.de/un-deutschland-und-afrika-im-fokus-der-generalversammlung/">Eine weitere Veranstaltung beschäftigt sich mit der UN80-Reform und der Frage, wie das UN-Entwicklungssystem leistungsfähiger werden kann. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. September steht die Umsetzung der Ergebnisse der internationalen Entwicklungsfinanzierungskonferenz von Sevilla auf dem deutschen Programm. Daneben nimmt die Ministerin am Globalen Bildungsgipfel und an einer Veranstaltung des Internationalen Rates zu Ungleichheit teil.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später vertritt sie Deutschland bei der Globalen Allianz zur Umsetzung der Zweistaatenlösung sowie bei einem Treffen der am wenigsten entwickelten Länder. Staatssekretär Niels Annen reist ebenfalls nach New York und nimmt unter anderem an Veranstaltungen der Global Alliance Against Hunger and Poverty und der parallel stattfindenden Klimawoche teil.&nbsp;</p>



<h2 id="h-ruto-costa-und-carney-starten-neue-multilateralismus-initiative" class="wp-block-heading"><span id="ruto-costa-und-carney-starten-neue-multilateralismus-initiative">Ruto, Costa und Carney starten neue Multilateralismus-Initiative</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf europäischer Ebene wird die Reform der internationalen Zusammenarbeit zu einem Schwerpunkt. EU-Ratspräsident António Costa reist vom 20. bis 24. September nach New York und spricht am 24. September im Namen der Europäischen Union vor der Generalversammlung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 21. September richtet Costa gemeinsam mit Kenias Präsident William Ruto und dem kanadischen Premierminister Mark Carney den Gipfel „Partners for Multilateralism, International Law, Peace and Prosperity“ aus. Die Initiative soll Staaten aus verschiedenen Weltregionen zusammenbringen, die an der Stärkung und Reform multilateraler Institutionen arbeiten wollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Costa nimmt außerdem am traditionellen Spitzentreffen zwischen EU und Vereinten Nationen sowie am trilateralen Treffen von Europäischer Union, Vereinten Nationen und Afrikanischer Union teil. Die europäische Delegation verbindet ihre New-York-Reise damit ausdrücklich mit dem Ziel, die internationale Ordnung auf Basis der UN-Charta und des Völkerrechts zu stärken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generalversammlung findet zugleich in einer Übergangsphase an der Spitze der Vereinten Nationen statt. Während Guterres seine letzte Hochrangige Woche als Generalsekretär bestreitet, entscheidet sich in den kommenden Monaten, wer ab Januar 2027 die Organisation führen wird. </p>
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		<item>
		<title>Bayer, DHL und Hapag-Lloyd werben für mehr internationale Zusammenarbeit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bayer-dhl-und-hapag-lloyd-werben-fuer-mehr-internationale-zusammenarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 08:30:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
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		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bayer, DHL, Hapag-Lloyd und weitere Unternehmen stellen sich hinter einen ungewöhnlich wirtschaftspolitischen Appell: Deutschland brauche mehr internationale Partnerschaften statt Abschottung. Afrika spielt in der neuen Strategie des Entwicklungsministeriums eine zentrale Rolle.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbayer-dhl-und-hapag-lloyd-werben-fuer-mehr-internationale-zusammenarbeit%2F&amp;action_name=Bayer%2C%20DHL%20und%20Hapag-Lloyd%20werben%20f%C3%BCr%20mehr%20internationale%20Zusammenarbeit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Große deutsche Unternehmen und Wirtschaftsverbände stellen sich hinter einen Appell für eine stärkere internationale Zusammenarbeit und eine breitere wirtschaftliche Vernetzung Deutschlands. Am 17. September wurde die vom Bundesentwicklungsministerium angestoßene Initiative öffentlich bekannt. Zu den Unterstützern gehören Bayer, Condor, DHL Group, Hapag-Lloyd und der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan verbindet den Vorstoß mit dem Ziel, Entwicklungspolitik stärker für neue Märkte, stabilere Lieferketten, Rohstoffpartnerschaften und Fachkräftekooperationen einzusetzen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschlands wirtschaftliche Stärke entsteht durch Offenheit, Zusammenarbeit und verlässliche Partnerschaften – nicht durch Rückzug aus der Welt“, erklärte Alabali Radovan. Abschottung schwäche Deutschland und gefährde den Wohlstand. Zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit brauche Deutschland verlässliche Partner weltweit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Appell formuliert internationale Zusammenarbeit ausdrücklich als wirtschaftliches Interesse. Deutschlands Unternehmen seien auf weltweite Kontakte, neue Absatzmärkte, stabile Lieferketten, Rohstoffe, Fachkräfte sowie den Austausch von Wissen und Technologie angewiesen. Einseitige Abhängigkeiten sollen deshalb durch breitere internationale Partnerschaften reduziert werden.</p>



<h2 id="h-strasse-von-hormus-wird-zum-beispiel-fur-abhangigkeiten" class="wp-block-heading"><span id="strasse-von-hormus-wird-zum-beispiel-fuer-abhaengigkeiten">Straße von Hormus wird zum Beispiel für Abhängigkeiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterzeichner verweisen dabei auf die Störungen an der Straße von Hormus. <a href="https://fokus-afrika.de/saudis-kronprinz-fuer-unterstuetzung-gegen-huthis-in-kairo-aegypten-prueft-beitritt-zum-mekka-pakt/" data-type="post" data-id="29984">Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist infolge des laufenden Konflikts stark eingebrochen. </a>Die Route gehört zu den zentralen Verkehrswegen der internationalen Energieversorgung und des Welthandels. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Appell dient die Krise als Beispiel dafür, wie Konflikte an einzelnen strategischen Verkehrsknoten Lieferketten und Unternehmen weit über die jeweilige Region hinaus treffen können. Wirtschaft und Politik müssten sich deshalb weltweit breiter aufstellen und belastbare Partnerschaften aufbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Internationale Zusammenarbeit schafft Vertrauen, eröffnet neue wirtschaftliche Chancen und stärkt längerfristige Partnerschaften“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf.&nbsp;</p>



<blockquote class="instagram-media" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/DdYYcDkjgCG/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14" style=" background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:540px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);"><div style="padding:16px;"> <a href="https://www.instagram.com/p/DdYYcDkjgCG/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;" target="_blank"> <div style=" display: flex; flex-direction: row; align-items: center;"> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;"></div> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;"></div></div></div><div style="padding: 19% 0;"></div> <div style="display:block; height:50px; margin:0 auto 12px; width:50px;"><svg width="50px" height="50px" viewBox="0 0 60 60" version="1.1" xmlns="https://www.w3.org/2000/svg" xmlns:xlink="https://www.w3.org/1999/xlink"><g stroke="none" stroke-width="1" fill="none" fill-rule="evenodd"><g transform="translate(-511.000000, -20.000000)" fill="#000000"><g><path d="M556.869,30.41 C554.814,30.41 553.148,32.076 553.148,34.131 C553.148,36.186 554.814,37.852 556.869,37.852 C558.924,37.852 560.59,36.186 560.59,34.131 C560.59,32.076 558.924,30.41 556.869,30.41 M541,60.657 C535.114,60.657 530.342,55.887 530.342,50 C530.342,44.114 535.114,39.342 541,39.342 C546.887,39.342 551.658,44.114 551.658,50 C551.658,55.887 546.887,60.657 541,60.657 M541,33.886 C532.1,33.886 524.886,41.1 524.886,50 C524.886,58.899 532.1,66.113 541,66.113 C549.9,66.113 557.115,58.899 557.115,50 C557.115,41.1 549.9,33.886 541,33.886 M565.378,62.101 C565.244,65.022 564.756,66.606 564.346,67.663 C563.803,69.06 563.154,70.057 562.106,71.106 C561.058,72.155 560.06,72.803 558.662,73.347 C557.607,73.757 556.021,74.244 553.102,74.378 C549.944,74.521 548.997,74.552 541,74.552 C533.003,74.552 532.056,74.521 528.898,74.378 C525.979,74.244 524.393,73.757 523.338,73.347 C521.94,72.803 520.942,72.155 519.894,71.106 C518.846,70.057 518.197,69.06 517.654,67.663 C517.244,66.606 516.755,65.022 516.623,62.101 C516.479,58.943 516.448,57.996 516.448,50 C516.448,42.003 516.479,41.056 516.623,37.899 C516.755,34.978 517.244,33.391 517.654,32.338 C518.197,30.938 518.846,29.942 519.894,28.894 C520.942,27.846 521.94,27.196 523.338,26.654 C524.393,26.244 525.979,25.756 528.898,25.623 C532.057,25.479 533.004,25.448 541,25.448 C548.997,25.448 549.943,25.479 553.102,25.623 C556.021,25.756 557.607,26.244 558.662,26.654 C560.06,27.196 561.058,27.846 562.106,28.894 C563.154,29.942 563.803,30.938 564.346,32.338 C564.756,33.391 565.244,34.978 565.378,37.899 C565.522,41.056 565.552,42.003 565.552,50 C565.552,57.996 565.522,58.943 565.378,62.101 M570.82,37.631 C570.674,34.438 570.167,32.258 569.425,30.349 C568.659,28.377 567.633,26.702 565.965,25.035 C564.297,23.368 562.623,22.342 560.652,21.575 C558.743,20.834 556.562,20.326 553.369,20.18 C550.169,20.033 549.148,20 541,20 C532.853,20 531.831,20.033 528.631,20.18 C525.438,20.326 523.257,20.834 521.349,21.575 C519.376,22.342 517.703,23.368 516.035,25.035 C514.368,26.702 513.342,28.377 512.574,30.349 C511.834,32.258 511.326,34.438 511.181,37.631 C511.035,40.831 511,41.851 511,50 C511,58.147 511.035,59.17 511.181,62.369 C511.326,65.562 511.834,67.743 512.574,69.651 C513.342,71.625 514.368,73.296 516.035,74.965 C517.703,76.634 519.376,77.658 521.349,78.425 C523.257,79.167 525.438,79.673 528.631,79.82 C531.831,79.965 532.853,80.001 541,80.001 C549.148,80.001 550.169,79.965 553.369,79.82 C556.562,79.673 558.743,79.167 560.652,78.425 C562.623,77.658 564.297,76.634 565.965,74.965 C567.633,73.296 568.659,71.625 569.425,69.651 C570.167,67.743 570.674,65.562 570.82,62.369 C570.966,59.17 571,58.147 571,50 C571,41.851 570.966,40.831 570.82,37.631"></path></g></g></g></svg></div><div style="padding-top: 8px;"> <div style=" color:#3897f0; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:550; line-height:18px;">Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an</div></div><div style="padding: 12.5% 0;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: row; margin-bottom: 14px; align-items: center;"><div> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(0px) translateY(7px);"></div> <div style="background-color: #F4F4F4; height: 12.5px; transform: rotate(-45deg) translateX(3px) translateY(1px); width: 12.5px; flex-grow: 0; margin-right: 14px; margin-left: 2px;"></div> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(9px) translateY(-18px);"></div></div><div style="margin-left: 8px;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 20px; width: 20px;"></div> <div style=" width: 0; height: 0; border-top: 2px solid transparent; border-left: 6px solid #f4f4f4; 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margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/DdYYcDkjgCG/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">Ein Beitrag geteilt von Bundesentwicklungsministerium (@bmz_bund)</a></p></div></blockquote>
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<p class="wp-block-paragraph">Damit erhält eine bereits seit 2025 laufende Neuausrichtung des Bundesentwicklungsministeriums Unterstützung aus Teilen der Wirtschaft. Das BMZ hatte mit seinem Aktionsplan „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“ die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu einem strategischen Schwerpunkt erklärt. Die drei Säulen sind eine frühere Einbindung von Unternehmen, der Abbau von Investitions- und Vergabehürden sowie neue Förder- und Finanzierungsinstrumente.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afrika-ruckt-starker-in-die-deutsche-wirtschaftspolitik" class="wp-block-heading"><span id="afrika-rueckt-staerker-in-die-deutsche-wirtschaftspolitik">Afrika rückt stärker in die deutsche Wirtschaftspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Länder des Globalen Südens spielen in diesem Ansatz eine zentrale Rolle. Der BMZ-Aktionsplan nennt Energieversorgung, kritische Rohstoffe und Fachkräfte als Bereiche, in denen Deutschland stärker auf internationale Partner angewiesen ist. Entwicklungs- und Schwellenländer sollen gleichzeitig von Investitionen, lokaler Wertschöpfung und verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat das Ministerium neun Länder bestimmt, in denen deutsche Unternehmen enger in entwicklungspolitische Projekte und den Dialog mit den jeweiligen Regierungen eingebunden werden sollen. In Afrika gehören Ghana, <a href="https://fokus-afrika.de/bayern-oeffnet-vertretungsbuero-in-kenia-wirtschaft-im-fokus/">Kenia</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/marokko-und-bayern-kooperation-im-bereich-wasserstoff-und-hightech/">Marokko</a> und Südafrika dazu. Weitere Schwerpunktländer sind Brasilien, Indien, Indonesien, Mexiko und Vietnam. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bereits der ursprüngliche Aktionsplan sah vor, Wirtschaftsvertreter vor Regierungsverhandlungen mit strategisch wichtigen Partnerstaaten einzubeziehen. Wirtschaftliche Kooperation soll zudem regelmäßig Bestandteil bilateraler entwicklungspolitischer Regierungsverhandlungen werden.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei größeren Infrastrukturvorhaben können deutsche und europäische Unternehmen in ausgewählten Partnerländern bereits in die Projektentwicklung eingebunden werden. Gleichzeitig sollen die Instrumente von Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung stärker miteinander kombiniert werden.&nbsp;</p>



<h2 id="h-rohstoffe-investitionen-und-deutsche-unternehmen" class="wp-block-heading"><span id="rohstoffe-investitionen-und-deutsche-unternehmen">Rohstoffe, Investitionen und deutsche Unternehmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich ist die wirtschaftspolitische Ausrichtung bei Rohstoffen. <a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Bei strategischen Versorgungs- und Investitionsinteressen deutscher und europäischer Unternehmen wollen Entwicklungs- und Wirtschaftsministerium Investitionen in Rohstofflieferketten in Afrika, Lateinamerika und Asien gemeinsam unterstützen.</a> Risiken für private Investoren sollen reduziert und zugleich lokale Wertschöpfung in den Förderländern aufgebaut werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen neue Finanzierungsinstrumente. Mit „TradeConnect“ sieht der Aktionsplan Garantien für kleinere Export- und Importgeschäfte vor, bei denen zwar ein Markt vorhanden ist, bislang aber keine ausreichende Finanzierung zustande kommt. Ein digitaler „Förderlotse Wachstumsmärkte“ soll Unternehmen außerdem durch die bestehenden Förderangebote von Entwicklungs- und Wirtschaftsministerium führen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ setzt zudem auf öffentlich-private Finanzierungsmodelle, um größere Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu mobilisieren. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-suedafrika-wollen-enger-zusammenarbeiten/" data-type="post" data-id="26475">Über den G20-Compact with Africa sollen gemeinsam mit Partnerregierungen und Entwicklungsbanken wirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessert werden, die private Investitionen erleichtern. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Fachkräftepolitik wird Teil dieses Ansatzes. Das Entwicklungsministerium plant eine Fachkräfteallianz mit der Wirtschaft, die Rekrutierung und Ausbildung in Partnerländern stärker miteinander verbinden soll.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aktuelle Unternehmensappell stellt sich nun hinter diese Grundrichtung. Bayer, Condor, DHL, Hapag-Lloyd und weitere Unterzeichner verbinden internationale Zusammenarbeit dabei nicht allein mit Entwicklungspolitik, sondern mit der Sicherung von Märkten, Lieferketten und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. </p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbayer-dhl-und-hapag-lloyd-werben-fuer-mehr-internationale-zusammenarbeit%2F&amp;action_name=Bayer%2C%20DHL%20und%20Hapag-Lloyd%20werben%20f%C3%BCr%20mehr%20internationale%20Zusammenarbeit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bayer-dhl-und-hapag-lloyd-werben-fuer-mehr-internationale-zusammenarbeit/">Bayer, DHL und Hapag-Lloyd werben für mehr internationale Zusammenarbeit</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Doppelte Staatsangehörigkeit im Ministerium – ein Sicherheitsrisiko? Diese Ausnahme existiert</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/doppelte-staatsangehoerigkeit-im-ministerium-ein-sicherheitsrisiko-diese-ausnahme-existiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 08:14:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29999</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zehn Führungskräfte des Bundes haben laut Bundesregierung mindestens eine doppelte Staatsangehörigkeit.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdoppelte-staatsangehoerigkeit-im-ministerium-ein-sicherheitsrisiko-diese-ausnahme-existiert%2F&amp;action_name=Doppelte%20Staatsangeh%C3%B6rigkeit%20im%20Ministerium%20%E2%80%93%20ein%20Sicherheitsrisiko%3F%20Diese%20Ausnahme%20existiert&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/doppelte-staatsangehoerigkeit-im-ministerium-ein-sicherheitsrisiko-diese-ausnahme-existiert/">Doppelte Staatsangehörigkeit im Ministerium – ein Sicherheitsrisiko? Diese Ausnahme existiert</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bei zehn Personen aus der politischen und beamteten Führungsebene des Bundes sind seit Beginn der 20. Wahlperiode im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen eine oder mehrere weitere Staatsangehörigkeiten festgestellt worden. Die Antwort des Bundesinnenministeriums datiert vom 8. September 2026 und wurde am 16. September vom Bundestag aufgegriffen. Keine der festgestellten Staatsangehörigkeiten gehört nach Regierungsangaben zu einem Staat, den Deutschland als besonderes Sicherheitsrisiko einstuft. Namen, Ministerien, Funktionen und Zweitstaaten legt die Bundesregierung unter Verweis auf die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht offen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angaben stammen aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der <a href="https://fokus-afrika.de/afd-verlangt-verschaerfte-herkunftsangaben-bei-kriminalstatistik/">AfD-Fraktion</a>. Abgefragt waren aktuelle und ehemalige Bundesminister und Parlamentarische Staatssekretäre sowie Staatssekretäre, Abteilungsleiter und Unterabteilungsleiter ab der Besoldungsgruppe B 6 seit Oktober 2021. Die Zahl zehn bezieht sich allerdings ausdrücklich auf Personen, bei denen eine weitere Staatsangehörigkeit im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung festgestellt wurde. </p>



<h2 id="h-minister-werden-nicht-nach-dem-ublichen-verfahren-uberpruft" class="wp-block-heading"><span id="minister-werden-nicht-nach-dem-ueblichen-verfahren-ueberprueft">Minister werden nicht nach dem üblichen Verfahren überprüft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die politische Spitze gilt dabei eine Besonderheit. Mitglieder der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretäre, soweit diese Bundestagsabgeordnete sind, durchlaufen grundsätzlich keine Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz. Sie gelten als sogenannte geborene Geheimnisträger und erhalten kraft ihrer Stellung Zugang zu Verschlusssachen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Sicherheitsüberprüfungsgesetz nimmt Mitglieder der Verfassungsorgane des Bundes ausdrücklich von einer solchen Überprüfung aus. Andere Beschäftigte, die eine sicherheitsempfindliche Tätigkeit übernehmen sollen, müssen dagegen grundsätzlich vorher überprüft werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit lässt die Zahl von zehn Personen keinen Rückschluss darauf zu, ob und wie viele Mitglieder der Bundesregierung selbst eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen. Die Bundesregierung veröffentlicht dazu keine vollständige Statistik.</p>



<h2 id="h-weitere-staatsangehorigkeit-wird-bei-sicherheitsprufungen-erfasst" class="wp-block-heading"><span id="weitere-staatsangehoerigkeit-wird-bei-sicherheitspruefungen-erfasst">Weitere Staatsangehörigkeit wird bei Sicherheitsprüfungen erfasst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei sicherheitsüberprüften Beschäftigten gehören weitere Staatsangehörigkeiten zu den Angaben, die im Verfahren erfasst werden. Änderungen der Staatsangehörigkeit müssen der zuständigen Stelle über die Personalverwaltung mitgeteilt werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="738" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-738x1024.jpg" alt="" class="wp-image-30002 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-738x1024.jpg 738w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-216x300.jpg 216w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-768x1066.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-380x527.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017-800x1110.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Reisepass_Bundesrepublik_Deutschland_–_Einband_Vorderseite_2017.jpg 960w" sizes="(max-width: 738px) 100vw, 738px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Eine zweite Staatsangehörigkeit gilt dabei nicht automatisch als Sicherheitsrisiko. Nach Darstellung der Bundesregierung kommt es auf die Gesamtumstände des Einzelfalls an. Als risikoerhöhend können insbesondere materielle oder persönliche Beziehungen zu Staaten gelten, die nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz als Staaten mit besonderen Sicherheitsrisiken geführt werden. Als mögliche Schutzmaßnahme nennt die Bundesregierung unter anderem Reiseverzichte.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die entsprechende Staatenliste dient ausschließlich der Sicherheitsüberprüfung. Sie soll Beschäftigte vor Gefährdungen und Verschlusssachen unter anderem vor Ausspähung durch ausländische Nachrichtendienste schützen. Grundlage der Einstufungen sind Erkenntnisse des Auswärtigen Amts, der deutschen Nachrichtendienste und teilweise ausländischer Dienste. Die Liste wurde zuletzt Mitte 2024 aktualisiert, eine turnusmäßige Überprüfung ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-lehnt-offenlegungspflicht-ab" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-lehnt-offenlegungspflicht-ab">Bundesregierung lehnt Offenlegungspflicht ab</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine allgemeine gesetzliche Pflicht für Regierungsmitglieder und Parlamentarische Staatssekretäre, weitere Staatsangehörigkeiten öffentlich offenzulegen, will die Bundesregierung nicht einführen. Auf die entsprechende Frage der AfD antwortet sie mit Nein und erklärt, dafür keine Notwendigkeit zu sehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch außerhalb einer Sicherheitsüberprüfung besteht nicht generell eine gesetzliche Pflicht für Regierungsmitglieder, Parlamentarische Staatssekretäre sowie Beamte und Arbeitnehmer des Bundes, eine zweite Staatsangehörigkeit anzuzeigen. Behörden können bei der Einstellung von Beamten entsprechende Angaben verlangen, wenn sie diese zur Prüfung der Eignung benötigen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Beschäftigten des Auswärtigen Dienstes entscheidet die Bundesregierung mögliche Risiken einer Entsendung in das Land der zweiten Staatsangehörigkeit nach dem Einzelfall. Eine Versetzung in einen Staat mit besonderen Sicherheitsrisiken bezeichnet sie bei gleichzeitiger Staatsangehörigkeit dieses Landes als „unwahrscheinlich“. Fälle, in denen eine bereits erfolgte Versetzung deshalb vorzeitig beendet werden musste, sind der Bundesregierung nicht bekannt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-drei-fuhrungskrafte-nicht-fur-sicherheitsempfindliche-tatigkeit-zugelassen" class="wp-block-heading"><span id="drei-fuehrungskraefte-nicht-fuer-sicherheitsempfindliche-taetigkeit-zugelassen">Drei Führungskräfte nicht für sicherheitsempfindliche Tätigkeit zugelassen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig von der Frage der Mehrstaatigkeit nennt die Bundesregierung eine weitere Zahl: Drei Personen aus dem abgefragten Kreis ab Besoldungsgruppe B 6 können nicht in einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz eingesetzt werden. Sie arbeiten stattdessen in Bereichen, die nicht als sicherheitsempfindlich eingestuft sind. Gründe, Ministerien oder Funktionen nennt die Bundesregierung aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Antwort geht nicht hervor, dass diese drei Fälle mit einer weiteren Staatsangehörigkeit zusammenhängen. Bei der Entscheidung über ein Sicherheitsrisiko schreibt das Gesetz eine Gesamtwürdigung des Einzelfalls vor. Nach Angaben der Bundesregierung hat im Zweifel das Sicherheitsinteresse Vorrang.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/doppelte-staatsangehoerigkeit-im-ministerium-ein-sicherheitsrisiko-diese-ausnahme-existiert/">Doppelte Staatsangehörigkeit im Ministerium – ein Sicherheitsrisiko? Diese Ausnahme existiert</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>So kontrolliert Deutschland humanitäre Hilfe: Risikoanalysen, externe Prüfer und QR-Codes</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/so-kontrolliert-deutschland-humanitaere-hilfe-risikoanalysen-externe-pruefer-und-qr-codes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 07:22:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie verhindert Deutschland, dass humanitäre Hilfe in Konfliktgebieten abgezweigt oder missbraucht wird? Neue Regierungsangaben zeigen ein System aus Risikoanalysen, Sicherheitsauflagen, externen Kontrollen und digitaler Nachverfolgung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fso-kontrolliert-deutschland-humanitaere-hilfe-risikoanalysen-externe-pruefer-und-qr-codes%2F&amp;action_name=So%20kontrolliert%20Deutschland%20humanit%C3%A4re%20Hilfe%3A%20Risikoanalysen%2C%20externe%20Pr%C3%BCfer%20und%20QR-Codes&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/so-kontrolliert-deutschland-humanitaere-hilfe-risikoanalysen-externe-pruefer-und-qr-codes/">So kontrolliert Deutschland humanitäre Hilfe: Risikoanalysen, externe Prüfer und QR-Codes</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland knüpft die Finanzierung humanitärer Hilfe in Krisen- und Konfliktgebieten an Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte und je nach Gefährdung zusätzliche Kontrollverfahren gegen den Missbrauch von Geld und Hilfsgütern. Die Bundesregierung hat die dabei angewandten Verfahren in zwei Antworten vom 9. und 10. September 2026 an den Bundestag näher beschrieben. In Syrien setzte das Auswärtige Amt unabhängige externe Prüfer ein, während Hilfslieferungen nach Gaza über einen UN-Mechanismus mit digitalen Registrierungen und QR-Codes nachverfolgt werden. Gleichzeitig fließen Kriterien zu Geschlecht, Alter, Behinderung und unterschiedlichen Bedarfslagen in die Förderentscheidungen ein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/">Grundlage für vom Auswärtigen Amt geförderte humanitäre Projekte ist eine Förderrichtlinie vom Dezember 2025.</a> Jeder Projektantrag muss demnach eine Risikoanalyse und ein Sicherheitskonzept enthalten. Erkennt das Ministerium besondere Gefahren, können im Förderbescheid zusätzliche Vorgaben festgelegt werden. Das Auswärtige Amt führt die Richtlinie neben seiner übergreifenden Strategie und internationalen Grundsätzen als eines der zentralen Regelwerke seiner humanitären Hilfe. </p>



<h2 id="h-risikoanalyse-beginnt-vor-der-bewilligung" class="wp-block-heading"><span id="risikoanalyse-beginnt-vor-der-bewilligung">Risikoanalyse beginnt vor der Bewilligung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/232-millionen-e-sudan-hilfe-wird-zum-streitfall-im-bundestag/">Die Prüfung setzt damit bereits vor dem eigentlichen Einsatz der Mittel an.</a> Empfänger deutscher Fördergelder müssen Vorkehrungen gegen Risiken treffen, die beispielsweise durch lokale Steuern, Zölle und Abgaben, eine Zweckentfremdung von Hilfsgütern oder andere Formen des Mittelabflusses entstehen können. Die Bundesregierung erklärt, deren Umsetzung regelmäßig zu überwachen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich würden sämtliche Projekte auf entsprechende Gefahren geprüft. Wie viele Vorhaben in den vergangenen zehn Jahren nach solchen Prüfungen gestoppt wurden, kann die Bundesregierung allerdings nicht beziffern. Die dafür notwendigen Angaben liegen nach ihrer Darstellung nicht maschinell auswertbar vor und müssten aus den einzelnen Förderakten rekonstruiert werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Risikobewertung orientiert sich Deutschland an Standards der Vereinten Nationen, des EU-Amts für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz DG ECHO, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie des Inter-Agency Standing Committee, dem zentralen Koordinierungsgremium humanitärer UN- und Partnerorganisationen. Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden werden ebenfalls in die jeweilige Einzelfallprüfung einbezogen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-externe-kontrolle-in-besonders-riskanten-gebieten" class="wp-block-heading"><span id="externe-kontrolle-in-besonders-riskanten-gebieten">Externe Kontrolle in besonders riskanten Gebieten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wo das Risiko als besonders hoch gilt, kann die Bundesregierung zusätzliche externe Prüfmechanismen einsetzen. Ein Beispiel ist Syrien. Dort wurde ein sogenanntes Third Party Monitoring eingerichtet, bei dem unabhängige Dritte die Sicherheitsvorkehrungen der Projektpartner überprüften und stichprobenartig Projektaktivitäten kontrollierten. Erkannte Risiken führten nach Angaben der Bundesregierung wiederholt dazu, dass die Schutzmaßnahmen angepasst wurden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Gaza verweist die Bundesregierung auf einen anderen Mechanismus. Grundlage ist die Resolution 2720 des UN-Sicherheitsrats vom Dezember 2023. Sie sieht einen UN-Mechanismus vor, der humanitäre Lieferungen erleichtern, koordinieren, überwachen und überprüfen soll und zugleich sicherstellen soll, dass Hilfe ihre zivile Bestimmung erreicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die unter Beteiligung des UN-Büros für Projektdienste UNOPS betriebene Plattform werden Hilfslieferungen digital erfasst. Sendungen erhalten eindeutige QR-Codes, anhand derer Lieferungen und Frachtpapiere überprüft werden können. UN-Unterlagen beschreiben Kontrollen an verschiedenen Punkten der Lieferkette, bevor die Güter in den Gazastreifen gelangen. Die Bundesregierung bezeichnet dieses Verfahren als „Kaag-Mechanismus“ und führt es als Instrument gegen Abzweigungen von Hilfsgütern an.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bei-missbrauch-konnen-mittel-zuruckgefordert-werden" class="wp-block-heading"><span id="bei-missbrauch-koennen-mittel-zurueckgefordert-werden">Bei Missbrauch können Mittel zurückgefordert werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kontrollmechanismen enden nicht mit der Auszahlung. Werden Fördergelder zweckwidrig eingesetzt, sehen die gesetzlichen Vorgaben nach Darstellung der Bundesregierung einen Stopp der Förderung und die Rückforderung von Mitteln vor. In schwerwiegenden Fällen kommen zusätzlich strafrechtliche Sanktionen in Betracht.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-24366 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Those_who_fled_fighting_and_came_to_Lankien_with_nothing_now_have_only_leaves_and_grass_to_eat_until_the_next_harvest._Oxfam_is_distributing_food_from_WFP_air_drops._16902273351.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das System verbindet damit die Prüfung des Projektpartners, Vorgaben im Förderbescheid, laufende Kontrollen und zusätzliche Instrumente in besonders riskanten Einsatzgebieten. Beim Verhältnis zwischen humanitärem Zugang und Sicherheitsrisiken verweist die Bundesregierung allerdings auf Einzelfallentscheidungen. Eine allgemeine Schwelle, ab der ein Sicherheitsrisiko den Zugang zu Bedürftigen überwiegt, nennt sie nicht.&nbsp;</p>
</div></div>



<h2 id="h-bedarf-der-betroffenen-beeinflusst-die-forderentscheidung" class="wp-block-heading"><span id="bedarf-der-betroffenen-beeinflusst-die-foerderentscheidung">Bedarf der Betroffenen beeinflusst die Förderentscheidung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Sicherheits- und Missbrauchsrisiken verlangt das Auswärtige Amt eine bedarfsorientierte Ausgestaltung der Hilfe. <a href="https://fokus-afrika.de/berlin-stoppt-foerderung-fuer-zivile-seenotrettung/" data-type="post" data-id="25957">Maßgeblich ist nach Darstellung der Bundesregierung das humanitäre Prinzip der Unparteilichkeit: Leistungen sollen sich nach der konkreten Bedürftigkeit von Menschen in Not richten. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu werden bei den Zielgruppen unter anderem Angaben zu Alter, Geschlecht und Behinderung berücksichtigt. Humanitäre Partner sollen damit unterschiedliche Risiken und Zugangshürden erkennen und einen inklusiven Ansatz nachvollziehbar in ihren Projekten verankern. Die Anwendung dieser Vorgaben fließt in die Förderentscheidung des Auswärtigen Amts ein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/berlin-beendet-leitlinien-feministischer-aussenpolitik-haelt-aber-an-lgbtiq-foerderung-fest/" data-type="post" data-id="27127">Zeigt eine Bedarfs- und Kontextanalyse geschlechtsspezifische Unterschiede etwa beim Zugang zu Hilfe, bei Risiken oder bei der Wirkung einer Maßnahme, soll das Projekt entsprechend „genderresponsiv“ gestaltet werden. </a>Die Einstufung wird im Antragsprüfvermerk festgehalten. Die dafür verwendeten Kategorien orientieren sich an Definitionen des OECD-Entwicklungsausschusses. </p>



<h2 id="h-98-prozent-der-hilfe-mindestens-gendersensibel" class="wp-block-heading"><span id="98-prozent-der-hilfe-mindestens-gendersensibel">98 Prozent der Hilfe mindestens gendersensibel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für 2025 stuft das Auswärtige Amt 98 Prozent seiner humanitären Hilfe als mindestens gendersensibel ein. 91,7 Prozent wurden der Kategorie „gendersensibel“ und 6,3 Prozent „genderresponsiv“ zugeordnet. Zwei Prozent galten als genderneutral. Das Ministerium erklärt, genderneutrale Maßnahmen nur noch in Ausnahmefällen zu finanzieren und das Ziel einer vollständig gendersensiblen humanitären Förderung weiterzuverfolgen. Die Daten für 2024 und 2025 könnten wegen der schrittweise verbesserten Erfassung noch unvollständig sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat zugleich ihre Datenerfassung erweitert. Für Mittel zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt wurden zusätzliche Marker in Förderanträgen eingeführt. Bei humanitären Beiträgen über UN-Organisationen und internationale Fonds bestehen dennoch Unterschiede bei Erfassung und Nachverfolgbarkeit. Für mehrere Bereiche liegen der Bundesregierung nach eigener Aussage bislang keine einheitlich aufgeschlüsselten Daten vor.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/so-kontrolliert-deutschland-humanitaere-hilfe-risikoanalysen-externe-pruefer-und-qr-codes/">So kontrolliert Deutschland humanitäre Hilfe: Risikoanalysen, externe Prüfer und QR-Codes</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
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		<title>Olaf Scholz wird wegen neuer Nord-Süd-Kommission im Bundestag befragt – erste Sitzung in Bangkok</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2026 07:03:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
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		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Olaf Scholz übernimmt eine neue internationale Aufgabe: Die Nord-Süd-Kommission soll Deutschlands Beziehungen zu Afrika, Asien und Lateinamerika neu ausrichten. Noch vor dem ersten Treffen in Bangkok muss sich der Co-Vorsitzende im Bundestag den Fragen zur Arbeit des Gremiums stellen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Folaf-scholz-wird-wegen-neuer-nord-sued-kommission-im-bundestag-befragt-erste-sitzung-in-bangkok%2F&amp;action_name=Olaf%20Scholz%20wird%20wegen%20neuer%20Nord-S%C3%BCd-Kommission%20im%20Bundestag%20befragt%20%E2%80%93%20erste%20Sitzung%20in%20Bangkok&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/olaf-scholz-wird-wegen-neuer-nord-sued-kommission-im-bundestag-befragt-erste-sitzung-in-bangkok/">Olaf Scholz wird wegen neuer Nord-Süd-Kommission im Bundestag befragt – erste Sitzung in Bangkok</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz soll dem Entwicklungsausschuss des Bundestages die Schwerpunkte und Arbeitsweise der neuen Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission erläutern, deren Co-Vorsitz er gemeinsam mit Costa Ricas früherer Präsidentin Laura Chinchilla übernommen hat. Die Befassung ist für die Ausschusssitzung am 23. September vorgesehen. Wenige Wochen später soll <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-setzt-nord-sued-kommission-ein-olaf-scholz-uebernimmt-vorsitz/" data-type="post" data-id="28387">das internationale Gremium </a>erstmals in Bangkok zusammentreten und dort seine konkreten Themen selbst festlegen. Zugleich bleiben zentrale Fragen zu Zusammensetzung und Kosten der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission noch offen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hatte die Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission, kurz ENSK, Ende Juni auf Vorschlag von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan eingesetzt. Sie soll Empfehlungen dafür erarbeiten, wie Deutschland und andere Staaten des Globalen Nordens ihre Zusammenarbeit mit Afrika, Asien und Lateinamerika unter veränderten geopolitischen Bedingungen ausrichten können. Vorgesehen sind unter anderem neue Partnerschaftsmodelle und Beiträge zu einer internationalen Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2030.&nbsp;</p>



<h2 id="h-themen-der-kommission-stehen-noch-nicht-fest" class="wp-block-heading"><span id="themen-der-kommission-stehen-noch-nicht-fest">Themen der Kommission stehen noch nicht fest</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie weit der Aufbau der Kommission tatsächlich fortgeschritten ist, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Danach ist die ENSK ausdrücklich ein beratendes Gremium ohne eigene Entscheidungsbefugnisse. Sie soll die entwicklungspolitischen Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens neu bewerten, intensivieren und stärker zu einem globalen Netzwerk ausbauen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Themen die rund 20 Mitglieder konkret bearbeiten werden, ist dagegen noch nicht festgelegt. Die Kommission soll ihre Arbeitsfelder selbst bestimmen. Dafür ist insbesondere das erste reguläre Treffen vorgesehen, das im Oktober am Rande der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Bangkok stattfinden soll.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt der erste inhaltliche Schwerpunkt noch in den Händen der künftigen Mitglieder. Das BMZ hatte bislang vor allem einen übergeordneten Rahmen formuliert: Die Kommission soll neue Formen internationaler Zusammenarbeit entwickeln, den Dialog zwischen Globalem Norden und Süden stärken und Impulse für die deutsche Entwicklungspolitik sowie die internationale Agenda nach dem Auslaufen der UN-Nachhaltigkeitsziele 2030 liefern.&nbsp;</p>



<h2 id="h-mitglieder-und-begleitkreis-noch-nicht-vollstandig-benannt" class="wp-block-heading"><span id="mitglieder-und-begleitkreis-noch-nicht-vollstaendig-benannt">Mitglieder und Begleitkreis noch nicht vollständig benannt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die personelle Zusammensetzung ist noch nicht abgeschlossen. Als Kriterien nennt die Bundesregierung politische Erfahrung, Analysefähigkeit, regionale Expertise, internationale Netzwerke und Persönlichkeit. Vorgesehen sind zudem eine regionale Balance zwischen Afrika, Asien und Lateinamerika, Geschlechterparität und die Beteiligung jüngerer Vertreter. Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, öffentliche Institutionen, internationale Organisationen und Zivilgesellschaft sollen ebenfalls vertreten sein.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-28390 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-01-23_Politik_SPD-Kanzlerkandidat_Olaf_Scholz_im_Gespraech_in_Erfurt_STP_6031.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Über die endgültige Besetzung der Kommission und ihres strategischen Begleitkreises machte die Bundesregierung in ihrer Antwort noch keine vollständigen Angaben. Die Auswahl der Kommissionsmitglieder erfolgt unter Leitung von Chinchilla und Scholz im Einvernehmen mit dem BMZ und unter Beteiligung des Auswärtigen Amts. Der Begleitkreis soll unter anderem Vertreter aus Bundestag, Bundesministerien, Wirtschaft, Wissenschaft, politischen Stiftungen, Zivilgesellschaft und Jugendorganisationen zusammenbringen.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ hatte bei der Vorstellung der Kommission Ende Juni angekündigt, die Mitglieder im Herbst öffentlich vorzustellen. Die Kommission soll nach Darstellung des Ministeriums unabhängig arbeiten und Akteure aus Globalem Süden und Norden zusammenbringen. Regionale Konsultationen sind unter anderem in Afrika, Europa, Lateinamerika und Asien vorgesehen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-scholz-und-chinchilla-arbeiten-ehrenamtlich" class="wp-block-heading"><span id="scholz-und-chinchilla-arbeiten-ehrenamtlich">Scholz und Chinchilla arbeiten ehrenamtlich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre Tätigkeit erhalten Scholz und Chinchilla keine Vergütung. Auch Honorare, Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen sind nach Angaben der Bundesregierung nicht vorgesehen. Erstattet werden lediglich Kosten, die im Zusammenhang mit den Kommissionssitzungen entstehen. Dasselbe gilt für die übrigen Kommissionsmitglieder. Mitglieder des strategischen Begleitkreises sollen ebenfalls keine Vergütung erhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel die Arbeit der Kommission insgesamt kosten wird, steht noch nicht fest. Finanziert werden die Ausgaben aus dem Haushaltstitel „Bilaterale Technische Zusammenarbeit“ des Entwicklungsministeriums. Die entsprechenden Planungen seien noch nicht abgeschlossen, teilte die Bundesregierung mit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Organisatorisch ist das Projekt bereits im BMZ verankert. Sechs Beschäftigte des Ministeriums befassen sich derzeit im Stab „Neue Globale Partnerschaften“ mit der ENSK. Zusätzlich wurde die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ, damit beauftragt, das Sekretariat bei organisatorischen, prozessbezogenen und fachlichen Aufgaben zu unterstützen. Einen Vertragswert nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht.&nbsp;</p>



<h2 id="h-neue-kommission-knupft-an-willy-brandt-an" class="wp-block-heading"><span id="neue-kommission-knuepft-an-willy-brandt-an">Neue Kommission knüpft an Willy Brandt an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stellt die ENSK bewusst in die Tradition der historischen Nord-Süd-Kommission unter dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt. Die 1977 gegründete internationale Kommission befasste sich mit den wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern und veröffentlichte 1980 sowie 1983 zwei international beachtete Berichte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Kommission soll bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode arbeiten. Das BMZ nennt für 2027 erste Zwischenergebnisse und für Ende 2028 einen ausführlichen Abschlussbericht. Eine dauerhafte institutionelle Fortführung der ENSK plant die Bundesregierung nach eigener Aussage derzeit nicht.</p>
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			<media:description type="html">Bundeskanzler Olaf Scholz gibt ein Statement ab.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland fährt Hochschulkooperationen mit Afrika zurück – während China und Russland ausbauen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-faehrt-hochschulkooperationen-mit-afrika-zurueck-waehrend-china-und-russland-ausbauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 13:25:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland fährt institutionelle Hochschulkooperationen mit Afrika zurück, während China und Russland ihr akademisches Engagement ausbauen. Die Bundesregierung räumt selbst ein, dass damit ein Instrument mit großer Hebelwirkung für Forschungsnetzwerke und Talente geschwächt werden kann.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-faehrt-hochschulkooperationen-mit-afrika-zurueck-waehrend-china-und-russland-ausbauen%2F&amp;action_name=Deutschland%20f%C3%A4hrt%20Hochschulkooperationen%20mit%20Afrika%20zur%C3%BCck%20%E2%80%93%20w%C3%A4hrend%20China%20und%20Russland%20ausbauen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Entwicklungsministerium lässt zentrale DAAD-Hochschulkooperationen mit Ländern Afrikas und anderer Regionen des Globalen Südens bis 2030 auslaufen und konzentriert seine Förderung künftig auf Stipendien und Alumni-Programme. Die Bundesregierung bestätigte diesen Kurs am 7. September 2026 in einer Antwort an den Bundestag. Zugleich räumt sie ein, dass Hochschulkooperationen eine große Hebelwirkung für Forschungsnetzwerke und wissenschaftliche Talente entfalten und dass China und Russland ihr akademisches Engagement in Afrika ausbauen. Betroffen sind Programme, die unter anderem Hochschulen in Subsahara-Afrika bei Management, Studienangeboten, Gesundheit, Energie und nachhaltiger Entwicklung miteinander vernetzen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bmz-lasst-drei-zentrale-kooperationsprogramme-auslaufen" class="wp-block-heading"><span id="bmz-laesst-drei-zentrale-kooperationsprogramme-auslaufen">BMZ lässt drei zentrale Kooperationsprogramme auslaufen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung will seine Mittel für den Deutschen Akademischen Austauschdienst künftig stärker auf die Förderung einzelner Studierender sowie auf langfristige Alumni-Netzwerke konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laufende Hochschulkooperationsprogramme dürfen ihre bereits bewilligte Laufzeit abschließen. Neue Fortsetzungen über diese Zeiträume hinaus sind jedoch nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm „Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“, kurz Exceed, läuft Ende 2029 aus. Es verbindet deutsche Hochschulen mit Partnern unter anderem in Subsahara-Afrika, Nordafrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Die Kooperationen arbeiten an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, darunter Gesundheit und nachhaltige Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls Ende 2029 endet das Programm der SDG-Partnerschaften. Es unterstützt Studiengänge und Hochschulprojekte unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Wassermanagement und erneuerbare Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm DIES, das Hochschulen im Globalen Süden bei Führung, Qualitätssicherung und Internationalisierung unterstützt, soll Ende 2030 auslaufen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bestatigt-folgen-fur-forschungsnetzwerke" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bestaetigt-folgen-fuer-forschungsnetzwerke">Bundesregierung bestätigt Folgen für Forschungsnetzwerke</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erkennt zugleich die strukturelle Wirkung solcher Kooperationen ausdrücklich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine organisierte internationale Hochschulzusammenarbeit sei „grundsätzlich ein nachhaltiger Weg für langfristig gefestigte bilaterale Wissenschaftskooperationen mit großer Hebelkraft“, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Programme erleichterten den Aufbau internationaler Forschungsnetzwerke, die Gewinnung wissenschaftlicher Talente sowie den Zugang zu Forschungsdaten und Expertise aus dem Globalen Süden. „Abstriche bei Kooperationsprogrammen“ könnten diese Hebelwirkung einschränken, erklärt die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/hochschule-kooperation-zwischen-marokko-deutschland/">Sie verweist zugleich darauf, dass eine geografisch breiter aufgestellte internationale Wissenschaftskooperation gerade angesichts geopolitischer Umbrüche Vorteile habe.</a></p>



<h2 id="h-china-und-russland-bauen-akademischen-einfluss-in-afrika-aus" class="wp-block-heading"><span id="china-und-russland-bauen-akademischen-einfluss-in-afrika-aus">China und Russland bauen akademischen Einfluss in Afrika aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese geopolitische Dimension betrifft insbesondere Afrika. Die Bundesregierung stellt ausdrücklich fest, „dass Russland und China ihren Einfluss in Afrika im Bereich des wissenschaftlichen und akademischen Engagements ausbauen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ will dem nicht mit einer Fortsetzung der bisherigen Hochschulpartnerschaften begegnen, sondern mit Stipendien und Alumni-Netzwerken. Damit sollten internationale Verbindungen auch in Afrika weiter ausgebaut und deutsche Interessen gesichert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen hatten in ihrer Anfrage auf eine deutlich offensivere Wissenschaftsdiplomatie anderer Staaten verwiesen. Demnach bewarben sich 2025 mehr als 40.000 afrikanische Studierende um rund 5.000 staatlich finanzierte russische Stipendienplätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China plant nach den von den Abgeordneten angeführten Zahlen, zwischen 2025 und 2027 insgesamt 60.000 afrikanische Studierende und 1.000 Forschende nach China zu holen. Zusätzlich sollen 30 gemeinsame Forschungslabore entstehen.</p>



<h2 id="h-programme-erreichten-mehr-als-70-lander" class="wp-block-heading"><span id="programme-erreichten-mehr-als-70-laender">Programme erreichten mehr als 70 Länder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der Entscheidung betroffenen Hochschulkooperationsprogramme wurden nach Angaben der Fragesteller 2025 noch mit rund 25 Millionen Euro finanziert. Innerhalb von fünf Jahren hätten sie etwa 120.000 Menschen in mehr als 70 Ländern erreicht. Rund 450 Partnerhochschulen und andere Institutionen seien beteiligt gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung widerspricht dabei der Bezeichnung als aktuelle „Kürzungen“. Die bereits bewilligten Programme würden vollständig umgesetzt. Das BMZ spricht stattdessen von einer strategischen Neuausrichtung seiner Förderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung sei Teil eines Reformprozesses des Ministeriums. Dabei seien Erfahrungen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft sowie die mittelfristige Finanzplanung des Bundes berücksichtigt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob vor der Entscheidung eine konkrete Folgenabschätzung durchgeführt wurde, in der kurzfristige Einsparungen gegen langfristige Auswirkungen auf internationale Partnerschaften abgewogen wurden, verweist die Bundesregierung lediglich auf diesen Reformprozess.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Frage nach einer gesonderten Wirtschaftlichkeitsprüfung nennt sie kein eigenes Ergebnis.</p>



<h2 id="h-entscheidung-fiel-im-bmz" class="wp-block-heading"><span id="entscheidung-fiel-im-bmz">Entscheidung fiel im BMZ</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen wollten zudem wissen, ob der DAAD, die Hochschulrektorenkonferenz, betroffene Universitäten sowie das Auswärtige Amt, das Forschungsministerium oder das Bundeskanzleramt vor der Entscheidung einbezogen wurden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="945" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-945x1024.jpg" alt="" class="wp-image-29975 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-945x1024.jpg 945w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-277x300.jpg 277w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-768x832.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-1418x1536.jpg 1418w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-1890x2048.jpg 1890w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-380x412.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-800x867.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80-1160x1257.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/DAAD_Bonn_-_Fahnen_0478-80.jpg 2400w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt dazu lediglich, die Entscheidung sei „im Rahmen des Reformprozesses in der Ressortzuständigkeit des BMZ“ getroffen worden. Angaben darüber, welche externen Institutionen oder Bundesressorts konkret vorab konsultiert wurden, macht sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unberührt bleiben die DAAD-Programme des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Auch diese Ministerien finanzieren Projekte mit Ländern des Globalen Südens.</p>
</div></div>



<h2 id="h-stipendien-sollen-kunftig-schwerpunkt-der-entwicklungspolitik-bilden" class="wp-block-heading"><span id="stipendien-sollen-kuenftig-schwerpunkt-der-entwicklungspolitik-bilden">Stipendien sollen künftig Schwerpunkt der Entwicklungspolitik bilden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ begründet die Neuausrichtung mit der Wirkung von Stipendien. Diese dienten insbesondere der Aus- und Weiterbildung junger Menschen im Globalen Süden sowie der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften in Partnerländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Alumni-Programme sollen weiter finanziert werden. Sie ermöglichten den Aufbau dauerhafter internationaler Netzwerke und stärkten nach Einschätzung des Ministeriums die deutsche „Soft Power“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der DAAD bleibe ein „wichtiger und geschätzter Partner“ der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, erklärt die Bundesregierung. Die künftige Zusammenarbeit solle jedoch stärker auf Stipendien und Alumni-Netzwerke konzentriert werden.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wadephul in Genf: Deutschland wirbt um Sitz im UN-Menschenrechtsrat</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-in-genf-deutschland-wirbt-um-sitz-im-un-menschenrechtsrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 11:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der deutlichen Niederlage im UN-Sicherheitsrat steht Deutschland vor der nächsten internationalen Abstimmung. Wadephul wirbt in Genf um einen Sitz im Menschenrechtsrat – nach einem Kampagnenstart mit einem fehlerhaften KI-Video des Auswärtigen Amts.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-in-genf-deutschland-wirbt-um-sitz-im-un-menschenrechtsrat%2F&amp;action_name=Wadephul%20in%20Genf%3A%20Deutschland%20wirbt%20um%20Sitz%20im%20UN-Menschenrechtsrat&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-genf-deutschland-wirbt-um-sitz-im-un-menschenrechtsrat/">Wadephul in Genf: Deutschland wirbt um Sitz im UN-Menschenrechtsrat</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland wirbt um einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat und versucht damit wenige Monate nach der gescheiterten Sicherheitsratskandidatur erneut, eine zentrale Position im UN-System zu gewinnen. Außenminister Johann Wadephul stellt die Bewerbung am 15. September 2026 in Genf vor, die Wahl für die Amtszeit 2027 bis 2029 findet im Oktober statt. Die Abstimmung erhält zusätzliche politische Bedeutung, nachdem Deutschland im Juni deutlich Österreich und Portugal unterlegen war. Der Start der neuen UN-Kampagne verlief ebenfalls nicht störungsfrei: Ein fehlerhaftes KI-Video des Auswärtigen Amts wurde nach seiner Veröffentlichung wieder entfernt. </p>



<h2 id="h-deutschland-kandidiert-zum-sechsten-mal-fur-den-menschenrechtsrat" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-kandidiert-zum-sechsten-mal-fuer-den-menschenrechtsrat">Deutschland kandidiert zum sechsten Mal für den Menschenrechtsrat</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland strebt zum sechsten Mal eine Mitgliedschaft im UN-Menschenrechtsrat an. Das 47 Staaten umfassende Gremium mit Sitz in Genf beschäftigt sich mit Menschenrechtsverletzungen, setzt Untersuchungskommissionen und Sonderberichterstatter ein und verabschiedet Resolutionen zu einzelnen Ländern und übergreifenden Menschenrechtsfragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In Zeiten, in denen Menschenrechte weltweit zunehmend unter Druck stehen, wollen wir UN-Organisationen und Mechanismen stärken, die den Menschen ins Zentrum stellen. Deshalb kandidiert Deutschland für einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat“, erklärte Wadephul vor seiner Reise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt unter anderem Meinungs- und Pressefreiheit, den Schutz von Menschenrechtsverteidigern, Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie den Kampf gegen transnationale Repression als Schwerpunkte einer möglichen Amtszeit. Auch der Menschenrechtsrat selbst soll nach den Vorstellungen Berlins wirksamer und handlungsfähiger werden.&nbsp;</p>



<h2 id="h-sicherheitsratswahl-endete-mit-deutlicher-niederlage" class="wp-block-heading"><span id="sicherheitsratswahl-endete-mit-deutlicher-niederlage">Sicherheitsratswahl endete mit deutlicher Niederlage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewerbung fällt in eine für die deutsche UN-Politik schwierige Phase. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-scheitert-mit-bewerbung-fuer-den-un-sicherheitsrat-merz-enttaeuscht-vom-ausgang/" data-type="post" data-id="27897">Am 3. Juni scheiterte Deutschland bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regionalgruppe Westeuropa und andere Staaten standen drei Kandidaten für zwei Plätze zur Wahl. Portugal erhielt in der UN-Generalversammlung 134 Stimmen, Österreich 131 und Deutschland lediglich 104. Damit verfehlte Berlin die erforderliche Zweidrittelmehrheit deutlich. Erstmals scheiterte eine deutsche Bewerbung für einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete das Ergebnis anschließend selbst als „herbe Niederlage“. Als einen Grund nannte er den vergleichsweise späten deutschen Einstieg in die Kandidatur. Österreich und Portugal hätten früher um Unterstützung geworben und sich dadurch bereits Zusagen zahlreicher Staaten gesichert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl in den Menschenrechtsrat ist mit dem Sicherheitsrat institutionell nicht vergleichbar. Der Sicherheitsrat kann verbindliche Entscheidungen zu Frieden und internationaler Sicherheit treffen und Sanktionen beschließen. Der Menschenrechtsrat besitzt diese Macht nicht. Nach der Niederlage vom Juni wird die Abstimmung im Oktober jedoch zugleich zeigen, wie viel Unterstützung Deutschland innerhalb der UN-Mitgliedschaft für eine weitere internationale Kandidatur mobilisieren kann.</p>



<h2 id="h-fehlstart-mit-ki-video" class="wp-block-heading"><span id="fehlstart-mit-ki-video">Fehlstart mit KI-Video</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der öffentliche Auftakt der Menschenrechtsratskampagne sorgte zunächst für Probleme. Das Auswärtige Amt veröffentlichte am 21. August in seiner Reihe „Einfach Außenpolitik“ ein rund dreieinhalb Minuten langes Video, das die Arbeit des Menschenrechtsrats erklären und zugleich Deutschlands Kandidatur begleiten sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/" data-type="post" data-id="29452">FOKUS AFRIKA berichtete bereits am 22. August über auffällige Fehler in den weitgehend KI-generierten Illustrationen.</a> Das Video zeigte unter anderem ein verfremdetes Logo der Vereinten Nationen, fehlerhafte Welt- und Landkarten sowie eine unpräzise Jahresangabe. Wenige Tage später wurde der Vorgang auch von weiteren deutschen Medien aufgegriffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clip war ausgerechnet Teil einer Bewerbung für ein Gremium, zu dessen Themen auch die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Menschenrechte gehören. In der Tonspur des Videos wurde diese Frage selbst ausdrücklich behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt hat den ursprünglichen Film inzwischen entfernt. Auf der offiziellen Kandidaturseite stellt das Ministerium weiterhin Deutschlands Ziele und Verpflichtungen für die Amtszeit 2027 bis 2029 vor.&nbsp;</p>



<h2 id="h-sudan-soll-weiter-auf-der-tagesordnung-bleiben" class="wp-block-heading"><span id="sudan-soll-weiter-auf-der-tagesordnung-bleiben">Sudan soll weiter auf der Tagesordnung bleiben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Inhaltlich setzt Wadephul bei seiner Reise nach Genf einen Schwerpunkt auf internationale Krisen. Das Auswärtige Amt verweist besonders auf den Krieg im Sudan und die dortige humanitäre Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-menschenrechtsrat-der-beginnt-sitzung-mit-schweigeminute/" data-type="post" data-id="24998">Deutschland gehört bereits zu einer Staatengruppe im Menschenrechtsrat, die sich mit der Lage im Sudan beschäftigt.</a> Gemeinsam mit Irland, den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien unterstützt Berlin die internationale Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen im Land. Im Februar hatte die Gruppe insbesondere die Ergebnisse der UN-Untersuchungsmission zu Al-Faschir aufgegriffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer erneuten Mitgliedschaft wolle Deutschland sicherstellen, dass schwere humanitäre Krisen auch künftig in Genf behandelt werden, erklärte das Auswärtige Amt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200.jpg" alt="" class="wp-image-25620 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-300x180.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-768x461.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-380x228.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Human-Rights-Council-UN-Room-aspect-ratio-2000-1200-800x480.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Wadephul trifft während seines Besuchs UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk, die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger, sowie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.</p>
</div></div>



<h2 id="h-humanitare-hilfe-auch-als-deutsches-sicherheitsinteresse" class="wp-block-heading"><span id="humanitaere-hilfe-auch-als-deutsches-sicherheitsinteresse">Humanitäre Hilfe auch als deutsches Sicherheitsinteresse</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister verbindet die Menschenrechtspolitik zugleich ausdrücklich mit deutschen Sicherheitsinteressen. Weltweit steige der humanitäre Bedarf, während die verfügbaren Mittel zurückgingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Humanitäre Hilfe ist unverzichtbar, rettet Menschenleben, lindert Not dort, wo sie entsteht und beugt damit Fluchtursachen vor“, erklärte Wadephul. Sie sei deshalb nicht nur eine humanitäre Verpflichtung, sondern diene auch Deutschlands Sicherheitsinteressen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor seinem Aufenthalt in Genf besucht Wadephul München. Dort stellt er eine stärkere wirtschaftspolitische Ausrichtung der Außenpolitik in den Vordergrund und wirbt dafür, die deutschen Auslandsvertretungen sowie die Goethe-Institute stärker zur Unterstützung von Unternehmen und zur Gewinnung internationaler Fachkräfte einzusetzen.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland hält Ghana und Senegal weiter für sichere Herkunftsstaaten – LGBTIQ-Rechte bleiben problematisch</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-haelt-ghana-und-senegal-weiter-fuer-sichere-herkunftsstaaten-lgbtiq-rechte-bleiben-problematisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 09:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland hält an Ghana und Senegal als sicheren Herkunftsstaaten fest. Zugleich warnt die Bundesregierung vor Menschenrechtsdefiziten und sieht bei beiden Ländern erhöhten Beobachtungsbedarf.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-haelt-ghana-und-senegal-weiter-fuer-sichere-herkunftsstaaten-lgbtiq-rechte-bleiben-problematisch%2F&amp;action_name=Deutschland%20h%C3%A4lt%20Ghana%20und%20Senegal%20weiter%20f%C3%BCr%20sichere%20Herkunftsstaaten%20%E2%80%93%20LGBTIQ-Rechte%20bleiben%20problematisch&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält an der Einstufung Ghanas und Senegals als sichere Herkunftsstaaten fest, sieht bei beiden Ländern aber einen erhöhten Beobachtungsbedarf. Der neue Prüfbericht wurde am 2. September 2026 an den Bundestag übermittelt und am 9. September als Drucksache veröffentlicht. Bei Ghana verweist Berlin unter anderem auf Rückschritte bei den Rechten von LGBTIQ-Personen, bei Senegal auf Defizite beim Schutz von Frauen, Kindern und sexuellen Minderheiten. Zugleich lagen die durchschnittlichen Schutzquoten von Asylsuchenden aus Ghana und Senegal deutlich über denen der meisten anderen als sicher eingestuften Staaten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-bestatigt-einstufung-trotz-vorbehalten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-bestaetigt-einstufung-trotz-vorbehalten">Bundesregierung bestätigt Einstufung trotz Vorbehalten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana und Senegal gehören seit 1993 zu den sicheren Herkunftsstaaten nach dem deutschen Asylgesetz. Die Bundesregierung überprüft regelmäßig, ob die gesetzlichen Voraussetzungen dafür weiterhin erfüllt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem fünften Prüfbericht kommt sie zu dem Ergebnis, dass alle zehn derzeit in Anlage II des Asylgesetzes aufgeführten Staaten weiterhin als sicher gelten können. Für Ghana, Senegal und Georgien formuliert sie jedoch ausdrücklich einen Vorbehalt: „Die Lage in Ghana, Senegal und Georgien macht eine aufmerksame Beobachtung erforderlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aussetzung oder Rücknahme der Einstufung sei nach Bewertung der Bundesregierung im untersuchten Zeitraum von Oktober 2023 bis September 2025 dennoch nicht erforderlich gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstufung hat unmittelbare Auswirkungen auf das deutsche Asylverfahren. <a href="https://fokus-afrika.de/asylantraege-fast-halbiert-positiver-asyl-bescheid-steigt-deutlich/">Asylanträge von Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten können grundsätzlich als offensichtlich unbegründet abgelehnt und dadurch beschleunigt bearbeitet werden.</a> Eine individuelle Schutzgewährung bleibt allerdings möglich, wenn Antragsteller eine konkrete Verfolgungsgefahr nachweisen.</p>



<h2 id="h-ghana-bundesregierung-sieht-ruckschritte-bei-lgbtiq-rechten" class="wp-block-heading"><span id="ghana-bundesregierung-sieht-rueckschritte-bei-lgbtiq-rechten">Ghana: Bundesregierung sieht Rückschritte bei LGBTIQ-Rechten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana bescheinigt die Bundesregierung weiterhin eine insgesamt gute Menschenrechtsbilanz und gefestigte demokratische Strukturen. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl vom Dezember 2024 führte zu einem friedlichen Machtwechsel. John Dramani Mahama gewann die Präsidentschaftswahl mit 56,42 Prozent der Stimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/streit-um-ghanas-anti-lgbtq-gesetz-verschaerft-politischen-konflikt/" data-type="post" data-id="27852">Gleichzeitig nennt der Bericht deutliche Defizite.</a> Dazu gehören Kinderarbeit, Menschenhandel, problematische Haftbedingungen, Korruption sowie Schwierigkeiten bei der Gleichstellung von Frauen und beim Schutz ethnischer Minderheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/einzelprotest-gegen-das-anti-lgbtq-gesetz-aktivist-marschiert-in-accra/" data-type="post" data-id="10786">Besonders kritisch bewertet die Bundesregierung die Entwicklung bei LGBTIQ-Rechten. </a>Gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen können in Ghana weiterhin strafrechtlich verfolgt werden. Im Februar 2025 wurde zudem ein zuvor gescheiterter Gesetzentwurf erneut eingebracht, der weitere Einschränkungen vorsieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine systematische staatliche Verfolgung von LGBTIQ-Personen stellt die Bundesregierung zwar nicht fest. Sie verweist aber auf erhebliche gesellschaftliche Diskriminierung, die teilweise in Gewalt umschlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Angehörige der Fulbe sieht der Bericht besonderen Benachteiligungen ausgesetzt. Probleme bei der Anerkennung der ghanaischen Staatsangehörigkeit erschwerten unter anderem den Zugang zu Geburtsurkunden, Ausweisen und damit zum Wahlrecht. Die Bundesregierung schreibt, Fulbe würden staatlich und gesellschaftlich vielfach als „Bürger zweiter Klasse“ behandelt.</p>



<h2 id="h-schutzquote-aus-ghana-lag-im-schnitt-bei-funf-prozent" class="wp-block-heading"><span id="schutzquote-aus-ghana-lag-im-schnitt-bei-fuenf-prozent">Schutzquote aus Ghana lag im Schnitt bei fünf Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig ist die Entwicklung der deutschen Asylstatistik. Zwischen Oktober 2023 und September 2025 lag die durchschnittliche Gesamtschutzquote bei ghanaischen Staatsangehörigen bei 5,0 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einzelnen Quartalen fiel sie deutlich höher aus. Im vierten Quartal 2024 erhielten zehn von 129 Personen Schutz, entsprechend 7,8 Prozent. Im zweiten Quartal 2025 waren es 13 von 170 Entscheidungen, was einer Quote von 7,6 Prozent entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung führt die Schwankungen vor allem auf die geringe Zahl der Verfahren zurück. Einzelne positive Entscheidungen wirkten sich deshalb überproportional auf die Quote aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Durchschnitt stellte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im untersuchten Zeitraum monatlich 33 Asylanträge ghanaischer Staatsangehöriger fest.</p>



<h2 id="h-senegal-bleibt-trotz-deutlicher-menschenrechtsdefizite-als-sicher-eingestuft" class="wp-block-heading"><span id="senegal-bleibt-trotz-deutlicher-menschenrechtsdefizite-als-sicher-eingestuft">Senegal bleibt trotz deutlicher Menschenrechtsdefizite als sicher eingestuft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Senegal erfüllt nach Einschätzung der Bundesregierung weiterhin die Voraussetzungen eines sicheren Herkunftsstaates. Berlin beschreibt das Land als präsidentielle Demokratie mit gefestigten staatlichen Strukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die politische Krise vor der Präsidentschaftswahl 2024 habe gezeigt, dass die demokratischen Institutionen belastbar seien. Zugleich nennt der Bericht eine Reihe von Bereichen, in denen der Menschenrechtsschutz weiterhin erhebliche Defizite aufweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich fällt die Bewertung zur Situation von Frauen aus. Nach Angaben der senegalesischen Statistikbehörde gaben 76 Prozent der befragten Frauen an, im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt erfahren zu haben. Häusliche und sexuelle Gewalt werde noch nicht konsequent genug verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weibliche Genitalverstümmelung ist seit 1999 verboten, wird aber weiterhin praktiziert. Nach den Angaben des Berichts sind noch rund 25 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren davon betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kinderrechte bleiben ein Problem. UNICEF schätzt, dass etwa 20 Prozent der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten. Mehrere tausend Kinder werden nach Einschätzung von Nichtregierungsorganisationen und den Vereinten Nationen von Lehrern an Koranschulen zum Betteln gezwungen.</p>



<h2 id="h-lgbtiq-personen-im-senegal-besonders-unter-druck" class="wp-block-heading"><span id="lgbtiq-personen-im-senegal-besonders-unter-druck">LGBTIQ-Personen im Senegal besonders unter Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/senegals-parlament-verdoppelt-strafen-gegen-gleichgeschlechtliche-beziehungen/" data-type="post" data-id="25623">Die Bundesregierung bezeichnet die Diskriminierung von LGBTIQ-Personen im Senegal als tief verwurzelt. </a>Betroffene berichteten über Beleidigungen, Drohungen und körperliche Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen sind nach Artikel 319 des senegalesischen Strafgesetzbuches strafbar. Möglich sind Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldstrafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesregierung liegen allerdings keine Erkenntnisse vor, dass diese Vorschrift systematisch durch die Strafverfolgungsbehörden angewandt und regelmäßig zu Verurteilungen genutzt wird.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-26079 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Rainbow_flag_breeze.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Politische Kräfte, die sich öffentlich für einen stärkeren Schutz von LGBTIQ-Personen einsetzen, existieren nach Darstellung des Berichts praktisch nicht.</p>
</div></div>



<h2 id="h-schutzquote-aus-senegal-schwankt-deutlich" class="wp-block-heading"><span id="schutzquote-aus-senegal-schwankt-deutlich">Schutzquote aus Senegal schwankt deutlich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal stellt innerhalb der zehn sicheren Herkunftsstaaten die kleinste Gruppe von Asylsuchenden in Deutschland. Zwischen 2023 und September 2025 wurden insgesamt 518 Asylanträge senegalesischer Staatsangehöriger registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im untersuchten Zeitraum lag die durchschnittliche Gesamtschutzquote bei 3,6 Prozent. Im vierten Quartal 2023 erreichte sie 7,7 Prozent, im zweiten Quartal 2025 6,8 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier erklärt die Bundesregierung die Ausschläge mit der geringen Zahl der Entscheidungen. Im zweiten Quartal 2025 erhielten vier Personen bei insgesamt 59 Entscheidungen Schutz. Im vierten Quartal 2023 führten wenige positive Entscheidungen ebenfalls zu einer vergleichsweise hohen Quote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Einstufung als sicherer Herkunftsstaat bleibt eine individuelle Schutzgewährung damit möglich. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die gesetzliche Vermutung der Sicherheit widerlegt werden kann, wenn im konkreten Fall Verfolgung oder ein ernsthafter Schaden droht.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung gibt zu: Deutsche Nachrichtendienste kaufen Daten ein</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-gibt-zu-deutsche-nachrichtendienste-kaufen-daten-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 08:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutsche Nachrichtendienste dürfen kommerzielle Datensätze auf Grundlage ihrer allgemeinen gesetzlichen Befugnisse erwerben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-gibt-zu-deutsche-nachrichtendienste-kaufen-daten-ein%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20gibt%20zu%3A%20Deutsche%20Nachrichtendienste%20kaufen%20Daten%20ein&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stützt den kommerziellen Ankauf von Datensätzen durch Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Militärischen Abschirmdienst auf die allgemeinen Befugnisse der drei Nachrichtendienste. Die Antwort des Bundesinnenministeriums im Namen der Bundesregierung wurde am 4. September 2026 an den Bundestag übermittelt und am 7. September als Drucksache veröffentlicht. Angaben zu Umfang, Kosten, gekauften Datenarten und eingesetzter Analysetechnik verweigert die Regierung unter Berufung auf das Staatswohl. Zugleich weist sie den Vorwurf zurück, durch den Kauf kommerzieller Daten könnten die Schutzvorgaben für klassische Überwachungsmaßnahmen umgangen werden.</p>



<h2 id="h-regierung-beruft-sich-auf-allgemeine-befugnisse-der-dienste" class="wp-block-heading"><span id="regierung-beruft-sich-auf-allgemeine-befugnisse-der-dienste">Regierung beruft sich auf allgemeine Befugnisse der Dienste</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion nennt die Bundesregierung erstmals in diesem parlamentarischen Vorgang konkret die gesetzlichen Vorschriften, auf die kommerzielle Datenkäufe gestützt werden, wenn damit ein Eingriff in Grundrechte verbunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bundesamt für Verfassungsschutz verweist sie auf Paragraf 8 Absatz 1 Satz 1 des Bundesverfassungsschutzgesetzes. Für den Bundesnachrichtendienst nennt sie die Paragrafen 1 Absatz 2 und 2 Absatz 1 des BND-Gesetzes. Beim Militärischen Abschirmdienst bildet demnach Paragraf 4 Absatz 1 des MAD-Gesetzes die Grundlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine eigenständige gesetzliche Vorschrift, die ausdrücklich den Erwerb kommerziell angebotener Datensätze regelt, nennt die Bundesregierung für die derzeitige Rechtslage nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommerzielle Datenhändler sammeln und bündeln Daten aus unterschiedlichen Quellen und vermarkten sie an Unternehmen und andere Kunden. Dazu können unter anderem Standortinformationen, Werbe-IDs, Angaben zur App-Nutzung oder andere digitale Nutzungsdaten gehören. Welche Kategorien deutsche Nachrichtendienste tatsächlich erwerben, lässt die Bundesregierung offen.</p>



<h2 id="h-umfang-kosten-und-eingesetzte-technik-bleiben-geheim" class="wp-block-heading"><span id="umfang-kosten-und-eingesetzte-technik-bleiben-geheim">Umfang, Kosten und eingesetzte Technik bleiben geheim</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordneten hatten unter anderem wissen wollen, in welchem Umfang BND, Verfassungsschutz und MAD in den Jahren 2024, 2025 und im ersten Halbjahr 2026 personenbezogene oder anonymisierte Datensätze bei kommerziellen Anbietern gekauft haben. Gefragt wurde auch nach den dafür eingesetzten Haushaltsmitteln, den Datenkategorien, den Lieferanten und den technischen Systemen zur Auswertung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="325" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg" alt="" class="wp-image-29278 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-300x95.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-768x243.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1536x487.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-2048x649.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-380x120.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-800x254.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1160x368.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317.jpg 3761w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Diese Angaben gibt die Bundesregierung nicht heraus. Die Informationen berührten das Staatswohl „in besonders hohem Maße“ und könnten deshalb selbst in eingestufter Form nicht mitgeteilt werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Offenlegung könne Rückschlüsse auf Methoden, technische Fähigkeiten und aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Nachrichtendienste ermöglichen. Auch Informationen über verwendete Software, Anbieter und Bezugszeiträume könnten nach Auffassung der Regierung die Informationsgewinnung der Dienste gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung geht dabei ungewöhnlich weit: Auch eine Einstufung als Verschlusssache und eine Hinterlegung in der Geheimschutzstelle des Bundestages hält sie nicht für ausreichend. Die fraglichen Angaben seien so sensibel, dass das Geheimhaltungsinteresse das parlamentarische Informationsrecht überwiege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verweigerung der Antwort sei allerdings weder als Bestätigung noch als Verneinung der von den Abgeordneten abgefragten konkreten Datenkäufe zu verstehen, stellt die Regierung ausdrücklich klar.</p>



<h2 id="h-streit-uber-schutz-des-fernmeldegeheimnisses" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-schutz-des-fernmeldegeheimnisses">Streit über Schutz des Fernmeldegeheimnisses</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Anfrage steht die Frage, ob Nachrichtendienste Informationen, deren staatliche Erhebung besonderen gesetzlichen Voraussetzungen unterliegt, stattdessen bei privaten Datenhändlern erwerben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fragesteller verwiesen dabei auf Kritik der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Danach könne für den Ankauf kommerziell verfügbarer Daten eine ausreichend präzise gesetzliche Ermächtigung fehlen. Zudem steht die Frage im Raum, ob dadurch Schutzmechanismen des Artikel 10 des Grundgesetzes und des sogenannten G-10-Gesetzes berührt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist den Vorwurf einer Umgehung des G-10-Gesetzes zurück. Dessen Anwendungsbereich sei bei den fraglichen Datenkäufen nicht eröffnet. Deshalb liege auch keine Umgehung des Gesetzes vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das G-10-Gesetz regelt Beschränkungen des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses durch deutsche Sicherheitsbehörden und sieht dafür besondere Voraussetzungen und Kontrollmechanismen vor.</p>



<h2 id="h-reform-soll-datenerhebung-bei-privaten-dritten-ausdrucklich-regeln" class="wp-block-heading"><span id="reform-soll-datenerhebung-bei-privaten-dritten-ausdruecklich-regeln">Reform soll Datenerhebung bei privaten Dritten ausdrücklich regeln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Die Bundesregierung verweist zugleich auf die geplante Reform des Nachrichtendienstrechts.</a> Der aktuelle Gesetzentwurf enthält nach ihrer Darstellung bereits ausreichend präzise Befugnisse zur Datenerhebung bei privaten Dritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Bundesamt für Verfassungsschutz nennt die Regierung den geplanten Paragrafen 9 des reformierten Bundesverfassungsschutzgesetzes. Beim Bundesnachrichtendienst verweist sie auf die vorgesehenen Paragrafen 5 und 7 des neuen BND-Gesetzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Nachbesserung des Gesetzentwurfs hält die Bundesregierung deshalb nicht für erforderlich. Auf die Frage, ob der Ankauf kommerzieller Daten im weiteren Gesetzgebungsverfahren zusätzlichen parlamentarischen oder gerichtlichen Kontrollen unterworfen werden soll, antwortet sie, es bestehe kein entsprechender Änderungsbedarf.</p>
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			<media:title type="html">Zentrale des Bundesnachrichendienstes in Berlin</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Asylanträge fast halbiert – Positive Asyl-Bescheide steigen deutlich</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/asylantraege-fast-halbiert-positiver-asyl-bescheid-steigt-deutlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 11:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Asylanträge in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 um fast 46 Prozent gesunken. Gleichzeitig stieg die bereinigte Schutzquote auf 47,4 Prozent.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fasylantraege-fast-halbiert-positiver-asyl-bescheid-steigt-deutlich%2F&amp;action_name=Asylantr%C3%A4ge%20fast%20halbiert%20%E2%80%93%20Positive%20Asyl-Bescheide%20steigen%20deutlich&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der erstmaligen Asylanträge in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um fast 46 Prozent gesunken, während bei inhaltlich geprüften Verfahren deutlich häufiger Schutz gewährt wurde. Die Zahlen beziehen sich auf die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Insgesamt wurden 39.646 Erstanträge gestellt, nach 72.818 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zugleich stieg die bereinigte Schutzquote auf 47,4 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr 2025 bei 37,5 Prozent gelegen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hoch war die Schutzquote bei Menschen aus Afghanistan. In 89,3 Prozent der inhaltlich entschiedenen Verfahren erhielten afghanische Antragsteller einen Schutzstatus. Bei Frauen aus Afghanistan lag der Anteil bei rund 95 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.</p>



<h2 id="h-weniger-antrage-hohere-schutzquote" class="wp-block-heading"><span id="weniger-antraege-hoehere-schutzquote">Weniger Anträge, höhere Schutzquote</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung zeigt zwei unterschiedliche Trends im deutschen Asylsystem. Während deutlich weniger Menschen erstmals einen Asylantrag stellten, fiel der Anteil positiver Entscheidungen unter den materiell geprüften Fällen höher aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht berücksichtigt werden bei dieser Quote Verfahren, bei denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht über den eigentlichen Schutzgrund entschieden hat. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Dublin-Verfahren oder andere formelle Erledigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erheblicher Teil der positiven Entscheidungen entfiel auf Familienangehörige bereits Schutzberechtigter. Insgesamt wurden 21.195 positive Entscheidungen im Zusammenhang mit Familienschutz einschließlich Abschiebungsverboten getroffen. Das entsprach 45,6 Prozent der positiven Entscheidungen.</p>



<h2 id="h-afghanistan-mit-besonders-hoher-anerkennungsquote" class="wp-block-heading"><span id="afghanistan-mit-besonders-hoher-anerkennungsquote">Afghanistan mit besonders hoher Anerkennungsquote</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afghanistan war im ersten Halbjahr 2026 zugleich das wichtigste Herkunftsland der Asylantragsteller. Die hohe Schutzquote betrifft insbesondere Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Europäische Gerichtshof hatte im Oktober 2024 entschieden, dass bei afghanischen Frauen bereits Geschlecht und Staatsangehörigkeit für die Prüfung einer Verfolgung maßgeblich sein können. Hintergrund sind die weitreichenden Einschränkungen der Rechte von Frauen und Mädchen unter den Taliban.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei afghanischen Frauen erreichte die Schutzquote in Deutschland im ersten Halbjahr rund 95 Prozent.</p>



<h2 id="h-mehr-als-700-000-menschen-mit-fluchtlingsschutz" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-700-000-menschen-mit-fluechtlingsschutz">Mehr als 700.000 Menschen mit Flüchtlingsschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellen Bestandszahlen zeigen zugleich, dass die rechtlichen Schutzformen in Deutschland deutlich über die engere Kategorie der Asylberechtigung hinausgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum 30. Juni 2026 waren 45.378 Menschen im Ausländerzentralregister als asylberechtigt erfasst. Die meisten von ihnen stammten aus der Türkei mit 10.918 Personen. Es folgten Afghanistan mit 7.420, Iran mit 4.542 und Syrien mit 4.219 Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich größer war die Gruppe der Menschen mit Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Ende Juni waren 716.368 Personen mit diesem Status registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Syrien stellte mit 262.208 Menschen die größte Gruppe. Danach folgten Afghanistan mit 152.655 und der Irak mit 85.314 Personen.</p>



<h2 id="h-mehr-als-360-000-menschen-mit-subsidiarem-schutz" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-360-000-menschen-mit-subsidiaerem-schutz">Mehr als 360.000 Menschen mit subsidiärem Schutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 362.476 Menschen verfügten über eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund subsidiären Schutzes. Dieser Status greift, wenn zwar keine individuelle Verfolgung im Sinne des Flüchtlingsrechts festgestellt wird, bei einer Rückkehr aber ernsthafte Gefahren wie Folter, Todesstrafe oder schwere Gewalt drohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 283.981 Personen stellte Syrien auch hier mit Abstand die größte Herkunftsgruppe. Es folgten der Irak mit 17.373 und Afghanistan mit 14.122 Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben waren 169.484 Menschen mit einer Aufenthaltserlaubnis aufgrund eines nationalen Abschiebungsverbots registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Gruppe kam aus Afghanistan mit 100.596 Personen. Dahinter folgten der Irak mit 12.287 und Somalia mit 9.037 Menschen.</p>



<h2 id="h-rund-199-000-menschen-leben-mit-duldung-in-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="rund-199-000-menschen-leben-mit-duldung-in-deutschland">Rund 199.000 Menschen leben mit Duldung in Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Stichtag waren außerdem 199.271 Menschen mit einer Duldung im Ausländerzentralregister erfasst. Eine Duldung ist kein regulärer Aufenthaltstitel. Sie bedeutet, dass eine bestehende Ausreisepflicht vorübergehend nicht vollzogen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Gruppe der Geduldeten stammte aus der Türkei mit 23.636 Personen. Es folgten der Irak mit 19.399, Afghanistan mit 11.410, Syrien mit 11.235 und Russland mit 11.182 Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Geduldeten lag damit leicht über dem Niveau von Ende 2025. Damals waren rund 191.000 der insgesamt etwa 232.000 als ausreisepflichtig registrierten Menschen geduldet.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-29412 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-1536x864.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-2048x1152.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/pressefoto-download-dobrindt-portrait-1160x652.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-migrationsverwaltung-digitalisieren/">Die Bundesregierung weist seit Jahren darauf hin, dass die Daten des Ausländerzentralregisters bei ausreisepflichtigen Personen nicht in jedem Fall den tatsächlichen Aufenthalt in Deutschland abbilden.</a> Personen können beispielsweise bereits ausgereist sein, ohne dass dies unmittelbar im Register erfasst wurde.</p>
</div></div>



<h2 id="h-unterschiedliche-schutzformen-pragen-die-statistik" class="wp-block-heading"><span id="unterschiedliche-schutzformen-praegen-die-statistik">Unterschiedliche Schutzformen prägen die Statistik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl von 45.378 Asylberechtigten bildet damit nur einen kleinen Teil der Menschen ab, die in Deutschland einen Schutzstatus besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem verfassungsrechtlichen Asyl gehören dazu insbesondere die Anerkennung als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiärer Schutz sowie nationale Abschiebungsverbote. Hinzu kommen weitere humanitäre Aufenthaltstitel und der vorübergehende Schutz für Geflüchtete aus der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 lebten nach Berechnungen auf Grundlage des Ausländerzentralregisters rund 3,5 Millionen Menschen mit unterschiedlichen Flucht- und Schutzbiografien in Deutschland. Das Statistische Bundesamt kam aufgrund einer engeren statistischen Abgrenzung auf rund 3,2 Millionen Schutzsuchende.</p>
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			<media:title type="html">Dobrindt</media:title>
			<media:description type="html">Portrait Bundesinnenminister Alexander Dobrindt</media:description>
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		<item>
		<title>Sahel-Gewalt rückt an Ghana heran – Bundeswehr bildet Streitkräfte aus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/sahel-gewalt-rueckt-an-ghana-heran-bundeswehr-bildet-streitkraefte-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 07:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gewalt im Sahel rückt an Ghanas Nordgrenze. Deutschland setzt auf Ausbildung, Drohnenabwehr und Grenzsicherung – und die Bundeswehr trainiert inzwischen regelmäßig ghanaische Streitkräfte.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsahel-gewalt-rueckt-an-ghana-heran-bundeswehr-bildet-streitkraefte-aus%2F&amp;action_name=Sahel-Gewalt%20r%C3%BCckt%20an%20Ghana%20heran%20%E2%80%93%20Bundeswehr%20bildet%20Streitkr%C3%A4fte%20aus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland baut seine Sicherheitskooperation mit Ghana aus, während sich dschihadistische Gewalt aus der Sahelzone bis an die Nordgrenze des westafrikanischen Landes ausbreitet. Im Frühjahr 2026 bildeten Bundeswehrsoldaten in Ghana erneut Angehörige der ghanaischen Streitkräfte aus, weitere Einsätze finden regelmäßig statt. Ghana ist zudem seit März das erste afrikanische Land mit einer formellen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit der Europäischen Union. Berlin setzt dabei vor allem auf Ausbildung, Ausrüstung und regionale Terrorismusprävention statt auf klassische Waffenlieferungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana gilt seit Jahrzehnten als einer der stabilsten Staaten Westafrikas. Gerade deshalb gewinnt das Land für Deutschland und die EU an sicherheitspolitischem Gewicht. Mit <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/burkina-faso/" data-type="category" data-id="66">Burkina Faso</a> grenzt Ghana unmittelbar an einen Staat, in dem islamistische Gruppen große Gebiete destabilisiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sorge in Accra ist inzwischen konkret. Bereits 2024 kam es bei Militäroperationen in Burkina Faso zu Grenzübertritten islamistischer Kämpfer nach Ghana. In der Grenzregion um Bawku folgten einzelne Gewaltausbrüche. Sicherheitsbehörden beobachten zudem Versuche extremistischer Gruppen, junge ghanaische Muslime anzuwerben und zu radikalisieren.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundeswehr-trainiert-ghanaische-ausbilder" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehr-trainiert-ghanaische-ausbilder">Bundeswehr trainiert ghanaische Ausbilder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich inzwischen regelmäßig an der Ausbildung ghanaischer Soldaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 2026 führten Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 aus Zweibrücken und der Luftlandebrigade 1 aus Saarlouis einen siebenwöchigen Lehrgang für 30 Ausbilder des ghanaischen Heeres durch. Solche Ausbildungsmissionen finden nach Darstellung des Bundestags-Fachbereichs zwei- bis dreimal pro Jahr statt und dauern jeweils vier bis acht Wochen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich hat Deutschland einen Militärberater bei der EU-Vertretung in Accra stationiert. Im Juli besuchte außerdem eine Delegation des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr das Hauptquartier der ghanaischen Luftwaffe. Dabei ging es um eine engere Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Luftwaffenpersonal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kooperation konzentriert sich damit zunehmend auf Fähigkeiten, die Ghana selbst weitergeben kann. Die militärische Ausbildung des Landes genießt regional hohes Ansehen, auch Soldaten aus Nachbarstaaten nehmen an ghanaischen Lehrgängen teil.</p>



<h2 id="h-ghana-ist-erster-afrikanischer-sicherheitspartner-der-eu" class="wp-block-heading"><span id="ghana-ist-erster-afrikanischer-sicherheitspartner-der-eu">Ghana ist erster afrikanischer Sicherheitspartner der EU</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine neue Ebene erreichte die Zusammenarbeit im März 2026. Ghana unterzeichnete als erstes afrikanisches Land eine formelle Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit der Europäischen Union.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits zuvor hatte die EU das Land über die Europäische Friedensfazilität mit mehr als 30 Maßnahmen in den Bereichen Friedenssicherung und Terrorismusprävention unterstützt. <a href="https://fokus-afrika.de/ghana-fordert-un-untersuchung-nach-angriff-auf-ghanaische-un-soldaten-im-libanon/">Seit Ende 2023 gehört Ghana außerdem gemeinsam mit Benin zur europäischen Sicherheits- und Verteidigungsinitiative für die westafrikanischen Staaten am Golf von Guinea.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch deutsche Polizisten und Bundeswehrangehörige wirken an dieser Initiative mit.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Europäische Friedensfazilität wurden Ghana darüber hinaus nicht-letale militärische Güter im Gesamtwert von rund 50 Millionen Euro bereitgestellt. Dazu gehören Überwachungsdrohnen, Technik zur Abwehr von Drohnen und Motorräder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwerpunkt hat sich dabei verschoben. <a href="https://fokus-afrika.de/sieben-ghanaische-haendler-bei-angriff-der-jnim-in-titao-getoetet/">Nachdem die Piraterie im Golf von Guinea stark zurückgegangen ist, rücken die Sicherheitsrisiken an Land stärker in den Vordergrund.</a></p>



<h2 id="h-mehr-als-13-000-menschen-aus-burkina-faso-suchen-schutz" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-13-000-menschen-aus-burkina-faso-suchen-schutz">Mehr als 13.000 Menschen aus Burkina Faso suchen Schutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie nah die Sahel-Krise inzwischen gekommen ist, zeigt auch die Fluchtbewegung über die Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Januar 2025 gewährt Ghana Menschen aus Burkina Faso grundsätzlich Flüchtlingsschutz. Ende März 2026 waren mehr als 13.000 Flüchtlinge aus dem nördlichen Nachbarland registriert. Viele leben im Norden Ghanas, der zugleich zu den wirtschaftlich schwächsten Landesteilen gehört.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort treffen mehrere Risiken aufeinander.<a href="https://fokus-afrika.de/jnim-blockaden-bedrohen-westafrikas-handelsadern/" data-type="post" data-id="27914"> Neben der Gefahr durch grenzüberschreitende Extremistengruppen gibt es einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt um traditionelle Herrschafts- und Landrechte in der Region Bawku.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem sind illegale Schusswaffen weit verbreitet. Schmuggelnetze verbinden Waffenhandel, organisierte Kriminalität und teilweise auch extremistische Gruppen. Lokale Werkstätten produzieren außerdem illegal Feuerwaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-sagt-ecowas-49-millionen-euro-unterstuetzung-zu/" data-type="post" data-id="21856">Deutschland unterstützt deshalb auch eine ECOWAS-Initiative gegen die Verbreitung von Kleinwaffen.</a></p>



<h2 id="h-ghana-setzt-auf-pravention-statt-allein-auf-militar" class="wp-block-heading"><span id="ghana-setzt-auf-praevention-statt-allein-auf-militaer">Ghana setzt auf Prävention statt allein auf Militär</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Accra versucht, den Vormarsch extremistischer Gruppen nicht nur mit stärkerem Grenzschutz aufzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2020 verfolgt Ghana eine Anti-Terror-Strategie mit vier Säulen: Vorbeugen, Gefahren früh erkennen, Schützen und Reagieren. Polizei und Sicherheitsbehörden arbeiten dabei gezielt mit muslimischen Gemeinden und Geistlichen zusammen, um Radikalisierung möglichst früh zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen modernisierte Grenztechnik, ein engerer Informationsaustausch zwischen Sicherheitsbehörden und die Zusammenarbeit mit lokalen Medien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz unterscheidet Ghana bislang von Staaten des zentralen Sahel, in denen die militärische Bekämpfung extremistischer Gruppen inzwischen einen großen Teil der staatlichen Sicherheitspolitik bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana versucht gleichzeitig, den Konflikt regional einzudämmen. Die 2017 gegründete Accra-Initiative verbindet Ghana mit Benin, Burkina Faso, Côte d&#8217;Ivoire, Mali, Niger und Togo. Die Mitgliedstaaten wollen Geheimdienstinformationen austauschen und grenzüberschreitend gegen Terrorismus vorgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt die Initiative politisch und stellt ghanaischen Polizei- und Streitkräften Ausrüstung bereit.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutsche-ausstattungshilfe-lauft-seit-2013" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-ausstattungshilfe-laeuft-seit-2013">Deutsche Ausstattungshilfe läuft seit 2013</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Accra reicht deutlich weiter zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghana ist seit 2013 Partner des deutschen Ausstattungshilfeprogramms zur Förderung der Friedenssicherung in Afrika. Deutsche Soldaten beraten die ghanaischen Streitkräfte, modernisieren Werkstätten und Ausbildungszentren und überlassen Ausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Programmzeitraum 2021 bis 2024 standen dafür rund 11,2 Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wurden unter anderem ein mobiler Gefechtsstand für die ECOWAS-Bereitschaftstruppe, zwei Instandsetzungseinrichtungen, ein Pionierausbildungszentrum, eine Fernmeldeschule und ein Diensthundezentrum für den Grenzschutz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2026 übergab die deutsche Beratungsgruppe eine neue Werkstatt an das 49. Pionierregiment des ghanaischen Heeres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm umfasst keine Waffen oder Munition. Der Schwerpunkt liegt auf Infrastruktur, Ausbildung, technischer Beratung und weitgehend genehmigungsfreiem Material.</p>



<h2 id="h-deutsche-waffenexporte-bleiben-klein" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-waffenexporte-bleiben-klein">Deutsche Waffenexporte bleiben klein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch darüber hinaus spielt Deutschland als Waffenlieferant für Ghana nur eine geringe Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 genehmigte die Bundesregierung vier Ausfuhren von Rüstungsgütern im Gesamtwert von rund 260.000 Euro. Dabei handelte es sich um Teile für gepanzerte Fahrzeuge.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ghanas eigentliche Waffensysteme stammen vor allem aus Südafrika, Russland, der Türkei und Brasilien. Die Marine nutzt zudem zwei frühere deutsche Schnellboote, die 2012 an Ghana verkauft wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sanktionen gegen Russland haben für Ghana inzwischen allerdings praktische Folgen. Ein großer Teil der ghanaischen Luftwaffe nutzt Flugzeuge sowjetischer Bauart. Fehlende russische Ersatzteile erschweren deshalb die Modernisierung und beeinträchtigen die Einsatzbereitschaft.</p>



<h2 id="h-ghana-schickt-fast-2-000-krafte-in-friedensmissionen" class="wp-block-heading"><span id="ghana-schickt-fast-2-000-kraefte-in-friedensmissionen">Ghana schickt fast 2.000 Kräfte in Friedensmissionen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ghana-fordert-un-untersuchung-nach-angriff-auf-ghanaische-un-soldaten-im-libanon/" data-type="post" data-id="25401">Deutschlands Interesse an Ghana hängt auch mit dessen Rolle in internationalen Friedenseinsätzen zusammen.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29885 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/SETAF-AF_hosts_joint_Ghanaian_delegation_to_advance_partner_drone_production_9845985.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Ende April 2026 standen 1.925 ghanaische Soldaten, Polizisten und zivile Kräfte in Missionen der Vereinten Nationen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der aktiven Streitkräfte des Landes. Ghana belegte damit weltweit Rang sieben unter den größten Personalstellern für UN-Friedensmissionen.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Einrichtung dafür ist das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre in Accra. Seit seiner Gründung wurden dort rund 30.000 Menschen aus 90 Staaten ausgebildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt das Zentrum seit Beginn finanziell und mit technischer Ausrüstung. 2025 stellte Berlin unter anderem neue Computertechnik bereit. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist dort aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsch-ghanaische Sicherheitskooperation reicht damit von der Terrorismusprävention an der Grenze zu Burkina Faso über militärische Ausbildung bis zur Vorbereitung internationaler Friedenseinsätze.</p>
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			<media:description type="html">Ghana Armed Forces representatives inspect a drone during a showcase of unmanned aircraft systems innovation, technical management and production capabilities hosted by the U.S. Army Southern European Task Force, Africa, at the 173rd Mobile Brigade Combat Team’s Bayonet Innovation Team drone lab on Caserma Del Din in Vicenza, Italy, July 22, 2026. The visit gave the Ghanaian delegation a firsthand look at how the U.S. Army designs, builds and maintains small unmanned aircraft at the tactical level, including the brigade’s in-house production. The exchange also advanced a partnership that provides insight into operating drones in extreme heat, informing U.S. system design and supporting readiness and lethality in different environments. The engagement complements the Africa Multidomain Training and Experimentation Center effort in Morocco, a U.S. Africa Command and Morocco initiative to help standardize drone proficiency and shared operational understanding among African nations. (U.S. Army photo by Staff Sgt. Catessa Palone)</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>NRW macht Entwicklungspolitik zur Standortfrage – Ghana bleibt zentraler Partner</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nrw-macht-entwicklungspolitik-zur-standortfrage-ghana-bleibt-zentraler-partner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 19:22:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entwicklungspolitik soll in NRW künftig auch Standortpolitik sein. Die Landesregierung verbindet ihre Partnerschaft mit Ghana und anderen Regionen stärker mit Handel, Fachkräften, Sicherheit und neuen Märkten für Unternehmen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnrw-macht-entwicklungspolitik-zur-standortfrage-ghana-bleibt-zentraler-partner%2F&amp;action_name=NRW%20macht%20Entwicklungspolitik%20zur%20Standortfrage%20%E2%80%93%20Ghana%20bleibt%20zentraler%20Partner&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nordrhein-Westfalen richtet seine Entwicklungspolitik stärker auf eigene Wirtschafts-, Sicherheits- und Standortinteressen aus und will die Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern enger mit Handel, Fachkräftequalifizierung und technologischer Transformation verbinden. Der Beschluss über die neuen Leitlinien fiel im August 2026. Ghana bleibt dabei der wichtigste afrikanische Partner des Landes, während Unternehmen aus NRW über Entwicklungskooperationen leichter Zugang zu neuen Märkten erhalten sollen. Zugleich hält die Landesregierung an Armutsbekämpfung, humanitärer Hilfe, Menschenrechten und der Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen fest.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entwicklungszusammenarbeit ist keine Einbahnstraße“, sagt Nathanael Liminski, Minister für Internationales und Chef der Staatskanzlei. Nordrhein-Westfalen könne von Transformationsprozessen anderer Länder selbst lernen. Partnerschaften sollten deshalb Interessen und Expertise beider Seiten einbeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit rückt die Landesregierung deutlich von einem Verständnis ab, bei dem Entwicklungspolitik hauptsächlich als Hilfe für ärmere Staaten erscheint. Die neuen Leitlinien verbinden sie ausdrücklich mit Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit, Rohstoffen, Sicherheit, Migration und der Widerstandsfähigkeit Nordrhein-Westfalens gegen internationale Krisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung beschreibt globale Kooperation damit zugleich als Instrument eigener Landespolitik. „Stabilität, Wohlstand und Sicherheit entstehen lange nicht mehr allein innerhalb nationaler Grenzen“, sagt Liminski.</p>



<h2 id="h-ghana-soll-partnerschaft-und-wirtschaftsbrucke-zugleich-sein" class="wp-block-heading"><span id="ghana-soll-partnerschaft-und-wirtschaftsbruecke-zugleich-sein">Ghana soll Partnerschaft und Wirtschaftsbrücke zugleich sein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrika nimmt dabei vor allem über Ghana eine herausgehobene Stellung ein. Nordrhein-Westfalen arbeitet seit 2007 offiziell mit dem westafrikanischen Land zusammen. Die Kooperation umfasst inzwischen nachhaltige Wirtschaftsförderung, Gesundheit, Hochschulen und den Austausch zwischen Verwaltungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung bezeichnet Ghana als Stabilitätsanker in Westafrika und konzentriert ihre begrenzten Ressourcen bewusst auf längerfristige Partnerschaften. Neben Ghana gehören Nordmazedonien und die ukrainische Region Dnipropetrowsk zu diesem engeren Kreis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ghana sollen unter anderem Fachkräfteprogramme, berufliche Qualifizierung, Hochschulkooperationen und der direkte Austausch zwischen Beschäftigten der Verwaltungen fortgeführt werden. Kommunen, Diaspora-Organisationen und Vereine in Nordrhein-Westfalen sollen stärker eingebunden bleiben.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="540" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02.jpg" alt="" class="wp-image-29867 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02.jpg 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Auslandsgesellschaft_Dortmund_Juni_2020_02-800x450.jpg 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das Land verbindet diese Zusammenarbeit nun deutlicher mit wirtschaftlichen Interessen. Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Industriestandorte Europas und nach Darstellung der Landesregierung das zweitstärkste deutsche Exportland.<a href="https://fokus-afrika.de/aegypten-und-nrw-starten-ersten-gemeinsamen-wirtschafts-gipfel/"> Stabile Beziehungen zu Ländern mit wachsenden Märkten, wichtigen Rohstoffen und einer jungen Bevölkerung werden deshalb auch als Standortpolitik verstanden.</a></p>
</div></div>



<h2 id="h-entwicklungspolitik-soll-unternehmen-neue-markte-offnen" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungspolitik-soll-unternehmen-neue-maerkte-oeffnen">Entwicklungspolitik soll Unternehmen neue Märkte öffnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird der neue Ansatz beim Verhältnis von Entwicklungs- und Außenwirtschaftspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen sollen stärker mit Partnern im Globalen Süden zusammengebracht werden. Ausbildung, Wissenstransfer und Investitionen können nach dem Konzept Arbeitsplätze vor Ort schaffen und gleichzeitig wirtschaftliche Möglichkeiten für Firmen aus NRW eröffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung formuliert das ausdrücklich als gegenseitiges Interesse. Staaten des Globalen Südens seien aufgrund ihrer Bevölkerungsentwicklung, ihrer Rohstoffvorkommen sowie ihrer Bedeutung für Lieferketten und Zukunftstechnologien längst strategische Partner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine engere Zusammenarbeit bei klimafreundlichen Technologien könne „langfristig dazu beitragen, neue Märkte für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu schaffen“, heißt es in den Leitlinien. Entwicklungspolitische Maßnahmen und Außenwirtschaftsförderung sollen deshalb künftig gezielter aufeinander abgestimmt werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsforum Nordrhein-Westfalen erhält in diesem Konzept eine besondere Funktion. Es soll kleinen und mittleren Unternehmen helfen, Geschäftsmöglichkeiten auf afrikanischen Märkten zu erschließen und Partner vor Ort zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Technologie und Wissen sollen dabei nicht nur von Nordrhein-Westfalen nach Afrika fließen. Die Regierung betont mehrfach, dass auch NRW von Erfahrungen und Technologien seiner Partner profitieren könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Unternehmen setzt sie zugleich Grenzen. Geschäftspraktiken müssen internationalen Regeln sowie Menschenrechts- und Umweltstandards entsprechen.</p>



<h2 id="h-sicherheit-wird-teil-der-entwicklungspolitik" class="wp-block-heading"><span id="sicherheit-wird-teil-der-entwicklungspolitik">Sicherheit wird Teil der Entwicklungspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die sicherheitspolitische Sprache fällt deutlich stärker aus als in klassischen entwicklungspolitischen Konzepten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Landesregierung versteht ihre internationalen Aktivitäten als Bestandteil einer breiteren Friedens- und Sicherheitsarchitektur. Dabei geht es nicht um militärische Zusammenarbeit, sondern um stabile staatliche Strukturen, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, Energieversorgung, Klimaschutz, gesellschaftlichen Zusammenhalt und digitale Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kriege, instabile Lieferketten und Abhängigkeiten bei Rohstoffen oder kritischer Infrastruktur könnten unmittelbar auf Nordrhein-Westfalen durchschlagen. Partnerschaften mit anderen Regionen sollen deshalb auch die Widerstandsfähigkeit des Landes erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Leitlinien reagieren damit auf eine internationale Lage, in der wirtschaftliche Beziehungen zunehmend geopolitisch betrachtet werden. Die Landesregierung verweist auf den wachsenden Einfluss der Staaten des Globalen Südens, den Wettbewerb um Rohstoffe, den Klimawandel, Migration und die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungspolitik wird so auch zu einem Baustein wirtschaftlicher und strategischer Vorsorge.</p>



<h2 id="h-auch-migration-wird-ausdrucklich-angesprochen" class="wp-block-heading"><span id="auch-migration-wird-ausdruecklich-angesprochen">Auch Migration wird ausdrücklich angesprochen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbindung reicht bis in die Migrationspolitik. Fehlende wirtschaftliche Perspektiven, Kriege und Menschenrechtsverletzungen nennt die Landesregierung als Ursachen für Flucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zivile Krisenprävention, stabile staatliche Institutionen, wirtschaftliche Entwicklung und bessere Lebensbedingungen sollen dazu beitragen, solche Ursachen in den Herkunftsregionen zu verringern. Dabei macht das Konzept zugleich deutlich, dass Partnerregierungen selbst Verantwortung für Reformen und wirtschaftliche Entwicklung tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nordrhein-Westfalen wolle Unterstützung anbieten, wo sie gewünscht sei. Souveränität und Selbstbestimmung der Partner sollen gewahrt bleiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese stärker interessengeleitete Sprache findet inzwischen auch in der Bundespolitik Widerhall. In der Haushaltsdebatte des Bundestages am 9. September verwies die SPD-Abgeordnete Sanae Abdi ausdrücklich auf die CDU-geführte Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-will-mehr-entwicklungshilfe-10-milliarden-euro-im-gespraech/" data-type="post" data-id="29847">Sie führte deren neue Leitlinien als Beispiel dafür an, Entwicklungszusammenarbeit mit eigenen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen zu verbinden. </a></p>



<h2 id="h-zivilgesellschaft-behalt-grossen-einfluss" class="wp-block-heading"><span id="zivilgesellschaft-behaelt-grossen-einfluss">Zivilgesellschaft behält großen Einfluss</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die stärkere Ausrichtung auf Wirtschaft und Sicherheit bedeutet allerdings keinen Rückzug des Landes aus der klassischen Eine-Welt-Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nordrhein-Westfalen will weiterhin Nichtregierungsorganisationen, Diaspora-Initiativen, Kirchen, Kommunen und andere zivilgesellschaftliche Akteure fördern. Rund 7.000 Menschen engagieren sich nach Angaben der Landesregierung in entsprechenden Initiativen im Land, vielfach ehrenamtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle behält das Eine-Welt-Promotorenprogramm. Auch das Eine-Welt-Netz NRW und die landeseigene Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sollen weiter unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auslandsprogramm des Landes finanziert zudem direkte Kooperationen von Vereinen und Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen mit Partnern unter anderem in Ghana, Südafrika, Teilen der arabischen Welt und auf dem Westbalkan.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zivilgesellschaft war auch an der Neuausrichtung beteiligt. Im März 2026 konsultierte die Landesregierung entwicklungspolitische Organisationen und weitere Akteure aus Nordrhein-Westfalen. Deren Vorschläge flossen in die Leitlinien ein.</p>



<h2 id="h-humanitare-hilfe-bleibt-teil-des-konzepts" class="wp-block-heading"><span id="humanitaere-hilfe-bleibt-teil-des-konzepts">Humanitäre Hilfe bleibt Teil des Konzepts</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Armutsbekämpfung und humanitäre Hilfe sollen trotz der stärkeren Orientierung an Landesinteressen ausdrücklich erhalten bleiben. Nordrhein-Westfalen unterstützt bei Katastrophen und Krisen über Organisationen, die bereits Strukturen in den jeweiligen Ländern besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiele nennt das Land die Hilfe nach dem Erdbeben in der Türkei sowie Unterstützungsmaßnahmen in der Ukraine und im Libanon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschenrechte bleiben Bestandteil der Kooperation. Die Landesregierung nennt den Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung von Minderheiten ausdrücklich als Teil ihrer internationalen Aktivitäten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig stehen sämtliche Maßnahmen unter Haushaltsvorbehalt. Nordrhein-Westfalen will seine Mittel stärker auf Bereiche konzentrieren, in denen das Land eigene Kompetenzen und bestehende Strukturen besitzt.</p>



<h2 id="h-bonn-soll-international-weiter-wachsen" class="wp-block-heading"><span id="bonn-soll-international-weiter-wachsen">Bonn soll international weiter wachsen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen eigenen Schwerpunkt bildet Bonn. <a href="https://fokus-afrika.de/un-women-eroeffnet-buero-in-bonn/" data-type="post" data-id="22221">Mit 27 Einrichtungen und rund 1.200 Beschäftigten ist die Stadt nach Angaben der Landesregierung Deutschlands größter Standort der Vereinten Nationen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">NRW will gemeinsam mit Bundesregierung und Stadt weitere internationale Organisationen und Konferenzen nach Bonn holen. Entwicklungszusammenarbeit, Klima, Umwelt, Katastrophenvorsorge und Cybersicherheit gehören zu den Schwerpunkten des dort entstandenen internationalen Netzwerks.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Wissenschaft und Hochschulen sollen enger in internationale Partnerschaften eingebunden werden. Austauschprogramme, Forschung, berufliche Qualifizierung und Hochschulkooperationen werden dabei sowohl als Entwicklungsinstrumente als auch als Möglichkeit verstanden, Innovation und Fachkräftebeziehungen zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Ghana verbindet Nordrhein-Westfalen damit inzwischen eine Partnerschaft, die deutlich über klassische Entwicklungsprojekte hinausreicht. Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Kommunen und Zivilgesellschaft sollen enger zusammenspielen, während die Landesregierung ihre internationale Kooperation zugleich stärker an den eigenen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen ausrichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nrw-macht-entwicklungspolitik-zur-standortfrage-ghana-bleibt-zentraler-partner/">NRW macht Entwicklungspolitik zur Standortfrage – Ghana bleibt zentraler Partner</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland baut Sicherheitskooperation mit Senegal aus – Drohnen-Einheit und Bundeswehrübung geplant</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-baut-sicherheitskooperation-mit-senegal-aus-drohnen-einheit-und-bundeswehruebung-geplant/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 18:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[AES]]></category>
		<category><![CDATA[ECOWAS]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dschihadistische Angriffe in Mali rücken näher an Senegals Grenze. Deutschland reagiert mit acht Millionen Euro für Sicherheitsprojekte, unterstützt den Aufbau einer Drohnen-Einheit und schickt im November Fallschirmjäger zu einer Krisenübung nach Westafrika.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-baut-sicherheitskooperation-mit-senegal-aus-drohnen-einheit-und-bundeswehruebung-geplant%2F&amp;action_name=Deutschland%20baut%20Sicherheitskooperation%20mit%20Senegal%20aus%20%E2%80%93%20Drohnen-Einheit%20und%20Bundeswehr%C3%BCbung%20geplant&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-baut-sicherheitskooperation-mit-senegal-aus-drohnen-einheit-und-bundeswehruebung-geplant/">Deutschland baut Sicherheitskooperation mit Senegal aus – Drohnen-Einheit und Bundeswehrübung geplant</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland baut seine sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Senegal aus und unterstützt das westafrikanische Land beim Aufbau einer Drohnen-Einheit, eines Kompetenzzentrums zur Kampfmittelabwehr und einer Diensthundeschule. Die Vorhaben laufen im Programmzeitraum 2025 bis 2028, im November 2026 soll zudem eine größere Bundeswehrübung im Senegal stattfinden. Für die drei deutschen Ausstattungsprojekte sind insgesamt acht Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig verstärkt auch die Europäische Union ihre Unterstützung für Grenzschutz und maritime Sicherheit, während sich die Gewalt im benachbarten Mali immer weiter an die senegalesische Grenze heranschiebt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal gehört seit Jahren zu den stabilsten Staaten Westafrikas. Doch das sicherheitspolitische Umfeld hat sich verändert. Mali, Burkina Faso und Niger werden von Militärregierungen geführt und haben sich aus der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS zurückgezogen. Im Westen Malis operieren inzwischen dschihadistische Gruppen näher an der Grenze zu Senegal als noch vor wenigen Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland reagiert darauf bislang nicht mit Waffenlieferungen, sondern vor allem mit Ausbildung, Beratung und technischer Unterstützung. Die Bundeswehr unterhält dafür eine technische Beratergruppe im Senegal.</p>



<h2 id="h-acht-millionen-euro-fur-drei-sicherheitsprojekte" class="wp-block-heading"><span id="acht-millionen-euro-fuer-drei-sicherheitsprojekte">Acht Millionen Euro für drei Sicherheitsprojekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im deutschen Ausstattungshilfeprogramm sind bis 2028 drei Projekte vorgesehen. Senegal soll ein Kompetenzzentrum für Kampfmittelabwehr aufbauen, seine Luftstreitkräfte erhalten Unterstützung beim Aufbau einer Drohnen-Einheit und die bestehende Diensthundeschule soll weiterentwickelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahmen werden von einer technischen Beratungsgruppe der Bundeswehr begleitet. Solche Teams bestehen in der Regel aus bis zu acht Soldatinnen und Soldaten, die Partnerstreitkräfte ausbilden, beraten und beim Wissenstransfer unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm liegt gemeinsam in der Verantwortung des Auswärtigen Amts und des Verteidigungsministeriums. Es umfasst keine klassischen Rüstungslieferungen. Die bereitgestellte Ausstattung soll nicht letal sein, weshalb ein großer Teil der Ausgaben als öffentliche Entwicklungsleistung Deutschlands angerechnet werden kann.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die geplante Drohnen-Einheit ist damit nicht als Lieferung bewaffneter Kampfdrohnen beschrieben. Welche Fluggeräte und Fähigkeiten konkret aufgebaut werden sollen, wird nicht näher ausgewiesen.</p>



<h2 id="h-bundeswehr-probt-evakuierung-und-geiselbefreiung" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehr-probt-evakuierung-und-geiselbefreiung">Bundeswehr probt Evakuierung und Geiselbefreiung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die militärische Zusammenarbeit wird im November sichtbar ausgebaut. Dann soll die Bundeswehr im Senegal die Übung „Schneller Adler 2026“ abhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es nicht in erster Linie um die Verteidigung Senegals, sondern um deutsche Fähigkeiten zur Krisenreaktion. Geübt werden soll, Menschen aus weit entfernten Krisengebieten zu evakuieren oder Geiseln zu befreien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Übung sollen Fallschirmjäger der Saarlandbrigade teilnehmen. Die Operation ist Teil des deutschen nationalen Risiko- und Krisenreaktionsmanagements, für das das Auswärtige Amt politisch und das Operative Führungskommando der Bundeswehr militärisch zuständig sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dakar hatte bereits während der deutschen Einsätze in Mali und Niger eine wichtige logistische Funktion. <a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehr-verlasst-den-niger/">Für den Rückzug aus Niger richtete die Bundeswehr 2024 vorübergehend einen Luftstützpunkt in Dakar ein. </a>Seit Abschluss des Abzugs wird er nicht mehr betrieben, steht formal aber weiterhin unter Kontrolle der Bundeswehr.</p>



<h2 id="h-dschihadistische-gewalt-ruckt-naher-an-senegal" class="wp-block-heading"><span id="dschihadistische-gewalt-rueckt-naeher-an-senegal">Dschihadistische Gewalt rückt näher an Senegal</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage an Senegals Ostgrenze hat sich gleichzeitig verschärft. <a href="https://fokus-afrika.de/jnim-blockaden-bedrohen-westafrikas-handelsadern/" data-type="post" data-id="27914">Besonders im benachbarten Mali weitete die Al-Qaida-nahe Koalition Jama&#8217;at Nusrat al-Islam wal-Muslimin, kurz JNIM, ihre Aktivitäten seit 2025 weit nach Westen aus.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt liegt rund um die malische Stadt Kayes. Sie befindet sich nur etwa 95 Kilometer von der senegalesischen Grenze entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Region ist auch wirtschaftlich hochsensibel. Etwa 95 Prozent des von Mali benötigten Treibstoffs werden über Senegal eingeführt. Ein zentraler Transportweg führt über die Straße RN1 durch Kayes nach Bamako.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschihadisten griffen dort wiederholt senegalesische Lastwagen an, die Treibstoff nach Mali transportierten. Fahrzeuge wurden zerstört. Von Fahrern anderer Waren wurden Abgaben verlangt oder Ladungen beschlagnahmt. Auch die malische Zollstation Diboli, nur rund einen Kilometer von der senegalesischen Grenze und der Stadt Kidira entfernt, wurde angegriffen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal reagierte bereits im Sommer 2025 mit einer deutlichen Verstärkung von Militär, Gendarmerie und Grenzschutz im Osten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang ist es den dschihadistischen Gruppen nicht gelungen, ihren Konflikt dauerhaft auf senegalesisches Staatsgebiet zu tragen.</p>



<h2 id="h-goldschmuggel-schafft-zusatzliche-risiken" class="wp-block-heading"><span id="goldschmuggel-schafft-zusaetzliche-risiken">Goldschmuggel schafft zusätzliche Risiken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt eine Schattenwirtschaft entlang der Grenze. Illegale Goldminen und der Schmuggel von Gold, Drogen und anderen Waren verbinden den Osten Senegals wirtschaftlich mit den Konfliktgebieten in Mali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegalesische Sicherheitskräfte schlossen zwischen Juli 2024 und Juli 2025 nach eigenen Angaben mehr als 60 illegale Goldminen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Netzwerke können von bewaffneten Gruppen für Finanzierung, Schmuggel und Bewegung über Grenzen hinweg genutzt werden. Die Regierung versucht deshalb, nicht nur ihre militärische Präsenz auszubauen, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in den Grenzregionen zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei greift Dakar auf Erfahrungen aus der Casamance zurück. Der jahrzehntelange Separatistenkonflikt im Süden Senegals hat seit einem Friedensabkommen vom Februar 2025 deutlich an Intensität verloren. Die Regierung setzt dort seit Jahren auch auf Dialog mit lokalen Gemeinschaften und die Reintegration ehemaliger Kämpfer.&nbsp;</p>



<h2 id="h-eu-investiert-zusatzlich-25-millionen-euro-in-sicherheit" class="wp-block-heading"><span id="eu-investiert-zusaetzlich-25-millionen-euro-in-sicherheit">EU investiert zusätzlich 25 Millionen Euro in Sicherheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland steht mit seinem Engagement nicht allein. Die Europäische Union hat ihre sicherheitspolitische Unterstützung für Senegal ebenfalls ausgeweitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Juli 2025 finanziert die EU über die Europäische Friedensfazilität nicht-letale Ausrüstung im Umfang von zehn Millionen Euro. Sie soll insbesondere die Überwachung von Land- und Flussgrenzen sowie Aufklärung und Schutz von Sicherheitskräften verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/eu-staerkt-senegals-armee-mit-15-millionen-euro/" data-type="post" data-id="27141">Im Mai 2026 beschloss die EU weitere 15 Millionen Euro für die senegalesische Marine.</a> Über drei Jahre sollen damit nicht-letale Ausrüstung, Marineoperationen und Ausbildung unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sind damit allein über diese beiden EU-Maßnahmen 25 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist sowohl der Schutz vor einem Übergreifen der Sahel-Konflikte als auch eine bessere Kontrolle der Seegebiete vor Westafrika.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal ist gemeinsam mit Cabo Verde, Gambia und Guinea-Bissau für einen Abschnitt der regionalen Sicherheitsarchitektur im Golf von Guinea verantwortlich. Dort geht es unter anderem um Piraterie, Schmuggel und illegale Fischerei.</p>



<h2 id="h-frankreich-zieht-soldaten-ab-andere-partner-werden-wichtiger" class="wp-block-heading"><span id="frankreich-zieht-soldaten-ab-andere-partner-werden-wichtiger">Frankreich zieht Soldaten ab – andere Partner werden wichtiger</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neuordnung der Sicherheitskooperation vollzieht sich nach dem Ende der dauerhaften französischen Militärpräsenz im Senegal. Frankreich gab seine letzten Stützpunkte im Sommer 2025 nach rund 65 Jahren auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paris bleibt dennoch der wichtigste traditionelle Sicherheitspartner des Landes. Auch Spanien verfügt über enge Beziehungen zu den senegalesischen Sicherheitskräften. Ein 2025 erneuertes bilaterales Abkommen umfasst maritime Sicherheit, Cybersicherheit und Katastrophenschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großbritannien schloss 2024 ebenfalls ein neues Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Im Zentrum stehen Luft- und Seestreitkräfte sowie der Kampf gegen Terrorismus, Piraterie, Drogenschmuggel und illegale Fischerei.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="758" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-1024x758.jpg" alt="" class="wp-image-29047 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-1024x758.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-300x222.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-768x569.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-380x281.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-800x593.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14-1160x859.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5th_Senegalese_contingent_to_Mali_trained_with_USMC_in_Thies_7_June_2017_14.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-und-marokko-starten-militaeruebung-african-lion-26/" data-type="post" data-id="26990">Daneben nimmt Senegal regelmäßig an der unter amerikanischer und marokkanischer Führung durchgeführten Großübung „African Lion“ teil. </a>An „African Lion 2026“ waren im Mai mehr als 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus über 40 Ländern beteiligt. Die Bundeswehr nahm in diesem Jahr allerdings nicht teil. </p>
</div></div>



<h2 id="h-deutsche-waffenexporte-bleiben-gering" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-waffenexporte-bleiben-gering">Deutsche Waffenexporte bleiben gering</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika/" data-type="post" data-id="29549">Trotz der wachsenden sicherheitspolitischen Zusammenarbeit spielt Deutschland als klassischer Waffenlieferant für Senegal bislang kaum eine Rolle.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im ersten Halbjahr 2025 genehmigte die Bundesregierung zwei Rüstungsexporte im Gesamtwert von lediglich 10.067 Euro. 2024 lag das Volumen bei rund 70.000 Euro. Dabei ging es um Bodengerät und Teile für Kampfflugzeuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2023 wurden Genehmigungen über rund 351.000 Euro für Teile von Kommunikationsausrüstung und ballistischen Schutz für Patrouillenschiffe erteilt. Der größte deutsche Rüstungsexport der vergangenen Jahre waren 2022 ballistisch geschützte Geländefahrzeuge im Wert von rund 885.000 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Genehmigung für Kriegswaffen gab es zuletzt 2020. Damals wurden Teile für Flugkörper im Wert von rund 34.000 Euro genehmigt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die senegalesischen Streitkräfte beziehen ihre Ausrüstung überwiegend aus anderen Staaten. Frankreich gehört zu den wichtigsten Lieferanten, daneben kommen Systeme unter anderem aus Südafrika, China, Israel, Indien und Brasilien.</p>



<h2 id="h-senegal-gewinnt-nach-den-umbruchen-im-sahel-an-gewicht" class="wp-block-heading"><span id="senegal-gewinnt-nach-den-umbruechen-im-sahel-an-gewicht">Senegal gewinnt nach den Umbrüchen im Sahel an Gewicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Senegal verfügt über rund 14.150 aktive Soldaten sowie etwa 5.000 Angehörige der Gendarmerie und weiterer paramilitärischer Einheiten. Mit rund 11.900 Soldaten stellt das Heer den größten Teil der Streitkräfte. Marine und Luftwaffe sind mit etwa 1.500 beziehungsweise 750 Angehörigen deutlich kleiner.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Militär gilt im regionalen Vergleich als stark professionalisiert und politisch zurückhaltend. Anders als Mali, Burkina Faso, Niger oder Guinea wurde Senegal seit seiner Unabhängigkeit nie von einer Militärjunta regiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Austritt Malis, Nigers und Burkina Fasos aus der ECOWAS hat sich zugleich das politische Gewicht Senegals innerhalb der westafrikanischen Gemeinschaft erhöht. Dakar unterhält auch zu den drei Militärregierungen weiterhin Kontakte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Senegal bezeichnen ihre Beziehungen als eng. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-senegal-wollen-investitionen-und-sicherheitspartnerschaft-ausbauen/" data-type="post" data-id="28356">Bei Präsident Bassirou Diomaye Fayes Besuch in Berlin im Juni 2026 standen die Sicherheitslage im Sahel und eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen ausdrücklich auf der Agenda.</a> Trotz dieser politischen Nähe blieb die direkte militärische Zusammenarbeit bislang vergleichsweise begrenzt. Mit den drei laufenden Ausstattungsprojekten und „Schneller Adler 2026“ bekommt sie nun einen deutlich praktischeren Schwerpunkt. </p>
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		<title>Wadephul: &#8220;1,4 Milliarden Euro an humanitäre Hilfe reichen nicht&#8221; – AfD will zwei Ministerien fusionieren</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-14-milliarden-euro-an-humanitaere-hilfe-reichen-nicht-afd-will-zwei-ministerien-fusionieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 18:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wadephul stellt sich gegen den eigenen Sparkurs: Mehr Geld für humanitäre Hilfe gefordert<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-14-milliarden-euro-an-humanitaere-hilfe-reichen-nicht-afd-will-zwei-ministerien-fusionieren%2F&amp;action_name=Wadephul%3A%20%26%238220%3B1%2C4%20Milliarden%20Euro%20an%20humanit%C3%A4re%20Hilfe%20reichen%20nicht%26%238221%3B%20%E2%80%93%20AfD%20will%20zwei%20Ministerien%20fusionieren&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul will die geplanten Kürzungen bei der humanitären Hilfe nicht hinnehmen und dafür sowohl im Bundestag als auch bei Finanzminister Lars Klingbeil um zusätzliches Geld kämpfen. Am 9. September 2026 verteidigte der CDU-Politiker seinen Etat im Bundestag, ging aber bei mehreren Punkten demonstrativ auf Distanz zum Regierungsentwurf. Auch Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken verlangen Nachbesserungen, während die AfD eine grundlegende Neuordnung der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik fordert. Gleichzeitig stellt der Bundesrechnungshof bei einem anderen Milliardenbereich des Auswärtigen Amts eine unbequeme Frage: Ob das Geld der deutschen Kultur- und Bildungspolitik im Ausland tatsächlich die gewünschte außenpolitische Wirkung erzielt, kann das Ministerium bislang nicht belegen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">5,958 Milliarden Euro sieht der Haushaltsentwurf 2027 für das Auswärtige Amt vor, rund 67 Millionen weniger als in diesem Jahr. Wadephul machte gleich zu Beginn deutlich, dass er den Entwurf keineswegs für abgeschlossen hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Parlament habe das letzte Wort. Bei den „erneut schmerzhaften Einschnitten“ könne der Entwurf noch verbessert werden, sagte der Außenminister. An einer Stelle wurde er besonders konkret: „Ich habe auch in diesem Kreis schon mehrfach dafür plädiert, dort nicht zu kürzen.“ Gemeint war die humanitäre Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul kündigte an, das Thema in den parlamentarischen Beratungen erneut aufzugreifen und parallel mit Klingbeil darüber zu sprechen. Die Kürzung sei „bedauerlicherweise“ erfolgt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-eine-milliarde-fur-humanitare-hilfe-reicht-vielen-im-bundestag-nicht" class="wp-block-heading"><span id="eine-milliarde-fuer-humanitaere-hilfe-reicht-vielen-im-bundestag-nicht">Eine Milliarde für humanitäre Hilfe reicht vielen im Bundestag nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Streit entzündet sich an einer Zahl, die in der Haushaltsdebatte immer wieder fiel: rund eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit Krisenprävention sind im entsprechenden Bereich des Auswärtigen Amts für 2027 rund 1,43 Milliarden Euro vorgesehen, nach rund 1,46 Milliarden im laufenden Jahr. SPD-Haushaltspolitikerin Esther Dilcher erklärte offen, sie hätte sich „wesentlich mehr“ gewünscht. Angesichts der Kriege und Krisen in der Ukraine, im Sudan, in Syrien und Jemen sowie der Lage im Sahel und am Horn von Afrika müsse der Ansatz noch einmal überprüft werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch weiter gehen die Grünen. Jamila Schäfer verlangte eine Erhöhung der humanitären Hilfe auf ungefähr drei Milliarden Euro. Sie stellte die Zahlen des Auswärtigen Amts den massiv gestiegenen Verteidigungsausgaben gegenüber. <a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/" data-type="post" data-id="29371">Während der Etat des Außenministeriums schrumpfe, stünden einschließlich der Sondermittel rund 139 Milliarden Euro für Verteidigung zur Verfügung.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für jeden Euro Außenpolitik stehen also etwa 23 Euro für militärische Verteidigung zur Verfügung“, sagte Schäfer. Diplomatie, Krisenprävention und humanitäre Hilfe seien ebenfalls Sicherheitspolitik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grünen-Abgeordnete Max Lucks griff Wadephul direkt an. Der Minister könne nicht so tun, als sei die Kürzung irgendwie über die Bundesregierung gekommen. Der Haushaltsentwurf sei schließlich von der Regierung selbst beschlossen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Lucks fordert drei Milliarden Euro. Eine bloße Rückkehr auf das frühere Niveau von zwei Milliarden Euro wäre aus seiner Sicht bereits eine deutliche Verbesserung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke verlangt ebenfalls rund drei Milliarden Euro. Katrin Fey warf der Bundesregierung vor, bei militärischen Ausgaben andere Maßstäbe anzulegen als bei ziviler Krisenbewältigung. Ihr Fraktionskollege Sascha Wagner kritisierte gleichzeitig Einschnitte bei Krisenprävention, Menschenrechtsarbeit sowie Bildungs- und Wissenschaftsaustausch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entsteht eine ungewöhnliche Konstellation: Der zuständige Außenminister, Teile des Regierungslagers und die Opposition links der Koalition halten die vorgesehenen Mittel für zu niedrig. Offen ist, ob daraus in den Haushaltsberatungen tatsächlich eine Mehrheit für zusätzliche Milliarden entsteht.</p>



<h2 id="h-wadephul-verbindet-hilfe-ausdrucklich-mit-weniger-migration" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-verbindet-hilfe-ausdruecklich-mit-weniger-migration">Wadephul verbindet Hilfe ausdrücklich mit weniger Migration</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul begründete höhere humanitäre Ausgaben nicht allein mit Deutschlands internationaler Verantwortung. Er verband sie ausdrücklich mit deutschen Interessen und Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Krisen vor Ort zu bekämpfen und Menschen dadurch zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben, sei „gut investiertes Geld und auch im deutschen und im europäischen Interesse“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit setzt der Außenminister einen Akzent, der auch in der Union anschlussfähig ist: Humanitäre Hilfe soll nicht nur Leid lindern, sondern zugleich Instabilität und Fluchtbewegungen begrenzen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29813 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Foreign_Secretary_David_Lammy_hosts_Weimar_meeting_54514436695.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/el-nino-bedroht-malawi-fuer-direkte-katastrophenhilfe-bleiben-nur-58-000-euro/" data-type="post" data-id="29063">Wadephul verwies zudem auf neue Risiken durch El Niño und wachsende humanitäre Notlagen.</a> In der Ukraine habe er zuletzt weitere 50 Millionen Euro zusagen können. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch SPD-Abgeordnete Dilcher argumentierte ähnlich. Wer Flucht und Destabilisierung verhindern wolle, dürfe nicht erst reagieren, „wenn Krisen an unseren Grenzen angekommen sind“.&nbsp;</p>



<h2 id="h-visa-werden-zum-haushaltsargument" class="wp-block-heading"><span id="visa-werden-zum-haushaltsargument">Visa werden zum Haushaltsargument</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul kämpft jedoch nicht nur um Hilfsgelder. Er warnte davor, dem Auswärtigen Amt weitere personelle Einschnitte aufzuerlegen und gleichzeitig schnellere Visa für Fachkräfte und Unternehmen zu verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">250 Stellen seien im Ministerium bereits eingespart worden. In der Berliner Zentrale wurden Abteilungen zusammengelegt und Strukturen verkleinert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Auslandsvertretungen will der Minister dagegen nicht weiter kürzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diplomatie ist People Business“, sagte Wadephul. Gespräche könnten nur von Menschen vor Ort geführt werden. Deshalb habe er entschieden, die Präsenz an den Botschaften und Konsulaten zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlichen Personalbedarf sieht er insbesondere bei Visa. Unternehmen, die Fachkräfte oder internationale Geschäftspartner erwarteten, seien auf schnellere Verfahren angewiesen. Wer diese fordere, müsse dem Ministerium auch genügend Entscheider im konsularischen Bereich finanzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete das ausdrücklich als Wirtschaftsförderung.</p>



<h2 id="h-in-neu-delhi-sitzen-diplomaten-neben-stutzen" class="wp-block-heading"><span id="in-neu-delhi-sitzen-diplomaten-neben-stuetzen">In Neu-Delhi sitzen Diplomaten neben Stützen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie weit der Spardruck reicht, machte Wadephul an einem ungewöhnlichen Beispiel fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im deutschen Konsulargebäude in Neu-Delhi säßen Beschäftigte inzwischen neben Querstützen und müssten sich Sorgen machen, „dass ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Decke auf den Kopf fällt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister forderte die Abgeordneten deshalb auf, auch die Mittel für Gebäudeinstandhaltung noch einmal zu überprüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Haushaltsplädoyer verbindet damit drei Argumente: Deutschland brauche genügend Personal für Diplomatie und Visa, ausreichend Geld für humanitäre Krisen und funktionierende Gebäude für seine Auslandsvertretungen.</p>



<h2 id="h-afd-will-auswartiges-amt-und-entwicklungsministerium-zusammenlegen" class="wp-block-heading"><span id="afd-will-auswaertiges-amt-und-entwicklungsministerium-zusammenlegen">AfD will Auswärtiges Amt und Entwicklungsministerium zusammenlegen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD zieht aus dem Haushaltsdruck eine völlig andere Konsequenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-fordert-abschaffung-des-entwicklungsministeriums/" data-type="post" data-id="13459">Jürgen Koegel forderte im Bundestag, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zusammenzulegen.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-will-mehr-entwicklungshilfe-10-milliarden-euro-im-gespraech/">Das BMZ verfügt 2027 nach dem Regierungsentwurf weiterhin über rund 9,5 Milliarden Euro.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland brauche keine zwei politischen Apparate für sein Handeln im Ausland, argumentierte Koegel. Entwicklungszusammenarbeit solle stärker an deutschen außenpolitischen Interessen ausgerichtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich kritisierte er, dass der Verteidigungsetat erheblich wachse, während der Etat des Auswärtigen Amts bei knapp sechs Milliarden Euro liege. Statt immer mehr Geld für militärische Fähigkeiten bereitzustellen, müsse Deutschland stärker in Diplomatie investieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Markus Frohnmaier ging in seiner Rede noch weiter und verlangte ein Ende der deutschen Ukraine-Unterstützung in ihrer bisherigen Form. Union, SPD und Grüne widersprachen scharf. Röttgen warf der AfD vor, sich angesichts russischer Angriffe gegen deutsche Interessen auf die Seite Moskaus zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Haushaltsdebatte entwickelte sich damit zeitweise zu einer Grundsatzauseinandersetzung darüber, was deutsche Außenpolitik leisten soll und gegen wen sie sich verteidigen muss.</p>



<h2 id="h-getreide-aus-der-ukraine-wird-zum-aussenpolitischen-krisenthema" class="wp-block-heading"><span id="getreide-aus-der-ukraine-wird-zum-aussenpolitischen-krisenthema">Getreide aus der Ukraine wird zum außenpolitischen Krisenthema</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul nutzte die Debatte zugleich für eine bislang wenig beachtete diplomatische Initiative. Deutschland arbeitet nach seinen Angaben daran, blockierte beziehungsweise erschwerte ukrainische Getreidetransporte wieder zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er habe darüber mit seinem ukrainischen Amtskollegen gesprochen, außerdem mit Saudi-Arabien. <a href="https://fokus-afrika.de/algerien-bricht-beziehungen-zu-emiraten-ab-waehrend-mohammed-bin-zayed-in-berlin-empfangen-wird/" data-type="post" data-id="29853">Auch bei einem Gespräch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten sollte das Thema auf der Tagesordnung stehen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland sei gegenwärtig nicht zu einer entsprechenden Verständigung bereit, sagte Wadephul.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister stellte einen direkten Bezug zu Afrika her. Ägypten beziehe etwa ein Drittel seines Getreides aus der Ukraine. Fielen diese Lieferungen aus, könnten Nahrungsmittelknappheit und neue Fluchtbewegungen die Folge sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verband Wadephul Ukraine-Diplomatie, Ernährungssicherheit und Migration ausdrücklich miteinander.&nbsp;</p>



<h2 id="h-rechnungshof-bei-fast-einer-milliarde-fehlt-der-wirkungsnachweis" class="wp-block-heading"><span id="rechnungshof-bei-fast-einer-milliarde-fehlt-der-wirkungsnachweis">Rechnungshof: Bei fast einer Milliarde fehlt der Wirkungsnachweis</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während im Bundestag um zusätzliche Mittel gestritten wird, hat der Bundesrechnungshof dem Auswärtigen Amt bei einem anderen großen Ausgabenblock erhebliche Mängel bescheinigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund eine Milliarde Euro fließt jährlich in die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Dazu gehören unter anderem das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst, deutsche Auslandsschulen und zahlreiche Kultur- und Wissenschaftsprogramme.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rechnungshof kommt in seinem <a href="https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2026/auswaertige-kulturpolitik-volltext.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">Bericht</a> vom 29. Juli zu einem weitreichenden Befund: Das Ministerium habe die Ziele dieser Politik nicht ausreichend präzisiert und könne weder den außenpolitischen Nutzen noch die Wirtschaftlichkeit des Mitteleinsatzes ausreichend belegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehle eine konsistente Gesamtstrategie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt widerspricht dieser Darstellung. Nationale Sicherheitsstrategie, China-Strategie, Afrika-Leitlinien und weitere außenpolitische Vorgaben bildeten gemeinsam einen „integrativen, modularen strategischen Ansatz“. Zudem würden Goethe-Institut, DAAD und andere Mittlerorganisationen über Zielvereinbarungen gesteuert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Bundesrechnungshof überzeugt das nicht. Die einzelnen Vereinbarungen seien „allenfalls Stückwerk“ und könnten eine Gesamtstrategie nicht ersetzen. Teilweise fehlten sogar Ausgangswerte, mit denen später gemessen werden könnte, ob ein Ziel überhaupt erreicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders kritisch sieht die Finanzkontrolle, dass Organisationen teilweise selbst beurteilen, wie erfolgreich ihre Arbeit war. Beim DAAD sei diese Selbsteinschätzung „höchst problematisch“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rechnungshof formuliert am Ende eine klare Konsequenz: Kann das Auswärtige Amt den Erfolg einer geförderten Maßnahme nicht belegen, dürfe es sie nicht weiter fördern.&nbsp;</p>



<h2 id="h-goethe-institut-daad-und-auslandsschulen-bleiben-milliardenbaustein" class="wp-block-heading"><span id="goethe-institut-daad-und-auslandsschulen-bleiben-milliardenbaustein">Goethe-Institut, DAAD und Auslandsschulen bleiben Milliardenbaustein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Haushaltsentwurf bleibt die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik dennoch eine der großen Säulen des Ministeriums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SPD-Abgeordnete Dilcher bezifferte ihren Umfang auf rund 960 Millionen Euro. Für deutsche Auslandsschulen sollen knapp 309 Millionen Euro bereitstehen. <a href="https://fokus-afrika.de/75-jahre-goethe-institut-steinmeier-warnt-vor-rueckzug-aus-kultureller-aussenpolitik/" data-type="post" data-id="28362">Das Goethe-Institut</a> erhält nach ihren Angaben 225,3 Millionen Euro, der DAAD 204,9 Millionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrechnungshof stellt die Existenz dieser Instrumente nicht grundsätzlich infrage. Er verlangt vielmehr, dass das Ministerium klarer festlegt, welchen außenpolitischen Zweck sie jeweils erfüllen sollen und wie dieser Erfolg gemessen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das betrifft auch Afrika. Der Rechnungshof bemängelt ausdrücklich, dass nicht nachvollziehbar sei, welchen Beitrag etwa DAAD-Programme zu den Afrika-Leitlinien der Bundesregierung leisten. Auch bei deutschen Auslands- und Partnerschulen werde nicht systematisch überprüft, ob tatsächlich eine langfristige Bindung an Deutschland entsteht oder Fachkräfte für Deutschland gewonnen werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul selbst stellte die internationale Präsenz seines Hauses im Bundestag dagegen unter einen breiteren politischen Vorbehalt: Gerade weil Kriege, Konflikte und wirtschaftliche Interessen Deutschlands Auslandsbeziehungen stärker beanspruchten, wolle er die diplomatische Präsenz vor Ort nicht weiter reduzieren.</p>
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			<media:description type="html">Bild: Ben Dance / FCDO</media:description>
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		<title>Bundestag will mehr Entwicklungshilfe – 10 Milliarden Euro im Gespräch</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-will-mehr-entwicklungshilfe-10-milliarden-euro-im-gespraech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 08:38:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erst übergeben Hilfsorganisationen 100.000 Unterschriften, einen Tag später werden ihre Warnungen im Bundestag zitiert. Nun wackelt die geplante Kürzung des Entwicklungsetats – doch Bundesrechnungshof und AfD stellen zugleich die Verwendung der Milliarden grundsätzlich infrage.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-will-mehr-entwicklungshilfe-10-milliarden-euro-im-gespraech%2F&amp;action_name=Bundestag%20will%20mehr%20Entwicklungshilfe%20%E2%80%93%2010%20Milliarden%20Euro%20im%20Gespr%C3%A4ch&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-will-mehr-entwicklungshilfe-10-milliarden-euro-im-gespraech/">Bundestag will mehr Entwicklungshilfe – 10 Milliarden Euro im Gespräch</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Bundestag wächst der Druck, die geplante Kürzung des Entwicklungsetats zurückzunehmen und den Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums wieder in Richtung zehn Milliarden Euro anzuheben. Am 9. September 2026 beriet das Parlament den Etat für das kommende Jahr. Vor allem in der SPD wird der Regierungsentwurf inzwischen offen infrage gestellt, Grüne und Linke verlangen deutlich mehr Geld, während die Union auf Sparzwang, stärkere Kontrolle und klarere deutsche Interessen pocht. Gleichzeitig erhöht ein breites Bündnis aus Hilfsorganisationen den politischen Druck – und trifft damit auf einen Bundesrechnungshof, der ausgerechnet bei Wirksamkeit, Kontrolle und Transparenz erhebliche Defizite sieht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Regierungsentwurf sieht 9,47 Milliarden Euro für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor. Das wären rund 587 Millionen Euro weniger als 2026 und 5,8 Prozent weniger als im laufenden Haushalt. Würde das Parlament diese Kürzung vollständig zurücknehmen, läge der Etat wieder bei gut zehn Milliarden Euro. Eine formale Einigung der Koalition auf diese Summe gibt es bislang nicht. Doch dass der Regierungsentwurf im parlamentarischen Verfahren noch einmal aufgeschnürt wird, machte die Debatte ungewöhnlich deutlich.&nbsp;</p>



<h2 id="h-kurzungen-werden-angezweifelt" class="wp-block-heading"><span id="kuerzungen-werden-angezweifelt">Kürzungen werden angezweifelt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ein-jahr-ministerin-alabali-radovan-bmz-richtet-entwicklungspolitik-staerker-auf-wirtschaft-und-krisen-aus/">Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan selbst verteidigte die Kürzungen nur zurückhaltend. </a>Die Spielräume würden kleiner, sagte die SPD-Politikerin, die Regierung habe „schmerzhafte Entscheidungen“ treffen müssen. Zugleich warb sie für eine starke Entwicklungspolitik und setzte ausdrücklich auf die weiteren Beratungen im Parlament. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlicher wurde ihr Parteikollege Felix Döring. Als er den Regierungsentwurf gesehen habe, habe er „schwer schlucken“ müssen, sagte der SPD-Abgeordnete. Der Koalitionsvertrag sehe zwar eine angemessene Absenkung der deutschen Entwicklungsausgaben vor. Eine niedrigere Quote ließe sich bei wachsender Wirtschaft jedoch selbst mit einem stabilen Etat erreichen. Über das Wort „angemessen“ müsse deshalb noch gesprochen werden. „Genau dieser Ball liegt jetzt bei uns“, sagte Döring mit Blick auf das Parlament.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt eine Rückkehr in die Größenordnung des diesjährigen Budgets politisch auf dem Tisch, auch wenn sich die Regierungsfraktionen über den Umfang nicht einig sind.</p>



<h2 id="h-100-000-unterschriften-einen-tag-spater-landen-ngo-satze-im-plenum" class="wp-block-heading"><span id="100-000-unterschriften-einen-tag-spaeter-landen-ngo-saetze-im-plenum">100.000 Unterschriften – einen Tag später landen NGO-Sätze im Plenum</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druck auf die Abgeordneten kommt nicht nur aus den eigenen Fraktionen. Einen Tag vor der Bundestagsdebatte übergaben 16 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen rund 100.000 Unterschriften gegen weitere Kürzungen an SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und den stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden Klaus Mack.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dem Bündnis gehören unter anderem Brot für die Welt, CARE Deutschland, Misereor, Oxfam, Welthungerhilfe, das International Rescue Committee, ONE Deutschland, Terre des Hommes und Aktion gegen den Hunger. Sie fordern nicht nur eine Rücknahme der Einschnitte. Der Dachverband VENRO verlangt für das Entwicklungsministerium mindestens 11,2 Milliarden Euro und für die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts mindestens 2,8 Milliarden Euro.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie unmittelbar diese <a href="https://weact.campact.de/petitions/solidaritat-nicht-kaputtsparen-internationale-hilfe-starken">Kampagne</a> inzwischen in der parlamentarischen Debatte angekommen ist, zeigte sich am Rednerpult.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen-Abgeordnete Schahina Gambir machte die Botschaften der Organisationen selbst zum Inhalt ihrer Rede. Sie zitierte ONE mit dem Satz „Die Welt brennt und Deutschland spart bei der Feuerwehr“, VENRO mit der Warnung, der Haushalt werde „Menschenleben kosten“, und die Kirchen mit der Formel: „Die Kürzungen von heute sind die Krisen von morgen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lobbydruck der Hilfsorganisationen bleibt damit nicht vor den Türen des Bundestages. Ihre Argumente und Formulierungen werden im Plenum von Abgeordneten aufgegriffen und weitergetragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kampagne trifft dabei auf einen politischen Resonanzraum, der über die Grünen hinausreicht. Sanae Abdi von der SPD forderte, zivile Ukraine-Hilfen ebenso wie militärische Unterstützung unter die Ausnahmeregelung der Schuldenbremse zu fassen. Das Entwicklungsministerium müsse dann nicht mehr, wie sie es formulierte, zwischen Heizkraftwerken für die Ukraine und der Bekämpfung von Ebola im Kongo entscheiden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Claudia Roth verlangte ausdrücklich, die Kürzungen zurückzunehmen. Sie verwies auf den weitgehenden Rückzug der USA aus der internationalen Entwicklungsfinanzierung und warnte davor, dass Deutschland parallel seine eigenen Beiträge reduziert.&nbsp;</p>



<h2 id="h-die-union-halt-dagegen-und-wird-selbst-von-den-ngos-bearbeitet" class="wp-block-heading"><span id="die-union-haelt-dagegen-und-wird-selbst-von-den-ngos-bearbeitet">Die Union hält dagegen – und wird selbst von den NGOs bearbeitet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bei der CDU und CSU stößt die Forderung nach zusätzlichem Geld jedoch auf Widerstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicolas Zippelius verteidigte den Sparkurs. Fast 9,5 Milliarden Euro seien weiterhin erhebliche Mittel. Weniger Geld bedeute nicht automatisch weniger Wirkung. Die Entwicklungszusammenarbeit müsse stärker priorisieren und ihre Strukturen überprüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ausweitung der Ausnahmen von der Schuldenbremse auf Entwicklungszusammenarbeit lehnt Zippelius ab. Wer im gesamten Bundeshaushalt Einsparungen verlange, könne den eigenen Politikbereich davon nicht ausnehmen.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="370" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-1024x370.webp" alt="" class="wp-image-29849 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-1024x370.webp 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-300x108.webp 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-768x277.webp 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-1536x554.webp 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-380x137.webp 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-800x289.webp 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0-1160x419.webp 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/solidaritat-nicht-kaputt-sparen-2026-c-joerg-farys-9083_0.webp 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das macht die Übergabe der NGO-Petition auch politisch interessant. Klaus Mack gehörte zu den beiden führenden Koalitionspolitikern, die am Vortag die rund 100.000 Unterschriften entgegengenommen hatten. Im Bundestag verteidigte der CDU-Abgeordnete anschließend zwar grundsätzlich die Entwicklungszusammenarbeit, verband sie aber mit einer klaren Forderung nach Umbau.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Programme müssten messbare Ergebnisse liefern. Projekte, die ihre Ziele nicht erreichten, müssten beendet werden. Entwicklungspolitik solle außerdem stärker deutschen und europäischen Wirtschaftsinteressen dienen, Rohstoffpartnerschaften ausbauen und Unternehmen neue Märkte erschließen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Rachel schlug einen ähnlichen Ton an. Die Frage, ob im Ausland zu viel Geld mit zu wenig Nutzen ausgegeben werde, müsse ernst genommen werden. Entwicklungspolitik bleibe notwendig, doch Akzeptanz entstehe nur, wenn Projekte nachvollziehbaren Nutzen hätten und in das Gesamtbild eines angespannten Bundeshaushalts passten. Über den endgültigen Etat wolle die Union in den kommenden Beratungen weiter verhandeln.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die Tür für Veränderungen nicht geschlossen. Die Union verbindet zusätzliche Spielräume aber wesentlich stärker mit Effizienz, wirtschaftlichem Nutzen und politischen Prioritäten als SPD, Grüne oder Linke.</p>



<h2 id="h-bundesrechnungshof-liefert-den-kritikern-munition" class="wp-block-heading"><span id="bundesrechnungshof-liefert-den-kritikern-munition">Bundesrechnungshof liefert den Kritikern Munition</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau in diese Auseinandersetzung fällt ein Bericht des Bundesrechnungshofs an den Haushaltsausschuss. Während Hilfsorganisationen und Teile des Bundestages über mehr Geld sprechen, stellt die oberste Finanzkontrolle des Bundes die Frage, wie zuverlässig Milliarden im bestehenden System gesteuert und kontrolliert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/machbarkeitsstudie-fur-einen-green-hydrogen-power-to-x-innovations-forschungs-und-technologiepark-in-kenia/" data-type="post" data-id="10554">Ein besonders auffälliger Fall ist der sogenannte Power-to-X-Entwicklungsfonds.</a> Das Entwicklungsministerium zahlte bereits 2022 insgesamt 270 Millionen Euro ein, um Projekte für grünen Wasserstoff in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als drei Jahre später hatte der Fonds noch keinen einzigen Zuschuss an ein Förderprojekt ausgezahlt. Nach der Hälfte der vorgesehenen Laufzeit waren lediglich 6,4 Millionen Euro unter anderem für Dienstleistungen und Verwaltung angefallen. Der Bundesrechnungshof bezeichnet den Fonds in seiner derzeitigen Form als „ineffizient und ungeeignet“, das angestrebte Ziel zu erreichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium argumentiert, die frühe Bereitstellung der 270 Millionen Euro habe ein Signal an den entstehenden Wasserstoffmarkt senden sollen. Der Bundesrechnungshof hält dagegen, ein solches Signal hätte auch mit einer verbindlichen Finanzierungszusage erreicht werden können, ohne das Geld bereits vollständig aus dem Bundeshaushalt abfließen zu lassen. Weitere optional vorgesehene 80 Millionen Euro sollten nach seiner Empfehlung nicht ausgezahlt werden, bevor der Fonds neu ausgerichtet ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Projekten der finanziellen Zusammenarbeit fand die Rechnungsprüfung Probleme. In einer Stichprobe von 30 Vergabeverfahren in 18 Ländern stellte sie vergaberechtliche Verstöße und Dokumentationsmängel fest, besonders bei Aufträgen ohne Wettbewerb und Direktvergaben. Das Ministerium hat zugesagt, gemeinsam mit der KfW die Verfahren besser zu dokumentieren und die Empfehlungen umzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Feststellungen stützen nicht die pauschale Behauptung, Entwicklungsgelder seien insgesamt unwirksam. Sie zeigen aber, dass die Debatte über zusätzliche Milliarden gleichzeitig eine Debatte über Kontrolle, Auswahl und Folgekosten der Projekte ist.</p>



<h2 id="h-weniger-geld-aber-zugleich-weniger-informationen-fur-den-bundestag" class="wp-block-heading"><span id="weniger-geld-aber-zugleich-weniger-informationen-fuer-den-bundestag">Weniger Geld – aber zugleich weniger Informationen für den Bundestag</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch schärfer ist die Kritik des Bundesrechnungshofs bei der Transparenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Entwicklungsministerium will mehrere bisher getrennte Programme in einer neuen Titelgruppe zusammenführen. Sie soll 2027 ein Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro haben. Gleichzeitig sollen bisherige Berichtspflichten entfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrechnungshof warnt, dass Abgeordnete dadurch künftig deutlich weniger Informationen erhalten könnten. Weil das Ministerium innerhalb dieser Titelgruppe unterschiedliche Instrumente, Partner und Finanzierungsformen einsetzen kann, sei gerade dort eine nachvollziehbare Berichterstattung erforderlich.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Konflikt zwischen BMZ und Rechnungsprüfung. Bis zu den Haushaltsberatungen für 2023 nahm der zuständige Bereich des Bundesrechnungshofs regelmäßig an Gesprächen zwischen Finanzministerium und Entwicklungsministerium zur Haushaltsaufstellung teil. Seit dem Haushalt 2024 finden diese Gespräche nach Darstellung des Rechnungshofs ohne ihn statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rechnungshof spricht von einem möglichen Informationsdefizit, das auch seine Beratung des Parlaments beeinträchtigen könne. Zugleich werde die Möglichkeit vertan, Prüfungserfahrungen bereits während der Aufstellung des Haushalts einzubringen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diesen Punkt griff AfD-Abgeordneter Mirco Hanker im Plenum auf. Wenn selbst der Bundesrechnungshof ein Transparenzproblem sehe, hätten auch die Abgeordneten eines, argumentierte er. Das Ministerium sei in Teilen eine „Blackbox für Steuergelder“.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afd-will-nicht-mehr-sondern-deutlich-weniger-entwicklungshilfe" class="wp-block-heading"><span id="afd-will-nicht-mehr-sondern-deutlich-weniger-entwicklungshilfe">AfD will nicht mehr, sondern deutlich weniger Entwicklungshilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während SPD, Grüne und Linke darüber streiten, wie stark der Etat wieder angehoben werden soll, lehnt die AfD bereits die geplanten 9,47 Milliarden Euro ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/">Matthias Rentzsch sprach von einer Entwicklungspolitik, die durch „Intransparenz, ideologische Verblendung und Verschwendung“ geprägt sei.</a> Die Bundesregierung wolle auch 2027 „knapp 10 Milliarden Euro“ ausgeben, kritisierte er, und stellte besonders Programme zu Geschlechterpolitik und zivilgesellschaftlicher Förderung infrage. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Abgeordnete Julian Schmidt formulierte den Maßstab noch grundsätzlicher: Entwicklungszusammenarbeit sei nur legitim, wenn sie deutschen Interessen diene und Handel ermögliche. Bei einem Bundeshaushalt mit hohen neuen Schulden und steigenden Zinslasten müsse zunächst die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-29850 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-1536x1070.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-380x265.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5012353-1160x808.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen hielten dieser Argumentation im Plenum unmittelbar entgegen. Als aus der AfD von „gesellschaftspolitischen Fantasieprojekten“ die Rede war, rief Schahina Gambir dazwischen und verwies auf Aids- und Tuberkulosebekämpfung, Gesundheitsversorgung für Schwangere und den Schutz von Kleinkindern.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Streit dreht sich damit längst nicht mehr nur um 587 Millionen Euro. Die Fraktionen verhandeln grundsätzlich darüber, wofür deutsche Entwicklungspolitik stehen soll: humanitäre Verantwortung, Krisenprävention und globale öffentliche Güter, strategische Partnerschaften und Rohstoffzugang oder eine eng auf unmittelbare deutsche Interessen begrenzte Hilfe.</p>



<h2 id="h-grune-und-linke-wollen-deutlich-uber-zehn-milliarden-hinaus" class="wp-block-heading"><span id="gruene-und-linke-wollen-deutlich-ueber-zehn-milliarden-hinaus">Grüne und Linke wollen deutlich über zehn Milliarden hinaus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Grüne und Linke halten selbst eine Rückkehr auf das Niveau von 2026 für zu wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jamila Schäfer kritisierte, dass der Entwicklungsetat auf 9,4 Milliarden Euro und damit ungefähr auf das Niveau von 2018 zurückfallen solle. <a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/" data-type="post" data-id="29371">Gleichzeitig erreichten die Verteidigungsausgaben Rekordhöhen. Wer militärische Sicherheit stärke, aber Mittel für internationale Stabilisierung kürze</a>, habe einen „blinden Fleck in der Sicherheitspolitik“, sagte die Grünen-Abgeordnete. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-euro-entwicklungshilfe-250-euro-mehr-exporte-studie-beziffert-effekt-fuer-deutschland/" data-type="post" data-id="29504">Sie verwies außerdem auf eine Studie der Universität Göttingen, wonach ein Euro Entwicklungszusammenarbeit mit 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Exporten verbunden sei.</a> Genau diese Untersuchung wurde später von der AfD als Gefälligkeitsgutachten kritisiert, während Abgeordnete von Union, SPD und Grünen die wissenschaftliche Arbeit verteidigten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke geht ebenfalls weit über eine bloße Rücknahme der Kürzungen hinaus. Sascha Wagner verwies darauf, dass besonders bei Krisenbewältigung und Wiederaufbau gekürzt werden soll. Dort sinkt der Ansatz von rund 711 Millionen Euro auf 435 Millionen Euro, ein Minus von rund 39 Prozent. Er bezeichnete den erwarteten Rückgang der deutschen Entwicklungsquote auf etwa 0,39 Prozent der Wirtschaftsleistung als „politische Bankrotterklärung“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch VENRO fordert einen deutlich stärkeren Kurswechsel als die derzeit diskutierte Rückkehr auf rund zehn Milliarden Euro. Neben mindestens 11,2 Milliarden Euro für das BMZ verlangt der Verband unter anderem 1,5 Milliarden Euro für Krisenbewältigung und Wiederaufbau statt der im Entwurf vorgesehenen rund 435 Millionen. Für die humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt fordert er mindestens 2,8 Milliarden Euro.&nbsp;</p>



<h2 id="h-von-11-2-auf-9-5-milliarden-in-drei-jahren" class="wp-block-heading"><span id="von-112-auf-95-milliarden-in-drei-jahren">Von 11,2 auf 9,5 Milliarden in drei Jahren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sparkurs im Entwicklungsministerium läuft bereits seit mehreren Haushalten. 2024 standen noch rund 11,2 Milliarden Euro zur Verfügung. 2025 sank der Ansatz auf 10,3 Milliarden, 2026 auf gut 10,1 Milliarden. Für 2027 sieht der Regierungsentwurf nur noch rund 9,5 Milliarden Euro vor. Der Anteil des BMZ am regulären Bundeshaushalt fällt damit von 1,9 auf 1,7 Prozent.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark sinkt die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit. Dafür sind 2027 noch rund 3,9 Milliarden Euro vorgesehen, knapp 16 Prozent weniger als 2026. Die Förderung zivilgesellschaftlicher, kommunaler und wirtschaftlicher Akteure geht auf knapp 1,2 Milliarden Euro zurück. Multilaterale Beiträge an internationale Organisationen und Entwicklungsbanken bleiben mit knapp drei Milliarden Euro dagegen nahezu stabil.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das NGO-Bündnis verweist darauf, dass parallel auch die humanitäre Hilfe stark unter Druck geraten ist. Die deutschen Mittel dafür wurden gegenüber 2024 etwa halbiert und liegen 2026 bei rund einer Milliarde Euro. In einem gemeinsamen Dossier warnen die Organisationen unter anderem vor Folgen für Bildung, Gesundheit und Ernährung. Bis zu zwölf Millionen Frauen und Mädchen könnten nach den dort zusammengetragenen internationalen Schätzungen wichtige Gesundheits- und Schutzangebote verlieren, bis zu sechs Millionen Kinder den Zugang zu Bildung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bundestag prallen diese Warnungen nun unmittelbar auf die Forderung nach Haushaltsdisziplin. Die SPD hat die Kürzung von 587 Millionen Euro nicht mehr geschlossen verteidigt. Die Union hält am Konsolidierungskurs fest, lässt die endgültige Höhe aber Gegenstand der Haushaltsberatungen bleiben. Grüne und Linke fordern mehr als eine Rückkehr auf zehn Milliarden. Die AfD will die Ausgaben dagegen wesentlich stärker beschneiden.</p>
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		<item>
		<title>Millionen Menschen auf der Flucht – auch nach Deutschland: Wie geht es den Christen in Somalia?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/millionen-menschen-auf-der-flucht-auch-nach-deutschland-wie-geht-es-den-christen-in-somalia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 11:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als vier Millionen Somalier leben auf der Flucht – im eigenen Land oder in Nachbarstaaten. Wie viele Christen unter ihnen sind und wie stark sie gezielt verfolgt werden, kann die Bundesregierung kaum beziffern.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmillionen-menschen-auf-der-flucht-auch-nach-deutschland-wie-geht-es-den-christen-in-somalia%2F&amp;action_name=Millionen%20Menschen%20auf%20der%20Flucht%20%E2%80%93%20auch%20nach%20Deutschland%3A%20Wie%20geht%20es%20den%20Christen%20in%20Somalia%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/millionen-menschen-auf-der-flucht-auch-nach-deutschland-wie-geht-es-den-christen-in-somalia/">Millionen Menschen auf der Flucht – auch nach Deutschland: Wie geht es den Christen in Somalia?</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mehr als vier Millionen Somalier leben als Vertriebene im eigenen Land oder haben in Nachbarstaaten Schutz gesucht. Am 8. September 2026 veröffentlichte der Bundestag neue Angaben der Bundesregierung zur Flucht- und Menschenrechtslage in Somalia. Nach Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind 3,35 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben, weitere rund 788.000 leben als Flüchtlinge im Ausland. Wie stark die sehr kleine christliche Minderheit von Gewalt und Vertreibung betroffen ist, kann die Bundesregierung dagegen nicht beziffern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fluchtbewegungen spiegeln die seit Jahrzehnten anhaltende Unsicherheit in Somalia wider. Bewaffnete Konflikte, die dschihadistische Al-Shabaab-Miliz und fragile staatliche Strukturen prägen große Teile des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Somalias mit humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Diese Unterstützung wird nach Bedürftigkeit vergeben und nicht nach Religionszugehörigkeit.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-hat-keine-eigenen-daten-zur-lage-der-christen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-hat-keine-eigenen-daten-zur-lage-der-christen">Bundesregierung hat keine eigenen Daten zur Lage der Christen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt der parlamentarischen Anfrage war die Situation der christlichen Minderheit in Somalia. Die AfD-Fraktion verwies unter anderem auf Berichte von Open Doors, der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit und der EU-Asylagentur über Verfolgung, Gewalt und starke Einschränkungen der Religionsfreiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung kennt diese Berichte, verfügt nach eigener Aussage aber über keine darüber hinausgehenden eigenen Erkenntnisse. Sie kann daher weder sagen, wie viele Christen durch Al-Shabaab, Familien oder Clanstrukturen verfolgt wurden, noch wie viele Opfer von Entführungen oder Tötungen wurden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zu Angriffen auf geheime christliche Versammlungsorte oder zur konkreten Lage christlicher Konvertiten in Somaliland und Puntland liegen Berlin keine eigenen Angaben vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Weltverfolgungsindex der Organisation Open Doors, der Somalia 2026 auf Rang zwei hinter Nordkorea führt, kommentiert die Bundesregierung nicht.</p>



<h2 id="h-religionszugehorigkeit-von-fluchtlingen-wird-nicht-erfasst" class="wp-block-heading"><span id="religionszugehoerigkeit-von-fluechtlingen-wird-nicht-erfasst">Religionszugehörigkeit von Flüchtlingen wird nicht erfasst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die internationalen Fluchtzahlen lassen sich nicht nach Religion aufschlüsseln. Das UNHCR erfasst bei den 3,35 Millionen Binnenvertriebenen und rund 788.000 Flüchtlingen im Ausland nicht, wie viele von ihnen Christen sind.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="686" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-1024x686.jpg" alt="" class="wp-image-29841 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-1024x686.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-300x201.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-768x514.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-800x536.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41-1160x777.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Somali_refugees_Camp_in_Yemen_P-018168-00-41.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Für die großen Flüchtlingslager in den Nachbarländern, darunter Dadaab in Kenia, verfügt die Bundesregierung ebenfalls über keine gesonderten Erkenntnisse zur Sicherheitslage christlicher Minderheiten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutschen Hilfsprogramme behandeln Geflüchtete deshalb grundsätzlich unabhängig von ihrer Konfession. Auch Mittel der Entwicklungszusammenarbeit wurden wegen Verletzungen der Religionsfreiheit in Somalia bislang nicht gekürzt oder zurückgehalten.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-spricht-religionsfreiheit-in-mogadischu-an" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-spricht-religionsfreiheit-in-mogadischu-an">Bundesregierung spricht Religionsfreiheit in Mogadischu an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschenrechte und Religionsfreiheit seien regelmäßig Gegenstand des politischen Dialogs mit der somalischen Bundesregierung, erklärt Berlin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-und-bundesregierung-warnen-vor-zunehmender-religioeser-gewalt/">Deutschland setzt sich außerdem innerhalb der Europäischen Union und der Vereinten Nationen für den Schutz religiöser Minderheiten ein.</a> Dazu gehören die Arbeit der EU-Sonderbeauftragten und der UN-Sonderberichterstatterin für Religions- und Weltanschauungsfreiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die EU-Missionen EUCAP Somalia und EUTM Somalia sollen internationale Menschenrechtsstandards berücksichtigen. Die eine Mission unterstützt somalische Sicherheitsstrukturen, die andere bildet Sicherheitskräfte aus und berät sie.</p>



<h2 id="h-knapp-2-500-asylantrage-aus-somalia-im-ersten-halbjahr-2026" class="wp-block-heading"><span id="knapp-2-500-asylantraege-aus-somalia-im-ersten-halbjahr-2026">Knapp 2.500 Asylanträge aus Somalia im ersten Halbjahr 2026</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung veröffentlichte zugleich neue Zahlen zu somalischen Asylbewerbern in Deutschland. Von Januar bis Ende Juni 2026 wurden 2.479 Asylanträge von Menschen mit somalischer Staatsangehörigkeit registriert. 2025 waren es im gesamten Jahr 4.713, 2024 noch 7.354.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Religionszugehörigkeit beruht auf freiwilligen Angaben. Im ersten Halbjahr 2026 gaben fünf Antragsteller an, Christen zu sein, 2.272 bezeichneten sich als Muslime. Bei 197 Personen blieb die Religionszugehörigkeit unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zahlen sagen nichts darüber aus, weshalb die Betroffenen Somalia verlassen haben. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erfasst statistisch nicht, wie viele somalische Antragsteller religiöse Verfolgung als Fluchtgrund nennen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-al-shabaab-bleibt-teil-der-bedrohungslage" class="wp-block-heading"><span id="al-shabaab-bleibt-teil-der-bedrohungslage">Al-Shabaab bleibt Teil der Bedrohungslage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die parlamentarische Anfrage verweist auf Al-Shabaab als eine der größten Gefahren für religiöse Minderheiten. <a href="https://fokus-afrika.de/regional-prasident-mobilisiert-krafte-zur-sicherstellung-der-hauptroute-gegen-al-shabaab/" data-type="post" data-id="11167">Die islamistische Organisation kontrolliert weiterhin Gebiete in Zentral- und Südsomalia und verübt regelmäßig Anschläge.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichte internationaler Organisationen beschreiben daneben gesellschaftlichen und familiären Druck auf Menschen, die den Islam verlassen oder einer anderen Religion angehören. Die Bundesregierung macht sich diese einzelnen Bewertungen jedoch nicht ausdrücklich zu eigen und verweist darauf, über keine weitergehenden eigenen Erkenntnisse zu verfügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt nach Regierungsangaben zugleich die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen über den UN-Menschenrechtsrat und die Zusammenarbeit mit dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland mobilisiert über 25 Millionen Euro gegen Ebola – Kämpfe erschweren Hilfe im Kongo</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-mobilisiert-ueber-25-millionen-euro-gegen-ebola-kaempfe-erschweren-hilfe-im-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 11:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[WHO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund 5.000 Ebola-Fälle, mehr als 2.300 Tote und Millionen Menschen auf der Flucht: Deutschland mobilisiert mehr als 25 Millionen Euro für die Bekämpfung der Epidemie. Doch im Ostkongo machen Kämpfe selbst Kontaktnachverfolgung und medizinische Versorgung zur Herausforderung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-mobilisiert-ueber-25-millionen-euro-gegen-ebola-kaempfe-erschweren-hilfe-im-kongo%2F&amp;action_name=Deutschland%20mobilisiert%20%C3%BCber%2025%20Millionen%20Euro%20gegen%20Ebola%20%E2%80%93%20K%C3%A4mpfe%20erschweren%20Hilfe%20im%20Kongo&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat seit Beginn der neuen Ebola-Welle in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 25 Millionen Euro für direkte und regionale Gegenmaßnahmen mobilisiert, während bewaffnete Kämpfe die Eindämmung der Epidemie massiv behindern. Die Angaben wurden am 8. September 2026 im Bundestag veröffentlicht. Allein das Auswärtige Amt stellte der Weltgesundheitsorganisation vier Millionen Euro bereit, das Entwicklungsministerium bündelte weitere rund 21 Millionen Euro für Maßnahmen im Kongo und den Nachbarstaaten. Mitte August waren nach WHO-Angaben bereits rund 5.000 bestätigte Erkrankungen und 2.325 Todesfälle registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beschreibt eine Lage, in der sich Epidemie, Krieg und eine bereits bestehende humanitäre Krise gegenseitig verschärfen. 5,9 Millionen Menschen leben innerhalb des Landes auf der Flucht. Rund 27,7 Millionen Kongolesen gelten als von Ernährungsunsicherheit betroffen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-vier-millionen-euro-gehen-direkt-an-die-who" class="wp-block-heading"><span id="vier-millionen-euro-gehen-direkt-an-die-who">Vier Millionen Euro gehen direkt an die WHO</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt hat seit Bekanntwerden des Ausbruchs vier Millionen Euro unmittelbar für Eindämmung und Behandlung bereitgestellt. Zwei Millionen Euro fließen in den Nothilfefonds der WHO, weitere zwei Millionen in die laufende Afrika-Förderung der Organisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen 240.000 Euro des Bundesgesundheitsministeriums für das Robert Koch-Institut. Das Entwicklungsministerium hat seit Juni rund 21 Millionen Euro für bilaterale und regionale Maßnahmen zusammengestellt. Das Geld geht unter anderem an Projekte in der DR Kongo sowie an Programme der Afrikanischen Union und der Ostafrikanischen Gemeinschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-schickt-schutzanzuege-in-ebola-gebiet-und-bereitet-expertenteam-vor/">Die Hilfen reichen von Schutzkleidung und Diagnostikmaterial über Schulungen von Gesundheitspersonal bis zum Ausbau regionaler Laborkapazitäten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich außerdem über internationale Fonds an der Finanzierung der Krisenreaktion. Der Zentrale Nothilfefonds der Vereinten Nationen hat bislang 60 Millionen US-Dollar für die Ebola-Bekämpfung vorgesehen. Zehn Millionen davon wurden für die DR Kongo freigegeben, sechs Millionen für Südsudan und vier Millionen für Uganda. Deutschland gehört zu den größten Geldgebern des Fonds.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der internationale Pandemiefonds hat weitere 220,6 Millionen US-Dollar für die Reaktion auf den Ausbruch und die Vorsorge in gefährdeten Nachbarstaaten mobilisiert. Deutschland ist dort nach den USA und der Europäischen Union drittgrößter Geber.</p>



<h2 id="h-krieg-macht-kontaktnachverfolgung-zum-problem" class="wp-block-heading"><span id="krieg-macht-kontaktnachverfolgung-zum-problem">Krieg macht Kontaktnachverfolgung zum Problem</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ebola-ausbruch-12-milliarden-us-dollar-ausgegeben-nicht-einmal-ein-labor-gebaut/">Die finanziellen Mittel treffen jedoch auf Bedingungen, die klassische Seuchenbekämpfung erheblich erschweren.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfsorganisationen können sich im Osten des Landes teilweise nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen bewegen. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-fordert-rueckzug-ruandischer-truppen-aus-ostkongo/" data-type="post" data-id="22307">Kämpfe verursachen zusätzliche Verletzte und Kranke und beanspruchen medizinisches Personal, das ansonsten für Ebola-Diagnostik und Behandlung benötigt würde.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angriffe bewaffneter Gruppen treiben zugleich immer wieder Tausende Menschen in die Flucht. Damit wird eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Ebola schwieriger: herauszufinden, mit wem Infizierte Kontakt hatten, diese Personen zu beobachten und neue Infektionsketten möglichst früh zu unterbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lebensbedingungen vieler Binnenvertriebener erhöhen zusätzlich das Risiko einer schnellen Ausbreitung, warnt die Bundesregierung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sued-kivu-konflikt-un-diskutiert-neue-offensive-der-afc-m23/" data-type="post" data-id="22877">Besonders stark hat sich die humanitäre Lage in Nord- und Süd-Kivu seit Anfang 2025 durch die Kämpfe zwischen der M23, den kongolesischen Streitkräften und deren Verbündeten verschärft.</a> Staatliche Gesundheitsstrukturen sind vielerorts schwach oder kaum erreichbar.</p>



<h2 id="h-noch-kein-zugelassener-impfstoff-gegen-diese-ebola-variante" class="wp-block-heading"><span id="noch-kein-zugelassener-impfstoff-gegen-diese-ebola-variante">Noch kein zugelassener Impfstoff gegen diese Ebola-Variante</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der aktuelle Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht. Anders als gegen andere Ebola-Varianten gibt es gegen diesen Erreger bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene spezifische Therapie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleiben Isolation, schnelle Diagnose, Kontaktnachverfolgung und Infektionsschutz zentrale Instrumente.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29837 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Preparation_of_the_RT-PCR_Reaction_05811009_49869473991.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nach-ueber-1-900-tote-russland-will-ebola-impfstoff-gefunden-haben/" data-type="post" data-id="29127">Mehrere Impfstoffe befinden sich inzwischen in der Entwicklung. </a>Als besonders aussichtsreich bezeichnet die Bundesregierung Kandidaten auf Basis eines rekombinanten Vesikulären-Stomatitis-Virus, eines ChAdOx1-Adenovirus sowie einer mRNA-Technologie. Impfstoffkandidaten von Moderna und der Universität Oxford befinden sich bereits in klinischen Phase-1-Studien. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Medikamenten laufen Untersuchungen. Getestet werden unter anderem der Antikörpercocktail MBP134 sowie Remdesivir und Obeldesivir. Belastbare Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit stehen noch aus.</p>



<h2 id="h-deutsche-labore-und-forscher-arbeiten-an-impfstoffen-und-diagnostik" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-labore-und-forscher-arbeiten-an-impfstoffen-und-diagnostik">Deutsche Labore und Forscher arbeiten an Impfstoffen und Diagnostik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland beteiligt sich nicht nur finanziell an der Krisenreaktion. Das Robert Koch-Institut hat PCR-Testkits für 1.000 Proben an das nationale Referenzlabor in Kinshasa geliefert. Material für weitere 2.000 Proben befindet sich in Beschaffung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem soll ein mobiler Autoklav geliefert werden, mit dem infektiöse Proben und medizinisches Material sicher sterilisiert werden können. Deutsche Fachleute wurden über das internationale Netzwerk zur Reaktion auf Krankheitsausbrüche entsandt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der Epidemie wurden außerdem sechs Labore im Ostkongo mit zusätzlicher Ausrüstung für die Ebola-Diagnostik ausgestattet. Weitere Programme stärken dezentrale Labore in der Region und bilden Fachpersonal aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Erforschung von Impfstoffen, Diagnostik und Therapien arbeiten unter anderem die Charité in Berlin, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, die Philipps-Universität Marburg, das Paul-Ehrlich-Institut und das Deutsche Primatenzentrum. Die im Bundestagsdokument aufgeführten laufenden Forschungsprojekte umfassen Förderungen in Millionenhöhe.&nbsp;</p>



<h2 id="h-zwei-ebola-patienten-2026-in-deutschland-behandelt" class="wp-block-heading"><span id="zwei-ebola-patienten-2026-in-deutschland-behandelt">Zwei Ebola-Patienten 2026 in Deutschland behandelt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch deutsche Kliniken waren bereits unmittelbar mit dem Ausbruch befasst. <a href="https://fokus-afrika.de/erste-ebola-patienten-im-kongo-genesen-gesundheitsministerin-draengt-auf-reform-der-who/" data-type="post" data-id="27825">Zwei Ebola-Patienten wurden 2026 nach Angaben der Bundesregierung erfolgreich in Deutschland behandelt, einer an der Charité in Berlin und einer am Universitätsklinikum Frankfurt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hält dafür spezielle Isolierstationen vor, die für Erkrankungen durch hochgefährliche Erreger ausgelegt sind. Solche Kapazitäten wurden bereits während der großen Ebola-Epidemie in Westafrika zwischen 2014 und 2016 genutzt. Auch medizinische Evakuierungsflüge stehen über den EU-Katastrophenschutzmechanismus weiterhin zur Verfügung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine größere internationale Ausbreitung stuft die WHO derzeit dennoch nicht als wahrscheinlich ein. Das globale Risiko gilt als gering. Für Länder mit direkter Grenze zur DR Kongo und Uganda bewertet die WHO das Risiko dagegen als hoch.&nbsp;</p>



<h2 id="h-hilfskurzungen-treffen-auf-eine-bestehende-grosskrise" class="wp-block-heading"><span id="hilfskuerzungen-treffen-auf-eine-bestehende-grosskrise">Hilfskürzungen treffen auf eine bestehende Großkrise</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ebola-Epidemie trifft ein Land, dessen humanitäre Versorgung bereits vor dem Ausbruch unter erheblichem Druck stand. Rund 15 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, mehr als die Hälfte von ihnen wird nach den in der Bundestagsanfrage angeführten UN-Daten derzeit nicht erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung räumt ein, dass internationale Kürzungen bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit die Bekämpfung des Ausbruchs zusätzlich erschweren. Sie versucht, bestehende deutsche Beiträge flexibler einzusetzen und internationale Geber enger zu koordinieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die deutsche Finanzierung der Basisgesundheitsversorgung im Ostkongo ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Für entsprechende humanitäre Projekte wurden 2020 rund 24 Millionen Euro bereitgestellt, 2025 waren es 6,45 Millionen und 2026 bislang rund 4,24 Millionen Euro. Insgesamt flossen seit 2020 knapp 72,9 Millionen Euro in Projekte mit Schwerpunkt Basisgesundheitsversorgung im Osten der DR Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Außenminister Wadephul: &#8220;Können deutsche Wirtschaftsinteressen nicht unbegrenzt absichern&#8221;</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/aussenminister-wadephul-koennen-deutsche-wirtschaftsinteressen-nicht-unbegrenzt-absichern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 08:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Diplomatie bekommt einen klareren Wirtschaftsauftrag: Johann Wadephul will deutsche und europäische Unternehmensinteressen im Ausland stärker unterstützen. Gleichzeitig warnt er vor Abhängigkeiten, politisch umkämpften Märkten und der schwindenden Verlässlichkeit der Weltwirtschaft.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Faussenminister-wadephul-koennen-deutsche-wirtschaftsinteressen-nicht-unbegrenzt-absichern%2F&amp;action_name=Au%C3%9Fenminister%20Wadephul%3A%20%26%238220%3BK%C3%B6nnen%20deutsche%20Wirtschaftsinteressen%20nicht%20unbegrenzt%20absichern%26%238221%3B&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul will die deutsche Diplomatie stärker auf die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und Europas ausrichten und Unternehmen im Ausland offensiver unterstützen. Am 8. September 2026 stellte er diesen Kurs beim Wirtschaftstag der deutschen Botschafterkonferenz in Berlin vor. Hintergrund sind schwächere Geschäfte mit den USA und China, geopolitische Konflikte und die Sorge vor neuen wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Wadephul bezeichnete die Europäische Union dabei als „Sicherheitsnetz“, „Anker“ und eigentlichen Wachstumsmotor Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Ministerium hat einen klaren Auftrag: deutsche und europäische Wirtschaftsinteressen zu priorisieren und Ihre Projekte im Ausland maximal zu unterstützen“, sagte Wadephul vor Vertretern deutscher Unternehmen und den Leiterinnen und Leitern der deutschen Auslandsvertretungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erhält die Außenwirtschaftspolitik einen noch sichtbareren Platz in der deutschen Diplomatie. Wadephul kündigte an, auf Auslandsreisen verstärkt Wirtschaftsdelegationen mitzunehmen. Er wolle dort „nicht derjenige sein, der Vorträge hält“, sondern Partnerschaften stärken.</p>



<h2 id="h-diplomatie-soll-unternehmen-starker-den-rucken-freihalten" class="wp-block-heading"><span id="diplomatie-soll-unternehmen-staerker-den-ruecken-freihalten">Diplomatie soll Unternehmen stärker den Rücken freihalten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul beschrieb eine Weltwirtschaft, in der politische Konflikte immer stärker über Märkte, Rohstoffe, Energieversorgung und Lieferketten ausgetragen werden. Unternehmen könnten nicht mehr davon ausgehen, in einem dauerhaft vorhersehbaren und regelgebundenen Umfeld zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir leben in einer Ära fragmentierter Handelsbeziehungen“, sagte der Außenminister. Unternehmen liefen zunehmend Gefahr, von ausländischen Staaten politisch instrumentalisiert zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt zieht daraus auch organisatorische Konsequenzen. Wadephul erklärte, das Ministerium sei „grundlegend reformiert“ worden. Geökonomie und Europapolitik seien in einer neuen Abteilung zusammengeführt worden, damit Deutschland schneller auf internationale wirtschaftliche Veränderungen reagieren könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig muss das Ministerium sparen. Im Zuge der Haushaltsanpassungen sollen acht Prozent des Personals wegfallen. Wadephul verband die Kürzungen mit dem Ziel einer kleineren und beweglicheren Organisation.</p>



<h2 id="h-warnung-vor-abhangigkeiten-von-china" class="wp-block-heading"><span id="warnung-vor-abhaengigkeiten-von-china">Warnung vor Abhängigkeiten von China</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich sprach Wadephul über China. Die wirtschaftlichen Beziehungen seien zunehmend unausgewogen. Nicht marktwirtschaftliche Maßnahmen und eine aus seiner Sicht unterbewertete chinesische Währung drohten die europäische Industriebasis auszuhöhlen und wirtschaftliche Abhängigkeiten in strategische Schwächen zu verwandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa müsse deshalb Risiken gezielt reduzieren. „Wir müssen verhindern, dass unsere Verwundbarkeiten als Waffe eingesetzt werden“, sagte Wadephul.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-29814 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1536x1070.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-380x265.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5018153-1160x808.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Dazu zählt er den Schutz kritischer Infrastruktur und wichtiger Komponenten sowie den Abbau strategischer Abhängigkeiten. Die deutsche und europäische Wirtschaftspolitik müsse sich stärker darauf einstellen, dass wirtschaftliche Beziehungen selbst Bestandteil geopolitischer Auseinandersetzungen werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Unternehmen nahm Wadephul dabei in die Pflicht. Politische Risiken und mögliche künftige Abhängigkeiten müssten stärker in unternehmerische Entscheidungen einfließen. Der Staat könne wirtschaftliche Interessen nicht unbegrenzt absichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir werden an eine Grenze dessen kommen, in welchem Umfang wir Ihre Interessen schützen können“, sagte er an die Adresse der Wirtschaftsvertreter.</p>



<h2 id="h-usa-und-china-verlieren-an-zugkraft" class="wp-block-heading"><span id="usa-und-china-verlieren-an-zugkraft">USA und China verlieren an Zugkraft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul begründete den Kurswechsel auch mit der Entwicklung der wichtigsten Handelspartner. Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bezeichnete er als volatil und schwierig. Gleichzeitig sei das Geschäft mit China belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Exporte in die beiden wichtigsten außereuropäischen Märkte deutlich zurückgegangen seien, habe der EU-Binnenmarkt das deutsche Wachstum in diesem Jahr maßgeblich gestützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als zwei Drittel des deutschen Wirtschaftswachstums seien aus dem Binnenmarkt gekommen, sagte der Minister. Von einer vollständigen Erholung könne zwar noch keine Rede sein, doch die Richtung sei erkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn globale Märkte wegbrechen und der Handel mit China und den USA schwächer wird, ist die EU unser Sicherheitsnetz“, sagte Wadephul. Sie sei zugleich „unser Anker und unser wirklicher Wachstumsmotor“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Europa müssten deshalb den Binnenmarkt vertiefen, Investitionen erleichtern und kritische Lieferketten innerhalb Europas stärker absichern.</p>



<h2 id="h-mercosur-soll-neue-markte-und-rohstoffe-offnen" class="wp-block-heading"><span id="mercosur-soll-neue-maerkte-und-rohstoffe-oeffnen">Mercosur soll neue Märkte und Rohstoffe öffnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Europa allein reicht Wadephul allerdings nicht. Die EU müsse ihre Wirtschaftsbeziehungen zugleich stärker über die Welt verteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel nannte er das Mercosur-Abkommen mit den südamerikanischen Staaten. Es eröffne europäischen Unternehmen zusätzliche Exportmärkte und könne zugleich helfen, Bezugsquellen etwa für kritische Mineralien zu diversifizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul stellte den Ausbau von Handelspartnerschaften als Antwort auf die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft dar. Deutschland ist dabei in besonderem Maße vom Ausland abhängig. Rund jeder vierte Arbeitsplatz hängt nach seinen Angaben vom Export ab. In der Industrie betrifft dies fast jeden zweiten Arbeitsplatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Zugleich benötigt die deutsche Wirtschaft Energie, Rohstoffe und andere Vorprodukte aus dem Ausland. </a>Offene Märkte und verlässliche Handelsregeln seien deshalb für Deutschland und Europa stärker von Bedeutung als für viele andere Wirtschaftsräume.</p>



<h2 id="h-aussenpolitik-und-wirtschaft-sollen-enger-zusammenarbeiten" class="wp-block-heading"><span id="aussenpolitik-und-wirtschaft-sollen-enger-zusammenarbeiten">Außenpolitik und Wirtschaft sollen enger zusammenarbeiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die veränderte Lage verlange nach Wadephuls Darstellung auch ein anderes Verhältnis zwischen Staat und Unternehmen. „In einer Zeit politisch umkämpfter Märkte müssen Staat und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz treffen die Leiter der deutschen Auslandsvertretungen deshalb mit Unternehmensvertretern zusammen. An sogenannten Ländertischen sollen sie besprechen, wo deutsche Unternehmen Unterstützung benötigen und wie die Außenwirtschaftspolitik darauf reagieren kann. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič nahm ebenfalls an den Beratungen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul formulierte das Ziel breiter: Die Europäische Union müsse zu einer stärkeren „geökonomischen Macht“ werden. Wettbewerbsfähigkeit allein genüge nicht mehr. Europa müsse seine wirtschaftlichen Interessen auch entschlossener vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen neue Wachstumsfelder wie Künstliche Intelligenz und saubere Technologien. Bereits zum Auftakt der Botschafterkonferenz hatte das Auswärtige Amt den technologischen Wettbewerb mit den USA und China zu einem Schwerpunkt gemacht. <a href="https://fokus-afrika.de/neue-impulse-fur-die-sicherheits-und-ausenpolitik/" data-type="post" data-id="11412">Die deutsche Außenpolitik soll damit zugleich Handelsinteressen, technologische Wettbewerbsfähigkeit und sicherheitspolitische Risiken stärker miteinander verbinden. </a></p>
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			<media:description type="html">Dr. Johann David Wadephul hält eine Rede.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Fachkräftemangel in Deutschland: Bundestag sucht Antworten in Südafrika und Namibia</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/fachkraeftemangel-in-deutschland-bundestag-sucht-antworten-in-suedafrika-und-namibia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 08:47:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland fehlen Fachkräfte – nun richtet sich der Blick auch nach Südafrika und Namibia. Eine Bundestagsdelegation will ausloten, wie Ausbildung und Arbeitsmigration stärker miteinander verknüpft werden können und welche Folgen das für beide Seiten hat.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffachkraeftemangel-in-deutschland-bundestag-sucht-antworten-in-suedafrika-und-namibia%2F&amp;action_name=Fachkr%C3%A4ftemangel%20in%20Deutschland%3A%20Bundestag%20sucht%20Antworten%20in%20S%C3%BCdafrika%20und%20Namibia&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/fachkraeftemangel-in-deutschland-bundestag-sucht-antworten-in-suedafrika-und-namibia/">Fachkräftemangel in Deutschland: Bundestag sucht Antworten in Südafrika und Namibia</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation des Bundestages reist nach Südafrika und Namibia, um über Ausbildung, Fachkräfte und eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland zu sprechen. Die Reise ist vom 13. bis 19. September 2026 geplant. Hintergrund ist der Fachkräftemangel, der inzwischen viele Branchen in Deutschland betrifft. Gleichzeitig wollen die Abgeordneten untersuchen, welche Folgen Arbeitsmigration für Südafrika und Namibia selbst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit führt die Reise zwei Seiten derselben Debatte zusammen. Deutschland sucht zusätzliche Fachkräfte. Südafrika und Namibia bilden selbst qualifizierte Arbeitskräfte aus und müssen zugleich mit den Folgen umgehen, wenn Menschen ihre Heimat für bessere berufliche Möglichkeiten verlassen.</p>



<h2 id="h-ausbildung-und-arbeitsmigration-im-blick" class="wp-block-heading"><span id="ausbildung-und-arbeitsmigration-im-blick">Ausbildung und Arbeitsmigration im Blick</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ein-jahr-fachkraefteeinwanderungsgesetz/" data-type="post" data-id="12602">Die Abgeordneten wollen vor Ort mit Fachleuten und politischen Verantwortlichen über die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sprechen.</a> Dabei soll auch ausgelotet werden, wo eine bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland möglich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestag nennt noch keine bestimmten Berufe oder Branchen, aus denen künftig verstärkt Arbeitskräfte aus Südafrika oder Namibia nach Deutschland kommen könnten. Ebenso wenig wird bislang eine konkrete Vereinbarung angekündigt. Die Delegationsreise dient zunächst dazu, sich ein Bild von Ausbildung, Qualifizierung und Arbeitsmigration in beiden Ländern zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blick richtet sich dabei ausdrücklich nicht allein auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Abgeordneten wollen auch untersuchen, wie sich Arbeitsmigration auf Südafrika und Namibia auswirkt. <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-shaanika-deutschland-und-namibia-sind-gut-aufgestellt/" data-type="post" data-id="24516">Damit gehören neben möglichen Chancen einer engeren Zusammenarbeit auch die Folgen für die Arbeitsmärkte der beiden afrikanischen Staaten zu den Gesprächsthemen.</a></p>



<h2 id="h-lieferkettengesetz-wird-zweites-grosses-thema" class="wp-block-heading"><span id="lieferkettengesetz-wird-zweites-grosses-thema">Lieferkettengesetz wird zweites großes Thema</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Fachkräftesuche steht ein weiteres politisch umstrittenes Thema auf dem Programm: das deutsche Lieferkettengesetz. <a href="https://fokus-afrika.de/kritische-mineralien-usa-gruenden-forge-als-neues-buendnis-fuer-sichere-lieferketten/" data-type="post" data-id="24331">Die Delegation will erfahren, welche konkreten Auswirkungen die Regeln auf Beschäftigte und Unternehmen in Südafrika und Namibia haben.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema fällt in eine Phase, in der in Deutschland über eine Reform der gesetzlichen Vorgaben für Unternehmen diskutiert wird. Die Gespräche in beiden Ländern sollen den Abgeordneten einen Eindruck davon vermitteln, wie die deutschen Regeln bei Unternehmen und Beschäftigten entlang internationaler Lieferketten ankommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verbindet die Reise zwei große Felder der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik mit den Beziehungen zu Afrika: den steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und die Bedingungen, unter denen deutsche Unternehmen mit Partnern und Zulieferern außerhalb Europas zusammenarbeiten.</p>



<h2 id="h-delegation-aus-vier-fraktionen" class="wp-block-heading"><span id="delegation-aus-vier-fraktionen">Delegation aus vier Fraktionen</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-29789 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-1536x1070.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-380x265.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/5010871-1-1160x808.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Geleitet wird die Reise vom amtierenden Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Bernd Rützel von der SPD. Zur Delegation gehören außerdem Marc Biadacz und Hülya Düber von CDU und CSU, Jan Feser von der AfD, Ingo Vogel von der SPD sowie Armin Grau von Bündnis 90/Die Grünen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss für Arbeit und Soziales gehört mit 42 Mitgliedern zu den größten Ausschüssen des Bundestages. Zu seinen Themen zählen unter anderem Arbeitsmarktpolitik, soziale Sicherung und die Veränderungen der Arbeitswelt.</p>
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			<media:title type="html">Ausschuss für Arbeit und Soziales</media:title>
			<media:description type="html">Bernd Rützel, SPD, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales spricht während der Ausschusssitzung im Sitzungssaal im Paul-Löbe-Haus. </media:description>
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	</item>
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		<title>Schwarze Geflüchtete diskriminiert? Der Bund tappt im Dunkeln</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/schwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 07:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tausende Menschen suchen wegen rassistischer Diskriminierung Beratung. Doch wie häufig gerade Schwarze Geflüchtete betroffen sind, kann die Bundesregierung kaum sagen – selbst bei staatlichen Behörden fehlen belastbare Daten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fschwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln%2F&amp;action_name=Schwarze%20Gefl%C3%BCchtete%20diskriminiert%3F%20Der%20Bund%20tappt%20im%20Dunkeln&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/schwarze-gefluechtete-diskriminiert-der-bund-tappt-im-dunkeln/">Schwarze Geflüchtete diskriminiert? Der Bund tappt im Dunkeln</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung kann kaum sagen, wie häufig Schwarze Geflüchtete in deutschen Behörden oder anderen staatlichen Einrichtungen rassistische Diskriminierung erleben. Am 7. September 2026 wurden dazu neue Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken veröffentlicht. Selbst die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verfügt über keine eigenen Daten speziell zu Schwarzen Geflüchteten. Gleichzeitig zeigen ihre Beratungsfälle, dass staatliches Handeln bei Beschwerden über Anti-Schwarzen Rassismus eine besonders große Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den Fällen, die die Antidiskriminierungsstelle 2025 ausdrücklich Anti-Schwarzem Rassismus zuordnen konnte, entfielen 26 Prozent auf den Bereich staatliches Handeln. Damit war dies der größte einzelne Lebensbereich in dieser Kategorie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt gingen bei der Stelle im vergangenen Jahr 4.571 Beratungsanfragen wegen rassistischer Diskriminierung ein. Die Bundesregierung selbst bezeichnet diesen Wert als „besonders hoch“ und sieht darin Anlass für weitere Forschung und politische Maßnahmen.</p>



<h2 id="h-gerade-bei-schwarzen-gefluchteten-fehlen-konkrete-zahlen" class="wp-block-heading"><span id="gerade-bei-schwarzen-gefluechteten-fehlen-konkrete-zahlen">Gerade bei Schwarzen Geflüchteten fehlen konkrete Zahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sich diese Erfahrungen speziell auf Schwarze Geflüchtete verteilen, bleibt jedoch offen. Auf die Frage nach rassistischer Ungleichbehandlung etwa in Einrichtungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erklärte die Bundesregierung, ihr lägen dazu keine entsprechenden Erkenntnisse vor.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29784 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Ferda_Ataman_at_Republica_2024_01.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die Antidiskriminierungsstelle trennt ihre Fälle nicht so auf, dass daraus ein eigenes Lagebild für Schwarze Geflüchtete entsteht. Erfasst wird zwar Anti-Schwarzer Rassismus, nicht aber systematisch, ob die betroffene Person zugleich geflüchtet ist.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt ausgerechnet bei einer Gruppe eine Lücke, deren Alltag häufig durch intensiven Kontakt mit staatlichen Stellen geprägt ist: Ausländerbehörden, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Sozialbehörden oder Polizei.</p>



<h2 id="h-auch-bei-todesfallen-gibt-es-keine-eigene-erfassung" class="wp-block-heading"><span id="auch-bei-todesfaellen-gibt-es-keine-eigene-erfassung">Auch bei Todesfällen gibt es keine eigene Erfassung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Datenlücke reicht über Diskriminierungsbeschwerden hinaus. <a href="https://fokus-afrika.de/die-initiative-schwarze-menschen-in-deutschland-feiert-40-jaehriges-bestehen/" data-type="post" data-id="21617">Die Bundesregierung führt auch keine Statistik darüber, wie viele Schwarze, afrikanische oder afrodiasporische Menschen seit 1990 in Polizeigewahrsam oder bei Einsätzen von Bundesbehörden mit Polizeiaufgaben ums Leben gekommen sind.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine belastbare Einschätzung sei deshalb nicht möglich. Eine neue staatliche Erfassung, mit der diese Lücke geschlossen werden könnte, ist derzeit ebenfalls nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke hatte in ihrer Anfrage unter anderem auf zivilgesellschaftliche Dokumentationen und Menschenrechtsorganisationen verwiesen, die Todesfälle Schwarzer Menschen in staatlicher Obhut erfassen. Die Bundesregierung erklärte dazu, sie nehme solche Berichte zur Kenntnis, bewerte oder kommentiere sie aber grundsätzlich nicht öffentlich.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-verweist-auf-bestehende-kontrollen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-verweist-auf-bestehende-kontrollen">Bundesregierung verweist auf bestehende Kontrollen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Umgang mit möglichen rassistischen Vorfällen in Sicherheitsbehörden verweist der Bund auf bereits bestehende Beschwerdewege. Seit März 2024 gibt es beim Deutschen Bundestag einen unabhängigen Polizeibeauftragten. Bürger sowie Beschäftigte der Bundespolizeibehörden können sich mit Hinweisen auf individuelles Fehlverhalten oder strukturelle Probleme an ihn wenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-will-diskriminierungsschutz-ausbauen/" data-type="post" data-id="27823">Bei verdachtsunabhängigen Polizeikontrollen betont die Bundesregierung, dass Hautfarbe oder andere durch das Grundgesetz geschützte Merkmale keine Grundlage für Kontrollentscheidungen sein dürfen. </a>Menschen- und Grundrechte sowie Diskriminierungsverbote seien Bestandteil der Aus- und Fortbildung der Bundespolizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nimmt zugleich grundsätzlich keine Stellung zu externen Studien, die Deutschland im europäischen Vergleich eine besonders hohe Belastung Schwarzer Menschen durch rassistische Diskriminierung zuschreiben.</p>



<h2 id="h-reform-des-antidiskriminierungsrechts-lauft" class="wp-block-heading"><span id="reform-des-antidiskriminierungsrechts-laeuft">Reform des Antidiskriminierungsrechts läuft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle kündigt der Bund konkrete Änderungen an. <a href="https://fokus-afrika.de/gruene-wollen-antidiskriminierungsgesetz-auf-staat-ki-und-wohnungsmarkt-ausweiten/" data-type="post" data-id="28063">Ein Entwurf zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren.</a> Unter anderem soll die Frist, innerhalb der Betroffene Ansprüche geltend machen müssen, von zwei auf vier Monate verlängert werden. Weitere Schritte will die Bundesregierung erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein neuer Nationaler Aktionsplan gegen Rassismus wird vorbereitet. Dabei sollen Erfahrungen aus der ersten UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft einfließen. Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2025 bis 2034 eine zweite Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft ausgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-fragt-was-macht-die-integrationsbeauftragte/" data-type="post" data-id="28557">Für Projekte von Organisationen, die sich schwerpunktmäßig gegen Anti-Schwarzen Rassismus einsetzen, stellte die Antirassismusbeauftragte des Bundes zwischen 2022 und 2026 rund 537.000 Euro bereit.</a> Die Bundeszentrale für politische Bildung vergab zwischen 2020 und 2026 knapp 897.000 Euro an entsprechende Organisationen. Wie groß deren Anteil an der gesamten Antidiskriminierungs- und Demokratieförderung des Bundes ist, kann die Bundesregierung nicht beziffern.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie Wadephul zum Social-Media-Gesicht des Auswärtigen Amts wurde</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wie-wadephul-zum-social-media-gesicht-des-auswaertigen-amts-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 07:33:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29780</guid>

					<description><![CDATA[<p>Memes, KI-Videos, eigene Accounts und bewusst erzeugte Aufmerksamkeit: Das Auswärtige Amt hat um Johann Wadephul eine klar erkennbare Social-Media-Kommunikation aufgebaut. Gegenüber dem Bundestag erklärt die Bundesregierung zugleich, ein schriftliches Konzept oder eine vergleichbare Arbeitsgrundlage gebe es nicht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwie-wadephul-zum-social-media-gesicht-des-auswaertigen-amts-wurde%2F&amp;action_name=Wie%20Wadephul%20zum%20Social-Media-Gesicht%20des%20Ausw%C3%A4rtigen%20Amts%20wurde&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Johann Wadephul ist in den sozialen Medien längst nicht mehr nur als Außenminister bei Terminen und Pressekonferenzen zu sehen: Das Auswärtige Amt setzt auf Memes, kurze Videos, persönliche Auftritte und eigens für den Minister eingerichtete Kanäle, um Außenpolitik einem breiteren Publikum zu vermitteln. Am 7. September 2026 veröffentlichte der Bundestag neue Angaben der Bundesregierung zu Personal, Plattformen und Kosten dieser Kommunikation. Elf Accounts betreibt das Auswärtige Amt inzwischen auf sechs Plattformen, mehrere davon wurden eigens für Wadephul geschaffen. Bemerkenswert ist eine weitere Antwort der Bundesregierung: Ein schriftliches Konzept, eine Leitlinie oder eine vergleichbare Arbeitsgrundlage für die Social-Media-Kommunikation des Ministers gebe es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wirkt der Auftritt keineswegs zufällig. Seit Wadephuls Amtsantritt wurden eigene Ministerkanäle aufgebaut, Inhalte werden plattformspezifisch produziert und Aufmerksamkeit bewusst als Mittel eingesetzt, um anschließend politische Botschaften zu vermitteln. Das Auswärtige Amt selbst hat dieses Vorgehen mehrfach öffentlich beschrieben.</p>



<h2 id="h-vom-ministertermin-zum-meme" class="wp-block-heading"><span id="vom-ministertermin-zum-meme">Vom Ministertermin zum Meme</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie weit sich die Kommunikation von der klassischen Pressearbeit eines Außenministers entfernt hat, zeigte sich im Juni. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-rabat-deutschland-setzt-in-nordafrika-staerker-auf-marokko/" data-type="post" data-id="27014">Auf dem YouTube-Kanal des Auswärtigen Amts war Wadephul bei einem Fußballauftritt in Marokko zu sehen. </a>Einen spektakulären Seitfallzieher hatte künstliche Intelligenz beigesteuert. In einem anderen Video wurde eine Pressekonferenz als Meme inszeniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium machte aus der dahinterstehenden Logik damals kein Geheimnis. „Man muss erst einmal eine Aufmerksamkeit wecken“, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in der Regierungspressekonferenz. Das Meme-Video sei „sehr bewusst“ veröffentlicht worden. Bereits eine Stunde später folgte ein zweiter Beitrag, in dem Wadephul erklärte, weshalb er soziale Medien nutzt. Das Amt bezeichnete diese Abfolge als doppeltes Angebot: zunächst Aufmerksamkeit gewinnen, anschließend informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Skripte entstehen nach Angaben des Ministeriums intern. Auf die Frage, wer das Drehbuch für das Meme-Video geschrieben habe, antwortete der Sprecher: „Das waren Inhousekräfte. Das haben wir uns gemeinsam überlegt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit zeichnet das Auswärtige Amt selbst ein Bild von Kommunikation, bei der Format, Zeitpunkt, Zielgruppe und Anschlusskommunikation bewusst aufeinander abgestimmt werden.</p>



<h2 id="h-eigene-kanale-entstanden-mit-wadephuls-amtsantritt" class="wp-block-heading"><span id="eigene-kanaele-entstanden-mit-wadephuls-amtsantritt">Eigene Kanäle entstanden mit Wadephuls Amtsantritt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur dafür wurde unmittelbar nach dem Regierungswechsel aufgebaut. Wadephul trat am 6. Mai 2025 das Amt des Bundesaußenministers an. Im selben Monat entstanden der Instagram-Account @aussenminister, der X-Kanal @aussenminDE und ein eigener Bluesky-Auftritt. Im November 2025 folgte ein YouTube-Kanal des Ministers.<br>Parallel bestehen die älteren Behördenkanäle des Auswärtigen Amts weiter. Insgesamt zählt die Bundesregierung elf Accounts auf Instagram, X, Bluesky, YouTube, LinkedIn und TikTok. Nur bei TikTok teilen sich Minister und Ministerium einen gemeinsamen Auftritt unter @aussenpolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trennung ist ausdrücklich gewollt. Für die allgemeine Kommunikation der Behörde nutzt das Auswärtige Amt eigene Accounts. Die Tätigkeit des Außenministers wird auf Instagram, YouTube, X und Bluesky über eigene Ministerkanäle vermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist Wadephul auf den Plattformen nicht lediglich Bestandteil der institutionellen Kommunikation des Hauses. Um seine Person herum ist eine eigene digitale Kommunikationsstruktur entstanden.</p>



<h2 id="h-wadephul-fordert-selbst-strategische-kommunikation" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-fordert-selbst-strategische-kommunikation">Wadephul fordert selbst „strategische“ Kommunikation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders auffällig ist deshalb die Antwort der Bundesregierung auf die Frage nach einer konzeptionellen Grundlage. Die AfD-Fraktion wollte wissen, ob für die Social-Media-Kommunikation des Außenministers „ein schriftliches Konzept, eine Leitlinie oder eine vergleichbare Arbeitsgrundlage“ existiert. Die vollständige Antwort lautet: „Nein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere öffentliche Aussagen aus dem Auswärtigen Amt zeigen zugleich, dass Ziele und Methoden der Kommunikation sehr wohl bewusst definiert werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-28202 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Wadephul selbst formulierte das bereits im September 2025 vor den Leiterinnen und Leitern der deutschen Auslandsvertretungen ungewöhnlich deutlich: „Deshalb müssen wir selbst strategisch kommunizieren!“ Kommunikation müsse Leitungsaufgabe sein. Der Minister verwies ausdrücklich auf die Wirkung persönlicher Ansprache: Wenn Menschen den Eindruck hätten, eine Person zu kennen, seien sie offener zuzuhören. Auch Influencer und bestehende Netzwerke sollten einbezogen werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftritt des Ministers folgt in zentralen Punkten genau dieser Beschreibung: Personalisierung, Aufmerksamkeit, plattformspezifische Formate und die Verbindung von unterhaltenden Elementen mit politischen Inhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die knappe Verneinung eines schriftlichen Konzepts bedeutet daher nicht, dass die Social-Media-Arbeit ohne strategische Überlegungen erfolgt. Das Ministerium beschreibt in derselben Bundestagsantwort selbst eine „zielgruppen- und plattformspezifische“ Vermittlung, festgelegte Abstimmungs- und Freigabeprozesse und einen bisherigen „Ansatz“, der fortgeführt und weiterentwickelt werde.<br>Ob diese Ziele, Abläufe und Kommunikationsprinzipien intern unter einem anderen Begriff geführt werden oder vor allem durch praktische Abstimmung entstehen, beantwortet die Bundesregierung nicht.</p>



<h2 id="h-sieben-beschaftigte-arbeiten-teilweise-an-social-media" class="wp-block-heading"><span id="sieben-beschaeftigte-arbeiten-teilweise-an-social-media">Sieben Beschäftigte arbeiten teilweise an Social Media</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter den Auftritten steht das Pressereferat des Auswärtigen Amts. Dort arbeiten insgesamt 31 Personen. Sieben sind zumindest teilweise mit der Social-Media-Redaktion beschäftigt. Eine Person ist eigens für die Social-Media-Auftritte des Außenministers zuständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Planung, Koordinierung, Freigabe und Veröffentlichung der ministerbezogenen Beiträge liegen ebenfalls beim Pressereferat. Die Inhalte entstehen in Abstimmung mit den fachlich zuständigen Bereichen des Hauses. Ein Mitarbeiter arbeitet unter anderem an Community Management, Videoschnitt, Grafik und technischer Produktion. Redaktion, Texte und Strategie verteilen sich auf mehrere Beschäftigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die Nennung von „Strategie“ als Aufgabe verschiedener Mitarbeiter fällt neben der Antwort auf, es gebe keine entsprechende schriftliche Arbeitsgrundlage.</p>



<h2 id="h-kosten-lassen-sich-nur-teilweise-beziffern" class="wp-block-heading"><span id="kosten-lassen-sich-nur-teilweise-beziffern">Kosten lassen sich nur teilweise beziffern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel diese Kommunikation insgesamt kostet, bleibt offen. Das Auswärtige Amt führt dafür kein eigenes Budget. Auch die Personalkosten werden nicht gesondert erfasst, weil die beteiligten Beschäftigten weitere Aufgaben im Pressereferat übernehmen. Für 2025 und 2026 kann die Bundesregierung deshalb keine Gesamtsumme nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine konkrete Zahl gibt es für Technik und Lizenzen. Rund 9.000 Euro gab das Ministerium 2025 für technische Ausstattung und Lizenzen im Zusammenhang mit der ministerbezogenen Social-Media-Kommunikation aus. Bezahlte Werbung für Beiträge des Ministers oder des Auswärtigen Amts habe es nicht gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein Rahmenvertrag mit einer Fotoagentur, die Reisen des Außenministers begleitet. Die dabei entstehenden Aufnahmen werden jedoch nicht nur für soziale Medien, sondern auch für die Website und weitere Formen der Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Deshalb weist das Ministerium diese Kosten nicht gesondert der Social-Media-Arbeit zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Reise- und Übernachtungskosten von Beschäftigten oder Dienstleistern werden nicht danach aufgeschlüsselt, ob eine Reisebegleitung speziell der Produktion von Social-Media-Inhalten diente.</p>



<h2 id="h-aufmerksamkeit-ist-teil-des-ansatzes" class="wp-block-heading"><span id="aufmerksamkeit-ist-teil-des-ansatzes">Aufmerksamkeit ist Teil des Ansatzes</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt begründet seine digitale Kommunikation mit verändertem Medienverhalten. Gerade jüngere Menschen informierten sich stark über YouTube, Instagram und andere soziale Netzwerke, erklärte das Ministerium im Juni. Unterhaltung und Aufmerksamkeit sollen dabei den Zugang zu außenpolitischen Themen öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die parlamentarische Antwort beschreibt dasselbe Ziel in nüchternerer Sprache. Das Ministerium wolle eine möglichst breite Öffentlichkeit erreichen und außenpolitische Inhalte zielgruppen- und plattformspezifisch vermitteln. Die bisherigen Erfahrungen bestätigten diesen „Ansatz“, der fortgeführt und „fortlaufend bedarfsgerecht weiterentwickelt“ werde.</p>
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			<media:description type="html">Johann Wadephul (Bundesaußenminister, CDU)</media:description>
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		<title>Deutschland drängt auf Rückkehrzentren außerhalb der EU – Pilotprojekte noch 2026 geplant</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-draengt-auf-rueckkehrzentren-ausserhalb-der-eu-pilotprojekte-noch-2026-geplant/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 12:02:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will gemeinsam mit vier EU-Staaten noch 2026 erste Rückkehrzentren außerhalb der EU vorantreiben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-draengt-auf-rueckkehrzentren-ausserhalb-der-eu-pilotprojekte-noch-2026-geplant%2F&amp;action_name=Deutschland%20dr%C3%A4ngt%20auf%20R%C3%BCckkehrzentren%20au%C3%9Ferhalb%20der%20EU%20%E2%80%93%20Pilotprojekte%20noch%202026%20geplant&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-draengt-auf-rueckkehrzentren-ausserhalb-der-eu-pilotprojekte-noch-2026-geplant/">Deutschland drängt auf Rückkehrzentren außerhalb der EU – Pilotprojekte noch 2026 geplant</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland drängt gemeinsam mit Dänemark, Griechenland, den Niederlanden und Österreich auf erste Rückkehrzentren für ausreisepflichtige Migranten in Staaten außerhalb der Europäischen Union. Die Initiative soll noch bis Ende 2026 in Pilotprojekten Gestalt annehmen. Die geplante EU-Rückführungsverordnung würde erstmals ermöglichen, Menschen mit vollstreckbarer Rückkehrentscheidung auch in einen aufnahmebereiten Drittstaat zu bringen, zu dem sie zuvor keinerlei Verbindung hatten. Konkrete Vereinbarungen gibt es bislang jedoch nicht, offiziell bestätigte Gespräche der Staatengruppe bestehen nach einer <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2026A42_Rueckkehrzentren.pdf">aktuellen Analyse</a> der Stiftung Wissenschaft und Politik lediglich mit Ruanda. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte gewinnt an Tempo, seit das neue EU-Migrations- und Asylpaket seit dem 12. Juni verbindlich angewendet wird. Nach einem abgelehnten Asylantrag im Grenzverfahren soll eine Rückführung innerhalb von höchstens zwölf Wochen folgen. Zugleich beziffern EU-Institutionen die tatsächliche Rückkehrquote bislang lediglich auf etwa 20 bis 30 Prozent, wobei die Vergleichbarkeit dieser Zahl wegen unterschiedlicher Erfassungsmethoden begrenzt ist.&nbsp;</p>



<h2 id="h-neue-eu-regel-soll-abschiebung-in-unbeteiligte-drittstaaten-ermoglichen" class="wp-block-heading"><span id="neue-eu-regel-soll-abschiebung-in-unbeteiligte-drittstaaten-ermoeglichen">Neue EU-Regel soll Abschiebung in unbeteiligte Drittstaaten ermöglichen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zentrale rechtliche Schritt steckt in Artikel 17 der geplanten EU-Rückführungsverordnung. Mitgliedstaaten könnten danach einen Drittstaat als Rückkehrziel bestimmen, wenn sich dieser auf europäischer, multilateraler oder bilateraler Ebene zur Aufnahme bereiterklärt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neu ist vor allem, dass die betroffene Person keine vorherige Verbindung zu diesem Staat haben müsste. Weder Staatsangehörigkeit noch früherer Aufenthalt oder Transit wären Voraussetzung. Mit der Ankunft im vereinbarten Drittstaat würde die Abschiebung aus Sicht des EU-Staates grundsätzlich als abgeschlossen gelten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit unterscheiden sich Rückkehrzentren von ausgelagerten Asylverfahren. Sie sollen erst eingesetzt werden, wenn über den Schutzantrag bereits entschieden wurde und eine vollstreckbare Ausreisepflicht besteht. Offen ist dann nicht mehr, ob die Person bleiben darf, sondern wohin die Rückführung vollzogen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stiftung Wissenschaft und Politik beschreibt drei denkbare Modelle. Ein Drittstaat könnte Menschen vorübergehend aufnehmen, bis ihre Weiterreise in das Herkunftsland möglich wird. Möglich wäre auch eine längerfristige oder dauerhafte Aufnahme. Als dritte Variante könnten solche Zentren auf Personen beschränkt werden, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden oder als Sicherheitsrisiko gelten und nicht unmittelbar in ihr Herkunftsland zurückgeführt werden können.&nbsp;</p>



<h2 id="h-deutschland-gehort-zu-funf-staaten-die-auf-schnelle-pilotprojekte-drangen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-gehoert-zu-fuenf-staaten-die-auf-schnelle-pilotprojekte-draengen">Deutschland gehört zu fünf Staaten, die auf schnelle Pilotprojekte drängen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Gruppe aus Deutschland, Dänemark, Griechenland, den Niederlanden und Österreich will Pilotzentren nach Darstellung der SWP bereits bis Ende 2026 auf den Weg bringen. Andere EU-Staaten verlangen demnach zusätzliche europäische Finanzmittel und eine Beteiligung internationaler Organisationen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="740" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-740x1024.jpg" alt="" class="wp-image-26263 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-740x1024.jpg 740w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-217x300.jpg 217w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-768x1062.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-380x526.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence-800x1107.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/CeutaBorderFence.jpg 960w" sizes="(max-width: 740px) 100vw, 740px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Nach der Ceuta-Krise wurden die Forderungen erneut aufgegriffen. Verbindliche Vereinbarungen mit einem Aufnahmeland bestehen jedoch noch nicht. Offiziell bestätigt waren lediglich Gespräche mit Ruanda. Damit liegt zwischen der politischen Forderung nach einem raschen Start und der tatsächlichen Umsetzung weiterhin eine erhebliche Lücke.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Österreich hat im Mai bereits ein Mobilitätsabkommen mit Usbekistan geschlossen. Das zentralasiatische Land soll dabei als Transitroute für die Abschiebung von Drittstaatsangehörigen dienen, insbesondere von Afghanen. Ein eigentliches Rückkehrzentrum ist mit dieser Vereinbarung jedoch nicht verbunden.</p>



<h2 id="h-fruhere-modelle-waren-teuer-und-erreichten-nur-wenige-menschen" class="wp-block-heading"><span id="fruehere-modelle-waren-teuer-und-erreichten-nur-wenige-menschen">Frühere Modelle waren teuer und erreichten nur wenige Menschen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die SWP warnt davor, frühere Auslagerungsprojekte als funktionierende Vorlage für die EU zu betrachten. Das britische Ruanda-Modell von 2022 sollte Asylverfahren nach Afrika verlagern, wurde nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen aber aufgegeben, ohne dass ein Mensch zwangsweise im Rahmen des Programms nach Ruanda gebracht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die britische Regierung bezifferte die Gesamtkosten der Partnerschaft und der damit verbundenen Umsetzung des Illegal Migration Act auf 715 Millionen Pfund.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das italienische Modell mit Albanien blieb bislang weit hinter seinen ursprünglichen Zielen zurück. Rechtliche Auseinandersetzungen verhinderten eine vollständige Umsetzung, die Einrichtungen wurden nur in wenigen Fällen genutzt. Albanien hat zudem erklärt, das Modell nicht für andere EU-Staaten öffnen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst die EU-Türkei-Erklärung von 2016 führte trotz geografischer Nähe, hoher finanzieller Unterstützung und gemeinsamer Interessen nur in begrenztem Umfang zu Rückführungen. Ihre Rückführungskomponente ist seit 2020 ausgesetzt.</p>



<h2 id="h-us-erfahrungen-zeigen-hohe-kosten-bei-kleinen-fallzahlen" class="wp-block-heading"><span id="us-erfahrungen-zeigen-hohe-kosten-bei-kleinen-fallzahlen">US-Erfahrungen zeigen hohe Kosten bei kleinen Fallzahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich sind die jüngsten Erfahrungen der Vereinigten Staaten. <a href="https://fokus-afrika.de/usa-schieben-bis-zu-1-200-drittstaatsangehoerige-nach-liberia-ab/">Washington hat seit Anfang 2025 Abschiebungen in Drittstaaten verstärkt und verfügt dabei über zentralisierte Zuständigkeiten und größeren außenpolitischen Handlungsspielraum als die EU.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Schätzungen des Migration Policy Institute wurden 2025 etwa 15.000 Menschen aus den USA in Drittstaaten abgeschoben. Rund 13.000 davon gingen allerdings nach Mexiko und entsprechen damit eher einer Rückübernahme durch einen unmittelbaren Nachbar- und Transitstaat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für weiter entfernte Staaten verblieben rund 2.000 Fälle. Ein Bericht der Demokraten im Auswärtigen Ausschuss des US-Senats kam zu dem Ergebnis, dass fünf Regierungen, die direkte Zahlungen Washingtons erhielten, bis Januar 2026 lediglich rund 300 Personen aufgenommen hatten. Etwa 250 davon entfielen auf El Salvador. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die übrigen Vereinbarungen erreichten teilweise nur einstellige Zahlen. Eswatini hatte bis November 2025 demnach 15 Personen aufgenommen, obwohl bis zu 160 vereinbart waren. Ruanda hatte bis Januar 2026 sieben von bis zu 250 möglichen Fällen akzeptiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen hohe Kosten. Die direkten Zahlungen der USA an fünf Regierungen lagen der Untersuchung zufolge bei mehr als 32 Millionen Dollar, die dokumentierten Flugkosten bei mindestens 7,2 Millionen Dollar. Bei einzelnen Vereinbarungen mit sehr kleinen Fallzahlen überstiegen die Kosten damit eine Million Dollar je überstellter Person.&nbsp;</p>



<h2 id="h-swp-sieht-ruckkehrzentren-nur-als-instrument-fur-wenige-falle" class="wp-block-heading"><span id="swp-sieht-rueckkehrzentren-nur-als-instrument-fuer-wenige-faelle">SWP sieht Rückkehrzentren nur als Instrument für wenige Fälle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren der SWP-Analyse bezweifeln deshalb, dass Rückkehrzentren die niedrigen europäischen Rückkehrquoten grundsätzlich verändern können. Viele Hindernisse blieben auch nach einer Überstellung bestehen: Die Identität eines Betroffenen muss geklärt, Reisedokumente müssen beschafft und Herkunftsländer zur Rücknahme bewegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird eine Person lediglich in einen Drittstaat gebracht, ohne dass anschließend eine Rückkehr oder ein dauerhafter rechtmäßiger Aufenthalt möglich ist, werde das ungelöste Problem lediglich geografisch verlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen rechtliche Risiken. Die Autoren nennen mögliche langwierige oder willkürliche Haft, erschwerten Zugang zu Rechtsbeistand und Gerichten sowie die Gefahr einer weiteren Abschiebung in Staaten, in denen Verfolgung oder Misshandlung drohen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders kritisch sehen sie, dass die Verantwortung des europäischen Staates nach dem vorgesehenen Modell mit der Ankunft im Drittstaat weitgehend enden könnte, während einige der größten Risiken erst danach entstehen.</p>



<h2 id="h-forderung-nach-ruckholpflicht-und-unabhangiger-kontrolle" class="wp-block-heading"><span id="forderung-nach-rueckholpflicht-und-unabhaengiger-kontrolle">Forderung nach Rückholpflicht und unabhängiger Kontrolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten EU-Staaten Pilotprojekte einrichten, empfiehlt die SWP deshalb deutlich strengere Bedingungen als die geplante Verordnung allein vorsieht. Der überstellende Staat sollte bis zu einer endgültigen Lösung für jede einzelne Person verantwortlich bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehörten unabhängige Kontrollen der Aufenthalts- und Haftbedingungen sowie der Zugang zu Gerichten, Anwälten und konsularischen Vertretungen. Vereinbarungen sollten außerdem eine Pflicht zur Rückholung in die EU enthalten, wenn eine Haft rechtswidrig wird, vereinbarte Standards nicht eingehalten werden oder eine weitere Rückführung dauerhaft unmöglich bleibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem sollten Regierungen für jeden Fall dokumentieren, warum eine direkte Rückkehr in das Herkunftsland nicht möglich war und weshalb eine Überstellung in ein Rückkehrzentrum bessere Aussichten bietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die SWP empfiehlt, den Erfolg solcher Einrichtungen nicht an der Zahl der aus Europa ausgeflogenen Menschen zu messen. Maßstab solle sein, ob am Ende tatsächlich eine rechtmäßige und dauerhafte Rückkehr in das Herkunftsland oder ein gesicherter Aufenthalt in einem anderen Staat erreicht werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rückkehrzentren könnten demnach vor allem bei einer kleinen Zahl besonders schwieriger Fälle eine zusätzliche Möglichkeit bieten. Die Rückführung größerer Personengruppen bleibe dagegen weiterhin von Herkunftsstaaten, Reisedokumenten, konsularischer Zusammenarbeit, freiwilliger Rückkehr und Reintegrationsprogrammen abhängig. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>SPD, Union und Linke verlieren bei Wählern mit Migrationshintergrund</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/spd-union-und-linke-verlieren-bei-waehlern-mit-migrationshintergrund/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 15:04:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Partei konnte ihre grundsätzliche Wählbarkeit steigern. Besonders stark sinken die Werte von SPD, Union und Linken bei Wahlberechtigten mit MENA- und Türkei-Bezug – während die AfD dort von mehr als 80 Prozent klar abgelehnt wird.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fspd-union-und-linke-verlieren-bei-waehlern-mit-migrationshintergrund%2F&amp;action_name=SPD%2C%20Union%20und%20Linke%20verlieren%20bei%20W%C3%A4hlern%20mit%20Migrationshintergrund&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">SPD, CDU/CSU und Die Linke werden von Wahlberechtigten mit Bezug zur MENA-Region oder zur Türkei deutlich seltener als mögliche Wahloption angesehen als noch ein Jahr zuvor. Die zugrunde liegenden Befragungen fanden im Winter 2023/2024 und im Winter 2024/2025 statt. Bei der Union sank der Anteil potenzieller Wähler in dieser Gruppe von 67 auf 50 Prozent, bei der Linken von 59 auf 45 Prozent und bei der SPD von 71 auf 60 Prozent. Keine der sechs untersuchten Parteien konnte ihre Wählbarkeit im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr steigern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) wertete dafür Angaben derselben 2.631 Wahlberechtigten zu beiden Erhebungszeitpunkten aus. Unterschieden wurde zwischen Menschen ohne Migrationshintergrund sowie Wahlberechtigten mit Bezug zu EU-Staaten, zur MENA-Region und Türkei sowie zu Ländern der früheren Sowjetunion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemessen wurde ausdrücklich nicht die aktuelle Wahlabsicht wie bei einer Sonntagsfrage. Die Befragten sollten für SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP, Linke und AfD auf einer siebenstufigen Skala angeben, wie wahrscheinlich es sei, dass sie die jeweilige Partei jemals wählen würden. Werte von drei bis sieben wertete das DeZIM als grundsätzliche Wählbarkeit.&nbsp;</p>



<h2 id="h-grosster-ruckgang-bei-union-in-mena-und-turkei-gruppe" class="wp-block-heading"><span id="groesster-rueckgang-bei-union-in-mena-und-tuerkei-gruppe">Größter Rückgang bei Union in MENA- und Türkei-Gruppe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich fällt die Veränderung bei Wahlberechtigten mit MENA- oder Türkei-Bezug aus. Der Anteil derjenigen, die CDU oder CSU grundsätzlich in Betracht ziehen, sank um 17 Prozentpunkte auf 50 Prozent. Bei der Linken betrug der Rückgang 14 Prozentpunkte, bei der SPD elf Punkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der FDP sank die Wählbarkeit in dieser Gruppe von 56 auf 32 Prozent. Das DeZIM ordnet den Rückgang der Liberalen allerdings nicht als migrationsspezifisches Muster ein, weil die FDP auch unter Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund und mit EU-Bezug deutlich verlor. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund fiel ihr Wert beispielsweise von 57 auf 45 Prozent.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="555" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Bundestagswahl_Aufmacher.jpg" alt="" class="wp-image-29705 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Bundestagswahl_Aufmacher.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Bundestagswahl_Aufmacher-300x208.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Bundestagswahl_Aufmacher-768x533.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/Bundestagswahl_Aufmacher-380x264.jpg 380w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutlich stabiler entwickelten sich die Werte insgesamt bei Menschen ohne Migrationshintergrund und bei Wahlberechtigten mit Bezug zu anderen EU-Staaten. Bei Gruppen mit Bezug zur früheren Sowjetunion oder zur MENA-/Türkei-Region nahm die Distanz zum untersuchten Parteienangebot dagegen tendenziell zu.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Friederike Römer, Leiterin der DeZIM-Abteilung Konsens und Konflikt und Mitautorin der Studie, spricht von einem möglichen „Warnsignal“. Ob sich darin eine längerfristige Entfremdung vom bestehenden Parteienangebot zeige, müssten weitere Befragungen klären.</p>



<h2 id="h-afd-wird-am-starksten-ausgeschlossen" class="wp-block-heading"><span id="afd-wird-am-staerksten-ausgeschlossen">AfD wird am stärksten ausgeschlossen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung zeigt zugleich große Unterschiede bei der ausdrücklichen Ablehnung einzelner Parteien. Die AfD stößt unter allen Befragten auf die mit Abstand stärkste kategorische Ablehnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2025 bewerteten 67 Prozent der Teilnehmer die AfD mit dem niedrigsten möglichen Wert und schlossen sie damit mit Sicherheit aus. Bei Wahlberechtigten mit MENA- oder Türkei-Bezug waren es 81 Prozent. Rechnet man auch die zweithöchste Ablehnungsstufe hinzu, kamen in dieser Herkunftsgruppe 84 Prozent auf eine klare Ablehnung der Partei.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei SPD und CDU/CSU lag die kategorische Ablehnung insgesamt dagegen bei ungefähr 20 Prozent. Für Grüne, FDP und Linke bewegte sie sich zwischen rund 40 und 50 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Menschen mit Bezug zur früheren Sowjetunion erreicht die AfD gleichzeitig ihr größtes Potenzial unter den untersuchten Herkunftsgruppen. 2025 konnten sich dort 45 Prozent grundsätzlich vorstellen, die Partei zu wählen. Dennoch lagen SPD mit 51 Prozent und CDU/CSU mit 62 Prozent auch in dieser Gruppe darüber.&nbsp;</p>



<h2 id="h-herkunft-erklart-parteineigung-nur-teilweise" class="wp-block-heading"><span id="herkunft-erklaert-parteineigung-nur-teilweise">Herkunft erklärt Parteineigung nur teilweise</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie widerspricht zugleich der Vorstellung eines einheitlichen Wahlverhaltens von Menschen mit Migrationsgeschichte. Herkunft ist zwar statistisch mit Parteineigungen verbunden, Geschlecht, Alter und Einkommen erklären Unterschiede jedoch häufig ebenso stark oder stärker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund steigt beispielsweise die Wählbarkeit von CDU/CSU mit dem Einkommen deutlich. Menschen mit einem Haushaltseinkommen von mindestens 5.000 Euro schließen die Union erheblich seltener aus als Befragte mit weniger als 3.000 Euro. Bei Menschen mit Migrationshintergrund fällt dieser Einkommenseffekt deutlich schwächer aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Geschlecht zeigen sich parteipolitische Unterschiede. Frauen betrachten linke Parteien häufiger als wählbar, Männer eher konservative, rechte und rechtsextreme Parteien. Das Muster findet sich grundsätzlich auch bei Menschen mit Migrationshintergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Alter zeigt sich innerhalb der migrantischen Wahlbevölkerung ein weiteres Muster: Ältere Wahlberechtigte neigen stärker zur SPD und deutlich weniger zur AfD als jüngere Befragte mit Migrationshintergrund.&nbsp;</p>



<h2 id="h-madani-sieht-defizit-bei-ansprache-migrantischer-milieus" class="wp-block-heading"><span id="madani-sieht-defizit-bei-ansprache-migrantischer-milieus">Madani sieht Defizit bei Ansprache migrantischer Milieus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Politikberater Jade Madani sieht die Entwicklung nicht allein als migrationspolitisches Phänomen. „Fühlen sich Menschen nicht mehr von Parteien angesprochen, wenden sie sich politisch ab – unabhängig von ihrer Herkunft“, sagte Madani. Es gebe dennoch einen Zusammenhang zwischen parteipolitischer Ansprache und Wählerpotenzial. Parteien, die sich unterdurchschnittlich um Milieus mit Migrationsgeschichte bemühten, bekämen dies stärker zu spüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Madani verweist dabei auf die verfassungsrechtliche Rolle der Parteien bei der politischen Willensbildung. „Gerade in einer Einwanderungsgesellschaft gehört eine systematische Einbeziehung von Deutschen mit Migrationsgeschichte dazu – hier haben alle Parteien noch großen Nachholbedarf.“ Zugleich sei das potenzielle Wählerreservoir groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des DeZIM haben derzeit etwa zwölf bis 14 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland einen Migrationshintergrund. <a href="https://fokus-afrika.de/wieviele-muslime-leben-in-deutschland/">Ihr Anteil dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund/">Die Autoren betonen zugleich, dass Herkunftsgruppen sehr unterschiedliche Biografien, soziale Lagen und politische Erfahrungen umfassen und deshalb nicht als geschlossene politische Blöcke betrachtet werden können.</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/spd-union-und-linke-verlieren-bei-waehlern-mit-migrationshintergrund/">SPD, Union und Linke verlieren bei Wählern mit Migrationshintergrund</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Bundestagswahl_Aufmacher</media:title>
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		<title>Wadephul in Tunesien: „Das Land gewinnt für deutsche Unternehmen an Bedeutung“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-in-tunesien-das-land-gewinnt-fuer-deutsche-unternehmen-an-bedeutung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 12:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will seine Wirtschaftsbeziehungen mit Tunesien ausbauen. Außenminister Johann Wadephul sieht das Land als zunehmend wichtigen Standort für deutsche Unternehmen und die deutsche Industrie.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-in-tunesien-das-land-gewinnt-fuer-deutsche-unternehmen-an-bedeutung%2F&amp;action_name=Wadephul%20in%20Tunesien%3A%20%E2%80%9EDas%20Land%20gewinnt%20f%C3%BCr%20deutsche%20Unternehmen%20an%20Bedeutung%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-tunesien-das-land-gewinnt-fuer-deutsche-unternehmen-an-bedeutung/">Wadephul in Tunesien: „Das Land gewinnt für deutsche Unternehmen an Bedeutung“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will die Wirtschafts- und Energiebeziehungen mit Tunesien ausbauen und das nordafrikanische Land stärker als Standort für deutsche Unternehmen einbinden. Der Besuch von Außenminister Johann Wadephul in Tunis fand am Montag im Rahmen einer Reise nach Tunesien und Algerien statt. Nach seinem Treffen mit Präsident Kaïs Saïed bezeichnete Wadephul Deutschland als wichtigen Absatzmarkt für Tunesien und zugleich Tunesien als zunehmend bedeutend für die deutsche Industrie. Begleitet wurde der Außenminister von einer deutschen Wirtschaftsdelegation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschland ist für Tunesien ein zentraler Exportmarkt, der weiterhin große Chancen bietet, und Tunesien gewinnt für deutsche Unternehmen und für unsere Industrie weiter an Bedeutung“, sagte Wadephul nach dem Gespräch mit Saïed. <a href="https://fokus-afrika.de/tunesien-wirbt-in-berlin-um-neue-deutsche-investitionen/">Die wirtschaftliche Verflechtung ermögliche mehr Handel und Investitionen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul traf in Tunis auch seinen tunesischen Amtskollegen Mohamed Ali Nafti. Neben den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen standen die regionale Sicherheitslage und die Entwicklungen im Sahel auf der Agenda.</p>



<h2 id="h-deutsche-industrie-produziert-bereits-in-tunesien" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-industrie-produziert-bereits-in-tunesien">Deutsche Industrie produziert bereits in Tunesien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Ländern reichen bereits tief in industrielle Lieferketten hinein. Deutsche Automobilunternehmen lassen wichtige Zulieferteile in Tunesien produzieren. Daneben haben in Deutschland ausgebildete Tunesier Unternehmen in ihrem Heimatland gegründet, die teilweise eng mit dem deutschen Wirtschaftsstandort verbunden sind, etwa im Digitalbereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/tunesien-will-engere-partnerschaft-mit-deutschland/">Berlin will diese Strukturen weiter ausbauen.</a> Das Auswärtige Amt sieht insbesondere bei Handel, Investitionen und industrieller Zusammenarbeit zusätzliches Potenzial. Wadephul erklärte, die wirtschaftlichen Beziehungen seien für beide Seiten von Nutzen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-29668 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-1024x683.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-380x254.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-800x534.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E-1160x774.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HREzbrYXMAA0x-E.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch Fachkräfte spielen in den Beziehungen eine zunehmende Rolle. Tunesierinnen und Tunesier, die in Deutschland leben und arbeiten, bezeichnete Wadephul als Verbindung zwischen beiden Ländern. „Tunesische Fachkräfte leisten in Deutschland einen hochgeschätzten Beitrag“, sagte der Außenminister. Zugleich verwies er auf den akademischen Austausch.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während seines Aufenthalts in Tunis war auch ein Besuch des Unternehmerzentrums The Dot vorgesehen. Dort sollte Wadephul mit Unternehmern sowie früheren Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zusammentreffen.</p>



<h2 id="h-energieverbindung-zwischen-tunesien-und-europa-im-blick" class="wp-block-heading"><span id="energieverbindung-zwischen-tunesien-und-europa-im-blick">Energieverbindung zwischen Tunesien und Europa im Blick</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Industrie und Handel setzt Berlin auf eine engere Energiepartnerschaft. Deutschland unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien in Tunesien und befasst sich mit einer stärkeren Anbindung des Landes an das europäische Energienetz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Energiekooperation gehört zu mehreren Bereichen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Wadephul nannte außerdem berufliche Ausbildung, Wasserwirtschaft und Digitalisierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich begrüße es sehr, dass wir im Rahmen dieser Reise neue Verträge unterzeichnen“, sagte der Außenminister nach seinem Treffen mit Saïed. Welche Vereinbarungen konkret unterzeichnet wurden oder welches finanzielle Volumen sie umfassen, wurde zunächst nicht näher benannt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="820" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-820x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-29669 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-820x1024.jpeg 820w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-240x300.jpeg 240w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-768x960.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-1229x1536.jpeg 1229w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-380x475.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-800x1000.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY-1160x1449.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/09/HRDfq0QXcAAZPUY.jpeg 1639w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Berlin verbindet die Zusammenarbeit mit Tunesien zugleich mit einer breiteren wirtschaftlichen Strategie im Mittelmeerraum. Wadephul erklärte vor seiner Abreise, Deutschland teile mit Tunesien und Algerien zentrale wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen. Beide Länder grenzen unmittelbar an den Mittelmeerraum gegenüber der Europäischen Union.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Gemeinsam können wir das Mittelmeer zu einem Raum der Stärke zwischen unseren Kontinenten machen“, sagte Wadephul.</p>



<h2 id="h-deutschland-und-tunesien-feiern-70-jahre-diplomatische-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-und-tunesien-feiern-70-jahre-diplomatische-beziehungen">Deutschland und Tunesien feiern 70 Jahre diplomatische Beziehungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch fällt in das 70. Jahr der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Tunesien. Beide Staaten nahmen 1956 diplomatische Beziehungen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete die vergangenen sieben Jahrzehnte als „starkes und vertrauensvolles Fundament“ für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit. Deutschland und die Europäische Union seien und blieben „verlässliche Freunde und Partner Tunesiens“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Wirtschaft und Energie bestehen enge Verbindungen über Tourismus, Hochschulen und Migration. Rund 330.000 deutsche Touristen reisen nach tunesischen Angaben jährlich in das Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem Aufenthalt in Tunesien setzte Wadephul seine <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-algerien-deutschlands-werteanspruch-trifft-auf-strategische-interessen/" data-type="post" data-id="29645">Nordafrika-Reise in Algerien fort</a>. Mit den Außenministern beider Länder kommt er damit bereits zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt zusammen.</p>
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		<item>
		<title>Wadephul in Algerien: Deutschlands Werteanspruch trifft auf strategische Interessen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-in-algerien-deutschlands-werteanspruch-trifft-auf-strategische-interessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 07:01:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29645</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gaslieferant, Rüstungskunde und enger Militärpartner Russlands: Außenminister Wadephul nennt Algerien einen strategischen Partner Deutschlands. Die Beziehungen zeigen, wie stark außenpolitische Werte und strategische Interessen inzwischen nebeneinanderstehen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-in-algerien-deutschlands-werteanspruch-trifft-auf-strategische-interessen%2F&amp;action_name=Wadephul%20in%20Algerien%3A%20Deutschlands%20Werteanspruch%20trifft%20auf%20strategische%20Interessen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-in-algerien-deutschlands-werteanspruch-trifft-auf-strategische-interessen/">Wadephul in Algerien: Deutschlands Werteanspruch trifft auf strategische Interessen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will seine strategische Partnerschaft mit Algerien in Energie und Sicherheit weiter vertiefen, obwohl Algier zugleich eng mit Russland militärisch verflochten ist und wegen des Umgangs mit Kritikern und Journalisten in der Kritik steht. Außenminister Johann Wadephul reist am 31. August mit einer Wirtschaftsdelegation nach Algerien. Dort sind Gespräche mit Außenminister Ahmed Attaf, Wirtschaftsvertretern und Präsident Abdelmadjid Tebboune geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnet Algerien als „strategischen Partner in der Energie- und auch in der Sicherheitspolitik“. Erst im Juli hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Tebboune eine strategische Agenda vereinbart, die mehr Gaslieferungen, den südlichen Wasserstoffkorridor und eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit vorsieht. Gleichzeitig bekennen sich beide Regierungen darin ausdrücklich zum Schutz der Menschenrechte und zu einer internationalen Ordnung auf Grundlage des Völkerrechts.</p>



<h2 id="h-berlin-setzt-auf-algerien-als-energiepartner" class="wp-block-heading"><span id="berlin-setzt-auf-algerien-als-energiepartner">Berlin setzt auf Algerien als Energiepartner</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht Algerien inzwischen als wichtigen Baustein ihrer Energiepolitik. Wadephul verwies vor seiner Reise auf die Rolle des Landes als einer der wichtigsten Gaslieferanten der Europäischen Union und auf dessen Potenzial für grünen Wasserstoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verdichtet. Am 2. Juli lieferte der staatliche Energiekonzern Sonatrach erstmals verflüssigtes Erdgas direkt nach Deutschland. Die Ladung erreichte das LNG-Terminal Wilhelmshaven 1. Sonatrach kündigte an, seine Lieferungen in den deutschen Markt ausweiten zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/praesident-tebboune-in-berlin-algerien-will-deutschland-mehr-gas-verkaufen/" data-type="post" data-id="28737">Beim Besuch Tebbounes in Berlin am 16. Juli erklärten beide Regierungen weitere Gaslieferungen ausdrücklich zum gemeinsamen Interesse.</a> Zugleich soll der südliche Wasserstoffkorridor langfristig Algerien über Italien und Österreich mit Deutschland verbinden. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab/" data-type="post" data-id="28848">Einen Tag später vereinbarten beide Staaten zusätzlich eine engere Zusammenarbeit bei der Reduzierung von Methanemissionen aus der algerischen Öl- und Gasindustrie.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erhält ausgerechnet ein Staat größere Bedeutung für die deutsche Energieversorgung, dessen außen- und sicherheitspolitische Orientierung sich in zentralen Bereichen deutlich von jener Deutschlands unterscheidet.</p>



<h2 id="h-algeriens-armee-bleibt-eng-mit-russland-verbunden" class="wp-block-heading"><span id="algeriens-armee-bleibt-eng-mit-russland-verbunden">Algeriens Armee bleibt eng mit Russland verbunden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders sichtbar wird dieser Gegensatz in der Verteidigungspolitik. Algeriens Streitkräfte sind seit Jahrzehnten eng mit russischen Waffensystemen verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sipri-afrikas-waffenimporte-brechen-deutlich-ein/" data-type="post" data-id="25512">Nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI kamen zwischen 2020 und 2024 rund 48 Prozent der algerischen Importe größerer Waffensysteme aus Russland.</a> Deutschland lag mit 14 Prozent an dritter Stelle hinter Russland und China. Russland blieb damit trotz eines starken Rückgangs seiner Lieferungen der wichtigste Rüstungslieferant Algeriens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das International Institute for Strategic Studies verweist zudem auf Algeriens umfangreiche Investitionen in moderne russische Waffensysteme. Zuletzt wurden erstmals russische Kampfflugzeuge vom Typ Su-57 in Algerien gesichtet. <a href="https://fokus-afrika.de/us-senat-kontroverse-um-polisario-front-und-terrorismus-im-sahel/" data-type="post" data-id="24300">Das IISS weist darauf hin, dass die Beschaffung in den USA bereits Diskussionen über mögliche Sanktionen nach dem amerikanischen CAATSA-Gesetz ausgelöst hat.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-29646 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-1024x682.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-1536x1023.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq-1160x773.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/HQ_CBNsWMAAMUFq.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Nur einen Tag vor Wadephuls Reise demonstrierte Algerien seine militärische Handlungsfähigkeit im Sahel. <a href="https://fokus-afrika.de/putschversuch-in-niger-niedergeschlagen-russland-greift-ein-algerien-schickt-kampfjets/" data-type="post" data-id="29638">Auf Anweisung Tebbounes wurden vier russisch gebaute Su-30-Kampfflugzeuge nach Niger entsandt, um die dortigen Streitkräfte nach dem Putschversuch in Niamey zu unterstützen.</a> Die Maschinen landeten am 30. August in der nigrischen Hauptstadt.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zur gleichen Zeit unterstützte das russische Africa Corps die nigrischen Sicherheitskräfte bei der Niederschlagung der Erhebung. Eine gemeinsame russisch-algerische Operation ist nicht belegt. Beide Staaten unterstützten jedoch nahezu zeitgleich die Militärführung von Abdourahamane Tiani.</p>



<h2 id="h-eu-sanktioniert-unterstutzer-der-russischen-rustungsindustrie" class="wp-block-heading"><span id="eu-sanktioniert-unterstuetzer-der-russischen-ruestungsindustrie">EU sanktioniert Unterstützer der russischen Rüstungsindustrie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine militärische Zusammenarbeit mit Russland führt allerdings nicht automatisch zu europäischen Sanktionen. Die EU richtet ihre Maßnahmen gegen Unternehmen, Personen und Organisationen, die Russlands Krieg gegen die Ukraine, dessen militärisch-industriellen Komplex oder die Umgehung bestehender Sanktionen konkret unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem jüngsten Sanktionspaket nahm die EU unter anderem 27 Unternehmen aus Drittstaaten wegen ihrer Unterstützung der russischen Rüstungsindustrie oder der Umgehung von Exportbeschränkungen ins Visier. Betroffen sind Unternehmen unter anderem aus China, der Türkei, Indien, Kasachstan und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Algerische Institutionen finden sich in dieser Gruppe nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Umgang mit Algerien unterscheidet sich deshalb rechtlich von Sanktionen gegen Akteure, die unmittelbar zur russischen Kriegswirtschaft beitragen. Politisch treffen jedoch zwei unterschiedliche Linien aufeinander: Deutschland und die EU wollen Russlands militärische Handlungsfähigkeit und internationale Beschaffungsnetzwerke einschränken, während Berlin seine Sicherheitskooperation mit einem Staat vertieft, dessen Streitkräfte weiterhin wesentlich auf russischer Technologie beruhen.</p>



<h2 id="h-deutschland-liefert-selbst-rustungsguter-nach-algerien" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-liefert-selbst-ruestungsgueter-nach-algerien">Deutschland liefert selbst Rüstungsgüter nach Algerien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt die eigene deutsche Rüstungszusammenarbeit mit Algerien. <a href="https://fokus-afrika.de/133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika/" data-type="post" data-id="29549">Im Jahr 2024 war das nordafrikanische Land nach der Ukraine und Singapur das drittgrößte Empfängerland deutscher Rüstungsexportgenehmigungen.</a> Die Bundesregierung genehmigte Lieferungen im Wert von rund 559 Millionen Euro. Knapp 80 Prozent davon entfielen auf Teile für gepanzerte Fahrzeuge, weitere Lieferungen betrafen unter anderem Teile für Fregatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Anfang 2011 und März 2025 genehmigte die Bundesregierung allein die Ausfuhr von Montagekits und Bausätzen für gepanzerte Fahrzeuge oder Panzer nach Algerien im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 kamen weitere Einzelgenehmigungen im Wert von 53,3 Millionen Euro hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet ihre Rüstungsexportpolitik zugleich als „restriktiv und wertegeleitet“. Menschenrechte im Empfängerland spielten bei Genehmigungsentscheidungen eine „hervorgehobene Rolle“, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Der aktuelle Rüstungsexportbericht beschreibt allerdings auch eine stärkere Ausrichtung der Exportpolitik an außen-, wirtschafts- und sicherheitspolitischen Interessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Algerien verbindet beide Dimensionen: Das Land ist sicherheitspolitischer Partner Deutschlands und zugleich langjähriger Kunde deutscher und russischer Rüstungsunternehmen.</p>



<h2 id="h-menschenrechte-bleiben-konfliktpunkt" class="wp-block-heading"><span id="menschenrechte-bleiben-konfliktpunkt">Menschenrechte bleiben Konfliktpunkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Thema Menschenrechte ist das Verhältnis von Zusammenarbeit und politischen Grundsätzen sichtbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall des Schriftstellers Boualem Sansal belastete Algerien international über Monate. <a href="https://fokus-afrika.de/algerischer-schriftsteller-boualem-sansal-inhaftiert-mena-direktor-tobias-tunkel-irritiert/" data-type="post" data-id="12772">Sansal war im November 2024 festgenommen und im März 2025 wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der nationalen Einheit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.</a> Der Autor hatte sich wiederholt kritisch über die algerische Führung geäußert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-bittet-algerien-um-begnadigung-des-schriftstellers-boualem-sansal/" data-type="post" data-id="21873">Erst nach einer persönlichen Intervention von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begnadigte Präsident Tebboune den Schriftsteller im November 2025. </a>Sansal konnte anschließend zur medizinischen Behandlung nach Deutschland ausreisen. <a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-empfaengt-boualem-sansal/" data-type="post" data-id="23335">Steinmeier bezeichnete die Entscheidung damals als humanitäre Geste und Ausdruck des Vertrauens zwischen beiden Staaten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall zeigt zugleich, dass enge diplomatische Beziehungen politischen Handlungsspielraum schaffen können. Sansals Freilassung erfolgte gerade nach einem deutschen Vermittlungsversuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/algerien-bestaetigt-siebenjaehrige-haftstrafe-gegen-franzoesischen-journalisten-christophe-gleizes/" data-type="post" data-id="22633">Anders liegt der Fall des französischen Journalisten Christophe Gleizes.</a> Er war im Mai 2024 während Recherchen in der Kabylei festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte ihn im Juni 2025 wegen Terrorismusvorwürfen zu sieben Jahren Haft, nachdem er im Zuge seiner journalistischen Arbeit Kontakte zu einem Funktionär gehabt hatte, dem Verbindungen zur in Algerien verbotenen Bewegung für die Selbstbestimmung der Kabylei vorgeworfen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Berufungsgericht bestätigte die siebenjährige Haftstrafe im Dezember 2025. Gleizes legte anschließend Beschwerde beim algerischen Kassationsgericht ein. Das Committee to Protect Journalists führt ihn weiterhin als in Algerien inhaftierten Journalisten und fordert seine Freilassung.</p>



<h2 id="h-deutschland-und-algerien-sprechen-von-ausgezeichneten-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-und-algerien-sprechen-von-ausgezeichneten-beziehungen">Deutschland und Algerien sprechen von „ausgezeichneten Beziehungen“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese politischen Unterschiede haben Berlin bislang nicht daran gehindert, die Beziehungen erheblich auszubauen. Beim Besuch Tebbounes im Juli bezeichneten beide Regierungen ihre Beziehungen offiziell als „langjährig und ausgezeichnet“. Sie vereinbarten einen regelmäßigen politischen Dialog, mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie eine Vertiefung der Kooperation bei Energie, Migration und Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist für Algerien das sechstwichtigste Lieferland. Mehr als 450 Unternehmen und Institutionen gehören der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer an. Deutschland importiert aus Algerien hauptsächlich Erdöl, Erdgas und petrochemische Produkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephuls Reise setzt diesen Kurs fort. Der Außenminister wird von Wirtschaftsvertretern begleitet und will neben der Energiepolitik insbesondere über Sicherheit und die Lage im Sahel sprechen. Dort arbeitet Algerien mit Deutschland an Stabilitätsfragen, während seine Streitkräfte gleichzeitig russische Waffensysteme einsetzen und seine militärischen Beziehungen zu Moskau fortbestehen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland hat keine staatliche Reserven kritischer Rohstoffe – EU soll retten</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-hat-keine-staatliche-reserven-kritischer-rohstoffe-eu-soll-retten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 18:45:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine staatlichen Reserven bei kritischen Rohstoffen: Deutschland lagert derzeit weder Seltene Erden noch andere strategische Rohstoffe im staatlichen Auftrag. Gleichzeitig führt Berlin eine Arbeitsgruppe der EU zur geplanten gemeinsamen Bevorratung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-hat-keine-staatliche-reserven-kritischer-rohstoffe-eu-soll-retten%2F&amp;action_name=Deutschland%20hat%20keine%20staatliche%20Reserven%20kritischer%20Rohstoffe%20%E2%80%93%20EU%20soll%20retten&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland verfügt derzeit über keine staatlichen, halbstaatlichen oder im staatlichen Auftrag gehaltenen Vorräte kritischer und strategischer Rohstoffe. Die Bundesregierung bestätigte dies in einer am 27. August veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Gleichzeitig arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an einer europäischen Initiative zur koordinierten Bevorratung und prüft Möglichkeiten, Unternehmen beim Aufbau eigener Lagerbestände zu unterstützen. Welche Rohstoffe künftig auf europäischer Ebene bevorratet werden könnten, hält die Bundesregierung bislang unter Verschluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Kritische Rohstoffe werden unter anderem für Halbleiter, Batterien, Energietechnik, Luft- und Raumfahrt sowie zahlreiche militärische Anwendungen benötigt.</a> Zu ihnen gehören etwa Seltene Erden, Gallium, Germanium, Grafit, Magnesium, Wolfram, Lithium, Nickel und Kobalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat der Europäischen Kommission offiziell gemeldet, dass Deutschland über keine entsprechenden staatlichen Reserven verfügt. Die Mitteilung erfolgte auf Grundlage des europäischen Critical Raw Materials Act. Das EU-Gesetz sieht unter anderem vor, Lieferketten zu überwachen, Risiken zu untersuchen und die strategischen Vorräte der Mitgliedstaaten stärker zu koordinieren.</p>



<h2 id="h-deutschland-fuhrt-arbeitsgruppe-fur-europaische-bevorratung" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fuehrt-arbeitsgruppe-fuer-europaeische-bevorratung">Deutschland führt Arbeitsgruppe für europäische Bevorratung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel beteiligt sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie an den Vorbereitungen für eine gemeinsame europäische Rohstoffbevorratung. Das Ministerium arbeitet dazu in einer von der Bundesregierung als „Coalition of the Willing“ bezeichneten Gruppe an der Stockpiling-Initiative der Europäischen Kommission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland leitet dort die Arbeitsgruppe „Demand and Production“, die sich mit Nachfrage und Produktion beschäftigt. Unterstützt wird das Wirtschaftsministerium von der Deutschen Rohstoffagentur innerhalb der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative gehört zum europäischen Aktionsplan RESourceEU. Die Bundesregierung verfolgt dabei nach eigenen Angaben das im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbarte Ziel, die Bevorratung wichtiger Rohstoffe zu erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Materialien zuerst in strategische Lager aufgenommen werden könnten, nennt die Bundesregierung jedoch nicht. Auch über mögliche Mengen macht sie keine Angaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der aktuelle Stand der Arbeiten ist nicht öffentlich“, heißt es in der Antwort. Die Bundesregierung kündigt lediglich an, zu einem späteren Zeitpunkt über die Ergebnisse der Beratungen zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Auswahl spielen unter anderem die Abhängigkeit von einzelnen Lieferstaaten, die Bedeutung für die Verteidigungsindustrie, Lagerfähigkeit, Preisentwicklung sowie europäische Verarbeitungs- und Raffineriekapazitäten eine Rolle. Auch die Bedeutung einzelner Rohstoffe für kritische Infrastruktur fließt in die europäischen Überlegungen ein.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-kennt-umfang-privater-vorrate-nicht" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-kennt-umfang-privater-vorraete-nicht">Bundesregierung kennt Umfang privater Vorräte nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie umfangreich deutsche Unternehmen selbst kritische Rohstoffe lagern, kann die Bundesregierung ebenfalls nicht beziffern. Ihr lägen dazu keine Informationen vor, die über öffentlich zugängliche Unternehmensangaben und Medienberichte hinausgingen und nicht unter Geschäftsgeheimnisse fielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung prüft deshalb derzeit verschiedene Modelle, mit denen Unternehmen bei der Lagerhaltung unterstützt werden könnten. Dabei geht es grundsätzlich auch um steuerliche, finanzielle und regulatorische Möglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen. „Die Bundesregierung prüft derzeit ergebnisoffen alle grundsätzlich infrage kommenden Optionen zur Unterstützung der Lagerhaltung durch die Unternehmen“, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für zusätzliche Instrumente zur Bevorratung sind derzeit auch keine eigenen Haushaltsmittel vorgesehen.</p>



<h2 id="h-rohstofffonds-finanziert-keine-lagerbestande" class="wp-block-heading"><span id="rohstofffonds-finanziert-keine-lagerbestaende">Rohstofffonds finanziert keine Lagerbestände</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der bestehende Rohstofffonds des Bundes verfolgt einen anderen Ansatz. Über ihn kann sich der Staat an Rohstoffprojekten beteiligen, die zur Sicherung und Diversifizierung der Versorgung der deutschen Wirtschaft beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung für eine Beteiligung sind Abnahmevereinbarungen mit deutschen oder europäischen Unternehmen. Der Fonds soll damit den langfristigen Zugriff auf Rohstoffquellen stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Strategische Lagerbestände finanziert er jedoch nicht. „Eine unmittelbare Unterstützung von Bevorratung findet durch den Rohstofffonds derzeit nicht statt“, stellt die Bundesregierung klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch konkrete Lagerorte für mögliche zukünftige Reserven stehen noch nicht fest. Ob beispielsweise Seehäfen, Binnenhäfen, Industrieparks, Logistikzentren oder Bundesliegenschaften genutzt werden könnten, wird nach Angaben der Bundesregierung ergebnisoffen geprüft. Die Anforderungen hingen vom jeweiligen Modell einer möglichen Bevorratung ab.</p>



<h2 id="h-rohstoffe-fur-rustungsindustrie-und-hochtechnologie" class="wp-block-heading"><span id="rohstoffe-fuer-ruestungsindustrie-und-hochtechnologie">Rohstoffe für Rüstungsindustrie und Hochtechnologie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika/" data-type="post" data-id="29549">Die Bundesregierung hebt zugleich hervor, dass kritische Rohstoffe nicht nur für die Verteidigungsindustrie benötigt werden.</a> Die Bedarfe der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie unterschieden sich grundsätzlich nicht wesentlich von anderen Hochtechnologiebereichen wie Maschinen- und Fahrzeugbau, Pharma- und Medizintechnik, Elektro- und Energietechnik, Halbleitern sowie Luft- und Raumfahrt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-25726 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-768x511.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914-1160x772.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/2013_05_09_Demolition_P.jpg_8725845914.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der mengenmäßige Rohstoffbedarf der deutschen Verteidigungsindustrie sei im Vergleich zur zivilen Industrie sogar „deutlich geringer“. Abgesehen von der Munitionsproduktion arbeite die Branche hauptsächlich als Weiterverarbeiter und Systemintegrator.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Verringerung von Abhängigkeiten setzt die Bundesregierung außerdem auf Forschung und Recycling. Eigene staatliche Maßnahmen zur Substitution einzelner kritischer Rohstoffe ergreife sie nicht, unterstütze Unternehmen aber bei der Entwicklung von Ersatzmaterialien und Technologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben soll die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie dazu beitragen, kritische Rohstoffe stärker aus Altgeräten, Batterien, Windkraft- und Photovoltaikanlagen, Fahrzeugen und industriellen Reststoffen zurückzugewinnen.</p>
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			<media:description type="html">Over 75 kilos of unexploded ordinances (UXOs), captured from al-Shabaab militants, are destroyed outside of Mogadishu at a safe location. A team, aided by the UN Somalia Mine Action agency and consisting of soldiers from Burundi and Uganda, dispose of weapons on a weekly basis in order to ensure the weapons no longer pose a risk to civilians. AU UN IST PHOTO / TOBIN JONES.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Nach gescheiterter UN-Kandidatur: Bundesregierung schweigt zu Unterstützern und Absprachen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-gescheiterter-un-kandidatur-bundesregierung-schweigt-zu-unterstuetzern-und-absprachen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 08:28:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer hat Deutschland bei der Wahl zum UN-Sicherheitsrat die Unterstützung verweigert? Die Bundesregierung macht dazu keine Angaben. Bekannt ist nun aber: Für externe Dienstleistungen im mehrjährigen Wahlkampf flossen mehr als 223.000 Euro.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-gescheiterter-un-kandidatur-bundesregierung-schweigt-zu-unterstuetzern-und-absprachen%2F&amp;action_name=Nach%20gescheiterter%20UN-Kandidatur%3A%20Bundesregierung%20schweigt%20zu%20Unterst%C3%BCtzern%20und%20Absprachen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-gescheiterter-un-kandidatur-bundesregierung-schweigt-zu-unterstuetzern-und-absprachen/">Nach gescheiterter UN-Kandidatur: Bundesregierung schweigt zu Unterstützern und Absprachen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung legt auch nach dem Scheitern der deutschen Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nicht offen, welche Staaten Deutschland unterstützt haben und welche Absprachen es im Vorfeld der Wahl gab. In einer am 26. August veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion machte sie dazu keine näheren Angaben. Das Auswärtige Amt verweist auf das Wahlgeheimnis bei Abstimmungen in internationalen Organisationen. Zugleich nennt die Bundesregierung erstmals konkrete Ausgaben für einen externen Dienstleister im mehrjährigen deutschen Wahlkampf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hatte seine Kandidatur bereits 2019 erklärt und anschließend über mehrere Bundesregierungen hinweg dafür geworben. Die Bewerbung war Teil zahlreicher außenpolitischer Termine und Gespräche. Eine Gesamtsumme der Kosten lasse sich deshalb nicht berechnen, erklärte die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Angaben macht sie lediglich zu einer externen Agentur. Das Unternehmen „Ahoy“ erhielt zwischen 2023 und 2026 Aufträge für Dienstleistungen im Gesamtwert von 223.813,43 Euro.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-kennt-abstimmungsverhalten-einzelner-staaten-nicht" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-kennt-abstimmungsverhalten-einzelner-staaten-nicht">Bundesregierung kennt Abstimmungsverhalten einzelner Staaten nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Staaten Deutschland bei der geheimen Wahl unterstützten und welche nicht, bleibt offen. Staaten veröffentlichten ihr Abstimmungsverhalten bei solchen Wahlen üblicherweise nicht, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zu möglichen Zusagen oder Absprachen mit einzelnen Ländern oder Staatengruppen äußert sich die Bundesregierung nicht. Sie begründet dies mit dem Schutz der Integrität geheimer Wahlen und des Wahlgeheimnisses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob öffentliche Äußerungen oder diplomatische Initiativen deutscher Vertreter das Wahlverhalten einzelner Staaten beeinflusst haben könnten, erklärte die Bundesregierung, ihr lägen dazu keine Erkenntnisse vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt auch offen, welche konkreten Faktoren zum Scheitern der deutschen Bewerbung beigetragen haben. Die Bundesregierung verweist allgemein darauf, dass Staaten ihre Entscheidungen über nichtständige Sitze im Sicherheitsrat auf Grundlage „einer Vielzahl von Beweggründen“ träfen.</p>



<h2 id="h-baerbocks-wahl-zur-un-generalversammlung-war-getrenntes-verfahren" class="wp-block-heading"><span id="baerbocks-wahl-zur-un-generalversammlung-war-getrenntes-verfahren">Baerbocks Wahl zur UN-Generalversammlung war getrenntes Verfahren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion hatte zudem einen möglichen Zusammenhang mit der Kandidatur der früheren Außenministerin Annalena Baerbock für das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung thematisiert.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-28897 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/UN71133370.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist einen solchen Zusammenhang zurück. Sie habe Baerbock im März 2025 nominiert. <a href="https://fokus-afrika.de/annalena-baerbock-uebernimmt-praesidentschaft-der-80-un-generalversammlung/" data-type="post" data-id="19771">Die UN-Generalversammlung wählte sie am 2. Juni 2025 in geheimer Abstimmung zur Präsidentin ihrer 80. Sitzungsperiode.</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kandidatur für dieses Amt sei „ein von der Kandidatur für einen nicht-ständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat getrennter Vorgang“ gewesen, erklärte die Bundesregierung.</p>



<h2 id="h-entwicklungshilfe-soll-nicht-automatisch-vom-abstimmungsverhalten-abhangen" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungshilfe-soll-nicht-automatisch-vom-abstimmungsverhalten-abhaengen">Entwicklungshilfe soll nicht automatisch vom Abstimmungsverhalten abhängen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/" data-type="post" data-id="29371">Ein weiterer Teil der Anfrage betrifft die umfangreichen deutschen Zahlungen an das System der Vereinten Nationen und die Entwicklungszusammenarbeit.</a> Die AfD wollte wissen, ob Deutschland seine Unterstützung künftig stärker davon abhängig machen könnte, wie Partnerstaaten in den Vereinten Nationen abstimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei verwies die Fraktion unter anderem auf Indien, Vietnam und Südafrika sowie deren Abstimmungsverhalten bei Resolutionen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärte dazu, die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit aufstrebenden Volkswirtschaften liege im Interesse Deutschlands. Zu möglichen künftigen Vergabeentscheidungen äußerte sie sich nicht und verwies darauf, dass diese zum aktuellen Regierungshandeln gehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine mögliche geografische oder thematische Neuordnung der Entwicklungszusammenarbeit mit Staaten, die deutsche Positionen international nicht unterstützen, beantwortete sie nicht näher.</p>



<h2 id="h-deutschland-will-pflichtbeitrage-weiter-zahlen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-will-pflichtbeitraege-weiter-zahlen">Deutschland will Pflichtbeiträge weiter zahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine grundlegende Änderung der deutschen Finanzierung der Vereinten Nationen kündigt die Bundesregierung ebenfalls nicht an. Die Pflichtbeiträge seien aufgrund der UN-Mitgliedschaft völkerrechtlich verbindlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Bundesregierung wird weiterhin ihre Pflichtbeiträge an die VN zahlen und ein verlässlicher Partner bleiben“, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-dreht-geldhahn-zu-914-millionen-euro-weniger-fuer-die-un/" data-type="post" data-id="29350">Über freiwillige Beiträge werde dagegen anhand der politischen und inhaltlichen Prioritäten der Bundesregierung entschieden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Scheitern der Sicherheitsratsbewerbung führt nach Angaben der Bundesregierung nicht zu einem grundsätzlichen Rückzug aus internationalen Wahlkämpfen.<a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/" data-type="post" data-id="29452"> Deutschland werde weiterhin Kandidaturen in internationalen Organisationen betreiben.</a> Über einzelne Bewerbungen solle jeweils anhand der konkreten Umstände entschieden werden.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-gescheiterter-un-kandidatur-bundesregierung-schweigt-zu-unterstuetzern-und-absprachen/">Nach gescheiterter UN-Kandidatur: Bundesregierung schweigt zu Unterstützern und Absprachen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">UN71133370</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Geheimdienste hinter immer mehr Angriffen auf deutsche Unternehmen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/geheimdienste-hinter-immer-mehr-angriffen-auf-deutsche-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 08:16:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausländische Geheimdienste geraten bei Angriffen auf deutsche Unternehmen immer stärker in den Fokus. Ihr Anteil hat sich seit 2023 mehr als verfünffacht. Gleichzeitig entstehen bis zu 270,8 Milliarden Euro Schaden durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fgeheimdienste-hinter-immer-mehr-angriffen-auf-deutsche-unternehmen%2F&amp;action_name=Geheimdienste%20hinter%20immer%20mehr%20Angriffen%20auf%20deutsche%20Unternehmen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/geheimdienste-hinter-immer-mehr-angriffen-auf-deutsche-unternehmen/">Geheimdienste hinter immer mehr Angriffen auf deutsche Unternehmen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ausländische Nachrichtendienste stehen hinter einem stark wachsenden Anteil der Angriffe auf deutsche Unternehmen. Bei 37 Prozent der von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Firmen ließ sich mindestens ein Vorfall einem fremden Nachrichtendienst zuordnen. Am 26. August stellte der Digitalverband Bitkom gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz die neue Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ vor. Noch 2025 lag der Anteil bei 28 Prozent, 2023 waren es lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sind ausländische Nachrichtendienste erstmals die zweitgrößte identifizierte Tätergruppe. An erster Stelle steht weiterhin die Organisierte Kriminalität. 62 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten mindestens einen Angriff kriminellen Organisationen oder Banden zuordnen. Im Vorjahr waren es 68 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ausländische Nachrichtendienste haben ihre hybriden Aktivitäten intensiviert und sind zunehmend für die Angriffe auf die deutsche Wirtschaft verantwortlich“, erklärte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Sinan Selen. Besonders die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft sei eine „attraktive Zielfläche“ ausländischer Dienste.</p>



<h2 id="h-china-und-russland-haufigste-herkunft-von-angriffen" class="wp-block-heading"><span id="china-und-russland-haeufigste-herkunft-von-angriffen">China und Russland häufigste Herkunft von Angriffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der geografischen Zuordnung der Angriffe verzeichnet Bitkom deutliche Veränderungen. 52 Prozent der sicher betroffenen Unternehmen konnten mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen. Im vergangenen Jahr waren es 46 Prozent. Russland folgt mit 49 Prozent nach 46 Prozent im Vorjahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Angaben zur geografischen Herkunft bedeuten nicht automatisch, dass die jeweiligen Staaten oder ihre Nachrichtendienste hinter den Angriffen stehen. Die Studie erfasst getrennt, aus welchen Regionen Angriffe kamen und welchen Tätergruppen Unternehmen die Vorfälle zurechnen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Abstand folgen Osteuropa außerhalb der Europäischen Union und Russlands mit 34 Prozent, die USA mit 27 Prozent sowie andere EU-Staaten mit 26 Prozent. Zwölf Prozent der Unternehmen verfolgten Angriffe nach Deutschland zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich gestiegen ist auch der Anteil des Iran. Neun Prozent der betroffenen Unternehmen identifizierten dort den Ausgangspunkt mindestens eines Angriffs. 2025 waren es vier Prozent.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="384" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-26-bitkom-selen-bundespressekonferenz.jpg" alt="" class="wp-image-29592 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-26-bitkom-selen-bundespressekonferenz.jpg 683w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-26-bitkom-selen-bundespressekonferenz-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2026-08-26-bitkom-selen-bundespressekonferenz-380x214.jpg 380w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst verweist zugleich auf eine zunehmende Verflechtung staatlicher und krimineller Akteure. „Die Grenzen zwischen Organisierter Kriminalität und den Geheimdiensten sind in vielen Ländern fließend“, erklärte er. Nachrichtendienste könnten sich krimineller Strukturen bedienen, während kriminelle Gruppen unter bestimmten Bedingungen staatlichen Interessen dienten.</p>
</div></div>



<h2 id="h-bis-zu-270-milliarden-euro-schaden" class="wp-block-heading"><span id="bis-zu-270-milliarden-euro-schaden">Bis zu 270 Milliarden Euro Schaden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-reflektiert-eigene-rolle-in-der-aussen-entwicklung-und-verteidigungspolitik/">Die wirtschaftlichen Folgen von Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage bleiben erheblich.</a> Bitkom beziffert den Schaden für die deutsche Wirtschaft auf mindestens 211 Milliarden Euro. Wegen der gestiegenen Unsicherheit bei der Erkennung von Angriffen weist der Verband erstmals einen Korridor aus. Am oberen Ende könnten die Schäden 270,8 Milliarden Euro erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr hatte Bitkom einen Gesamtschaden von 289,2 Milliarden Euro errechnet. Die Beträge umfassen unter anderem Betriebsausfälle, Schäden an IT- und Produktionssystemen, Ermittlungs- und Ersatzkosten, Rechtsstreitigkeiten sowie Umsatzeinbußen durch Produktkopien und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wächst das Dunkelfeld. Insgesamt 96 Prozent der befragten Unternehmen waren nach eigenen Angaben von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten einen entsprechenden Vorfall. Sicher feststellen konnten einen Angriff jedoch nur noch 67 Prozent. Im Vorjahr waren es 87 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die einen Angriff lediglich vermuten, stieg von zehn auf 29 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/cyberangriffe-der-bund-darf-nicht-einfach-zurueckhacken/">Die Behörden spielen bei der Aufklärung eine zunehmend größere Rolle.</a> <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Von den Unternehmen, die Erkenntnisse über Täter oder Herkunft gewinnen konnten, erhielten 50 Prozent Hinweise von staatlichen Stellen. 2025 waren es 35 Prozent und 2024 erst 24 Prozent.</a></p>



<h2 id="h-drei-viertel-der-schaden-entstehen-durch-cyberangriffe" class="wp-block-heading"><span id="drei-viertel-der-schaeden-entstehen-durch-cyberangriffe">Drei Viertel der Schäden entstehen durch Cyberangriffe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der größte Teil der finanziellen Schäden entsteht inzwischen im digitalen Raum. Cyberattacken verursachen 76 Prozent des ermittelten Gesamtschadens. Vor einem Jahr waren es 70 Prozent, vor fünf Jahren 59 Prozent. Bitkom beziffert die Schäden durch Cyberangriffe auf 160,4 bis 205,8 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast zwei Drittel der Unternehmen registrierten in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme von Cyberangriffen. 69 Prozent erwarten, dass die Zahl in den kommenden zwölf Monaten weiter steigt. Keines der befragten Unternehmen rechnet mit einem Rückgang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ransomware bleibt die einzelne Angriffsart, die am häufigsten Schäden verursacht. Bei 25 Prozent der Unternehmen verschlüsselten Angreifer Daten und verlangten Geld für deren Freigabe. Allerdings ging der Anteil gegenüber 34 Prozent im Vorjahr zurück.</p>



<h2 id="h-ki-verandert-die-angriffsmethoden" class="wp-block-heading"><span id="ki-veraendert-die-angriffsmethoden">KI verändert die Angriffsmethoden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz bei Cyberattacken an Bedeutung. 82 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Angreifer verstärkt KI einsetzen. Nur 31 Prozent konnten einen solchen Einsatz nach eigenen Angaben sicher feststellen, weitere 51 Prozent vermuten ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders sichtbar wird die Entwicklung bei automatisierten Anrufen und manipulierten Medien. Der Anteil der Unternehmen, die Schäden durch sogenannte Robo Calls meldeten, stieg von drei auf 14 Prozent. Bei Deepfakes verdoppelte sich der Wert von vier auf acht Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen erkennen einen möglichen KI-Einsatz unter anderem an der automatisierten Anpassung von Angriffen, hochwertigen gefälschten Audio- und Videoaufnahmen sowie zunehmend überzeugenden Nachrichten und E-Mails.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Künstliche Intelligenz verändert das Angriffsgeschehen grundlegend“, sagte Wintergerst. Leistungsfähige Modelle könnten Schadcode erzeugen und Angriffe stärker automatisieren. Zugleich könnten Unternehmen KI einsetzen, um Attacken schneller zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Studie befragte Bitkom Research 1.003 Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro. Befragt wurden Führungskräfte mit Verantwortung für den Wirtschaftsschutz, darunter Geschäftsführer und Verantwortliche aus dem IT-Bereich. Die Erhebung fand zwischen der 16. und 23. Kalenderwoche 2026 statt.</p>
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			<media:title type="html">Wirtschaftsschutzstudie 2026</media:title>
			<media:description type="html">(L-R) Sinan Selen, Praesident des Bundesamtes fuer Verfassungsschutz (BfV), und Ralf Wintergerst, Bitkom-Praesident, stellen in der Bundespressekonferenz die Wirtschaftsschutzstudie 2026 vor. Berlin, 26.08.2026.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Steinmeier: Deutschland ist ein „Land mit Migrationshintergrund“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/steinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 08:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29556</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland, unser Land, ist ein Land mit Migrationshintergrund“: Bundespräsident Steinmeier spricht über die Realität der Einwanderungsgesellschaft. Gleichzeitig fordert er klare Regeln: Wer bleiben darf, soll dazugehören können – „wer gehen muss, muss tatsächlich gehen“.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsteinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund%2F&amp;action_name=Steinmeier%3A%20Deutschland%20ist%20ein%20%E2%80%9ELand%20mit%20Migrationshintergrund%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Deutschland ausdrücklich als ein von Einwanderung geprägtes Land bezeichnet und eine Debatte über Migration verlangt, die sowohl gesellschaftliche Vielfalt als auch bestehende Belastungen anerkennt. Am 25. August 2026 sprach er bei der ersten Publikumsveranstaltung im neuen Amtssitz am Berliner Spreebogen über Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Dann ist Deutschland, unser Land, ein Land mit Migrationshintergrund“, sagte Steinmeier mit Blick auf den hohen Anteil von Menschen mit internationalen Wurzeln. Zugleich stellte er klar: „Wer gehen muss, muss tatsächlich gehen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Titel „Zuhause in Deutschland. Wie wir miteinander leben“ eröffnete Steinmeier den neuen Amtssitz mit einer Veranstaltung zur Einwanderungsgesellschaft. Der Bundespräsident beschrieb die Debatte über Migration und Integration als verhärtet und teilweise gesellschaftlich spaltend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit Migrationsgeschichte berichteten ihm zunehmend von Ausgrenzung und der Sorge, ob sie weiterhin in Deutschland zu Hause sein könnten. Gleichzeitig höre er von Menschen, die seit Generationen in Deutschland leben, Befürchtungen über überlastete Kommunen, volle Schulen und ein wachsendes Gefühl der Fremdheit im eigenen Land. Politik müsse solche Probleme angehen, statt sie zu ignorieren.&nbsp;</p>



<h2 id="h-steinmeier-zuwanderung-bringt-kraft-und-kostet-kraft" class="wp-block-heading"><span id="steinmeier-zuwanderung-bringt-kraft-und-kostet-kraft">Steinmeier: Zuwanderung bringt Kraft und kostet Kraft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wieviele-muslime-leben-in-deutschland/">Der Bundespräsident warb für einen aus seiner Sicht realistischen Umgang mit Migration.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Zuwanderung bringt Kraft. Und Zuwanderung kostet auch Kraft“, sagte Steinmeier. Deutschland benötige Einwanderung, damit Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und große Teile der Wirtschaft funktionieren könnten. Gleichzeitig bedeute Zuwanderung Veränderung, Anpassung, Reibung und Konflikte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiele nannte Steinmeier ausländische Ärzte, Pflegekräfte, Beschäftigte im Baugewerbe, in Hotels und Gaststätten sowie Ingenieure. Zugewanderte Menschen könnten außerdem der Alterung der Gesellschaft entgegenwirken und Kenntnisse, Energie und Aufstiegswillen mitbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommunen müssten zugleich Unterkünfte bereitstellen, Sprachkurse organisieren, Verwaltungsleistungen erbringen und Regeln durchsetzen. Auch Menschen, die neu nach Deutschland kommen, müssten Sprache, Arbeit und Wohnungen finden sowie die Regeln der freiheitlichen Demokratie kennenlernen und akzeptieren.&nbsp;</p>



<h2 id="h-wer-gehen-muss-muss-tatsachlich-gehen" class="wp-block-heading"><span id="wer-gehen-muss-muss-tatsaechlich-gehen">„Wer gehen muss, muss tatsächlich gehen“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-wirbt-fuer-regelbasierte-ordnung-und-zukunftspartnerschaften/">Steinmeier sprach sich zugleich für eine gesteuerte Migration und die Durchsetzung ausländerrechtlicher Entscheidungen aus.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland müsse darüber diskutieren, wie viel Zuwanderung bewältigt werden könne, „ohne alle Beteiligten zu überfordern“. Menschen mit Bleiberecht sollten tatsächlich dazugehören können und Zugang zu Schulen, Wohnraum und medizinischer Versorgung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und wer gehen muss, muss tatsächlich gehen“, sagte der Bundespräsident. Der Staat müsse den Menschen zugewandt, zugleich aber handlungsfähig sein.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="736" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1024x736.jpg" alt="" class="wp-image-29557 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1024x736.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-300x216.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-768x552.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-380x273.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-800x575.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped-1160x834.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2025-05-28_Event_Politik-_Besuch_des_Praesidenten_der_Ukraine_Wolodymyr_Selenskyj_beim_deutschen_Bundespraesidenten_Frank-Walter_Steinmeier_STP_5822_cropped.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier wandte sich auch gegen die Vorstellung, gesellschaftliche Vielfalt bedeute, Praktiken wie Kinderehen, Diskriminierung von Frauen oder Paralleljustiz hinzunehmen. Toleranz bedeute nicht, alles zu akzeptieren. Maßstab seien die deutschen Gesetze.&nbsp;</p>
</div></div>



<h2 id="h-knapp-ein-drittel-hat-wurzeln-ausserhalb-deutschlands" class="wp-block-heading"><span id="knapp-ein-drittel-hat-wurzeln-ausserhalb-deutschlands">Knapp ein Drittel hat Wurzeln außerhalb Deutschlands</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Bezeichnung Deutschlands als „Land mit Migrationshintergrund“ begründete Steinmeier mit der demografischen Entwicklung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp ein Drittel der Menschen in Deutschland habe Wurzeln außerhalb des Landes, die meisten davon seien hier geboren. Bei Schulkindern liege der Anteil derjenigen mit Vorfahren aus einem anderen Land bei 42 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland sei spätestens seit den Anwerbeabkommen der 1950er- und 1960er-Jahre mit südeuropäischen Staaten und der Türkei von Einwanderung geprägt. Die über lange Zeit wachsende deutsche Wirtschaft habe Menschen aus anderen Ländern angezogen und deren Arbeitskraft benötigt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-steinmeier-weist-ethnischen-begriff-des-deutschseins-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="steinmeier-weist-ethnischen-begriff-des-deutschseins-zurueck">Steinmeier weist ethnischen Begriff des Deutschseins zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich positionierte sich Steinmeier gegen ein ethnisches Verständnis deutscher Staatsangehörigkeit. Das Grundgesetz kenne weder Staatsbürger erster und zweiter Klasse noch eine „Volksgemeinschaft gleichen Blutes“ oder besondere staatsbürgerliche Rechte für sogenannte „Biodeutsche“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nicht das Blut, das in unseren Adern fließt“, bestimme darüber, wer Deutscher sei. Entscheidend seien unter anderem Staatsbürgerschaft, gemeinsame Sprache, das friedliche Zusammenleben und die Verfassung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer staatsbürgerliche Rechte nach Gruppenzugehörigkeit verteilen wolle, greife die Verfassung an und stelle sich außerhalb der demokratischen Ordnung des Grundgesetzes, erklärte Steinmeier.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundespräsident formulierte zugleich einen weiter gefassten Anspruch an gesellschaftliche Zugehörigkeit: „Dieses Land gehört eben allen, die rechtmäßig hier leben, die es täglich gestalten, die hier groß und alt werden, lernen und arbeiten, hoffen und streiten.“&nbsp;</p>



<h2 id="h-gemeinsame-verantwortung-fur-die-deutsche-geschichte" class="wp-block-heading"><span id="gemeinsame-verantwortung-fuer-die-deutsche-geschichte">Gemeinsame Verantwortung für die deutsche Geschichte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur gesellschaftlichen Integration zählt Steinmeier auch die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Alle Menschen, die in Deutschland leben, stünden in der Verantwortung des „Nie wieder“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer in Deutschland lebt, der muss die Geschichte von Auschwitz kennen und die Verantwortung, die daraus für uns erwächst“, sagte der Bundespräsident.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss wandte er sich gegen „Phantasien von völkischer Abschottung“ und gegen ein gesellschaftliches Denken nach dem Muster „Wir gegen Die“. Deutschland sei heute so vielfältig wie die Menschen, die dort lebten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der anschließenden Diskussion nahmen unter anderem Ryyan Alshebl, Bürgermeister der baden-württembergischen Gemeinde Ostelsheim, die stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration Birgit Glorius sowie HateAid-Mitgründerin Anna-Lena von Hodenberg teil.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-deutschland-ist-ein-land-mit-migrationshintergrund/">Steinmeier: Deutschland ist ein „Land mit Migrationshintergrund“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">von links: Wolodymyr Selenskyj, Frank-Walter Steinmeier</media:title>
			<media:description type="html">von links: Wolodymyr Selenskyj, Frank-Walter Steinmeier</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>13,3 Milliarden Euro Rüstungsexporte: Deutschland liefert Waffen auch nach Afrika</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 22:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29549</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rund 212,7 Millionen Euro: Der Rüstungsexportbericht 2025 zeigt, welche afrikanischen Staaten Genehmigungen für deutsche Rüstungsgüter erhielten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2F133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika%2F&amp;action_name=13%2C3%20Milliarden%20Euro%20R%C3%BCstungsexporte%3A%20Deutschland%20liefert%20Waffen%20auch%20nach%20Afrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/133-milliarden-euro-ruestungsexporte-deutschland-liefert-waffen-auch-nach-afrika/">13,3 Milliarden Euro Rüstungsexporte: Deutschland liefert Waffen auch nach Afrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat 2025 Rüstungsexporte im Gesamtwert von 13,3 Milliarden Euro genehmigt. Damit blieb das Volumen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Auf afrikanische Staaten entfielen davon rund 212,7 Millionen Euro. Größter Empfänger war Ägypten mit mehr als 105 Millionen Euro, gefolgt von Algerien mit rund 53 Millionen Euro und Marokko mit etwa 19 Millionen Euro. Der Rüstungsexportbericht der Bundesregierung für das vergangene Jahr wurde am 24. August 2026 dem Bundestag zugeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Ägypten wurden 20 Einzelgenehmigungen mit einem Gesamtwert von 105,55 Millionen Euro erteilt. Damit lag das nordafrikanische Land hinter der Ukraine und Indien an dritter Stelle der von der Bundesregierung als Entwicklungsländer erfassten Empfänger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den größten Teil des Genehmigungswertes für Ägypten machten mit 82,8 Prozent Teile für Panzerhaubitzen und ballistischen Fahrzeugschutz aus. Hinzu kamen Genehmigungen aus weiteren Kategorien, darunter militärische Elektronik, Marineausrüstung und militärische Luftfahrzeuge.</p>



<h2 id="h-vier-antrage-fur-agypten-abgelehnt" class="wp-block-heading"><span id="vier-antraege-fuer-aegypten-abgelehnt">Vier Anträge für Ägypten abgelehnt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle beantragten Lieferungen nach Ägypten wurden genehmigt. Die Bundesregierung weist vier Ablehnungen aus. Betroffen waren mehrere Kategorien von Rüstungsgütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Grund nennt der Bericht Kriterium 2 des Gemeinsamen Standpunkts der Europäischen Union für Rüstungsexporte. Dieses Kriterium betrifft insbesondere die Achtung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts im Empfängerland.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-reflektiert-eigene-rolle-in-der-aussen-entwicklung-und-verteidigungspolitik/">Die Bundesregierung erklärt grundsätzlich, dass Rüstungsexporte nicht genehmigt werden sollen, wenn ein hinreichender Verdacht besteht, dass die Güter zur internen Repression oder zu fortdauernden und systematischen Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden könnten.</a></p>



<h2 id="h-algerien-erhalt-rustungsguter-fur-53-millionen-euro" class="wp-block-heading"><span id="algerien-erhaelt-ruestungsgueter-fuer-53-millionen-euro">Algerien erhält Rüstungsgüter für 53 Millionen Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Algerien wurden 2025 elf Einzelgenehmigungen im Wert von 53,35 Millionen Euro erteilt. Hinzu kamen Meldungen im Rahmen Allgemeiner Genehmigungen von knapp 23.500 Euro. Insgesamt belief sich der erfasste Wert damit auf rund 53,37 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 91,5 Prozent entfiel der größte Teil der Einzelgenehmigungen auf Lastkraftwagen. Genehmigungen wurden außerdem unter anderem für Feuerleitausrüstung, gepanzerte Fahrzeuge, militärische Luftfahrzeugtechnik und Bildausrüstung erteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich niedriger lag der Wert für Marokko. Für das Königreich erteilte Deutschland 26 Einzelgenehmigungen im Gesamtwert von 19,27 Millionen Euro.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-26893 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_R6MJ1833.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Hälfte des Wertes entfiel auf Ortungs-, Erkennungs- und Identifizierungsvorrichtungen sowie Teile für Zielüberwachungs- und Zielverfolgungssysteme. Weitere 30,9 Prozent entfielen auf Teile für gepanzerte Fahrzeuge.</p>
</div></div>



<h2 id="h-auch-mauretanien-und-sudafrika-unter-den-empfangern" class="wp-block-heading"><span id="auch-mauretanien-und-suedafrika-unter-den-empfaengern">Auch Mauretanien und Südafrika unter den Empfängern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Mauretanien genehmigte Deutschland Rüstungsgüter im Wert von 8,35 Millionen Euro. Dabei handelte es sich vor allem um Ortungs-, Erkennungs- und Identifizierungstechnik sowie Infrarot- und Wärmebildausrüstung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika kam auf einen Gesamtwert von rund 8,72 Millionen Euro. Einen großen Anteil bildeten Jagd- und Sportwaffenmunition sowie Teile für Haubitzen-, Kanonen- und Mörsermunition. Daneben wurden unter anderem Pistolen, Revolver, Jagdgewehre und Teile für größere Waffensysteme genehmigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angola erhielt Genehmigungen im Wert von 5,65 Millionen Euro. Für Äthiopien waren es 2,9 Millionen Euro. Tunesien kam einschließlich der Meldungen über Allgemeine Genehmigungen auf rund 1,9 Millionen Euro, Senegal auf 1,45 Millionen Euro und Nigeria auf 1,14 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Niger wurden Rüstungsgüter im Wert von rund 361.000 Euro genehmigt. Zugleich weist der Bericht drei abgelehnte Anträge aus. Die Genehmigung betraf ein geschütztes Geländefahrzeug und Teile für ballistischen Fahrzeugschutz für eine Bank.</p>



<h2 id="h-ukraine-bleibt-grosster-empfanger-deutscher-rustungsexporte" class="wp-block-heading"><span id="ukraine-bleibt-groesster-empfaenger-deutscher-ruestungsexporte">Ukraine bleibt größter Empfänger deutscher Rüstungsexporte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt erreichte der Wert der deutschen Rüstungsexportgenehmigungen und der erfassten Lieferungen über Allgemeine Genehmigungen 2025 rund 13,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 13,4 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ukraine blieb mit rund 2,28 Milliarden Euro und einem Anteil von 17 Prozent der größte einzelne Empfänger. Rund 8,7 Milliarden Euro beziehungsweise 65 Prozent des Gesamtwertes entfielen auf EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Staaten. Für Drittländer einschließlich der Ukraine wurden rund 4,6 Milliarden Euro erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat zugleich den Einsatz Allgemeiner Genehmigungen ausgeweitet. Der Wert klassischer Einzelgenehmigungen sank von 12,83 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 8,57 Milliarden Euro 2025. Hinzu kamen im vergangenen Jahr Meldewerte aus Allgemeinen Genehmigungen von rund 4,7 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Kleinwaffen ging der Genehmigungswert zurück. Deutschland genehmigte 2025 Kleinwaffen und Kleinwaffenteile für insgesamt 94,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 161,3 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sipri-afrikas-waffenimporte-brechen-deutlich-ein/" data-type="post" data-id="25512">Die im Bericht ausgewiesenen Genehmigungswerte sind nicht mit tatsächlich erfolgten Waffenlieferungen gleichzusetzen.</a> Sie erfassen erteilte Ausfuhrgenehmigungen sowie bei Allgemeinen Genehmigungen die entsprechenden Meldedaten der Unternehmen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland und Gates Foundation finanzieren Gesundheitsprojekte in Afrika</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-gates-foundation-finanzieren-gesundheitsprojekte-in-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 21:34:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29544</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland und die Gates Foundation finanzieren zahlreiche Gesundheitsprojekte in Afrika gemeinsam. Die Kooperation reicht von Africa CDC und afrikanischer Impfstoffproduktion bis zur African Medicines Agency – private Stiftungen besitzen zudem Sitze und Stimmrechte in wichtigen internationalen Gesundheitsfonds.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-gates-foundation-finanzieren-gesundheitsprojekte-in-afrika%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20Gates%20Foundation%20finanzieren%20Gesundheitsprojekte%20in%20Afrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-gates-foundation-finanzieren-gesundheitsprojekte-in-afrika/">Deutschland und Gates Foundation finanzieren Gesundheitsprojekte in Afrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland arbeitet bei zahlreichen Gesundheitsprojekten in Afrika mit der Gates Foundation und weiteren privaten Stiftungen zusammen. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion trägt das Datum 18. August 2026. Die Kooperation reicht von der afrikanischen Impfstoffproduktion über Arzneimittelregulierung bis zu Familienplanung und Pandemievorsorge. Zugleich sind private Stiftungen in mehreren internationalen Gesundheitsorganisationen mit Sitzen und teilweise Stimmrechten vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kooperiert unter anderem über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mit der Gates Foundation und der Clinton Health Access Initiative. Hinzu kommen gemeinsame Beteiligungen an internationalen Einrichtungen wie der Impfallianz Gavi und dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/praktikum-bei-der-deutschen-afrika-stiftung/">Die Bundesregierung bezeichnet private Stiftungen als wichtige Partner bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele.</a> Sie könnten eigene Finanzmittel, Netzwerke und Fachwissen einbringen. Gleichzeitig zieht Berlin eine Grenze: Private Stiftungen dürften weder die politische Agenda bestimmen noch staatliche Strukturen ersetzen.</p>



<h2 id="h-gates-foundation-finanziert-afrikanische-pharmaplattform-mit-knapp-zehn-millionen-euro" class="wp-block-heading"><span id="gates-foundation-finanziert-afrikanische-pharmaplattform-mit-knapp-zehn-millionen-euro">Gates Foundation finanziert afrikanische Pharmaplattform mit knapp zehn Millionen Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/500-000-mpox-impfdosen-fur-afrika/">Mehrere Kooperationen betreffen unmittelbar den Aufbau einer stärkeren Gesundheits- und Pharmaindustrie in Afrika.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der AMMINA-Plattform zur Erfassung und Darstellung der afrikanischen Pharmaproduktion weist die Bundesregierung knapp 9,96 Millionen Euro der Gates Foundation aus. Das BMZ sieht für den Zeitraum von September 2026 bis Juni 2028 einen Beitrag von 100.000 Euro vor. Auch die Entwicklungsagentur der Afrikanischen Union AUDA-NEPAD beteiligt sich mit 100.000 US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der African Medicines Agency, der geplanten kontinentalen Arzneimittelbehörde der Afrikanischen Union, nennt die Bundesregierung für den Zeitraum von Juni 2026 bis Juni 2028 insgesamt 4,5 Millionen Euro aus dem BMZ. Davon werden 1,5 Millionen Euro über die GIZ und drei Millionen Euro über die Physikalisch-Technische Bundesanstalt bereitgestellt. Die Gates Foundation beteiligt sich mit drei Millionen Euro.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="863" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-1024x863.jpg" alt="" class="wp-image-29546 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-1024x863.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-300x253.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-768x647.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-380x320.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-800x674.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped-1160x978.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Bill_Gates_in_2023_MSC_summit_52695822752_cropped.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die Entwicklung eines afrikanischen Marktes für orale Cholera-Impfstoffe wird gemeinsam unterstützt. Für eine strategische Roadmap bei der südafrikanischen Arzneimittelbehörde SAHPRA stellte das BMZ rund 1,16 Millionen Euro bereit, während die Gates Foundation rund 2,45 Millionen US-Dollar einbrachte.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beim südafrikanischen Impfstoffhersteller Biovac nennt die Bundesregierung einen deutschen Beitrag von rund 229.000 Euro. Die Gates Foundation steuerte gut drei Millionen US-Dollar bei, Biovac selbst knapp 1,8 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-africa-cdc-und-impfstoffproduktion-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="africa-cdc-und-impfstoffproduktion-im-fokus">Africa CDC und Impfstoffproduktion im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Kooperation betrifft die Africa Centres for Disease Control and Prevention, kurz Africa CDC. Über einen Finanzierungsvertrag zwischen der GIZ und der Clinton Health Access Initiative wird die sogenannte Platform for Harmonised African Health Manufacturing unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-reist-nach-nairobi-und-setzt-auf-afrikanische-pharmaproduktion/" data-type="post" data-id="26877">Das Projekt soll die Nachfrage nach in Afrika hergestellten Impfstoffen stärken und untersuchen, wie afrikanische Unternehmen besseren Zugang zu Finanzierungen erhalten können. </a>Das BMZ beteiligt sich mit rund 384.000 Euro. Die Gates Foundation ist weiterer Geber und stellt 876.000 Euro bereit. Die Laufzeit ist für 2025 und 2026 angegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ghana arbeitet auch GIZ International Services im Auftrag der Gates Foundation. Für die Vorbereitung der AYA Integrated Healthcare Initiative wurden 263.000 Euro bereitgestellt. Das Projekt soll Modelle für eine integrierte medizinische Grundversorgung bei nichtübertragbaren Krankheiten entwickeln. Öffentliche Haushaltsmittel fließen nach Angaben der Bundesregierung in diesem Vertragsmodell nicht.</p>



<h2 id="h-milliardenbetrage-fur-gavi-und-globalen-fonds" class="wp-block-heading"><span id="milliardenbetraege-fuer-gavi-und-globalen-fonds">Milliardenbeträge für Gavi und Globalen Fonds</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch wesentlich größere Summen fließen über internationale Gesundheitsfonds, an denen Deutschland und private Stiftungen gleichzeitig beteiligt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/experten-warnen-im-bundestag-vor-verbreitung-von-malaria-und-tuberkulose/" data-type="post" data-id="27523">Für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria stellte das BMZ von 2023 bis 2025 insgesamt 1,2 Milliarden Euro bereit.</a> Für die Jahre 2026 bis 2028 sind weitere eine Milliarde Euro zugesagt. Die Gates Foundation steuerte für 2023 bis 2025 insgesamt 927 Millionen US-Dollar bei und hat für 2026 bis 2028 weitere 912 Millionen US-Dollar vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-mobilisiert-13-millionen-euro-gegen-ebola-in-kongo-und-uganda/" data-type="post" data-id="28198">Auch bei der Impfallianz Gavi gehören Deutschland und die Gates Foundation zu den Geldgebern</a>. Das BMZ stellte zwischen 2021 und 2025 insgesamt 600 Millionen Euro bereit. Für die Gates Foundation weist die Bundesregierung 1,6 Milliarden US-Dollar aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere gemeinsame Finanzierungsstrukturen bestehen unter anderem beim Pandemic Fund, der Global Financing Facility für Frauen, Kinder und Jugendliche sowie bei Programmen zur Bekämpfung von Polio und vernachlässigten Tropenkrankheiten.</p>



<h2 id="h-private-stiftungen-sitzen-in-internationalen-leitungsgremien" class="wp-block-heading"><span id="private-stiftungen-sitzen-in-internationalen-leitungsgremien">Private Stiftungen sitzen in internationalen Leitungsgremien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf Finanzierung. Private Stiftungen verfügen in mehreren internationalen Gesundheitsinstitutionen über formalisierte Mitwirkungsrechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Gavi hat die Gates Foundation als größter nichtstaatlicher Geber und Kernpartner einen eigenen Sitz im Verwaltungsrat. Beim Globalen Fonds verfügen private Stiftungen über einen gemeinsamen Sitz mit Stimmrecht. Die Gates Foundation ist dort außerdem im Finanz- und Prüfungsausschuss sowie im Strategieausschuss vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Impfstoffinitiative CEPI wechseln sich Gates Foundation und Wellcome Trust mit einem Sitz im Verwaltungsrat ab. Im Governing Board des Pandemic Fund besitzen private Geber ebenfalls einen Sitz mit Stimmrecht. Zur entsprechenden Gruppe gehören Gates Foundation, Rockefeller Foundation und Wellcome Trust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Global Financing Facility verfügen mehrere private Stiftungen über eigene Sitze. Dazu gehören die Gates Foundation, die Susan Thompson Buffett Foundation und die Children’s Investment Fund Foundation.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-stiftungen-bestimmen-nicht-die-politische-agenda" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-stiftungen-bestimmen-nicht-die-politische-agenda">Bundesregierung: Stiftungen bestimmen nicht die politische Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist zugleich die Vorstellung zurück, private Stiftungen könnten staatliche Entwicklungspolitik ersetzen oder deren politische Ziele festlegen. Die Zusammenarbeit orientiere sich an den „Leitlinien und Prioritäten der deutschen Entwicklungspolitik“ sowie internationalen Standards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einer Kooperation werde eine Trägerprüfung durchgeführt. Dabei müsse unter anderem die steuerrechtlich anerkannte Gemeinnützigkeit oder Mildtätigkeit bestätigt werden. Mögliche längerfristige Partnerschaften würden außerdem nach regionalen und sektoralen Schwerpunkten sowie der Strategie der jeweiligen Stiftung geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Austausch von Mitarbeitern zwischen Bundesministerien oder ihren Durchführungsorganisationen und privaten Stiftungen gibt es nach Angaben der Bundesregierung derzeit nicht. Auch Memoranda of Understanding als Grundlage längerfristiger Kooperationen bestünden aktuell mit keiner der abgefragten privaten Stiftungen oder Organisationen. Eine Neufassung eines früheren Memorandums zwischen dem BMZ und der Gates Foundation sei nicht geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Weltgesundheitsorganisation setzt Deutschland zugleich darauf, die Abhängigkeit von zweckgebundenen Beiträgen zu verringern. Die Bundesregierung verweist auf die 2022 beschlossene schrittweise Erhöhung der regulären Pflichtbeiträge der Mitgliedstaaten auf 50 Prozent des WHO-Grundbudgets. Private Finanzierungen seien angesichts der bestehenden Finanzierungslücken dennoch ein wichtiger Bestandteil der globalen Gesundheitsfinanzierung.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-gates-foundation-finanzieren-gesundheitsprojekte-in-afrika/">Deutschland und Gates Foundation finanzieren Gesundheitsprojekte in Afrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<title>Weniger Geld, mehr Europa: Warum Team Europe jetzt wichtiger wird</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/weniger-geld-mehr-europa-warum-team-europe-jetzt-wichtiger-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 21:12:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sinkende Gebermittel und geopolitische Veränderungen erhöhen den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland setzt deshalb stärker auf Team Europe – und hat seine Entwicklungsplanung in mehreren Partnerländern bereits mit europäischen Programmen verzahnt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fweniger-geld-mehr-europa-warum-team-europe-jetzt-wichtiger-wird%2F&amp;action_name=Weniger%20Geld%2C%20mehr%20Europa%3A%20Warum%20Team%20Europe%20jetzt%20wichtiger%20wird&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/weniger-geld-mehr-europa-warum-team-europe-jetzt-wichtiger-wird/">Weniger Geld, mehr Europa: Warum Team Europe jetzt wichtiger wird</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Geopolitische Veränderungen und sinkende Beiträge von Geberstaaten erhöhen nach Einschätzung der Bundesregierung die Bedeutung von Team Europe in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung erläuterte ihre Position am 12. August 2026 in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Deutschland will bilaterale Programme enger mit europäischen Maßnahmen verzahnen, Doppelstrukturen vermeiden und zusätzliche Finanzierungsquellen mobilisieren. In fünf Partnerländern hatte die europäische Programmplanung bereits dazu geführt, dass ausführliche deutsche Länderstrategien durch kürzere Dokumente ersetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Team Europe bündelt die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Kommission, der EU-Mitgliedstaaten und europäischer Finanzinstitutionen. Der Ansatz wurde 2020 eingeführt und soll europäische Aktivitäten in Partnerländern politisch, finanziell und operativ stärker koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Team-Europe-Ansatz bündelt die Ressourcen der EU und ihrer Mitgliedstaaten und leistet so einen maßgeblichen Beitrag, Europa als handlungsfähigen entwicklungspolitischen Akteur zu positionieren“, erklärte die Bundesregierung. Auch Deutschland gewinne dadurch „an Profil, Sichtbarkeit und Wirkung“.</p>



<h2 id="h-deutsche-landerstrategien-in-funf-staaten-verandert" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-laenderstrategien-in-fuenf-staaten-veraendert">Deutsche Länderstrategien in fünf Staaten verändert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die europäische Koordinierung hat bereits unmittelbare Auswirkungen auf die Planung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die bisherigen Länderstrategien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Bolivien, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/ghana/" data-type="category" data-id="70">Ghana</a>, Kambodscha, Laos und Usbekistan wurden durch kürzere sogenannte Chapeaupapiere zu den gemeinsamen europäischen Programmdokumenten ersetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Dokumente beschreiben den deutschen Beitrag zum sogenannten Joint Programming und die entwicklungspolitischen Ziele Deutschlands. Joint Programming bezeichnet die gemeinsame Planung der EU und ihrer Mitgliedstaaten in einem Partnerland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der aktuellen Reform der deutschen Entwicklungspolitik verändert das BMZ diesen Ansatz jedoch wieder. Länderstrategien sollen als zentrales Instrument der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit gestärkt und zugleich verschlankt werden. Sie sollen künftig für alle deutschen Partnerländer erstellt, regelmäßig aktualisiert und als Grundlage für die Abstimmung mit anderen Gebern genutzt werden.</p>



<h2 id="h-team-europe-als-grundlage-fur-global-gateway" class="wp-block-heading"><span id="team-europe-als-grundlage-fuer-global-gateway">Team Europe als Grundlage für Global Gateway</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielt Team Europe auch bei der europäischen Investitionsstrategie Global Gateway. Die Bundesregierung bezeichnet den Ansatz als „Rückgrat“ für deren Umsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Team-Europe-Initiativen sollen die politischen Ziele von Global Gateway in einzelnen Partnerländern konkretisieren. Die EU-Strategie umfasst unter anderem Investitionen in Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="454" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-1024x454.jpg" alt="" class="wp-image-29542 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-1024x454.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-300x133.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-768x340.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-380x168.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-800x354.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023-1160x514.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Global_Gateway_Forum_2023.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Als finanzielle Grundlage der europäischen Außen- und Entwicklungspolitik dient unter anderem das Instrument „Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument – Global Europe“. Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 umfasst es nach Angaben der Bundesregierung 79,5 Milliarden Euro.</p>
</div></div>



<h2 id="h-politische-stiftungen-und-kirchen-sind-eingebunden" class="wp-block-heading"><span id="politische-stiftungen-und-kirchen-sind-eingebunden">Politische Stiftungen und Kirchen sind eingebunden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An Team Europe sind neben staatlichen Stellen auch zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt. Politische Stiftungen unterstützen den Ansatz unter anderem bei Demokratieförderung, politischem Dialog und der Stärkung der Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirchliche Träger wirken nach Darstellung der Bundesregierung mittelbar an Team-Europe-Initiativen mit. Ihre Netzwerke reichen teilweise bis in abgelegene Regionen der Partnerländer und können dort etwa bei Hilfsprogrammen eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Private Unternehmen gelten dagegen nicht als direkte Teilnehmer von Team-Europe-Initiativen. Sie können sich über Investitionen oder öffentlich-private Entwicklungspartnerschaften beteiligen. Team Europe soll zugleich politische und regulatorische Rahmenbedingungen für lokale und internationale Investitionen verbessern und den Zugang zur Finanzierung unterstützen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-verweist-auf-bestehende-kontrollen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-verweist-auf-bestehende-kontrollen">Bundesregierung verweist auf bestehende Kontrollen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für deutsche Projekte innerhalb von Team Europe gelten nach Angaben der Bundesregierung dieselben Regeln wie für andere Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu zählen Vorgaben zur Transparenz, Neutralität, Vergabe und fachlichen Auswahl von Projektträgern und Umsetzungspartnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei gemeinsamen Finanzierungen werden mögliche Träger und Partner während der Projektprüfung bestimmt. Auch die Kontrolle der Mittelverwendung folgt den üblichen Verfahren der jeweils zuständigen Bundesministerien und Durchführungsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestag verfüge über „umfassende parlamentarische Kontrollrechte“. Für die Bewertung einzelner Team-Europe-Initiativen werden außerdem gemeinsam mit den beteiligten Partnern Indikatoren festgelegt, anhand derer ihre Wirkung gemessen werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Evaluierungen deutscher Beiträge erfolgen unter anderem durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die KfW Entwicklungsbank und das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<h2 id="h-weniger-gebermittel-erhohen-koordinierungsdruck" class="wp-block-heading"><span id="weniger-gebermittel-erhoehen-koordinierungsdruck">Weniger Gebermittel erhöhen Koordinierungsdruck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Veränderte internationale Rahmenbedingungen verstärken nach Einschätzung der Bundesregierung den Bedarf an gemeinsamer europäischer Entwicklungszusammenarbeit. Dazu zählt sie neben geopolitischen Veränderungen ausdrücklich auch veränderte Beiträge anderer Geberstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Team Europe soll deshalb nationale und europäische Maßnahmen stärker miteinander verbinden, Synergien nutzen und parallele Strukturen vermeiden. Gleichzeitig soll die gemeinsame europäische Zusammenarbeit zusätzliche Mittel für Entwicklungsprojekte mobilisieren.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/weniger-geld-mehr-europa-warum-team-europe-jetzt-wichtiger-wird/">Weniger Geld, mehr Europa: Warum Team Europe jetzt wichtiger wird</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>UN-Migrationspakt: Bundesregierung distanziert sich von &#8220;Remigration&#8221; und &#8220;Bevölkerungsaustausch&#8221;</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/un-migrationspakt-bundesregierung-distanziert-sich-von-remigration-und-bevoelkerungsaustausch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 13:57:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29534</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der UN-Migrationspakt bleibt für Deutschland völkerrechtlich unverbindlich. Die Bundesregierung plant keine Überarbeitung und erwartet auch durch die neue UN-Fortschrittserklärung keinen messbaren Einfluss auf die Nettozuwanderung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fun-migrationspakt-bundesregierung-distanziert-sich-von-remigration-und-bevoelkerungsaustausch%2F&amp;action_name=UN-Migrationspakt%3A%20Bundesregierung%20distanziert%20sich%20von%20%26%238220%3BRemigration%26%238221%3B%20und%20%26%238220%3BBev%C3%B6lkerungsaustausch%26%238221%3B&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/un-migrationspakt-bundesregierung-distanziert-sich-von-remigration-und-bevoelkerungsaustausch/">UN-Migrationspakt: Bundesregierung distanziert sich von &#8220;Remigration&#8221; und &#8220;Bevölkerungsaustausch&#8221;</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Migrationspakt entfaltet nach Auffassung der Bundesregierung keine völkerrechtliche Bindungswirkung und soll derzeit auch nicht überarbeitet werden. Die Bundesregierung legte ihre Position in einer am 13. August 2026 übermittelten Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion dar. Deutschland unterstützt den Pakt weiterhin als Rahmen für die internationale Zusammenarbeit bei Migration. Auch die im Mai von der UN-Generalversammlung verabschiedete Fortschrittserklärung ist rechtlich nicht verbindlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Globale Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration, kurz GCM, wurde 2018 in Marrakesch angenommen. Er umfasst 23 Ziele zur internationalen Zusammenarbeit und wird regelmäßig im Rahmen des International Migration Review Forum der Vereinten Nationen überprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet den Pakt ausdrücklich als „politisches Rahmendokument“. Über seine Umsetzung auf nationaler und lokaler Ebene entscheiden die beigetretenen Staaten weiterhin selbst.</p>



<h2 id="h-deutschland-stimmt-neuer-un-erklarung-zu" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-stimmt-neuer-un-erklaerung-zu">Deutschland stimmt neuer UN-Erklärung zu</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim zweiten International Migration Review Forum vom 5. bis 8. Mai 2026 in New York überprüften die beteiligten Staaten die bisherige Umsetzung des Pakts. Deutschland hatte zuvor einen freiwilligen Staatenbericht eingereicht und sich an den Verhandlungen über die sogenannte Progress Declaration beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stimmte der Erklärung am 20. Mai in der UN-Generalversammlung zu. Darin werden die Fortschritte bei den 23 Zielen des Migrationspakts bewertet und Empfehlungen für die weitere Umsetzung formuliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch daraus entsteht nach Darstellung der Bundesregierung keine rechtliche Verpflichtung. Die Progress Declaration einschließlich ihrer Empfehlungen habe „keinen rechtlich verbindlichen Charakter“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/globaler-migrationspakt-igad-uberpruft-fortschritte/">Deutschland gab beim diesjährigen Überprüfungsforum außerdem freiwillige Selbstverpflichtungen, sogenannte Pledges, ab.</a> Diese stünden im Einklang mit der geltenden deutschen Gesetzgebung und unterstützten die migrationspolitischen Schwerpunkte der Bundesregierung im regionalen und internationalen Rahmen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-plant-keine-anderung-des-pakts" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-plant-keine-aenderung-des-pakts">Bundesregierung plant keine Änderung des Pakts</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Überarbeitung des UN-Migrationspakts ist nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit nicht vorgesehen. Berlin unterstützt stattdessen die regelmäßige Überprüfung seiner Umsetzung und will dabei die eigenen migrationspolitischen Interessen und Prioritäten vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt zugleich auf eine möglichst gemeinsame Position der EU-Mitgliedstaaten. Bei den Verhandlungen über die Fortschrittserklärung stimmte sie sich eng mit anderen EU-Staaten und weiteren Partnern ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der deutschen Delegation beim Forum nahmen Vertreter des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit teil. Hinzu kam ein Mitglied der äthiopischen Diaspora in Deutschland als Vertreterin der Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Beteiligung reichte von der Generaldebatte über Veranstaltungen zur digitalen Steuerung von Migration bis zu Gesprächen über Diasporaorganisationen, Rückkehr nach Syrien, Migration und Entwicklungszusammenarbeit sowie den Schutz von Migrantinnen.</p>



<h2 id="h-usa-lehnen-erklarung-ab" class="wp-block-heading"><span id="usa-lehnen-erklaerung-ab">USA lehnen Erklärung ab</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-brechen-mit-un-migrationsforum/">Die Vereinigten Staaten nahmen nicht am diesjährigen Überprüfungsforum teil und lehnten dessen Abschlusserklärung ab.</a> Die Bundesregierung erklärte dazu, sie habe die amerikanische Position zur Kenntnis genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konsequenzen für die eigene Haltung zum Migrationspakt leitet Berlin daraus nicht ab. Die Bundesregierung will den GCM weiterhin entlang ihrer eigenen migrationspolitischen Interessen und Prioritäten bewerten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="425" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Migration_Actions_Monday_June_4.jpg" alt="" class="wp-image-24538 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Migration_Actions_Monday_June_4.jpg 640w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Migration_Actions_Monday_June_4-300x199.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/Migration_Actions_Monday_June_4-380x252.jpg 380w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Debatte entstand um Begriffe, die in der Kleinen Anfrage unter Bezug auf die US-Position verwendet wurden. Die Bundesregierung erklärte ausdrücklich, sich Bezeichnungen wie „Remigration“, „Massenmigration“, „Ersatz-Migration“, „Bevölkerungsaustausch“ oder „Großer Austausch“ nicht zu eigen zu machen. Sie verwende rechtlich und fachlich etablierte Terminologie.</p>
</div></div>



<h2 id="h-kein-erwarteter-einfluss-auf-nettozuwanderung" class="wp-block-heading"><span id="kein-erwarteter-einfluss-auf-nettozuwanderung">Kein erwarteter Einfluss auf Nettozuwanderung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen des Migrationspakts auf Deutschland erklärte die Bundesregierung, sie erwarte keinen „abzubildenden Einfluss“ des GCM und der Progress Declaration auf die Nettozuwanderung, die Bevölkerungsstruktur, die Sozialsysteme oder die kulturelle Identität Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung der Migration hänge grundsätzlich von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Rückkehrpolitik setzt Deutschland zugleich auf eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Die Bundesregierung nennt insbesondere die Identifizierung und Rücknahme ausreisepflichtiger Personen sowie die Förderung freiwilliger Rückkehr und Reintegration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch mögliche Belastungen von Ländern und Kommunen fließen nach Angaben der Bundesregierung in ihre Bewertung des Migrationspakts ein. Die Umsetzung des GCM werde an den migrationspolitischen Interessen und Prioritäten Deutschlands ausgerichtet.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/un-migrationspakt-bundesregierung-distanziert-sich-von-remigration-und-bevoelkerungsaustausch/">UN-Migrationspakt: Bundesregierung distanziert sich von &#8220;Remigration&#8221; und &#8220;Bevölkerungsaustausch&#8221;</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<title>Sudan-Krieg: Deutsche Hilfe bleibt unabhängig von Religion</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/sudan-krieg-deutsche-hilfe-bleibt-unabhaengig-von-religion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 13:39:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland knüpft seine humanitäre Hilfe im Sudan nicht an die Religion der Betroffenen. Zugleich nennt die Bundesregierung neue Zahlen: 4,6 Millionen Menschen sind in Nachbarländer geflohen und 439 Asylanträge wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland registriert.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsudan-krieg-deutsche-hilfe-bleibt-unabhaengig-von-religion%2F&amp;action_name=Sudan-Krieg%3A%20Deutsche%20Hilfe%20bleibt%20unabh%C3%A4ngig%20von%20Religion&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/sudan-krieg-deutsche-hilfe-bleibt-unabhaengig-von-religion/">Sudan-Krieg: Deutsche Hilfe bleibt unabhängig von Religion</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland richtet seine humanitäre Hilfe für den Sudan weiterhin allein nach Bedürftigkeit aus und nicht nach der Religionszugehörigkeit der Betroffenen. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion stammt vom 13. August 2026. Damit erhalten auch Angehörige christlicher Gemeinden Unterstützung, ohne aufgrund ihrer Religion gesondert priorisiert zu werden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind seit Beginn des Krieges 4,6 Millionen Menschen aus dem Sudan in Nachbarländer geflohen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion hatte die Bundesregierung nach der Lage der christlichen Minderheit im Sudan und nach möglichen besonderen Schutzmaßnahmen gefragt. Die Bundesregierung erklärte, die deutsche humanitäre Hilfe erfolge „bedarfsorientiert sowie unabhängig von Religions- oder Konfessionszugehörigkeit der Begünstigten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schutzbedürftige Menschen würden von humanitären Organisationen zwar priorisiert. Ausschlaggebend seien jedoch ihre konkreten Bedürfnisse und nicht ihre religiöse Zugehörigkeit. Das gelte auch für Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Schutz von Geflüchteten.</p>



<h2 id="h-keine-gesonderten-daten-zu-christlichen-fluchtlingen" class="wp-block-heading"><span id="keine-gesonderten-daten-zu-christlichen-fluechtlingen">Keine gesonderten Daten zu christlichen Flüchtlingen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele der 4,6 Millionen Menschen, die seit Beginn des Konflikts in Nachbarstaaten geflohen sind, Christen sind, kann die Bundesregierung nicht beziffern. Das UNHCR schlüsselt die Fluchtbewegungen nicht nach Religionszugehörigkeit auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/staatssekretaer-niels-annen-besucht-sudan/">Auch zur konkreten Lage von Christen im Sudan verfügt die Bundesregierung über keine zusätzlichen eigenen Erkenntnisse.</a> Sie kennt die von der AfD-Fraktion angeführten Berichte internationaler und nichtstaatlicher Organisationen, darunter Angaben zu Angriffen auf Kirchen und religiöse Einrichtungen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="632" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-1024x632.jpg" alt="" class="wp-image-26464 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-1024x632.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-300x185.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-768x474.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-380x235.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-800x494.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2-1160x716.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Chairman_of_the_Sovereignty_Council_of_Sudan_Abdel_Fattah_Abdelrahman_Burhan_in_October_2019-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der seit 2023 andauernde Krieg zwischen den Sudanesischen Streitkräften unter Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces unter Mohamed Hamdan Dagalo hat weite Teile des Landes erfasst. Die Bundesregierung verweist auf schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und internationale Menschenrechtsnormen durch beide Konfliktparteien.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/" data-type="post" data-id="23270">Genannt werden unter anderem wahllose Luftangriffe und Artilleriebeschuss in dicht besiedelten Gebieten, außergerichtliche Tötungen, ethnisch motivierte und sexualisierte Gewalt, Folter, willkürliche Festnahmen sowie die Behinderung humanitärer Hilfe.</a> Auch Moscheen, Kirchen und Angehörige religiöser Gruppen seien von der Gewalt betroffen.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-un-ermittlungen-zu-menschenrechtsverletzungen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-un-ermittlungen-zu-menschenrechtsverletzungen">Deutschland unterstützt UN-Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt die UN-Untersuchungsmission für den Sudan, die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. Deutschland hatte sich im UN-Menschenrechtsrat für die Einrichtung und Verlängerung der sogenannten Fact Finding Mission eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2026 lud die Bundesregierung zudem zu einer internationalen Sudan-Konferenz nach Berlin ein. Mehr als 20 Staaten und internationale Organisationen verständigten sich dort auf Grundsätze zur friedlichen Konfliktlösung sowie zum Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/eu-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-verantwortliche-des-sudan-kriegs/" data-type="post" data-id="24115">Deutschland setzt sich nach Angaben der Bundesregierung innerhalb der Europäischen Union außerdem für Sanktionen gegen Personen und Organisationen ein, die für Gewalt gegen Zivilisten verantwortlich sind oder den Krieg finanzieren.</a></p>



<h2 id="h-439-asylantrage-aus-sudan-im-ersten-halbjahr-2026" class="wp-block-heading"><span id="439-asylantraege-aus-sudan-im-ersten-halbjahr-2026">439 Asylanträge aus Sudan im ersten Halbjahr 2026</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort enthält auch neue Angaben zu Asylanträgen sudanesischer Staatsangehöriger in Deutschland. Von Januar bis Ende Juni 2026 wurden 439 Asylanträge registriert. Darunter waren 386 Erst- und 53 Folgeanträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt die Zahl bislang unter den Werten der vergangenen drei vollständigen Jahre. 2023 wurden 950 Anträge registriert, 2024 waren es 913 und 2025 insgesamt 778.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 439 Antragstellern im ersten Halbjahr 2026 waren 335 männlich und 104 weiblich. Die größte Altersgruppe bildeten Menschen zwischen 18 und 25 Jahren mit 124 Anträgen, gefolgt von den 25- bis unter 30-Jährigen mit 82 Anträgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Rückführung sudanesischer Asylbewerber kann die Bundesregierung keine entsprechende Quote vorlegen. Nach ihrer Darstellung liegen ihr keine Daten über Asylbewerber im Zusammenhang mit dem Vollzug einer Rückführung vor. Für aufenthaltsbeendende Maßnahmen sind die Bundesländer zuständig.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung widerspricht Genozid-Einstufung für Christen in Nigeria</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-widerspricht-genozid-einstufung-fuer-christen-in-nigeria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2026 13:14:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29528</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ist die Gewalt gegen Christen in Nigeria ein Genozid? Die Bundesregierung widerspricht dieser Einordnung. Sie beschreibt eine komplexe Sicherheitskrise aus Terrorismus, Banditentum, ethnischen Spannungen und Landkonflikten. 3,6 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-widerspricht-genozid-einstufung-fuer-christen-in-nigeria%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20widerspricht%20Genozid-Einstufung%20f%C3%BCr%20Christen%20in%20Nigeria&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-widerspricht-genozid-einstufung-fuer-christen-in-nigeria/">Bundesregierung widerspricht Genozid-Einstufung für Christen in Nigeria</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung widerspricht der Einstufung der Gewalt gegen Christen in Nigeria als Genozid und beschreibt die Sicherheitskrise des Landes als Zusammenwirken von Terrorismus, organisierter Kriminalität, ethnischen Spannungen sowie Land- und Ressourcenkonflikten. Ihre Einschätzung veröffentlichte sie Mitte August in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Gleichzeitig sind nach Angaben von IOM und UNHCR innerhalb Nigerias 3,6 Millionen Menschen auf der Flucht, weitere rund 400.000 Nigerianer haben Schutz in Nachbarstaaten gesucht. Christen gehören in mehreren Landesteilen zu den Opfern gezielter Angriffe, doch Gewalt und Terror treffen nach Einschätzung der Bundesregierung auch Muslime und Angehörige anderer Religionen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-folgt-genocide-watch-nicht" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-folgt-genocide-watch-nicht">Bundesregierung folgt Genocide Watch nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt der parlamentarischen Anfrage waren Berichte über hohe Opferzahlen unter der christlichen Bevölkerung. <a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-weist-trumps-vorwurf-eines-christen-genozids-zurueck/" data-type="post" data-id="21480">Die Organisation Genocide Watch spricht von einem Genozid an Christen in Nigeria.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung macht sich diese Einordnung ausdrücklich nicht zu eigen. Eine weitergehende Begründung liefert sie in ihrer Antwort nicht. Sie verweist stattdessen auf die Einschätzung der Vereinten Nationen, wonach die Gewalt überwiegend nicht als Religionskonflikt beschrieben werden könne.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die von der AfD-Fraktion angeführten Opferzahlen werden nicht übernommen. Open Doors nennt für den Zeitraum von Oktober 2024 bis September 2025 insgesamt 3.490 getötete Christen. Die nigerianische Organisation Intersociety spricht für 2025 von rund 7.500 getöteten und mehr als 8.500 entführten Christen. Diese Angaben stammen aus der Anfrage und werden von der Bundesregierung nicht als eigene Erkenntnisse bestätigt.&nbsp;</p>



<h2 id="h-boko-haram-is-ableger-und-banditen-pragen-die-gewalt" class="wp-block-heading"><span id="boko-haram-is-ableger-und-banditen-praegen-die-gewalt">Boko Haram, IS-Ableger und Banditen prägen die Gewalt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutscher-bundestag-analysiert-beziehungen-zu-nigeria/" data-type="post" data-id="25200">Die Sicherheitslage unterscheidet sich stark zwischen den Regionen.</a><a href="https://fokus-afrika.de/boko-haram-begeht-anschlagserie-in-maiduguri/" data-type="post" data-id="25788"> Im Nordosten operieren weiterhin Boko Haram und Ableger des sogenannten Islamischen Staates.</a> Im Nordwesten spielen bewaffnete Banditengruppen und organisierte Kriminalität eine zentrale Rolle.<a href="https://fokus-afrika.de/separatisten-miliz-bnl-geiselnahme-verkompliziert-sich/" data-type="post" data-id="11986"> Im Südosten kommen separatistische Bewegungen hinzu.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im sogenannten Middle Belt im Zentrum Nigerias überlagern sich religiöse Zugehörigkeit und Konflikte um Land und Ressourcen. Dort kommt es zu Gewalt zwischen überwiegend christlichen sesshaften Bauern und überwiegend muslimischen teilnomadischen Viehhirten. Klimatische Veränderungen verschärfen nach Darstellung der Bundesregierung den Druck auf verfügbare Flächen und Ressourcen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gezielte Angriffe auf religiöse Einrichtungen finden dennoch statt.<a href="https://fokus-afrika.de/25-schuelerinnen-bei-angriff-auf-maedchenschule-in-kebbi-entfuehrt/" data-type="post" data-id="22144"> Die Bundesregierung verweist unter anderem auf Attacken gegen Schulen und Kirchen in den Bundesstaaten Kwara, Niger und Kebbi im November 2025.</a></p>



<h2 id="h-3-6-millionen-menschen-innerhalb-nigerias-vertrieben" class="wp-block-heading"><span id="36-millionen-menschen-innerhalb-nigerias-vertrieben">3,6 Millionen Menschen innerhalb Nigerias vertrieben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausmaß der Gewalt zeigt sich besonders bei den Fluchtbewegungen. Nach Daten der Internationalen Organisation für Migration und des UN-Flüchtlingshilfswerks sind derzeit rund 3,6 Millionen Menschen innerhalb Nigerias vertrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere rund 400.000 Nigerianer leben als Schutzsuchende in Nachbarstaaten. Eine Aufschlüsselung dieser Zahlen nach Religionszugehörigkeit liegt nicht vor.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria hat mit mehr als 200 Millionen Einwohnern eine der größten christlichen Bevölkerungen der Welt. Die Bevölkerung ist nach Einschätzung der Bundesregierung annähernd zur Hälfte christlich und muslimisch geprägt. Der Islam dominiert stärker im Norden, das Christentum im Süden. Die Verfassung garantiert die freie Religionsausübung und untersagt die Einführung einer Staatsreligion.&nbsp;</p>



<h2 id="h-nigerianische-asylantrage-in-deutschland-deutlich-zuruckgegangen" class="wp-block-heading"><span id="nigerianische-asylantraege-in-deutschland-deutlich-zurueckgegangen">Nigerianische Asylanträge in Deutschland deutlich zurückgegangen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort der Bundesregierung enthält auch neue Zahlen zu Nigerianern, die in Deutschland Asyl beantragen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 665 Asylanträge von Personen mit nigerianischer Staatsangehörigkeit registriert. Davon waren 512 Erstanträge und 153 Folgeanträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt die Zahl deutlich unter früheren Jahren. 2025 wurden 1.716 Anträge registriert, 2024 waren es 2.523. Den höchsten Wert seit 2017 verzeichneten die Behörden 2018 mit 11.073 Anträgen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 665 Antragstellern im ersten Halbjahr 2026 bezeichneten sich 558 als Christen und 58 als Muslime. Neun gaben an, keiner Konfession anzugehören, bei 40 Personen blieb die Religionszugehörigkeit unbekannt. Die Angaben zur Religion erfolgen freiwillig im Asylverfahren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den vergangenen Jahren stellten Christen die deutliche Mehrheit der nigerianischen Asylantragsteller. 2025 waren es 1.382 von insgesamt 1.716 Antragstellern.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-projekte-zum-minderheitenschutz" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-projekte-zum-minderheitenschutz">Deutschland unterstützt Projekte zum Minderheitenschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-religionsbeauftragter-rachel-reist-in-gewaltregion/" data-type="post" data-id="26844">Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, besuchte Nigeria vom 25. bis 28. April 2026.</a> In Abuja und im Bundesstaat Benue führte er Gespräche mit staatlichen Stellen, Religionsgemeinschaften, Vertretern der Zivilgesellschaft und internationalen Partnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/us-kongress-legt-bericht-zur-christenverfolgung-in-nigeria-vor-und-fordert-sanktionen/">Darüber hinaus verfügt die Bundesregierung nach eigener Aussage über keine weitergehenden eigenen Erkenntnisse zur Sicherheitslage von Christen als jene, die aus internationalen Berichten und dem Besuch hervorgehen. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden unter anderem Vorhaben zur Rechtsstaatlichkeit, zum Minderheitenschutz, zu inklusivem Regierungshandeln und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützt. Humanitäre Hilfe wird unabhängig von Religion und Konfession nach Bedürftigkeit vergeben und richtet sich damit an christliche wie muslimische und andere schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-widerspricht-genozid-einstufung-fuer-christen-in-nigeria/">Bundesregierung widerspricht Genozid-Einstufung für Christen in Nigeria</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Verfassungsschutz warnt: MATRYOSHKA-Kampagne zielt gegen September-Wahlen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-matryoshka-kampagne-zielt-gegen-september-wahlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 14:39:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gefälschte Schlagzeilen, KI-Videos und der Hashtag „TimeToDivideGermany“: Vor vier Wahlen im September registriert der Verfassungsschutz eine neue Welle ausländischer Einflussnahme. Erstmals geraten gezielt auch Landes- und Kommunalpolitiker ins Visier.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fverfassungsschutz-warnt-matryoshka-kampagne-zielt-gegen-september-wahlen%2F&amp;action_name=Verfassungsschutz%20warnt%3A%20MATRYOSHKA-Kampagne%20zielt%20gegen%20September-Wahlen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-matryoshka-kampagne-zielt-gegen-september-wahlen/">Verfassungsschutz warnt: MATRYOSHKA-Kampagne zielt gegen September-Wahlen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz hat vor den anstehenden Wahlen in vier Bundesländern eine neue Welle ausländischer Informationsmanipulation identifiziert, die gezielt Landes- und Kommunalpolitiker diskreditiert. Die Aktivitäten wurden seit Ende Juni 2026 beobachtet. Unter dem Namen MATRYOSHKA verbreitet die Kampagne gefälschte Medienbeiträge und KI-generierte Videos, die eine erneute Spaltung Deutschlands in Ost und West propagieren und das Vertrauen in demokratische Prozesse schwächen sollen. Nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz geraten 2026 erstmals auch Politiker auf Landes- und Kommunalebene systematisch ins Visier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus sowie Kommunalwahlen in Niedersachsen an. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht die Kampagne in engem Zusammenhang mit diesen Abstimmungen.</p>



<h2 id="h-gefalschte-schlagzeilen-sollen-ost-und-west-gegeneinander-aufbringen" class="wp-block-heading"><span id="gefaelschte-schlagzeilen-sollen-ost-und-west-gegeneinander-aufbringen">Gefälschte Schlagzeilen sollen Ost und West gegeneinander aufbringen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">MATRYOSHKA nutzt vor allem englischsprachige Kurzvideos und manipulierte Beiträge auf der Plattform X. Die Inhalte übernehmen das Erscheinungsbild bekannter deutscher Medien und versehen es mit erfundenen oder zugespitzten Schlagzeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juni wurden unter anderem gefälschte Beiträge verbreitet, die behaupteten: „Der Westen HASST den Osten – Deutschland war noch nie so nah am Bürgerkrieg.“ Eine weitere manipulierte Titelseite trug die Überschrift „Baut die Mauer wieder auf!“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung des Verfassungsschutzes kopierten die Verantwortlichen teilweise Originalausgaben bekannter Onlinemedien vom Vortag und änderten lediglich die Hauptschlagzeile. Dadurch sollten die Fälschungen auf den ersten Blick wie echte journalistische Inhalte wirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kampagne richtet sich damit nicht nur gegen einzelne Politiker. Sie versucht zugleich, bestehende gesellschaftliche Spannungen zwischen Ost- und Westdeutschland zu verstärken.</p>



<h2 id="h-ki-videos-propagieren-neue-teilung-deutschlands" class="wp-block-heading"><span id="ki-videos-propagieren-neue-teilung-deutschlands">KI-Videos propagieren neue Teilung Deutschlands</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im August folgte eine weitere Welle unter dem Hashtag „TimeToDivideGermany“. Dabei kamen nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz inszenierte oder vollständig KI-generierte Inhalte zum Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Videos zeigten unter anderem manipulierte Auftritte von Prominenten sowie Bilder des Brandenburger Tors, der Berliner Mauer und der deutschen Flagge. Inhaltlich wurde eine erneute Teilung Deutschlands als „historische Notwendigkeit“ dargestellt.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-24821 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/2024-08-21_Event_CDU_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Andere Beiträge griffen Bundeskanzler und Politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken an. Ihnen wurden unter anderem Korruption, eine falsche Migrationspolitik und mangelndes Interesse an den Anliegen der Bevölkerung vorgeworfen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt sieht darin eine neue Stufe der Kampagne. Während sich ausländische Einflussoperationen zuvor vor allem gegen Politiker auf Bundes- und europäischer Ebene richteten, werden nun auch bekannte Kandidaten aus Ländern und Kommunen gezielt als unfähig, unqualifiziert oder korrupt dargestellt.</p>



<h2 id="h-verfassungsschutz-verweist-auf-russische-interessen" class="wp-block-heading"><span id="verfassungsschutz-verweist-auf-russische-interessen">Verfassungsschutz verweist auf russische Interessen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt ordnet die Aktivitäten in den Kontext ausländischer Einflussnahme ein.<a href="https://fokus-afrika.de/russlands-auslandsgeheimdienst-uebernimmt-wagner-netzwerk-fuer-einflussoperationen-in-afrika/" data-type="post" data-id="24623"> Besonders betroffen seien Politiker, deren Positionen nicht mit den strategischen Interessen der Russischen Föderation übereinstimmten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits rund um die Bundestagswahl 2025 hatte der Verfassungsschutz Russland als wichtigsten Akteur ausländischer Einflussversuche identifiziert. <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-bestaetigt-russische-desinformation-gegen-entwicklungspolitik/" data-type="post" data-id="27574">Damals wurden unter anderem KI-generierte Videos, gefälschte Nachrichtenangebote und polarisierende Beiträge eingesetzt. </a>Mit der Kampagne „Storm-1516“ trat zusätzlich ein mutmaßlich russisches Netzwerk auf, das Artikel und Videos über Webseiten verbreitete, die wie Nachrichtenseiten gestaltet waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch MATRYOSHKA war 2026 bereits vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aktiv. Dabei verbreiteten beteiligte Accounts unter anderem die Behauptung, die CDU verbreite selbst Desinformation und kaufe Stimmen.</p>



<h2 id="h-seeder-accounts-starten-die-kampagne" class="wp-block-heading"><span id="seeder-accounts-starten-die-kampagne">Seeder-Accounts starten die Kampagne</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbreitung folgt nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes einem abgestuften System. Zunächst veröffentlichen sogenannte Seeder-Accounts die manipulierten Inhalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich um eigens angelegte, gekaufte oder übernommene Konten, die neue Narrative auf einer Plattform platzieren und erste Reaktionen auslösen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend übernehmen sogenannte Amplifier-Accounts die Beiträge und verbreiten sie über weitere Kanäle. Durch Likes, Kommentare, erneutes Teilen und Verlinkungen soll der Eindruck einer größeren gesellschaftlichen Resonanz entstehen. Teilweise werden dabei auch etablierte Medien verlinkt, um zusätzliche Aufmerksamkeit für die Fälschungen zu erzeugen.</p>



<h2 id="h-behorden-bundeln-abwehr-im-gaz-hybrid" class="wp-block-heading"><span id="behoerden-buendeln-abwehr-im-gaz-hybrid">Behörden bündeln Abwehr im GAZ Hybrid</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bund und Länder koordinieren die Beobachtung solcher Kampagnen im Gemeinsamen Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen, dem GAZ Hybrid. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">Dort arbeiten verschiedene Sicherheitsbehörden und weitere staatliche Stellen zusammen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2025 führt die Bundesregierung zudem Verfahren zur staatlichen Zuordnung ausländischer Informationsmanipulation und Desinformation durch. Erkennt der Verfassungsschutz mutmaßlich inauthentische Accounts, meldet er diese auch an die Betreiber der betroffenen Plattformen. Nach einer Prüfung werden entsprechende Konten nach Angaben der Behörde häufig gelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-auslaendische-regime-verfolgen-kritiker-in-deutschland/">Die Behörde betrachtet Desinformation, Cyberangriffe, Spionage und politische Einflussnahme bereits seit mehreren Jahren als Instrumente ausländischer Akteure, die auf die politische Willensbildung und das Vertrauen in demokratische Institutionen zielen.</a></p>
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			<media:title type="html">Friedrich Merz</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>„Bett, Brot und Seife“ – Vollständiger Entzug von Asylleistungen dürfte gegen EU-Recht verstoßen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bett-brot-und-seife-vollstaendiger-entzug-von-asylleistungen-duerfte-gegen-eu-recht-verstossen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 11:48:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland kann Asylsuchenden in Dublin-Fällen Leistungen weitgehend streichen. Doch selbst nach der neuen EU-Asylreform dürfte eine Kürzung „auf Null“ unzulässig sein: Das Existenzminimum muss bis zur tatsächlichen Überstellung gesichert bleiben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbett-brot-und-seife-vollstaendiger-entzug-von-asylleistungen-duerfte-gegen-eu-recht-verstossen%2F&amp;action_name=%E2%80%9EBett%2C%20Brot%20und%20Seife%E2%80%9C%20%E2%80%93%20Vollst%C3%A4ndiger%20Entzug%20von%20Asylleistungen%20d%C3%BCrfte%20gegen%20EU-Recht%20versto%C3%9Fen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein vollständiger Entzug sämtlicher Sach- und Geldleistungen für Asylsuchende in sogenannten Dublin-Fällen dürfte auch nach der Reform des europäischen Asylsystems gegen EU-Grundrechte verstoßen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 13. August 2026 abgeschlossene Ausarbeitung des Fachbereichs Europa des Deutschen Bundestages. Zwar erlaubt das neue EU-Asylrecht erstmals ausdrücklich, bestimmte Aufnahmeleistungen im nicht zuständigen Mitgliedstaat zu streichen. Das physische Existenzminimum aus Unterkunft, Nahrung und Hygiene sowie wohl auch ein Mindestmaß an Kleidung muss nach Einschätzung der Fachleute jedoch bis zur tatsächlichen Überstellung gewährleistet bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einschätzung betrifft Asylsuchende, für deren Verfahren nach den europäischen Zuständigkeitsregeln ein anderer EU-Staat verantwortlich ist. Deutschland kann diese Personen in den zuständigen Mitgliedstaat überstellen. Seit Ende Oktober 2024 sieht das Asylbewerberleistungsgesetz für solche Fälle zugleich einen weitreichenden Leistungsausschluss vor.</p>



<h2 id="h-deutsche-regelung-geht-weiter-als-das-neue-eu-recht" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-regelung-geht-weiter-als-das-neue-eu-recht">Deutsche Regelung geht weiter als das neue EU-Recht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Paragraf 1 Absatz 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes verlieren Betroffene grundsätzlich ihren Anspruch auf Leistungen, sobald das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Überstellungsentscheidung mit Abschiebungsanordnung erlassen und die rechtliche sowie tatsächliche Möglichkeit der Ausreise festgestellt hat. Der Ausschluss greift bereits mit Zustellung des Bescheids und damit grundsätzlich auch dann, wenn die Entscheidung noch nicht unanfechtbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorgesehen sind lediglich sogenannte Überbrückungsleistungen. Sie werden grundsätzlich höchstens für zwei Wochen und nur einmal innerhalb von zwei Jahren gewährt. Die Leistungen sollen als Sachleistungen erbracht werden. Weitergehende oder längerfristige Hilfen sind nur in besonderen Härtefällen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/erschlichene-einbuergerung-kann-auch-bei-staatenlosigkeit-zurueckgenommen-werden/">Die Ausarbeitung sieht hier einen Unterschied zum neuen europäischen Recht. </a>Mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, kurz GEAS, erlaubt die seit dem 12. Juni 2026 geltende EU-Aufnahmerichtlinie erstmals ausdrücklich den Entzug bestimmter Aufnahmeleistungen für Personen, die sich nicht im für ihr Asylverfahren zuständigen Mitgliedstaat aufhalten. Gleichzeitig verlangt sie aber, dass ein Lebensstandard im Einklang mit dem EU-Recht, der Grundrechtecharta und internationalen Verpflichtungen erhalten bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der europäische Leistungsausschluss erfasst zudem nicht sämtliche Rechte. Ausgenommen bleiben unter anderem die Schulbildung für Minderjährige, notwendige medizinische Versorgung und Leistungen, die sich aus besonderen Bedürfnissen schutzbedürftiger Personen ergeben. Die deutsche Vorschrift schließt dagegen abgesehen von den Überbrückungsleistungen pauschal die Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes aus.</p>



<h2 id="h-bett-brot-und-seife-mussen-gesichert-bleiben" class="wp-block-heading"><span id="bett-brot-und-seife-muessen-gesichert-bleiben">„Bett, Brot und Seife“ müssen gesichert bleiben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wo genau die europarechtliche Untergrenze liegt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Der Fachbereich des Bundestages wertet dafür mehrere Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs zur Menschenwürde und zum Verbot unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach dürfte eine Kürzung „auf Null“, also der vollständige Entzug jeglicher Sach- und Geldleistungen, grundrechtswidrig sein. Der EuGH hatte bereits in früheren Dublin-Verfahren entschieden, dass der Mindestschutz bis zur tatsächlichen Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat nicht vollständig entzogen werden darf. Auch ein nur vorübergehender vollständiger Leistungsausschluss könne mit dem Schutz der Menschenwürde kollidieren.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-29509 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11-1160x653.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Oerbke_-_Lager_in_2015-11.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Als unterste Schwelle benennt die Ausarbeitung das physische Existenzminimum, vereinfacht als „Bett, Brot und Seife“ bezeichnet. Nach der bisherigen EuGH-Rechtsprechung darf ein vollständig von staatlicher Unterstützung abhängiger Mensch nicht in eine Situation geraten, in der er sich nicht mehr ernähren, waschen oder eine Unterkunft finden kann und dadurch extremer materieller Not ausgesetzt ist.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein Mindestmaß an Kleidung dürfte dazugehören. Der Gerichtshof hatte Kleidung in mehreren Entscheidungen zu den elementarsten Bedürfnissen gezählt. Die Bundestagsausarbeitung sieht deshalb „gute Argumente“ dafür, auch Kleidung vom Schutz der Menschenwürde und damit vom unionsrechtlich garantierten Mindestniveau zu erfassen.</p>



<h2 id="h-geldleistungen-bleiben-rechtlich-ungeklart" class="wp-block-heading"><span id="geldleistungen-bleiben-rechtlich-ungeklaert">Geldleistungen bleiben rechtlich ungeklärt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger eindeutig ist die Situation bei Bargeld für den persönlichen Bedarf. Der EuGH hatte in seinem Urteil vom 4. Juni 2026 festgestellt, dass ein Mindestmaß an Geldleistungen notwendig sein kann, damit Asylsuchende etwa Fahrkarten, Kommunikationsmittel oder Körperpflegeprodukte kaufen und ein Minimum an Selbstbestimmung behalten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob daraus auch nach der GEAS-Reform ein grundrechtlicher Anspruch auf Geldleistungen folgt, lässt die Bundestagsausarbeitung offen. Aus der bisherigen Rechtsprechung lasse sich keine eindeutige Linie ableiten. Kürzungen oder die Streichung von Geldleistungen seien nicht automatisch mit einer Verletzung der Menschenwürde gleichzusetzen, müssten aber im Einzelfall verhältnismäßig sein.</p>



<h2 id="h-eugh-urteil-vom-juni-gilt-nicht-unmittelbar-fur-die-neue-rechtslage" class="wp-block-heading"><span id="eugh-urteil-vom-juni-gilt-nicht-unmittelbar-fuer-die-neue-rechtslage">EuGH-Urteil vom Juni gilt nicht unmittelbar für die neue Rechtslage</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auslöser der neuen rechtlichen Prüfung ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 4. Juni 2026. Der Fall betraf einen Afghanen, der zunächst in Rumänien internationalen Schutz beantragt hatte und anschließend nach Deutschland weitergereist war. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erklärte Rumänien für zuständig und ordnete seine Überstellung an. Der Landkreis Schweinfurt strich daraufhin unter anderem Leistungen für Kleidung sowie Geld für den persönlichen Bedarf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der EuGH entschied, dass die damalige europäische Aufnahmerichtlinie solche Kürzungen allein wegen einer Dublin-Überstellungsentscheidung nicht zuließ. Der vorgeschriebene „angemessene Lebensstandard“ umfasste nach dem Urteil neben Unterkunft und Verpflegung auch Kleidung und ein Mindestmaß an Geldleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die seit Juni geltende Rechtslage lässt sich dieses Urteil jedoch nicht unmittelbar übertragen. Das neue EU-Recht unterscheidet ausdrücklich zwischen dem normalen „angemessenen Lebensstandard“ für Asylsuchende und einem niedrigeren, grundrechtlich zwingenden Mindestniveau nach einem Leistungsausschluss.</p>



<h2 id="h-leistungsschutz-bis-zur-tatsachlichen-uberstellung" class="wp-block-heading"><span id="leistungsschutz-bis-zur-tatsaechlichen-ueberstellung">Leistungsschutz bis zur tatsächlichen Überstellung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Offen ist außerdem, wie lange Deutschland das Existenzminimum gewährleisten muss. Die bisherige EuGH-Rechtsprechung verlangt einen Mindestschutz grundsätzlich bis zur tatsächlichen Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat. Die deutsche Regelung lässt den Leistungsausschluss dagegen bereits mit Zustellung der Überstellungsentscheidung eintreten, auch wenn dagegen noch Rechtsmittel möglich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die seit Juni geltenden europäischen Bestimmungen in diesem Punkt mit den Grundrechten auf Menschenwürde und effektiven Rechtsschutz vereinbar sind, ist nach Einschätzung des Fachbereichs ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Die Frage könnte erneut den Europäischen Gerichtshof beschäftigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte sich die deutsche Regelung als unionsrechtswidrig erweisen, müssten Behörden sie zunächst so weit wie möglich europarechtskonform auslegen. Eine solche Auslegung endet allerdings dort, wo sie dem eindeutigen Wortlaut des deutschen Gesetzes widersprechen würde. Nach der Rechtsprechung des EuGH können unionsrechtswidrige nationale Vorschriften anschließend im konkreten Fall unangewendet bleiben. Ob und in welchem Umfang deutsche Verwaltungsbehörden dazu selbst befugt sind, ist in der deutschen Rechtswissenschaft umstritten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>1 Euro Entwicklungshilfe, 2,50 Euro mehr Exporte: Studie beziffert Effekt für Deutschland</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/1-euro-entwicklungshilfe-250-euro-mehr-exporte-studie-beziffert-effekt-fuer-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 11:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1 Euro Entwicklungshilfe – 2,50 Euro zusätzliche deutsche Exporte: Eine neue Göttinger Studie beziffert erstmals umfassend, wie stark deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze von bilateraler Entwicklungspolitik profitieren.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2F1-euro-entwicklungshilfe-250-euro-mehr-exporte-studie-beziffert-effekt-fuer-deutschland%2F&amp;action_name=1%20Euro%20Entwicklungshilfe%2C%202%2C50%20Euro%20mehr%20Exporte%3A%20Studie%20beziffert%20Effekt%20f%C3%BCr%20Deutschland&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Euro deutscher Entwicklungszusammenarbeit geht nach einer neuen Göttinger Untersuchung mit durchschnittlich 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Waren- und Dienstleistungsexporten in Partnerländer einher. Die Ergebnisse wurden am 24. August 2026 von KfW Development Research aufgegriffen. Die Forschenden beziffern die damit verbundenen Beschäftigungseffekte auf rund 379.000 geschaffene oder gesicherte Arbeitsplätze in Deutschland. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sieht darin ein Argument dafür, Entwicklungspolitik auch als Teil deutscher Wirtschafts- und Interessenpolitik zu betrachten.</p>



<h2 id="h-alabali-radovan-deutschland-profitiert-wirtschaftlich" class="wp-block-heading"><span id="alabali-radovan-deutschland-profitiert-wirtschaftlich">Alabali Radovan: Deutschland profitiert wirtschaftlich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer bei Entwicklungspolitik nur sieht, was Deutschland ausgibt, übersieht, was Deutschland dadurch gewinnt“, erklärte Alabali Radovan zu den Ergebnissen. Die Studie zeige, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht nur Partnerländer unterstütze, sondern zugleich deutsche Unternehmen stärke und Arbeitsplätze sichere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ministerin verwies dabei auch auf ihre jüngste Reise nach Indonesien. Dort habe sie ein großes Interesse an deutscher Technologie und deutschen Investitionen erlebt. Angesichts eines härteren internationalen Wettbewerbs um Märkte, Rohstoffe und politische Partner könne Deutschland es sich nicht leisten, anderen Staaten wirtschaftlich das Feld zu überlassen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung liefert für diese Argumentation einen deutlich höheren Wert als frühere Studien. Der zentrale Schätzwert liegt bei 2,50 Euro zusätzlichen Exporten je Euro bilateraler Entwicklungszusammenarbeit. In der wissenschaftlichen Studie wird für Deutschland eine Bandbreite von umgerechnet 1,88 bis 3,11 Dollar zusätzlicher Exporte je eingesetztem Dollar ausgewiesen. Der Wert von 2,50 entspricht dem mittleren Schätzwert.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-zeigt-starksten-effekt-unter-funf-geberlandern" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-zeigt-staerksten-effekt-unter-fuenf-geberlaendern">Deutschland zeigt stärksten Effekt unter fünf Geberländern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ökonomen Inmaculada Martínez-Zarzoso und Jonathan Lessing untersuchten die Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden mit ihren jeweiligen Partnerländern zwischen 2005 und 2024. Anders als viele ältere Arbeiten beziehen sie neben Waren erstmals auch Dienstleistungen umfassend in die Berechnungen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Deutschland zeigt das verwendete Handelsmodell einen besonders ausgeprägten Zusammenhang. Eine Erhöhung der bilateralen Entwicklungsleistungen um zehn Prozent geht den Berechnungen zufolge langfristig mit einem Anstieg der deutschen Exporte in das betreffende Partnerland um rund 1,1 Prozent einher. Der deutsche Effekt fällt im Vergleich der fünf untersuchten Geberländer am höchsten aus.<br>Die Forschenden berücksichtigen dabei unter anderem Einkommen, Wechselkurse, Freihandelsabkommen und andere Faktoren, die den Handel zwischen zwei Staaten beeinflussen. Zudem prüfen sie, ob der Zusammenhang auch bestehen bleibt, wenn speziell auf Handelsförderung ausgerichtete Entwicklungshilfe herausgerechnet beziehungsweise kontrolliert wird. Auch unter diesen Bedingungen bleibt für Deutschland ein positiver statistischer Zusammenhang bestehen.</p>



<h2 id="h-maschinenbau-und-transport-mit-hohen-exporteffekten" class="wp-block-heading"><span id="maschinenbau-und-transport-mit-hohen-exporteffekten">Maschinenbau und Transport mit hohen Exporteffekten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ist-die-deutsche-entwicklungshilfe-wirksam-ein-experte-klaert-auf/" data-type="post" data-id="29301">Besonders deutlich sind die errechneten Effekte in mehreren für die deutsche Exportwirtschaft wichtigen Branchen. </a>Dazu gehören Maschinenbau, Transport, Informationstechnologie sowie die Chemie- und Elektroindustrie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sektoralen Berechnungen zeigen, dass allein bei Warenexporten der größte zusätzliche Exportwert auf Transportausrüstung und Maschinen entfällt. Für Transportausrüstung errechnet die Studie rund 13,1 Milliarden Dollar an zusätzlichen Exporten, für Maschinen etwa 10,7 Milliarden Dollar. Auch Computer- und Elektronikprodukte, chemische Erzeugnisse und elektrische Ausrüstung weisen hohe Werte auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über alle untersuchten Waren- und Dienstleistungssektoren hinweg kommen die Autoren auf rund 57,2 Milliarden Dollar an zusätzlichen Exporten. Mithilfe von Input-Output-Daten berechnen sie daraus knapp 379.000 Arbeitsplätze und eine mit diesen Exporten verbundene Wertschöpfung von etwa 37,8 Milliarden Dollar in Deutschland.</p>



<h2 id="h-schwellenlander-bringen-starkere-handelswirkungen" class="wp-block-heading"><span id="schwellenlaender-bringen-staerkere-handelswirkungen">Schwellenländer bringen stärkere Handelswirkungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutsche-firmen-bauen-marokko-geschaeft-aus/" data-type="post" data-id="26731">Der wirtschaftliche Effekt verteilt sich nicht gleichmäßig auf alle Partnerländer.</a> Besonders ausgeprägt ist er bei größeren Schwellenländern. Bei ärmeren Empfängerländern fällt der zusätzliche Exportwert dagegen tendenziell geringer aus, obwohl auch dort positive Zusammenhänge auftreten können. Ein Grund liegt nach Darstellung der Forschenden in der niedrigeren Importnachfrage dieser Volkswirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als mögliche Ursachen nennen die Autoren mehrere Mechanismen. Entwicklungszusammenarbeit kann Einkommen und wirtschaftliche Aktivität in Partnerländern erhöhen und damit deren Fähigkeit verbessern, Waren und Dienstleistungen zu importieren. Langjährige Beziehungen können zugleich Informationsbarrieren zwischen Unternehmen verringern, Vertrauen schaffen und den Marktzugang für Firmen aus dem Geberland erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit reichen die untersuchten Effekte über Projekte hinaus, bei denen deutsche Unternehmen unmittelbar Aufträge erhalten. Auch Entwicklungsmaßnahmen in Bereichen ohne direkten Beschaffungsbezug können dem Modell zufolge längerfristig Handelsbeziehungen beeinflussen.</p>



<h2 id="h-nicht-jeder-euro-entwicklungshilfe-ist-erfasst" class="wp-block-heading"><span id="nicht-jeder-euro-entwicklungshilfe-ist-erfasst">Nicht jeder Euro Entwicklungshilfe ist erfasst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl von 2,50 Euro lässt sich allerdings nicht pauschal auf den gesamten deutschen Entwicklungsetat oder auf jedes einzelne Projekt übertragen. Untersucht wurde ausschließlich direkt einem Empfängerland zurechenbare bilaterale öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Die KfW weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass der berechnete Effekt nicht für jedes Vorhaben gelten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht berücksichtigt werden unter anderem Schuldenerlasse, regional eingesetzte Mittel ohne eindeutiges Empfängerland und Entwicklungsausgaben, die im Geberland selbst anfallen. Dazu gehören etwa bestimmte Kosten für die Aufnahme von Flüchtlingen, die nach den Regeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilweise als öffentliche Entwicklungsleistungen angerechnet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie „More than Meets the Port: Donor Export Effects of Foreign Aid Revisited“ erschien als <a href="https://uni-goettingen.de/de/document/download/b9f5c510d590a250623fd559fe069313.pdf/DB258.pdf">Diskussionspapier</a> des Ibero-Amerika-Instituts für Wirtschaftsforschung der Universität Göttingen. Sie basiert auf Handels- und Entwicklungsdaten für den Zeitraum von 2005 bis 2024 und untersucht die Exportwirkungen bilateraler Entwicklungszusammenarbeit bei fünf europäischen Geberstaaten.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Verfassungsschutz warnt: Ausländische Regime verfolgen Kritiker in Deutschland</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-auslaendische-regime-verfolgen-kritiker-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 22:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geflohen, aber nicht außer Reichweite: Ausländische Regime verfolgen Kritiker bis nach Deutschland. Der Verfassungsschutz nennt China, Iran und Russland als Hauptakteure und erwartet eine Zunahme der Fälle.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fverfassungsschutz-warnt-auslaendische-regime-verfolgen-kritiker-in-deutschland%2F&amp;action_name=Verfassungsschutz%20warnt%3A%20Ausl%C3%A4ndische%20Regime%20verfolgen%20Kritiker%20in%20Deutschland&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ausländische Regime verfolgen Oppositionelle, Journalisten und Aktivisten zunehmend über ihre Landesgrenzen hinaus bis nach Deutschland. Die Einschätzung findet sich in einer Analyse des Bundesamtes für Verfassungsschutz mit Stand Juli 2026. Als Hauptakteure dieser sogenannten transnationalen Repression nennt der Inlandsnachrichtendienst China, Iran und Russland. Zugleich rechnet das Bundesamt mit einer Zunahme solcher Fälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter transnationaler Repression versteht der Verfassungsschutz staatlich betriebene oder in Auftrag gegebene Unterdrückungsmaßnahmen gegen Menschen im Ausland. Betroffen sind häufig Personen, die ihr Herkunftsland wegen politischer Verfolgung verlassen haben und ihre Arbeit im Exil fortsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel sei, Kritiker auch außerhalb des eigenen Staatsgebiets einzuschüchtern und von politischen Aktivitäten abzuhalten. Damit reicht der Einfluss autoritärer Regierungen nach Einschätzung des Bundesamtes bis in Diasporagruppen und politische Bewegungen in Deutschland hinein.</p>



<h2 id="h-china-iran-und-russland-gelten-als-hauptakteure" class="wp-block-heading"><span id="china-iran-und-russland-gelten-als-hauptakteure">China, Iran und Russland gelten als Hauptakteure</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz bezeichnet China, Iran und Russland ausdrücklich als die Hauptakteure transnationaler Repression. Daneben setzten auch weitere Staaten solche Methoden ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China nutzt dem Bundesamt zufolge Nachrichtendienste sowie von staatlichen Stellen beauftragte oder gesteuerte Akteure, um Kritiker weltweit zu überwachen und einzuschüchtern. In Deutschland betreffe dies unter anderem chinesische Aktivisten und Kritiker des Einparteienstaates. Auch Uiguren, Tibeter, Anhänger von Falun Gong sowie Unterstützer der Demokratiebewegung in Hongkong und einer Unabhängigkeit Taiwans gehörten zu den möglichen Zielgruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland verfolgt nach Darstellung des Verfassungsschutzes neben Dissidenten und Journalisten auch Gegner des Krieges gegen die Ukraine, Teile der Zivilgesellschaft und weitere als „Systemfeinde“ eingestufte Personen. Das russische Vorgehen sei häufig besonders direkt und könne weitreichende sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen umfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Iran richtet seine Maßnahmen demnach vor allem gegen oppositionelle Gruppen, einzelne Regimegegner, Exiljournalisten, Aktivisten und Frauenrechtler. Das Bundesamt beschreibt dabei den Einsatz verschiedener aggressiver Methoden.</p>



<h2 id="h-von-uberwachung-bis-zu-entfuhrungen-und-mordanschlagen" class="wp-block-heading"><span id="von-ueberwachung-bis-zu-entfuehrungen-und-mordanschlaegen">Von Überwachung bis zu Entführungen und Mordanschlägen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bandbreite der Maßnahmen reicht weit über klassische Spionage hinaus. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">Der Verfassungsschutz nennt Überwachung, Kontrolle, Drohungen, Zwang, Nötigung und körperliche Gewalt.</a> Hinzu kommen Zensur, Online-Überwachung, gezielte Informationsmanipulation und Cyberangriffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In besonders schweren Fällen können Entführungen oder Mordanschläge Teil der Repression sein. Auch die Einschüchterung von Familienangehörigen im Herkunftsland wird genutzt, um Druck auf Menschen in Deutschland auszuüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Instrumente können ebenfalls missbraucht werden. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-weist-kritik-an-foerderpruefungen-durch-verfassungsschutz-zurueck/">Der Verfassungsschutz verweist auf politisch motivierte Personenabfragen und internationale Fahndungsmeldungen. </a>Regimekritische Journalisten würden dabei teilweise als Terroristen bei Interpol gemeldet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">Viele Methoden bewegten sich knapp unterhalb der Schwelle zur Strafbarkeit oder ließen sich nur schwer eindeutig einem ausländischen Staat zurechnen.</a></p>



<h2 id="h-kulturvereine-und-privatpersonen-konnen-als-helfer-eingesetzt-werden" class="wp-block-heading"><span id="kulturvereine-und-privatpersonen-koennen-als-helfer-eingesetzt-werden">Kulturvereine und Privatpersonen können als Helfer eingesetzt werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben staatlichen Nachrichtendiensten greifen Regime verstärkt auf sogenannte Proxys zurück. Damit bezeichnet der Verfassungsschutz Personen oder Organisationen, die im Interesse ausländischer Nachrichtendienste oder anderer staatlicher Stellen handeln, ohne ihnen offiziell anzugehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu können private Detekteien, Studierende oder Arbeitskollegen gehören. Auch Kulturvereine mit Verbindungen zum Herkunftsland und Strukturen der organisierten Kriminalität können nach Einschätzung des Bundesamtes für solche Zwecke eingesetzt werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="940" height="580" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3.jpg" alt="" class="wp-image-29494 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3.jpg 940w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3-300x185.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3-768x474.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3-380x234.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Путин_-_Бортников_16_июня_2020-3-800x494.jpg 800w" sizes="(max-width: 940px) 100vw, 940px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/58-spionage-und-sabotageverfahren-russland-setzt-in-deutschland-auf-low-level-agenten/" data-type="post" data-id="29292">Russische Nachrichtendienste nutzen zudem sogenannte Low-Level-Agenten.</a> Dabei handelt es sich um Personen, die für vergleichsweise einfache Operationen angeworben werden und für den steuernden Nachrichtendienst leicht ersetzbar sind.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Strukturen erschweren die Zuordnung zu den eigentlichen Auftraggebern. Gleichzeitig beobachtet der Verfassungsschutz Kooperationen zwischen autoritären Staaten, wenn sich deren Interessen überschneiden. Solche Zusammenarbeit könne die verfügbaren Ressourcen vergrößern und Ermittlungen erschweren.</p>



<h2 id="h-ki-macht-uberwachung-von-diasporagruppen-leichter" class="wp-block-heading"><span id="ki-macht-ueberwachung-von-diasporagruppen-leichter">KI macht Überwachung von Diasporagruppen leichter</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wachsender Teil der Repression findet digital statt. Cyberangriffe können direkt aus dem Ausland gegen Personen und Organisationen in Deutschland ausgeführt werden, ohne dass ein Agent physisch vor Ort sein muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders die Überwachung von Diasporagruppen verursacht nach Einschätzung des Bundesamtes mit vergleichsweise geringem Aufwand eine große Wirkung. Einige Staaten greifen inzwischen auf leistungsfähigere und KI-basierte Überwachungs- und Spionagesoftware zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Digitale Methoden ermöglichen unter anderem die Überwachung von Kommunikation, das Sammeln persönlicher Informationen, die Manipulation von Daten und die Einschränkung digitaler Zugänge. Auch die Veröffentlichung privater Daten und Dokumente kann zur Einschüchterung eingesetzt werden.</p>



<h2 id="h-verfassungsschutz-erwartet-mehr-falle-in-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="verfassungsschutz-erwartet-mehr-faelle-in-deutschland">Verfassungsschutz erwartet mehr Fälle in Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt geht davon aus, dass transnationale Repression weiter zunehmen dürfte. Die weltweite Ausbreitung autoritärer Regime führe „mit großer Wahrscheinlichkeit“ zu einer steigenden Zahl entsprechender Fälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch politische Umbrüche und geopolitische Konflikte können Aktivitäten zusätzlicher Akteure nach Deutschland verlagern. Gleichzeitig können Regierungen ihre Aktivitäten abhängig von politischen Prioritäten kurzfristig verstärken oder reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz betrachtet die Fälle nicht allein als Angriffe auf einzelne Betroffene. Aus seiner Sicht berühren staatlich gesteuerte Repressionsmaßnahmen zugleich die deutsche Souveränität, wenn ausländische Regierungen auf deutschem Staatsgebiet gegen ihre politischen Gegner vorgehen.</p>



<h2 id="h-neue-strafnorm-gilt-seit-april" class="wp-block-heading"><span id="neue-strafnorm-gilt-seit-april">Neue Strafnorm gilt seit April</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat seine strafrechtlichen Möglichkeiten gegen solche Aktivitäten inzwischen erweitert. Seit dem 2. April 2026 gilt mit Paragraf 87a des Strafgesetzbuches eine neue Vorschrift im Zusammenhang mit Straftaten im Auftrag fremder Mächte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regelung sieht nach Angaben des Verfassungsschutzes ein erhöhtes Strafmaß von bis zu fünf Jahren Haft vor. Erfasst werden Personen, die im Auftrag einer staatlichen Stelle einer fremden Macht vorsätzlich rechtswidrige Taten begehen, sowie die staatlichen Auftraggeber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei geheimdienstlicher Agententätigkeit gegen Regimegegner spielt außerdem Paragraf 99 des Strafgesetzbuches eine zentrale Rolle. Bei körperlichen Angriffen können weitere Straftatbestände wie Körperverletzung greifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhärtet sich ein Verdacht, übernehmen die Staatsschutzabteilungen der Polizei die Ermittlungen. Je nach Fall können auch der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt einbezogen werden. Besitzt ein Verdächtiger diplomatische Immunität, ist eine strafrechtliche Verfolgung ausgeschlossen. In solchen Fällen können deutsche Behörden auf eine Ausweisung hinwirken.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/verfassungsschutz-warnt-auslaendische-regime-verfolgen-kritiker-in-deutschland/">Verfassungsschutz warnt: Ausländische Regime verfolgen Kritiker in Deutschland</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland schiebt fast 1.000 Menschen nach Nordafrika ab</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-schiebt-fast-1-000-menschen-nach-nordafrika-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 22:19:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast 1.000 Abschiebungen nach Nordafrika in sechs Monaten: Algerien ist inzwischen Deutschlands drittwichtigstes Zielland. Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen zudem, wie häufig bei Abschiebungen nach Algerien mit körperlicher Gewalt eingesetzt werden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-schiebt-fast-1-000-menschen-nach-nordafrika-ab%2F&amp;action_name=Deutschland%20schiebt%20fast%201.000%20Menschen%20nach%20Nordafrika%20ab&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat 983 Menschen nach Algerien, Marokko und Tunesien abgeschoben und damit mehr als jede zehnte Abschiebung in drei nordafrikanische Staaten vollzogen. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Januar bis Juni 2026. Algerien war mit 391 Abschiebungen nach der Türkei und Georgien sogar das drittwichtigste Zielland, nach Marokko wurden 332 und nach Tunesien 260 Menschen abgeschoben. Insgesamt verzeichnete die Bundesregierung im ersten Halbjahr 9.663 Abschiebungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Das Bundesinnenministerium übermittelte die Angaben am 17. August.</p>



<h2 id="h-algerien-liegt-bundesweit-auf-rang-drei" class="wp-block-heading"><span id="algerien-liegt-bundesweit-auf-rang-drei">Algerien liegt bundesweit auf Rang drei</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 391 Abschiebungen lag Algerien noch vor Spanien mit 373 und Frankreich mit 355 Abschiebungen. Nur in die Türkei mit 1.384 und nach Georgien mit 602 Menschen wurden mehr Personen gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marokko folgt mit 332 Abschiebungen ebenfalls weit oben in der Statistik. Nach Tunesien wurden 260 Menschen abgeschoben. Damit kamen allein die drei Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien auf 983 Abschiebungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/mehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck/">Auch mehrere Staaten südlich der Sahara gehören zu den häufigeren afrikanischen Zielländern.</a> Nach Nigeria wurden 157 Menschen abgeschoben, nach Guinea 101 und nach Gambia 76. Es folgen Ägypten mit 73 und Ghana mit 50 Abschiebungen. Jeweils 23 Menschen wurden nach Côte d’Ivoire und Kamerun gebracht, 19 nach Äthiopien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-ordnet-abschiebungen-und-strafverfolgung-mit-drittstaaten-neu/">Die Zahl der abgeschobenen Staatsangehörigen liegt teilweise höher, weil eine Abschiebung nicht zwingend in das Land der eigenen Staatsangehörigkeit führen muss.</a> So wurden insgesamt 537 algerische, 390 marokkanische und 282 tunesische Staatsangehörige abgeschoben. Bei Nigerianern waren es 195 Personen.</p>



<h2 id="h-bei-276-abschiebungen-nach-algerien-kamen-hilfsmittel-korperlicher-gewalt-zum-einsatz" class="wp-block-heading"><span id="bei-276-abschiebungen-nach-algerien-kamen-hilfsmittel-koerperlicher-gewalt-zum-einsatz">Bei 276 Abschiebungen nach Algerien kamen Hilfsmittel körperlicher Gewalt zum Einsatz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig sind die Angaben zum Einsatz sogenannter Hilfsmittel der körperlichen Gewalt. Die Bundespolizei registrierte deren Einsatz im ersten Halbjahr bei insgesamt 786 abgeschobenen Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon hatten 276 Algerien und 181 Marokko als Ziel. Auf beide Staaten zusammen entfielen damit 457 der 786 erfassten Fälle. Die Abschiebungen dieser Personen nach Algerien und Marokko erfolgten laut Bundesregierung jeweils mit Charterflügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Abschiebungen nach Nigeria wurden bei 47 Personen Hilfsmittel körperlicher Gewalt eingesetzt, bei 32 mit Ziel Tunesien. Es folgen Guinea mit 19, Gambia mit 14 und Ägypten mit zehn Personen.</p>



<h2 id="h-algerische-sicherheitskrafte-begleiten-242-ruckfuhrungen" class="wp-block-heading"><span id="algerische-sicherheitskraefte-begleiten-242-rueckfuehrungen">Algerische Sicherheitskräfte begleiten 242 Rückführungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Algerien hebt sich auch bei der Beteiligung ausländischer Sicherheitskräfte ab. Insgesamt wurden 665 Menschen in Begleitung von Sicherheitskräften der jeweiligen Zielstaaten abgeschoben.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-27090 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_DUS_Airport-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">347 dieser Fälle entfielen auf Georgien, weitere 242 auf Algerien. Damit waren bei rund sechs von zehn Abschiebungen nach Algerien Sicherheitskräfte des nordafrikanischen Staates an der Begleitung beteiligt. Bei keinem anderen afrikanischen Zielland weist die Bundesregierung eine vergleichbare Zahl aus.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben wurden 90 Personen von Sicherheitskräften der eingesetzten Fluggesellschaften begleitet. Darunter waren zehn Abschiebungen nach Somalia sowie jeweils eine nach Libyen. Die Namen der beauftragten Sicherheitsunternehmen werden statistisch nicht erfasst.</p>



<h2 id="h-8-629-abschiebungen-erfolgten-per-flugzeug" class="wp-block-heading"><span id="8-629-abschiebungen-erfolgten-per-flugzeug">8.629 Abschiebungen erfolgten per Flugzeug</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/flughafen-muenchen-plant-abschiebezentrum-fuer-hunderte-abschiebungen-taeglich/">Der Luftweg dominiert die deutschen Abschiebungen.</a> Von insgesamt 9.663 Personen wurden 8.629 per Flugzeug abgeschoben. Weitere 1.002 Abschiebungen erfolgten über den Landweg und 32 über den Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Flughafen Frankfurt am Main war mit 3.650 abgeschobenen Personen der mit Abstand wichtigste deutsche Abflughafen. Es folgten München mit 1.262, Düsseldorf mit 1.082 und Berlin-Brandenburg mit 765 Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Fluggesellschaften die Abschiebungen durchführen, veröffentlicht die Bundesregierung nicht. Die entsprechenden Angaben wurden als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft. Zur Begründung verweist die Bundesregierung auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Unternehmen. Eine öffentliche Benennung könne zudem dazu führen, dass Fluggesellschaften wegen öffentlicher Kritik künftig keine Abschiebungen mehr durchführen.</p>



<h2 id="h-bund-gibt-knapp-sechs-millionen-euro-fur-sicherheitsbegleitung-aus" class="wp-block-heading"><span id="bund-gibt-knapp-sechs-millionen-euro-fuer-sicherheitsbegleitung-aus">Bund gibt knapp sechs Millionen Euro für Sicherheitsbegleitung aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Sicherheitsbegleitung von Abschiebungen entstanden dem Bund im ersten Halbjahr Kosten von 5,931 Millionen Euro. Insgesamt wurden 7.615 Polizistinnen und Polizisten zur Begleitung eingesetzt. Davon kamen 7.194 von der Bundespolizei und 421 von den Polizeien der Länder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3.651 Personen wurden in Begleitung von Bundespolizisten abgeschoben. 5.208 Abschiebungen erfolgten ohne eine solche Begleitung. Während oder nach der Übergabe an die Bundespolizei mussten 734 geplante Abschiebungen abgebrochen werden, darunter 111 Überstellungen in andere europäische Staaten nach den Dublin-Regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im selben Zeitraum wurden 2.390 Menschen im Rahmen von Sammelmaßnahmen abgeschoben. Davon gingen 2.217 Personen unmittelbar in ihr jeweiliges Herkunftsland, fünf in einen anderen Staat außerhalb der Europäischen Union und 168 in einen anderen EU-Staat.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>UN und Bundesregierung warnen vor zunehmender religiöser Gewalt </title>
		<link>https://fokus-afrika.de/un-und-bundesregierung-warnen-vor-zunehmender-religioeser-gewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 21:20:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29483</guid>

					<description><![CDATA[<p>Angriffe auf Gläubige, geschändete Gotteshäuser, Hass im Netz: UN-Generalsekretär António Guterres fordert Strafverfolgung und nimmt auch Internetkonzerne in die Pflicht. Die Bundesregierung warnt zugleich vor Terrorgruppen, autoritären Regimen und Desinformation.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fun-und-bundesregierung-warnen-vor-zunehmender-religioeser-gewalt%2F&amp;action_name=UN%20und%20Bundesregierung%20warnen%20vor%20zunehmender%C2%A0religi%C3%B6ser%C2%A0Gewalt%C2%A0&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/un-und-bundesregierung-warnen-vor-zunehmender-religioeser-gewalt/">UN und Bundesregierung warnen vor zunehmender religiöser Gewalt </a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">UN-Generalsekretär António Guterres und die Bundesregierung warnen vor anhaltender Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung und fordern ein entschiedeneres Vorgehen gegen Täter, Hassrede und Diskriminierung. Anlass ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung am 22. August. Guterres richtet seinen Appell zugleich an Regierungen, religiöse Führungspersönlichkeiten und Betreiber digitaler Plattformen. Der Religionsfreiheitsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Rachel, sieht neben Terrororganisationen auch autoritäre Regime, populistische Hetze und Desinformation als Ursachen solcher Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Überall auf der Welt greift Blutvergießen aufgrund religiöser Zugehörigkeit um sich“, erklärte Guterres. <a href="https://fokus-afrika.de/guterres-warnt-vor-wachsendem-antimuslimischem-hass/">Religiöse Feste würden angegriffen, Gotteshäuser geschändet und Gläubige insbesondere aus religiösen Minderheiten seien sowohl online als auch außerhalb des Internets Anfeindungen ausgesetzt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Taten seien Angriffe auf Menschenrechte und Menschenwürde und müssten beendet werden.</p>



<h2 id="h-guterres-nimmt-auch-internetkonzerne-in-die-pflicht" class="wp-block-heading"><span id="guterres-nimmt-auch-internetkonzerne-in-die-pflicht">Guterres nimmt auch Internetkonzerne in die Pflicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der UN-Generalsekretär forderte Regierungen auf, die Verantwortlichen religiös motivierter Gewalttaten vor Gericht zu bringen und gegen Diskriminierung und Hassrede vorzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Religiöse Führungspersönlichkeiten müssten sich öffentlich gegen Gewalt stellen. <a href="https://fokus-afrika.de/un-hochkommissar-tuerk-will-menschenrechte-im-internet-verteidigen/" data-type="post" data-id="26579">Zugleich richtete Guterres einen ausdrücklichen Appell an Technologieunternehmen.</a> Sie sollten ihre Plattformen so gestalten und moderieren, dass Nutzer vor Stigmatisierung und der gezielten Suche nach gesellschaftlichen Sündenböcken geschützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn eine Gruppe verfolgt wird, ist keine Gruppe sicher“, warnte Guterres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Gedenktag richtet sich an die Opfer von Gewalt, die wegen ihrer Religion oder Weltanschauung angegriffen wurden.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-sieht-verbindung-zu-wachsenden-konflikten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-sieht-verbindung-zu-wachsenden-konflikten">Bundesregierung sieht Verbindung zu wachsenden Konflikten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Thomas Rachel, Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, beschrieb Gewalt aufgrund religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit als weltweites Problem.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="892" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped.jpg" alt="" class="wp-image-26846 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped.jpg 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped-300x279.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped-768x714.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped-380x353.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rachel_Thomas_2023_cropped-800x743.jpg 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Alle Menschen auf der ganzen Welt haben ein unteilbares Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit“, erklärte Rachel. Dieses Recht sei völkerrechtlich garantiert und in Deutschland zusätzlich im Grundgesetz verankert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl entsprechender Gewalttaten stehe auch mit der wachsenden Zahl gewaltsamer Konflikte und zunehmender politischer Instabilität in Verbindung.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Rachel verwies besonders auf nichtstaatliche Akteure und Terrororganisationen, die religiöse oder weltanschauliche Minderheiten angreifen, um eigene Interessen durchzusetzen.</p>



<h2 id="h-autoritare-regime-hetze-und-desinformation" class="wp-block-heading"><span id="autoritaere-regime-hetze-und-desinformation">Autoritäre Regime, Hetze und Desinformation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beauftragte der Bundesregierung beschränkt die Ursachen jedoch nicht auf terroristische Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch „Machenschaften autoritärer Regime sowie populistische Hetze und Desinformation“ führten weltweit immer wieder zu Gewalt gegen Andersgläubige oder Menschen, die keiner Religion angehören wollten, erklärte Rachel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit nennt die Bundesregierung neben unmittelbar religiös motivierter Gewalt auch politische Repression und öffentliche Hetze als Faktoren, die Übergriffe auf religiöse und weltanschauliche Minderheiten begünstigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-religionsbeauftragter-rachel-reist-in-gewaltregion/">Rachel berichtete, bei Gesprächen in Deutschland und auf internationalen Reisen unmittelbar mit Betroffenen von Gewalt sowie Angehörigen gesprochen zu haben.</a> Er bekräftigte, sich weiter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit einzusetzen.</p>



<h2 id="h-schutz-auch-fur-menschen-die-ihren-glauben-verlassen" class="wp-block-heading"><span id="schutz-auch-fuer-menschen-die-ihren-glauben-verlassen">Schutz auch für Menschen, die ihren Glauben verlassen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonderes Augenmerk richtet die Bundesregierung auf Menschen, die ihre Religion verlassen, wechseln oder Glaubensvorschriften infrage stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rachel forderte dazu auf, auch diejenigen aktiv zu schützen, die aufgrund solcher Entscheidungen zur Zielscheibe von Diskriminierung, Hassrede oder körperlicher Gewalt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit umfasst Religions- und Weltanschauungsfreiheit nach dem Verständnis der Bundesregierung nicht nur das Recht, eine Religion auszuüben. Geschützt werden soll ebenso die Entscheidung, die eigene Religion zu wechseln, sie zu verlassen oder keiner Religion anzugehören.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>USA werfen Baerbock Überschreitung ihrer Rolle bei UN-Chef-Wahl vor</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/usa-werfen-baerbock-ueberschreitung-ihrer-rolle-bei-un-chef-wahl-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 20:13:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Offener Konflikt bei den Vereinten Nationen: Die USA werfen Annalena Baerbock vor, ihre Rolle bei der Wahl des nächsten UN-Generalsekretärs zu überschreiten. Deutschland und zahlreiche andere Staaten verlangen zugleich mehr Transparenz vom Sicherheitsrat.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fusa-werfen-baerbock-ueberschreitung-ihrer-rolle-bei-un-chef-wahl-vor%2F&amp;action_name=USA%20werfen%20Baerbock%20%C3%9Cberschreitung%20ihrer%20Rolle%20bei%20UN-Chef-Wahl%20vor&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die USA haben die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, wegen ihres Vorgehens bei der Auswahl des nächsten UN-Generalsekretärs ungewöhnlich deutlich kritisiert. In einer offenen Debatte des Sicherheitsrats warf die amerikanische Vertreterin Baerbock vor, ihre Rolle in dem Verfahren zu überschreiten. Anlass sind zwei Schreiben an den Sicherheitsrat sowie eine Befragung zur Bewertung der Kandidaten. Gleichzeitig forderten zahlreiche Staaten mehr Transparenz bei der Wahl des Nachfolgers von António Guterres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung wurde am 19. August während einer ganztägigen Debatte über die Arbeitsmethoden des UN-Sicherheitsrats öffentlich. Fast 60 Staaten und Organisationen beteiligten sich. Neben der Wahl des nächsten Generalsekretärs ging es um Vetorechte, die Beteiligung nichtständiger Mitglieder und eine seit Monaten blockierte Besetzung wichtiger Ausschussvorsitze.</p>



<h2 id="h-usa-kritisieren-baerbocks-schreiben-an-den-sicherheitsrat" class="wp-block-heading"><span id="usa-kritisieren-baerbocks-schreiben-an-den-sicherheitsrat">USA kritisieren Baerbocks Schreiben an den Sicherheitsrat</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die US-Vertreterin Jennifer Locetta erklärte, Washington habe „außergewöhnlich große Einwände“ gegen das, was sie als „overreach“ der Präsidentin der Generalversammlung bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/annalena-baerbock-verteidigt-die-un-als-unverzichtbare-institution/">Baerbock habe zwei Schreiben an den Sicherheitsrat geschickt, die den Eindruck erweckten, das Gremium habe im Auswahlverfahren für den nächsten Generalsekretär nicht ordnungsgemäß gehandelt. </a>Die <a href="https://fokus-afrika.de/tag/usa/" data-type="post_tag" data-id="336">USA</a> wiesen diesen Vorwurf zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dieser Rat hat das Auswahlverfahren entsprechend der Resolution 79/327 der Generalversammlung eingehalten“, erklärte Locetta.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/macky-sall-ueberzeugt-beim-ersten-un-town-hall-mit-ruf-nach-radikaler-un-reform/" data-type="post" data-id="29080">Zusätzlich kritisierte sie eine Befragung zur Leistung der Kandidaten während einer Veranstaltung am 23. Juli.</a> Diese sei aus amerikanischer Sicht „unfair, intransparent und beispiellos“ gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit tritt ein institutioneller Konflikt offen zutage, der das laufende Rennen um die Nachfolge von António Guterres begleitet. Während die Generalversammlung stärker in das Verfahren einbezogen werden soll, liegt die zentrale Entscheidung weiterhin beim Sicherheitsrat.</p>



<h2 id="h-sicherheitsrat-kontrolliert-entscheidende-phase-der-auswahl" class="wp-block-heading"><span id="sicherheitsrat-kontrolliert-entscheidende-phase-der-auswahl">Sicherheitsrat kontrolliert entscheidende Phase der Auswahl</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Artikel 97 der UN-Charta ernennt die Generalversammlung den Generalsekretär auf Empfehlung des Sicherheitsrats. Praktisch bedeutet dies, dass die 15 Mitglieder des Rates zunächst einen Kandidaten auswählen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Macht besitzen dabei die fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA. Ein Veto einer dieser Mächte kann eine Kandidatur stoppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sicherheitsrat testet die Unterstützung derzeit in geheimen Probeabstimmungen. Gerade deren geringe Transparenz steht erneut in der Kritik. Shamala Kandiah Thompson, Direktorin des Thinktanks Security Council Report, erinnerte daran, dass bereits das Auswahlverfahren 2016 wegen der Geheimhaltung der sogenannten Straw Polls kritisiert worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse würden zwar häufig schnell öffentlich, allerdings nur über inoffizielle Kanäle. Dadurch bestehe die Gefahr, dass ungenaue Angaben verbreitet werden. Thompson schlug deshalb vor, eine offizielle Veröffentlichung der Ergebnisse zu prüfen.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-transparentere-auswahl" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fordert-transparentere-auswahl">Deutschland fordert transparentere Auswahl</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellte sich in der Debatte hinter Forderungen nach einem möglichst offenen Verfahren.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="639" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-1024x639.jpeg" alt="" class="wp-image-29474 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-1024x639.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-300x187.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-768x479.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-380x237.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579-800x499.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/10a4148d-227d-4e04-aad4-8279281af579.jpeg 1026w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Auswahl des nächsten Generalsekretärs müsse „so inklusiv und transparent wie möglich“ gestaltet werden, erklärte der deutsche Vertreter. Deutschland warnte zugleich vor einem übermäßigen Gebrauch des Vetorechts und unterstützte Bemühungen, Vetos insbesondere bei Massengräueltaten einzuschränken.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Staaten forderten stärkere Informationsrechte für die Generalversammlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägypten verlangte vom Sicherheitsrat, seinen Zeitplan und seine Arbeitsverfahren klar bekanntzugeben und regelmäßig mit dem Präsidenten der Generalversammlung sowie den übrigen UN-Mitgliedern zu kommunizieren. Zugleich forderte Kairo eine stärkere Rolle der Generalversammlung bei der Auswahl des UN-Chefs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Japan verlangte ebenfalls mehr Transparenz, Inklusivität und Berechenbarkeit. Neuseeland erklärte im Namen der Gruppe für Rechenschaftspflicht, Kohärenz und Transparenz, Offenheit schwäche die Rolle des Sicherheitsrats nicht, sondern erhöhe die Legitimität seiner Empfehlung an die Generalversammlung.</p>



<h2 id="h-streit-fallt-mitten-in-laufendes-rennen-um-guterres-nachfolge" class="wp-block-heading"><span id="streit-faellt-mitten-in-laufendes-rennen-um-guterres-nachfolge">Streit fällt mitten in laufendes Rennen um Guterres-Nachfolge</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Sicherheitsrat bereits mit der Bewertung der Kandidaten begonnen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/grynspan-fuehrt-erste-un-abstimmung-an-macky-sall-nur-auf-platz-fuenf/" data-type="post" data-id="29185">In der ersten geheimen Probeabstimmung Ende Juli hatte Rebeca Grynspan aus Costa Rica geführt.</a><a href="https://fokus-afrika.de/un-generalsekretaer-rodrigues-birkett-uebernimmt-fuehrung-macky-sall-ohne-fortschritt/" data-type="post" data-id="29468"> Bei der zweiten Runde am 21. August übernahm Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana die Spitze. Die Ergebnisse werden vom Sicherheitsrat nicht offiziell veröffentlicht.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik an der Geheimhaltung des Verfahrens gewinnt damit zusätzlich an Gewicht. Thompson warnte, dass gerade inoffiziell verbreitete Ergebnisse Unsicherheit schaffen könnten. Der Sicherheitsrat müsse prüfen, ob eine offizielle Bekanntgabe mehr Klarheit schaffen würde.</p>



<h2 id="h-afrikanische-union-fordert-mehr-einfluss-im-sicherheitsrat" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-union-fordert-mehr-einfluss-im-sicherheitsrat">Afrikanische Union fordert mehr Einfluss im Sicherheitsrat</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte über Arbeitsmethoden ging zugleich deutlich über die Wahl des Generalsekretärs hinaus. <a href="https://fokus-afrika.de/un-mitgliedstaaten-draengen-auf-echte-reform-des-sicherheitsrats-afrika-und-veto-im-fokus/" data-type="post" data-id="22119">Vertreter afrikanischer Staaten und der Afrikanischen Union verlangten mehr Beteiligung bei Entscheidungen des Sicherheitsrats.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beobachter der Afrikanischen Union verwies darauf, dass ein großer Teil der Tagesordnung des Rates afrikanische Konflikte betrifft. Wenn die Arbeitsmethoden des Sicherheitsrats nicht funktionierten, seien die Folgen unmittelbar in Afrika zu spüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AU forderte deshalb eine institutionalisierte Beteiligung an Sitzungen des Sicherheitsrats. Ein Rat, der vor Entscheidungen zuhöre, Verantwortung bei der Ausarbeitung von Resolutionen teile und seine Ausschüsse arbeitsfähig halte, werde „Afrika besser dienen“, erklärte der Vertreter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria schlug klarere Kriterien dafür vor, wann besonders von einem Konflikt betroffene Staaten an Beratungen teilnehmen dürfen. Dazu könnten Nachbarstaaten eines Konfliktgebiets sowie Länder gehören, die Truppen oder Polizeikräfte für UN-Einsätze stellen.</p>



<h2 id="h-seit-monaten-sind-wichtige-un-ausschusse-blockiert" class="wp-block-heading"><span id="seit-monaten-sind-wichtige-un-ausschuesse-blockiert">Seit Monaten sind wichtige UN-Ausschüsse blockiert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlichen Druck erzeugt ein ungewöhnlicher institutioneller Stillstand. Der Sicherheitsrat hat sich 2026 bislang nicht auf die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden seiner Unterorgane einigen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich um die längste Verzögerung seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen im Jahr 1979. Bereits 2025 war eine Einigung erst Ende Mai erreicht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aktuelle Streit hängt unter anderem mit dem Vorsitz des Ausschusses zusammen, der mit den früheren UN-Sanktionen gegen Iran verbunden ist, sowie mit dem Konflikt über die Wiedereinsetzung von Sanktionen über den sogenannten Snapback-Mechanismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen reichen über organisatorische Fragen hinaus. Arbeitsgruppen funktionieren nur eingeschränkt, Sanktionsausschüsse werden nicht regulär unterrichtet und Kontrollmechanismen verlieren an Wirksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland bezeichnete die anhaltende Blockade als nicht hinnehmbar. Ein geeinter Sicherheitsrat könne viel erreichen, erklärte der deutsche Vertreter. Wenn das Gremium dagegen ineffizient oder gelähmt sei, schwäche dies das Vertrauen in die Vereinten Nationen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>AfD-Anfrage: Ausländer verdienen 1.038 Euro weniger als Deutsche</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-auslaender-verdienen-1-038-euro-weniger-als-deutsche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 19:18:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>4.396 Euro bei Deutschen, 3.358 Euro bei Ausländern: Der Lohnabstand bei Vollzeitbeschäftigten ist 2025 auf 1.038 Euro gestiegen. Besonders groß sind die Unterschiede bei mehreren afrikanischen Staatsangehörigkeiten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-anfrage-auslaender-verdienen-1-038-euro-weniger-als-deutsche%2F&amp;action_name=AfD-Anfrage%3A%20Ausl%C3%A4nder%20verdienen%201.038%20Euro%20weniger%20als%20Deutsche&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ausländische Vollzeitbeschäftigte verdienen in Deutschland im Median mehr als 1.000 Euro brutto weniger im Monat als Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der Abstand 1.038 Euro. Während Deutsche auf ein mittleres Bruttomonatsentgelt von 4.396 Euro kamen, waren es bei ausländischen Beschäftigten 3.358 Euro. Damit lag ihr Medianentgelt 23,6 Prozent niedriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abstand hat sich innerhalb eines Jahres weiter vergrößert. Ende 2024 lag der Median bei 4.177 Euro für Deutsche und 3.204 Euro für Ausländer. Die Differenz betrug damals 973 Euro oder 23,3 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und wurden von der Bundesregierung in einer <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/076/2107621.pdf">Antwort</a> auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion veröffentlicht.</p>



<h2 id="h-auslander-deutlich-haufiger-im-unteren-entgeltbereich" class="wp-block-heading"><span id="auslaender-deutlich-haeufiger-im-unteren-entgeltbereich">Ausländer deutlich häufiger im unteren Entgeltbereich</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch größer ist der Unterschied beim Anteil der Beschäftigten mit niedrigen Einkommen. Von den rund 3,81 Millionen ausländischen Vollzeitbeschäftigten der ausgewerteten Kerngruppe verdienten Ende 2025 rund 1,17 Millionen weniger als 2.811 Euro brutto im Monat. Das entspricht 30,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den deutschen Beschäftigten lag dieser Anteil bei 12,3 Prozent. Von rund 17,82 Millionen Vollzeitbeschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit befanden sich etwa 2,19 Millionen im unteren Entgeltbereich. Die Bundesagentur für Arbeit setzt dessen Grenze entsprechend einer OECD-Abgrenzung bei weniger als zwei Dritteln des Medianentgelts aller betrachteten Vollzeitbeschäftigten an.<br>Die Statistik erfasst sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte einer sogenannten Kerngruppe. Auszubildende und Beschäftigte, für die gesetzliche Sonderregelungen gelten, werden dabei nicht berücksichtigt. Die Zahlen beziehen sich auf die Staatsangehörigkeit und nicht auf den Geburtsort oder einen möglichen Migrationshintergrund.</p>



<h2 id="h-grosse-unterschiede-zwischen-einzelnen-staatsangehorigkeiten" class="wp-block-heading"><span id="grosse-unterschiede-zwischen-einzelnen-staatsangehoerigkeiten">Große Unterschiede zwischen einzelnen Staatsangehörigkeiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Durchschnitt für ausländische Beschäftigte stehen erhebliche Unterschiede. Besonders hohe Medianentgelte erreichten 2025 Beschäftigte mit indischer Staatsangehörigkeit. Ihr mittleres Bruttomonatsentgelt lag bei 5.445 Euro und damit 1.049 Euro oder 23,9 Prozent über dem Wert deutscher Beschäftigter. Auch Beschäftigte aus <a href="https://fokus-afrika.de/tag/china/" data-type="post_tag" data-id="385">China</a> und Taiwan lagen mit 5.065 beziehungsweise 5.395 Euro über dem deutschen Median.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich darunter lagen dagegen unter anderem Beschäftigte aus Rumänien mit 2.912 Euro, Vietnam mit 2.928 Euro und der Ukraine mit 2.825 Euro. Bei ukrainischen Staatsangehörigen betrug der Abstand zu Deutschen 1.571 Euro oder 35,7 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch innerhalb Afrikas unterscheiden sich die Einkommen erheblich. Für Beschäftigte aus den fünf erfassten nordafrikanischen Staaten <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/agypten/" data-type="category" data-id="23">Ägypten</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/tunesien/" data-type="category" data-id="28">Tunesien</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/marokko/" data-type="category" data-id="26">Marokko</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/libyen/" data-type="category" data-id="25">Libyen</a> und <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/algerien/" data-type="category" data-id="24">Algerien</a> lag der Median zusammen bei 3.800 Euro. Das waren 596 Euro oder 13,6 Prozent weniger als bei deutschen Beschäftigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ägyptische Staatsangehörige erreichten mit 4.563 Euro sogar ein um 167 Euro höheres Medianentgelt als Deutsche. Tunesier kamen auf 3.995 Euro. Bei Marokkanern lag der Median bei 3.464 Euro, bei Algeriern bei 3.445 Euro und bei Libyern bei 3.622 Euro.</p>



<h2 id="h-besonders-grosse-abstande-bei-somalia-und-nigeria" class="wp-block-heading"><span id="besonders-grosse-abstaende-bei-somalia-und-nigeria">Besonders große Abstände bei Somalia und Nigeria</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich niedriger lagen die Einkommen bei mehreren afrikanischen Staatsangehörigkeiten, die von der Bundesregierung gemeinsam mit weiteren Staaten als Top-8-nichteuropäische Asylherkunftsländer ausgewertet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beschäftigte mit <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/somalia/" data-type="category" data-id="42">somalischer</a> Staatsangehörigkeit erzielten 2025 ein Medianentgelt von 2.798 Euro. Damit lagen sie 1.598 Euro oder 36,4 Prozent unter dem Median deutscher Beschäftigter. Für <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/nigeria/" data-type="category" data-id="282">Nigerianer</a> wurden 2.964 Euro ausgewiesen, ein Abstand von 1.432 Euro oder 32,6 Prozent. <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/eritrea/" data-type="category" data-id="34">Eritreische</a> Beschäftigte kamen auf 2.980 Euro und damit 1.416 Euro weniger als Deutsche.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29466 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/USMC-07009.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch der Anteil niedriger Einkommen ist in diesen Gruppen hoch. 50,9 Prozent der somalischen Vollzeitbeschäftigten lagen Ende 2025 unterhalb der Schwelle des unteren Entgeltbereichs. Bei Nigerianern waren es 42,2 Prozent und bei Eritreern 39,7 Prozent. Unter syrischen Beschäftigten betrug der Anteil 49,4 Prozent.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei nordafrikanischen Staatsangehörigen lag der Anteil insgesamt deutlich niedriger bei 21,5 Prozent. Für Marokkaner weist die Statistik 27,2 Prozent aus, für Algerier 28,2 Prozent, für Libyer 31,4 Prozent, für Ägypter 17,9 Prozent und für Tunesier 15,4 Prozent.</p>



<h2 id="h-unterschiede-bleiben-auch-innerhalb-von-tatigkeitsniveaus" class="wp-block-heading"><span id="unterschiede-bleiben-auch-innerhalb-von-taetigkeitsniveaus">Unterschiede bleiben auch innerhalb von Tätigkeitsniveaus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einkommensunterschiede verschwinden nicht vollständig, wenn Beschäftigte nach dem Anforderungsniveau ihrer Tätigkeit betrachtet werden. <a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-10-der-beschaeftigten-in-bundesverwaltung-mit-einwanderungsgeschichte/">Von den ausländischen Vollzeitbeschäftigten, die als Fachkräfte eingestuft waren, verdienten rund 1,3 Millionen beziehungsweise 70 Prozent weniger als das Medianentgelt deutscher Fachkräfte von 4.009 Euro.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ausländischen Beschäftigten in Helfertätigkeiten lag dieser Anteil ebenfalls bei 70 Prozent. Unter den als Spezialisten eingestuften ausländischen Beschäftigten verdienten 58 Prozent weniger als der deutsche Median ihrer Vergleichsgruppe. Bei Experten waren es ebenfalls 58 Prozent.<br>Bei Fachkräften aus einzelnen Asylherkunftsländern sind die Abstände besonders verbreitet. 86,1 Prozent der somalischen Fachkräfte lagen unter dem Median deutscher Fachkräfte. Bei syrischen Fachkräften waren es 88,3 Prozent, bei irakischen 89,1 Prozent, bei eritreischen 84,8 Prozent und bei nigerianischen 78,4 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorgelegten Daten zeigen allerdings keine Lohnunterschiede zwischen Deutschen und Ausländern bei identischer Tätigkeit, Qualifikation, Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit. Sie vergleichen die jeweiligen Medianentgelte nach Staatsangehörigkeit und verschiedenen statistischen Gruppen. <a href="https://fokus-afrika.de/personen-mit-einwanderungsgeschichte-praegen-gruendungsdynamik-in-deutschland/">Aus den Zahlen allein lässt sich deshalb nicht ableiten, welcher Anteil der Unterschiede auf Branchen, Berufe, Qualifikation, Berufserfahrung oder andere Faktoren zurückgeht.</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-auslaender-verdienen-1-038-euro-weniger-als-deutsche/">AfD-Anfrage: Ausländer verdienen 1.038 Euro weniger als Deutsche</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Auswärtiges Amt wirbt mit fehlerhaftem KI-Video für Sitz im UN-Menschenrechtsrat</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 18:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der verlorenen Wahl um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat wirbt Deutschland für den UN-Menschenrechtsrat. Ausgerechnet das offizielle KI-Video zeigt verfremdete Logos, ungenaue Karten und eine unpräzise Jahreszahl.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fauswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat%2F&amp;action_name=Ausw%C3%A4rtiges%20Amt%20wirbt%20mit%20fehlerhaftem%20KI-Video%20f%C3%BCr%20Sitz%20im%20UN-Menschenrechtsrat&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/">Auswärtiges Amt wirbt mit fehlerhaftem KI-Video für Sitz im UN-Menschenrechtsrat</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt wirbt mit einem KI-generierten Erklärvideo für Deutschlands Kandidatur im UN-Menschenrechtsrat. Der rund dreieinhalbminütige Clip soll die Arbeit des Gremiums erklären und zugleich die Bewerbung für die Amtszeit 2027 bis 2029 unterstützen. Ausgerechnet in diesem offiziellen Video erscheinen jedoch das UN-Logo, Weltkarten und weitere politische Symbole sichtbar verfremdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Veröffentlicht wurde der Film am 21. August 2026 in der Reihe „Einfach Außenpolitik“. Die Fehler sind mehr als ein ästhetisches Detail. Sie berühren eine außenpolitische Kommunikation, die in einer politisch heiklen Phase um Vertrauen und Einfluss wirbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland bewirbt sich erneut um einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat – auch vor dem Hintergrund der verlorenen Wahl um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Bei der Abstimmung im Juni 2026 setzten sich Österreich und Portugal gegen Deutschland durch. Für die Bundesregierung ist die Kandidatur für den Menschenrechtsrat damit eine weitere Gelegenheit, Deutschlands Anspruch auf eine aktive Rolle in den Vereinten Nationen zu unterstreichen.</p>



<h2 id="h-ki-bilder-verfremden-logos-und-landkarten" class="wp-block-heading"><span id="ki-bilder-verfremden-logos-und-landkarten">KI-Bilder verfremden Logos und Landkarten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video verbindet einen gesprochenen Erklärungstext mit weitgehend künstlich erzeugten Illustrationen. Institutionelle Symbole erscheinen dabei nicht originalgetreu. Zu sehen sind unter anderem verfremdete Darstellungen des UN-Logos sowie ungenaue Land- und Weltkarten.</p>



<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/Om_JTlG_BTo?si=5F4MdWTESuQ_8ivJ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Fehler gehören zu den bekannten Schwächen generativer Bildmodelle. Die Systeme setzen Bilder nicht anhand verbindlicher Vorlagen zusammen, sondern erzeugen sie aus statistisch erlernten Mustern. Schriftzüge, Logos, Flaggen, Grenzen und andere fest definierte Symbole werden deshalb häufig verändert oder nur annähernd rekonstruiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem privaten Experiment wäre das kaum bemerkenswert. Bei einem offiziellen Informationsvideo des Auswärtigen Amts liegt die Verantwortung jedoch nicht bei der Software allein. Entscheidend ist, warum die Abweichungen vor der Veröffentlichung nicht erkannt und korrigiert wurden. Gerade bei den Vereinten Nationen, deren Arbeit stark von institutionellen Symbolen, Staaten und geografischen Darstellungen geprägt ist, wäre eine sorgfältige Prüfung naheliegend gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium veröffentlichte den Clip anlässlich des 20-jährigen Bestehens des UN-Menschenrechtsrats. In der Tonspur wird erklärt, wie das 47 Mitglieder umfassende Gremium arbeitet, Staaten überprüft, Resolutionen verabschiedet und Sonderberichterstatter oder Untersuchungskommissionen einsetzen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit erfüllt das Video zwei Funktionen: Es soll außenpolitische Zusammenhänge verständlich machen und zugleich für Deutschlands Rückkehr in das Gremium werben. Die ungenauen Bilder stehen deshalb nicht bloß neben dem Inhalt. Sie beschädigen die Glaubwürdigkeit der Botschaft, die das Ministerium vermitteln will.</p>



<h2 id="h-ausgerechnet-kunstliche-intelligenz-ist-selbst-thema" class="wp-block-heading"><span id="ausgerechnet-kuenstliche-intelligenz-ist-selbst-thema">Ausgerechnet künstliche Intelligenz ist selbst Thema</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz kommt in dem Video nicht nur bei der Gestaltung zum Einsatz. Sie wird auch ausdrücklich als Gegenstand der Menschenrechtsarbeit genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Menschenrechtsrat beschäftige sich mit aktuellen Fragen wie den „Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf den Schutz der Menschenrechte“, heißt es nach etwas mehr als einer Minute. Gemeint sind unter anderem Risiken für Privatsphäre, Meinungsfreiheit und Gleichbehandlung. Automatisierte Systeme können Entscheidungen über den Zugang zu Leistungen, über Überwachung oder über Sicherheitsmaßnahmen beeinflussen, ohne dass Betroffene nachvollziehen können, wie diese Entscheidungen zustande kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb wirkt die Gestaltung des Videos widersprüchlich. Das Ministerium erklärt, dass KI menschenrechtliche Risiken erzeugen kann, setzt sie aber zugleich für die eigene politische Kommunikation ein, ohne die sichtbaren Ergebnisse offenbar vollständig zu kontrollieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-zeigen-fehlerhafte-ki-afrika-karte-auf-aids-konferenz/">Die fehlerhaften KI-Bilder erinnern an einen ähnlichen Fall beim AIDS-Forum in Brasilien, wo die USA ebenfalls mit ungenauen Darstellungen für Kritik sorgten.</a> In beiden Fällen zeigt sich, dass generative Systeme bei staatlicher und internationaler Kommunikation nicht nur eine technische, sondern auch eine politische Frage aufwerfen. Wenn ein Ministerium für ein Gremium wirbt, das Transparenz, Rechenschaft und den Schutz vor Diskriminierung thematisiert, sollte auch der Einsatz solcher Systeme nachvollziehbar und sorgfältig geprüft werden.</p>



<h2 id="h-bewerbung-nach-verlorener-sicherheitsratswahl" class="wp-block-heading"><span id="bewerbung-nach-verlorener-sicherheitsratswahl">Bewerbung nach verlorener Sicherheitsratswahl</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-scheitert-mit-bewerbung-fuer-den-un-sicherheitsrat-merz-enttaeuscht-vom-ausgang/" data-type="post" data-id="27897">Die Kandidatur für den Menschenrechtsrat steht auch im Zusammenhang mit Deutschlands gescheiterter Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat.</a> Bei der Wahl im Juni 2026 erhielten Österreich und Portugal die Sitze. Deutschland verlor damit eine wichtige Abstimmung um einen der einflussreichsten Posten im UN-System.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sitz im Menschenrechtsrat ist politisch weniger mächtig als ein Sitz im Sicherheitsrat. Für die internationale Positionierung eines Staates besitzt er dennoch Bedeutung. Die Mitglieder wirken an Resolutionen mit, prägen Debatten und können die Arbeit von Sonderberichterstattern sowie Untersuchungskommissionen beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Deutschland geht es daher nicht nur um ein weiteres Mandat. Die Bewerbung ist auch ein Signal: Trotz der Niederlage bei der Sicherheitsratswahl will die Bundesrepublik eine sichtbare Rolle in den Vereinten Nationen beanspruchen. Der Menschenrechtsrat bietet dafür ein Forum, in dem Deutschland seine Schwerpunkte bei Rechtsstaatlichkeit, digitalen Rechten und internationaler Strafverfolgung einbringen kann.</p>



<h2 id="h-deutschlands-schwerpunkte-fur-eine-mogliche-amtszeit" class="wp-block-heading"><span id="deutschlands-schwerpunkte-fuer-eine-moegliche-amtszeit">Deutschlands Schwerpunkte für eine mögliche Amtszeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Mitgliedschaft von 2027 bis 2029 hat die Bundesregierung <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/2799146/d627aeb1a922a81827111eb134d3d107/pledges-commitments-data.pdf">freiwillige Verpflichtungen</a> bei den Vereinten Nationen vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen Reformen, die den Menschenrechtsrat wirksamer und inklusiver machen sollen. <a href="https://fokus-afrika.de/un-hochkommissar-tuerk-will-menschenrechte-im-internet-verteidigen/" data-type="post" data-id="26579">Zudem will Deutschland den UN-Hochkommissar für Menschenrechte und die Sonderverfahren des Rates weiterhin politisch und finanziell unterstützen.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="458" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-1024x458.jpg" alt="" class="wp-image-29461 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-1024x458.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-300x134.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-768x343.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-380x170.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-800x358.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic-1160x519.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/kandidatur-mrr-pic.jpg 1230w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Zu den weiteren Schwerpunkten gehören Meinungs- und Pressefreiheit, digitale Rechte, der Schutz von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit. <a href="https://fokus-afrika.de/kampagne-gegen-internationalen-strafgerichtshof-eskaliert-usa-sanktionieren-icc-richter/" data-type="post" data-id="29424">Deutschland will außerdem den Internationalen Strafgerichtshof unterstützen</a> und sich mit den Rechten auf Wasser, Sanitärversorgung und angemessenen Wohnraum sowie dem Recht auf Privatsphäre befassen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt nennt zudem die Bekämpfung transnationaler Repression. Dabei geht es um Versuche autoritärer Staaten, Kritiker, Oppositionelle oder andere Zielpersonen auch außerhalb des eigenen Staatsgebiets unter Druck zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob Deutschland den Sitz erhält, hängt von der Unterstützung anderer UN-Mitgliedstaaten ab. Die Bundesregierung muss dabei nicht nur ihre politischen Schwerpunkte erklären, sondern auch zeigen, dass sie für Verlässlichkeit und institutionelle Sorgfalt steht. Das KI-Video ist deshalb ein kleiner, aber sichtbarer Testfall für die Glaubwürdigkeit dieser Bewerbung.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-wirbt-mit-fehlerhaftem-ki-video-fuer-sitz-im-un-menschenrechtsrat/">Auswärtiges Amt wirbt mit fehlerhaftem KI-Video für Sitz im UN-Menschenrechtsrat</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Humanitäre Hilfe: Bundesregierung warnt vor weiteren Kürzungen – Hilfswerke üben scharfe Kritik</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/humanitaere-hilfe-bundesregierung-warnt-vor-weiteren-kuerzungen-hilfswerke-ueben-scharfe-kritik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 16:56:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
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		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als eine Milliarde Euro aus Deutschland, aber weltweit fehlen Milliarden: Zum Welttag der humanitären Hilfe warnt Außenminister Wadephul vor einer Unterfinanzierung. VENRO geht weiter und wirft der Bundesregierung vor, mit ihren Kürzungen Menschenleben zu gefährden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhumanitaere-hilfe-bundesregierung-warnt-vor-weiteren-kuerzungen-hilfswerke-ueben-scharfe-kritik%2F&amp;action_name=Humanit%C3%A4re%20Hilfe%3A%20Bundesregierung%20warnt%20vor%20weiteren%20K%C3%BCrzungen%20%E2%80%93%20Hilfswerke%20%C3%BCben%20scharfe%20Kritik&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/humanitaere-hilfe-bundesregierung-warnt-vor-weiteren-kuerzungen-hilfswerke-ueben-scharfe-kritik/">Humanitäre Hilfe: Bundesregierung warnt vor weiteren Kürzungen – Hilfswerke üben scharfe Kritik</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung warnt angesichts von weltweit Hunderten Millionen hilfsbedürftigen Menschen vor weiteren Kürzungen bei der humanitären Hilfe. Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August erklärte Außenminister Johann Wadephul, Deutschland müsse auch in den kommenden Jahren eine ausreichende Finanzierung sicherstellen. Für 2026 stellt die Bundesregierung nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro bereit und unterstützt damit Hilfsmaßnahmen für über 80 Millionen Menschen in 54 Ländern. Der Entwicklungsverband VENRO hält die bisherigen Kürzungen dagegen für nicht vertretbar und wirft der Bundesregierung eine Mitverantwortung für die Folgen der Finanzierungslücken vor.</p>



<h2 id="h-deutschland-stellt-mehr-als-eine-milliarde-euro-bereit" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-stellt-mehr-als-eine-milliarde-euro-bereit">Deutschland stellt mehr als eine Milliarde Euro bereit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/" data-type="post" data-id="25955">Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Lars Castellucci, bezifferte die deutschen Mittel für humanitäre Hilfe in diesem Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig seien weltweit 239 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Es fehlten Milliarden, um selbst die dringendsten Bedarfe zu finanzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Weitere Kürzungen in diesem Bereich wären falsch“, erklärte Castellucci. „Humanitäre Hilfe ist kein Luxus. Sie rettet Leben und sie ist eine menschliche Verpflichtung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Wadephul sprach sich gegen eine weitere Schwächung der Finanzierung aus. Die Not steige schneller als die verfügbaren Mittel. Deutschland bleibe deshalb ein wichtiger Partner internationaler Hilfsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Außenministers hat die Bundesregierung 2026 dazu beigetragen, mehr als 80 Millionen Menschen in 54 Ländern mit lebensnotwendiger Hilfe zu erreichen.</p>



<h2 id="h-wadephul-verweist-auf-sudan-ukraine-und-kongo" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-verweist-auf-sudan-ukraine-und-kongo">Wadephul verweist auf Sudan, Ukraine und Kongo</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Schwerpunkt nannte Wadephul unter anderem den Sudan. Dort hungerten fast 20 Millionen Menschen. Der Außenminister bezeichnete die Lage als „schwerste humanitäre Krise unserer Zeit“ und <a href="https://fokus-afrika.de/sudan-konferenz-in-berlin-mobilisiert-15-milliarden-euro-an-hilfen/" data-type="post" data-id="26588">verwies auf die im Rahmen der Berliner Sudankonferenz mobilisierten internationalen Hilfsmittel.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-28202 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/2025-05-27_Event_Konferenz_re-publica_STP_5522.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In der Ukraine unterstützt Deutschland humanitäre Maßnahmen für Menschen, die unter dem russischen Angriffskrieg leiden.<a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-mobilisiert-13-millionen-euro-gegen-ebola-in-kongo-und-uganda/" data-type="post" data-id="28198"> In der Demokratischen Republik Kongo beteiligt sich die Bundesregierung nach Wadephuls Angaben an Maßnahmen zur Eindämmung eines Ebola-Ausbruchs.</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach Naturkatastrophen sei schnelle Hilfe notwendig. Als Beispiel nannte der Außenminister die schweren Erdbeben in Venezuela.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verknüpfte die humanitäre Hilfe ausdrücklich mit deutschen Interessen. Sie könne Fluchtursachen eindämmen, Stabilität stärken und Voraussetzungen für Frieden und Wiederaufbau schaffen.<a href="https://fokus-afrika.de/deutsche-entwicklungspolitik-neu-ausgerichtet-afrika-rueckt-strategisch-in-den-mittelpunkt/" data-type="post" data-id="23481"> Deshalb liege sie neben ihrer humanitären Funktion auch im sicherheits- und wirtschaftspolitischen Interesse Deutschlands.</a></p>



<h2 id="h-venro-mindestens-252-millionen-menschen-benotigen-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="venro-mindestens-252-millionen-menschen-benoetigen-hilfe">VENRO: Mindestens 252 Millionen Menschen benötigen Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen, VENRO, zeichnet ein deutlich kritischeres Bild der deutschen Finanzierungspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Berufung auf UN-Zahlen vom Juni nennt der Verband für 2026 mindestens 252 Millionen Menschen, die weltweit auf akute humanitäre Hilfe angewiesen seien. Das seien etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liegt die von VENRO verwendete Zahl über den 239 Millionen Menschen, die Castellucci nennt. Beide Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Erhebungsstände der humanitären Bedarfsplanung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VENRO-Vorstandsvorsitzende Anica Heinlein kritisierte, dass die Zahl der Krisen steige, während die verfügbaren Mittel zurückgingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dass die Bundesregierung ihre Mittel in den vergangenen Jahren auf nur noch eine Milliarde Euro gekürzt hat und daran auch zukünftig festhalten möchte, ist angesichts der dramatischen Lage nicht zu rechtfertigen“, erklärte Heinlein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erhob zugleich einen weitreichenden Vorwurf gegen die Haushaltspolitik der Bundesregierung: „Die Bundesregierung macht sich mit ihrer Haushaltspolitik potenziell mitschuldig am Tod vieler Menschen.“</p>



<h2 id="h-350-humanitare-helfer-2025-getotet" class="wp-block-heading"><span id="350-humanitaere-helfer-2025-getoetet">350 humanitäre Helfer 2025 getötet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesregierung und Hilfsorganisationen verweisen zugleich auf die wachsenden Gefahren für das humanitäre Personal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2025 wurden weltweit 350 Helferinnen und Helfer getötet. Die meisten Opfer waren lokale Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VENRO nennt unter Berufung auf die Aid Worker Security Database insgesamt 1.187 schwere Sicherheitsvorfälle im vergangenen Jahr. 96 Prozent der Opfer seien lokale Kräfte gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders viele Todesfälle verzeichnete der Verband in Gaza. Dort seien 2025 insgesamt 187 humanitäre Helfer getötet worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinlein warf der internationalen Gemeinschaft vor, Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu selten zu benennen und zu ahnden. Auch Deutschland habe dabei „viel zu oft weggesehen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/menschenrechtsbeauftragter-lars-castellucci-reist-in-den-ostkongo/">Castellucci forderte ebenfalls einen besseren Schutz des Hilfspersonals.</a> „Wer Menschen hilft, darf nicht zur Zielscheibe werden“, erklärte der Menschenrechtsbeauftragte.</p>



<h2 id="h-drohnen-werden-zur-gefahr-fur-hilfsorganisationen" class="wp-block-heading"><span id="drohnen-werden-zur-gefahr-fuer-hilfsorganisationen">Drohnen werden zur Gefahr für Hilfsorganisationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">VENRO warnt zudem vor einem zunehmenden Einsatz bewaffneter Drohnen gegen zivile und humanitäre Einrichtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Ukraine seien direkte Angriffe auf Krankenwagen und medizinische Einrichtungen dokumentiert worden. Drohnen könnten die Schwelle für gezielte Angriffe auf zivile Einrichtungen und humanitäres Personal senken und erzeugten ein dauerhaftes Bedrohungsrisiko, erklärte Heinlein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Bundestag, Norbert Altenkamp (CDU), forderte zum Welttag der humanitären Hilfe ebenfalls eine bedarfsgerechte Unterstützung. Sie müsse sich an den Grundsätzen der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit orientieren.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>BND-Etat steigt um 23 Prozent – Deutscher Geheimdienst so mächtig wie nie</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bnd-etat-steigt-um-23-prozent-deutscher-geheimdienst-so-maechtig-wie-nie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 08:39:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>342 Millionen Euro mehr für den BND: Der deutsche Auslandsgeheimdienst soll 2027 nicht nur deutlich mehr Geld erhalten, sondern durch eine Reform auch aktiv gegen Bedrohungen eingreifen dürfen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbnd-etat-steigt-um-23-prozent-deutscher-geheimdienst-so-maechtig-wie-nie%2F&amp;action_name=BND-Etat%20steigt%20um%2023%20Prozent%20%E2%80%93%20Deutscher%20Geheimdienst%20so%20m%C3%A4chtig%20wie%20nie&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Bund will den Etat des Bundesnachrichtendienstes 2027 um 341,9 Millionen auf 1,852 Milliarden Euro erhöhen – ein Plus von knapp 23 Prozent. Am 19. August veröffentlichte der Bundestag die neuen Ansätze für den Einzelplan des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramts. Der kräftige Aufwuchs fällt mit einer grundlegenden Reform des Nachrichtendienstrechts zusammen, die dem BND erweiterte Überwachungs- und Analysebefugnisse sowie aktive Maßnahmen gegen bestimmte Bedrohungen ermöglichen soll. Für die Umsetzung der Reform kalkuliert die Bundesregierung beim BND zusätzlich mit mindestens 40 Millionen Euro einmalig und mindestens 35 Millionen Euro pro Jahr.</p>



<h2 id="h-mehr-als-ein-drittel-des-kanzleramt-etats-fur-den-bnd" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-ein-drittel-des-kanzleramt-etats-fuer-den-bnd">Mehr als ein Drittel des Kanzleramt-Etats für den BND</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für den BND sind im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 exakt 1,852 Milliarden Euro vorgesehen. Im laufenden Jahr beträgt der Ansatz 1,510 Milliarden Euro. Damit steigt der Zuschuss um 341,9 Millionen Euro oder 22,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gesamte Einzelplan des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramts soll dagegen lediglich um rund 165,5 Millionen Euro auf 5,16 Milliarden Euro wachsen. Der BND allein beansprucht damit knapp 36 Prozent der gesamten Ausgaben des Einzelplans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch 2025 lagen die tatsächlichen Ausgaben des Auslandsnachrichtendienstes bei rund 1,172 Milliarden Euro. Für 2027 plant die Bundesregierung damit rund 680 Millionen Euro mehr als zwei Jahre zuvor. Allerdings sind Ist-Ausgaben eines abgeschlossenen Haushaltsjahres und Haushaltsansätze nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der öffentlich zugängliche Haushaltsplan weist für den BND lediglich den Gesamtzuschuss aus. Die einzelnen Ausgaben werden über einen geheimen Wirtschaftsplan des Nachrichtendienstes gesteuert.</p>



<h2 id="h-reform-erlaubt-dem-bnd-aktive-massnahmen" class="wp-block-heading"><span id="reform-erlaubt-dem-bnd-aktive-massnahmen">Reform erlaubt dem BND aktive Maßnahmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/" data-type="post" data-id="29329">Nur wenige Tage vor Bekanntwerden der neuen Haushaltszahlen hatte das Bundeskabinett die bislang umfassendste Reform des Nachrichtendienstrechts beschlossen.</a> Der Gesetzentwurf betrifft sowohl den BND als Auslandsnachrichtendienst als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-26980 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-1536x864.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-2048x1152.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-1160x652.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/pressefoto-dobrindt-flaggen-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete Sabotage, Spionage, Cyberangriffe und verdeckte Aktionen fremder Mächte als Gründe für den Umbau. Die Bundesregierung wolle die Nachrichtendienste mit „operativen Fähigkeiten und aktiven Befugnissen“ ausstatten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beim BND geht die Reform deutlich über zusätzliche Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung hinaus. Erkennt der Dienst im Rahmen seiner Auslandsaufklärung eine sogenannte spezifische Gefährdungslage durch eine fremde Macht, soll er künftig selbst auf diese Bedrohung einwirken dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Maßnahmen sollen grundsätzlich außerhalb Deutschlands stattfinden. Sie müssen gegen die verantwortliche fremde Macht gerichtet sein und dürfen sich nicht gezielt gegen Leib und Leben von Personen richten. Voraussetzung ist eine Grundanordnung, die Ziel, Art und Umfang der Maßnahmen festlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesetzesbegründung nennt als mögliche Tätigkeitsfelder den Kommunikations- und Informationsraum, Warenlieferungen, die Rüstungsproduktion und staatliche Wirtschaftsstrukturen. Maßnahmen können dabei unter anderem auf Manipulation oder Unterbindung gerichtet sein. Das Bundesinnenministerium nennt als Beispiele das Eindringen in IT-Systeme von Chemiewaffenlaboren oder Drohnenfabriken sowie das Abschalten oder Unbrauchbarmachen von Servern staatlicher Hackergruppen.</p>



<h2 id="h-ki-und-langere-speicherung-von-kommunikationsdaten" class="wp-block-heading"><span id="ki-und-laengere-speicherung-von-kommunikationsdaten">KI und längere Speicherung von Kommunikationsdaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die technischen Möglichkeiten des BND sollen erweitert und neu geregelt werden. Der Dienst darf nach dem Entwurf bei der Datenanalyse ausdrücklich Anwendungen mit selbstlernenden Systemen und Künstlicher Intelligenz einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die strategische Aufklärung sieht die Reform zudem neue Speicherregeln vor. Erhobene Kommunikationsinhalte können zunächst bis zu sechs Monate gespeichert werden. Für bestimmte Metadaten, etwa Informationen über Kommunikationsverbindungen, gilt grundsätzlich eine Frist von zwölf Monaten, sofern die Daten nicht weiterverarbeitet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit soll der BND auch nach Beginn einer Krise auf bereits vorhandene Datenbestände zurückgreifen können. <a href="https://fokus-afrika.de/europas-geheimdienste-im-ranking-mi6-weit-vor-dem-deutschen-bnd/" data-type="post" data-id="29276">Die Bundesregierung bezeichnet diese Fähigkeit als „Kaltstartfähigkeit“ des Nachrichtendienstes.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform bündelt zugleich die Rechtskontrolle beim Unabhängigen Kontrollrat. Besonders eingriffsintensive Maßnahmen sollen einer unabhängigen Vorabkontrolle unterliegen. Das Gremium übernimmt darüber hinaus weitere Zuständigkeiten, die bislang unter anderem bei der G10-Kommission und der Bundesbeauftragten für den Datenschutz lagen.</p>



<h2 id="h-reform-verursacht-mindestens-35-millionen-euro-laufende-mehrkosten" class="wp-block-heading"><span id="reform-verursacht-mindestens-35-millionen-euro-laufende-mehrkosten">Reform verursacht mindestens 35 Millionen Euro laufende Mehrkosten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Befugnisse haben eigene finanzielle Folgen. Allein beim BND veranschlagt die Bundesregierung für die Anpassung der IT-Strukturen einmalig rund 40 Millionen Euro. Anschließend sollen für deren Betrieb jährlich etwa 15 Millionen Euro anfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere rund 20 Millionen Euro jährlich kalkuliert die Bundesregierung insbesondere für die Umsetzung neuer Befugnisse im Bereich der Eigensicherung. Der gesamte jährliche zusätzliche Aufwand für den BND liegt damit bei mindestens 35 Millionen Euro. Im Gesetzentwurf wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kosten abhängig von internationalen Krisen und Bedrohungslagen auch höher ausfallen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welcher Anteil dieser Kosten bereits in dem für 2027 vorgesehenen Etatplus von 341,9 Millionen Euro enthalten ist, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Haushaltsangaben nicht bestimmen. Im Entwurf zur Nachrichtendienstreform heißt es, der Mehrbedarf solle Gegenstand des weiteren Haushaltsaufstellungsverfahrens zum geheimen Wirtschaftsplan des BND und zum Zuschusstitel für die Jahre ab 2027 sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ausgeweitete Kontrolle verursacht zusätzliche Kosten. Für den Unabhängigen Kontrollrat rechnet die Bundesregierung mit einmalig rund 1,6 Millionen Euro und jährlichen Mehrausgaben von etwa 8,86 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-linke-warnt-vor-aufweichung-der-grenzen-zwischen-polizei-und-geheimdiensten" class="wp-block-heading"><span id="linke-warnt-vor-aufweichung-der-grenzen-zwischen-polizei-und-geheimdiensten">Linke warnt vor Aufweichung der Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Befugnisse stoßen im Bundestag auf Widerstand. Clara Bünger, stellvertretende Vorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, wirft der Bundesregierung vor, das historische Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten auszuhöhlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bünger spricht von einer „neuen deutschen Geheimpolizei“ und kritisiert insbesondere operative Eingriffsrechte, staatliche Gegenangriffe im Cyberraum sowie erweiterte Möglichkeiten zur automatisierten Datenanalyse. Die Linksfraktion sieht zudem die rechtsstaatliche Kontrolle der Dienste trotz des Ausbaus des Unabhängigen Kontrollrats als unzureichend an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung vertritt die gegenteilige Position. Sie begründet die Reform mit einer verschärften Bedrohungslage durch Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und hybride Einflussnahme. Gleichzeitig soll der Unabhängige Kontrollrat künftig die Rechtskontrolle über BND und Bundesamt für Verfassungsschutz stärker bündeln.</p>
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			<media:title type="html">Dobrindt</media:title>
			<media:description type="html">Bundesinnenminister Alexander Dobrindt</media:description>
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		<title>Entwicklungshilfe im Sinkflug – Verteidigungsetat steigt auf 184 Milliarden Euro</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 13:27:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Bundeshaushalt wächst bis 2030 um mehr als 110 Milliarden Euro. Beim Entwicklungsministerium zeigt die Finanzplanung in die andere Richtung: Der BMZ-Etat soll auf 9,16 Milliarden Euro sinken.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fentwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro%2F&amp;action_name=Entwicklungshilfe%20im%20Sinkflug%20%E2%80%93%20Verteidigungsetat%20steigt%20auf%20184%20Milliarden%20Euro&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/entwicklungshilfe-im-sinkflug-verteidigungsetat-steigt-auf-184-milliarden-euro/">Entwicklungshilfe im Sinkflug – Verteidigungsetat steigt auf 184 Milliarden Euro</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Etat des Entwicklungsministeriums bis 2030 weiter absenken, während die Ausgaben des Bundes insgesamt deutlich steigen. Der Finanzplan für die Jahre 2026 bis 2030 wurde am 14. August 2026 dem Bundestag zugeleitet. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind nach 10,056 Milliarden Euro im laufenden Jahr noch 9,469 Milliarden Euro 2027 und 9,161 Milliarden Euro 2030 vorgesehen. Gleichzeitig soll der Etat des Verteidigungsministeriums bis 2030 auf knapp 184 Milliarden Euro wachsen.</p>



<h2 id="h-fast-900-millionen-euro-weniger-als-2026" class="wp-block-heading"><span id="fast-900-millionen-euro-weniger-als-2026">Fast 900 Millionen Euro weniger als 2026</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die deutsche Entwicklungspolitik zeichnet sich damit über die bereits bekannte Kürzung im kommenden Bundeshaushalt hinaus ein weiterer Rückgang ab. 2027 soll der BMZ-Etat gegenüber 2026 um 587 Millionen Euro sinken. Das entspricht einem Minus von knapp sechs Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch danach sieht die Finanzplanung keine Rückkehr auf das bisherige Niveau vor. Für 2028 sind 9,211 Milliarden Euro eingeplant, für 2029 noch 9,174 Milliarden Euro und für 2030 schließlich 9,161 Milliarden Euro. Gegenüber dem Haushalt 2026 wären das rund 895 Millionen Euro weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich für 2027 um den Regierungsentwurf des Bundeshaushalts. Die Zahlen für 2028 bis 2030 sind Planungswerte des Bundes und noch keine beschlossenen Haushalte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung fasst die Entwicklung in ihrem Finanzplan allgemeiner zusammen. Für das BMZ seien 2027 rund 9,5 Milliarden Euro vorgesehen, in den Jahren 2028 bis 2030 jeweils mehr als neun Milliarden Euro.</p>



<h2 id="h-bundeshaushalt-wachst-um-mehr-als-110-milliarden-euro" class="wp-block-heading"><span id="bundeshaushalt-waechst-um-mehr-als-110-milliarden-euro">Bundeshaushalt wächst um mehr als 110 Milliarden Euro</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückgang beim BMZ erfolgt in einer Phase deutlich steigender Gesamtausgaben des Bundes. Der Kernhaushalt soll von 524,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 555,4 Milliarden Euro 2027 wachsen. Für 2030 sieht der Finanzplan Ausgaben von 635,4 Milliarden Euro vor. Das wären rund 111 Milliarden Euro mehr als 2026.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders stark steigen die Verteidigungsausgaben. Der Einzelplan des Verteidigungsministeriums wächst von 82,7 Milliarden Euro 2026 auf 109,8 Milliarden Euro 2027. Für 2028 sind 153,9 Milliarden Euro, für 2029 rund 162,9 Milliarden Euro und für 2030 etwa 183,7 Milliarden Euro eingeplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen zunächst noch Mittel aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Nach der derzeitigen Planung soll dieses Ende 2027 ausgeschöpft sein. Der weitere Anstieg der regulären Verteidigungsausgaben wird danach vollständig im Bundeshaushalt sichtbar.</p>



<h2 id="h-entwicklungspolitik-bleibt-teil-der-sicherheitsstrategie" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungspolitik-bleibt-teil-der-sicherheitsstrategie">Entwicklungspolitik bleibt Teil der Sicherheitsstrategie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält zugleich an ihrer politischen Begründung für die Entwicklungszusammenarbeit fest. Im Finanzplan bezeichnet sie die Entwicklungspolitik als Bestandteil einer Politik der „integrierten Sicherheit“. Sie soll Krisen vorbeugen, Staaten in Krisensituationen stabilisieren, den Wiederaufbau unterstützen sowie Geflüchtete und deren Aufnahmeländer fördern. Als internationalen Referenzrahmen nennt die Regierung weiterhin die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die Agenda 2030.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Belastungen führt der Finanzplan unter anderem den Krieg gegen die Ukraine, die Lage im Nahen Osten und <a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-startet-internationale-initiative-fuer-schulessen-und-bildung-von-100-millionen-kindern/" data-type="post" data-id="23631">Gefahren für die weltweite Ernährungssicherheit</a> an. Pandemie- und Kriegsfolgen sowie neue Krisen hätten Entwicklungserfolge der vergangenen Jahre teilweise zunichtegemacht oder gefährdet.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland erreichte 2025 nach vorläufigen Angaben eine Quote öffentlicher Entwicklungsleistungen von rund 0,56 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland auch mit den für 2027 geplanten Mitteln weiterhin zu den größten Gebernationen gehören wird.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der BMZ-Etat bildet dabei nicht die gesamten deutschen Entwicklungsleistungen ab. <a href="https://fokus-afrika.de/berlin-haelt-an-entwicklungszielen-fest-laesst-finanzierung-aber-offen/" data-type="post" data-id="27301">In die sogenannte Official Development Assistance, kurz ODA, fließen auch anrechenbare Ausgaben anderer Bundesressorts sowie Leistungen der Länder, Kommunen und weiterer staatlicher Institutionen ein.</a></p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland ordnet Abschiebungen und Strafverfolgung mit Drittstaaten neu</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-ordnet-abschiebungen-und-strafverfolgung-mit-drittstaaten-neu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 10:58:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland baut sein Recht für Auslieferungen und internationale Ermittlungen grundlegend um. Die neuen Regeln betreffen auch afrikanische Staaten – mit klaren Grenzen bei politischer Verfolgung und drohender Todesstrafe.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-ordnet-abschiebungen-und-strafverfolgung-mit-drittstaaten-neu%2F&amp;action_name=Deutschland%20ordnet%20Abschiebungen%20und%20Strafverfolgung%20mit%20Drittstaaten%20neu&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will die Regeln für Auslieferungen, grenzüberschreitende Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit ausländischen Strafverfolgungsbehörden grundlegend neu ordnen. Der <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/075/2107558.pdf">Gesetzentwurf</a> der Bundesregierung datiert vom 12. August. Die Reform betrifft neben der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union ausdrücklich auch Drittstaaten und internationale Einrichtungen. Gleichzeitig sollen Menschen, deren Auslieferung oder Überstellung verlangt wird, stärkere Verfahrensrechte erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen soll dafür vollständig überarbeitet und neu strukturiert werden. Die Bundesregierung reagiert damit auf neue EU-Regeln, Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts sowie auf Kritik der Europäischen Kommission in Vertragsverletzungsverfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neuregelung betrifft damit auch die strafrechtliche Zusammenarbeit Deutschlands mit afrikanischen Staaten. Sie umfasst Auslieferungen, die Vollstreckung ausländischer Urteile, den Austausch von Informationen und Beweismitteln sowie künftig ausdrücklich auch die Übertragung von Strafverfahren.</p>



<h2 id="h-keine-rechtshilfe-bei-politischer-verfolgung" class="wp-block-heading"><span id="keine-rechtshilfe-bei-politischer-verfolgung">Keine Rechtshilfe bei politischer Verfolgung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zusammenarbeit mit Staaten außerhalb der EU bündelt der Entwurf erstmals zentrale Gründe, aus denen Deutschland Rechtshilfe verweigern muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unzulässig soll eine Zusammenarbeit sein, wenn ernsthafte Gründe für die Annahme bestehen, dass eine betroffene Person wegen ihrer Herkunft, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt oder bestraft wird. Nach der Gesetzesbegründung umfasst der Schutz auch Verfolgung wegen sexueller Orientierung, Geschlecht oder geschlechtlicher Identität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regelung soll nicht mehr nur für Auslieferungen gelten, sondern für die gesamte internationale Rechtshilfe. Damit soll ausgeschlossen werden, dass deutsche Behörden ausländische Ermittlungen unterstützen, wenn diese politisch oder diskriminierend motiviert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die grundlegenden Prinzipien der deutschen Rechtsordnung bilden eine Grenze. Rechtshilfe und die Übermittlung von Daten sollen unzulässig sein, wenn sie wesentlichen Grundsätzen der deutschen Rechtsordnung widersprechen.</p>



<h2 id="h-zusicherung-bei-drohender-todesstrafe" class="wp-block-heading"><span id="zusicherung-bei-drohender-todesstrafe">Zusicherung bei drohender Todesstrafe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausdrücklich geregelt wird auch der Umgang mit Staaten, in denen die Todesstrafe verhängt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Droht einer Person wegen der verfolgten Tat die Todesstrafe, darf Deutschland keine Rechtshilfe leisten, die zu ihrer Verhängung oder Vollstreckung beitragen könnte. Eine Zusammenarbeit bleibt möglich, wenn der ersuchende Staat verbindlich zusichert, dass die Todesstrafe weder verhängt noch vollstreckt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entwurf enthält außerdem Schutzbestimmungen für drohende lebenslange Freiheitsstrafen und andere als unerträglich hart bewertete Sanktionen.</p>



<h2 id="h-strafverfahren-konnen-an-drittstaaten-abgegeben-werden" class="wp-block-heading"><span id="strafverfahren-koennen-an-drittstaaten-abgegeben-werden">Strafverfahren können an Drittstaaten abgegeben werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Neuerung betrifft die Übertragung von Strafverfahren. Das bisherige Gesetz enthält dafür keine eigenständigen Vorschriften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künftig soll ausdrücklich geregelt werden, unter welchen Voraussetzungen Deutschland die Strafverfolgung an einen anderen Staat abgeben kann. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn mit dem betreffenden Drittstaat kein spezieller Rechtshilfevertrag besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet gerade die Zusammenarbeit ohne völkerrechtlichen Vertrag als einen Hauptanwendungsbereich der neuen Vorschriften. Vorgesehen sind unter anderem Regeln zu den erforderlichen Unterlagen, zur Übermittlung personenbezogener Daten und zum weiteren Umgang mit dem deutschen Strafverfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Existiert bereits ein völkerrechtlicher Vertrag mit dem jeweiligen Staat, gehen dessen Bestimmungen weiterhin vor.</p>



<h2 id="h-polizei-erhalt-erstmals-eigenes-regelwerk" class="wp-block-heading"><span id="polizei-erhaelt-erstmals-eigenes-regelwerk">Polizei erhält erstmals eigenes Regelwerk</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmals sollen auch ausdrückliche Vorschriften für die polizeiliche Rechtshilfe geschaffen werden. Dazu zählt beispielsweise der grenzüberschreitende Informationsaustausch zwischen Sicherheitsbehörden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="670" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg" alt="" class="wp-image-27091 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-300x196.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-768x503.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1536x1005.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-2048x1340.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-380x249.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-800x524.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1160x759.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat fordert, dass die Länder selbst eine zentrale Stelle bestimmen können, die über die Bewilligung solcher Ersuchen entscheidet und deren Zulässigkeit prüft. Die Länder verweisen auf spezialisierte Strukturen, die bereits heute bestehen. Als Beispiel nennt der Bundesrat das Landeskriminalamt Niedersachsen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält eine zusätzliche gesetzliche Regelung für unnötig. Der Entwurf ermögliche den Landesregierungen bereits, die zuständigen Stellen selbst zu bestimmen.</p>



<h2 id="h-neues-anhorungsrecht-bei-auslieferungen" class="wp-block-heading"><span id="neues-anhoerungsrecht-bei-auslieferungen">Neues Anhörungsrecht bei Auslieferungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich ausgebaut werden sollen zugleich die Rechte von Personen, deren Auslieferung verlangt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer von einem Auslieferungsverfahren betroffen ist, soll künftig verlangen können, mindestens einmal persönlich vom zuständigen Oberlandesgericht angehört zu werden. Bisher besteht diese Möglichkeit zwar in bestimmten Konstellationen, wird nach Darstellung der Bundesregierung in der Praxis aber kaum genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Vorschriften über anwaltlichen Beistand werden gebündelt. Das Recht auf einen Rechtsanwalt soll künftig ausdrücklich als allgemeiner Grundsatz des Rechtshilferechts festgeschrieben werden und damit unabhängig von der jeweiligen Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beziffert die zusätzlichen Personalkosten für die Länder unter anderem aufgrund der neuen Aufgaben bei Oberlandesgerichten und Generalstaatsanwaltschaften auf rund 1,03 Millionen Euro jährlich.</p>



<h2 id="h-streit-um-abschiebungen-in-drittstaaten" class="wp-block-heading"><span id="streit-um-abschiebungen-in-drittstaaten">Streit um Abschiebungen in Drittstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch offen ist eine Regelung, die Abschiebungen in Drittstaaten betrifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat will verhindern, dass Deutschland in bestimmten Fällen zunächst die Zustimmung eines anderen EU-Staates einholen muss, bevor eine Person in einen Drittstaat abgeschoben werden kann. Betroffen sind Personen, die zuvor aufgrund eines Europäischen Haftbefehls von einem anderen Mitgliedstaat an Deutschland übergeben wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung prüft den Vorschlag. Das EU-Recht verlange die Zustimmung des ursprünglich übergebenden Mitgliedstaates für eine spätere Auslieferung in einen Drittstaat, nicht aber ausdrücklich für eine Abschiebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im geltenden deutschen Recht erstreckt sich das Zustimmungserfordernis allerdings auch auf Abschiebungen und enthält gleichzeitig Ausnahmen. Die Bundesregierung prüft deshalb sowohl eine Übernahme der Forderung des Bundesrates als auch eine Rückkehr zu solchen Ausnahmeregelungen. Dabei dürfe das bisherige Schutzniveau nicht abgesenkt werden.</p>



<h2 id="h-lander-verlangen-mehr-zeit-fur-die-umstellung" class="wp-block-heading"><span id="laender-verlangen-mehr-zeit-fuer-die-umstellung">Länder verlangen mehr Zeit für die Umstellung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Bund und Ländern gibt es zudem Streit über den Zeitplan. Die Bundesregierung sieht vor, dass die Neuregelung sechs Monate nach ihrer Verkündung in Kraft tritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat verlangt zwölf Monate. Die Reform verändere zahlreiche Verfahrensabläufe und Zuständigkeiten. Richter, Staatsanwälte und weitere Beschäftigte müssten geschult und technische Voraussetzungen für Anhörungen per Bild- und Tonübertragung geschaffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will die längere Übergangsfrist erneut prüfen. Gleichzeitig verweist sie auf ein laufendes Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission. Das Gesetzgebungsverfahren stehe deshalb „unter hohem Zeitdruck“. Die praktischen Schwierigkeiten einer Umstellung innerhalb von sechs Monaten seien der Bundesregierung bewusst.</p>
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		<item>
		<title>Menschenhandel: Bundesregierung weist Forderungen nach schärferen Regeln zurück</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/menschenhandel-bundesregierung-weist-forderungen-nach-schaerferen-regeln-zurueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 10:41:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viel muss ein Kunde wissen, bevor die Nutzung ausgebeuteter Arbeitskräfte strafbar wird? Bundesrat und Bundesregierung streiten über schärfere Regeln gegen Menschenhandel – von Zwangsarbeit bis zur Online-Durchsuchung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmenschenhandel-bundesregierung-weist-forderungen-nach-schaerferen-regeln-zurueck%2F&amp;action_name=Menschenhandel%3A%20Bundesregierung%20weist%20Forderungen%20nach%20sch%C3%A4rferen%20Regeln%20zur%C3%BCck&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/menschenhandel-bundesregierung-weist-forderungen-nach-schaerferen-regeln-zurueck/">Menschenhandel: Bundesregierung weist Forderungen nach schärferen Regeln zurück</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundesregierung und Bundesrat streiten über die Reichweite der geplanten Reform des Menschenhandelsstrafrechts. Am 12. August wurde die Gegenäußerung der Bundesregierung zur Stellungnahme der Länderkammer dem Bundestag vorgelegt. Der Bundesrat verlangt unter anderem längere Verjährungsfristen, eine weitergehende Strafbarkeit der Nutzer ausgebeuteter Dienstleistungen und zusätzliche Ermittlungsbefugnisse. Die Bundesregierung weist den Großteil dieser Forderungen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Streit betrifft einen umfangreichen Gesetzentwurf, mit dem Deutschland das Strafrecht gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung neu ordnen und die europäische Menschenhandelsrichtlinie umsetzen will. Die EU-Vorgaben sollten bis zum 15. Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform geht über eine reine Umsetzung der Richtlinie hinaus. Neue Formen der Ausbeutung wie Zwangsheirat, illegale Adoption und die Ausbeutung im Zusammenhang mit Leihmutterschaft sollen ausdrücklich vom Menschenhandelsstrafrecht erfasst werden. Zudem soll künftig die Inanspruchnahme von Dienstleistungen von Menschenhandelsopfern grundsätzlich strafbar sein, wenn der Kunde weiß, dass die betreffende Person ausgebeutet wird.</p>



<h2 id="h-bundesrat-fordert-langere-verjahrungsfristen" class="wp-block-heading"><span id="bundesrat-fordert-laengere-verjaehrungsfristen">Bundesrat fordert längere Verjährungsfristen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Streitpunkt ist die Verjährung. Der Regierungsentwurf sieht bei bestimmten schweren Taten vor, dass die Verjährungsfrist bis zum 30. Geburtstag des Opfers ruht. Damit soll verhindert werden, dass Straftaten bereits verjährt sind, bevor insbesondere minderjährige Opfer in der Lage sind, sie anzuzeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Bundesrat geht die Regelung nicht weit genug. Er fordert, weitere Formen des Menschenhandels einzubeziehen, darunter Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und den Handel mit Minderjährigen. Die Länderkammer argumentiert, dass auch Opfer dieser Straftaten häufig schwer traumatisiert seien und erst lange nach der Tat gegenüber Strafverfolgungsbehörden aussagen könnten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="926" height="587" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2.jpg" alt="" class="wp-image-29354 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2.jpg 926w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2-300x190.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2-768x487.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2-380x241.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Prostituierte_2-800x507.jpg 800w" sizes="(max-width: 926px) 100vw, 926px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Zudem kritisiert der Bundesrat, dass die geplante verlängerte Verjährung bei bestimmten Fällen von Zwangsprostitution und Menschenhandel an die Minderjährigkeit des Opfers geknüpft wird. Die Differenzierung zwischen minderjährigen und erwachsenen Opfern sei nicht überzeugend.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung lehnt beide Forderungen ab. Das Ruhen der Verjährung sei eine Ausnahmevorschrift, deren Anwendungsbereich eng bleiben müsse. Eine Ausweitung etwa auf Zwangsarbeit könne dazu führen, dass eine solche Tat erst nach dem 40. Geburtstag des Opfers verjährt, während eine schwere Körperverletzung unabhängig vom Alter des Opfers bereits zehn Jahre nach der Tat verjähren könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine umfassendere Regelung sei auch europarechtlich nicht erforderlich.</p>



<h2 id="h-wie-viel-muss-ein-kunde-uber-die-ausbeutung-wissen" class="wp-block-heading"><span id="wie-viel-muss-ein-kunde-ueber-die-ausbeutung-wissen">Wie viel muss ein Kunde über die Ausbeutung wissen?</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders grundsätzlich ist der Streit über die neue Strafbarkeit auf der Nachfrageseite. Der Regierungsentwurf schafft einen neuen Straftatbestand für Menschen, die Dienstleistungen von Opfern des Menschenhandels oder der Zwangsarbeit nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung soll allerdings sein, dass der Kunde weiß, dass die betreffende Person Opfer von Menschenhandel oder Zwangsarbeit ist. Der bloße Verdacht oder die Annahme, dass beispielsweise besonders schlechte Arbeitsbedingungen bestehen könnten, soll nicht ausreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat hält diese Schwelle für zu hoch. Der Nachweis, dass ein Kunde tatsächlich von der Ausbeutung gewusst habe, werde in der Praxis „fast nie zu erbringen sein“, argumentiert die Länderkammer. Sie fordert deshalb eine Strafbarkeit auch dann, wenn jemand leichtfertig verkennt, dass er die Dienstleistung eines Menschenhandelsopfers in Anspruch nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung lehnt dies ab. Die EU-Richtlinie verlange eine Bestrafung nur bei positivem Wissen über den Menschenhandel. Eine Ausweitung könne die Strafbarkeit erheblich vergrößern und beispielsweise auch die Pflege- oder Baubranche erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem könnten Kunden für Ermittlungen als Zeugen verloren gehen, wenn sie durch ihre Aussage eine eigene Strafverfolgung riskieren und deshalb von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für sexuelle Dienstleistungen gelten strengere Regeln. Freier können nach dem Regierungsentwurf auch dann strafbar sein, wenn sie leichtfertig verkennen, dass eine Person Opfer von Zwangsprostitution oder sexueller Ausbeutung ist.</p>



<h2 id="h-nagelstudio-ja-spargelkauf-nein" class="wp-block-heading"><span id="nagelstudio-ja-spargelkauf-nein">Nagelstudio ja, Spargelkauf nein</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesetzentwurf verdeutlicht die geplante Nachfragestrafbarkeit anhand konkreter Beispiele. Strafbar könnte sich etwa ein Kunde eines Nagelstudios machen, wenn er weiß, dass eine dort arbeitende Person von einem anderen Menschen ausgebeutet wird und dennoch deren Dienstleistung nutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kauf einer Ware soll dagegen nicht erfasst werden. Wer beispielsweise Spargel kauft und weiß, dass dieser unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen geerntet wurde, würde allein deshalb nicht unter den neuen Straftatbestand fallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei anderen neu erfassten Formen des Menschenhandels könnte die Regelung ebenfalls greifen. Bei einer ausbeuterischen Leihmutterschaft oder Adoption nennt die Bundesregierung mögliche „Bestelleltern“ beziehungsweise annehmende Personen als denkbare Täter. Bei Menschenhandel zum Zweck einer Zwangsheirat könnte sich der Ehepartner strafbar machen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-gegen-mehr-online-durchsuchungen" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-gegen-mehr-online-durchsuchungen">Bundesregierung gegen mehr Online-Durchsuchungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über die Befugnisse der Ermittlungsbehörden besteht Uneinigkeit. Der Bundesrat will den Einsatz von Online-Durchsuchungen bei weiteren schweren Formen sexueller Ausbeutung ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht dafür keinen Bedarf. Für solche Ermittlungen stünden bereits die Quellen-Telekommunikationsüberwachung sowie die Durchsuchung und Beschlagnahme von Computern und Smartphones zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Erweiterung hätte zudem eine weitere Konsequenz: Weil die Vorschriften miteinander verknüpft sind, könnte bei den zusätzlich aufgenommenen Straftaten auch die akustische Überwachung von Wohnungen möglich werden. Dafür sieht die Bundesregierung ebenfalls keine Notwendigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der klassischen Telekommunikationsüberwachung soll die Reform die Möglichkeiten der Ermittler dagegen bereits erweitern. Sie soll künftig unter anderem bei der Ausbeutung in der Prostitution und bei einfacher Arbeitsausbeutung eingesetzt werden können. Der Regierungsentwurf begründet dies damit, dass solche Straftaten häufig im Verborgenen stattfinden und Opfer teilweise sozial und wirtschaftlich isoliert sind oder keine deutschen Sprachkenntnisse besitzen.</p>



<h2 id="h-keine-zusatzliche-untersuchungshaft-wegen-wiederholungsgefahr" class="wp-block-heading"><span id="keine-zusaetzliche-untersuchungshaft-wegen-wiederholungsgefahr">Keine zusätzliche Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat verlangt außerdem, bei Menschenhandel, Zwangsprostitution, sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr zu ermöglichen. Die Täter würden häufig mehrfach aktiv, während die Opfer besonders schutzbedürftig seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch diesen Vorschlag weist die Bundesregierung zurück. Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr habe präventiven Charakter und stelle einen schweren Eingriff in die Rechte eines Beschuldigten dar, für den weiterhin die Unschuldsvermutung gelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Menschenhandel und Ausbeutung könnten bereits andere Haftgründe greifen. Die Bundesregierung nennt insbesondere Fluchtgefahr, wenn eine Ausreise ins Ausland droht, und Verdunkelungsgefahr, wenn eine Einflussnahme auf Zeugen zu befürchten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Punkt kommt die Bundesregierung dem Bundesrat entgegen. Die im Entwurf vorgesehene Beschreibung von Ausbeutung als „rücksichtsloses“ Ausnutzen eines Opfers kann durch die Formulierung „ohne Rücksicht auf dessen Belange“ ersetzt werden. Die Bundesregierung betrachtet dies allerdings ausdrücklich als sprachliche und nicht als inhaltliche Änderung.</p>
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		<title>Deutschland dreht Geldhahn zu: 914 Millionen Euro weniger für die UN</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-dreht-geldhahn-zu-914-millionen-euro-weniger-fuer-die-un/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 10:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Sahara]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[UNICEF]]></category>
		<category><![CDATA[WFP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland gehört zu den größten Geldgebern der Vereinten Nationen. Doch 2025 zahlte der Bund 914 Millionen Euro weniger an das UN-System – besonders stark brachen freiwillige Projektmittel ein.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-dreht-geldhahn-zu-914-millionen-euro-weniger-fuer-die-un%2F&amp;action_name=Deutschland%20dreht%20Geldhahn%20zu%3A%20914%20Millionen%20Euro%20weniger%20f%C3%BCr%20die%20UN&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschlands Zahlungen an das System der Vereinten Nationen sind innerhalb eines Jahres um rund 914 Millionen Euro gesunken. Im Jahr 2025 beliefen sie sich auf 3,241 Milliarden Euro nach 4,155 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang um rund 22 Prozent und betrifft vor allem freiwillige, projektbezogene Beiträge. Die Bundesregierung führt die niedrigeren Zahlungen auf die Konsolidierung des Bundeshaushalts zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch den <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/2798126/9ceb95c3e9fc070044c91dc0d61bba93/260812-bericht-data.pdf">Bericht</a> über die deutsche Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen in den Jahren 2024 und 2025. Darin beschreibt die Bundesregierung Deutschland weiterhin als einen der wichtigsten Geldgeber des internationalen Systems. 2024 war die Bundesrepublik nach eigenen Angaben insgesamt der zweitgrößte Finanzier des UN-Systems und viertgrößter Zahler von Pflichtbeiträgen. Ein abschließendes internationales Geberranking für 2025 liegt noch nicht vor.</p>



<h2 id="h-freiwillige-projektmittel-sinken-um-42-prozent" class="wp-block-heading"><span id="freiwillige-projektmittel-sinken-um-42-prozent">Freiwillige Projektmittel sinken um 42 Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den freiwilligen projektbezogenen Beiträgen. Sie sanken von 2,445 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 1,417 Milliarden Euro 2025. Damit standen innerhalb eines Jahres gut 1,03 Milliarden Euro weniger für diese Kategorie zur Verfügung, ein Minus von rund 42 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Zahlungen an von UN-Organisationen verwaltete Fonds gingen zurück. Sie fielen von rund 718 Millionen auf knapp 502 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In die andere Richtung entwickelten sich die verpflichtenden und institutionellen Zahlungen. Die Pflichtbeiträge Deutschlands stiegen von knapp 587 Millionen auf mehr als 807 Millionen Euro. Die freiwilligen institutionellen Beiträge erhöhten sich von rund 405 Millionen auf knapp 516 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entfiel 2025 ein größerer Anteil der deutschen UN-Finanzierung auf Pflicht- und institutionelle Beiträge, während insbesondere die projektbezogene Finanzierung deutlich niedriger ausfiel.</p>



<h2 id="h-auswartiges-amt-und-entwicklungsministerium-mit-niedrigeren-zahlungen" class="wp-block-heading"><span id="auswaertiges-amt-und-entwicklungsministerium-mit-niedrigeren-zahlungen">Auswärtiges Amt und Entwicklungsministerium mit niedrigeren Zahlungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden mit Abstand größten deutschen Geldgeber innerhalb der Bundesregierung blieben das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-26888 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71120673.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlungen des Auswärtigen Amtes an das UN-System gingen von 2,032 Milliarden Euro 2024 auf 1,385 Milliarden Euro im Jahr 2025 zurück. Das entspricht einem Minus von rund 647 Millionen Euro. Besonders stark sanken dessen freiwillige projektbezogene Beiträge von 1,103 Milliarden auf rund 442 Millionen Euro.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Entwicklungsministerium reduzierten sich die Zahlungen von 1,737 Milliarden auf 1,504 Milliarden Euro. Die projektbezogenen Beiträge des Ministeriums gingen dabei von 1,251 Milliarden auf rund 923 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig stiegen dessen freiwillige institutionelle Beiträge von rund 303 Millionen auf knapp 404 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-undp-unicef-und-wfp-bleiben-zentrale-partner" class="wp-block-heading"><span id="undp-unicef-und-wfp-bleiben-zentrale-partner">UNDP, UNICEF und WFP bleiben zentrale Partner</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der insgesamt niedrigeren Zahlungen blieb Deutschland bei mehreren großen UN-Organisationen einer der wichtigsten staatlichen Geldgeber. Beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP war die Bundesregierung im Berichtszeitraum nach eigenen Angaben der größte bilaterale Geber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Kinderhilfswerk UNICEF war Deutschland 2024 zweitgrößter staatlicher Geldgeber. Schwerpunkte der Zusammenarbeit waren unter anderem Ernährungssicherung, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung. Auch beim Welternährungsprogramm WFP war die Bundesrepublik 2025 erneut der zweitgrößte bilaterale Geber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Organisationen sind in zahlreichen afrikanischen Staaten zentrale Partner der deutschen Entwicklungs- und Krisenpolitik. In der Zusammenarbeit mit UNDP nennt die Bundesregierung den Tschadsee, Äthiopien, Mosambik und Nigeria ausdrücklich als Schwerpunktregionen für Stabilisierungsmaßnahmen in Subsahara-Afrika.</p>



<h2 id="h-deutsche-krafte-in-westsahara-und-sudsudan" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-kraefte-in-westsahara-und-suedsudan">Deutsche Kräfte in Westsahara und Südsudan</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei UN-Friedenseinsätzen blieb Deutschland in Afrika präsent. Im Berichtszeitraum entsandte die Bundeswehr durchschnittlich rund 300 Soldatinnen und Soldaten zu den Missionen <a href="https://fokus-afrika.de/tag/minurso/" data-type="post_tag" data-id="600">MINURSO</a> in der Westsahara, UNMISS im <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/ostafrika/suedsudan/" data-type="category" data-id="43">Südsudan</a> und UNIFIL im Libanon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 nahm Deutschland zudem seine Beteiligung mit Polizeikräften an der UN-Mission im Südsudan wieder auf. <a href="https://fokus-afrika.de/finanzkrise-gefaehrdet-polizeiarbeit-in-un-friedenseinsaetzen/" data-type="post" data-id="24377">Seit 2025 leitet ein deutscher Polizeibeamter die UNMISS-Polizeikomponente.</a> Die Bundesregierung unterstützt außerdem die Arbeit von UN-Sondergesandten im Sudan und in der Westsahara sowie die Vermittlungsarbeit der Vereinten Nationen in Libyen im Rahmen des Berliner Prozesses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim UN-Peacekeeping-Ministertreffen im Mai 2025 in Berlin sagte die Bundesregierung zusätzliche Unterstützung von mehr als 82 Millionen Euro für Friedenseinsätze zu. Gleichzeitig mussten die Vereinten Nationen wegen ihrer Liquiditätskrise 2025 nach Angaben der Bundesregierung 15 Prozent des Jahresbudgets ihrer Friedensmissionen einsparen. Personal und Material der Missionen wurden infolgedessen um 30 Prozent reduziert.</p>
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		<item>
		<title>BND soll mehr dürfen: Streit um Hackbacks, Staatstrojaner und KI-Überwachung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 08:48:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Handys auslesen, KI-Analysen, Staatstrojaner und möglicherweise Hackbacks: Deutschlands Geheimdienste sollen deutlich mehr dürfen. Doch ausgerechnet bei operativen Eingriffen markieren Bundestagsjuristen enge verfassungsrechtliche Grenzen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung%2F&amp;action_name=BND%20soll%20mehr%20d%C3%BCrfen%3A%20Streit%20um%20Hackbacks%2C%20Staatstrojaner%20und%20KI-%C3%9Cberwachung&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bnd-soll-mehr-duerfen-streit-um-hackbacks-staatstrojaner-und-ki-ueberwachung/">BND soll mehr dürfen: Streit um Hackbacks, Staatstrojaner und KI-Überwachung</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will BND und Verfassungsschutz deutlich mehr Möglichkeiten zur Überwachung und zur Abwehr digitaler Bedrohungen geben. Das Bundeskabinett soll sich an diesem Mittwoch mit der Reform des Nachrichtendienstrechts befassen. Vorgesehen sind unter anderem weitergehende Zugriffe auf Mobiltelefone, neue Möglichkeiten bei der Datenanalyse und stärkere operative Fähigkeiten. Während die Union nach dem jüngsten Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle auf mehr Befugnisse drängt, warnen Linke, Grüne, Bürgerrechtler und Polizeigewerkschaft vor zu großer Macht für die Geheimdienste.</p>



<h2 id="h-drohnen-sabotage-und-spionage-erhohen-den-druck" class="wp-block-heading"><span id="drohnen-sabotage-und-spionage-erhoehen-den-druck">Drohnen, Sabotage und Spionage erhöhen den Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Marc Henrichmann, CDU-Politiker und Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Nachrichtendienste, <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-reflektiert-eigene-rolle-in-der-aussen-entwicklung-und-verteidigungspolitik/">sieht Deutschland mit einer veränderten Sicherheitslage konfrontiert.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der jüngste Sicherheitsvorfall am Leipziger Frachtflughafen hat einmal mehr gezeigt, dass wir es mit einer neuen Qualität hybrider Bedrohungen zu tun haben“, sagte er der&nbsp;<em>Rheinischen Post</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cyberangriffe, Sabotage, Spionage und nicht genehmigte Drohnenflüge seien inzwischen Teil der Sicherheitsrealität. Henrichmann fordert deshalb unter anderem längere Speicherfristen für bestimmte Daten und bessere Möglichkeiten zum Auslesen von Mobiltelefonen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine „reine Nachrichtensammlerei“ werde künftig nicht mehr ausreichen, hatte der CDU-Politiker zuvor der&nbsp;<em>Welt</em>&nbsp;gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung begründet ihre Reform ebenfalls mit einer verschärften Bedrohungslage. Bereits Anfang Juli erklärte sie, das Nachrichtendienstrecht grundlegend ändern zu wollen, damit deutsche Dienste bei ihren operativen Fähigkeiten mit europäischen Partnerdiensten Schritt halten können.</p>



<h2 id="h-geheimdienste-sollen-starker-eingreifen-konnen" class="wp-block-heading"><span id="geheimdienste-sollen-staerker-eingreifen-koennen">Geheimdienste sollen stärker eingreifen können</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der politische Streit entzündet sich vor allem daran, wie weit die Nachrichtendienste künftig über das klassische Sammeln und Auswerten von Informationen hinausgehen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesellschaft für Freiheitsrechte warnt vor einem „massiven Machtzuwachs der Nachrichtendienste“. Nach ihrer Bewertung eröffnet der Entwurf einen erweiterten Einsatz von Staatstrojanern, KI-gestützte Datenanalysen, den Zugriff auf private Videokameras und sogenannte Hackbacks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Hackback reagiert der Staat auf einen Cyberangriff nicht nur defensiv, sondern greift technisch in Systeme ein, die dem Angreifer zugerechnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade solche Eingriffe werfen erhebliche rechtliche Fragen auf. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages halten zur aktiven Cyberabwehr fest, dass staatliche Maßnahmen Grundrechte wie die informationelle Selbstbestimmung, das Fernmeldegeheimnis, die Vertraulichkeit informationstechnischer Systeme und die Unverletzlichkeit der Wohnung berühren können.</p>



<h2 id="h-bnd-darf-nicht-zur-allgemeinen-sicherheitsbehorde-werden" class="wp-block-heading"><span id="bnd-darf-nicht-zur-allgemeinen-sicherheitsbehoerde-werden">BND darf nicht zur allgemeinen Sicherheitsbehörde werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eng sind die verfassungsrechtlichen Grenzen beim Bundesnachrichtendienst.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-29277 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/BND-Pullach-bjs150628-06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftlichen Dienste verweisen auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts: Der Bund darf den BND nicht allgemein mit der Gewährleistung der inneren Sicherheit beauftragen. Seine Aufgaben und Befugnisse müssen eine außen- und sicherheitspolitische Bedeutung und damit eine internationale Dimension haben.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang sind BND und Bundesamt für Verfassungsschutz gesetzlich grundsätzlich auf die Beschaffung und Auswertung von Informationen ausgerichtet. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verweigert-details-zur-arbeitsbelastung-des-verfassungsschutzes/">Ob ihnen darüber hinaus operative Eingriffsbefugnisse übertragen werden können, ist verfassungsrechtlich nicht abschließend geklärt.</a> Die Frage berührt unmittelbar die Trennung zwischen Nachrichtendiensten und Polizeibehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesverfassungsgericht hat zudem ein informationelles Trennungsprinzip entwickelt. Daten zwischen Polizei und Nachrichtendiensten dürfen danach nur unter hohen Voraussetzungen ausgetauscht werden.</p>



<h2 id="h-linke-warnt-vor-einer-geheimpolizei" class="wp-block-heading"><span id="linke-warnt-vor-einer-geheimpolizei">Linke warnt vor einer „Geheimpolizei“</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders scharf fällt die Kritik der Linksfraktion aus. Ihre innenpolitische Sprecherin Clara Bünger wirft Innenminister Alexander Dobrindt vor, mit der Reform die Grenze zwischen Geheimdiensten und Polizei einzureißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer Nachrichtendiensten operative Eingriffsrechte, Sabotagebefugnisse und staatliche Hackbacks an die Hand gibt, plant eine neue deutsche Geheimpolizei“, erklärte Bünger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kritisiert zudem KI-gestützte Persönlichkeitsprofile, automatisierte Verhaltensanalysen und biometrische Gesichtserkennung. Auch den geplanten Ausbau der BND-Datenerfassung an Internetknoten sieht die Linken-Politikerin als massiven Grundrechtseingriff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fraktion verlangt eine grundlegende Abkehr von den Plänen.</p>



<h2 id="h-grune-wollen-starkere-parlamentarische-kontrolle" class="wp-block-heading"><span id="gruene-wollen-staerkere-parlamentarische-kontrolle">Grüne wollen stärkere parlamentarische Kontrolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen halten eine Reform des Nachrichtendienstrechts grundsätzlich für notwendig, sehen aber ebenfalls Nachbesserungsbedarf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz bezeichnete neue, verfassungskonforme Rechtsgrundlagen für die Dienste als „überfällig“. Gleichzeitig fehle ihm eine ausreichende Stärkung der Kontrolle durch den Bundestag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Henrichmann verbindet zusätzliche Befugnisse mit dem Ausbau der Aufsicht. „Mehr Befugnisse bedeuten gleichzeitig aber auch mehr Verantwortung“, sagte der CDU-Politiker. Der Unabhängige Kontrollrat solle deshalb zu einem stärkeren Kontrollorgan ausgebaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftlichen Dienste weisen ebenfalls darauf hin, dass operative Cybermaßnahmen der Nachrichtendienste den besonderen Regeln der parlamentarischen Nachrichtendienstkontrolle unterliegen würden.</p>



<h2 id="h-polizeigewerkschaft-verteidigt-trennungsgebot" class="wp-block-heading"><span id="polizeigewerkschaft-verteidigt-trennungsgebot">Polizeigewerkschaft verteidigt Trennungsgebot</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Gewerkschaft der Polizei unterstützt eine bessere Ausstattung der deutschen Sicherheitsbehörden, zieht jedoch beim Verhältnis zwischen Polizei und Geheimdiensten eine Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das verfassungsrechtliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten bleibt für uns unantastbar“, erklärte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachrichtendienste müssten rechtlich, technisch und personell in die Lage versetzt werden, Bedrohungen zu erkennen. Polizeiliche Befugnisse dürften dadurch jedoch nicht ohne klare Grenzen auf Geheimdienste übergehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verfassungsrechtliche Zuständigkeitsfrage wird bei Cyberangriffen zusätzlich dadurch erschwert, dass sich deren Ursprung häufig nicht eindeutig bestimmen lässt. Bei BND und Verfassungsschutz kommt hinzu, dass der eine grundsätzlich für das Ausland und der andere für das Inland zuständig ist. Gerade im Cyberraum lässt sich diese Grenze technisch nicht immer eindeutig ziehen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Rechte Täter haben Muslime im Visier: Islamfeindliche Straftaten nehmen Überhand</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/rechte-taeter-haben-muslime-im-visier-islamfeindliche-straftaten-nehmen-ueberhand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 23:09:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>231 islamfeindliche Straftaten in sechs Monaten: Mehr als 80 Prozent ordnen die Sicherheitsbehörden dem rechten Spektrum zu. Unter den Fällen sind 16 Gewaltdelikte und neun Angriffe mit Moscheen als Ziel – festgenommen wurde niemand.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Frechte-taeter-haben-muslime-im-visier-islamfeindliche-straftaten-nehmen-ueberhand%2F&amp;action_name=Rechte%20T%C3%A4ter%20haben%20Muslime%20im%20Visier%3A%20Islamfeindliche%20Straftaten%20nehmen%20%C3%9Cberhand&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden im ersten Halbjahr 231 islamfeindliche Straftaten registriert – 194 davon ordneten sie der politisch motivierten Kriminalität von <a href="https://fokus-afrika.de/politisch-motivierte-straftaten-steigen-auf-neuen-hoechststand/">rechts</a> zu. Die Zahlen betreffen den Zeitraum von Januar bis Juni 2026. Unter den erfassten Fällen waren 16 Gewaltdelikte, 89 Volksverhetzungen und 13 Sachbeschädigungen. 127 Tatverdächtige wurden ermittelt, festgenommen wurde niemand.</p>



<h2 id="h-16-gewaltdelikte-gegen-muslime-und-den-islam" class="wp-block-heading"><span id="16-gewaltdelikte-gegen-muslime-und-den-islam">16 Gewaltdelikte gegen Muslime und den Islam</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt die Zahlen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag. Erfasst werden Straftaten, die sich gegen den Islam oder gegen Muslime richten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle 16 registrierten Gewaltdelikte waren Körperverletzungen. 14 davon wurden dem rechten Spektrum zugerechnet, jeweils ein Fall einer ausländischen Ideologie und einer sonstigen politischen Zuordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen 89 Fälle von Volksverhetzung. 74 davon wurden als rechts motiviert eingestuft. Außerdem registrierten die Behörden 13 Sachbeschädigungen, elf Fälle von Nötigung oder Bedrohung sowie elf Fälle, in denen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt entfielen 194 der 231 Straftaten auf den Bereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“. Zwölf Fälle wurden einer ausländischen Ideologie zugerechnet, zehn einer religiösen Ideologie und 15 konnten keinem dieser Bereiche eindeutig zugeordnet werden.</p>



<h2 id="h-neun-straftaten-richteten-sich-gegen-moscheen" class="wp-block-heading"><span id="neun-straftaten-richteten-sich-gegen-moscheen">Neun Straftaten richteten sich gegen Moscheen</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="887" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1024x887.jpg" alt="" class="wp-image-28916 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1024x887.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-300x260.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-768x665.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-380x329.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-800x693.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1160x1005.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Neun der registrierten Straftaten hatten ausdrücklich eine Moschee als Angriffsziel. Darunter waren fünf Sachbeschädigungen. In einem weiteren Fall wurden Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation verwendet, drei weitere Taten fallen in andere Deliktskategorien.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den 127 ermittelten Tatverdächtigen befanden sich auch Verdächtige wegen Körperverletzungen, Bedrohungen und Volksverhetzung. Zu einer Festnahme kam es im gesamten ersten Halbjahr nicht.</p>



<h2 id="h-231-falle-bedeuten-noch-keinen-ruckgang" class="wp-block-heading"><span id="231-faelle-bedeuten-noch-keinen-rueckgang">231 Fälle bedeuten noch keinen Rückgang</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Zahl liegt deutlich unter den für frühere Halbjahre ausgewiesenen Werten. Daraus lässt sich nach Angaben der Bundesregierung jedoch kein belastbarer Rückgang ableiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grund ist eine technische Umstellung beim Meldesystem für politisch motivierte Kriminalität. Seit dem 1. Juni werden noch nicht übermittelte Fälle schrittweise an das Bundeskriminalamt nachgemeldet. Die Bundesregierung warnt deshalb ausdrücklich davor, die 231 bislang registrierten Straftaten mit früheren Zeiträumen zu vergleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen für 2026 sind vorläufig und können sich durch Nachmeldungen noch erhöhen.</p>



<h2 id="h-178-beschwerden-wegen-antimuslimischer-diskriminierung" class="wp-block-heading"><span id="178-beschwerden-wegen-antimuslimischer-diskriminierung">178 Beschwerden wegen antimuslimischer Diskriminierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/guterres-warnt-vor-wachsendem-antimuslimischem-hass/">Parallel zur Kriminalstatistik registrierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im ersten Halbjahr 178 Fälle antimuslimischer Diskriminierung.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig betrafen die Beschwerden das Arbeitsleben. 58 Fälle wurden dem Arbeitsmarkt zugeordnet. Weitere 42 entfielen auf private Dienstleistungen und den Zugang zu Gütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus Bildung und Wohnungsmarkt wurden jeweils 13 Fälle gemeldet, aus dem Bereich Justiz und Polizei zwölf. Zehn Beschwerden betrafen Gesundheit und Pflege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regional wurden die meisten Fälle in Nordrhein-Westfalen erfasst. Dort gingen 43 Meldungen ein. Es folgten Berlin mit 26 und Bayern mit 23 Fällen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei 48 der insgesamt 178 Beschwerden stellte die Antidiskriminierungsstelle eine unmittelbare Benachteiligung fest. Jeweils 14 Fälle wurden als mittelbare Benachteiligung beziehungsweise Belästigung eingeordnet. <a href="https://fokus-afrika.de/politisch-motivierte-gewalt-gegen-gefluechtete-steigt-linke-lehnt-eu-abschiebezentren-ab/">Bei einem erheblichen Teil ließen die vorliegenden Angaben keine eindeutige Zuordnung zu.</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Ist die deutsche Entwicklungshilfe wirksam? Ein Experte klärt auf</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/ist-die-deutsche-entwicklungshilfe-wirksam-ein-experte-klaert-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 13:51:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milliarden für Entwicklungshilfe, aber bringt sie überhaupt etwas? DEval-Chef Jörg Faust verweist auf messbare Erfolge bei Bildung, Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Demokratieförderung – und nennt zugleich konkrete Reformen für die deutsche Entwicklungspolitik.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fist-die-deutsche-entwicklungshilfe-wirksam-ein-experte-klaert-auf%2F&amp;action_name=Ist%20die%20deutsche%20Entwicklungshilfe%20wirksam%3F%20Ein%20Experte%20kl%C3%A4rt%20auf&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erzielt nach Einschätzung des Deutschen Evaluierungsinstituts der Entwicklungszusammenarbeit nachweisbare Erfolge bei Armutsbekämpfung, Bildung, Klimaschutz und Demokratieförderung. Jörg Faust, <a href="https://fokus-afrika.de/reform-der-entwicklungszusammenarbeit-prof-joerg-faust-praesentiert-analyse-im-bundestag/" data-type="post" data-id="22673">Direktor des Instituts</a>, verweist zugleich auf Reformbedarf bei der Auswahl und Umsetzung von Projekten. In der Debatte über milliardenschwere Kürzungen spricht er sich für stärkere Konzentration, weniger kleinteilige Vorhaben und eine bessere Koordination aus. Weitere Einschnitte sieht Faust angesichts wachsender globaler Krisen kritisch.</p>



<h2 id="h-studien-zeigen-positive-effekte" class="wp-block-heading"><span id="studien-zeigen-positive-effekte">Studien zeigen positive Effekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit, kurz DEval, untersucht seit 2012 die Wirksamkeit deutscher Entwicklungsmaßnahmen. Faust widerspricht der verbreiteten Einschätzung, Entwicklungszusammenarbeit bringe zu wenig messbare Ergebnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele länderübergreifende Studien der vergangenen 20 bis 25 Jahre hätten positive Wirkungen festgestellt. „Bei Primärschulbildung, Armutsbekämpfung, Klimaschutz oder Demokratieförderung ist länderübergreifend Wirksamkeit belegt“, sagte Faust der <a href="https://www.das-parlament.de/aussen/entwicklungspolitik/die-wirksamkeit-ist-gut-belegt">Wochenzeitung <em>Das Parlament</em></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei einzelnen Instrumenten gebe es positive Befunde. Er nennt Schulernährungsprogramme, direkte Geldtransfers an Haushalte, Waldschutz und politische Bildungsmaßnahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie stark ein Projekt wirkt, wird je nach Maßnahme mit Statistiken, Befragungen, Satellitendaten oder Vergleichsgruppen untersucht.</p>



<h2 id="h-bewasserung-in-mali-verbessert-lebensbedingungen-und-sicherheit" class="wp-block-heading"><span id="bewaesserung-in-mali-verbessert-lebensbedingungen-und-sicherheit">Bewässerung in Mali verbessert Lebensbedingungen und Sicherheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel verweist Faust auf ein untersuchtes Projekt in <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/mali/" data-type="category" data-id="74">Mali</a>. Dort habe DEval mithilfe von Kontrollgruppen und Satellitendaten die Wirkung einfacher Bewässerungssysteme untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse zeigten demnach Verbesserungen bei den Lebensbedingungen und bei der lokalen Sicherheit. Gleichzeitig sei der Migrationsdruck zurückgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bmz-unter-druck-25-milliarden-e-entwicklungshilfe-ohne-klare-wirkung/" data-type="post" data-id="26418">Die Bewertung deutscher Entwicklungsprojekte erfolgt nicht allein durch DEval.</a> Einzelne Vorhaben werden auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit auf Basis von Stichproben evaluiert. DEval konzentriert sich unter anderem auf projektübergreifende Untersuchungen zu Klimaschutz, Menschenrechten und Finanzierungsinstrumenten.</p>



<h2 id="h-unterstutzung-in-deutschland-wird-fragiler" class="wp-block-heading"><span id="unterstuetzung-in-deutschland-wird-fragiler">Unterstützung in Deutschland wird fragiler</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-130-millionen-euro-fuer-den-sahel-deutsche-unterstuetzen-den-kampf-gegen-hunger/" data-type="post" data-id="28985">Die öffentliche Unterstützung für Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland nimmt nach Erkenntnissen des Instituts ab. </a>Der DEval-Meinungsmonitor zeige eine fragile Zustimmung, während das Wissen über das Politikfeld in Teilen der Bevölkerung gering sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig steht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter erheblichem Spardruck. <a href="https://fokus-afrika.de/haushalt-2026-plus-fuer-das-auswaertiges-amt-abzuege-beim-bmz/" data-type="post" data-id="20020">Seit 2022 wurde sein Etat um fast 20 Prozent reduziert.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faust hält es grundsätzlich für sinnvoll, den Einsatz knapper Haushaltsmittel regelmäßig zu überprüfen. Weitere Kürzungen betrachtet er jedoch skeptisch.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-22677 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-768x511.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-1536x1022.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-2048x1363.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259-1160x772.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Joerg_Faust_14094981259.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Globale Entwicklungsprobleme nähmen zu und wirkten inzwischen deutlich unmittelbarer auf Deutschland. Als Beispiele nennt er Pandemiegefahren, Klimawandel, den Verlust biologischer Vielfalt und unkontrollierte Fluchtbewegungen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Entwicklungsprobleme wirken sich viel direkter auf unseren Wohlstand aus als noch vor einigen Jahrzehnten“, sagte Faust.</p>



<h2 id="h-usaid-kurzungen-treffen-armutsbekampfung" class="wp-block-heading"><span id="usaid-kuerzungen-treffen-armutsbekaempfung">USAID-Kürzungen treffen Armutsbekämpfung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kritisch beurteilt der DEval-Direktor auch den weitgehenden Abbau der amerikanischen Entwicklungsagentur USAID unter US-Präsident Donald Trump.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kürzungen hätten unmittelbare Folgen für humanitäre Hilfe und Armutsbekämpfung. Projekte mit Erfolgspotenzial könnten nicht weitergeführt werden, zudem fehlten Mittel für langfristige Reformprogramme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faust verweist dabei auch auf die politische Funktion von Entwicklungsorganisationen und politischen Stiftungen. In autoritär regierten Staaten könnten sie gesellschaftliche und demokratische Strukturen unterstützen.</p>



<h2 id="h-weniger-kleine-projekte-starkere-konzentration" class="wp-block-heading"><span id="weniger-kleine-projekte-staerkere-konzentration">Weniger kleine Projekte, stärkere Konzentration</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der positiven Wirkungsbefunde sieht Faust erheblichen Reformbedarf in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Partner in den Empfängerländern müssten stärker in Planung und Umsetzung eingebunden werden und selbst ein Interesse an Reformen haben. Besonders schwierig seien dauerhafte Erfolge in politisch instabilen und von Konflikten geprägten Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faust plädiert zudem für weniger kleinteilige Projekte, eine Konzentration auf eine begrenzte Zahl von Zielen und eine bessere Abstimmung der verschiedenen entwicklungspolitischen Akteure.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan will die deutsche Zusammenarbeit künftig stärker auf die am wenigsten entwickelten Staaten konzentrieren und bei Flucht und Krisenbewältigung einen Schwerpunkt auf die europäische Nachbarschaft legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gut begründete Konzentration auf bestimmte Themen und Instrumente bewertet Faust positiv. In der Vergangenheit sei eine solche Fokussierung jedoch häufig an der Vielzahl staatlicher und nichtstaatlicher Akteure und ihrer unterschiedlichen Interessen gescheitert.</p>



<h2 id="h-privatwirtschaft-kann-staatliche-zusammenarbeit-nicht-ersetzen" class="wp-block-heading"><span id="privatwirtschaft-kann-staatliche-zusammenarbeit-nicht-ersetzen">Privatwirtschaft kann staatliche Zusammenarbeit nicht ersetzen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine stärkere Einbindung von Unternehmen könne Entwicklungsprozesse beschleunigen. Studien zeigten zudem, dass deutsche Entwicklungszusammenarbeit positive Auswirkungen auf deutsche Exporte haben könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Konzentration auf Wirtschaftswachstum allein hält Faust allerdings für unzureichend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wirtschaftliches Wachstum allein reicht meist nicht für nachhaltige Armutsbekämpfung, Demokratie und den Schutz globaler öffentlicher Güter“, sagte der DEval-Direktor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nötig seien zusätzlich politische und rechtliche Rahmenbedingungen, die Chancengleichheit, eine breitere Verteilung von Wohlstand sowie ökologische Nachhaltigkeit fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fist-die-deutsche-entwicklungshilfe-wirksam-ein-experte-klaert-auf%2F&amp;action_name=Ist%20die%20deutsche%20Entwicklungshilfe%20wirksam%3F%20Ein%20Experte%20kl%C3%A4rt%20auf&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/ist-die-deutsche-entwicklungshilfe-wirksam-ein-experte-klaert-auf/">Ist die deutsche Entwicklungshilfe wirksam? Ein Experte klärt auf</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Jörg_Faust_(14094981259)</media:title>
			<media:description type="html">Jörg Faust (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn), Foto: www.stephan-roehl.de</media:description>
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		<item>
		<title>AfD-Entwicklungspolitiker Kever will BMZ-Etat auf zwei Milliarden Euro kürzen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afd-entwicklungspolitiker-kever-will-bmz-etat-auf-zwei-milliarden-euro-kuerzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 10:30:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur noch zwei statt 10,1 Milliarden Euro: AfD-Entwicklungspolitiker Rocco Kever will das BMZ auflösen und Entwicklungsprojekte stärker durch private Geldgeber finanzieren. Beim Kahlschlag der US-Entwicklungshilfe zieht er jedoch eine Grenze.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-entwicklungspolitiker-kever-will-bmz-etat-auf-zwei-milliarden-euro-kuerzen%2F&amp;action_name=AfD-Entwicklungspolitiker%20Kever%20will%20BMZ-Etat%20auf%20zwei%20Milliarden%20Euro%20k%C3%BCrzen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afd-entwicklungspolitiker-kever-will-bmz-etat-auf-zwei-milliarden-euro-kuerzen/">AfD-Entwicklungspolitiker Kever will BMZ-Etat auf zwei Milliarden Euro kürzen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der AfD-Bundestagsabgeordnete Rocco Kever fordert einen weitgehenden Rückzug des Bundes aus der klassischen Entwicklungsfinanzierung und will private Geldgeber stärker einbinden. Seit seinem Einzug in den Bundestag befasst sich der 47-Jährige für seine Fraktion mit Entwicklungspolitik. Die AfD will das Bundesentwicklungsministerium auflösen und die derzeit vorgesehenen Milliardenmittel auf einen Bruchteil reduzieren. Entwicklungsprojekte sollen nach Kevers Vorstellungen stärker über Crowdfunding und private Finanzierung getragen werden.</p>



<h2 id="h-afd-will-entwicklungsetat-massiv-reduzieren" class="wp-block-heading"><span id="afd-will-entwicklungsetat-massiv-reduzieren">AfD will Entwicklungsetat massiv reduzieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kever vertritt die AfD im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Bundestages. In einem Porträt der Wochenzeitung&nbsp;<em>Das Parlament</em>&nbsp;begründet er den Kurs seiner Fraktion mit Zweifeln an der Wirksamkeit der bisherigen deutschen Entwicklungspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir machen seit 60 Jahren Entwicklungshilfe, und in Afrika kippt wieder ein Staat nach dem anderen“, sagte Kever. Er sehe zu wenige Erfolgsgeschichten und zu geringe Ergebnisse. Zugleich kritisiert er, dass von den eingesetzten Geldern nach seiner Auffassung zu wenig bei den eigentlich vorgesehenen Empfängern ankomme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-fordert-abschaffung-des-entwicklungsministeriums/" data-type="post" data-id="13459">Die AfD fordert deshalb die Auflösung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).</a> <a href="https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/">Die im Bundeshaushalt vorgesehenen 10,1 Milliarden Euro sollen nach den Vorstellungen der Partei auf zwei Milliarden Euro reduziert werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon sollen 800 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zum Auswärtigen Amt wechseln. Weitere 1,2 Milliarden Euro sollen dem Bundeswirtschaftsministerium zugeordnet werden.</p>



<h2 id="h-private-finanzierung-statt-staatlicher-entwicklungsgelder" class="wp-block-heading"><span id="private-finanzierung-statt-staatlicher-entwicklungsgelder">Private Finanzierung statt staatlicher Entwicklungsgelder</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kever stellt die Entwicklungszusammenarbeit dabei nicht grundsätzlich infrage. Es gebe erfolgreiche Projekte, deren Wirkung messbar sei. Auch humanitäre Hilfe bezeichnet er als wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei längerfristigen Entwicklungsprojekten will der AfD-Politiker jedoch die Finanzierung verändern. Statt überwiegend auf Steuermittel zu setzen, sollen private Geldgeber und Crowdfunding eine größere Rolle übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe nicht das hehre Ziel, die Welt zu retten. Aber wenn, dann sollte man doch darauf achten, dass das Geld auch sinnvoll ankommt“, sagte Kever.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ansatz würde die bisherige Struktur der deutschen Entwicklungszusammenarbeit grundlegend verändern. Deutschland finanziert bislang über das BMZ zahlreiche bilaterale und multilaterale Programme in Afrika, Asien, Lateinamerika und anderen Regionen.</p>



<h2 id="h-kever-kritisiert-vorgehen-gegen-usaid" class="wp-block-heading"><span id="kever-kritisiert-vorgehen-gegen-usaid">Kever kritisiert Vorgehen gegen USAID</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usaid-schliessung-tiefgreifende-folgen-fuer-afrika-und-europas-entwicklungspolitik/">Von pauschalen Kürzungen nach dem Vorbild der US-Entwicklungsbehörde USAID grenzt sich Kever zugleich ab. </a>Den weitreichenden Abbau der US-Entwicklungsstrukturen kritisiert er als wenig zielgerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das war eine kaum zielführende Rasenmäher-Methode“, sagte der AfD-Politiker. Als Beispiel nannte er Sambia. Dort könnten wichtige Medikamente fehlen. Ein solches Vorgehen sei kontraproduktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gegenüber der Bundesregierung übt Kever Kritik. Antworten auf Kleine Anfragen seiner Fraktion zur Entwicklungspolitik seien aus seiner Sicht häufig zu unbestimmt.</p>



<h2 id="h-von-der-sozialpadagogik-in-den-bundestag" class="wp-block-heading"><span id="von-der-sozialpaedagogik-in-den-bundestag">Von der Sozialpädagogik in den Bundestag</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="316" height="475" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092.jpg" alt="" class="wp-image-28714 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092.jpg 316w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 316px) 100vw, 316px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Kever wurde in Templin geboren und wuchs in Kühlungsborn und Schwedt auf. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Bauzeichner und wechselte anschließend zur Bundeswehr. Dort verpflichtete er sich für zehn Jahre und schied als Hauptfeldwebel aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Bundeswehrfachschule Hannover erwarb er anschließend die Fachschulreife Sozialpädagogik. Mit Anfang 30 begann er ein Studium der Sozialwissenschaften in Osnabrück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2014 trat Kever in die AfD ein. Ab 2017 arbeitete er zunächst als Pressereferent einer AfD-Stadtratsfraktion in Hannover und später als Referent für einen Bundestagsabgeordneten. Zwischen 2022 und 2025 war er stellvertretender Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungspolitik habe innerhalb der Partei zunächst nur eine geringe Rolle gespielt, erklärte Kever gegenüber <em><a href="https://www.das-parlament.de/panorama/personalia/von-der-sozialpaedagogik-zur-entwicklungspolitik-rocco-kever">Das Parlament</a></em>. Erst in den vergangenen Jahren habe sich innerhalb der AfD ein stärkeres Verständnis für dieses Politikfeld entwickelt.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>58 Spionage- und Sabotageverfahren: Russland setzt in Deutschland auf „Low-Level-Agenten“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/58-spionage-und-sabotageverfahren-russland-setzt-in-deutschland-auf-low-level-agenten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 10:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>58 Ermittlungsverfahren, 30 Festnahmen und eine neue Methode russischer Dienste: Für Sabotage und Spionage werden in Deutschland zunehmend gewöhnliche Personen über Telegram und andere Messenger angeworben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2F58-spionage-und-sabotageverfahren-russland-setzt-in-deutschland-auf-low-level-agenten%2F&amp;action_name=58%20Spionage-%20und%20Sabotageverfahren%3A%20Russland%20setzt%20in%20Deutschland%20auf%20%E2%80%9ELow-Level-Agenten%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/58-spionage-und-sabotageverfahren-russland-setzt-in-deutschland-auf-low-level-agenten/">58 Spionage- und Sabotageverfahren: Russland setzt in Deutschland auf „Low-Level-Agenten“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Generalbundesanwalt hat innerhalb von fünf Jahren 58 Ermittlungsverfahren wegen Spionage, Sabotage und vergleichbarer Staatsschutzdelikte eingeleitet. Mit Stand vom 10. Juli 2026 erstreckt sich die Erhebung auf den Zeitraum seit Juli 2021. In 53 Fällen ging es um geheimdienstliche Agententätigkeit mit Bezug zu einem fremden Staat. Die Bundesregierung beschreibt zugleich eine zunehmende Anwerbung gewöhnlicher Einzelpersonen über soziale Medien und Messenger für russische Sabotage- und Spionageaktivitäten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zuständigkeitsbereich des Generalbundesanwalts kam es in diesem Zeitraum zu 30 Festnahmen, 19 Anklagen und 13 Verurteilungen. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu Spionage, Sabotage und Einschüchterungsversuchen fremder Staaten gegen Deutschland.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tatsächliche Zahl der Ermittlungen kann höher liegen. Verdeckte Ermittlungsverfahren sind in den veröffentlichten Daten ausdrücklich nicht enthalten. Die Bundesregierung verweigert dazu auch gegenüber dem Bundestag weitere Angaben, weil eine Offenlegung laufende Ermittlungen gefährden könnte.&nbsp;</p>



<h2 id="h-russland-rekrutiert-agenten-uber-soziale-medien" class="wp-block-heading"><span id="russland-rekrutiert-agenten-ueber-soziale-medien">Russland rekrutiert Agenten über soziale Medien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders konkret äußert sich die Bundesregierung zum Vorgehen russischer Nachrichten- und Sicherheitsdienste. Diese griffen für Sabotageaktionen häufig auf „niedrigschwellig rekrutierte Low-Level-Agenten“ zurück. Dabei handelt es sich nicht zwingend um ausgebildete Geheimdienstmitarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die angeworbenen Personen übernehmen demnach neben Sabotageaufträgen auch Spionage- und Propagandaaktivitäten für russische Stellen. Als Motive nennt die Bundesregierung vor allem finanzielle Interessen, teilweise aber auch ideologische Beweggründe.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rekrutierung verlagert sich zunehmend ins Internet. Ausländische Nachrichtendienste nutzten insbesondere verschlüsselte Messenger, um mögliche Zielpersonen zu finden, anzuwerben und anschließend zu steuern. „Besonders häufig“ komme dabei Telegram zum Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mehreren Fällen von Sachbeschädigung oder Störungen der öffentlichen Ordnung mit Anhaltspunkten für den Einsatz solcher Agenten seien die mutmaßlichen Täter über Messenger angeworben oder darüber angeleitet worden. Die Bundesregierung schreibt digitalen Kommunikationsdiensten deshalb eine „erhebliche Bedeutung“ für die Organisation entsprechender Operationen zu.&nbsp;</p>



<h2 id="h-iran-nutzt-kriminelle-strukturen" class="wp-block-heading"><span id="iran-nutzt-kriminelle-strukturen">Iran nutzt kriminelle Strukturen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Iran setzt nach Erkenntnissen der Bundesregierung zunehmend auf Personen außerhalb der klassischen Geheimdienststrukturen. Teheran nutze seit einigen Jahren verstärkt „Proxy-Strukturen und kriminelle Einzelpersonen“ für Ausspähungsaktivitäten sowie zur Vorbereitung und Durchführung staatsterroristischer Anschläge.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche konkreten Operationen russische, iranische oder andere ausländische Dienste in Deutschland durchgeführt oder vorbereitet haben, legt die Bundesregierung allerdings nicht offen. Mehrere Fragen zu betroffenen Unternehmen, möglichen Sabotagezielen und Herkunftsstaaten beantwortet sie mit Verweis auf den Schutz der Arbeitsweisen und Fähigkeiten deutscher Nachrichtendienste.&nbsp;</p>



<h2 id="h-rustungsindustrie-besonders-im-visier" class="wp-block-heading"><span id="ruestungsindustrie-besonders-im-visier">Rüstungsindustrie besonders im Visier</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-leidet-unter-angriffen-auf-seine-verteidigungsindustrie-durch-spionage/">Besonders gefährdet sieht die Bundesregierung die deutsche Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. </a>Sie stehe „besonders im Fokus“ ausländischer Nachrichtendienste. Das Bundesamt für Verfassungsschutz steht deshalb regelmäßig mit Unternehmen der Branche in Kontakt und führt sowohl anlassbezogene als auch allgemeine Präventionsmaßnahmen durch. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-26894 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Rheinmetall_kf51_dynamisch_hohe_aufloesung_1XII0825.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz hat seit 2021 mehrfach Sicherheitshinweise für Unternehmen herausgegeben. Dazu gehörten Warnungen zum Ukraine-Krieg, zum Schutz vor Sabotage und zur Spionage gegen den Verteidigungssektor. 2025 gründete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zudem einen Expertenkreis zur Informationssicherheit in der Rüstungsindustrie. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt außerdem mindestens zwei bekannte ausländische Einflusskampagnen, die mit gefälschten oder manipulierten Medieninhalten arbeiten: die „Doppelgänger“- und die „Matyroschka“-Kampagne. Fremde Staaten versuchten darüber hinaus, verdeckt Einfluss auf politische Entscheidungsträger zu nehmen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben und öffentliche Debatten zu beeinflussen. <a href="https://fokus-afrika.de/russlands-auslandsgeheimdienst-uebernimmt-wagner-netzwerk-fuer-einflussoperationen-in-afrika/" data-type="post" data-id="24623">Wie groß die tatsächliche Wirkung solcher Aktivitäten ist, lasse sich jedoch nicht belastbar beziffern.</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/58-spionage-und-sabotageverfahren-russland-setzt-in-deutschland-auf-low-level-agenten/">58 Spionage- und Sabotageverfahren: Russland setzt in Deutschland auf „Low-Level-Agenten“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:description type="html">Bild: Rheinmetall</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>SPD warnt vor Entwicklungskürzungen: „Russland und China füllen die Lücke“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/spd-warnt-vor-entwicklungskuerzungen-russland-und-china-fuellen-die-luecke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 11:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland kürzt bei der Entwicklungszusammenarbeit. SPD-Politikerin Sanae Abdi warnt: Wo Berlin sich zurückzieht, gewinnen Russland und China an Einfluss.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fspd-warnt-vor-entwicklungskuerzungen-russland-und-china-fuellen-die-luecke%2F&amp;action_name=SPD%20warnt%20vor%20Entwicklungsk%C3%BCrzungen%3A%20%E2%80%9ERussland%20und%20China%20f%C3%BCllen%20die%20L%C3%BCcke%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/spd-warnt-vor-entwicklungskuerzungen-russland-und-china-fuellen-die-luecke/">SPD warnt vor Entwicklungskürzungen: „Russland und China füllen die Lücke“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://fokus-afrika.de/sanae-abdi-konflikte-und-krisen-bleiben-die-groesste-herausforderung/" data-type="post" data-id="14122">SPD-Entwicklungspolitikerin Sanae Abdi</a> warnt vor weiteren Kürzungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und sieht dadurch auch deutsche Interessen gefährdet. Am Freitag erklärte die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, ein Rückzug Deutschlands könne Migration verstärken und den Einfluss Russlands und Chinas in Partnerstaaten ausweiten. <a href="https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/">Zugleich sprach sie sich gegen eine Auflösung des Bundesentwicklungsministeriums aus.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was wir jetzt einsparen, wird hinterher mehr Geld kosten, wenn sich wieder mehr Menschen auf die Flucht begeben oder die Klimakatastrophe voranschreitet“, sagte Abdi der Wochenzeitung&nbsp;<em>Das Parlament</em>. Dort, wo Deutschland sein Engagement reduziere, „füllen außerdem Staaten wie Russland und China die Lücke“.</p>



<h2 id="h-abdi-sieht-deutsche-interessen-betroffen" class="wp-block-heading"><span id="abdi-sieht-deutsche-interessen-betroffen">Abdi sieht deutsche Interessen betroffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abdi stellt Entwicklungszusammenarbeit ausdrücklich auch als Instrument deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik dar. Deutschland profitiere als Exportnation von stabilen Partnerschaften und guten Handelsbeziehungen. Zugleich könnten bessere Lebensbedingungen dazu beitragen, dass Menschen ihre Herkunftsländer nicht verlassen müssten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="564" height="752" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/02/abdi_sanae-2.jpg" alt="" class="wp-image-14123 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/02/abdi_sanae-2.jpg 564w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/02/abdi_sanae-2-225x300.jpg 225w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/02/abdi_sanae-2-380x507.jpg 380w" sizes="(max-width: 564px) 100vw, 564px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die SPD-Abgeordnete widersprach damit der Vorstellung, Entwicklungszusammenarbeit diene ausschließlich humanitären oder karitativen Zielen. Deutsche Entwicklungszusammenarbeit sei schon lange interessengeleitet, erklärte sie. Eine stärkere Benennung eigener Interessen könne auch zu einem transparenteren Verhältnis mit Partnerstaaten beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/" data-type="post" data-id="28627">Die Bundesregierung hat ihre Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bereits reduziert. </a>Auch für 2027 sind weitere Kürzungen vorgesehen. Abdi bezeichnete diese als „großen Fehler“. Angesichts der Haushaltslage zeigte sie sich zugleich wenig zuversichtlich, dass die Mittel in den bevorstehenden Verhandlungen deutlich angehoben werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD schlägt vor, Entwicklungsmaßnahmen für die Ukraine teilweise von den regulären Grenzen der Schuldenbremse auszunehmen. Damit könnten entsprechende Programme über Kredite finanziert werden, ähnlich wie bestimmte militärische Ausgaben.</p>



<h2 id="h-marokko-als-beispiel-fur-deutsche-entwicklungsprojekte" class="wp-block-heading"><span id="marokko-als-beispiel-fuer-deutsche-entwicklungsprojekte">Marokko als Beispiel für deutsche Entwicklungsprojekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel für die Wirkung deutscher Entwicklungszusammenarbeit verwies Abdi auf ihr Geburtsland <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/marokko/" data-type="category" data-id="26">Marokko</a>. Deutschland habe dort Solarprojekte unterstützt und damit zum Ausbau erneuerbarer Energien beigetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdi wurde in Marokko geboren und gehört dem Bundestag seit 2021 an. Vor ihrer parlamentarischen Tätigkeit arbeitete sie für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ. Dort leitete sie nach eigenen Angaben ein Projekt zu nachhaltigen Textillieferketten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abgeordnete bezeichnete die Entwicklungszusammenarbeit auch als Teil einer langfristigen Partnerschaftspolitik. <a href="https://fokus-afrika.de/usaid-schliessung-tiefgreifende-folgen-fuer-afrika-und-europas-entwicklungspolitik/">Deutschland konkurriert insbesondere in Afrika mit weiteren internationalen Akteuren um wirtschaftlichen und politischen Einfluss. </a>Abdi verwies in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf Russland und China.</p>



<h2 id="h-kritik-an-planen-fur-auflosung-des-bmz" class="wp-block-heading"><span id="kritik-an-plaenen-fuer-aufloesung-des-bmz">Kritik an Plänen für Auflösung des BMZ</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vorschläge aus der Union, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aufzulösen und seine Aufgaben dem Auswärtigen Amt zu übertragen, lehnte Abdi ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entwicklungszusammenarbeit muss ein eigenständiges strategisches Instrument bleiben“, sagte sie. <a href="https://fokus-afrika.de/schafft-die-spd-das-eigene-entwicklungsministerium-ab/" data-type="post" data-id="28687">Die Erfahrungen Großbritanniens zeigten aus ihrer Sicht, dass eine Zusammenlegung Kompetenzen verwässere und entwicklungspolitische Ziele an Gewicht verlören.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung arbeitet zugleich an einer Reform der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat ein Konzept vorgelegt, das ab Sommer 2027 umgesetzt werden soll. Vorgesehen sind unter anderem weniger Bürokratie, eine stärkere strategische Ausrichtung und eine Priorisierung der Hungerbekämpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdi unterstützt diese Ziele, warnte jedoch davor, Reformen mit zusätzlichen Einsparungen zu verbinden. Sie fordert außerdem eine engere Abstimmung mit europäischen Partnern, mehr Verantwortung für Akteure in den Partnerländern und eine stärkere Verzahnung von Entwicklungs-, Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Europas Geheimdienste im Ranking: MI6 weit vor dem deutschen BND</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/europas-geheimdienste-im-ranking-mi6-weit-vor-dem-deutschen-bnd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 11:44:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[UK]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Europas Geheimdienste im Vergleich: Der britische MI6 dominiert mit 251 Punkten. Frankreich folgt deutlich dahinter – und der deutsche BND landet nur auf Platz fünf.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Feuropas-geheimdienste-im-ranking-mi6-weit-vor-dem-deutschen-bnd%2F&amp;action_name=Europas%20Geheimdienste%20im%20Ranking%3A%20MI6%20weit%20vor%20dem%20deutschen%20BND&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/europas-geheimdienste-im-ranking-mi6-weit-vor-dem-deutschen-bnd/">Europas Geheimdienste im Ranking: MI6 weit vor dem deutschen BND</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 führt ein Ranking europäischer Nachrichtendienste mit deutlichem Abstand vor Frankreich und den Niederlanden an. Die Rangliste wurde Anfang August veröffentlicht. Der MI6 erreicht 251 Punkte, die französische DGSE folgt mit 169 Punkten. Der deutsche Bundesnachrichtendienst kommt mit 62 Punkten lediglich auf Platz fünf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das französische Nachrichtenmagazin&nbsp;<em>L’Express</em>&nbsp;hatte für die Untersuchung 60 Fachleute aus Nachrichtendiensten in 25 Ländern nach ihrer Einschätzung anderer westlich orientierter Dienste gefragt. Über einen Zeitraum von drei Monaten entstand daraus eine Rangliste, die vor allem Reputation, operative Fähigkeiten und die Einschätzung innerhalb der Nachrichtendienstwelt widerspiegelt.</p>



<h2 id="h-mi6-mit-grossem-abstand-auf-platz-eins" class="wp-block-heading"><span id="mi6-mit-grossem-abstand-auf-platz-eins">MI6 mit großem Abstand auf Platz eins</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 251 Punkten liegt der britische Secret Intelligence Service, besser bekannt als MI6, 82 Punkte vor der französischen Direction générale de la sécurité extérieure, kurz DGSE.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hoch bewerteten die befragten Fachleute die Fähigkeit der Briten, hochrangige menschliche Quellen zu gewinnen und Zugang zu politischen und staatlichen Eliten anderer Länder zu erhalten. Genannt wurden dabei insbesondere Russland, China, Iran und die Türkei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der frühere CIA-Mitarbeiter Robert Gorelick bezeichnete die britischen Dienste gegenüber&nbsp;<em>L’Express</em>&nbsp;als die mit Abstand stärksten Europas. Auch beim Krieg in der Ukraine wird dem MI6 eine zentrale Rolle zugeschrieben. Großbritannien gehörte zu den Staaten, die Kiew früh vor einer bevorstehenden russischen Invasion warnten.</p>



<h2 id="h-frankreichs-dgse-mit-starker-stellung-in-afrika" class="wp-block-heading"><span id="frankreichs-dgse-mit-starker-stellung-in-afrika">Frankreichs DGSE mit starker Stellung in Afrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Rang zwei folgt die französische DGSE mit 169 Punkten. Sie gehört nach Einschätzung der Befragten zu den wenigen europäischen Diensten, die über nahezu weltweite operative Fähigkeiten verfügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Rolle spielt dabei Afrika. Die DGSE verfügt aufgrund der langjährigen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Präsenz Frankreichs auf dem Kontinent über weitreichende Strukturen und Kontakte. <em>L’Express</em> führt unter anderem den Wagner-Aufstand in Russland im Juni 2023 an. Frankreich hatte die CIA zuvor über Vorbereitungen des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin informiert. <a href="https://fokus-afrika.de/russlands-auslandsgeheimdienst-uebernimmt-wagner-netzwerk-fuer-einflussoperationen-in-afrika/" data-type="post" data-id="24623">Die entsprechenden Erkenntnisse sollen aus Afrika gekommen sein.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Terrorismusbekämpfung und verdeckten Operationen wird der französische Dienst von anderen Nachrichtendiensten hoch bewertet. Die DGSE liegt dennoch deutlich hinter dem britischen MI6.</p>



<h2 id="h-niederlande-uberraschen-auf-rang-drei" class="wp-block-heading"><span id="niederlande-ueberraschen-auf-rang-drei">Niederlande überraschen auf Rang drei</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist die Platzierung des niederländischen Allgemeinen Nachrichten- und Sicherheitsdienstes AIVD. Mit 97 Punkten erreicht der vergleichsweise kleine Dienst den dritten Platz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige portugiesische Geheimdienstchef Jorge Silva Carvalho bezeichnete den AIVD gegenüber&nbsp;<em>L’Express</em>&nbsp;als besonders effizient und vertrauenswürdig. Damit liegt der niederländische Dienst vor Nachrichtendiensten deutlich größerer europäischer Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Rang vier folgen die beiden ukrainischen Dienste SBU und HUR mit jeweils 77 Punkten. Ihre seit Beginn der russischen Großinvasion 2022 stark ausgeweiteten Operationen haben ihnen innerhalb der internationalen Nachrichtendienstgemeinschaft hohe Anerkennung eingebracht. Hervorgehoben werden insbesondere ihre Fähigkeit zu unkonventionellen Operationen, Sabotage und risikoreichen Einsätzen gegen russische Ziele.</p>



<h2 id="h-bnd-erreicht-nur-platz-funf" class="wp-block-heading"><span id="bnd-erreicht-nur-platz-fuenf">BND erreicht nur Platz fünf</span></h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="325" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg" alt="" class="wp-image-29278 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1024x325.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-300x95.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-768x243.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1536x487.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-2048x649.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-380x120.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-800x254.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317-1160x368.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/2019-08-30_BND_Zentrale_Berlin_OK_0317.jpg 3761w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesnachrichtendienst landet mit 62 Punkten auf dem fünften Platz. Damit erreicht Deutschlands Auslandsgeheimdienst weniger als ein Viertel der Punktzahl des MI6 und deutlich weniger als die französische DGSE.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die befragten Experten bescheinigen dem BND vor allem starke analytische Fähigkeiten. Kritischer fällt dagegen die Einschätzung seiner operativen Arbeit im Ausland aus. Ein früherer Schweizer Nachrichtendienstchef verglich Mitarbeiter des deutschen Dienstes mit Forschern eines Thinktanks. Auch die vergleichsweise zurückhaltende deutsche Praxis bei geheimdienstlichen Operationen außerhalb Deutschlands wird als Grund für den Abstand zu Großbritannien und Frankreich genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rangliste misst dabei keine objektiv überprüfbare Gesamtleistung. Nachrichtendienste veröffentlichen nur einen kleinen Teil ihrer Operationen, zudem unterscheiden sich ihre gesetzlichen Aufgaben und Zuständigkeiten erheblich. Das Ergebnis bildet deshalb vor allem die Reputation der Dienste unter internationalen Fachleuten und ehemaligen Nachrichtendienstmitarbeitern ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			<media:title type="html">Zentrale des Bundesnachrichendienstes in Berlin</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Diese Nicht-EU-Ausländer studieren in Deutschland – nicht alle sind erfolgreich</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/diese-nicht-eu-auslaender-studieren-in-deutschland-nicht-alle-sind-erfolgreich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 08:53:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zehntausende internationale Studierende kommen jedes Jahr nach Deutschland. Doch der Bund weiß nicht, wie viele von privaten Agenturen vermittelt werden und was nach dem Studium aus ihnen wird.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdiese-nicht-eu-auslaender-studieren-in-deutschland-nicht-alle-sind-erfolgreich%2F&amp;action_name=Diese%20Nicht-EU-Ausl%C3%A4nder%20studieren%20in%20Deutschland%20%E2%80%93%20nicht%20alle%20sind%20erfolgreich&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat keine Übersicht darüber, wie viele Studierende aus Nicht-EU-Staaten über private Vermittlungsagenturen ein Studium in Deutschland aufnehmen. Veröffentlicht wurde ihre Antwort am 5. August. Auch zur Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Agenturen, zu möglichen Falschinformationen sowie zum späteren beruflichen Verbleib erhebt der Bund keine umfassenden Daten. Gleichzeitig kamen im Wintersemester 2024/2025 allein aus Indien, China und der Türkei mehr als 137.000 Studierende an deutsche Hochschulen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-keine-zahlen-zu-vermittlungsagenturen" class="wp-block-heading"><span id="keine-zahlen-zu-vermittlungsagenturen">Keine Zahlen zu Vermittlungsagenturen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbekannt ist, wie viele Menschen zwischen 2015 und 2025 durch Agenturen im Nicht-EU-Ausland für ein Studium in Deutschland angeworben wurden. Die Bundesregierung erfasst auch nicht, in welchem Umfang private oder staatliche Hochschulen mit solchen Vermittlern zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso fehlen Daten darüber, ob internationale Studierende unzutreffende Angaben zu Studienbedingungen, Präsenzunterricht, notwendigen Sprachkenntnissen oder späteren Berufsaussichten erhalten haben. Der Bundesregierung seien lediglich einzelne Berichte über Missstände bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch über die durchschnittlichen Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten und die Aufnahme von Bildungs- oder Privatkrediten liegen keine eigenen Erkenntnisse vor. Der Wissenschaftsrat bezifferte die durchschnittlichen monatlichen Beiträge zuletzt auf 870 Euro an privaten Universitäten und 380 Euro an privaten Hochschulen für angewandte Wissenschaften.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beobachtet nach eigener Darstellung die Entwicklung und prüft einen möglichen Handlungsbedarf. Deutsche Auslandsvertretungen informierten in ihren Amtsbezirken über unseriöse Anwerbe- und Vermittlungsversuche. Zudem stehe der Bund mit betroffenen Akteuren im Austausch. Die Anerkennung und Aufsicht von Hochschulen einschließlich der Akkreditierung fallen jedoch überwiegend in die Zuständigkeit der Bundesländer.&nbsp;</p>



<h2 id="h-indien-stellt-die-grosste-studierendengruppe" class="wp-block-heading"><span id="indien-stellt-die-groesste-studierendengruppe">Indien stellt die größte Studierendengruppe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Wintersemester 2024/2025 studierten 59.419 indische Staatsangehörige an deutschen Hochschulen. Davon waren 48.181 an öffentlichen und 11.238 an privaten Einrichtungen eingeschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgten China mit 42.695 und die Türkei mit 35.737 Studierenden. Weitere große Gruppen kamen aus Syrien mit 19.809, Iran mit 18.514 und Pakistan mit 13.140 Studierenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den afrikanischen Herkunftsländern lag <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/agypten/" data-type="category" data-id="23">Ägypten</a> mit 9.097 Studierenden vorn. <a href="https://fokus-afrika.de/hochschule-kooperation-zwischen-marokko-deutschland/">Danach folgten Marokko mit 8.261</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/tunesien/" data-type="category" data-id="28">Tunesien</a> mit 7.428 und <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/zentralafrika/kamerun/" data-type="category" data-id="50">Kamerun</a> mit 7.023 Studierenden. Der überwiegende Teil dieser Gruppen war an öffentlichen Hochschulen eingeschrieben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland zählt insgesamt rund 402.000 internationale Studierende. 43 Prozent sind in den Ingenieurwissenschaften und weitere zwölf Prozent in Mathematik oder Naturwissenschaften eingeschrieben. In einer Erhebung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes erklärten 64 Prozent, langfristig in Deutschland bleiben zu wollen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-mehr-als-58-000-abschlusse-in-einem-jahr" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-58-000-abschluesse-in-einem-jahr">Mehr als 58.000 Abschlüsse in einem Jahr</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Prüfungsjahr 2024 schlossen 58.015 Studierende aus Nicht-EU-Staaten ihr Studium erfolgreich ab. Davon entfielen 51.222 Abschlüsse auf öffentliche oder kirchliche Hochschulen und 6.793 auf private Einrichtungen.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="666" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-1024x666.jpg" alt="" class="wp-image-29249 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-1024x666.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-300x195.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-768x499.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-1536x998.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-380x247.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-800x520.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt-1160x754.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Muenster_Studenten-Wohnanlage_Boeselagerstrasse_-_2014_-_8238_-_Ausschnitt.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig wurden Abschlüsse in Informatik erzielt. Das Statistische Bundesamt registrierte hier 4.179 bestandene Prüfungen. Es folgten Elektrotechnik und Elektronik mit 3.296 sowie Maschinenbau mit 2.743 Abschlüssen. Weitere stark vertretene Fächer waren internationales Management, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften und Bauingenieurwesen. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt wurden rund 28.000 der mehr als 58.000 Abschlüsse in einem Fach aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik erworben. Die Bundesregierung geht deshalb davon aus, dass internationale Absolventen besonders in technischen Berufen zur Besetzung offener Stellen beitragen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den afrikanischen Staatsangehörigen verzeichnete Ägypten 2024 mit 1.315 die meisten erfolgreichen Abschlüsse. Es folgten Kamerun mit 1.080, Tunesien mit 1.053, Marokko mit 812 und Nigeria mit 711 Abschlüssen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-beruflicher-verbleib-bleibt-weitgehend-unbekannt" class="wp-block-heading"><span id="beruflicher-verbleib-bleibt-weitgehend-unbekannt">Beruflicher Verbleib bleibt weitgehend unbekannt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weiß nicht, wie viele Absolventen aus Nicht-EU-Staaten nach dem Studium in Deutschland bleiben und eine Beschäftigung aufnehmen. Daten zu den Einstiegsbranchen, zum Einkommen in den ersten Berufsjahren oder zu einer der Qualifikation entsprechenden Beschäftigung innerhalb von zwölf Monaten werden ebenfalls nicht erhoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Orientierung verweist der Bund auf eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus dem Jahr 2022. Danach lebten zehn Jahre nach Beginn ihres Studiums noch 45 Prozent der internationalen Studierenden in Deutschland. Gemeinsam mit Kanada erreichte Deutschland damit die höchste Quote unter den untersuchten Mitgliedstaaten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ältere Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft ergab, dass 2019 rund 89 Prozent der über ein Hochschulstudium Zugewanderten im Alter von 25 bis 64 Jahren erwerbstätig waren. 55 Prozent erzielten einen mittleren bis hohen Nettomonatslohn von mehr als 2.600 Euro.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Detaillierte Zahlen zu Studienabbrüchen nach Nationalität und Hochschule fehlen ebenfalls. Für Bildungsausländer insgesamt registrierte das Statistische Bundesamt unter den Studienanfängern der Jahre 2018 bis 2020 jeweils mehr als 31.000 vorzeitige Abbrüche. Rund 61 Prozent der internationalen Studierenden gingen parallel zum Studium einer Erwerbstätigkeit nach.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Cyberangriffe: Der Bund darf nicht einfach zurückhacken</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/cyberangriffe-der-bund-darf-nicht-einfach-zurueckhacken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 10:21:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29224</guid>

					<description><![CDATA[<p>Darf Deutschland nach einem Cyberangriff zurückhacken? Die Wissenschaftlichen Dienste sehen enge Grenzen: Zuständig sind zunächst die Länder, während BKA, Bundespolizei, BSI und Nachrichtendienste nur begrenzte Befugnisse erhalten könnten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fcyberangriffe-der-bund-darf-nicht-einfach-zurueckhacken%2F&amp;action_name=Cyberangriffe%3A%20Der%20Bund%20darf%20nicht%20einfach%20zur%C3%BCckhacken&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland kann auf Cyberangriffe nicht mit einer allgemeinen staatlichen Hackback-Befugnis reagieren. Die Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages wurde am 6. Juli 2026 abgeschlossen. Aktive Gegenangriffe sind demnach nur in eng begrenzten Fällen möglich, während die zivile Cyberabwehr grundsätzlich bei den Ländern liegt. Treffen solche Operationen aufgrund einer falschen Zuordnung unbeteiligte Staaten und verursachen erhebliche Schäden, können sie gegen das Grundgesetz und das Völkerrecht verstoßen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung entstand vor dem Hintergrund des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs für ein Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit. Sie prüft jedoch nicht, ob der konkrete Gesetzentwurf mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Die Wissenschaftlichen Dienste geben zudem nicht die Position des Bundestages oder der Bundestagsverwaltung wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als aktive Cyberabwehr gelten Maßnahmen, die über den Schutz eigener IT-Systeme hinausgehen. Dazu können das Eindringen in angreifende Systeme, deren Manipulation oder die technische Unterbrechung eines laufenden Angriffs gehören. Solche Gegenmaßnahmen werden häufig als Hackbacks bezeichnet.</p>



<h2 id="h-zivile-cyberabwehr-liegt-zunachst-bei-den-landern" class="wp-block-heading"><span id="zivile-cyberabwehr-liegt-zunaechst-bei-den-laendern">Zivile Cyberabwehr liegt zunächst bei den Ländern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefahrenabwehr ist nach der Kompetenzordnung des Grundgesetzes grundsätzlich Sache der Länder. Damit wären zunächst die Landesbehörden und insbesondere die Landespolizeien für die Abwehr ziviler Cyberangriffe verantwortlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine allgemeine Zuständigkeit des Bundes lässt sich nach der Ausarbeitung auch nicht damit begründen, dass Cyberangriffe häufig mehrere Bundesländer oder Staaten betreffen. Eine ungeschriebene Bundeskompetenz komme nur bei Aufgaben in Betracht, die zwingend einheitlich auf Bundesebene geregelt werden müssten. Für die aktive Cyberabwehr werde eine solche Begründung überwiegend abgelehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesbehörden könnten daher nur handeln, wenn das Grundgesetz ihnen für den jeweiligen Bereich eine konkrete Aufgabe zuweist. Die rechtliche Abgrenzung ist in zahlreichen Fällen weiterhin offen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bka-konnte-bei-internationalem-cyberterrorismus-eingreifen" class="wp-block-heading"><span id="bka-koennte-bei-internationalem-cyberterrorismus-eingreifen">BKA könnte bei internationalem Cyberterrorismus eingreifen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Bundeskriminalamt sehen die Wissenschaftlichen Dienste einen möglichen Einsatzbereich bei internationalem Cyberterrorismus. Voraussetzung wäre eine länderübergreifende Gefahr, eine nicht erkennbare Zuständigkeit einer Landespolizei oder ein Übernahmeersuchen des betroffenen Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb dieser Schwelle dürfte das BKA keine allgemeine Befugnis zur aktiven Cyberabwehr erhalten. Seine Funktion als Zentralstelle für die Zusammenarbeit der Polizeibehörden reicht demnach nicht aus, um neue und umfassende Eingriffsbefugnisse des Bundes zu begründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Zuständigkeiten des BKA bei Staatsschutzdelikten oder beim Schutz von Mitgliedern der Verfassungsorgane ergeben keine umfassende Kompetenz. Aktive Maßnahmen wären allenfalls in eng begrenzten Fällen denkbar, die unmittelbar mit einer bereits bestehenden Bundesaufgabe verbunden sind.</p>



<h2 id="h-bundespolizei-bleibt-auf-ihre-aufgaben-beschrankt" class="wp-block-heading"><span id="bundespolizei-bleibt-auf-ihre-aufgaben-beschraenkt">Bundespolizei bleibt auf ihre Aufgaben beschränkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Bundespolizei wäre eine aktive Cyberabwehr möglicherweise zulässig, wenn ein Angriff unmittelbar ihre bestehenden Aufgaben betrifft. Dazu könnten IT-Systeme des Grenzschutzes, des Bahnverkehrs oder der Luftsicherheit gehören.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="720" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530.jpg" alt="" class="wp-image-29226 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530.jpg 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-300x225.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-768x576.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-200x150.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-260x195.jpg 260w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-380x285.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Cliche_Hacker_and_Binary_Code_26946304530-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Eine allgemeine Zuständigkeit lässt sich daraus nicht ableiten. Die Wissenschaftlichen Dienste weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff des Grenzschutzes nicht auf die vermeintlichen „Grenzen“ des Cyberraums ausgeweitet werden könne.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundespolizei muss eine Sonderpolizei mit begrenzten Aufgaben bleiben. Sie darf nicht zu einer allgemeinen Bundespolizei ausgebaut werden, die mit den Polizeien der Länder konkurriert.</p>



<h2 id="h-bsi-durfte-vor-allem-defensiv-handeln" class="wp-block-heading"><span id="bsi-duerfte-vor-allem-defensiv-handeln">BSI dürfte vor allem defensiv handeln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bestehen enge Grenzen. Der Bund kann das BSI mit dem Schutz der eigenen Verwaltung und mit bestimmten Aufgaben bei kritischen Infrastrukturen betrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rein defensive Befugnisse, etwa zur Sicherung und Wiederherstellung von IT-Systemen, lassen sich nach der Ausarbeitung verfassungsrechtlich eher begründen. Eine Zuständigkeit für aktive Gegenmaßnahmen, bei denen fremde Systeme infiltriert, verändert oder ausgeschaltet werden, dürfte dagegen zu weit reichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Befugnisse könnten in die grundsätzliche Zuständigkeit der Länder für die Gefahrenabwehr eingreifen. Einzelne Zuständigkeiten des Bundes beim Schutz kritischer Infrastruktur tragen demnach nur punktuelle Regelungen, aber keine allgemeine Hackback-Kompetenz.&nbsp;</p>



<h2 id="h-offene-fragen-bei-bnd-und-verfassungsschutz" class="wp-block-heading"><span id="offene-fragen-bei-bnd-und-verfassungsschutz">Offene Fragen bei BND und Verfassungsschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ob der Bundesnachrichtendienst oder das Bundesamt für Verfassungsschutz aktive Gegenmaßnahmen durchführen dürften, bleibt ebenfalls ungeklärt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist grundsätzlich für Bestrebungen im Inland zuständig, der Bundesnachrichtendienst für Vorgänge mit Auslandsbezug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Cyberangriffen ist diese Trennung häufig schwer durchzuhalten. Server, Täter, technische Infrastruktur und Opfer können sich in mehreren Staaten befinden. Zudem lässt sich der tatsächliche Ursprung eines Angriffs nicht immer zuverlässig bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt das Trennungsprinzip zwischen Nachrichtendiensten und Polizei. Nachrichtendienste sammeln und analysieren Informationen, während polizeiliche Behörden Gefahren abwehren und Zwangsmaßnahmen ausführen. Auch der Austausch von Daten zwischen beiden Bereichen ist nur unter besonderen Voraussetzungen erlaubt.</p>



<h2 id="h-falsche-zuordnung-kann-unbeteiligte-staaten-treffen" class="wp-block-heading"><span id="falsche-zuordnung-kann-unbeteiligte-staaten-treffen">Falsche Zuordnung kann unbeteiligte Staaten treffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hohe Risiken entstehen durch die schwierige Zuordnung von Cyberangriffen. Täter können fremde Rechner, Botnetze oder manipulierte IP-Adressen verwenden und dadurch falsche Spuren legen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Gegenmaßnahme könnte deshalb die Infrastruktur unbeteiligter Unternehmen, Privatpersonen oder Staaten treffen. Bleiben die Folgen ausschließlich im digitalen Raum und unterhalb der Schwelle einer völkerrechtlichen Gewaltanwendung, greift das Verbot friedensstörender Handlungen des Grundgesetzes nicht ohne Weiteres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders wäre die Lage, wenn eine Cyberoperation erhebliche physische Zerstörungen verursacht. Erreicht sie nach Ausmaß und Wirkung die Folgen eines konventionellen Angriffs, kann sie unter das Gewaltverbot der UN-Charta fallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Rechtfertigung durch Selbstverteidigung wäre nur möglich, wenn zuvor ein bewaffneter Angriff stattgefunden hat. Diese Schwelle werde selbst durch fortgeschrittene und länger andauernde Cyberangriffe im Regelfall nicht erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Träfe ein deutscher Gegenangriff aufgrund einer falschen Zuordnung einen unbeteiligten Staat und verursachte dort erhebliche physische Schäden, könnte er gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot und damit auch gegen das Grundgesetz verstoßen.</p>



<h2 id="h-bundeswehr-unterliegt-besonderen-kontrollregeln" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehr-unterliegt-besonderen-kontrollregeln">Bundeswehr unterliegt besonderen Kontrollregeln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Militärische Cyberoperationen der Bundeswehr richten sich nach den allgemeinen verfassungsrechtlichen Vorgaben für Einsätze der Streitkräfte. Je nach Art und Umfang einer Operation kann die Zustimmung des Bundestages erforderlich sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundeswehr unterliegt der Kontrolle des gesamten Parlaments, des Verteidigungsausschusses und der Wehrbeauftragten. Bei Operationen der Nachrichtendienste gelten zusätzlich die besonderen Regeln der parlamentarischen Nachrichtendienstkontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für aktive Cybermaßnahmen anderer Bundesbehörden sieht die Ausarbeitung keine davon abweichenden parlamentarischen Kontrollmechanismen vor.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland überweist 3,24 Milliarden Euro an die UN – AfD fordert Kürzungen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-ueberweist-324-milliarden-euro-an-die-un-afd-fordert-kuerzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 21:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zahlt Deutschland tatsächlich das 30-Fache seines Pflichtbeitrags an die Vereinten Nationen? Die Bundesregierung widerspricht: Die Rechnung vermischt verschiedene Jahre und lässt große Teile der verpflichtenden Zahlungen außer Acht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-ueberweist-324-milliarden-euro-an-die-un-afd-fordert-kuerzungen%2F&amp;action_name=Deutschland%20%C3%BCberweist%203%2C24%20Milliarden%20Euro%20an%20die%20UN%20%E2%80%93%20AfD%20fordert%20K%C3%BCrzungen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-ueberweist-324-milliarden-euro-an-die-un-afd-fordert-kuerzungen/">Deutschland überweist 3,24 Milliarden Euro an die UN – AfD fordert Kürzungen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist die Behauptung zurück, Deutschland überweise den Vereinten Nationen das 30-Fache seines Pflichtbeitrags. Ihre Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion wurde am Montag, 3. August, veröffentlicht. Die zugrunde gelegte Rechnung vermische Gesamtzahlungen aus dem Jahr 2023 mit einem einzelnen Pflichtbeitrag aus dem Jahr 2025 und lasse weitere verpflichtende Zahlungen außer Acht. Für 2025 beziffert die Bundesregierung Deutschlands Zahlungen an das gesamte UN-System auf 3,24 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion hatte in ihrer Anfrage eine Berechnung der Wochenzeitung&nbsp;<em>Junge Freiheit</em>&nbsp;aufgegriffen. Danach habe Deutschland 5,1 Milliarden Euro an die Vereinten Nationen gezahlt, obwohl sich sein Pflichtbeitrag zum regulären UN-Haushalt lediglich auf rund 170 Millionen Euro belaufe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet diese Gegenüberstellung als „nicht korrekt“. Sie vergleiche Zahlen aus unterschiedlichen Jahren und setze sämtliche deutschen Zahlungen an das UN-System lediglich zu einem Teil der verpflichtenden Beiträge ins Verhältnis.&nbsp;</p>



<h2 id="h-gesamtzahlungen-von-2023-mit-teilbetrag-von-2025-verglichen" class="wp-block-heading"><span id="gesamtzahlungen-von-2023-mit-teilbetrag-von-2025-verglichen">Gesamtzahlungen von 2023 mit Teilbetrag von 2025 verglichen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Summe von 5,1 Milliarden Euro bezieht sich auf Deutschlands gesamte Zahlungen an das UN-System im Jahr 2023. Darin enthalten sind neben Pflichtbeiträgen auch freiwillige Leistungen an Programme, Fonds, Sonderorganisationen und einzelne Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vergleichswert wurde dagegen nur Deutschlands Anteil am regulären UN-Haushalt herangezogen. Dieser Betrag bildet jedoch nicht alle Pflichtzahlungen des Bundes an die Vereinten Nationen ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für 2025 nennt die Bundesregierung eine deutlich niedrigere Gesamtsumme als für 2023. Deutschland überwies demnach insgesamt 3,24 Milliarden Euro an das UN-System. Wie sich diese Summe vollständig auf Pflichtbeiträge und freiwillige Leistungen verteilt, schlüsselt die Antwort nicht in einer Gesamttabelle auf.</p>



<h2 id="h-deutschland-zahlte-431-millionen-dollar-fur-friedensmissionen" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-zahlte-431-millionen-dollar-fuer-friedensmissionen">Deutschland zahlte 431 Millionen Dollar für Friedensmissionen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Berechnung des regulären UN-Beitrags beruhe teilweise auf einer falschen zeitlichen Grundlage. Der angeführte UN-Haushalt von rund 3,45 Milliarden US-Dollar gilt für 2026. Im Jahr 2025 umfasste der reguläre Haushalt dagegen rund 3,72 Milliarden Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschlands Anteil liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 5,692 Prozent. Daraus ergab sich nach Abzug möglicher Guthaben ein Pflichtbeitrag von rund 193,8 Millionen Dollar zum regulären Haushalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen 2025 verpflichtende Zahlungen von rund 431,4 Millionen Dollar für die Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Allein diese beiden Bereiche beliefen sich damit auf mehr als 625 Millionen Dollar.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-26885 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/UN71117373.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus entrichtet Deutschland Pflichtbeiträge an weitere Einrichtungen. Dazu gehören der Internationale Residualmechanismus für die früheren UN-Strafgerichtshöfe sowie Organisationen des UN-Systems mit eigenen Haushalten und gesonderten Beitragsschlüsseln.</p>
</div></div>



<h2 id="h-haushaltstitel-umfasst-mehrere-pflichtbeitrage" class="wp-block-heading"><span id="haushaltstitel-umfasst-mehrere-pflichtbeitraege">Haushaltstitel umfasst mehrere Pflichtbeiträge</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion hatte zudem auf den Bundeshaushalt 2025 verwiesen. Dort waren für den Titel „Beitrag an die Vereinten Nationen“ 606,91 Millionen Euro vorgesehen. In der Anfrage wurde dieser Betrag als etwa dreieinhalbmal so hoch wie der deutsche Pflichtbeitrag dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch diesen Vergleich weist die Bundesregierung zurück. Der Haushaltstitel enthält nicht ausschließlich den Beitrag zum regulären UN-Haushalt. Er deckt auch die Beiträge zu Friedensmissionen und weitere verpflichtende Zahlungen ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit handelt es sich bei den 606,91 Millionen Euro nicht um eine Vervielfachung desselben Beitrags, sondern um die Finanzierung mehrerer Verpflichtungen Deutschlands gegenüber verschiedenen Teilen des UN-Systems.</p>



<h2 id="h-freiwillige-beitrage-finanzieren-hilfsprogramme" class="wp-block-heading"><span id="freiwillige-beitraege-finanzieren-hilfsprogramme">Freiwillige Beiträge finanzieren Hilfsprogramme</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Pflichtzahlungen unterstützt Deutschland zahlreiche UN-Fonds und Programme freiwillig. Im Jahr 2025 erhielt der Friedenskonsolidierungsfonds der Vereinten Nationen 20 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 44 Millionen Euro flossen an den Zentralen Nothilfefonds der Vereinten Nationen. Die länderbezogenen humanitären Gemeinschaftsfonds erhielten 67,25 Millionen Euro. Diese Mittel dienen unter anderem der humanitären Hilfe, der Krisenprävention und der Friedensförderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist für eine vollständige Übersicht ihrer Zahlungen seit 2017 auf die Finanzdaten des Koordinierungsrats der Leiter der Organisationen des UN-Systems. Angaben zu den deutschen Beitragssätzen veröffentlicht außerdem der UN-Ausschuss für Beiträge.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung testet KI für Rüstungskontrolle </title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-testet-ki-fuer-ruestungskontrolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2026 07:43:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29200</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rund 12,7 Millionen Euro für Forschung, aber noch kein operativer Einsatz: Wie Deutschland künstliche Intelligenz für Rüstungskontrolle und Exportprüfungen vorbereitet.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-testet-ki-fuer-ruestungskontrolle%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20testet%20KI%20f%C3%BCr%20R%C3%BCstungskontrolle%C2%A0&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-testet-ki-fuer-ruestungskontrolle/">Bundesregierung testet KI für Rüstungskontrolle </a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt bislang keine künstliche Intelligenz direkt oder indirekt in der Rüstungs- und Exportkontrolle ein. Ihre Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion wurde am 31. Juli veröffentlicht. Die Bundeswehr erprobt mögliche Anwendungen jedoch bereits in einer geschlossenen Testumgebung, während das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle den Einsatz von KI in einem neuen digitalen Antragsportal prüft. Für 17 Forschungsprojekte und Veranstaltungen zwischen 2021 und 2027 sind rund 12,7 Millionen Euro ausgewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestehende Rüstungskontrollverträge sehen den Einsatz KI-gestützter Systeme bislang nicht vor. Zudem seien Potenzial und Grenzen der Technologie noch nicht ausreichend erforscht, erklärt die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Hürde bildet das Vertrauen in maschinell erzeugte Ergebnisse. Staaten müssten akzeptieren, dass KI-Systeme Daten korrekt auswerten und keine verzerrten oder manipulierten Resultate liefern. Gerade bei bilateralen und internationalen Rüstungskontrollvereinbarungen kann eine solche technische Prüfung politische und sicherheitsrelevante Folgen haben.</p>



<h2 id="h-bundeswehr-erprobt-ki-in-geschlossener-umgebung" class="wp-block-heading"><span id="bundeswehr-erprobt-ki-in-geschlossener-umgebung">Bundeswehr erprobt KI in geschlossener Umgebung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr untersucht derzeit, wie KI bei der Überprüfung von Rüstungskontrollvereinbarungen eingesetzt werden könnte. Die Versuche finden in einer abgeschotteten Testumgebung statt. Ein operativer Einsatz ist damit noch nicht verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verifikation bezeichnet die Kontrolle, ob Staaten vereinbarte Abrüstungs- und Rüstungsbeschränkungen einhalten. KI könnte dabei große Datenmengen schneller durchsuchen, Veränderungen auf Satellitenbildern erkennen oder Informationen verschiedener Sensoren zusammenführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denkbar wäre etwa, Bewegungen militärischer Trägersysteme oder Baumaßnahmen an Raketenstellungen automatisiert zu identifizieren. Auch seismische Daten könnten ausgewertet werden, um mögliche unterirdische Atomtests von natürlichen Erdbeben zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Pläne zur Einführung solcher Anwendungen bei der Auswertung von Satellitenbildern, offenen Informationsquellen oder weltweiten Lieferketten nennt die Bundesregierung jedoch nicht. Sie verweist auf die laufenden Tests und auf wissenschaftliche Forschungsprojekte.</p>



<h2 id="h-bafa-pruft-ki-fur-neues-exportportal" class="wp-block-heading"><span id="bafa-prueft-ki-fuer-neues-exportportal">BAFA prüft KI für neues Exportportal</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bereitet eine Neuauflage seines digitalen Antrags- und Bearbeitungsportals vor. Dabei wird geprüft, ob künstliche Intelligenz künftig einzelne Arbeitsschritte unterstützen kann.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-29201 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-1024x768.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-300x225.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-768x576.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-200x150.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-260x195.jpg 260w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-380x285.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-800x600.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639-1160x870.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/08/Obsolete_weapons_destroyed_23520971639.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das BAFA entscheidet unter anderem über Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern und Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Ein KI-System könnte große Mengen an Anträgen und Begleitunterlagen analysieren oder bei der Zuordnung von Gütern helfen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob und in welchem Umfang eine solche Anwendung tatsächlich eingeführt wird, steht noch nicht fest. Die Bundesregierung nennt weder einen Zeitplan noch konkrete Funktionen des geprüften Systems.</p>



<h2 id="h-rund-12-7-millionen-euro-fur-forschung-und-veranstaltungen" class="wp-block-heading"><span id="rund-127-millionen-euro-fuer-forschung-und-veranstaltungen">Rund 12,7 Millionen Euro für Forschung und Veranstaltungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Behörden KI bislang nicht operativ einsetzen, finanziert das Auswärtige Amt seit mehreren Jahren Forschung zu neuen Technologien, autonomen Waffensystemen und KI-gestützter Verifikation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aufgeführten Mittel für Projekte und Veranstaltungen zwischen 2021 und 2027 summieren sich auf rund 12,7 Millionen Euro. Darin enthalten sind bereits veranschlagte Beträge für laufende und künftige Projektjahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 6,3 Millionen Euro entfallen auf Projekte und eine Veranstaltung des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Dazu gehört die zweite Phase des Projekts „Rüstungskontrolle und Neue Technologien“, die von 2023 bis Ende 2026 läuft und mit jährlich mehr als einer Million Euro gefördert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vom Peace Research Institute Frankfurt geleitete Forschungscluster zu natur- und technikwissenschaftlicher Rüstungskontrolle erhält zwischen 2023 und 2026 rund 2,8 Millionen Euro. Es untersucht unter anderem, wie neue Technologien bestehende Kontrollmechanismen verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://fokus-afrika.de/sipri-jahresbericht-alabali-radovan-warnt-vor-reiner-aufruestung-deutschland-auf-platz-4/" data-type="post" data-id="28008">Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI</a> erhielt Mittel für mehrere Projekte zu militärischer KI, Atomwaffen und Quantentechnologien. Dazu zählt eine Untersuchung über mögliche Verzerrungen in militärischen KI-Systemen und deren Vereinbarkeit mit dem humanitären Völkerrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Wissenschafts- und Technologieprogramme des UN-Instituts für Abrüstungsforschung sind insgesamt 900.000 Euro vorgesehen. Eine 2024 in Marokko veranstaltete Konferenz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen zum Thema künstliche Intelligenz wurde mit 65.000 Euro unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 68.752 Euro flossen in eine Konferenz zu künstlicher Intelligenz und Massenvernichtungswaffen. Das European Leadership Network erhielt Mittel für Projekte zu technologischen Risiken, nuklearer Sicherheit und einem KI-gestützten Instrument zur Verringerung atomarer Risiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit betreibt dagegen keine eigenen Programme zur Erforschung von KI-Regulierungs- oder Verifikationsverfahren in der Rüstungskontrolle.</p>



<h2 id="h-militarisches-ki-training-kaum-uberprufbar" class="wp-block-heading"><span id="militaerisches-ki-training-kaum-ueberpruefbar">Militärisches KI-Training kaum überprüfbar</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung sieht derzeit keine Möglichkeit, abschließend festzustellen, ob und in welchem Umfang andere Staaten KI-Modelle für militärische Zwecke trainieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Grund ist der doppelte Verwendungszweck vieler Technologien. Dieselben Modelle, Rechenanlagen und Softwarekomponenten können zivile und militärische Aufgaben übernehmen. Ein System zur Erkennung von Fahrzeugen auf Bildern kann beispielsweise im Straßenverkehr, bei Katastropheneinsätzen oder zur militärischen Aufklärung eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Geheimhaltung und fehlende Einblicke in die Server, Trainingsdaten und technischen Strukturen anderer Staaten. Algorithmen lassen sich kopieren, verändern und außerhalb öffentlich zugänglicher Anlagen weiterentwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein umfassendes Kontrollsystem für digitale Codes würde tiefgehende Zugriffe auf besonders geschützte staatliche und militärische Systeme voraussetzen. Ein Konzept, das dieses Problem abschließend löst, nennt die Bundesregierung nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie setzt stattdessen auf internationale Regeln für eine verantwortungsvolle militärische Entwicklung und Nutzung von KI innerhalb des geltenden Völkerrechts.</p>



<h2 id="h-exportkontrolle-richtet-sich-nach-der-funktion-der-software" class="wp-block-heading"><span id="exportkontrolle-richtet-sich-nach-der-funktion-der-software">Exportkontrolle richtet sich nach der Funktion der Software</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">KI-Software wird im deutschen Exportkontrollrecht grundsätzlich nach ihrer Funktion behandelt. Ein eigenständiges Kontrollsystem allein aufgrund der Bezeichnung als künstliche Intelligenz besteht nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Software, die speziell für militärische Zwecke konstruiert oder verändert wurde, fällt unter die entsprechende Position der deutschen Ausfuhrliste. Auch Quellcodes und Technologien zur Entwicklung militärischer Software können genehmigungspflichtig sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht militärische KI-Anwendungen mit doppeltem Verwendungszweck werden nach der europäischen Dual-Use-Verordnung geprüft. Entscheidend ist, welche technischen Funktionen eine Software besitzt und ob sie für kontrollierte Anwendungen genutzt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies gilt auch für digitale Übertragungen. Software, Quellcodes oder technische Kenntnisse müssen nicht auf einem physischen Datenträger ausgeführt werden. Auch die weltweite Bereitstellung über Programmierschnittstellen und Cloud-Dienste kann exportkontrollrechtliche Fragen auslösen.</p>



<h2 id="h-unternehmen-tragen-verantwortung-fur-prufung" class="wp-block-heading"><span id="unternehmen-tragen-verantwortung-fuer-pruefung">Unternehmen tragen Verantwortung für Prüfung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen müssen vor einer Ausfuhr eigenständig prüfen, ob Verbote oder Genehmigungspflichten bestehen. Verstöße gegen das Exportkontrollrecht können strafrechtliche Folgen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Regelung für kleine KI-Unternehmen oder junge Entwicklerteams nennt die Bundesregierung nicht. Das BAFA stellt allgemeine Merkblätter zum Technologietransfer bereit, informiert über Änderungen des Exportrechts und veranstaltet Exportkontrolltage sowie Informationsveranstaltungen mit Industrie- und Handelskammern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmen können zudem allgemeine Auskünfte zur Güterliste und zu einzelnen exportrechtlichen Fragen beantragen. Seit August 2023 haben das Bundeswirtschaftsministerium und das BAFA mehrere Maßnahmenpakete zur Verkürzung der Bearbeitungszeiten eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Einrichtungen wie die Internationale Atomenergie-Organisation, die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen unterstützt Deutschland personell, finanziell und technologisch. Die Entwicklung konkreter KI-Werkzeuge zur Verifikation ist bislang jedoch kein ausdrücklicher Bestandteil dieser Förderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<item>
		<title>Rechtsextreme Aufmärsche finden besonders in diesem Bundesland statt</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/rechtsextreme-aufmaersche-finden-besonders-in-diesem-bundesland-statt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 22:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast zwei Drittel der erfassten rechtsextremen Aufmärsche fanden in einem einzigen Bundesland statt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Frechtsextreme-aufmaersche-finden-besonders-in-diesem-bundesland-statt%2F&amp;action_name=Rechtsextreme%20Aufm%C3%A4rsche%20finden%20besonders%20in%20diesem%20Bundesland%20statt&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">46 von 72 durch Rechtsextremisten organisierte oder dominierte Aufmärsche fanden in Sachsen statt. Die Bilanz umfasst die Monate Januar bis Juni 2026. An 43 Kundgebungen war die rechtsextreme Partei „Freie Sachsen“ als alleinige oder beteiligte Veranstalterin beteiligt. Die größte Veranstaltung war ein Neonazi-Aufmarsch in Dresden mit rund 1.350 Teilnehmern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung veröffentlichte die Zahlen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Erfasst wurden vor allem Veranstaltungen mit überregionaler Mobilisierung oder einer nennenswerten Teilnehmerzahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Informationsstände, Flugblattaktionen und kleinere lokale Veranstaltungen sind in der Aufstellung nicht enthalten. Die 72 genannten Kundgebungen bilden daher nicht sämtliche öffentlichen Aktivitäten rechtsextremer Parteien und Gruppierungen ab.</p>



<h2 id="h-freie-sachsen-pragen-die-statistik" class="wp-block-heading"><span id="freie-sachsen-praegen-die-statistik">„Freie Sachsen“ prägen die Statistik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fast zwei Drittel aller aufgeführten Veranstaltungen fanden in Sachsen statt. Außerhalb des Bundeslandes registrierte die Bundesregierung die meisten Kundgebungen in Nordrhein-Westfalen und im Saarland mit jeweils fünf Veranstaltungen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag.png" alt="" class="wp-image-29141 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag.png 960w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag-300x180.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag-768x461.png 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag-380x228.png 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/FreeSaxonflag-800x480.png 800w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Besonders auffällig ist eine von den „Freien Sachsen“ organisierte Kundgebungsreihe in Zwickau. Unter dem Motto „Zwickau Stadt des Friedens“ fanden zwischen Januar und Juni 22 Versammlungen statt. Soweit Teilnehmerzahlen genannt werden, kamen jeweils zwischen 20 und 40 Menschen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere regelmäßige Veranstaltungen der Partei gab es in Chemnitz. Dort mobilisierten die „Freien Sachsen“ unter anderem zu Montagskundgebungen sowie zu Versammlungen zur Unterstützung eines inhaftierten Rechtsextremisten. Die Teilnehmerzahlen lagen je nach Veranstaltung zwischen 20 und 200.</p>



<h2 id="h-grosster-aufmarsch-mit-1-350-teilnehmern-in-dresden" class="wp-block-heading"><span id="groesster-aufmarsch-mit-1-350-teilnehmern-in-dresden">Größter Aufmarsch mit 1.350 Teilnehmern in Dresden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die mit Abstand größte rechtsextreme Veranstaltung fand am 14. Februar in Dresden statt. <a href="https://fokus-afrika.de/42-544-rechte-straftaten-in-deutschland-gemeldet/">Rund 1.350 Menschen nahmen an einer dem Neonazismus zugeordneten Kundgebung teil, die an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg anknüpfte.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. Mai versammelten sich rund 400 Menschen bei einer Veranstaltung der „Freien Sachsen“ in Aue-Bad Schlema. An einer Kundgebung der Partei „Die Heimat“ am 8. Mai in Demmin nahmen etwa 300 Menschen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere größere Veranstaltungen organisierte „Die Heimat“ am 1. Mai in Essen mit rund 250 Teilnehmern. In Gera kamen etwa 200 Menschen zu einer Kundgebung der Partei „Der III. Weg“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die angegebene Gesamtzahl der Teilnehmer nicht mit der Zahl der anwesenden Rechtsextremisten übereinstimmen muss. An einzelnen Veranstaltungen könnten auch andere Personen teilgenommen haben.</p>



<h2 id="h-rechtsextreme-gruppen-mobilisieren-gegen-christopher-street-days" class="wp-block-heading"><span id="rechtsextreme-gruppen-mobilisieren-gegen-christopher-street-days">Rechtsextreme Gruppen mobilisieren gegen Christopher Street Days</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mindestens vier der erfassten Kundgebungen richteten sich ausdrücklich gegen Christopher Street Days und damit gegen Veranstaltungen der queeren Community.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Aufmärsche fanden in Parchim, Frankfurt an der Oder, Saarbrücken und Eberswalde statt. Die Teilnehmerzahlen lagen jeweils zwischen 40 und 50 Personen. Als Veranstalter nennt die Bundesregierung unter anderem „Sturm Nord“, die „Jägertruppe“, die „Bruderschaft Wolfsschar“ und regionale Neonazi-Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Kundgebung in Pforzheim wurde unter den Schlagworten „Kinderschutz, Meinungsfreiheit, politische Gewalt“ angemeldet und ebenfalls der Neonaziszene zugerechnet.</p>



<h2 id="h-keine-organisatorische-beteiligung-der-afd-ausgewiesen" class="wp-block-heading"><span id="keine-organisatorische-beteiligung-der-afd-ausgewiesen">Keine organisatorische Beteiligung der AfD ausgewiesen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke hatte die Bundesregierung ausdrücklich nach einer Beteiligung der AfD oder ihrer Unterorganisationen gefragt. In der Aufstellung wird die Partei bei keiner der 72 Veranstaltungen als Organisatorin oder Mitveranstalterin genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrfach aufgeführt sind dagegen die Parteien „Freie Sachsen“, „Die Heimat“ und „Der III. Weg“. Hinzu kommen Kameradschaften, regionale Neonazi-Zusammenschlüsse und Organisationen wie die „Jungen Nationalisten“.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Konfliktparteien behindern 123,8 Millionen Euro deutsche Hilfe für den Südsudan</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/konfliktparteien-behindern-1238-millionen-euro-deutsche-hilfe-fuer-den-suedsudan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 13:19:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südsudan]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Hungersnot]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29112</guid>

					<description><![CDATA[<p>123,8 Millionen Euro aus Deutschland, aber Millionen Menschen ohne ausreichend Nahrung: In Teilen des Südsudan warnt die Bundesregierung vor einer drohenden Hungersnot.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fkonfliktparteien-behindern-1238-millionen-euro-deutsche-hilfe-fuer-den-suedsudan%2F&amp;action_name=Konfliktparteien%20behindern%20123%2C8%20Millionen%20Euro%20deutsche%20Hilfe%20f%C3%BCr%20den%20S%C3%BCdsudan&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/konfliktparteien-behindern-1238-millionen-euro-deutsche-hilfe-fuer-den-suedsudan/">Konfliktparteien behindern 123,8 Millionen Euro deutsche Hilfe für den Südsudan</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat für den Südsudan rund 123,8 Millionen Euro an humanitärer Hilfe bereitgestellt. Die Summe umfasst den Zeitraum von 2022 bis 2026. Gleichzeitig sind 7,8 Millionen Menschen akut von Ernährungsunsicherheit betroffen, während in einzelnen Konfliktgebieten eine Hungersnot droht. Eine vollständige Planung der deutschen Nothilfe für 2027 liegt noch nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Sie bezeichnet die humanitäre Lage im Südsudan als „weiterhin katastrophal“.</p>



<h2 id="h-millionen-menschen-benotigen-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="millionen-menschen-benoetigen-hilfe">Millionen Menschen benötigen Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rund zehn Millionen Menschen und damit etwa drei Viertel der südsudanesischen Bevölkerung sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Der Hilfsplan der Vereinten Nationen zählt 9,9 Millionen Menschen mit humanitärem Bedarf. Bei 4,1 Millionen von ihnen geht es um dringendste lebensrettende Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen geht von 7,8 Millionen Menschen aus, die nicht ausreichend mit Nahrung versorgt sind. In Teilen des Bezirks Akobo im Bundesstaat Jonglei besteht die Gefahr einer Hungersnot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Krise hat sich seit dem Jahreswechsel 2025/2026 erneut verschärft. Besonders betroffen ist Jonglei, wo bewaffnete Auseinandersetzungen große Teile der Zivilbevölkerung zur Flucht zwangen. Auch aus Upper Nile, Unity, Western Equatoria, Central Equatoria sowie den Grenzgebieten zu Uganda werden Kämpfe gemeldet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen die Folgen des Krieges im benachbarten Sudan. Insgesamt 1,1 Millionen Flüchtlinge und Rückkehrer sind inzwischen von dort in den Südsudan gelangt. Das erhöht den Druck auf Gemeinden, Hilfsorganisationen und das kaum funktionsfähige Gesundheitssystem.</p>



<h2 id="h-geld-fur-hilfsorganisationen-und-un-fonds" class="wp-block-heading"><span id="geld-fuer-hilfsorganisationen-und-un-fonds">Geld für Hilfsorganisationen und UN-Fonds</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/" data-type="post" data-id="25955">Von den 123,8 Millionen Euro stellte das Auswärtige Amt rund 84,52 Millionen Euro für Projekte internationaler Nichtregierungsorganisationen bereit.</a> Weitere 39,3 Millionen Euro flossen in den humanitären Länderfonds der Vereinten Nationen für den Südsudan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Fonds können UN-Organisationen und humanitäre Partner auf besonders dringende Krisen reagieren. Die Finanzierung erfolgt aus dem Haushalt des Auswärtigen Amts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den unterstützten Organisationen gehören unter anderem die Welthungerhilfe, die Diakonie, CARE Deutschland, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst, Plan International, World Vision Deutschland, Aktion gegen den Hunger und Tierärzte ohne Grenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale südsudanesische Organisationen erhalten von der Bundesregierung keine unmittelbare Finanzierung. Eine direkte Förderung sei aufgrund des deutschen Zuwendungsrechts weder in der humanitären Hilfe noch in der Entwicklungszusammenarbeit möglich, erklärt die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Organisationen würden jedoch als Partner internationaler Hilfswerke und UN-Organisationen in die Umsetzung von Projekten einbezogen. Auch aus den deutschen Mitteln für Stabilisierung wurde seit 2022 keine lokale Organisation direkt gefördert.</p>



<h2 id="h-konfliktparteien-behindern-humanitare-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="konfliktparteien-behindern-humanitaere-hilfe">Konfliktparteien behindern humanitäre Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/internationale-akteure-reagieren-auf-eskalierende-gewalt-in-suedsudan/" data-type="post" data-id="24140">Beide Seiten des südsudanesischen Konflikts behindern nach Einschätzung der Bundesregierung die Arbeit humanitärer Organisationen. </a>Der Zugang zu betroffenen Gebieten ist in weiten Teilen des Landes eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfslieferungen erreichen dadurch Menschen nicht oder nur verspätet. Humanitäre Einrichtungen werden zudem geplündert und Beschäftigte angegriffen. Nach Angaben des UN-Nothilfebüros wurden in den vergangenen drei Jahren 60 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/suedsudan-droht-rueckfall-in-krieg/" data-type="post" data-id="21376">Die Bundesregierung berichtet außerdem von zahlreichen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht durch alle Konfliktparteien.</a> Zivilisten würden gezielt vertrieben. Sexualisierte Gewalt werde systematisch als Waffe eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin fordert die südsudanesische Übergangsregierung deshalb auf, humanitären Organisationen einen sicheren und ungehinderten Zugang zu ermöglichen. Die Hauptverantwortung für den Schutz der Zivilbevölkerung und der Helfer liege bei der Regierung und den Konfliktparteien.</p>



<h2 id="h-gesundheitssystem-kaum-auf-epidemien-vorbereitet" class="wp-block-heading"><span id="gesundheitssystem-kaum-auf-epidemien-vorbereitet">Gesundheitssystem kaum auf Epidemien vorbereitet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die medizinische Versorgung ist in großen Teilen des Südsudan nur eingeschränkt oder überhaupt nicht vorhanden. Nach Einschätzung der Bundesregierung kann das Gesundheitssystem eine angemessene Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Südsudan wurden bislang keine Ebola-Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation bewertet das Risiko einer Ausbreitung aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo jedoch als erhöht. Grenzüberschreitende Bewegungen könnten das Virus zunächst in den Süden des Landes und anschließend weiter nach Norden tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltgesundheitsorganisation und die Ostafrikanische Gemeinschaft haben mit deutscher Unterstützung Vorbereitungen getroffen, um auf mögliche Infektionen reagieren zu können. Dazu wurden unter anderem medizinische Einrichtungen in den Grenzregionen zur Demokratischen Republik Kongo und zu Uganda überprüft.</p>



<h2 id="h-weitere-mittel-aus-der-sudan-konferenz" class="wp-block-heading"><span id="weitere-mittel-aus-der-sudan-konferenz">Weitere Mittel aus der Sudan-Konferenz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der internationalen Sudan-Konferenz im April sagte Deutschland insgesamt 232 Millionen Euro für den Sudan und die betroffenen Nachbarländer zu. Für den Südsudan sind daraus 25,86 Millionen Euro im Jahr 2026 vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 8,09 Millionen Euro sind für 2027 und 2,19 Millionen Euro für 2028 eingeplant. Die Bundesregierung betont zugleich, dass sie noch keine vollständige Aussage über den gesamten Umfang der humanitären Hilfe für den Südsudan im Jahr 2027 treffen könne. Dieser hänge von den verfügbaren Haushaltsmitteln ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Aufstockungen über die bereits bei der Sudan-Konferenz zugesagten Beträge hinaus seien bei ausreichenden Mitteln geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Europäische Union erhöhte ihre humanitäre Finanzierung. Die Generaldirektion für europäischen Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe hatte für den Südsudan 2026 zunächst 41,5 Millionen Euro vorgesehen. Das Budget wurde im März um 28,5 Millionen Euro und im Juni um weitere 1,5 Millionen Euro auf insgesamt 71,5 Millionen Euro angehoben.</p>



<h2 id="h-berlin-fordert-ruckkehr-zum-friedensabkommen" class="wp-block-heading"><span id="berlin-fordert-rueckkehr-zum-friedensabkommen">Berlin fordert Rückkehr zum Friedensabkommen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt die Vermittlungsbemühungen der ostafrikanischen Regionalorganisation IGAD, der Afrikanischen Union und ihres Sondergesandten Jakaya Kikwete. Berlin arbeitet außerdem mit der UN-Friedensmission UNMISS zusammen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="686" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-1024x686.jpg" alt="" class="wp-image-13634 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-1024x686.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-300x201.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-768x514.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-1536x1028.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-800x536.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English-1160x777.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/01/1613px-Salva_Kiir_the_president_of_southern_Sudan_-_Flickr_-_Al_Jazeera_English.jpg 1613w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung fordert die Konfliktparteien auf, zum Friedensabkommen von 2018 zurückzukehren. Die Übergangsregierung soll politische Gefangene freilassen, einseitige Änderungen des Abkommens zurücknehmen und wieder einen friedlichen Dialog mit der Opposition aufnehmen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf deutsche Initiative trafen sich westliche Botschafter und Vertreter von IGAD-Mitgliedstaaten in der südsudanesischen Hauptstadt Dschuba zu einem gemeinsamen Friedensaufruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält zugleich die Durchführung der für den 22. Dezember 2026 angekündigten Wahlen für fraglich. Unsicherheit besteht demnach bei der Sicherheitslage, dem rechtlichen Rahmen, der staatlichen Finanzierung und der Beteiligung der zahlreichen Binnenvertriebenen, die keinen festen Wohnsitz oder keine Ausweisdokumente besitzen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Russland und Deutschland einig: Trump soll Südafrika zum G20-Gipfel einladen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/russland-und-deutschland-einig-trump-soll-suedafrika-zum-g20-gipfel-einladen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 19:57:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Offener Widerspruch zu Donald Trump: Außenminister Johann Wadephul erklärt Südafrika zum unverzichtbaren G20-Mitglied und warnt vor der Ausgrenzung einer bedeutenden afrikanischen Stimme.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Frussland-und-deutschland-einig-trump-soll-suedafrika-zum-g20-gipfel-einladen%2F&amp;action_name=Russland%20und%20Deutschland%20einig%3A%20Trump%20soll%20S%C3%BCdafrika%20zum%20G20-Gipfel%20einladen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat sich erneut gegen den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausschluss Südafrikas vom G20-Gipfel in den Vereinigten Staaten gestellt. Außenminister Johann Wadephul bekräftigte die deutsche Position am 23. Juli bei einer Rede an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Ein G20 ohne Südafrika würde nach seinen Worten eine bedeutende afrikanische Stimme und eine regionale Wirtschafts- und Politikkraft an den Rand drängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin stellt sich damit offen gegen die Pläne der US-Regierung für den Gipfel 2026 in Miami. Auch Russland hat die einseitige Ausgrenzung Pretorias kritisiert. Eine gemeinsame deutsch-russische Initiative gibt es jedoch nicht.</p>



<h2 id="h-wadephul-nennt-sudafrika-unverzichtbar" class="wp-block-heading"><span id="wadephul-nennt-suedafrika-unverzichtbar">Wadephul nennt Südafrika unverzichtbar</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul verwies in Johannesburg auf den G20-Gipfel, den Südafrika 2025 als erstes afrikanisches Gastgeberland ausgerichtet hatte. Das Treffen habe gezeigt, dass das Land ein unverzichtbares Mitglied des internationalen Wirtschaftsforums sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Südafrika auszuschließen bedeutet, eine wichtige afrikanische Stimme und eine regionale wirtschaftliche und politische Kraft an den Rand zu drängen“, sagte der Außenminister. Dies könne in niemandes Interesse liegen. Angesichts wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit werde mehr internationale Zusammenarbeit benötigt und nicht weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrikas Außenminister Ronald Lamola würdigte die deutsche Haltung nach Gesprächen mit Wadephul in Pretoria als prinzipielle Unterstützung eines inklusiven G20. Südafrika werde die Zusammensetzung und Integrität des Forums weiterhin verteidigen, erklärte das Außenministerium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lamola wies zugleich darauf hin, dass Südafrika zu den Gründungsmitgliedern des G20 gehört. Das Land sei kein eingeladener Gast, über dessen Teilnahme der jeweilige Gastgeber allein entscheiden könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kein Land kann eigenständig beschließen, ein Gründungsmitglied des G20 auszuladen“, sagte Lamola. Pretoria stehe weiterhin bereit, an den Treffen teilzunehmen. Die übrigen Mitglieder müssten sich mit der geplanten Ausgrenzung befassen.</p>



<h2 id="h-berlin-widerspricht-washington-nicht-zum-ersten-mal" class="wp-block-heading"><span id="berlin-widerspricht-washington-nicht-zum-ersten-mal">Berlin widerspricht Washington nicht zum ersten Mal</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-unterstuetzt-suedafrikas-g20-praesidentschaft-katja-keul-reist-nach-johannesburg/" data-type="post" data-id="14134">Die deutsche Position ist nicht neu. Bereits nach Trumps Ankündigung vom 26. November 2025 erklärte die Bundesregierung, sie wolle den US-Präsidenten dazu bewegen, seine Entscheidung zurückzunehmen. </a>Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte damals entsprechende Gespräche mit Washington an.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="786" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-1024x786.jpeg" alt="" class="wp-image-29093 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-1024x786.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-300x230.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-768x589.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-380x292.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-800x614.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1-1160x890.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HOA-7wNWgAIurez-1.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Wadephuls Rede in Johannesburg verschärft jedoch die öffentliche Auseinandersetzung. Der Außenminister formulierte den Widerspruch zur US-Regierung unmittelbar in Südafrika und verband die Frage der G20-Mitgliedschaft mit der internationalen Vertretung des afrikanischen Kontinents.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Südafrika gehört inzwischen auch die Afrikanische Union als ständiges Mitglied zum G20. Südafrika bleibt jedoch der einzige einzelne afrikanische Staat in dem Forum, das große Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union zusammenbringt.</p>



<h2 id="h-trump-will-sudafrika-nicht-einladen" class="wp-block-heading"><span id="trump-will-suedafrika-nicht-einladen">Trump will Südafrika nicht einladen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/trump-schliesst-suedafrika-vom-g20-gipfel-2026-aus-scharfer-schlagabtausch-zwischen-washington-und-pretoria/">Trump hatte im November 2025 angekündigt, Südafrika keine Einladung zum G20-Gipfel unter der amerikanischen Präsidentschaft auszustellen. </a>Der US-Präsident begründete seinen Schritt unter anderem mit dem Streit um die Übergabe des G20-Vorsitzes nach dem Gipfel in Johannesburg und mit Vorwürfen gegen die südafrikanische Regierung wegen ihres Umgangs mit der weißen Minderheit der Afrikaaner.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/aussenminister-marco-rubio-sagt-teilnahme-am-g20-gipfel-in-suedafrika-ab/">Die US-Regierung hatte den Gipfel in Johannesburg zuvor boykottiert.</a> Washington warf Südafrika außerdem vor, während seiner Präsidentschaft politische Schwerpunkte gegen den Willen der Vereinigten Staaten durchgesetzt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pretoria weist die Vorwürfe zurück und betrachtet den angekündigten Ausschluss als unzulässigen Versuch, bilaterale Konflikte auf das gesamte G20-Format zu übertragen. Südafrika übernahm die Präsidentschaft im Dezember 2024 von Brasilien und führte das Forum bis Ende 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands G20-Vertreter Denis Agafonov erklärte Anfang Juli, Änderungen an der Zusammensetzung des Forums könnten nur im Konsens der Mitglieder erfolgen. Der jeweilige Gastgeber könne ein Mitglied nicht einseitig ausschließen. Deutschland und Russland vertreten damit in dieser Frage eine ähnliche Position, ohne ihr Vorgehen miteinander abzustimmen.</p>



<h2 id="h-g20-streit-belastet-beziehungen-zwischen-pretoria-und-washington" class="wp-block-heading"><span id="g20-streit-belastet-beziehungen-zwischen-pretoria-und-washington">G20-Streit belastet Beziehungen zwischen Pretoria und Washington</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt um den Gipfel ist Teil einer länger anhaltenden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Südafrika und den Vereinigten Staaten. Zu den Streitpunkten gehören die südafrikanische Innenpolitik, die Haltung Pretorias im Gaza-Krieg und die engen Beziehungen des Landes zu Russland und China.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der G20 arbeitet ohne Gründungsvertrag und ohne festes Sekretariat. Seine Entscheidungen beruhen weitgehend auf politischer Abstimmung und Konsens. Der turnusmäßig wechselnde Vorsitz organisiert die Treffen und setzt Schwerpunkte, besitzt jedoch keine formelle Befugnis, die dauerhafte Zusammensetzung des Forums allein zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel unter amerikanischer Präsidentschaft soll 2026 in Miami stattfinden. Südafrika hält an seinem Anspruch fest, dort als vollwertiges Mitglied und nicht lediglich als Gaststaat vertreten zu sein.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Mit deutscher Unterstützung: Sambia und Simbabwe markieren Afrikas erste internationale Seegrenze</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/mit-deutscher-unterstuetzung-sambia-und-simbabwe-markieren-afrikas-erste-internationale-seegrenze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 19:18:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontinentale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sambia]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
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		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schwimmende Bojen markieren jetzt die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe: Deutschland unterstützt damit Afrikas erste operative Grenzmarkierung auf einem internationalen See.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmit-deutscher-unterstuetzung-sambia-und-simbabwe-markieren-afrikas-erste-internationale-seegrenze%2F&amp;action_name=Mit%20deutscher%20Unterst%C3%BCtzung%3A%20Sambia%20und%20Simbabwe%20markieren%20Afrikas%20erste%20internationale%20Seegrenze&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sambia und Simbabwe haben auf dem Kariba-Stausee erstmals eine internationale Grenze auf einem afrikanischen Binnengewässer sichtbar markiert. Die erste Phase der Arbeiten wurde am 12. Juli abgeschlossen. Schwimmende Grenzbojen sollen künftig unabsichtliche Grenzübertritte verhindern, die Schifffahrt erleichtern und die gemeinsame Nutzung des Gewässers rechtlich klarer regeln. Deutschland finanzierte das Vorhaben, das von der Afrikanischen Union begleitet und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrikanische Union und das Auswärtige Amt bezeichneten die Installation der Bojen als ersten operativen Fall einer solchen Grenzmarkierung auf einem afrikanischen See. Das Projekt ist Teil des Grenzprogramms der Afrikanischen Union, das Staaten bei der Festlegung und Kennzeichnung ihrer Grenzen unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kariba-Stausee erstreckt sich entlang der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Beide Staaten nutzen das Gewässer unter anderem für Energiegewinnung, Fischerei, Schifffahrt und die Versorgung angrenzender Gemeinden.</p>



<h2 id="h-bojen-machen-grenzverlauf-auf-dem-wasser-sichtbar" class="wp-block-heading"><span id="bojen-machen-grenzverlauf-auf-dem-wasser-sichtbar">Bojen machen Grenzverlauf auf dem Wasser sichtbar</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die auf dem Stausee installierten Bojen kennzeichnen den vereinbarten Grenzverlauf zwischen beiden Ländern. Beteiligt waren die Regierungen Sambias und Simbabwes, die jeweiligen Vermessungsbehörden, gemeinsame technische Arbeitsgruppen und die Zambezi River Authority.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Technische Unterstützung kam von der Kommission der <a href="https://fokus-afrika.de/tag/au/" data-type="post_tag" data-id="352">Afrikanischen Union</a>. Deutschland stellte die Finanzierung bereit. Die Umsetzung erfolgte über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Auch die Internationale Organisation für Migration war an dem Prozess beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine sichtbare Grenzmarkierung soll insbesondere auf dem Wasser für mehr Rechtssicherheit sorgen. Fischer, Schiffsführer und Sicherheitsbehörden können dadurch besser erkennen, auf welchem Staatsgebiet sie sich befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Institutionen erwarten zudem, dass sich unbeabsichtigte Grenzverletzungen und daraus entstehende Konflikte verringern. Gleichzeitig sollen Fischbestände, Schifffahrtswege und andere gemeinsam genutzte Ressourcen besser verwaltet werden können.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-grenzprogramm-der-afrikanischen-union" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-grenzprogramm-der-afrikanischen-union">Deutschland unterstützt Grenzprogramm der Afrikanischen Union</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland arbeitet seit Jahren mit der Afrikanischen Union beim Aufbau einer friedlichen Grenzverwaltung zusammen. Das Grenzprogramm der AU unterstützt Mitgliedstaaten dabei, umstrittene oder nicht eindeutig gekennzeichnete Grenzverläufe gemeinsam festzulegen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="512" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-1024x512.jpeg" alt="" class="wp-image-29087 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-1024x512.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-300x150.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-768x384.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-1536x767.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-2048x1023.jpeg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-380x190.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-800x400.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/group-photo-14-07-2026-aubp.jfif_-1160x579.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Botschafter in Sambia, Sönke Siemon, erklärte anlässlich des Afrikanischen Grenztages am Kariba-Stausee, das Projekt zeige, wie Dialog und gegenseitiges Vertrauen gemeinsame Grenzen in Möglichkeiten für Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit verwandeln könnten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Unterstützung erfolgt über das Auswärtige Amt und die GIZ. Im Mittelpunkt stehen technische Beratung, Vermessungsarbeiten, die Abstimmung zwischen Nachbarstaaten und der Aufbau gemeinsamer Verwaltungsstrukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kariba-Projekt gilt innerhalb des AU-Grenzprogramms als praktisches Beispiel dafür, wie Grenzfragen ohne einseitige Maßnahmen oder politische Eskalation geregelt werden können.</p>



<h2 id="h-gemeinsame-nutzung-von-wasser-bleibt-zentrale-aufgabe" class="wp-block-heading"><span id="gemeinsame-nutzung-von-wasser-bleibt-zentrale-aufgabe">Gemeinsame Nutzung von Wasser bleibt zentrale Aufgabe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenzmarkierung wurde wenige Tage vor dem 16. Afrikanischen Grenztag abgeschlossen, der am Kariba-Stausee begangen wurde. Vertreter Sambias, Simbabwes, der Afrikanischen Union, der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika und internationaler Organisationen berieten dort über die Verwaltung gemeinsamer Wasserressourcen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum standen eine nachhaltige Wasserversorgung, sichere Sanitärsysteme und die Zusammenarbeit zwischen Grenzgemeinden. Die Teilnehmer befassten sich außerdem mit der Frage, wie natürliche Ressourcen genutzt werden können, ohne politische Spannungen zwischen Nachbarstaaten zu verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Afrikanische Union verwies dabei auf die Niamey-Konvention. Das Abkommen soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Afrika stärken und Staaten dazu bewegen, gemeinsame Grenzregionen koordiniert zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Internationale Organisation für Migration betonte, eindeutig geregelte Grenzen könnten auch eine sichere und geordnete Migration erleichtern. Regionale Organisationen und lokale Gemeinden müssten dabei stärker in die Grenzverwaltung einbezogen werden.</p>



<h2 id="h-erste-phase-des-grenzprojekts-abgeschlossen" class="wp-block-heading"><span id="erste-phase-des-grenzprojekts-abgeschlossen">Erste Phase des Grenzprojekts abgeschlossen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Installation der Bojen ist die Grenzmarkierung auf dem Kariba-Stausee noch nicht vollständig beendet. Sambia und Simbabwe arbeiten weiter an der Bestätigung und technischen Dokumentation des gemeinsamen Grenzverlaufs.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/88-millionen-euro-fuer-agenda-2063-afrikanische-union-und-deutschland-vertiefen-partnerschaft/" data-type="post" data-id="22185">Die Afrikanische Union und Deutschland kündigten an, die verbleibenden Arbeiten weiterhin zu unterstützen.</a> Zugleich soll das Projekt als Modell für andere afrikanische Staaten dienen, die gemeinsame Seen, Flüsse oder andere schwer sichtbar zu markierende Grenzräume verwalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Grenzprogramm der Afrikanischen Union verfolgt das Ziel, offene Grenzfragen durch Vermessung, Verhandlungen und gemeinsame Verwaltung zu lösen. Die AU verbindet damit ihre Strategie, Grenzen nicht nur als Trennlinien, sondern als Räume für regionale Zusammenarbeit zu behandeln.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/mit-deutscher-unterstuetzung-sambia-und-simbabwe-markieren-afrikas-erste-internationale-seegrenze/">Mit deutscher Unterstützung: Sambia und Simbabwe markieren Afrikas erste internationale Seegrenze</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Huthi-Angriffe eskalieren im Roten Meer – Trump droht, Merz warnt, Ölpreis springt über 100 Dollar</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/huthi-angriffe-eskalieren-im-roten-meer-trump-droht-merz-warnt-oelpreis-springt-ueber-100-dollar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 19:32:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontinentale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[AU]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
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		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Saudi-Arabien]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Raketen auf saudische Öltanker, eine angedrohte Seeblockade und Brent über 100 Dollar: Die Huthi eröffnen eine neue Eskalationsfront im Roten Meer. Trump droht mit militärischer Vergeltung, Merz stellt sich hinter Saudi-Arabien.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhuthi-angriffe-eskalieren-im-roten-meer-trump-droht-merz-warnt-oelpreis-springt-ueber-100-dollar%2F&amp;action_name=Huthi-Angriffe%20eskalieren%20im%20Roten%20Meer%20%E2%80%93%20Trump%20droht%2C%20Merz%20warnt%2C%20%C3%96lpreis%20springt%20%C3%BCber%20100%20Dollar&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/huthi-angriffe-eskalieren-im-roten-meer-trump-droht-merz-warnt-oelpreis-springt-ueber-100-dollar/">Huthi-Angriffe eskalieren im Roten Meer – Trump droht, Merz warnt, Ölpreis springt über 100 Dollar</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Huthi haben mit Angriffen auf saudische Öltanker und der Ankündigung einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien eine neue Eskalation im Roten Meer ausgelöst. Am 23. Juli 2026 verschärften die USA, Deutschland, die Europäische Union und die Afrikanische Union den politischen Druck auf die jemenitische Miliz. US-Präsident Donald Trump drohte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran mit schweren militärischen Konsequenzen. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent stieg erstmals seit Ende Mai wieder über 100 Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe treffen eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Zugleich ist die Straße von Hormus bereits weitgehend blockiert, wodurch die Sorgen vor Lieferausfällen und steigenden Energiepreisen zunehmen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-huthi-greifen-saudische-oltanker-an" class="wp-block-heading"><span id="huthi-greifen-saudische-oeltanker-an">Huthi greifen saudische Öltanker an</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die vom Iran unterstützten Huthi erklärten, zwei saudische Öltanker im Roten Meer mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Mindestens ein saudisches Schiff wurde am Mittwoch getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Schiffe mit Verbindung zum Königreich sollen demnach zum Ziel von Angriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Huthi kontrollieren große Teile des Jemen und greifen seit mehreren Jahren Handelsschiffe im Roten Meer an. Die Miliz begründet ihre Operationen mit regionalen Konflikten und ihrer Unterstützung für den Iran und dessen Verbündete.</p>



<h2 id="h-trump-droht-iran-und-huthi-mit-militarschlagen" class="wp-block-heading"><span id="trump-droht-iran-und-huthi-mit-militaerschlaegen">Trump droht Iran und Huthi mit Militärschlägen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden Iran für weitere Angriffe der Huthi verantwortlich machen. Die Miliz sei ein Stellvertreter Teherans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten die Attacken weitergehen, werde es eine „schwere militärische Bestrafung“ gegen Iran und die Huthi geben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="659" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-1024x659.jpg" alt="" class="wp-image-29071 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-1024x659.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-300x193.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-768x494.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-380x245.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-800x515.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped-1160x747.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/P20260717DT-1294_cropped.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der US-Präsident zeigte sich zugleich „sehr enttäuscht“ von der Miliz. Nach amerikanischen Angriffen im vergangenen Jahr und während des im Februar begonnenen Krieges gegen Iran hätten sich die Huthi aus seiner Sicht zunächst zurückgehalten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Drohung steigt das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation. Weitere amerikanische Angriffe auf Ziele im Jemen könnten zugleich die Spannungen zwischen Washington und Teheran verschärfen.</p>



<h2 id="h-merz-stellt-sich-hinter-saudi-arabien" class="wp-block-heading"><span id="merz-stellt-sich-hinter-saudi-arabien">Merz stellt sich hinter Saudi-Arabien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Angriffe auf saudische Schiffe „auf das Schärfste“. Die Huthi müssten ihre Attacken unverzüglich einstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jede Form einer Seeblockade ist inakzeptabel“, erklärte Merz. Die Angriffe gefährdeten die freie Schifffahrt und drohten, die regionale Stabilität weiter zu untergraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundeswehreinsatz-im-roten-meer-soll-verlaengert-werden/">Deutschland stehe solidarisch an der Seite Saudi-Arabiens und seiner Partner in der Region, fügte der Bundeskanzler hinzu.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Europäische Union bezeichnete die angekündigte Blockade als direkte Bedrohung der regionalen Stabilität. Der Angriff auf einen Öltanker sei inakzeptabel und rechtswidrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/eu-verlaengert-mandat-von-eunavfor-aspides-im-roten-meer/" data-type="post" data-id="24986">Die EU-Marineoperation Aspides soll die freie Schifffahrt im Roten Meer und den umliegenden Gewässern schützen.</a> Ihr Mandat ist defensiv ausgerichtet.</p>



<h2 id="h-afrikanische-union-warnt-vor-folgen-fur-den-kontinent" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-union-warnt-vor-folgen-fuer-den-kontinent">Afrikanische Union warnt vor Folgen für den Kontinent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Afrikanische Union verurteilte die Angriffe. Der Vorsitzende der AU-Kommission, Mahmoud Ali Youssouf, sprach von einer gefährlichen Eskalation mit Folgen für Frieden und Sicherheit in der gesamten Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er bekundete die Solidarität der Afrikanischen Union mit Saudi-Arabien und bekräftigte die Unterstützung für dessen Sicherheit, Souveränität und Stabilität.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/spannungen-am-roten-meer-aethiopien-und-eritrea-warnen-einander-vor-krieg/" data-type="post" data-id="22411">Störungen im Roten Meer bedrohten nicht nur den internationalen Handel, sondern auch die wirtschaftlichen Interessen zahlreicher afrikanischer Staaten.</a> Viele Länder des Kontinents sind auf sichere Seewege für Energieimporte, Exporte und den Warenverkehr mit Europa und Asien angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Youssouf forderte die Huthi auf, ihre Angriffe auf Handelsschiffe sofort einzustellen und das internationale Seerecht einzuhalten.</p>



<h2 id="h-olpreis-steigt-um-mehr-als-acht-prozent" class="wp-block-heading"><span id="oelpreis-steigt-um-mehr-als-acht-prozent">Ölpreis steigt um mehr als acht Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sorge vor weiteren Angriffen ließ die Ölpreise kräftig steigen. Der Preis für Brent-Rohöl legte am Donnerstag um 8,4 Prozent auf 101,93 Dollar je Barrel zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit überschritt Brent erstmals seit Ende Mai wieder die Marke von 100 Dollar. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 7,6 Prozent auf 93,44 Dollar je Barrel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Preisanstieg trifft einen bereits angespannten Markt. Wegen der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus stehen Lieferungen aus dem Persischen Golf unter Druck. Die Angriffe im Roten Meer gefährden nun zusätzlich die Route durch den Suezkanal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über das Rote Meer und den Golf von Aden laufen große Teile des Handels zwischen Europa und Asien. Eine länger anhaltende Störung könnte Reedereien erneut zu Umwegen um das Kap der Guten Hoffnung zwingen. Dadurch verlängern sich Transportzeiten, während Treibstoff- und Versicherungskosten steigen.</p>
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			<media:description type="html">President Donald J. Trump delivers remarks at a FIFA reception at Trump Tower in New York City, Friday, July 17, 2026, ahead of the World Cup Final on Sunday. (Official White House Photo by Daniel Torok)</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland fördert – China soll Namibias Wasserstoff-Megaprojekt bauen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-foerdert-china-soll-namibias-wasserstoff-megaprojekt-bauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 15:58:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milliardenprojekt auf historisch belastetem Nama-Gebiet: Berlin stellte Hyphen ein Unterstützungsschreiben aus, ohne zuvor die Umwelt- und Menschenrechtsrisiken vertieft zu prüfen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-foerdert-china-soll-namibias-wasserstoff-megaprojekt-bauen%2F&amp;action_name=Deutschland%20f%C3%B6rdert%20%E2%80%93%20China%20soll%20Namibias%20Wasserstoff-Megaprojekt%20bauen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-foerdert-china-soll-namibias-wasserstoff-megaprojekt-bauen/">Deutschland fördert – China soll Namibias Wasserstoff-Megaprojekt bauen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat dem milliardenschweren Hyphen-Wasserstoffprojekt in Namibia ein Unterstützungsschreiben ausgestellt, ohne zuvor die Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsrisiken vertieft zu prüfen. Das räumt sie in einer am 23. Juli 2026 veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion ein. Eine genaue Auflistung ihrer Gespräche mit Vertretern der betroffenen Nama legt sie ebenfalls nicht vor. Zugleich fließen deutsche Fördermittel in die Vorbereitung des Projekts und den Aufbau der namibischen Wasserstoffwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hyphen soll im Tsau-IlKhaeb-Nationalpark nahe Lüderitz entstehen. Das Investitionsvolumen wird auf rund zehn Milliarden Euro geschätzt. Hinter dem Projekt steht unter anderem das deutsche Energieunternehmen Enertrag, das nach eigenen Angaben die kontrollierende Beteiligung an Hyphen Hydrogen Energy hält.</p>



<h2 id="h-unterstutzungsschreiben-kam-vor-vertiefter-prufung" class="wp-block-heading"><span id="unterstuetzungsschreiben-kam-vor-vertiefter-pruefung">Unterstützungsschreiben kam vor vertiefter Prüfung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das damalige Bundeswirtschaftsministerium übergab Enertrag im März 2024 einen sogenannten qualifizierten Letter of Interest. Mit diesem unverbindlichen Schreiben signalisierte die Bundesregierung ihre Unterstützung und die grundsätzliche Eignung des Vorhabens als strategisches Auslandsprojekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher nahm sie lediglich eine vorläufige Einschätzung anhand ihrer Kriterien für internationale Großprojekte vor. Eine vertiefte projektbezogene Prüfung von Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsfragen fand nicht statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Unterlagen lägen in einer frühen Projektphase regelmäßig noch nicht vor, begründet die Bundesregierung ihr Vorgehen. Die umfassende Prüfung solle erst im Rahmen eines späteren Antragsverfahrens erfolgen. Ein Antrag auf Einordnung des Hyphen-Projekts als strategisches Auslandsprojekt liegt dem Bundeswirtschaftsministerium bislang nicht vor.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wasserstoff-deutschland-intensiviert-zusammenarbeit-mit-namibia-und-sudafrika/" data-type="post" data-id="9720">Damit erhielt Hyphen politische Unterstützung aus Berlin, bevor mögliche Folgen für die Nama, die biologische Vielfalt und historisch bedeutsame Orte im Projektgebiet eingehend untersucht worden waren.</a></p>



<h2 id="h-gesprache-mit-den-nama-bleiben-ohne-genaue-angaben" class="wp-block-heading"><span id="gespraeche-mit-den-nama-bleiben-ohne-genaue-angaben">Gespräche mit den Nama bleiben ohne genaue Angaben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt, sie stehe auf verschiedenen Ebenen mit der namibischen Regierung, der Zivilgesellschaft und betroffenen Gemeinschaften in Verbindung.<a href="https://fokus-afrika.de/nama-traditionalisten-lehnen-vereinbarung-zu-voelkermord-reparationen-ab/" data-type="post" data-id="13601"> Dazu gehörten auch Vertreter der Nama sowie Gespräche über Wasserstoffproduktion und die Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mit wem gesprochen hat, wann die Treffen stattfanden und welche Fragen dabei behandelt wurden, bleibt offen. Eine Einzelauflistung sei „in der Kürze der Zeit nicht möglich“, heißt es in der Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage, ob die freie, vorherige und informierte Zustimmung der Nama zur Bedingung deutscher Unterstützung gemacht oder von deutschen Stellen überprüft wurde, beantwortet die Bundesregierung nicht konkret.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verweist stattdessen auf die Verantwortung der beteiligten Unternehmen. Rechtsverstöße seien ihr nicht bekannt. Hyphen habe zugesichert, sich bei seinen Umwelt- und Sozialprüfungen an den Standards der International Finance Corporation zu orientieren. Zu diesen gehört das Prinzip der freien, vorherigen und informierten Zustimmung indigener Gemeinschaften, international als FPIC bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob eine solche Zustimmung bereits vorliegt, geht aus der Regierungsantwort nicht hervor.</p>



<h2 id="h-projekt-beruhrt-kolonial-belastetes-gebiet" class="wp-block-heading"><span id="projekt-beruehrt-kolonial-belastetes-gebiet">Projekt berührt kolonial belastetes Gebiet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das geplante Industriegebiet liegt im angestammten Gebiet der !Aman-Nama. Der heutige Nationalpark wurde während der deutschen Kolonialherrschaft zum Sperrgebiet für die Diamantenförderung erklärt. Die koloniale Nutzung war mit Vertreibungen, Enteignungen und erheblichen Eingriffen in die Landschaft verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Region befinden sich zudem Erinnerungsorte an den Krieg des Deutschen Kaiserreichs gegen die Nama und Ovaherero zwischen 1904 und 1908. Dazu gehört Shark Island bei Lüderitz, wo deutsche Kolonialtruppen ein Lager errichteten, in dem zahlreiche Gefangene starben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nama-Vertretungen werfen den Projektverantwortlichen vor, ihre Rechte und ihre Forderung nach Beteiligung nicht ausreichend zu berücksichtigen. Sie befürchten Folgen für Kulturlandschaften, Gedenkorte sowie traditionell genutzte Flächen. Gegen das Vorhaben und die Beteiligung von Enertrag gab es Proteste in Namibia und Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung betont, dass die Verantwortung für eine rechtskonforme Umsetzung bei den beteiligten Unternehmen liege. Völkerrechtliche und rechtsstaatliche Fragen behalte sie im Rahmen der Zusammenarbeit mit Namibia grundsätzlich im Blick.</p>



<h2 id="h-deutsche-mittel-fliessen-in-die-projektvorbereitung" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-mittel-fliessen-in-die-projektvorbereitung">Deutsche Mittel fließen in die Projektvorbereitung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Exportkreditgarantie für Hyphen hat die Bundesregierung bislang weder bewilligt noch in Aussicht gestellt. <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-shaanika-deutschland-und-namibia-sind-gut-aufgestellt/" data-type="post" data-id="24516">Dennoch unterstützt Deutschland Teile der Projektvorbereitung und des wirtschaftlichen Umfelds.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über eine gemeinsame Entwicklungsfazilität der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas wurden Hyphen 2024 rund 1,7 Millionen Euro für Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudien zugesagt. Ausgezahlt wurde das Geld bislang nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Enertrag förderte Deutschland außerdem den Aufbau eines Pools namibischer Dienstleister mit rund 299.410 Euro. Eine weitere Übersicht der Bundesregierung weist für 2026 eine Förderung von 300.000 Euro an Enertrag und Hyphen Hydrogen Energy aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben finanziert das Bundeswirtschaftsministerium den Aufbau staatlicher Strukturen für Namibias Wasserstoffwirtschaft. Mehr als 5,1 Millionen Euro gingen an Beratungs- und Finanzierungsleistungen für das Green Hydrogen Programme des Landes. Die deutsch-namibische Wasserstoffpartnerschaft erhielt 1,17 Millionen Euro. Weitere 540.000 Euro flossen in die Zusammenarbeit bei technischen Standards.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2021 übernahm der Bund zudem für ein nicht näher genanntes Wasserstoffprojekt in Namibia eine Investitionsgarantie mit einer Kapitaldeckung von 30 Millionen Euro. Ob diese Garantie mit Hyphen verbunden ist, legt die Bundesregierung unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse nicht offen.</p>



<h2 id="h-hyphen-sucht-zugleich-starkere-anbindung-an-china" class="wp-block-heading"><span id="hyphen-sucht-zugleich-staerkere-anbindung-an-china">Hyphen sucht zugleich stärkere Anbindung an China</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während Berlin seine bisherige Unterstützung erläutert, baut Hyphen seine Verbindungen nach China aus. Namibias Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah traf am 10. Juli in Chengdu Vertreter von Hyphen und der China National Chemical Engineering Corporation.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-28653 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-1024x683.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-1536x1024.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-2048x1365.jpeg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMjlRfFWIAA6hRL-1160x773.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das chinesische Staatsunternehmen ist als Partner für Planung, Beschaffung und Bau des Hyphen-Projekts vorgesehen. Bei den Gesprächen ging es nach Angaben des namibischen Green Hydrogen Programme um eine stärkere Zusammenarbeit mit China im Wasserstoffsektor und bei der industriellen Entwicklung.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin hier, um Ihnen zu helfen. Wenn Sie einen Geschäftspartner in China finden und dieser mich treffen möchte, werde ich hier sein“, sagte Nandi-Ndaitwah an namibische Unternehmen gerichtet.</p>



<h2 id="h-produktion-von-bis-zu-zwei-millionen-tonnen-ammoniak-geplant" class="wp-block-heading"><span id="produktion-von-bis-zu-zwei-millionen-tonnen-ammoniak-geplant">Produktion von bis zu zwei Millionen Tonnen Ammoniak geplant</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hyphen soll jährlich bis zu 350.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Dieser soll überwiegend zu rund zwei Millionen Tonnen Ammoniak weiterverarbeitet und unter anderem nach Europa exportiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die namibische Regierung wählte Hyphen im November 2021 als bevorzugten Bieter aus. Im Mai 2023 unterzeichneten beide Seiten das maßgebliche Umsetzungsabkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang wird noch kein Wasserstoff produziert. Das Projekt befindet sich weiterhin in der Vorbereitungsphase. Frühere Planungen sahen den Beginn der kommerziellen Produktion für Ende 2026 oder im Verlauf des Jahres 2027 vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung geht bei einer Realisierung von erheblichen Beschäftigungs- und Wachstumseffekten aus. Hyphen plant eine lokale Wertschöpfungsquote von 30 Prozent. Belastbare Studien zu den tatsächlichen Auswirkungen auf Beschäftigung, Staatseinnahmen und lokale Lieferketten liegen nach Angaben der Bundesregierung bislang jedoch nicht vor.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Auswärtiges Amt beurlaubt Digital-Diplomaten zu Capgemini – und vergibt später Softwareaufträge</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-beurlaubt-digital-diplomaten-zu-capgemini-und-vergibt-spaeter-softwareauftraege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 14:36:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2022 arbeitet der beurlaubte Diplomat Hinrich Thölken für Capgemini. Zugleich erhält der Konzern weiter Aufträge des Auswärtigen Amts – 2026 bislang im Umfang von 584.664 Euro.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fauswaertiges-amt-beurlaubt-digital-diplomaten-zu-capgemini-und-vergibt-spaeter-softwareauftraege%2F&amp;action_name=Ausw%C3%A4rtiges%20Amt%20beurlaubt%20Digital-Diplomaten%20zu%20Capgemini%20%E2%80%93%20und%20vergibt%20sp%C3%A4ter%20Softwareauftr%C3%A4ge&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/auswaertiges-amt-beurlaubt-digital-diplomaten-zu-capgemini-und-vergibt-spaeter-softwareauftraege/">Auswärtiges Amt beurlaubt Digital-Diplomaten zu Capgemini – und vergibt später Softwareaufträge</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Auswärtige Amt hat seinen Sonderbeauftragten für internationale Digitalisierungspolitik für einen Wechsel zu Capgemini beurlaubt und sieht keinen Interessenkonflikt, obwohl der Konzern später ein Software-Los für das Ministerium gewann. Seit 2022 arbeitet Hinrich Thölken für das Beratungs- und IT-Unternehmen. Wie der Kontakt zustande kam und welche besonderen Schutzvorkehrungen das Ministerium traf, <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/072/2107201.pdf">beantwortet</a> die Bundesregierung nicht. Allein bis Juli 2026 flossen Aufträge im Umfang von 584.664 Euro an Capgemini.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bestätigte den Namen des bislang nicht öffentlich genannten Beamten in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Damit wird ein Seitenwechsel offiziell, bei dem ein langjähriger Spitzendiplomat aus einem strategischen Digitalressort zu einem Unternehmen ging, das bereits Geschäfte mit seinem Ministerium machte und inzwischen erneut für dessen Softwareentwicklung tätig ist.</p>



<h2 id="h-vom-digitalressort-zum-it-konzern" class="wp-block-heading"><span id="vom-digitalressort-zum-it-konzern">Vom Digitalressort zum IT-Konzern</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinrich Thölken war von 2018 bis 2022 Sonderbeauftragter in der Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amts. Dort verantwortete er die internationale Digitalisierungspolitik sowie die internationalen Aspekte von Informations- und Kommunikationstechnologien und digitaler Innovation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 ließ ihn das Ministerium ohne Bezüge beurlauben. Thölken wechselte zu Capgemini, einem international tätigen Beratungs- und Technologiekonzern mit umfangreichen Geschäften im öffentlichen Sektor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf welchem Weg die Verbindung zwischen dem Diplomaten und dem Unternehmen zustande kam, weiß die Bundesregierung nach eigener Darstellung nicht. Sie könne weder sagen, ob Thölken sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewarb, noch ob Capgemini ihn direkt anwarb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt bereits die Entstehung des Seitenwechsels ungeklärt.</p>



<h2 id="h-ministerium-erklart-den-wechsel-zum-gewinn-fur-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="ministerium-erklaert-den-wechsel-zum-gewinn-fuer-deutschland">Ministerium erklärt den Wechsel zum Gewinn für Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beurlaubung begründet das Auswärtige Amt mit einem „wichtigen Grund“ im Sinne der Sonderurlaubsverordnung. Gemeint sei die Bedeutung des Austauschs mit der Wirtschaft in Digitalisierungsfragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Austausch diene auch aus außenpolitischer Sicht der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, erklärt die Bundesregierung. Der Wechsel eines Beamten zu einem privaten Auftragnehmer wird damit nicht als Risiko, sondern als Wissenstransfer zwischen Staat und Wirtschaft dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offen bleibt, wie dieser Austausch konkret dem Staat zugutekommt. Thölken ist nicht zum Ministerium abgeordnet, sondern arbeitet während seiner weiterhin laufenden Beurlaubung für Capgemini.</p>



<h2 id="h-keine-angaben-zu-karenzzeit-oder-besonderen-auflagen" class="wp-block-heading"><span id="keine-angaben-zu-karenzzeit-oder-besonderen-auflagen">Keine Angaben zu Karenzzeit oder besonderen Auflagen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders knapp fällt die Antwort auf die Frage nach möglichen Schutzvorkehrungen aus. Die AfD-Abgeordneten wollten wissen, ob das Auswärtige Amt Karenzzeiten, thematische Beschränkungen, Verpflichtungserklärungen oder andere Compliance-Auflagen festgelegt hatte.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="353" height="143" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/CapgeminiBerdaiOthmane.png" alt="" class="wp-image-29055 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/CapgeminiBerdaiOthmane.png 353w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/CapgeminiBerdaiOthmane-300x122.png 300w" sizes="(max-width: 353px) 100vw, 353px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt keine solche Maßnahme. Stattdessen verweist sie auf ihre Aussage, Thölken sei nicht in der internen IT des Ministeriums beschäftigt gewesen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage, ob das Auswärtige Amt vor der Genehmigung der Beurlaubung bestehende oder geplante Capgemini-Aufträge überprüfte, bleibt ohne konkrete Antwort. Erneut verweist die Regierung lediglich darauf, dass Thölken keinen Einblick in interne IT-Strukturen und Beschaffungsvorgänge gehabt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob mögliche Kontakte, Kenntnisse über politische Entscheidungswege oder sein Netzwerk innerhalb des Ministeriums geprüft wurden, geht aus der Antwort nicht hervor.</p>



<h2 id="h-capgemini-gewinnt-neues-software-los" class="wp-block-heading"><span id="capgemini-gewinnt-neues-software-los">Capgemini gewinnt neues Software-Los</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschäftsbeziehung zwischen dem Auswärtigen Amt und Capgemini bestand bereits vor Thölkens Wechsel. Die älteste aufgeführte Beauftragung stammt aus dem Jahr 2016 und betraf das IT-Service-Management.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Jahre nach Beginn der Beurlaubung kam ein neuer Auftrag hinzu. Capgemini gewann 2025 ein Los eines Rahmenvertrags zur Softwareentwicklung und kann seither in diesem Bereich für das Auswärtige Amt tätig werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung macht keine Angaben dazu, ob Thölken mit dem Vergabeverfahren, der Geschäftsentwicklung oder Projekten für das Ministerium befasst war. Ebenso wenig belegt die Antwort, dass er an der Vergabe beteiligt gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zeitliche Abfolge bleibt dennoch auffällig: 2022 wechselte der für internationale Digitalpolitik zuständige Diplomat zu Capgemini. 2025 gewann das Unternehmen das Software-Los. 2026 stieg das bisherige Auftragsvolumen mit dem Auswärtigen Amt bis Juli auf 584.664 Euro.</p>



<h2 id="h-auftragsvolumen-erreicht-neuen-hochststand" class="wp-block-heading"><span id="auftragsvolumen-erreicht-neuen-hoechststand">Auftragsvolumen erreicht neuen Höchststand</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr von Thölkens Wechsel war das Auftragsvolumen zunächst eingebrochen. Für 2022 weist die Bundesregierung 29.702 Euro aus. Ein Jahr später stieg es auf 165.330 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 wurden lediglich 479 Euro abgerufen, 2025 nach Regierungsangaben gar keine Mittel. Bis Juli 2026 erreichte das Volumen dann 584.664 Euro. Das ist der höchste Wert in der von der Bundesregierung veröffentlichten Reihe seit Beginn der Geschäftsbeziehung im Jahr 2016.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium erklärt nicht, welche konkreten Leistungen hinter dem starken Anstieg stehen. Auch ein Zusammenhang mit dem 2025 gewonnenen Software-Los wird in der Antwort weder bestätigt noch ausgeschlossen.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-zieht-eine-enge-grenze" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-zieht-eine-enge-grenze">Bundesregierung zieht eine enge Grenze</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Vorwurf eines möglichen Interessenkonflikts weist die Bundesregierung mit einer formalen Trennung zurück. Thölken sei in der Wirtschaftsabteilung tätig gewesen, nicht in der Zentralabteilung, in der die interne IT angesiedelt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb habe er die damaligen internen IT-Strukturen, Beschaffungsvorhaben und Entscheidungsprozesse nicht gekannt. Mit dieser Begründung sieht die Bundesregierung auch keinen Anlass für strengere Regeln bei vergleichbaren Wechseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage der Abgeordneten bezog sich jedoch nicht nur auf technische Systemkenntnisse. Sie betraf auch mögliche Wettbewerbsvorteile durch interne Erfahrungen und Kontakte eines hochrangigen Beamten. Dazu enthält die Antwort keine weitergehende Prüfung.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bitcoin &#038; Ethereum: Deutschland weitet internationalen Austausch auf Kryptohandel aus</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bitcoin-ethereum-deutschland-weitet-internationalen-austausch-auf-kryptohandel-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=29014</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kryptohandel über Grenzen hinweg soll für Finanzämter transparenter werden: Deutschland bringt zwei Gesetze für den internationalen Austausch von Nutzer-, Konto- und Transaktionsdaten auf den Weg.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbitcoin-ethereum-deutschland-weitet-internationalen-austausch-auf-kryptohandel-aus%2F&amp;action_name=Bitcoin%20%26amp%3B%20Ethereum%3A%20Deutschland%20weitet%20internationalen%20Austausch%20auf%20Kryptohandel%20aus&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bitcoin-ethereum-deutschland-weitet-internationalen-austausch-auf-kryptohandel-aus/">Bitcoin &amp; Ethereum: Deutschland weitet internationalen Austausch auf Kryptohandel aus</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will Kryptogeschäfte und neue digitale Finanzprodukte systematisch in den internationalen Steuerdatenaustausch einbeziehen. Die beiden <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107195.pdf">Gesetzentwürfe</a> wurden am 21. und 22. Juli 2026 im Bundestag bekannt gemacht. Finanzbehörden sollen dadurch grenzüberschreitende Transaktionen, Konten und Beteiligungen leichter steuerpflichtigen Personen und Unternehmen zuordnen können. Die Bundesregierung begründet die Ausweitung mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung und der Sicherung des Steueraufkommens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/airbnb-uber-und-onlinehandel-deutschland-nimmt-einkuenfte-im-ausland-ins-visier/" data-type="post" data-id="28945">Die Vorhaben setzen zwei internationale Vereinbarungen in deutsches Recht um</a>. Eine davon schafft einen eigenen Melderahmen für den Handel mit Kryptowerten. Die zweite erweitert den bereits bestehenden automatischen Austausch von Finanzkontendaten auf digitale Anlageformen.</p>



<h2 id="h-eigener-melderahmen-fur-kryptogeschafte" class="wp-block-heading"><span id="eigener-melderahmen-fuer-kryptogeschaefte">Eigener Melderahmen für Kryptogeschäfte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Gesetzentwurf betrifft eine mehrseitige Vereinbarung vom Juni 2023 über den automatischen Austausch von Informationen nach dem internationalen Melderahmen für Kryptowerte. Deutschland unterzeichnete sie im November 2024 gemeinsam mit 26 weiteren Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die teilnehmenden Staaten verpflichten sich, steuerlich relevante Informationen über den Handel mit Kryptowerten zu erheben und regelmäßig untereinander auszutauschen. Damit sollen auch Transaktionen erfasst werden, die über Anbieter oder Plattformen außerhalb des steuerlichen Ansässigkeitsstaates eines Nutzers abgewickelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet den automatischen Austausch als Instrument gegen grenzüberschreitende Steuerhinterziehung. Kryptowerte sollen damit stärker in jene internationale Zusammenarbeit einbezogen werden, die bei klassischen Bankkonten bereits seit Jahren besteht.</p>



<h2 id="h-personliche-daten-und-transaktionssummen-werden-ubermittelt" class="wp-block-heading"><span id="persoenliche-daten-und-transaktionssummen-werden-uebermittelt">Persönliche Daten und Transaktionssummen werden übermittelt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der geplante Austausch umfasst Angaben zur Identität und steuerlichen Ansässigkeit der Nutzer. Dazu gehören Name, Anschrift, Ansässigkeitsstaat oder mehrere Ansässigkeitsstaaten, Steueridentifikationsnummer und Geburtsdatum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich sollen die Behörden Informationen über den jeweiligen Kryptowert und die damit verbundenen Geschäfte erhalten. Dazu gehören die Art des Kryptowerts, die Gesamtbruttobeträge der Transaktionen, die Zahl der übertragenen Einheiten und die Anzahl der meldepflichtigen Transaktionen.</p>



<ul class="wp-block-list"></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten sollen den Steuerbehörden ermöglichen, gemeldete Kryptogeschäfte mit den Steuererklärungen der jeweiligen Nutzer abzugleichen.</p>



<h2 id="h-digitale-finanzprodukte-werden-klassischen-konten-gleichgestellt" class="wp-block-heading"><span id="digitale-finanzprodukte-werden-klassischen-konten-gleichgestellt">Digitale Finanzprodukte werden klassischen Konten gleichgestellt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Gesetzentwurf erweitert den bestehenden internationalen Austausch über Finanzkonten. Er erfasst künftig auch E-Geld, digitales Zentralbankgeld, Derivate mit Bezug zu Kryptowerten sowie Beteiligungen an Investmentunternehmen, die in Kryptowerte investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterzeichnete die entsprechende Zusatzvereinbarung im November 2024 gemeinsam mit 68 weiteren Staaten. Zu den Unterzeichnern gehören auch Mauritius, Rwanda und Südafrika. Weitere beteiligte Staaten sind unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Brasilien, Indonesien, Malaysia, Panama, Singapur und zahlreiche europäische Länder.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den bereits übermittelten Kontodaten kommen zusätzliche Angaben hinzu. Finanzbehörden sollen erfahren, ob eine gültige Selbstauskunft des Kontoinhabers vorliegt, um welche Kontoart es sich handelt und ob das Konto neu, bereits bestehend oder gemeinschaftlich geführt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Gemeinschaftskonten soll auch die Zahl der Kontoinhaber gemeldet werden. Dadurch können Steuerbehörden berücksichtigen, dass Guthaben und Erträge nicht in jedem Fall vollständig einer einzigen Person zugerechnet werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="694" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-1024x694.jpg" alt="" class="wp-image-29016 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-1024x694.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-300x203.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-768x520.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-380x257.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-800x542.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin-1160x786.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Holding_Bitcoin_cryptocurrency_coin.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Erfasst werden zudem die Funktionen sogenannter beherrschender Personen eines Unternehmens oder anderen Rechtsträgers. Damit soll erkennbar werden, ob eine Person etwa als Eigentümer, Begünstigter, leitender Angestellter, gesetzlicher Vertreter, Treuhänder oder geschäftsführender Gesellschafter Kontrolle ausübt.</p>
</div></div>



<h2 id="h-datenaustausch-soll-im-september-2027-beginnen" class="wp-block-heading"><span id="datenaustausch-soll-im-september-2027-beginnen">Datenaustausch soll im September 2027 beginnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der erweiterte Austausch von Finanzkonteninformationen soll im September 2027 beginnen. Übermittelt werden dann erstmals Daten aus dem Kalenderjahr 2026. Anschließend ist ein jährlicher Austausch vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinbarung wird zwischen zwei Staaten erst wirksam, wenn beide über die notwendigen Gesetze verfügen und die erforderlichen Mitteilungen bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hinterlegt haben. Der Datenaustausch erfolgt damit nicht automatisch mit jedem Unterzeichner zum selben Zeitpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bildet eine bereits beschlossene EU-Richtlinie die Grundlage. Deutschland hatte deren Vorgaben im Dezember 2025 in nationales Recht umgesetzt. Der neue Gesetzentwurf setzt nun zusätzlich die internationale Vereinbarung in Kraft. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung kürzt Büro für Religionsfreiheit – Wirkung bleibt ungemessen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-kuerzt-buero-fuer-religionsfreiheit-wirkung-bleibt-ungemessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:25:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur 1,5 Stellen, keine festen Jahresziele und keine Evaluation: Die Bundesregierung legt offen, wie das Büro ihres Religionsbeauftragten Thomas Rachel arbeitet.<br />
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<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hat das Büro ihres Beauftragten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit deutlich verkleinert und verzichtet zugleich auf feste Kriterien zur Bewertung seiner Arbeit. Die Angaben veröffentlichte sie am 22. Juli 2026 in einer <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107167.pdf">Antwort</a> auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Thomas Rachel (CDU) stehen demnach 1,5 Stellen zur Verfügung. Eine gesonderte Evaluation, verbindliche Jahresziele oder messbare Erfolgsvorgaben sind nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Religionsbeauftragte ist im Auswärtigen Amt angesiedelt. Seine Aufgabe besteht darin, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in der deutschen Außenpolitik zu vertreten und Kontakte zu Regierungen, internationalen Organisationen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu pflegen.</p>



<h2 id="h-buro-arbeitet-mit-1-5-stellen" class="wp-block-heading"><span id="buero-arbeitet-mit-15-stellen">Büro arbeitet mit 1,5 Stellen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet die personelle Ausstattung mit Beginn der aktuellen Legislaturperiode als „deutlich reduziert“. Wie groß das Büro zuvor war, beziffert sie in ihrer Antwort nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum 1. Januar 2026 waren dem Religionsbeauftragten 1,5 Stellen zugeordnet. Dabei handelt es sich um eine volle Stelle der Entgeltgruppe E14 und eine halbe Stelle der Entgeltgruppe E8. Für das Personal sind im Bundeshaushalt 136.255 Euro vorgesehen. Hinzu kommen veranschlagte Ausgaben von 31.000 Euro.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Externe Dienstleister wurden seit Beginn der Legislaturperiode nicht beauftragt. Auch für Öffentlichkeitsarbeit stehen dem Büro nach Angaben der Bundesregierung keine eigenen finanziellen oder personellen Mittel zur Verfügung. Rachel nutzt den öffentlich zugänglichen Account „@ReligionBund“ auf der Plattform X.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kürzung fällt in eine Legislaturperiode, in der CDU, CSU und SPD eine Verringerung der Zahl der Regierungsbeauftragten vereinbart haben. Die Koalition begründete dies mit der Konsolidierung des Bundeshaushalts und der Bundesverwaltung. Mehrere Beauftragtenfunktionen wurden im Mai 2025 abgeschafft und ihre Aufgaben auf andere Organisationseinheiten der Ministerien übertragen. Das Amt für Religions- und Weltanschauungsfreiheit blieb bestehen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bundesregierung-verzichtet-auf-messbare-ziele" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-verzichtet-auf-messbare-ziele">Bundesregierung verzichtet auf messbare Ziele</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will die Arbeit des Religionsbeauftragten nicht anhand festgelegter quantitativer oder qualitativer Kriterien bewerten.<a href="https://fokus-afrika.de/religionsbeauftragter-warnt-vor-weltweiter-einschraenkung-der-religionsfreiheit/" data-type="post" data-id="28015"> Sie begründet dies mit dem politischen Charakter seiner Aufgaben.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus demselben Grund werden keine Jahresziele definiert. Eine eigenständige Evaluation der Tätigkeit ist ebenfalls nicht vorgesehen. Damit bleibt offen, anhand welcher Maßstäbe die Bundesregierung Erfolge oder Defizite des Amtes bewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Fragen nach den wesentlichen Ergebnissen des ersten Amtsjahres verweist die Bundesregierung allgemein auf politische Gespräche, Auslandsreisen, öffentliche Stellungnahmen sowie den Austausch mit Parlamenten, Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und ausländischen Regierungsvertretern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Gesetzesvorhaben, eigenständige Strategiepapiere oder abgeschlossene Projekte nennt die Antwort nicht. Rachel begleitet jedoch den Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit, der alle zwei Jahre erscheint.&nbsp;</p>



<h2 id="h-treffen-werden-nicht-vollstandig-dokumentiert" class="wp-block-heading"><span id="treffen-werden-nicht-vollstaendig-dokumentiert">Treffen werden nicht vollständig dokumentiert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Büro steht nach Darstellung der Bundesregierung mit zahlreichen Institutionen im In- und Ausland in Verbindung. Dazu zählen Bundesministerien, Bundestagsfraktionen, Religionsgemeinschaften, humanistische Organisationen, politische Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vollständige Übersicht über diese Treffen legte die Bundesregierung nicht vor. Die nachträgliche Erfassung würde das Büro in seiner derzeitigen personellen Ausstattung mehrere Tage beschäftigen und sei deshalb nicht mit vertretbarem Aufwand möglich.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="951" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-1024x951.jpg" alt="" class="wp-image-28017 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-1024x951.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-300x279.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-768x713.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-1536x1427.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-2048x1903.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-380x353.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-800x743.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2-1160x1078.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/Rachel_Thomas_2023_cropped-2.jpg 2465w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Rachel ist als Bundestagsabgeordneter zugleich regelmäßig mit Abgeordneten, Fraktionen und Ausschüssen im Austausch. Die Bundesregierung sieht die bestehenden parlamentarischen Auskunftsrechte, das Presserecht und die Informationsfreiheitsregelungen als ausreichend an, um die Arbeit des Beauftragten öffentlich nachvollziehbar zu machen.</p>
</div></div>



<h2 id="h-reisen-nach-agypten-und-nigeria" class="wp-block-heading"><span id="reisen-nach-aegypten-und-nigeria">Reisen nach Ägypten und Nigeria</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im ersten Jahr der Legislaturperiode absolvierte der Religionsbeauftragte neun Auslandsreisen. Zwei davon führten nach Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 17. bis 25. Januar 2026 reiste Rachel zu Gesprächen über Religions- und Weltanschauungsfreiheit nach Ägypten. <a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-religionsbeauftragter-rachel-reist-in-gewaltregion/" data-type="post" data-id="26844">Vom 25. bis 29. April besuchte er Abuja und Makurdi in Nigeria</a>. Gerade in Nigeria gehören religiös aufgeladene Gewalt, Angriffe auf Gemeinden und Konflikte zwischen bewaffneten Gruppen zu den Themen internationaler Menschenrechtsdebatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Reisen führten Rachel unter anderem nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete, in die Türkei, in die Vereinigten Staaten und zur Sitzung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen in Genf. Zweimal reiste er zu Gesprächen in den Vatikan. In Prag nahm er an einer Ministerkonferenz der internationalen Article 18 Alliance teil, die sich nach dem Artikel zur Religionsfreiheit in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte benennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den Auslandsreisen wurde Rachel meistens von einem Mitarbeiter des Auswärtigen Amts begleitet. Externe Personen gehörten den Delegationen nicht an. Die Bundesregierung konnte noch keine vollständige Aufstellung der Reisekosten vorlegen, weil mehrere Abrechnungsfristen zum Zeitpunkt ihrer Antwort noch liefen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb Deutschlands nahm der Beauftragte im April 2026 an der Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in Bonn teil. Im Mai besuchte er den Katholikentag in Würzburg.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Unabhängige Asylberatung erreicht 71.000 Menschen – SPD fordert sichere Finanzierung</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/unabhaengige-asylberatung-erreicht-71-000-menschen-spd-fordert-sichere-finanzierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:15:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Knapp 71.000 Menschen nutzten 2024 die unabhängige Asylberatung. Das BAMF sieht Potenzial, kann die Wirkung auf Verfahren und Bescheide aber noch nicht kausal belegen.<br />
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<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die unabhängige Asylverfahrensberatung hat ein bundesweites Netz aufgebaut und 2024 knapp 71.000 Schutzsuchende erreicht. Die Evaluation des Programms wurde am Mittwoch, 22. Juli 2026, veröffentlicht. Das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sieht Hinweise darauf, dass individuelle Beratung Asylsuchende besser informiert und Abläufe im Verfahren verbessern kann. Ob die Beratung Verfahren tatsächlich beschleunigt oder zu besseren Bescheiden führt, konnte wegen fehlender Daten jedoch nicht nachgewiesen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang 2023 finanziert der Bund eine kostenlose, individuelle und von den Asylbehörden unabhängige Beratung. Sie wird vor allem von Wohlfahrtsverbänden angeboten. Das BAMF verwaltet die Fördermittel, entscheidet aber nicht über die Inhalte der Beratung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fachkräfte informieren Schutzsuchende über den Ablauf des Asylverfahrens, ihre Rechte und Pflichten sowie mögliche Rechtsmittel. Die Beratung kann vor der persönlichen Anhörung beginnen und bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens fortgesetzt werden.</p>



<h2 id="h-beratungsquote-steigt-auf-40-6-prozent" class="wp-block-heading"><span id="beratungsquote-steigt-auf-406-prozent">Beratungsquote steigt auf 40,6 Prozent</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verteidigt-mehr-spielraum-bei-abschiebungen/" data-type="post" data-id="28949">Im Jahr 2024 ließen sich 70.970 Menschen in mehr als 106.000 Terminen beraten.</a> Bundesweit beteiligten sich 189 Beratungsstellen an dem Programm. Die Angebote waren an 112 Standorten in allen 16 Bundesländern verfügbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beratungsquote stieg deutlich. Im zweiten Halbjahr 2023 nahmen 26,7 Prozent der volljährigen und unbegleiteten minderjährigen Schutzsuchenden das Angebot in Anspruch. 2024 waren es 40,6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt die Nutzung zwar unter dem ursprünglich angenommenen Bedarf. In der Gesetzesbegründung zur Einführung des Programms war davon ausgegangen worden, dass rund 60 Prozent der Asylantragstellenden eine Beratung benötigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Evaluation bestätigt diese Größenordnung weitgehend für Erwachsene. Auf Grundlage einer Befragung von Geflüchteten aus den Jahren 2016 bis 2020 ermittelte das Forschungszentrum bei 60,5 Prozent der volljährigen Befragten einen rechtlichen Beratungsbedarf in Asyl- und Flüchtlingsfragen. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass alle Betroffenen ein Beratungsangebot tatsächlich nutzen.</p>



<h2 id="h-wirkung-der-beratung-noch-nicht-messbar" class="wp-block-heading"><span id="wirkung-der-beratung-noch-nicht-messbar">Wirkung der Beratung noch nicht messbar</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/innenministerium-vor-herausforderung-menschen-mit-terrorbezug-koennten-asyl-bekommen-haben/" data-type="post" data-id="27093">Die Forschenden sehen insbesondere in der individuellen Beratung ein Wirkungspotenzial.</a> In persönlichen Gesprächen könnten konkrete Fragen stärker berücksichtigt werden als in allgemeinen Informationsveranstaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorhandenen Daten erlauben jedoch keine belastbare Aussage darüber, ob beratene Asylsuchende kürzere Verfahren durchlaufen, seltener klagen oder häufiger nachvollziehbare und rechtlich tragfähige Bescheide erhalten. Beratungsdaten und Informationen aus den jeweiligen Asylverfahren konnten nicht auf der Ebene einzelner Personen miteinander verknüpft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Perspektive der Schutzsuchenden fehlt teilweise. Sie konnten im Rahmen der Evaluation nicht qualitativ zu ihren Erfahrungen mit dem Angebot befragt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungszentrum empfiehlt deshalb eine anonymisierte Verknüpfung von Beratungs- und Verfahrensdaten. Erst ein Vergleich zwischen beratenen und nicht beratenen Schutzsuchenden könnte zeigen, ob die Beratung den Ablauf des Verfahrens, das Klageverhalten oder Entscheidungen über eine freiwillige Rückkehr beeinflusst.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-29010 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-380x265.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5013149-1160x807.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, wertete die Ergebnisse positiv. „Durch die individuelle Beratung werden Asylsuchende in die Lage versetzt, gut informiert und selbstbestimmt ihr Verfahren zu durchlaufen“, erklärte er. Abläufe und Entscheidungen könnten dadurch besser nachvollzogen und akzeptiert werden.</p>
</div></div>



<h2 id="h-viele-ratsuchende-kommen-erst-nach-dem-bescheid" class="wp-block-heading"><span id="viele-ratsuchende-kommen-erst-nach-dem-bescheid">Viele Ratsuchende kommen erst nach dem Bescheid</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Verbesserungsbedarf sieht die Evaluation beim Zeitpunkt der Beratung. Das Gesetz sieht vor, dass Asylsuchende möglichst schon vor ihrer persönlichen Anhörung beim BAMF beraten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis erreichen die Beratungsstellen nach Einschätzung der Fachkräfte viele Schutzsuchende erst nach dem Erhalt ihres Asylbescheids. Zwar finden auch Gespräche vor der Anhörung statt. Der Zugang vor der eigentlichen Antragstellung bleibt jedoch begrenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die unabhängigen Träger haben anders als das BAMF keinen automatischen Erstkontakt zu Menschen, die ein Asylgesuch äußern. Die Evaluation empfiehlt deshalb zusätzliche Informations- und Werbemaßnahmen, damit Schutzsuchende frühzeitig von dem Angebot erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Gespräche betreffen die persönliche Anhörung, das Dublin-Verfahren, den Asylbescheid oder eine mögliche Klage. Bei weniger als der Hälfte der Ratsuchenden bildete die Vorbereitung auf die Anhörung einen Beratungsschwerpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei etwa der Hälfte wurde zudem mindestens ein Gespräch unter der Kategorie „Sonstiges“ erfasst. Darunter können weitere Fragen zum Asylverfahren fallen, aber auch Anliegen zur Unterbringung, zur Arbeitssuche oder zum Erlernen der deutschen Sprache. Die Daten zeigen nicht eindeutig, ob solche Fälle innerhalb der Asylberatung bearbeitet oder an andere Beratungsstellen weitergeleitet wurden.</p>



<h2 id="h-verspatete-forderbescheide-belasten-beratungsstellen" class="wp-block-heading"><span id="verspaetete-foerderbescheide-belasten-beratungsstellen">Verspätete Förderbescheide belasten Beratungsstellen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beratungsfachkräfte, Trägerverbände, Zentralstellen und die Bewilligungsbehörde bewerteten das Programm grundsätzlich positiv. Nach Einschätzung der Befragten befindet es sich allerdings noch im Aufbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Probleme verursachten vor allem verspätete Förderbescheide des BAMF in den Jahren 2023 bis 2025. Mehrere Träger mussten ihre Arbeit über längere Zeit vorfinanzieren, obwohl noch keine endgültige Förderzusage vorlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Beratungsstelle reduzierte ihre für das Programm vorgesehenen Stellen im August 2025 vorübergehend von 1,2 auf 0,2 Vollzeitstellen. Ein anderer Träger nahm im Jahr 2025 zunächst überhaupt keine Beratungstätigkeit auf, weil der endgültige Bewilligungsbescheid fehlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verzögerungen führten nach Angaben der Träger teilweise zu zurückhaltenden Einstellungen, Personalwechseln und dem Verzicht auf Fortbildungen. Das BAMF erklärte in der Evaluation, die Beschleunigung des Bewilligungsverfahrens habe höchste Priorität. Für 2026 seien zusätzliches Personal eingesetzt und Arbeitsprozesse verändert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fiedler forderte, die Finanzierung nun im parlamentarischen Haushaltsverfahren abzusichern. „Wichtig ist jetzt, dass wir die auskömmliche Finanzierung der Asylverfahrensberatung sicherstellen, damit die individuelle Beratung auch weiterhin gesichert ist“, erklärte der SPD-Innenpolitiker.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/unabhaengige-asylberatung-erreicht-71-000-menschen-spd-fordert-sichere-finanzierung/">Unabhängige Asylberatung erreicht 71.000 Menschen – SPD fordert sichere Finanzierung</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Konstituierung des Gremiums gem. Artikel 13 Absatz 6</media:title>
			<media:description type="html">Konstituierung des Gremiums gemäß Artikel 13 Absatz 6 Grundgesetz. Hier (vlnr) die Vorsitzende Sonja Eichwede, SPD, MdB, Sebastian Fiedler, SPD, MdB, Uli Grötsch, SPD, MdB, und Carmen Wegge, SPD, MdB.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland setzt in Mauretanien auf Sicherheit, LNG und grünen Wasserstoff</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sicherheit-lng-und-gruenen-wasserstoff/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 10:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Außenminister wurde deshalb von einer deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet. Nach seiner Einschätzung haben europäische Unternehmen die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes bislang nicht ausreichend genutzt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sicherheit-lng-und-gruenen-wasserstoff%2F&amp;action_name=Deutschland%20setzt%20in%20Mauretanien%20auf%20Sicherheit%2C%20LNG%20und%20gr%C3%BCnen%20Wasserstoff&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will seine Partnerschaft mit Mauretanien bei Sicherheit, Flüchtlingshilfe und Energie deutlich ausbauen. Die Gespräche fanden am Montag in Nouakchott statt. Außenminister Johann Wadephul bezeichnete das Land als wichtigen und verlässlichen Partner in einer von Terrorismus und Instabilität geprägten Region. Berlin prüft zugleich eine Zusammenarbeit bei Flüssigerdgas und grünem Wasserstoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul traf Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani sowie Außenminister Mohamed Salem Ould Merzoug. An den erweiterten Gesprächen nahmen auch Vertreter des öffentlichen und privaten Sektors aus Deutschland teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-sieht-mauretanien-als-schluesselpartner-im-sahel/" data-type="post" data-id="28067">Beide Seiten vereinbarten, den politischen Dialog zu vertiefen und bestehende Absprachen stärker in konkrete Projekte zu überführen.</a> Neben Sicherheit und Energie standen Investitionen, Entwicklungszusammenarbeit, Migration und regionale Krisen auf der Tagesordnung.</p>



<h2 id="h-berlin-sieht-mauretanien-als-stabilitatsanker-im-sahel" class="wp-block-heading"><span id="berlin-sieht-mauretanien-als-stabilitaetsanker-im-sahel">Berlin sieht Mauretanien als Stabilitätsanker im Sahel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul stellte Mauretanien als Gegenmodell zu den politischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen in anderen Teilen des Sahel dar. Während bewaffnete Gruppen ihre Aktivitäten in der Region ausweiten, setzt die Regierung in Nouakchott nach seiner Einschätzung stärker auf Dialog, Prävention und diplomatische Lösungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien sei eine „wichtige und verlässliche Partnerschaft“ für Deutschland in einer Region mit wachsenden Sicherheitsproblemen, erklärte der Außenminister. Er würdigte das Land als „Stimme der Weisheit, der Mäßigung und der Toleranz“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den mauretanischen Ansatz gegen Radikalisierung und Extremismus weiter unterstützen. Dieser verbindet Sicherheitsmaßnahmen mit gesellschaftlichen Programmen, wirtschaftlichen Perspektiven und der Stärkung lokaler Gemeinschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin und Nouakchott teilen nach Wadephuls Worten ein gemeinsames Interesse daran, die Stabilität des Landes zu sichern. Deutschland hat sich unter anderem an der Ausstattung der mauretanischen Küstenwache und Marine beteiligt.</p>



<h2 id="h-mehr-als-300-000-gefluchtete-aus-mali" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-300-000-gefluechtete-aus-mali">Mehr als 300.000 Geflüchtete aus Mali</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Aufnahme von Geflüchteten aus dem benachbarten <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/mali/" data-type="category" data-id="74">Mali</a>. Mauretanien beherbergt nach Angaben Wadephuls inzwischen mehr als 300.000 malische Flüchtlinge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl stellt das dünn besiedelte Land mit seinen begrenzten staatlichen und wirtschaftlichen Ressourcen vor erhebliche Herausforderungen. Viele Menschen suchen Schutz vor bewaffneten Konflikten, extremistischer Gewalt und den Folgen politischer Instabilität in Mali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete die Aufnahme als Ausdruck großer humanitärer Solidarität. Deutschland werde seine Unterstützung über die Vereinten Nationen und Programme der Entwicklungszusammenarbeit fortsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Mittel sollen auch den aufnehmenden Gemeinden zugutekommen. Berlin will Projekte fördern, die Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und ein friedliches Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung unterstützen.</p>



<h2 id="h-mauretanisches-gas-ruckt-in-den-blick" class="wp-block-heading"><span id="mauretanisches-gas-rueckt-in-den-blick">Mauretanisches Gas rückt in den Blick</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://maghreb-post.de/mauretanien-ein-land-ueber-welches-zu-wenig-gesprochen-wird/">Deutschland sieht Mauretanien zunehmend auch als möglichen Energiepartner.</a> Das Land produziert seit 2025 gemeinsam mit Senegal Flüssigerdgas aus dem grenzüberschreitenden Gasfeld Greater Tortue Ahmeyim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul erklärte, diese Entwicklung eröffne neue Möglichkeiten zur Diversifizierung der deutschen LNG-Versorgung. Konkrete Lieferverträge oder Abnahmemengen wurden bei den Gesprächen nicht bekannt gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfügt neben Erdgas über große Eisenerzvorkommen und weitere Rohstoffe. Die Bundesregierung sieht darin zusätzliche Möglichkeiten für Handel und Investitionen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="430" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/20-07-2026-s0030-750x430-1.jpg" alt="" class="wp-image-28989 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/20-07-2026-s0030-750x430-1.jpg 750w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/20-07-2026-s0030-750x430-1-300x172.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/20-07-2026-s0030-750x430-1-380x218.jpg 380w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister wurde deshalb von einer deutschen Wirtschaftsdelegation begleitet. Nach seiner Einschätzung haben europäische Unternehmen die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes bislang nicht ausreichend genutzt.</p>
</div></div>



<h2 id="h-gruner-wasserstoff-als-langfristiges-projekt" class="wp-block-heading"><span id="gruener-wasserstoff-als-langfristiges-projekt">Grüner Wasserstoff als langfristiges Projekt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/eu-und-mauretanien-vertiefen-partnerschaft-im-rahmen-von-global-gateway/" data-type="post" data-id="20695">Beide Regierungen wollen außerdem ihre Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff vorantreiben.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien verfügt über große unbewohnte Flächen sowie günstige Bedingungen für Solar- und Windenergie. Mehrere internationale Unternehmen prüfen dort Projekte zur Herstellung von Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Quellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Produktion könnte langfristig sowohl den Aufbau einer heimischen Industrie unterstützen als auch Exporte nach Europa ermöglichen. Voraussetzung sind hohe Investitionen in Stromerzeugung, Wasseraufbereitung, Transportwege und Hafenanlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Ould Merzoug erklärte, die bilateralen Beziehungen hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich entwickelt. Zu den traditionellen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit seien inzwischen Sicherheit, Energie und grüner Wasserstoff hinzugekommen.</p>



<h2 id="h-neue-investitionen-und-konkrete-projekte" class="wp-block-heading"><span id="neue-investitionen-und-konkrete-projekte">Neue Investitionen und konkrete Projekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Außenminister leiteten nach ihrem bilateralen Gespräch eine gemeinsame Arbeitssitzung der Delegationen. Dabei wurden wirtschaftliche, soziale und entwicklungspolitische Kooperationsfelder geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nouakchott und Berlin wollen neue Partnerschaften zwischen staatlichen Institutionen, Unternehmen und Investoren anstoßen. Neben Energie und Rohstoffen geht es um den Austausch von Fachwissen und die Umsetzung bestehender Vereinbarungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mauretanische Regierung drängt darauf, dass aus politischen Absichtserklärungen konkrete Programme und Investitionen entstehen. Deutsche Unternehmen sollen sich stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete seine Reise als Fortsetzung eines Dialogs, den beide Außenminister bei einem Treffen am Rande eines Gipfels zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Union in Brüssel begonnen hatten.</p>



<h2 id="h-zusammenarbeit-bei-regularer-und-irregularer-migration" class="wp-block-heading"><span id="zusammenarbeit-bei-regulaerer-und-irregulaerer-migration">Zusammenarbeit bei regulärer und irregulärer Migration</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Migration gehört ebenfalls zu den gemeinsamen Themen. Mauretanien liegt an einer der Routen, über die Menschen aus Westafrika versuchen, die Kanarischen Inseln zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Mauretanien wollen nach Wadephuls Worten Möglichkeiten regulärer Migration stärker nutzen. Gleichzeitig sollen Ursachen und Folgen irregulärer Migration verringert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen, Unterstützung für aufnehmende Gemeinden und eine engere Zusammenarbeit bei Grenz- und Küstenschutz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage im Sahel wirkt sich zunehmend auch auf die westafrikanischen Küstenstaaten und die Migrationsbewegungen in Richtung Europa aus. Wadephul verwies zudem auf Folgen der Krise im Nahen Osten, die sich über Lieferketten, Preise und politische Spannungen bis nach Westafrika ausbreiteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/">Der Besuch in Mauretanien ist die erste Station einer Reise, die Wadephul anschließend nach Nigeria und Südafrika führt. Es handelt sich um seine dritte Afrikareise im Jahr 2026.</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland plant 130 Millionen Euro für den Sahel – Deutsche unterstützen den Kampf gegen Hunger</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-130-millionen-euro-fuer-den-sahel-deutsche-unterstuetzen-den-kampf-gegen-hunger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Westafrika]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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		<category><![CDATA[Hungersnot]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
		<category><![CDATA[UNICEF]]></category>
		<category><![CDATA[WFP]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=28985</guid>

					<description><![CDATA[<p>78 Millionen Menschen hungern in Westafrika. Deutschland startet nun einen neuen Sahel-Prozess und plant 130 Millionen Euro für Ernährung, Landwirtschaft und Perspektiven junger Menschen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-plant-130-millionen-euro-fuer-den-sahel-deutsche-unterstuetzen-den-kampf-gegen-hunger%2F&amp;action_name=Deutschland%20plant%20130%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20den%20Sahel%20%E2%80%93%20Deutsche%20unterst%C3%BCtzen%20den%20Kampf%20gegen%20Hunger&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-130-millionen-euro-fuer-den-sahel-deutsche-unterstuetzen-den-kampf-gegen-hunger/">Deutschland plant 130 Millionen Euro für den Sahel – Deutsche unterstützen den Kampf gegen Hunger</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland startet einen neuen internationalen Koordinierungsprozess für Ernährungssicherung im Sahel und plant zugleich 130 Millionen Euro für Resilienzprogramme in fünf Ländern. Der Auftakt erfolgte am Dienstag in Berlin. Von der Gesamtsumme sollen 120 Millionen Euro an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und das Kinderhilfswerk UNICEF fließen. Gefördert werden sollen Vorhaben in Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der „Berlin Process for Food Security in the Sahel“ soll Regierungen der Region, deutsche Entwicklungsorganisationen und mehrere UN-Einrichtungen enger zusammenbringen. Neben dem Welternährungsprogramm und UNICEF sind die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO sowie der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/ein-jahr-ministerin-alabali-radovan-bmz-richtet-entwicklungspolitik-staerker-auf-wirtschaft-und-krisen-aus/" data-type="post" data-id="27124">Das Bundesentwicklungsministerium will damit parallele Programme stärker aufeinander abstimmen und die verfügbaren Mittel gezielter einsetzen. </a>Staatssekretär Niels Annen eröffnete den Prozess für die Bundesregierung.</p>



<h2 id="h-120-millionen-euro-fur-wfp-und-unicef" class="wp-block-heading"><span id="120-millionen-euro-fuer-wfp-und-unicef">120 Millionen Euro für WFP und UNICEF</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den finanziellen Schwerpunkt bildet die vom Entwicklungsministerium finanzierte Sahel-Resilienz-Partnerschaft. In diesem Programm arbeiten das Welternährungsprogramm, UNICEF und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit gemeinsam in besonders gefährdeten Gemeinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung plant für 2026 eine Finanzierung von insgesamt 130 Millionen Euro. Davon sind 120 Millionen Euro für WFP und UNICEF vorgesehen. Wie die übrigen zehn Millionen Euro verteilt werden, geht aus der Ankündigung nicht hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel sollen die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden stärken, die Landwirtschaft verändern und wirtschaftliche Perspektiven für junge Menschen schaffen. Hinzu kommen bestehende deutsche Programme zur Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Entwicklungsministerium verbindet die Vorhaben ausdrücklich mit der Sicherheitslage. Arbeitslosigkeit, fehlende Einkommen und schwache staatliche Strukturen erleichterten bewaffneten und terroristischen Gruppen die Anwerbung junger Menschen. Landwirtschaftliche Produktion, Wasserversorgung und lokale Beschäftigung sollen deshalb nicht nur Hunger reduzieren, sondern auch gesellschaftliche Stabilität fördern.</p>



<h2 id="h-berlin-will-un-organisationen-enger-koordinieren" class="wp-block-heading"><span id="berlin-will-un-organisationen-enger-koordinieren">Berlin will UN-Organisationen enger koordinieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Prozess orientiert sich an den laufenden Reformen der Vereinten Nationen. Verschiedene UN-Organisationen sollen ihre Programme stärker miteinander verzahnen, gemeinsame Ziele festlegen und Überschneidungen vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang arbeiten internationale Geber und Organisationen im Sahel häufig mit jeweils eigenen Finanzierungen, Planungszeiträumen und Berichtssystemen. Berlin will die Zusammenarbeit zwischen humanitärer Versorgung, langfristiger Landwirtschaftsförderung, Ernährung, Gesundheit und kommunaler Infrastruktur ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sahel-Resilienz-Partnerschaft dient dem Ministerium dabei als Modell. WFP übernimmt unter anderem Aufgaben bei Ernährung und Versorgung, <a href="https://fokus-afrika.de/unicef-die-alarmierende-situation-der-kinder-im-sudan/">UNICEF arbeitet mit Kindern, Familien und sozialen Diensten</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/" data-type="post" data-id="28728">während die GIZ längerfristige Strukturen vor Ort unterstützt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ bezeichnet Deutschland als größten bilateralen Geber in der Sahelregion. Die neue Initiative soll diese Position nutzen, um weitere Geber und internationale Organisationen auf gemeinsame Programme auszurichten.</p>



<h2 id="h-zahl-der-hungernden-in-westafrika-steigt-weiter" class="wp-block-heading"><span id="zahl-der-hungernden-in-westafrika-steigt-weiter">Zahl der Hungernden in Westafrika steigt weiter</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue <a href="https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/22b14846-edb1-4ec9-9bb3-28e0c6e0cb7f/content">Welternährungsbericht</a> von FAO, IFAD, UNICEF, WFP und Weltgesundheitsorganisation zeigt trotz erster Verbesserungen eine weiterhin angespannte Lage auf dem Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Westafrika waren 2025 schätzungsweise 78,4 Millionen Menschen unterernährt. Zehn Jahre zuvor waren es 42,8 Millionen. Der Anteil der unterernährten Bevölkerung lag zuletzt bei 16,9 Prozent und damit geringfügig unter dem Wert von 17,1 Prozent im Jahr 2024.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="714" height="476" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Unicef_take_care_of_the_African_children.jpg" alt="" class="wp-image-26235 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Unicef_take_care_of_the_African_children.jpg 714w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Unicef_take_care_of_the_African_children-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/04/Unicef_take_care_of_the_African_children-380x253.jpg 380w" sizes="(max-width: 714px) 100vw, 714px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutlich größer ist die Zahl der Menschen, die nur unregelmäßig oder nicht ausreichend Zugang zu Lebensmitteln haben. Rund 286,6 Millionen Menschen in Westafrika galten 2025 als moderat oder schwer ernährungsunsicher. Etwa 92 Millionen von ihnen waren schwer betroffen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für den gesamten afrikanischen Kontinent weist der Bericht rund 309 Millionen hungernde Menschen aus. Damit lebten 2025 erstmals mehr Menschen mit Hunger in Afrika als in Asien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Quote lag in Afrika bei 20 Prozent. Weltweit waren es 7,8 Prozent. Eine gesunde Ernährung konnten sich nach den Berechnungen der UN-Organisationen 66,6 Prozent der Menschen in Afrika nicht leisten.</p>



<h2 id="h-konflikte-und-lieferketten-verscharfen-die-risiken" class="wp-block-heading"><span id="konflikte-und-lieferketten-verschaerfen-die-risiken">Konflikte und Lieferketten verschärfen die Risiken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kriege, politische Instabilität und bewaffnete Gewalt gehören zu den wichtigsten Ursachen der Ernährungskrise im Sahel.<a href="https://fokus-afrika.de/jnim-blockaden-bedrohen-westafrikas-handelsadern/" data-type="post" data-id="27914"> In Mali, Burkina Faso und Niger haben sich bewaffnete Gruppen über große Gebiete ausgebreitet.</a> Millionen Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen oder verloren den Zugang zu Feldern, Märkten und Weideflächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Dürren, Überschwemmungen und unregelmäßige Regenzeiten. Die Folgen des Klimawandels treffen eine Region, in der große Teile der Bevölkerung unmittelbar von Landwirtschaft und Viehzucht abhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Entwicklungsministerium verweist außerdem auf die Auswirkungen des Iran-Krieges auf internationale Lieferketten. Steigende Transport-, Energie- und Düngemittelkosten können sich direkt auf die Lebensmittelpreise im Sahel auswirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der UN-Welternährungsbericht warnt, dass der Konflikt im Nahen Osten im Jahr 2026 Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers in Afrika und Asien gefährden könne.</p>



<h2 id="h-mauretanien-mali-burkina-faso-niger-und-tschad-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="mauretanien-mali-burkina-faso-niger-und-tschad-im-fokus">Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die fünf ausgewählten Staaten unterscheiden sich politisch deutlich. In Mali, Burkina Faso und Niger regieren Militärführungen, die ihre Beziehungen zu mehreren europäischen Partnern eingeschränkt und ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit neu ausgerichtet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-sieht-mauretanien-als-schluesselpartner-im-sahel/" data-type="post" data-id="28067">Mauretanien gilt dagegen als vergleichsweise stabiler Partner Deutschlands und der Europäischen Union. </a>Tschad ist zugleich von inneren Spannungen und den Folgen der Konflikte im benachbarten Sudan betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Berlin-Prozess setzt dennoch auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Hungerkrisen, Fluchtbewegungen, Viehwirtschaft und Handelswege enden nicht an nationalen Grenzen. Auch Dürreperioden und bewaffnete Gruppen betreffen häufig mehrere Staaten gleichzeitig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Programme sollen deshalb nationale Maßnahmen mit regionaler Planung verbinden. Vorgesehen sind integrierte Ansätze bei Landwirtschaft, Ernährung, Wasser und sozialen Dienstleistungen.</p>



<h2 id="h-mehrheit-in-deutschland-gegen-starke-kurzungen" class="wp-block-heading"><span id="mehrheit-in-deutschland-gegen-starke-kuerzungen">Mehrheit in Deutschland gegen starke Kürzungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Finanzierungsankündigung fällt in eine Phase deutlicher Kürzungen bei der weltweiten Nothilfe. Eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag von Aktion gegen den Hunger zeigt, dass diese Einschnitte in Deutschland umstritten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der im Juni durchgeführten Umfrage hielten 48 Prozent der Befragten die Kürzungen der Haushaltsmittel für weltweite Nothilfe für zu stark. 32 Prozent bewerteten sie als angemessen, zwölf Prozent als zu gering.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde von 70 Prozent als besonders wichtiger Bereich des außenpolitischen Engagements genannt. Damit lag sie vor Diplomatie und Konfliktlösung mit 63 Prozent sowie militärischer Sicherheit und Verteidigung mit 55 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem sprachen sich 73 Prozent dafür aus, dass die internationale Gemeinschaft mehr Mittel zur Bekämpfung von Hunger und Armut bereitstellt. 86 Prozent erklärten, humanitäre Hilfe solle sich an der Schwere der Not und nicht an geopolitischen Interessen orientieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Befragung bezog sich ausdrücklich auf humanitäre Hilfe, während die angekündigten BMZ-Mittel vor allem längerfristige Resilienz-, Landwirtschafts- und Entwicklungsprogramme finanzieren sollen. Forsa befragte vom 9. bis 11. Juni 2026 insgesamt 1.008 Erwachsene in Deutschland.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-plant-130-millionen-euro-fuer-den-sahel-deutsche-unterstuetzen-den-kampf-gegen-hunger/">Deutschland plant 130 Millionen Euro für den Sahel – Deutsche unterstützen den Kampf gegen Hunger</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<item>
		<title>Wadephul verstärkt Afrika-Diplomatie mit Reise nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 10:39:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Sahel]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei Länder, drei deutsche Interessen: Wadephul sucht im Sahel Stabilität, in Nigeria neue Märkte und in Südafrika Energie- und Rohstoffpartnerschaften.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika%2F&amp;action_name=Wadephul%20verst%C3%A4rkt%20Afrika-Diplomatie%20mit%20Reise%20nach%20Mauretanien%2C%20Nigeria%20und%20S%C3%BCdafrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/">Wadephul verstärkt Afrika-Diplomatie mit Reise nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Johann Wadephul reist nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika, um Deutschlands Zusammenarbeit bei Sicherheit, Energie, Rohstoffen und Handel auszubauen. Die mehrtägige Reise begann am 20. Juli 2026. In Nouakchott, Lagos, Abuja und Pretoria sind Gespräche mit Regierungsvertretern, Unternehmen und jungen Menschen geplant. Es ist bereits Wadephuls dritter Besuch auf dem afrikanischen Kontinent innerhalb weniger Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Außenminister war im Januar nach Äthiopien und Kenia sowie im April nach Marokko gereist. Mit der neuen Reise rücken drei Staaten in den Fokus, die für Deutschland jeweils unterschiedliche strategische Funktionen erfüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mauretanien gilt als Stabilitätspartner in der Sahelzone. Nigeria ist Afrikas bevölkerungsreichstes Land und eine politische Führungsmacht in Westafrika. Südafrika bleibt Deutschlands wichtigster Handelspartner auf dem Kontinent und wurde erst vor wenigen Wochen zum strategischen Partner aufgewertet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Europa und Afrika verbindet mehr als geografische Nähe. Unsere Kontinente sind politisch, wirtschaftlich und in Sicherheitsfragen eng verflochten“, erklärte Wadephul vor seiner Abreise.</p>



<h2 id="h-mauretanien-soll-den-sahel-stabilisieren" class="wp-block-heading"><span id="mauretanien-soll-den-sahel-stabilisieren">Mauretanien soll den Sahel stabilisieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Station ist Mauretanien. Das Land grenzt an Mali und liegt damit unmittelbar an einer Region, die seit Jahren von militärischen Umstürzen, bewaffneten Gruppen und zunehmender Instabilität geprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland betrachtet Mauretanien als verlässlichen Partner in diesem Umfeld. Die Regierung in Nouakchott verfolgt neben militärischen und polizeilichen Maßnahmen auch gesellschaftliche Programme gegen Radikalisierung und Extremismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul will ein von Deutschland finanziertes Projekt besuchen, in dem Frauen eine zentrale Rolle bei der Prävention von Radikalisierung übernehmen. Gespräche sind mit Außenminister Mohamed Salem Ould Merzoug und Präsident Mohamed Ould Cheikh El Ghazouani vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Dauerkrise im Sahel stellt das Land vor immense humanitäre und auch Sicherheits-Herausforderungen“, sagte Wadephul. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-sieht-mauretanien-als-schluesselpartner-im-sahel/" data-type="post" data-id="28067">Deutschland stehe bereit, Mauretanien noch stärker zu unterstützen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verfolgt zugleich wirtschaftliche Interessen. Mauretanien verfügt über große Flächen, hohe Sonneneinstrahlung und gute Windbedingungen. <a href="https://fokus-afrika.de/eu-und-mauretanien-vertiefen-partnerschaft-im-rahmen-von-global-gateway/" data-type="post" data-id="20695">Das Land will diese Voraussetzungen nutzen, um erneuerbare Energien und insbesondere grünen Wasserstoff zu produzieren.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin sieht darin Möglichkeiten für deutsche Unternehmen und eine künftige Energiepartnerschaft. Neben Investitionen in Anlagen geht es um Infrastruktur, Transportwege und die Frage, ob erneuerbar erzeugte Energie oder daraus hergestellte Produkte langfristig nach Europa exportiert werden können.</p>



<h2 id="h-nigeria-ruckt-als-markt-und-regionalmacht-in-den-fokus" class="wp-block-heading"><span id="nigeria-rueckt-als-markt-und-regionalmacht-in-den-fokus">Nigeria rückt als Markt und Regionalmacht in den Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Nigeria stehen wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen im Vordergrund. Mit seiner großen Bevölkerung und seinem Binnenmarkt gehört das Land zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten Afrikas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria ist bereits Deutschlands zweitgrößter Handelspartner südlich der Sahara. Wadephul will in Lagos mit Vertretern der nigerianischen Wirtschaft über Investitionen in Energie, Klimaschutz und Rohstoffprojekte sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung möchte mehr deutsche Unternehmen zu einem Engagement in Nigeria bewegen. Das Land benötigt Investitionen in Stromversorgung, Verkehrswege, industrielle Produktion und digitale Infrastruktur. Gleichzeitig verfügt Nigeria über Öl, Gas und weitere Rohstoffe sowie einen wachsenden Markt für erneuerbare Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das wechselseitige Potenzial wollen wir weiter ausschöpfen und mehr deutsche Unternehmen ermuntern, den Schritt nach Nigeria zu gehen“, erklärte Wadephul.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria spielt zudem eine zentrale Rolle in der Energieversorgung Westafrikas.<a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-sagt-ecowas-49-millionen-euro-unterstuetzung-zu/" data-type="post" data-id="21856"> Deutschland unterstützt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS beim Aufbau eines grenzüberschreitenden Stromnetzes, das die nationalen Energiemärkte der Region stärker verbinden soll.</a></p>



<h2 id="h-sicherheit-der-westafrikanischen-kustenstaaten" class="wp-block-heading"><span id="sicherheit-der-westafrikanischen-kuestenstaaten">Sicherheit der westafrikanischen Küstenstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/gueler-reist-nach-cote-divoire-und-togo-deutschland-will-kampf-gegen-terrorismus-in-westafrika-unterstuetzen/" data-type="post" data-id="27274">Die Krise in der Sahelzone beschäftigt inzwischen auch die weiter südlich gelegenen Küstenstaaten. </a>Bewaffnete Gruppen operieren nicht mehr ausschließlich in Mali, Burkina Faso und Niger, sondern weiten ihre Aktivitäten in Richtung Benin, Togo, Ghana und Nigeria aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul bezeichnete diese Entwicklung als sicherheitspolitische Herausforderung für alle Küstenstaaten zwischen Mauretanien und Nigeria. Deutschland will deshalb die Zusammenarbeit mit Abuja auch im Sicherheitsbereich vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria ist zugleich Sitz der ECOWAS und besitzt großen politischen Einfluss auf regionale Entscheidungen. Nach den Militärputschen in mehreren Mitgliedstaaten verlor die Organisation jedoch mit Mali, Burkina Faso und Niger drei Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nigerianische Regierung beansprucht weiterhin eine Führungsrolle in Westafrika und setzt sich für eine regelgebundene internationale Ordnung ein. Berlin sieht Nigeria deshalb nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als politischen Partner in internationalen Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul trifft erstmals in Nigeria mit der neuen Außenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu zusammen. Im November hatte er noch gemeinsam mit ihrem Vorgänger Yusuf Tuggar die fünfte deutsch-nigerianische Binationale Kommission in Berlin geleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Format bringt Ministerien und Facharbeitsgruppen beider Länder zusammen. Die Themen reichen von Wirtschaft und Energie über Sicherheit bis zu Kultur und Migration.</p>



<h2 id="h-strategische-partnerschaft-mit-sudafrika" class="wp-block-heading"><span id="strategische-partnerschaft-mit-suedafrika">Strategische Partnerschaft mit Südafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letzte Station ist Südafrika. <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen/" data-type="post" data-id="28899">Deutschland unterhält mit keinem anderen afrikanischen Staat eine ähnlich breite Zusammenarbeit.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beziehungen wurden vor wenigen Wochen zu einer strategischen Partnerschaft ausgebaut. Grundlage ist die deutsch-südafrikanische Binationale Kommission, die vor rund 30 Jahren unter Bundeskanzler Helmut Kohl und Präsident Nelson Mandela gegründet wurde.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="706" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1024x706.jpeg" alt="" class="wp-image-28900 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1024x706.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-300x207.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-768x530.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-380x262.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-800x552.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1160x800.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In Pretoria trifft Wadephul Außenminister Ronald Lamola und Präsident Cyril Ramaphosa. Geplant sind Gespräche über internationale Konflikte, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energiepolitik und den Umgang mit Desinformation.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Südafrika wollen enger darüber beraten, wie demokratische Gesellschaften gegen gezielte Falschinformationen und politische Einflussnahme geschützt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika besitzt auch international besonderes Gewicht. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-suedafrika-wollen-enger-zusammenarbeiten/" data-type="post" data-id="26475">Das Land ist das einzige afrikanische Mitglied der G20 und gehört zu den Staatenverbünden BRICS und IBSA.</a> Pretoria vertritt häufig Positionen, die von denen Deutschlands und anderer westlicher Staaten abweichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die strategische Partnerschaft soll deshalb auch den außenpolitischen Dialog stärken. Deutschland setzt darauf, Differenzen in internationalen Fragen durch einen regelmäßigen Austausch zu bearbeiten.</p>



<h2 id="h-rund-600-deutsche-unternehmen-in-sudafrika" class="wp-block-heading"><span id="rund-600-deutsche-unternehmen-in-suedafrika">Rund 600 deutsche Unternehmen in Südafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika ist der mit Abstand wichtigste afrikanische Handelspartner Deutschlands. Rund 600 deutsche Unternehmen sind dort tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Schwerpunkten gehören Automobilbau, Maschinenbau, Chemie, Logistik und Energie. Viele Unternehmen nutzen Südafrika zugleich als Ausgangspunkt für Geschäfte in weiteren Staaten des südlichen Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wadephul wird während seines Aufenthalts ein deutsches Energieunternehmen besuchen. Deutschland unterstützt Südafrika bereits bei der schrittweisen Umstellung von Kohle auf klimafreundlichere Energiequellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung bei kritischen Rohstoffen. Südafrika verfügt unter anderem über Platinmetalle, Mangan und Chrom, die für industrielle Produktion, Batterien und klimafreundliche Technologien benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will seine Lieferketten breiter aufstellen und die Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten verringern. Wadephul kündigte an, bei seinen Gesprächen auszuloten, welche weiteren Schritte beide Länder in der Energie- und Rohstoffzusammenarbeit unternehmen können.</p>



<h2 id="h-austausch-mit-einer-jungen-generation" class="wp-block-heading"><span id="austausch-mit-einer-jungen-generation">Austausch mit einer jungen Generation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Regierungsgesprächen sucht Wadephul den Kontakt zu jungen Menschen. Mauretanien, Nigeria und Südafrika besitzen im Vergleich zu Deutschland eine deutlich jüngere Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lagos ist ein Austausch mit jungen Influencern vorgesehen. Dabei soll es um die Erwartungen der jüngeren Generation an die Beziehungen zwischen Europa und Afrika gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Johannesburg hält Wadephul eine Rede am South African Institute of International Affairs der Witwatersrand-Universität. Im Zentrum stehen die künftige internationale Zusammenarbeit und die Rolle afrikanischer Staaten in einer sich verändernden Weltordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Krisen, Handelsbeschränkungen und globale Abschottungstrends die internationale Zusammenarbeit auf die Probe stellen, ist es an uns, unsere weltweiten Netze noch enger zu knüpfen“, erklärte der Außenminister vor seiner Abreise.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika%2F&amp;action_name=Wadephul%20verst%C3%A4rkt%20Afrika-Diplomatie%20mit%20Reise%20nach%20Mauretanien%2C%20Nigeria%20und%20S%C3%BCdafrika&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-verstaerkt-afrika-diplomatie-mit-reise-nach-mauretanien-nigeria-und-suedafrika/">Wadephul verstärkt Afrika-Diplomatie mit Reise nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung verteidigt mehr Spielraum bei Abschiebungen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundesregierung-verteidigt-mehr-spielraum-bei-abschiebungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 10:22:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Spielraum für Abschiebungen, aber keine Abstriche beim absoluten Folterverbot: Die Bundesregierung verteidigt die Chișinău-Erklärung und nutzt sie bereits als Orientierung für BAMF und Länderbehörden.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundesregierung-verteidigt-mehr-spielraum-bei-abschiebungen%2F&amp;action_name=Bundesregierung%20verteidigt%20mehr%20Spielraum%20bei%20Abschiebungen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verteidigt die Chișinău-Erklärung des Europarats und hält Sicherheitsinteressen bei Abschiebungen für ein legitimes Abwägungselement. Die Stellungnahme übermittelte das Auswärtige Amt am 10. Juli 2026 an den Bundestag. Zugleich betont Berlin, das absolute Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung nach Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention bleibe unangetastet und müsse in jedem Einzelfall geprüft werden. <a href="https://fokus-afrika.de/flughafen-muenchen-plant-abschiebezentrum-fuer-hunderte-abschiebungen-taeglich/">Die Erklärung wird bereits als Orientierungshilfe für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die Innenverwaltungen der Länder genutzt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitgliedstaaten des Europarats hatten die politische Erklärung am 15. Mai in der moldauischen Hauptstadt Chișinău im Konsens angenommen. Sie behandelt die Auslegung der Europäischen Menschenrechtskonvention, kurz EMRK, bei Abschiebungen, Auslieferungen, irregulärer Migration und der Zusammenarbeit mit Drittstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Auffassung der Bundesregierung wahrt der Text die Autorität und Unabhängigkeit des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, kurz EGMR. <a href="https://fokus-afrika.de/mehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck/">Gleichzeitig greife er die Herausforderungen auf, vor denen die europäischen Staaten durch irreguläre Migration und ausländische Straftäter stünden.</a></p>



<h2 id="h-erklarung-dient-behorden-als-orientierung" class="wp-block-heading"><span id="erklaerung-dient-behoerden-als-orientierung">Erklärung dient Behörden als Orientierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesinnenministerium hat die Chișinău-Erklärung dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie den Innenministerien und Innenverwaltungen der Länder übermittelt. Die Bundesregierung bezeichnet sie als Orientierungshilfe bei der Auslegung und Anwendung der Menschenrechtskonvention.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit bleibt die Erklärung nicht auf die außenpolitische Ebene des Europarats beschränkt. Sie kann auch in nationale Entscheidungen über Asylverfahren, Abschiebungen und den Schutz des Privat- und Familienlebens einfließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechtlich bindend ist das Dokument nicht. Verbindlich bleiben die Menschenrechtskonvention und die Urteile des Straßburger Gerichtshofs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen hatten die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage nach den menschenrechtlichen Folgen der Erklärung gefragt. Die Fraktion sieht darin einen möglichen Versuch, Einfluss auf die Rechtsprechung des EGMR zu nehmen und bestehende Schutzstandards im Migrationsrecht abzuschwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin weist diese Einschätzung zurück. Die Erklärung unterstreiche mehrfach die Unabhängigkeit der richterlichen Entscheidungen und bestätige die Verpflichtung der Staaten, die Rechte der Konvention zu gewährleisten.</p>



<h2 id="h-sicherheitsinteressen-konnen-grundrechte-begrenzen" class="wp-block-heading"><span id="sicherheitsinteressen-koennen-grundrechte-begrenzen">Sicherheitsinteressen können Grundrechte begrenzen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung stellt klar, dass die Unteilbarkeit und Unveräußerlichkeit der Grundrechte nicht bedeute, dass jedes Grundrecht uneingeschränkt gelte.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="670" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg" alt="" class="wp-image-27091 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1024x670.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-300x196.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-768x503.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1536x1005.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-2048x1340.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-380x249.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-800x524.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-1160x759.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/05/Bundespolizei_9458-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">„Wo Einschränkungen möglich sind, sind auch Sicherheitsinteressen ein legitimes Abwägungselement“, heißt es in der Antwort. Als Beispiel nennt Berlin Artikel 8 Absatz 2 der Menschenrechtskonvention.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Artikel 8 schützt das Privat- und Familienleben. Eingriffe können jedoch zulässig sein, wenn sie gesetzlich vorgesehen und etwa zum Schutz der nationalen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung oder zur Verhinderung von Straftaten notwendig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chișinău-Erklärung betont in diesem Zusammenhang den Ermessensspielraum nationaler Behörden und Gerichte. Sie sollen insbesondere bei der Ausweisung ausländischer Straftäter die Schwere einer Straftat, die öffentliche Sicherheit und die persönlichen Bindungen des Betroffenen gegeneinander abwägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der EGMR soll eine nationale Bewertung nicht ohne gewichtige Gründe durch eine eigene ersetzen, wenn die innerstaatlichen Gerichte die Kriterien seiner bisherigen Rechtsprechung vollständig berücksichtigt haben.</p>



<h2 id="h-folterverbot-bleibt-absolute-grenze" class="wp-block-heading"><span id="folterverbot-bleibt-absolute-grenze">Folterverbot bleibt absolute Grenze</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anders bewertet die Bundesregierung Artikel 3 der Menschenrechtskonvention. Das Verbot von Folter sowie unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gilt absolut. Es lässt weder Ausnahmen noch eine Abwägung mit staatlichen Sicherheitsinteressen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor jeder Abschiebung müsse deshalb individuell geprüft werden, ob der betroffenen Person im Zielland eine Behandlung droht, die gegen Artikel 3 verstößt. In einem solchen Fall werde ein Abschiebungsverbot festgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffene könnten zudem Rechtsmittel gegen eine Abschiebungsentscheidung einlegen und eine gerichtliche Überprüfung verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung selbst bezeichnet das Verbot ebenfalls als absolut. Zugleich fordert sie eine hohe und einheitlich angewandte Schwelle dafür, wann eine Behandlung als unmenschlich oder erniedrigend gilt. Unnötige Einschränkungen von Abschiebungen und Auslieferungen sollen dadurch vermieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der medizinischen Versorgung im Aufnahmestaat soll eine Abschiebung nur in außergewöhnlichen Fällen gegen Artikel 3 verstoßen. Der abschiebende Staat sei nicht verpflichtet, Unterschiede zwischen seinem Gesundheitssystem und dem Versorgungsniveau des Ziellandes auszugleichen.</p>



<h2 id="h-zugang-zum-asylverfahren-bleibt-bestehen" class="wp-block-heading"><span id="zugang-zum-asylverfahren-bleibt-bestehen">Zugang zum Asylverfahren bleibt bestehen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält auch im Fall einer gezielten Instrumentalisierung von Migration am individuellen Zugang zum Asylverfahren fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/innenministerium-vor-herausforderung-menschen-mit-terrorbezug-koennten-asyl-bekommen-haben/" data-type="post" data-id="27093">Gemeint sind Situationen, in denen ein Staat oder ein anderer Akteur Migration bewusst fördert oder ausnutzt, um ein anderes Land politisch unter Druck zu setzen oder zu destabilisieren.</a> Die Chișinău-Erklärung beschreibt solche Vorgänge als Gefahr für die territoriale Integrität und die nationale Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das individuelle Zugangsrecht zum Asylverfahren besteht rechtlich, auch im Instrumentalisierungsfall, fort“, erklärt die Bundesregierung. Die Erklärung ändere dieses Grundprinzip nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschen, die Teil einer instrumentalisierten Migrationsbewegung sind, behalten demnach ihre Rechte nach der Menschenrechtskonvention und dem übrigen europäischen und internationalen Recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung berücksichtigt zugleich das Verhalten von Personen beim Versuch eines irregulären Grenzübertritts. Dieses könne bei der Prüfung eine Rolle spielen, ob ein Staat seine Verpflichtungen aus der Konvention eingehalten habe.</p>



<h2 id="h-europarat-ermoglicht-neue-modelle-mit-drittstaaten" class="wp-block-heading"><span id="europarat-ermoeglicht-neue-modelle-mit-drittstaaten">Europarat ermöglicht neue Modelle mit Drittstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Chișinău-Erklärung erkennt das Recht der Mitgliedstaaten an, ihre Einwanderungspolitik selbst festzulegen und ihre Grenzen zu kontrollieren. Alle Maßnahmen müssen jedoch mit den Garantien der Menschenrechtskonvention vereinbar bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als mögliche neue Ansätze nennt der Text die Bearbeitung von Asylanträgen in Drittstaaten, Rückführungszentren außerhalb des eigenen Staatsgebiets und eine engere Zusammenarbeit mit Transitstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist darauf, dass solche Kooperationen nur zulässig seien, wenn die Vorgaben der Konvention eingehalten werden. Dazu gehöre auch die Rechtsprechung des EGMR über die Verantwortung europäischer Staaten bei Handlungen außerhalb ihres eigenen Territoriums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diplomatische Zusicherungen eines Ziellandes können nach der Erklärung dazu beitragen, ein drohendes Risiko nach Artikel 3 auszuschließen. Ob eine solche Zusicherung ausreichend ist, bleibt Gegenstand der individuellen Prüfung.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzte-fruhere-initiative-nicht" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzte-fruehere-initiative-nicht">Deutschland unterstützte frühere Initiative nicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Chișinău-Erklärung war eine Initiative mehrerer europäischer Regierungen vorausgegangen. Dänemark und Italien hatten 2025 eine Debatte über die Rechtsprechung des EGMR in Migrationsfragen angestoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2025 forderten 27 Staaten eine neue Balance zwischen individuellen Menschenrechten und staatlichen Interessen bei Abschiebungen, Migrationskontrolle und der Zusammenarbeit mit Drittstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterzeichnete diese Erklärung nicht. Die Bundesregierung wollte nach eigener Darstellung jeden Anschein vermeiden, politischen Einfluss auf die Unabhängigkeit des Straßburger Gerichtshofs zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den später im Europarat ausgehandelten Text unterstützte Berlin dagegen. Dieser wahre die Autorität und Unabhängigkeit des Gerichts und sei gemeinsam von allen Mitgliedstaaten ausgearbeitet worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beteiligte sich an den Verhandlungen im Lenkungsausschuss für Menschenrechte. Zu einzelnen deutschen Änderungsvorschlägen und zum Ablauf der vertraulichen Gespräche machte sie keine Angaben.</p>



<h2 id="h-keine-ratifizierung-des-16-zusatzprotokolls-geplant" class="wp-block-heading"><span id="keine-ratifizierung-des-16-zusatzprotokolls-geplant">Keine Ratifizierung des 16. Zusatzprotokolls geplant</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung fordert eine klare und einheitliche Rechtsprechung des EGMR und weitere Orientierung für nationale Behörden und Gerichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 16. Zusatzprotokoll zur Menschenrechtskonvention ermöglicht den höchsten nationalen Gerichten, den EGMR um beratende Stellungnahmen zu grundlegenden Auslegungsfragen zu bitten. Deutschland hat das Protokoll bislang nicht ratifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung plant derzeit keine Ratifizierung. Weitere Orientierung durch den Gerichtshof könne auch im Rahmen regulärer Individualbeschwerden erfolgen.</p>



<h2 id="h-" class="wp-block-heading"><span id=""></span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Airbnb, Uber und Onlinehandel: Deutschland nimmt Einkünfte im Ausland ins Visier</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/airbnb-uber-und-onlinehandel-deutschland-nimmt-einkuenfte-im-ausland-ins-visier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 09:43:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einnahmen aus Vermietungen, Fahrdiensten und anderen Plattformgeschäften sollen grenzüberschreitend leichter nachvollziehbar werden. Deutschland weitet den automatischen Steuerdatenaustausch auf Drittstaaten aus.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fairbnb-uber-und-onlinehandel-deutschland-nimmt-einkuenfte-im-ausland-ins-visier%2F&amp;action_name=Airbnb%2C%20Uber%20und%20Onlinehandel%3A%20Deutschland%20nimmt%20Eink%C3%BCnfte%20im%20Ausland%20ins%20Visier&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will Steuerdaten zu Einkünften über digitale Plattformen künftig auch mit Staaten außerhalb der Europäischen Union automatisch austauschen. Die Bundesregierung legte dem Bundestag den entsprechenden Gesetzentwurf am 16. Juli 2026 vor. Er soll grenzüberschreitende Einnahmen aus Vermietungen, Beförderungen und anderen Dienstleistungen leichter den zuständigen Steuerbehörden zuordnen. Innerhalb der EU gilt ein vergleichbarer Austausch bereits.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107193.pdf">Gesetzentwurf</a> setzt eine mehrseitige Vereinbarung in deutsches Recht um, die auf Regeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der G20 beruht. Deutschland hatte die Vereinbarung im November 2024 unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesrat erhob am 10. Juli keine Einwendungen gegen das Vorhaben. Damit befasst sich nun der Bundestag mit dem Vertragsgesetz.</p>



<h2 id="h-steuerbehorden-erhalten-daten-uber-anbieter-und-einnahmen" class="wp-block-heading"><span id="steuerbehoerden-erhalten-daten-ueber-anbieter-und-einnahmen">Steuerbehörden erhalten Daten über Anbieter und Einnahmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Austausch betrifft Einkünfte, die Anbieter mithilfe digitaler Plattformen erzielen. Dazu gehören die Vermietung von Wohnungen und anderen Immobilien, Beförderungsleistungen sowie weitere persönliche Dienstleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Staaten können den Austausch zusätzlich auf den Verkauf von Waren und die Vermietung von Fahrzeugen oder anderen Beförderungsmitteln ausweiten. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Länder die dafür vorgesehenen Regeln anwenden und den Austausch untereinander vereinbaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übermittelt werden unter anderem Name, Anschrift, Steueridentifikationsnummer und bei Privatpersonen das Geburtsdatum des Anbieters. Bei Unternehmen kann die Handelsregisternummer hinzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden erhalten außerdem Angaben zu den quartalsweise gezahlten oder gutgeschriebenen Vergütungen, zur Zahl der vermittelten Leistungen sowie zu einbehaltenen Gebühren, Provisionen und Steuern. Je nach Vereinbarung können auch Kennungen der für die Auszahlung verwendeten Finanzkonten übermittelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Immobiliengeschäften gehören die Anschrift und gegebenenfalls die Grundbuchnummer des Objekts zu den vorgesehenen Angaben. Zusätzlich sollen die Zahl der Vermietungstage und die Art der angebotenen Immobilie erfasst werden.</p>



<h2 id="h-austausch-geht-uber-die-europaische-union-hinaus" class="wp-block-heading"><span id="austausch-geht-ueber-die-europaeische-union-hinaus">Austausch geht über die Europäische Union hinaus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland tauscht entsprechende Plattformdaten bereits mit den anderen EU-Mitgliedstaaten aus. Grundlage ist die europäische Richtlinie DAC 7, die in Deutschland durch das Plattformen-Steuertransparenzgesetz umgesetzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Vereinbarung erweitert dieses System auf teilnehmende Staaten außerhalb der EU. Die Bundesregierung will damit Steuerbehörden den Zugriff auf Informationen ermöglichen, die bislang nicht automatisch zwischen Deutschland und einem Drittstaat übermittelt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Relevant wird dies etwa dann, wenn ein Anbieter in einem anderen Staat steuerlich ansässig ist, über eine Plattform aber Einnahmen mit Bezug zu Deutschland erzielt. Auch der Staat, in dem sich eine vermietete Immobilie befindet, kann die entsprechenden Informationen erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Austausch findet nur zwischen Staaten statt, deren zuständige Behörden die Vereinbarung füreinander aktiviert haben. Eine Unterzeichnung allein führt daher noch nicht automatisch zu einer Datenübermittlung mit allen anderen Teilnehmern.</p>



<h2 id="h-neue-regelung-soll-doppelmeldungen-vermeiden" class="wp-block-heading"><span id="neue-regelung-soll-doppelmeldungen-vermeiden">Neue Regelung soll Doppelmeldungen vermeiden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abkommen soll zugleich Plattformbetreiber aus Drittstaaten entlasten, die bereits in ihrem Sitzstaat vergleichbare Daten melden müssen. Nach den <a href="https://fokus-afrika.de/tag/eu/" data-type="post_tag" data-id="374">EU</a>-Regeln können solche Unternehmen auch innerhalb der Europäischen Union registrierungs- und meldepflichtig sein.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-28947 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-1536x1025.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-800x534.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/pressefoto-lars-klingbeil-wand-tobiaskoch.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Dadurch kann dieselbe Information sowohl im Herkunftsstaat als auch in der EU gemeldet werden müssen. Eine Befreiung von der zusätzlichen Meldung in Europa ist möglich, wenn im Sitzstaat gleichwertige Pflichten gelten und dieser Staat die Daten automatisch mit allen EU-Mitgliedstaaten austauscht.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Vertragsgesetz schafft auf deutscher Seite die Voraussetzung für diesen Mechanismus. Die Bundesregierung erwartet deshalb durch die Vereinbarung selbst keine zusätzlichen direkten Kosten für Unternehmen. Auch Bürgerinnen und Bürger sollen keine neuen Meldepflichten erhalten.</p>



<h2 id="h-daten-sollen-jahrlich-ubermittelt-werden" class="wp-block-heading"><span id="daten-sollen-jaehrlich-uebermittelt-werden">Daten sollen jährlich übermittelt werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zuständigen Behörden sollen die erfassten Informationen einmal jährlich austauschen. Vorgesehen ist eine Übermittlung möglichst innerhalb von zwei Monaten nach Ende des jeweiligen Meldezeitraums. Spätestens vier Monate nach dessen Ablauf sollen die Daten beim Partnerstaat vorliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übertragung erfolgt über das gemeinsame Übermittlungssystem der OECD. Dabei gelten ein mehrseitig vereinbartes Datenformat sowie festgelegte Verschlüsselungs- und Sicherheitsstandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stellt eine Steuerbehörde Fehler oder unvollständige Angaben fest, muss sie den Partnerstaat informieren. Dessen Behörden sollen anschließend nach ihrem nationalen Recht gegen fehlerhafte Meldungen oder Verstöße eines Plattformbetreibers vorgehen.</p>



<h2 id="h-deutschland-verlangt-schutz-personenbezogener-daten" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-verlangt-schutz-personenbezogener-daten">Deutschland verlangt Schutz personenbezogener Daten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ausgetauschten Angaben dürfen nur an die zuständigen Steuerbehörden des jeweiligen Landes übermittelt werden. Eine Veröffentlichung der Daten ist ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland will zusätzliche Vorgaben zum Schutz personenbezogener Daten festlegen. Ein Partnerstaat muss bestätigen, dass er über geeignete Maßnahmen verfügt und die deutschen Schutzanforderungen einhalten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorgaben können unter anderem den Zugang zu den Daten, ihre Berichtigung, Löschung und mögliche Rechtsbehelfe betreffen. Ohne eine entsprechende Bestätigung soll kein Austausch mit Deutschland stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesfinanzministerium soll zudem die Befugnis erhalten, spätere Änderungen bei den auszutauschenden Informationen durch Rechtsverordnung umzusetzen. Damit könnten die Regeln angepasst werden, wenn sich Geschäftsmodelle digitaler Plattformen verändern oder weitere Angaben zur Identifizierung von Steuerpflichtigen benötigt werden.</p>
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			<media:title type="html">Lars Klingbeil</media:title>
			<media:description type="html">Lars Klingbeil im Deutschen Bundestag. / Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)</media:description>
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		<item>
		<title>Flughafen München plant Abschiebezentrum für hunderte Abschiebungen täglich</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/flughafen-muenchen-plant-abschiebezentrum-fuer-hunderte-abschiebungen-taeglich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 09:53:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Luftfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Abschiebecharter gleichzeitig, bis zu 100 Einzelrückführungen und 746 Fahrzeugbewegungen am Tag: Am Flughafen München plant der Bund ein neues Rückführungsterminal. Die Kosten sind noch unbekannt.<br />
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Bund will am Flughafen München ein eigenes Terminal errichten, das Abschiebungen zentral bündelt und deutlich höhere Rückführungskapazitäten schafft. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Bei maximaler Auslastung sollen dort gleichzeitig zwei Sammelabschiebungen sowie bis zu 100 Rückführungen über reguläre Linienflüge an einem Tag abgefertigt werden können. Die endgültigen Baukosten stehen noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet das Vorhaben als „notwendig und zweckmäßig“. Derzeit verteilt sich die Abwicklung von Rückführungen am Münchner Flughafen auf unterschiedliche Orte. Das neue Gebäude soll die Verfahren räumlich zusammenführen und logistische Abläufe vereinfachen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-baubeginn-soll-nach-abschluss-des-verfahrens-folgen" class="wp-block-heading"><span id="baubeginn-soll-nach-abschluss-des-verfahrens-folgen">Baubeginn soll nach Abschluss des Verfahrens folgen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flughafen München GmbH erwartet, dass das laufende Planfeststellungsverfahren noch 2026 abgeschlossen wird. Danach soll ein Generalunternehmer unmittelbar mit der Ausführungsplanung beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die öffentliche Auslegung der Planunterlagen ist bereits beendet. Eine Entscheidung der zuständigen Regierung von Oberbayern wird innerhalb der kommenden Monate erwartet. Das Genehmigungsverfahren liegt beim Freistaat Bayern und nicht beim Bund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt gingen 213 Einwendungen gegen die Planungen ein. Davon wurden 38 nach Ablauf der Frist eingereicht. Die Stadt Freising lehnt nicht das gesamte Projekt ab, wendet sich jedoch gegen den vorgesehenen Standort auf ihrem Stadtgebiet.</p>



<h2 id="h-kapazitat-fur-steigende-ruckfuhrungszahlen" class="wp-block-heading"><span id="kapazitaet-fuer-steigende-rueckfuehrungszahlen">Kapazität für steigende Rückführungszahlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Terminal soll bei voller Auslastung zwei Chartermaschinen parallel abfertigen können. Zusätzlich sind bis zu 100 Einzelabschiebungen über Linienflüge pro Tag vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/mehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck/" data-type="post" data-id="28903">Die Bundesregierung bezeichnet diese Werte als Maximalkapazität für mögliche Belastungsspitzen. </a>Damit könnten Rückführungen auch bei einem künftig steigenden Bedarf ohne zusätzliche bauliche Erweiterungen umgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die seit Juni geltenden Regelungen des reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems fließen nach Angaben des Bundesinnenministeriums bereits in die Planungen ein. Dazu gehören neue Rückkehrverfahren an den europäischen Außengrenzen und veränderte Regeln zur Überstellung von Schutzsuchenden zwischen den Mitgliedstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch europäisch koordinierte Abschiebungen sollen das Münchner Terminal nutzen können. Ähnliche Kapazitäten plant der Bund an den Flughäfen Frankfurt und Berlin Brandenburg. Frankfurt soll Mitte 2027 den Betrieb aufnehmen, Berlin voraussichtlich Mitte 2029.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bis-zu-746-fahrzeugbewegungen-pro-tag" class="wp-block-heading"><span id="bis-zu-746-fahrzeugbewegungen-pro-tag">Bis zu 746 Fahrzeugbewegungen pro Tag</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Planungen rechnen bei maximaler Nutzung mit bis zu 746 Fahrzeugbewegungen am Tag. Diese Zahl liegt deutlich über der vorgesehenen Zahl der abzuschiebenden Personen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28922 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-1024x576.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-800x450.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06-1160x653.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/South_African_Airways_Airbus_A340-313_ZS-SXE_MUC_2015_06.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung erklärt den Unterschied mit der Vielzahl einzelner Fahrten. Dazu gehören die zeitlich gestaffelte An- und Abreise von Polizei- und Einsatzkräften, die Zuführung der Betroffenen, der Transport vom Terminal zum Flugzeug sowie weitere Logistikfahrten.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine spürbare zusätzliche Verkehrsbelastung erwartet die Bundesregierung dennoch nicht. Das Gebäude soll nach einem hohen Energiestandard errichtet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden.</p>



<h2 id="h-gesamtkosten-bleiben-offen" class="wp-block-heading"><span id="gesamtkosten-bleiben-offen">Gesamtkosten bleiben offen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flughafen München GmbH soll das Rückführungsterminal auf eigene Kosten bauen. Anschließend vermietet sie die Immobilie an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das Gebäude wiederum der Bundespolizei zur Verfügung stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie hoch Bau-, Miet- und Betriebskosten ausfallen werden, ist weiterhin offen. Die Berechnungen der Flughafengesellschaft seien noch nicht abgeschlossen, erklärte die Bundesregierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die geplante Nutzungsdauer ist bislang nicht vertraglich festgelegt. Finanzielle Risiken durch eine mögliche Unterauslastung erwartet die Bundesregierung nach eigener Darstellung nicht. Wie diese Einschätzung begründet wird, führt sie nicht näher aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Personalbedarf soll nach den bisherigen Planungen kein größerer Stellenaufbau erforderlich sein. Die Bundespolizei geht davon aus, bereits über ausreichend qualifizierte Kräfte zu verfügen. Die Zahl der eingesetzten Beamten soll sich jeweils nach den vorgesehenen Rückführungen richten.</p>



<h2 id="h-keine-feste-rechtsberatung-im-terminal" class="wp-block-heading"><span id="keine-feste-rechtsberatung-im-terminal">Keine feste Rechtsberatung im Terminal</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebäude ist ausschließlich für Menschen vorgesehen, deren Abschiebung bereits rechtskräftig angeordnet wurde. Eine dauerhaft im Terminal untergebrachte Beratungsstelle ist nicht geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffene sollen jedoch jederzeit einen Rechtsbeistand oder eine andere Person ihrer Wahl kontaktieren können. Die Bundesregierung geht davon aus, dass eine rechtliche Beratung in der Regel bereits vor der Ankunft am Flughafen erfolgt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für medizinische Untersuchungen sind gesonderte Arzt- und Behandlungsräume vorgesehen. Die Versorgung sollen begleitende Ärzte und der medizinische Dienst des Flughafens übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Familien, Minderjährige und andere besonders schutzbedürftige Personen sollen separate Räume und eine angepasste Ausstattung erhalten. Die Bundesregierung verspricht, dadurch Belastungen während der Rückführung zu reduzieren.</p>



<h2 id="h-abschiebungsbeobachter-erhalten-eigene-raume" class="wp-block-heading"><span id="abschiebungsbeobachter-erhalten-eigene-raeume">Abschiebungsbeobachter erhalten eigene Räume</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängige Beobachter sollen Zugang zu den Rückführungsmaßnahmen erhalten. Sammelabschiebungen werden regelmäßig im Rahmen des europäischen Rückführungsmonitorings begleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Flughafen München übernehmen auch kirchliche Dienste die soziale Betreuung und eine unabhängige Beobachtung der Abschiebungen. Darüber hinaus können die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter und das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter Kontrollen durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb und außerhalb des Gebäudes sind dafür eigene Räume und Beobachtungsflächen vorgesehen. Eine darüber hinausgehende stationäre Rechts- oder Verfahrensberatung plant der Bund nicht.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie viele Muslime leben in Deutschland?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/wieviele-muslime-leben-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 09:27:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unterschätzt Deutschland die Zahl der Muslime? Die AfD verweist auf fehlende Daten aus Subsahara-Afrika. Die Bundesregierung hält dagegen und nennt erstmals die Größenordnung der nicht gesondert erfassten Herkunftsgruppen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fwieviele-muslime-leben-in-deutschland%2F&amp;action_name=Wie%20viele%20Muslime%20leben%20in%20Deutschland%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung hält die amtliche Hochrechnung zur muslimischen Bevölkerung in Deutschland trotz bestehender Datenlücken für belastbar. Am 9. Juli 2026 legte sie ihre Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion vor. Die Partei hatte unter anderem kritisiert, dass mehrere Herkunftsländer aus Subsahara-Afrika nicht in die Berechnung einbezogen werden. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums verändert diese Lücke das Gesamtergebnis jedoch nicht wesentlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Hochrechnung veröffentlichte das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge am 18. Juni. Grundlage sind erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025 sowie die Befragungsdaten der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“.</p>



<h2 id="h-religionszugehorigkeit-wird-nicht-amtlich-erfasst" class="wp-block-heading"><span id="religionszugehoerigkeit-wird-nicht-amtlich-erfasst">Religionszugehörigkeit wird nicht amtlich erfasst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland verfügt über keine vollständige Statistik zur Zugehörigkeit zum Islam. Die Zahl der Musliminnen und Muslime kann deshalb nur anhand von Befragungen und Bevölkerungsdaten geschätzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt kombiniert dafür zwei Datensätze. Zunächst ermittelt der Mikrozensus, wie viele Menschen einen Migrationshintergrund aus ausgewählten islamisch geprägten Herkunftsländern haben. Anschließend wird für jede Herkunftsgruppe der in einer repräsentativen Befragung festgestellte Anteil muslimischer Religionsangehöriger zugrunde gelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle BAMF-Hochrechnung geht für 2025 von 6,6 bis 7,0 Millionen Musliminnen und Muslimen in Deutschland aus. Das entspricht ungefähr 7,9 bis 8,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Erfasst werden muslimische Religionsangehörige mit Migrationshintergrund aus islamisch geprägten Herkunftsländern, die in Privathaushalten leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frühere Berechnung bezog sich auf das Jahr 2019. Sie ging von 5,3 bis 5,6 Millionen Musliminnen und Muslimen mit Migrationshintergrund aus islamisch geprägten Staaten aus. Ihr Anteil an der damaligen Gesamtbevölkerung lag demnach zwischen 6,4 und 6,7 Prozent. Die neue Berechnung aktualisiert die Bevölkerungsdaten auf das Jahr 2025.&nbsp;</p>



<h2 id="h-afd-sieht-systematische-unterschatzung" class="wp-block-heading"><span id="afd-sieht-systematische-unterschaetzung">AfD sieht systematische Unterschätzung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion stellte die Methodik grundsätzlich infrage. Sie verwies auf die Zuwanderung seit 2019, nicht erfasste Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften, Menschen der dritten Einwanderungsgeneration und Konvertiten ohne Migrationshintergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Auswahl der Herkunftsregionen. Die zugrunde liegende Befragung berücksichtigte 23 islamisch geprägte Staaten und Regionen. Mehrere Länder aus Subsahara-Afrika, darunter Somalia, Nigeria, Senegal, Guinea, Mali und Niger, flossen nicht als eigene Herkunftsgruppen in die Hochrechnung ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fraktion geht davon aus, dass diese Faktoren zusammen zu einer systematischen Unterschätzung der muslimischen Bevölkerung führen könnten. Die Bundesregierung schließt sich dieser Einschätzung nicht an.</p>



<h2 id="h-252-000-menschen-mit-wurzeln-in-ausgewahlten-afrikanischen-staaten" class="wp-block-heading"><span id="252-000-menschen-mit-wurzeln-in-ausgewaehlten-afrikanischen-staaten">252.000 Menschen mit Wurzeln in ausgewählten afrikanischen Staaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Sonderauswertung des Mikrozensus lebten 2024 rund 252.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus elf nicht gesondert berücksichtigten, islamisch geprägten oder teilweise muslimischen Ländern Subsahara-Afrikas in deutschen Privathaushalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfasst wurden Gambia, Guinea, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan und Tschad. Die Gruppe entsprach 0,3 Prozent der insgesamt 82,8 Millionen Menschen, die der Mikrozensus 2024 in Privathaushalten erfasste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl bezeichnet jedoch nicht die muslimische Bevölkerung aus diesen Staaten. Sie umfasst sowohl muslimische als auch nicht muslimische Menschen. Besonders Nigeria, aber auch mehrere andere erfasste Länder haben religiös gemischte Bevölkerungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt verfügt nach Angaben der Bundesregierung über keine belastbaren Daten, um innerhalb dieser Herkunftsgruppen zwischen Muslimen, Christen und Angehörigen anderer Religionen zu unterscheiden. Wegen der vergleichsweise geringen Größe der Gruppe verändere ihre fehlende Einbeziehung die Gesamtschätzung nicht wesentlich.&nbsp;</p>



<h2 id="h-bewohner-von-gemeinschaftsunterkunften-fehlen" class="wp-block-heading"><span id="bewohner-von-gemeinschaftsunterkuenften-fehlen">Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften fehlen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-stellt-fast-600-000-reiseausweise-fuer-fluechtlinge-aus/" data-type="post" data-id="27383">Eine weitere Lücke betrifft Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen, Flüchtlingsunterkünften und anderen Gemeinschaftsunterkünften.</a> Der Mikrozensus erhebt dort seit 2017 nicht mehr alle Merkmale, die zur Bestimmung des Migrationshintergrunds benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesamt konnte diese Gruppe deshalb in der Hochrechnung für 2025 weder berücksichtigen noch beziffern. Der Zensus 2022 enthält zwar Angaben zu den Staatsangehörigkeiten von Bewohnern solcher Einrichtungen. Diese Zahlen lassen sich nach Einschätzung der Bundesregierung aber nicht ohne Weiteres auf das Jahr 2025 übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Schätzung bezieht sich damit vor allem auf Menschen, die in Privathaushalten leben. Die Bundesregierung hält sie dennoch für die derzeit bestmögliche Annäherung.</p>



<h2 id="h-dritte-generation-teilweise-erfasst" class="wp-block-heading"><span id="dritte-generation-teilweise-erfasst">Dritte Generation teilweise erfasst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD argumentiert zudem, Menschen der dritten Einwanderungsgeneration würden in der Statistik nicht erscheinen. Die Bundesregierung widerspricht auch diesem Punkt teilweise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Person mit Migrationshintergrund gilt, wer selbst oder wessen mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Damit werden auch Angehörige der dritten Generation erfasst, solange diese Bedingung erfüllt ist.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="887" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1024x887.jpg" alt="" class="wp-image-28916 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1024x887.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-300x260.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-768x665.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-380x329.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-800x693.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07-1160x1005.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Schloss_Schwetzingen_-_Moschee_07.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Aus der Statistik fallen Personen heraus, wenn sie selbst und beide Eltern bereits mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden, während lediglich die Großeltern eingewandert sind. Die Bundesregierung schätzt die Größe dieser Gruppe wegen des bis zum Jahr 2000 geltenden Staatsangehörigkeitsrechts als relativ gering ein.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mikrozensus 2025 wurden insgesamt 29.000 ausländische Staatsangehörige der dritten oder einer späteren Generation registriert. Eine gesonderte Auswertung nach den in der Anfrage genannten Herkunftsländern war wegen zu kleiner Fallzahlen nicht möglich.&nbsp;</p>



<h2 id="h-keine-belastbare-zahl-zu-konvertiten" class="wp-block-heading"><span id="keine-belastbare-zahl-zu-konvertiten">Keine belastbare Zahl zu Konvertiten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zur Zahl der Menschen ohne Migrationshintergrund, die zum Islam übergetreten sind, liegen keine validen Angaben vor. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Konvertiten keine zahlenmäßig große Gruppe bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kontrollgruppe der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“, die Personen ohne Migrationshintergrund umfasste, gab niemand eine muslimische Religionszugehörigkeit an. Daraus lässt sich keine vollständige Zahl ableiten. Das Bundesamt sieht aber keinen Hinweis darauf, dass die fehlende Erfassung von Konvertiten das Gesamtergebnis erheblich verändert.</p>



<h2 id="h-mehr-menschen-aus-afrikanischen-staaten-im-asylsystem" class="wp-block-heading"><span id="mehr-menschen-aus-afrikanischen-staaten-im-asylsystem">Mehr Menschen aus afrikanischen Staaten im Asylsystem</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/innenministerium-vor-herausforderung-menschen-mit-terrorbezug-koennten-asyl-bekommen-haben/" data-type="post" data-id="27093">Die Bundestagsantwort enthält zugleich umfangreiche Daten zur Zuwanderung aus den untersuchten Herkunftsländern.</a> Seit 2010 wurden insgesamt mehr als 2,3 Millionen Asylerstanträge von Staatsangehörigen der abgefragten Staaten gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den afrikanischen Ländern entfielen besonders hohe Zahlen auf Eritrea mit 83.627 Anträgen, Somalia mit 69.403 und Nigeria mit 65.639. Aus Guinea wurden 27.749 und aus Gambia 19.464 Erstanträge registriert. Hinzu kamen unter anderem 10.185 aus dem Sudan, 4.807 aus Mali und 4.695 aus Senegal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zahlen erlauben keine Aussage über die Religion der Antragsteller. Die Bundesregierung warnt ausdrücklich davor, Staatsangehörigkeit oder Herkunft aus einem mehrheitlich muslimischen Land automatisch mit einer islamischen Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. <a href="https://fokus-afrika.de/islamischer-mufti-ruft-zur-einheit-auf/">Wanderungsbewegungen könnten religiös selektiv verlaufen, besonders bei Staaten mit gemischter Bevölkerung. </a></p>



<h2 id="h-zahl-der-moscheegemeinden-gestiegen" class="wp-block-heading"><span id="zahl-der-moscheegemeinden-gestiegen">Zahl der Moscheegemeinden gestiegen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Bevölkerungsentwicklung nennt die Bundesregierung auch Zahlen zur religiösen Infrastruktur. <a href="https://fokus-afrika.de/uni-muenster-gruendet-erste-islamisch-theologische-fakultaet-deutschlands/">Eine vom Bund geförderte Studie ermittelte für das Jahr 2022 rund 2.600 muslimische und alevitische Gemeinden in Deutschland.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2011 waren es 2.342 Gemeinden. Eine fortlaufende amtliche Statistik über Moscheen, Gebetsstätten und die Zahl ihrer Mitglieder führt die Bundesregierung nicht.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Mehr Abschiebungen – Deutschland setzt Gambia unter Druck</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/mehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 22:20:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gambia]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Abschiebungen, schärfere Warnungen vor dem „Back Way“ und neue Polizeihilfe: Deutschland drängt Gambia zu einer engeren Zusammenarbeit bei Migration und Sicherheit.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fmehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck%2F&amp;action_name=Mehr%20Abschiebungen%20%E2%80%93%20Deutschland%20setzt%20Gambia%20unter%20Druck&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/mehr-abschiebungen-deutschland-setzt-gambia-unter-druck/">Mehr Abschiebungen – Deutschland setzt Gambia unter Druck</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland drängt Gambia zu einer engeren Zusammenarbeit bei der Rücknahme ausreisepflichtiger Staatsangehöriger und warnt junge Gambier zugleich vor der irregulären Migration nach Europa. Anfang Juli 2026 bekräftigte der deutsche Botschafter Klaus Botzet diesen Kurs. Die Zahl der Abschiebungen nach Gambia stieg 2025 wieder an, während mehr als 2.200 gambische Staatsangehörige in Deutschland weiterhin ausreisepflichtig sind. Parallel verlängert Berlin seine Unterstützung für die Reform der gambischen Polizei.</p>



<h2 id="h-botschafter-warnt-vor-der-irregularen-route-nach-europa" class="wp-block-heading"><span id="botschafter-warnt-vor-der-irregulaeren-route-nach-europa">Botschafter warnt vor der irregulären Route nach Europa</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Botzet richtete sich mit einer deutlichen Warnung an junge Menschen, die über die Sahara, das Mittelmeer oder andere gefährliche Routen nach Europa gelangen wollen. In Gambia werden diese Wege häufig als „Back Way“ bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Zu viele junge Menschen haben ihr Leben verloren“, sagte der Botschafter. Die Europäische Union habe ihre Regeln verschärft. Die große Mehrheit der irregulär Einreisenden habe keinen Anspruch auf Asyl und müsse mit einer Rückführung rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Darstellung des Diplomaten leben mehr als 16.000 gambische Staatsangehörige in Deutschland. Die meisten hätten Arbeit gefunden und seien gut integriert. Rund 1.500 müssten das Land jedoch verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellen Zahlen der Bundesregierung liegen höher. Zum 31. Mai 2026 lebten 16.527 gambische Staatsangehörige in Deutschland. Davon waren 2.211 ausreisepflichtig. 2.040 von ihnen besaßen eine Duldung, 171 hielten sich ohne Duldung in Deutschland auf. Eine Duldung setzt die Ausreisepflicht nicht außer Kraft, verschiebt die Abschiebung aber vorübergehend.&nbsp;</p>



<h2 id="h-ruckfuhrungen-nach-gambia-bleiben-schwierig" class="wp-block-heading"><span id="rueckfuehrungen-nach-gambia-bleiben-schwierig">Rückführungen nach Gambia bleiben schwierig</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland schob in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 insgesamt 65 Menschen nach Gambia ab. Im gesamten Jahr 2025 waren es 259, im Jahr zuvor 205. Den bislang höchsten Wert seit 2022 verzeichnete die Bundesregierung 2023 mit 431 Abschiebungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung steht nach eigenen Angaben fortlaufend mit der gambischen Regierung im Austausch, um die Rückkehrkooperation zu verbessern. Direkte Abschiebungen nach Gambia waren zum Zeitpunkt ihrer Antwort an den Bundestag allerdings nur per Linienflug möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei für Januar und Juni 2026 geplante Sammelabschiebungen wurden abgesagt. Konkrete Gründe nannte die Bundesregierung nicht. Sie verwies darauf, dass sich bei Charterflügen häufig erst kurzfristig entscheide, ob eine Maßnahme durchgeführt werden könne.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2023 fanden zudem Sammelanhörungen mit gambischen Vertretern statt, um die Identität mutmaßlicher Staatsangehöriger zu klären. Insgesamt wurden 1.077 Menschen angehört. Bei 596 Personen bestätigten die gambischen Vertreter die Staatsangehörigkeit. Der Bund erhielt in 161 Fällen Passersatzpapiere, die eine Ausreise oder Abschiebung ermöglichen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 31 ausschließlich nach Gambia durchgeführten Sammelabschiebungen seit 2022 verursachten Flugkosten von rund 8,1 Millionen Euro für 639 Menschen. Das entspricht durchschnittlich etwa 12.700 Euro je abgeschobener Person. Insgesamt kamen 2.047 Begleitkräfte zum Einsatz, rechnerisch rund 3,2 Beamte pro Abgeschobenem. Die Flugkosten übernahm jeweils die EU-Grenzschutzagentur Frontex.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Daten lässt sich nicht in jedem Fall feststellen, ob identifizierte Personen später freiwillig ausreisten oder abgeschoben wurden. Bei 88 Menschen, für die der Bund Passersatzpapiere beschafft hatte, ist lediglich eine Ausreise dokumentiert.</p>



<h2 id="h-ausbildung-statt-riskanter-migration" class="wp-block-heading"><span id="ausbildung-statt-riskanter-migration">Ausbildung statt riskanter Migration</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Botzet rief gambische Familien dazu auf, Geld nicht in eine gefährliche Reise, sondern in Ausbildung und berufliche Fähigkeiten zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Junge Menschen sollten einen anerkannten Beruf erlernen und sich etwa als Elektriker, Tischler, Schneider oder Pflegekraft qualifizieren. Mit einem Abschluss und Berufserfahrung stiegen die Chancen auf ein reguläres Arbeitsvisum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland habe im vergangenen Jahr mehr als 300 Visa an gambische Staatsangehörige vergeben, erklärte der Botschafter. Dazu gehörten Visa zur Familienzusammenführung und zur Beschäftigung qualifizierter Fachkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freiwillige Rückkehrer könnten zudem finanzielle Unterstützung in Höhe von mehreren Tausend Euro erhalten. Dieses Geld könne nach der Rückkehr zum Aufbau eines Unternehmens eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland unterstützt außerdem Programme, die Investitionen von Rückkehrern und Mitgliedern der Diaspora ergänzen. Wer beispielsweise 3.000 Euro in eine Bäckerei oder einen anderen kleinen Betrieb investiert, kann unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss in gleicher Höhe beantragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gambische Diaspora überwies nach Angaben des Botschafters im vergangenen Jahr mehr als 800 Millionen US-Dollar in das westafrikanische Land. Ein großer Teil fließe bislang in den privaten Konsum. Botzet warb dafür, mehr davon in produktive Unternehmen, Arbeitsplätze und lokale Wertschöpfung zu investieren.</p>



<h2 id="h-polizeiprojekt-soll-in-zweite-phase-gehen" class="wp-block-heading"><span id="polizeiprojekt-soll-in-zweite-phase-gehen">Polizeiprojekt soll in zweite Phase gehen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zur Migrationszusammenarbeit erneuert Deutschland seine Unterstützung für die Reform des gambischen Sicherheitssektors. Das vor einem Jahr beendete Polizeiprojekt GPST soll nach den Worten des Botschafters eine zweite Phase erhalten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-28906 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-1024x683.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/G7LNdtUW0AAuBk_.jpeg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland betreibt insgesamt zwei Projekte mit der gambischen Polizei. Dazu gehören Schulungen, die Weiterentwicklung der Polizeiausbildung und die Bereitstellung von Ausrüstung für die verschiedenen Polizeibereiche.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Sicherheitsdienste sollen jedem Bürger dienen und die Bürger vor denen schützen, die das Gesetz brechen“, sagte Botzet. „Sie sind nicht dazu da, den Willen der Regierung umzusetzen. Sie sind dazu da, das Gesetz umzusetzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Trennung zwischen Regierung und Sicherheitsapparat müsse nach 22 Jahren Diktatur auch in Polizeiakademien und Ausbildungsprogrammen verankert werden. Unter der früheren autoritären Regierung hätten Polizei und andere Sicherheitskräfte häufig den Willen des Präsidenten statt rechtsstaatlicher Regeln durchgesetzt.</p>



<h2 id="h-sicherheitsreform-als-stutze-der-demokratie" class="wp-block-heading"><span id="sicherheitsreform-als-stuetze-der-demokratie">Sicherheitsreform als Stütze der Demokratie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-unterstuetzt-ecowas-bei-der-staerkung-von-frauen-frieden-sicherheit-in-gambia/">Deutschland betrachtet die Reform des Sicherheitssektors als einen Schwerpunkt seiner Unterstützung für Gambias junge Demokratie.</a> Polizei und andere staatliche Sicherheitsorgane sollen der gesamten Bevölkerung verpflichtet sein und nicht als Instrument der jeweiligen Regierung handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit umfasst neben Ausbildung und Ausrüstung auch institutionelle Veränderungen. Polizeibeamte sollen rechtsstaatliche Grundsätze, Menschenrechte und den Schutz der Bevölkerung stärker in ihre tägliche Arbeit einbeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Botzet führte Fortschritte der gambischen Polizei auch auf die internationale Unterstützung zurück. Die Reform bleibt jedoch Teil eines längerfristigen Umbaus staatlicher Institutionen, die über zwei Jahrzehnte auf die autoritäre Herrschaft ausgerichtet waren.</p>



<h2 id="h-neue-phase-der-diplomatischen-beziehungen" class="wp-block-heading"><span id="neue-phase-der-diplomatischen-beziehungen">Neue Phase der diplomatischen Beziehungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der politische Wandel nach dem Ende der Diktatur 2016 und 2017 leitete eine neue Phase der deutsch-gambischen Beziehungen ein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte Gambia als erstes ausländisches Staatsoberhaupt nach dem Amtsantritt von Präsident Adama Barrow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem intensivierten beide Länder ihre Zusammenarbeit. Deutschland unterstützte die Wahrheits-, Versöhnungs- und Wiedergutmachungskommission, die Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen aus der Zeit der Diktatur untersuchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Friedenskonsolidierungsfonds der Vereinten Nationen förderte Deutschland zudem lokale Projekte in Gemeinden mit besonders vielen Opfern der früheren Herrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 eröffnete die Bundesrepublik eine vollwertige Botschaft in Banjul. Die Entscheidung spiegelte nach Darstellung Botzets die wachsende Bedeutung Gambias als demokratischer Partner in Westafrika wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung bezeichnet Gambia seit 2016 und 2017 als demokratisch stabilisierte Republik. Die Präsidentschaftswahl 2021, die Parlamentswahl 2022 und die Kommunalwahlen 2023 verliefen nach ihrer Einschätzung friedlich und frei. Menschenrechte seien in der Verfassung geschützt und würden weitgehend beachtet.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Botschafter Andreas Peschke verabschiedet sich aus Südafrika: „Geschafft, unsere Differenzen offen anzusprechen“</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/botschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 21:26:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[G20]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fünf Jahre zwischen enger Wirtschaftspartnerschaft und politischen Differenzen: Deutschlands Botschafter Andreas Peschke verabschiedet sich aus Südafrika und kehrt als EU-Diplomat nach Kenia zurück.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbotschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen%2F&amp;action_name=Botschafter%20Andreas%20Peschke%20verabschiedet%20sich%20aus%20S%C3%BCdafrika%3A%20%E2%80%9EGeschafft%2C%20unsere%20Differenzen%20offen%20anzusprechen%E2%80%9C&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen/">Botschafter Andreas Peschke verabschiedet sich aus Südafrika: „Geschafft, unsere Differenzen offen anzusprechen“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Andreas Peschke zieht nach fünf Jahren in Pretoria eine Bilanz der deutsch-südafrikanischen Beziehungen und hebt hervor, dass beide Regierungen auch politische Differenzen offen miteinander behandeln konnten. Ende Juli endet seine Amtszeit als deutscher Botschafter in Südafrika, Lesotho und Eswatini. Der EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat den Diplomaten als neuen EU-Botschafter in Kenia nominiert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem Abschiedsbeitrag würdigt Peschke die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Südafrika. Die Beziehung sei breiter und tiefer als die Deutschlands zu jedem anderen Partner auf dem afrikanischen Kontinent. Zugleich beschreibt er Südafrika als ein Land, dessen Menschen ihn und seine Frau persönlich geprägt hätten.</p>



<h2 id="h-funf-jahre-zwischen-enger-partnerschaft-und-differenzen" class="wp-block-heading"><span id="fuenf-jahre-zwischen-enger-partnerschaft-und-differenzen">Fünf Jahre zwischen enger Partnerschaft und Differenzen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Peschke übernahm die Leitung der deutschen Botschaft in Pretoria im September 2021. Neben Südafrika war er auch als Botschafter in Lesotho und Eswatini akkreditiert. Seine Amtszeit fiel in eine Phase wachsender internationaler Spannungen, in der Berlin und Pretoria bei außenpolitischen Fragen nicht immer dieselben Positionen vertraten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sei es gelungen, die Unterschiede offen anzusprechen und die Zusammenarbeit fortzusetzen. Beide Staaten arbeiteten bei internationalen Themen wie dem Klimaschutz, der Reform der Vereinten Nationen und der Beendigung von Kriegen und Konflikten eng zusammen, schreibt Peschke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bilateralen Beziehungen beruhen zudem auf einer seit 1996 bestehenden Binationalen Kommission. Sie bildet den politischen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen beiden Regierungen. Südafrika gilt aus deutscher Sicht als wichtigster Partner in Afrika südlich der Sahara.&nbsp;</p>



<h2 id="h-mehr-als-600-deutsche-unternehmen-in-sudafrika" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-600-deutsche-unternehmen-in-suedafrika">Mehr als 600 deutsche Unternehmen in Südafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eng sind die wirtschaftlichen Verbindungen. Mehr als 600 deutsche Unternehmen sind in Südafrika aktiv. Sie beschäftigen rund 100.000 Menschen direkt und schaffen nach Angaben des Auswärtigen Amtes etwa ebenso viele indirekte Arbeitsplätze.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei mehr als 20 Milliarden Euro. Deutschland ist der zweitwichtigste bilaterale Handelspartner Südafrikas. Südafrika wiederum ist Deutschlands bedeutendster Handelspartner auf dem afrikanischen Kontinent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in Südafrika auf 7,99 Milliarden Euro. Südafrikanische Unternehmen hatten im selben Zeitraum rund 2,6 Milliarden Euro in Deutschland investiert. </p>



<h2 id="h-zusammenarbeit-bei-energie-und-klimaschutz" class="wp-block-heading"><span id="zusammenarbeit-bei-energie-und-klimaschutz">Zusammenarbeit bei Energie und Klimaschutz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-unterstuetzt-suedafrikas-energiewende/">Ein zentrales Thema seiner Amtszeit war die Energiewende.</a> Deutschland unterstützt gemeinsam mit weiteren internationalen Partnern den südafrikanischen Umbau von einer stark kohleabhängigen Energieversorgung hin zu einem klimafreundlicheren System.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit soll den Ausbau sauberer Energien beschleunigen, zugleich aber die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Wandels berücksichtigen. Der Übergang müsse gerecht gestaltet werden und dürfe Beschäftigte sowie betroffene Regionen nicht zurücklassen, betont Peschke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Energiepartnerschaft steht damit zugleich für die Chancen und Schwierigkeiten der bilateralen Beziehungen. Deutschland drängt auf einen schnelleren Klimaschutz. Südafrika verweist auf seine hohe Arbeitslosigkeit, die Bedeutung des Kohlesektors und den wachsenden Energiebedarf seiner Wirtschaft.</p>



<h2 id="h-sudafrikas-g20-prasidentschaft-als-hohepunkt" class="wp-block-heading"><span id="suedafrikas-g20-praesidentschaft-als-hoehepunkt">Südafrikas G20-Präsidentschaft als Höhepunkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-suedafrika-wollen-enger-zusammenarbeiten/" data-type="post" data-id="26475">Als einen politischen Höhepunkt seiner Amtszeit nennt Peschke die südafrikanische G20-Präsidentschaft im Jahr 2025</a>. Südafrika führte als erster afrikanischer Staat die Gruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer. Deutschland unterstützte den Vorsitz mit zahlreichen hochrangigen Besuchen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="706" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1024x706.jpeg" alt="" class="wp-image-28900 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1024x706.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-300x207.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-768x530.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-380x262.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-800x552.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG-1160x800.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HFygsTzasAAdkeG.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mehr als ein Dutzend Mitglieder der Bundesregierung reisten nach Südafrika, darunter auch der Bundeskanzler. Die Präsidentschaft bot Pretoria die Möglichkeit, afrikanische Positionen stärker in die internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik einzubringen. Südafrika ist neben der Afrikanischen Union das einzige afrikanische Mitglied der G20. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit erstreckte sich dabei auf Fragen der internationalen Finanzarchitektur, des Klimaschutzes, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Reform multilateraler Institutionen.</p>



<h2 id="h-mehr-als-300-000-deutsche-touristen-pro-jahr" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-300-000-deutsche-touristen-pro-jahr">Mehr als 300.000 deutsche Touristen pro Jahr</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die persönlichen Verbindungen zwischen beiden Ländern hebt Peschke hervor. Jährlich reisen mehr als 300.000 deutsche Besucher nach Südafrika. Kapstadt und der Kruger-Nationalpark gehören zu den besonders häufig besuchten Zielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der scheidende Botschafter beschreibt seine eigene Beziehung zu dem Land über Landschaften, Sport und Begegnungen. Er erinnert an Rugbyspiele der Springboks, das Soweto-Derby zwischen Orlando Pirates und Kaizer Chiefs sowie an den Erfolg von Mamelodi Sundowns in der afrikanischen Champions League.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am stärksten hätten ihn und seine Frau jedoch die Menschen geprägt. Peschke würdigt ihre Vielfalt, ihren Humor, ihre Sprachen und ihre Offenheit.</p>



<h2 id="h-ubuntu-als-diplomatische-erfahrung" class="wp-block-heading"><span id="ubuntu-als-diplomatische-erfahrung">Ubuntu als diplomatische Erfahrung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als eine der wichtigsten Erfahrungen seiner Zeit in Südafrika nennt Peschke das Prinzip Ubuntu. Der Begriff beschreibt eine gemeinsame Menschlichkeit, die sich aus der Beziehung zu anderen Menschen ableitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ubuntu stehe dafür, füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Dieses Verständnis könne auch der internationalen Politik helfen, schreibt der Botschafter. Mehr „Ubuntu-Diplomatie“ könnte seiner Einschätzung nach dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Erfahrung sei die südafrikanische Widerstandsfähigkeit. Wenn etwas nicht funktioniere, reagierten viele Menschen nicht mit Resignation, sondern mit dem Satz „Ons maak ’n plan“ – wir machen einen Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Haltung bedeute, nach vorne zu schauen und nach praktischen Lösungen zu suchen. Peschke kündigt an, diese Mentalität aus Südafrika mitzunehmen.</p>



<h2 id="h-ruckkehr-nach-kenia-in-neuer-funktion" class="wp-block-heading"><span id="rueckkehr-nach-kenia-in-neuer-funktion">Rückkehr nach Kenia in neuer Funktion</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Peschkes nächste Station führt ihn zurück nach Ostafrika. Kaja Kallas nominierte ihn am 3. Juni als EU-Botschafter in Kenia. Die Ernennung wird nach der Zustimmung des Gastlandes und dem Abschluss der administrativen Verfahren formalisiert.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Diplomaten ist Nairobi kein unbekannter Dienstort. Von 2013 bis 2015 leitete er dort bereits die deutsche Botschaft. Anschließend war er im Auswärtigen Amt für Osteuropa, den Kaukasus und Zentralasien zuständig. Zwischen 2018 und 2021 führte er die Europaabteilung des Ministeriums.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peschke trat 1996 in den Auswärtigen Dienst ein. Frühere Stationen führten ihn nach Nigeria und Russland. Von 2009 bis 2013 war er Sprecher des Auswärtigen Amtes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen <a href="https://mg.co.za/thought-leader/the-diplomat/2026-07-16-sala-kahle-mzansi/">Abschiedsbeitrag</a> beendet der Diplomat mit einem Dank an seine südafrikanischen Partner, die internationale Gemeinschaft und die deutsche Gemeinschaft im Land: „Sala kahle, Mzansi“ – bleib wohl, Südafrika.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/botschafter-andreas-peschke-verabschiedet-sich-aus-suedafrika-geschafft-unsere-differenzen-offen-anzusprechen/">Botschafter Andreas Peschke verabschiedet sich aus Südafrika: „Geschafft, unsere Differenzen offen anzusprechen“</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Antwort auf AfD-Anfrage verblüfft: Gibt es keine Bürokratiekosten beim BMZ?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/antwort-auf-afd-anfrage-verbluefft-gibt-es-keine-buerokratiekosten-beim-bmz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 18:55:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gibt es beim Bundesentwicklungsministerium keine Bürokratiekosten? Die Bundesregierung sagt statistisch null Euro. Der eigene Reformplan des BMZ zeichnet ein anderes Bild.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fantwort-auf-afd-anfrage-verbluefft-gibt-es-keine-buerokratiekosten-beim-bmz%2F&amp;action_name=Antwort%20auf%20AfD-Anfrage%20verbl%C3%BCfft%3A%20Gibt%20es%20keine%20B%C3%BCrokratiekosten%20beim%20BMZ%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung setzt die vom Bundesentwicklungsministerium verursachten Bürokratiekosten mit null Euro an und nimmt das Ressort damit von den Abbauzielen des Koalitionsvertrages aus. Am 17. Juli 2026 wurde die Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion veröffentlicht. Gemeint sind jedoch nur Belastungen, die durch Gesetze des Ministeriums bei Unternehmen, Bürgern oder Behörden entstehen. Gleichzeitig will das BMZ seine eigenen Verfahren vereinfachen, Prozesse verschlanken und Bürokratie abbauen.</p>



<h2 id="h-was-die-null-euro-angabe-tatsachlich-bedeutet" class="wp-block-heading"><span id="was-die-null-euro-angabe-tatsaechlich-bedeutet">Was die Null-Euro-Angabe tatsächlich bedeutet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">CDU, CSU und SPD wollen die Bürokratiekosten der deutschen Wirtschaft in dieser Legislaturperiode um 25 Prozent oder rund 16 Milliarden Euro senken. Der sogenannte Erfüllungsaufwand für Unternehmen, Bürger und Verwaltung soll zusätzlich um mindestens zehn Milliarden Euro zurückgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung greift diese Vorgabe nach Darstellung der Bundesregierung nicht. Der vom BMZ verursachte jährliche Erfüllungsaufwand und die Bürokratiekosten betrügen auf Grundlage der Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bereits jeweils null Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung liegt in der engen amtlichen Definition. Erfasst wird, welcher Aufwand durch gesetzliche Vorgaben eines Ministeriums außerhalb des Ressorts entsteht. Dazu gehören etwa Informationspflichten, Anträge, Nachweise oder Dokumentationen, die Unternehmen, Bürger oder Behörden aufgrund neuer Gesetze erfüllen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BMZ erlässt jedoch kaum eigene Gesetze mit solchen Vorgaben. Seine Rechtsetzung beschränkt sich nach Angaben der Bundesregierung im Wesentlichen auf Vertragsgesetze, mit denen Deutschland internationale Abkommen ratifiziert. Weil daraus in der Statistik keine messbaren Belastungen entstehen, wird der Wert mit null Euro angesetzt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Null Euro bedeutet damit nicht, dass das Entwicklungsministerium ohne Verwaltungskosten arbeitet oder seine Programme ohne aufwendige Verfahren auskommen. Die Zahl sagt auch nichts darüber aus, wie viel Personal und Zeit interne Abstimmungen, Förderentscheidungen, Vergabeverfahren, Projektprüfungen oder Berichtspflichten beanspruchen.</p>



<h2 id="h-fragen-nach-internen-ablaufen-bleiben-unbeantwortet" class="wp-block-heading"><span id="fragen-nach-internen-ablaeufen-bleiben-unbeantwortet">Fragen nach internen Abläufen bleiben unbeantwortet</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zielte deutlich breiter auf die Arbeitsweise des Ministeriums. Die Abgeordneten fragten unter anderem, welche Berichtspflichten abgeschafft, welche Verwaltungsprozesse digitalisiert und welche Doppelstrukturen reduziert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Fragen betrafen Bearbeitungszeiten, Personalaufwand, Dokumentationspflichten und Prozesskosten. Auch die Zusammenarbeit des BMZ mit der <a href="https://fokus-afrika.de/tag/giz/" data-type="post_tag" data-id="365">Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit </a>und der KfW sowie mögliche neue Daten- und Berichtssysteme wurden angesprochen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beantwortete die ersten 14 Fragen gemeinsam. Konkrete Zahlen zu eingesparten Arbeitsstunden, verkürzten Verfahren oder reduzierten Verwaltungskosten nennt sie nicht. Ebenso fehlen Angaben dazu, welche Nachweispflichten oder Doppelstrukturen seit Beginn der Legislaturperiode tatsächlich abgeschafft wurden. </p>
</div></div>



<h2 id="h-bmz-verspricht-zugleich-weniger-burokratie" class="wp-block-heading"><span id="bmz-verspricht-zugleich-weniger-buerokratie">BMZ verspricht zugleich weniger Bürokratie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/alabali-radovan-verteidigt-reformplan-des-bmz-gegen-kritik-im-bundestag/" data-type="post" data-id="25083">Gleichzeitig beschreibt das Entwicklungsministerium in seinem Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ einen erheblichen Modernisierungsbedarf.</a> Verfahren, Instrumente und Prozesse sollen umfassend überarbeitet werden. Als Ziele nennt das BMZ ausdrücklich „mehr Effizienz, weniger Bürokratie, einfachere Verfahren und Regularien“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ein neues Steuerungsmodell ist vorgesehen. Es soll mit klareren politischen Vorgaben, verschlankten Strategien und einem verbesserten Monitoring arbeiten. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hatte den Reformprozess wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt begonnen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afd-hakt-nach-bmz-oeffnet-entwicklungspolitik-staerker-fuer-unternehmen/" data-type="post" data-id="27303">Die Bundesregierung verweist außerdem auf den Aktionsplan „Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“.</a> Gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium sollen Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit und der Außenwirtschaftsförderung enger miteinander verbunden werden.</p>



<h2 id="h-zwei-definitionen-von-burokratie" class="wp-block-heading"><span id="zwei-definitionen-von-buerokratie">Zwei Definitionen von Bürokratie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der erkennbare Widerspruch entsteht durch zwei unterschiedliche Verwendungen des Begriffs. In der Antwort an den Bundestag versteht die Bundesregierung unter Bürokratiekosten ausschließlich den statistisch erfassten Aufwand, den Gesetze des BMZ außerhalb des Ministeriums verursachen. Weil das Ressort kaum entsprechende Gesetze erlässt, liegt dieser Wert bei null.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Reformplan verwendet das BMZ den Begriff wesentlich breiter. Dort umfasst Bürokratie auch interne Verfahren, Förderinstrumente, Strategien, Regularien und die Steuerung der Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium kann deshalb statistisch keine Bürokratiekosten verursachen und zugleich bürokratische Abläufe reformieren wollen. Die Null-Euro-Angabe belegt lediglich, dass aus der Rechtsetzung des BMZ kein messbarer Erfüllungsaufwand entsteht. Über den Verwaltungsaufwand innerhalb des Ressorts und seiner Zusammenarbeit mit Durch. Über den Verwaltungsaufwand innerhalb des Ressorts und seinerführungsorganisationen trifft sie keine Aussage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Messbare Ziele für kürzere Bearbeitungszeiten, geringeren Personalaufwand oder niedrigere Prozesskosten nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland und Algerien schmieden Energiepakt – Präsident Tebboune wehrt politische Kritik in Berlin ab</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 16:24:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzler]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Luftfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=28848</guid>

					<description><![CDATA[<p>Berlin und Algier stellen ihre Beziehungen neu auf: mehr Gas, ein Wasserstoffkorridor, neue Investitionen und eine direkte Air-Algérie-Verbindung.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab%2F&amp;action_name=Deutschland%20und%20Algerien%20schmieden%20Energiepakt%20%E2%80%93%20Pr%C3%A4sident%20Tebboune%20wehrt%20politische%20Kritik%20in%20Berlin%20ab&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab/">Deutschland und Algerien schmieden Energiepakt – Präsident Tebboune wehrt politische Kritik in Berlin ab</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Algerien haben eine strategische Agenda beschlossen und wollen ihre Zusammenarbeit bei Energie, Rohstoffen, Investitionen, Migration und Sicherheit deutlich ausbauen. Die gemeinsame Erklärung wurde am Donnerstag, 16. Juli 2026, beim Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Abdelmadjid Tebboune in Berlin verabschiedet. Beide Regierungen kündigten einen regelmäßigen politischen Dialog sowie engere Kontakte zwischen Ministerien, Behörden und Unternehmen an. Im Zentrum stehen zusätzliche Gaslieferungen, ein Wasserstoffkorridor nach Europa und bessere Bedingungen für deutsche Investitionen in Algerien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/praesident-tebboune-in-berlin-algerien-will-deutschland-mehr-gas-verkaufen/" data-type="post" data-id="28737">Tebboune war am Mittwochabend zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Berlin eingetroffen.</a> Neben dem Gespräch mit Merz traf er Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem persönlichen Austausch in der Villa Borsig. Bereits zum Auftakt sprach der algerische Präsident mit Mitgliedern der algerischen Gemeinschaft in Deutschland.</p>



<h2 id="h-regelmassiger-dialog-zu-politik-migration-und-sicherheit" class="wp-block-heading"><span id="regelmaessiger-dialog-zu-politik-migration-und-sicherheit">Regelmäßiger Dialog zu Politik, Migration und Sicherheit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Algerien wollen künftig regelmäßige Konsultationen zu bilateralen, regionalen und internationalen Fragen abhalten. Dazu gehören die Sicherheitslage in Nordafrika und der Sahelzone, Migration, Terrorismus, Cybersicherheit und Desinformation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz betonte in der gemeinsamen Pressekonferenz das gemeinsame Interesse an Stabilität in der Region: „Gemeinsam ist uns das Interesse an Stabilität in der Region, nicht zuletzt im Blick auf das benachbarte Sahel.“ Auch über den Krieg in der Ukraine und die deutsche Haltung gegenüber Russland habe er mit Tebboune gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Regierungen bekräftigten zudem ihre Zusammenarbeit bei Rückkehr, Rückübernahme und Wiedereingliederung ausreisepflichtiger Personen. Grundlage bleibt das deutsch-algerische Protokoll über die Identifizierung und Rückübernahme. Die bestehende Kooperation soll fortgeführt und gegebenenfalls erweitert werden.</p>



<h2 id="h-deutschland-setzt-auf-algeriens-gas-und-wasserstoff" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-setzt-auf-algeriens-gas-und-wasserstoff">Deutschland setzt auf Algeriens Gas und Wasserstoff</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Merz betonte in der gemeinsamen Pressekonferenz das gemeinsame Interesse an Stabilität in der Region: „Gemeinsam ist uns das Interesse an Stabilität in der Region, nicht zuletzt im Blick auf das benachbarte Sahel.“ Auch über den Krieg in der Ukraine und die deutsche Haltung gegenüber Russland habe er mit Tebboune gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Algerien halten weitere Gaslieferungen für beiderseitig wünschenswert. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Energieträger ausgeweitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielt der geplante südliche Wasserstoffkorridor. Über die Verbindung soll künftig Wasserstoff aus Nordafrika über Italien nach Mitteleuropa und Deutschland transportiert werden. Das Vorhaben ist als Projekt der europäischen Global-Gateway-Initiative und als europäische Energieautobahn eingestuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz kündigte an, Deutschland werde das Projekt gemeinsam mit Algerien und Italien in den kommenden Monaten vorantreiben. Beide Länder wollen außerdem bei Power-to-X-Technologien, der Senkung von Methanemissionen sowie beim Umwelt- und Klimaschutz enger zusammenarbeiten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1024x576.jpeg" alt="" class="wp-image-28851 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1024x576.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-300x169.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-768x432.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-380x214.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-800x450.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2-1160x653.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMz_iMSWkAANK-2.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Tebboune bezeichnete Algerien als zuverlässigen Energielieferanten für Europa. <a href="https://fokus-afrika.de/italien-braucht-mehr-energie-aus-algerien/">Er sprach von einem neuen Korridor für Gas und Wasserstoff, dem später weitere erneuerbare Energien und Stromlieferungen folgen könnten.</a></p>
</div></div>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-sollen-starker-investieren" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-sollen-staerker-investieren">Deutsche Unternehmen sollen stärker investieren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung und die algerische Führung wollen auch die Wirtschaftsbeziehungen auf eine neue Grundlage stellen. Deutschland gehört bereits zu den wichtigsten europäischen Lieferanten Algeriens. Deutsche Unternehmen liefern vor allem Industriemaschinen, elektrische Ausrüstung, Fahrzeuge sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merz erklärte, beide Seiten hätten über Verbesserungen des Investitionsklimas, größere Rechtssicherheit und transparentere Verwaltungsverfahren gesprochen. In der gemeinsamen Erklärung verpflichten sich Deutschland und Algerien zu Transparenz, Nichtdiskriminierung und rechtsstaatlichen Standards bei Investitionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tebboune betonte die wachsende Präsenz deutscher Firmen: „Deutsche Unternehmen sind in Algerien mehr und mehr präsent. Jedes Jahr werden es mehr.“ Über eine zentrale Anlaufstelle für Investoren seien bereits Projekte im Umfang von rund 900 Millionen US-Dollar angestoßen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Energie und Rohstoffen sehen beide Regierungen Potenzial in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, bei Baumaschinen, Verkehrsinfrastruktur, Landwirtschaft, Petrochemie, Pharmaindustrie und Hochtechnologie. Tebboune hob insbesondere die Zusammenarbeit bei spezialisierten Medikamenten und neuen medizinischen Behandlungstechnologien hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geprüft werden soll auch eine Wiederbelebung der deutsch-algerischen gemischten Wirtschaftskommission. Zusätzlich ist ein bilateraler Wirtschaftsrat vorgesehen, der deutsche und algerische Unternehmen, Verbände und Handelskammern miteinander vernetzen soll.</p>



<h2 id="h-neue-direktverbindung-zwischen-berlin-und-algier" class="wp-block-heading"><span id="neue-direktverbindung-zwischen-berlin-und-algier">Neue Direktverbindung zwischen Berlin und Algier</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während seines Treffens mit der algerischen Diaspora kündigte Tebboune eine neue Flugverbindung von Air Algérie zwischen Berlin und Algier an. Die Strecke soll nach seinen Angaben noch vor Ende des Jahres 2026 aufgenommen werden, voraussichtlich im November.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Air Algérie fliegt in Deutschland bereits Frankfurt an. Die neue Berlin-Verbindung ist Teil des Ausbaus des internationalen Streckennetzes, für den die staatliche Fluggesellschaft ihre Flotte mit neuen Langstrecken-, Mittelstrecken- und Regionalflugzeugen erweitert.</p>



<h2 id="h-tebboune-spricht-uber-opposition-und-politische-kritik" class="wp-block-heading"><span id="tebboune-spricht-ueber-opposition-und-politische-kritik">Tebboune spricht über Opposition und politische Kritik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/verhaftungswelle-in-algerien-kurz-vor-den-prasidentschaftswahlen/" data-type="post" data-id="9673">Vor Mitgliedern der algerischen Gemeinschaft äußerte sich Tebboune auch zum Umgang mit politischen Gegnern.</a> „Was die Opposition betrifft, so ist sie in Algerien willkommen“, sagte der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/frankreich-wirft-algerien-spionage-und-druck-auf-doppelstaatler-vor/" data-type="post" data-id="23942">Jeder Algerier habe das Recht, Kritik zu äußern, seine Ablehnung zu begründen und eine eigene politische Vorstellung zu vertreten.</a> Solche Positionen könnten den nationalen politischen Prozess bereichern. <a href="https://fokus-afrika.de/algerien-will-irregulaer-lebende-staatsbuerger-im-ausland-zurueckholen/" data-type="post" data-id="23983">Zugleich grenzte Tebboune legitime Kritik von Beleidigungen und Diffamierungen ab, die aus seiner Sicht Hass und Gewalt förderten.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/algerien-bestaetigt-siebenjaehrige-haftstrafe-gegen-franzoesischen-journalisten-christophe-gleizes/" data-type="post" data-id="22633">In der gemeinsamen Pressekonferenz wurde der Präsident außerdem zu einer möglichen Begnadigung des in Algerien inhaftierten französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes befragt. </a>Gleizes war wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tebboune lehnte eine Antwort in Berlin ab. „Aus Respekt vor der algerischen Justiz werde ich diese Frage nur in Algerien beantworten“, erklärte er. Gleizes hatte auf eine weitere Überprüfung seines Urteils durch den Obersten Gerichtshof verzichtet. Damit ist das Urteil rechtskräftig und eine Begnadigung durch den Präsidenten grundsätzlich möglich.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland verzeichnet mehr als 332.000 Einbürgerungen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-verzeichnet-mehr-als-332-000-einbuergerungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 09:27:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 332.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit. Syrer stellten mit Abstand die größte Gruppe.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-verzeichnet-mehr-als-332-000-einbuergerungen%2F&amp;action_name=Deutschland%20verzeichnet%20mehr%20als%20332.000%20Einb%C3%BCrgerungen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-verzeichnet-mehr-als-332-000-einbuergerungen/">Deutschland verzeichnet mehr als 332.000 Einbürgerungen</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland hat im vergangenen Jahr 332.524 Menschen eingebürgert. Die vorläufige Zahl liegt 13,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Syrische Staatsangehörige bildeten mit deutlichem Abstand die größte Gruppe, gefolgt von Menschen aus der Türkei und Russland.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten veröffentlichte die Bundesregierung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag. Sie beruhen auf den Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom 3. Juni 2026. Für einzelne Kreise lagen zu diesem Zeitpunkt noch keine vollständigen Meldungen vor.</p>



<h2 id="h-syrer-stellen-grosste-gruppe" class="wp-block-heading"><span id="syrer-stellen-groesste-gruppe">Syrer stellen größte Gruppe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von den 2025 Eingebürgerten besaßen zuvor 65.574 die syrische Staatsangehörigkeit. Damit entfiel fast jede fünfte Einbürgerung auf diese Gruppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An zweiter Stelle folgte die Türkei mit 34.092 Einbürgerungen. Danach kamen Russland mit 19.661, der Irak mit 13.750 und Afghanistan mit 10.861 Fällen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere häufige bisherige Staatsangehörigkeiten waren die Ukraine mit 10.562 und der Iran mit 10.093 Einbürgerungen. Kosovo, Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien vervollständigten die zehn größten Gruppen.&nbsp;</p>



<h2 id="h-kein-afrikanisches-land-unter-den-zehn-haufigsten-herkunftsstaaten" class="wp-block-heading"><span id="kein-afrikanisches-land-unter-den-zehn-haeufigsten-herkunftsstaaten">Kein afrikanisches Land unter den zehn häufigsten Herkunftsstaaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den zehn am häufigsten erfassten bisherigen Staatsangehörigkeiten befindet sich kein afrikanischer Staat. Die Bundestagsantwort enthält jedoch keine vollständige Aufschlüsselung aller Herkunftsländer. Damit lässt sich aus dem Dokument nicht entnehmen, wie viele Menschen aus einzelnen afrikanischen Staaten 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesamtzahl der Einbürgerungen stieg gegenüber 2024 um 13,9 Prozent. Angaben zu den Ursachen des Anstiegs oder zur Verteilung nach Bundesländern enthält die Antwort der Bundesregierung nicht.</p>
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		<item>
		<title>AfD-Anfrage: GIZ vergibt über 40.000 Beraterverträge in fünf Jahren</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 09:16:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 40.000 GIZ-Dienstleistungsverträge, aber keine zentrale Übersicht über Berater, Kosten und Ergebnisse: Die Bundesregierung verweist auf 3.300 Stunden Prüfaufwand.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren%2F&amp;action_name=AfD-Anfrage%3A%20GIZ%20vergibt%20%C3%BCber%2040.000%20Beratervertr%C3%A4ge%20in%20f%C3%BCnf%20Jahren&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren/">AfD-Anfrage: GIZ vergibt über 40.000 Beraterverträge in fünf Jahren</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung kann nicht angeben, wie viele externe Gutachten, Beratungen und Evaluierungen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit von 2020 bis 2025 vergeben und welche Kosten sie verursacht hat. Die Antwort wurde am 9. Juli 2026 an den Deutschen Bundestag übermittelt. Die GIZ erfasste in diesem Zeitraum mehr als 40.000 Abschlüsse unter der Sammelkategorie „Dienstleistungsverträge“, ohne die einzelnen Leistungsarten gesondert zu kennzeichnen. Eine vollständige Auswertung würde nach Schätzung der Bundesregierung mindestens 3.300 Arbeitsstunden beanspruchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zielte auf eine vollständige Übersicht der extern vergebenen Leistungen. Gefragt wurde unter anderem nach Auftragnehmern, Vertragssummen, Finanzierungsquellen, Vergabeverfahren und den Ergebnissen der beauftragten Arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Aufstellung legte die Bundesregierung nicht vor. Die Datenerfassungssysteme der bundeseigenen GIZ unterscheiden nicht unmittelbar zwischen Gutachten, Beratung, Evaluationen und anderen Dienstleistungen.</p>



<h2 id="h-mehr-als-40-000-vertrage-in-einer-sammelkategorie" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-40-000-vertraege-in-einer-sammelkategorie">Mehr als 40.000 Verträge in einer Sammelkategorie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ schloss zwischen 2020 und 2025 mehr als 40.000 Dienstleistungsverträge ab. <a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/">Wie viele davon auf Beratungsunternehmen, Forschungsinstitute, Evaluierungsdienstleister, Nichtregierungsorganisationen, Kanzleien oder einzelne Gutachter entfielen, lässt sich aus den zentral erfassten Daten nicht ablesen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine genaue Zuordnung müsste jeder Vertrag einzeln geprüft und nachträglich kategorisiert werden. Die Bundesregierung kalkuliert dafür durchschnittlich fünf Minuten pro Vorgang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei mehr als 40.000 Verträgen ergäbe sich ein Arbeitsaufwand von mindestens 3.300 Stunden. Eine einzelne Vollzeitkraft wäre damit mehr als 85 Wochen beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine Verteilung der Prüfung auf mehrere Beschäftigte ändere nichts an der erheblichen Bindung von Personal, erklärte die Bundesregierung. Der Aufwand überschreite das zumutbare Maß und könne andere Aufgaben der GIZ beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie berief sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Das parlamentarische Informationsrecht stehe unter dem Vorbehalt, dass die verlangte Auskunft mit einem vertretbaren Arbeitsaufwand erstellt werden könne.</p>



<h2 id="h-auftragnehmer-und-kosten-bleiben-ohne-einzelliste" class="wp-block-heading"><span id="auftragnehmer-und-kosten-bleiben-ohne-einzelliste">Auftragnehmer und Kosten bleiben ohne Einzelliste</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/sap-umstellung-kein-ende-der-giz-zahlungsprobleme-in-sicht/">Die Bundesregierung nannte deshalb weder die einzelnen Auftragnehmer noch deren jeweilige Vertragssummen. </a>Auch eine Zuordnung zu bestimmten Ländern, Projekten, Programmen oder Geschäftsbereichen der GIZ erfolgte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unbeantwortet blieben zudem die Fragen, ob die Leistungen aus Mitteln des Bundesentwicklungsministeriums, aus Eigenmitteln der GIZ, aus anderen Bundeshaushalten, aus EU-Mitteln oder von weiteren Geldgebern finanziert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe gilt für die angewandten Vergabeverfahren. Die Bundesregierung erklärte lediglich, dass die GIZ grundsätzlich die jeweils geltenden vergaberechtlichen Bestimmungen anwende. Je nach Auftrag kämen offene Verfahren, beschränkte Ausschreibungen, Verhandlungsvergaben und Direktvergaben infrage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wiederholt beauftragte Unternehmen und deren gesamtes Auftragsvolumen wurden nicht genannt. Eine gesonderte Auswertung zu Organisationsberatung, Strategieentwicklung, Kommunikation, Digitalisierung, Personalgewinnung, Klimastrategien, Wirkungsanalysen oder Compliance ist in den Datensystemen ebenfalls nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jährlichen Gesamtsummen der Dienstleistungsverträge können nach Darstellung der Bundesregierung den Beschaffungsberichten der GIZ entnommen werden. Diese Berichte trennen jedoch nicht systematisch zwischen Beratung, Gutachten, Evaluationen und sonstigen Dienstleistungen.</p>



<h2 id="h-keine-allgemeine-veroffentlichungspflicht-fur-gutachten" class="wp-block-heading"><span id="keine-allgemeine-veroeffentlichungspflicht-fuer-gutachten">Keine allgemeine Veröffentlichungspflicht für Gutachten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für von der GIZ beauftragte Gutachten und Beratungsberichte besteht keine generelle Pflicht zur Veröffentlichung. Ob ein Dokument öffentlich zugänglich gemacht wird, entscheidet sich im Einzelfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei spielen nach Angaben der Bundesregierung die Abstimmung mit dem Auftraggeber, der Projektzusammenhang und unternehmensbezogene Interessen eine Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Evaluierungsberichte gelten weitergehende Regeln. Die GIZ veröffentlicht diese grundsätzlich auf ihrer Plattform „Wissen, was wirkt“, sofern keine mit den jeweiligen Auftraggebern vereinbarten Ausnahmen greifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Gutachten und Beratungsberichte zwischen 2020 und 2025 veröffentlicht wurden und welche unter Verschluss blieben, schlüsselte die Bundesregierung nicht auf. Auch hierfür wäre eine Prüfung der einzelnen Verträge und Vorhaben notwendig.</p>



<h2 id="h-giz-verweist-auf-vergaberecht-und-wirtschaftlichkeit" class="wp-block-heading"><span id="giz-verweist-auf-vergaberecht-und-wirtschaftlichkeit">GIZ verweist auf Vergaberecht und Wirtschaftlichkeit</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ setzt externe Dienstleister nach Darstellung der Bundesregierung ein, wenn dies für die Erfüllung ihrer Aufgaben zweckmäßig und wirtschaftlich erscheint. Grundlage ist der Generalvertrag mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="815" height="375" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1.jpg" alt="" class="wp-image-13047 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1.jpg 815w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1-300x138.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1-768x353.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1-380x175.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2024/12/gizIMAGE-jahresempfang-815x375-1-800x368.jpg 800w" sizes="(max-width: 815px) 100vw, 815px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Danach soll die Gesellschaft geeignete Unternehmen der Privatwirtschaft, staatliche Stellen und Fachinstitutionen einbeziehen, wenn diese Leistungen nicht sinnvoll allein durch interne Strukturen erbracht werden können.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Notwendigkeit externer Gutachter und Berater werde von den jeweils zuständigen Einheiten geprüft. Ausschreibungen und Markterkundungen sollen die Wirtschaftlichkeit der Vergaben sicherstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ erklärte zudem, die vergaberechtlichen Compliance-Vorgaben vollständig umgesetzt zu haben. Relevante Ausschreibungen würden auf dem eigenen Vergabemarktplatz und über das europäische Ausschreibungsportal TED veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beschaffungsbericht für 2024 ist bereits verfügbar. Die Ausgabe für das Jahr 2025 soll nach Angaben der Bundesregierung in den kommenden Wochen erscheinen.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-anfrage-giz-vergibt-ueber-40-000-beratervertraege-in-fuenf-jahren%2F&amp;action_name=AfD-Anfrage%3A%20GIZ%20vergibt%20%C3%BCber%2040.000%20Beratervertr%C3%A4ge%20in%20f%C3%BCnf%20Jahren&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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		<title>Deutschland schickt Menschenrechtsbeauftragten – Trump entsendet Sondergesandten nach Libyen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-schickt-menschenrechtsbeauftragten-trump-entsendet-sondergesandten-nach-libyen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 23:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Migration, Menschenrechte und die blockierte politische Übergangsphase: Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung reist nach Libyen. Parallel verstärken auch die USA ihre diplomatischen Gespräche in Tripolis und Bengasi.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-schickt-menschenrechtsbeauftragten-trump-entsendet-sondergesandten-nach-libyen%2F&amp;action_name=Deutschland%20schickt%20Menschenrechtsbeauftragten%20%E2%80%93%20Trump%20entsendet%20Sondergesandten%20nach%20Libyen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castellucci, reist zu Gesprächen über Migration, humanitäre Hilfe und politische Teilhabe nach Libyen. Der Besuch in Tripolis findet vom 12. bis 15. Juli statt. Im Zentrum stehen die Lage von Geflüchteten, die Menschenrechtssituation und die Handlungsspielräume der libyschen Zivilgesellschaft. Deutschland will zugleich seine Unterstützung für den politischen Prozess unter Führung der Vereinten Nationen bekräftigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Castellucci trifft in der libyschen Hauptstadt Vertreter staatlicher Behörden, nationaler und internationaler Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftlicher Gruppen sowie der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Libyen, UNSMIL.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise fällt in eine Phase verstärkter internationaler Gespräche über die politische Zukunft des Landes. Wenige Tage zuvor führte der US-Sonderberater für arabische und afrikanische Angelegenheiten, Massad Boulos, Gespräche mit der UN-Sonderbeauftragten Hanna Tetteh in Tripolis sowie mit Khalifa Haftar in Bengasi.</p>



<h2 id="h-migration-und-folgen-des-sudan-krieges" class="wp-block-heading"><span id="migration-und-folgen-des-sudan-krieges">Migration und Folgen des Sudan-Krieges</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Castellucci verwies vor seiner Abreise auf die unmittelbare Nähe Libyens zur Europäischen Union. Rund 300 Kilometer Mittelmeer trennen das nordafrikanische Land von europäischen Küsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Entwicklungen in Libyen haben Auswirkungen auf uns in Europa“, erklärte der Beauftragte. Das gelte besonders für Flucht- und Migrationsbewegungen aus Asien und Subsahara-Afrika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem erneuten Ausbruch des <a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/" data-type="post" data-id="23270">Krieges im Sudan im Jahr 2023</a> sind nach Angaben der Bundesregierung rund eine Million Menschen nach Libyen geflohen. Viele von ihnen leben unter schwierigen Bedingungen in einem Land, dessen staatliche Institutionen weiterhin zwischen konkurrierenden Machtzentren geteilt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Castellucci will sich über die Lage der Geflüchteten und Migranten sowie über die Belastung der aufnehmenden libyschen Gemeinden informieren. <a href="https://fokus-afrika.de/libyen-plaene-zur-stadtentwicklung-von-tripolis-und-bengasi-mit-deutschen-unternehmen/">Deutschland wolle gemeinsam mit Libyen und weiteren Staaten entlang der Fluchtrouten nach Möglichkeiten suchen, gefährliche Überfahrten über das Mittelmeer zu verhindern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der zunehmenden Gewöhnung an die Lage auf dem Mittelmeer müssen wir entgegenwirken – jeder Ertrunkene ist einer zu viel“, sagte Castellucci.</p>



<h2 id="h-gesprache-uber-menschenrechte-und-zivilgesellschaft" class="wp-block-heading"><span id="gespraeche-ueber-menschenrechte-und-zivilgesellschaft">Gespräche über Menschenrechte und Zivilgesellschaft</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt der Reise liegt auf der Menschenrechtssituation. Castellucci äußerte besondere Sorge über die Lage benachteiligter Bevölkerungsgruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Gesprächen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen will er deren Arbeitsbedingungen und politische Handlungsspielräume erörtern. Zugleich soll geprüft werden, wie Deutschland Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Stärkung gesellschaftlichen Engagements unterstützen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Libysche und internationale Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren über willkürliche Festnahmen, Gewalt gegen Migranten, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und den wachsenden Druck auf zivilgesellschaftliche Akteure. Die Bundesregierung führt Menschenrechte, Migration, humanitäre Hilfe und politische Teilhabe deshalb als zentrale Themen der Reise auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellte 2025 über internationale Organisationen 2,1 Millionen Euro für die Versorgung besonders gefährdeter Menschen in Libyen bereit. Darüber hinaus fördert die Bundesregierung Projekte zur gesellschaftlichen Stärkung von Frauen und jungen Menschen, zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, zur Verbesserung kommunaler Dienstleistungen und zur lokalen Entwicklung.</p>



<h2 id="h-deutschland-unterstutzt-un-prozess" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unterstuetzt-un-prozess">Deutschland unterstützt UN-Prozess</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Libyen hat seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 keine dauerhaft stabile staatliche Ordnung aufgebaut. Rivalisierende Regierungen, bewaffnete Gruppen und regionale Machtzentren konkurrieren weiterhin um politischen und wirtschaftlichen Einfluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland organisierte 2020 und 2021 die Berliner Libyen-Konferenzen. Daran beteiligten sich neben libyschen Vertretern auch internationale Akteure, die auf unterschiedliche Weise in den Konflikt eingebunden waren. Die Gespräche trugen zur internationalen Unterstützung des Waffenstillstands und des politischen Prozesses unter Führung der Vereinten Nationen bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nationale Präsidentschafts- und Parlamentswahlen fanden dennoch bislang nicht statt. Streit über die rechtlichen Grundlagen, die Zulassung von Kandidaten und die Verteilung politischer Macht verhindert weiterhin einen einheitlichen Wahlprozess.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/kommunalwahlen-in-libyen-und-deutsche-unterstuetzung/" data-type="post" data-id="20903">Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen von UNSMIL, einen breiten politischen Dialog zwischen den libyschen Akteuren zu organisieren.</a> Ziel bleiben freie, transparente und inklusive Wahlen sowie die Bildung gemeinsamer staatlicher Institutionen.</p>



<h2 id="h-usa-fuhren-gesprache-in-tripolis-und-bengasi" class="wp-block-heading"><span id="usa-fuehren-gespraeche-in-tripolis-und-bengasi">USA führen Gespräche in Tripolis und Bengasi</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zum deutschen Besuch verstärken auch die Vereinigten Staaten ihre diplomatischen Kontakte in Libyen. Massad Boulos traf in Tripolis die <a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-ruft-libyen-zur-unterstuetzung-des-un-fahrplans-auf/" data-type="post" data-id="25318">UN-Sonderbeauftragte Hanna Tetteh</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Seiten berieten über die Unterstützung der UN-Mission und den weiteren Verlauf des politischen Prozesses. Boulos verwies auf die Ergebnisse eines von UNSMIL organisierten strukturierten Dialogs, der im Juni in mehreren Teilen des Landes geführt worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seiner Darstellung erarbeiteten libysche Teilnehmer dabei Empfehlungen für die nächste Phase des politischen Prozesses. Washington wolle die von Tetteh vorgelegte politische Roadmap und die Arbeit der UN-Mission weiter unterstützen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="726" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-1024x726.jpeg" alt="" class="wp-image-28780 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-1024x726.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-300x213.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-768x544.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-380x269.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-800x567.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk-1160x822.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HMyuNLIWMAEtCLk.jpeg 1325w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">In Bengasi traf Boulos anschließend Khalifa Haftar, dessen Streitkräfte große Teile Ost- und Südlibyens kontrollieren. Die Gespräche behandelten nach US-Angaben die Sicherheitszusammenarbeit, den Schutz der Grenzen und gemeinsame Bedrohungen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Seiten sprachen zudem über die Zusammenführung der geteilten staatlichen Institutionen. Die Vereinigten Staaten setzen nach Angaben von Boulos auf einen von Libyern geführten politischen Prozess, der die Souveränität des Landes wahrt und einheitliche nationale Institutionen schaffen soll.</p>
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		<title>Neun Mosambikaner bei fremdenfeindlicher Gewalt in Südafrika getötet – Bundestag besorgt über Eskalation</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/neun-mosambikaner-bei-fremdenfeindlicher-gewalt-in-suedafrika-getoetet-bundestag-besorgt-ueber-eskalation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 10:45:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Malawi]]></category>
		<category><![CDATA[Mosambik]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
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		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Portugal]]></category>
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		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei neue Todesopfer, vertriebene Familien und mehr als 1.300 Rückkehrer: Die fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika verschärft sich. Auch im Deutschen Bundestag werden die sozialen Konfliktlinien des Landes inzwischen genauer untersucht.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fneun-mosambikaner-bei-fremdenfeindlicher-gewalt-in-suedafrika-getoetet-bundestag-besorgt-ueber-eskalation%2F&amp;action_name=Neun%20Mosambikaner%20bei%20fremdenfeindlicher%20Gewalt%20in%20S%C3%BCdafrika%20get%C3%B6tet%20%E2%80%93%20Bundestag%20besorgt%20%C3%BCber%20Eskalation&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zwei weitere mosambikanische Staatsbürger sind bei fremdenfeindlichen Angriffen im südafrikanischen Germiston getötet worden. Die Taten ereigneten sich am Mittwochabend in der Provinz Gauteng. Damit stieg die Zahl der getöteten Mosambikaner in der aktuellen Gewaltwelle auf neun. Die Regierung in Maputo organisiert konsularische Hilfe, Rückführungen und berufliche Perspektiven für mehr als 1.300 Betroffene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anti-Einwanderungsgruppen zwangen nach Angaben südafrikanischer Behörden zudem 38 Mosambikaner, ihre Wohnungen in Germiston zu verlassen. Die Betroffenen sollen zunächst von der mosambikanischen Hochkommission in Pretoria betreut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Generalkonsulat in Johannesburg hält Kontakt zu den Angehörigen der Todesopfer und unterstützt verletzte Staatsbürger. Zugleich bereitet es gemeinsam mit den südafrikanischen Behörden die Überführung der beiden Leichen nach Mosambik vor.</p>



<h2 id="h-neun-todesopfer-aus-mosambik" class="wp-block-heading"><span id="neun-todesopfer-aus-mosambik">Neun Todesopfer aus Mosambik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die sterblichen Überreste der ersten sieben getöteten Mosambikaner wurden bereits in ihre Heimat gebracht. Sie stammten aus der südlichen Provinz Gaza und wurden in den Distrikten Mandlakazi, Chókwè, Chigubo und Limpopo beigesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/suedafrika-verschaerft-abschiebungen-und-warnt-vor-gewalt-gegen-migranten/" data-type="post" data-id="28172">Seit Ende Juni haben sich die Übergriffe nach Darstellung der mosambikanischen Regierung in Gauteng, KwaZulu-Natal, Mpumalanga und North West verschärft.</a> Registriert wurden Angriffe auf Wohnungen, Brandstiftungen, Plünderungen, körperliche Gewalt, Einschüchterungen und Vertreibungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewalt richtet sich überwiegend gegen schwarze Migranten aus anderen afrikanischen Staaten. Neben Mosambikanern sind auch Menschen aus Malawi und weiteren Nachbarländern betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 300.000 mosambikanische Staatsbürger leben nach offiziellen Angaben in Südafrika. Die Migration zwischen beiden Ländern reicht weit zurück. Bereits während der Apartheid rekrutierten südafrikanische Bergbauunternehmen in großem Umfang Arbeitskräfte aus Mosambik und anderen Nachbarstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine aktuelle Ausarbeitung des Fachbereichs Europa- und Völkerrecht des Deutschen Bundestages verweist darauf, dass ausländische Beschäftigte im 20. Jahrhundert stets mindestens 40 Prozent der südafrikanischen Bergarbeiter stellten. Ende der 1960er-Jahre lag ihr Anteil zeitweise bei fast 80 Prozent. Viele Arbeits- und Familienbeziehungen zwischen Südafrika und Mosambik beruhen bis heute auf dieser Geschichte.</p>



<h2 id="h-maputo-plant-berufliche-reintegration" class="wp-block-heading"><span id="maputo-plant-berufliche-reintegration">Maputo plant berufliche Reintegration</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die mosambikanische Regierung hat bislang 1.363 Staatsbürger zurückgeführt, die von den Angriffen und Vertreibungen betroffen waren. Sie will deren berufliche Qualifikationen erfassen und zertifizieren lassen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-28774 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-1024x682.jpeg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-300x200.jpeg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-768x512.jpeg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-1536x1023.jpeg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-380x253.jpeg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-800x533.jpeg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i-1160x773.jpeg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/HJYyM4GXEAIVF1i.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Von den Rückkehrern gaben 809 an, einen Beruf oder ein Handwerk auszuüben. Darunter sind 363 Maurer, 102 Handwerker und 77 Hausangestellte. Weitere Betroffene arbeiten als Maler, Elektriker, Tischler oder Installateure.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das staatliche Institut für berufliche Bildung und Arbeitsstudien IFPELAC soll die Qualifikationen prüfen. Regierungssprecher und Staatsverwaltungsminister Inocêncio Impissa kündigte zudem an, Beschäftigungsmöglichkeiten in Portugal und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung beruft sich dabei auf bestehende Abkommen über die Zusammenarbeit im Arbeitsbereich. Angaben zur Zahl möglicher Stellen oder zu einem konkreten Vermittlungszeitraum machte sie nicht.</p>



<h2 id="h-mehr-als-6-000-malawier-durch-mosambik-zuruckgekehrt" class="wp-block-heading"><span id="mehr-als-6-000-malawier-durch-mosambik-zurueckgekehrt">Mehr als 6.000 Malawier durch Mosambik zurückgekehrt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewalt löste auch eine größere Rückkehrbewegung malawischer Staatsbürger aus. Seit Juni reisten rund 6.156 Malawier auf dem Weg aus Südafrika durch Mosambik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten überquerten die Grenze bei Ressano Garcia oder Ponta do Ouro. Von Maputo wurden sie zur Grenzstation Zóbwè in der Provinz Tete gebracht. Allein in den vergangenen Tagen kamen 771 weitere Menschen hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mosambik wird damit zugleich Herkunfts-, Aufnahme- und Transitland der aktuellen Fluchtbewegung aus Südafrika.</p>



<h2 id="h-sudafrikas-ungleichheit-auch-im-bundestag-untersucht" class="wp-block-heading"><span id="suedafrikas-ungleichheit-auch-im-bundestag-untersucht">Südafrikas Ungleichheit auch im Bundestag untersucht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesellschaftlichen Spannungen in Südafrika beschäftigen inzwischen auch den Deutschen Bundestag. Eine im Juni abgeschlossene Ausarbeitung seines Fachbereichs Europa- und Völkerrecht untersucht die fortwirkenden Folgen der Apartheid, die wirtschaftliche Ungleichheit und den rechtlichen Umgang mit historischer Benachteiligung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Papier gibt nicht die Position des Bundestages oder der Bundesregierung wieder. Es wurde als fachliche Auftragsarbeit für einen Abgeordneten erstellt. Seine Veröffentlichung zeigt jedoch, dass die sozialen und politischen Konfliktlinien Südafrikas auch in Deutschland parlamentarisch genauer betrachtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Berufung auf die Weltbank bezeichnet die Ausarbeitung Südafrika als das Land mit der größten wirtschaftlichen Ungleichheit weltweit. Das mittlere Haushaltseinkommen weißer Südafrikaner liegt demnach rund 654 Prozent über dem schwarzer Haushalte. Zugleich bestehen schwarze Haushalte im Durchschnitt aus mehr Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltbank führt einen wesentlichen Teil dieser Unterschiede auf die räumliche und wirtschaftliche Ordnung der Apartheid zurück. Fast 48 Prozent der Ungleichheit beim Pro-Kopf-Konsum lassen sich demnach durch ungleiche Ausgangschancen erklären. Der Faktor Herkunft und die während der Apartheid geschaffenen gesellschaftlichen Kategorien tragen dazu rund 39 Prozent bei.</p>



<h2 id="h-ungleichheit-und-gewalt-hangen-zusammen" class="wp-block-heading"><span id="ungleichheit-und-gewalt-haengen-zusammen">Ungleichheit und Gewalt hängen zusammen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundestagsausarbeitung stellt auch einen Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Kriminalität her. Je größer der wirtschaftliche Abstand zwischen armen und wohlhabenden Bevölkerungsgruppen in einer Region ausfällt, desto höher sind demnach häufig die Kriminalitätsraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika verzeichnet seit Jahren eine sehr hohe Zahl von Morden und anderen Gewalttaten. Zwischen 2016 und 2020 lag die durchschnittliche Mordrate bei 35 Fällen je 100.000 Einwohner. In Deutschland wurde im gleichen Zeitraum etwa ein Fall je 100.000 Einwohner registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gegen Migranten gerichteten Angriffe lassen sich damit nicht allein erklären. Sie treffen jedoch auf ein gesellschaftliches Umfeld, das von Arbeitslosigkeit, ungleicher Verteilung von Einkommen und Wohnraum sowie einer hohen allgemeinen Gewaltbelastung geprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich ist die südafrikanische Verfassung ausdrücklich auf Gleichheit und die Überwindung der Apartheid ausgerichtet. Sie verbietet ungerechtfertigte Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Hautfarbe und erlaubt Maßnahmen, die historisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen fördern sollen.</p>



<h2 id="h-un-beraterin-warnt-vor-wachsender-abschottung" class="wp-block-heading"><span id="un-beraterin-warnt-vor-wachsender-abschottung">UN-Beraterin warnt vor wachsender Abschottung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonderberaterin der Vereinten Nationen für Afrika, Ahunna Eziakonwa, reagierte auf die jüngsten Anti-Einwanderungsproteste mit einem Appell an die afrikanischen Staaten. Der Kontinent müsse die Freizügigkeit stärken und die regionale Integration vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was man sich zumindest wünschen würde, ist das Verständnis dafür, dass wir eins sind“, <a href="https://www.channelstv.com/2026/07/08/xenophobia-un-special-adviser-on-africa-calls-for-unity-free-movement-across-continent/">sagte</a> Eziakonwa dem nigerianischen Sender <em>Channels Television</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne eine gemeinsame Regelung der Bewegungsfreiheit werde Südafrika nicht das letzte afrikanische Land mit solchen Konflikten bleiben. Die Afrikanische Union müsse deshalb stärker zu einer Gemeinschaft der Menschen werden und dürfe sich nicht auf Abkommen zwischen Regierungen beschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eziakonwa verband dies mit der Forderung nach mehr innerafrikanischem Handel und Investitionen. Die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone solle dazu beitragen, lokale Unternehmen, Verarbeitung und Industrie auszubauen.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland wirbt für Agenda 2030 – doch nur 15 Prozent der Ziele sind erreichbar</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-wirbt-fuer-agenda-2030-doch-nur-15-prozent-der-ziele-sind-erreichbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 10:25:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Große Ziele, langsamer Fortschritt: Nur 15 Prozent der UN-Nachhaltigkeitsziele könnten bis 2030 erreicht werden. Deutschland wirbt in New York für mehr Tempo.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-wirbt-fuer-agenda-2030-doch-nur-15-prozent-der-ziele-sind-erreichbar%2F&amp;action_name=Deutschland%20wirbt%20f%C3%BCr%20Agenda%202030%20%E2%80%93%20doch%20nur%2015%20Prozent%20der%20Ziele%20sind%20erreichbar&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschland reist mit ehrgeizigen Plänen nach New York, doch die globale Realität bleibt ernüchternd. Beim Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen vom 13. bis 16. Juli 2026 will die Bundesregierung ihre Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 präsentieren. Gleichzeitig zeigen aktuelle UN-Zahlen, dass bei unverändertem Tempo bis 2030 lediglich 15 Prozent der 17 Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreten wird Deutschland von den parlamentarischen Staatssekretärinnen Rita Schwarzelühr-Sutter und Bärbel Kofler. Begleitet werden sie von einer Delegation des Bundestages unter Leitung der CDU-Abgeordneten Caroline Bosbach. Gemeinsam wollen sie darstellen, wie Deutschland zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen kann, etwa bei klimaresilienten Städten und nachhaltiger Wasserversorgung.</p>



<h2 id="h-fortschritte-reichen-fur-zielerreichung-nicht-aus" class="wp-block-heading"><span id="fortschritte-reichen-fuer-zielerreichung-nicht-aus">Fortschritte reichen für Zielerreichung nicht aus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der aktuelle Fortschrittsbericht von UN-Generalsekretär António Guterres zeichnet ein gemischtes Bild. Seit 2015 gibt es bei mehr als 60 Prozent der Ziele Verbesserungen, doch insgesamt reicht das Tempo nicht aus. Viele Fortschritte wurden durch Krisen wieder gebremst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kriege, geopolitische Spannungen, die Folgen der Corona-Pandemie und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels haben die Entwicklung vieler Länder zurückgeworfen. Gleichzeitig schrumpfen die finanziellen Mittel für internationale Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die erreichten Fortschritte sind wertvoll, die absehbar beträchtlichen Lücken zur Zielerreichung bleiben unser Ansporn“, sagt Bärbel Kofler. Die Agenda 2030 setze genau dort an, wo die Ursachen globaler Krisen liegen, nämlich bei Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Rita Schwarzelühr-Sutter betont die Bedeutung langfristiger Investitionen. „Resilienz ist kein Luxus, sondern eine Investition in Sicherheit und Zukunft“, erklärt sie. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit seien stabile und widerstandsfähige Systeme entscheidend.</p>



<h2 id="h-wasser-energie-und-stadte-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="wasser-energie-und-staedte-im-fokus">Wasser, Energie und Städte im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt des diesjährigen Forums stehen zentrale Zukunftsthemen wie sauberes Wasser, nachhaltige Energie, Infrastruktur und lebenswerte Städte. Deutschland nutzt die Gelegenheit, um konkrete Lösungsansätze vorzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt liegt auf sogenannten Schwammstädten, einem Konzept, das Städte widerstandsfähiger gegen Extremwetter machen soll. Durch Grünflächen, begrünte Dächer und natürliche Wasserspeicher wird Regenwasser aufgenommen und gespeichert, statt unkontrolliert abzufließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel ist es, Überschwemmungen zu reduzieren, Städte zu kühlen und die Wasserversorgung in Trockenzeiten zu stabilisieren. Angesichts rasant wachsender Städte weltweit gewinnt dieses Konzept zunehmend an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade urbane Räume stehen unter Druck. Versiegelte Flächen, überlastete Infrastruktur und fehlende Kanalisation verschärfen die Folgen von Starkregen und Dürren, besonders in schnell wachsenden Metropolen des globalen Südens.</p>



<h2 id="h-afrika-bleibt-brennpunkt-der-globalen-herausforderungen" class="wp-block-heading"><span id="afrika-bleibt-brennpunkt-der-globalen-herausforderungen">Afrika bleibt Brennpunkt der globalen Herausforderungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich zeigen sich die Umsetzungslücken der Agenda 2030 in Afrika. Hier treffen starkes Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Schwächen, Konflikte und Klimafolgen aufeinander.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-28770 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k-1160x774.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/55380646349_4310a09fb3_k.jpg 2047w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Rund 600 Millionen Menschen leben laut UN-Wirtschaftskommission für Afrika in multidimensionaler Armut. Das bedeutet, dass sie nicht nur ein geringes Einkommen haben, sondern auch keinen ausreichenden Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder Infrastruktur. Mehr als 582 Millionen Menschen gelten zudem als extrem einkommensarm.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Ländern wie <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/niger/" data-type="category" data-id="76">Niger</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/zentralafrika/tschad/" data-type="category" data-id="52">Tschad</a> oder der <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/zentralafrika/zentralafrikanische-republik/" data-type="category" data-id="285">Zentralafrikanischen Republik</a> betrifft diese Armut einen Großteil der Bevölkerung. Konflikte und Klimaschocks verschärfen die Lage zusätzlich und belasten staatliche Systeme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gibt es auch positive Entwicklungen. Staaten wie Ruanda, Togo oder Sierra Leone konnten die Armut in den vergangenen Jahren spürbar reduzieren. Das zeigt, dass Fortschritte möglich sind.</p>



<h2 id="h-junge-bevolkerung-zwischen-chance-und-risiko" class="wp-block-heading"><span id="junge-bevoelkerung-zwischen-chance-und-risiko">Junge Bevölkerung zwischen Chance und Risiko</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Afrikas Zukunft entscheidet sich auch an seiner jungen Bevölkerung. Fast 70 Prozent der Menschen sind jünger als 30 Jahre. Das ist ein enormes Potenzial, aber auch eine große Herausforderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr ziehen Millionen junge Menschen in die Städte, auf der Suche nach Arbeit und Perspektiven. Doch die Zahl der formellen Jobs wächst nicht schnell genug. Viele arbeiten in informellen Beschäftigungsverhältnissen ohne soziale Absicherung und mit unsicheren Einkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwierig ist die Lage in fragilen Staaten wie Somalia, Sudan oder der Demokratischen Republik Kongo. Dort treffen Konflikte, Vertreibung und wirtschaftliche Krisen auf ohnehin schwache Arbeitsmärkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge sind steigende soziale Spannungen und wachsende Migrationsbewegungen. Ohne Perspektiven droht eine ganze Generation den Anschluss zu verlieren.</p>



<h2 id="h-informelle-wirtschaft-als-ruckgrat-und-grenze" class="wp-block-heading"><span id="informelle-wirtschaft-als-rueckgrat-und-grenze">Informelle Wirtschaft als Rückgrat und Grenze</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz aller Probleme trägt die informelle Wirtschaft in vielen afrikanischen Städten maßgeblich zur Versorgung bei. Sie schafft Einkommen und ermöglicht unternehmerische Aktivitäten, bleibt jedoch oft klein und wenig produktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zugang zu Krediten, Technologie und größeren Märkten ist begrenzt. Die UN-Wirtschaftskommission sieht darin weniger die Ursache als vielmehr die Folge struktureller Probleme. Es fehlen ausreichend produktive Arbeitsplätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefragt sind deshalb umfassende Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung und soziale Sicherungssysteme. Einzelne Programme reichen nicht aus, um die strukturellen Herausforderungen zu bewältigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neue Chancen entstehen durch regionale Integration. Handels- und Verkehrskorridore sowie die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone könnten Märkte öffnen und Wachstum fördern, vorausgesetzt Infrastruktur und Rahmenbedingungen werden weiter verbessert.</p>



<h2 id="h-bundestag-begleitet-deutsche-nachhaltigkeitspolitik" class="wp-block-heading"><span id="bundestag-begleitet-deutsche-nachhaltigkeitspolitik">Bundestag begleitet deutsche Nachhaltigkeitspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Bundestag <a href="https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2026/pm-260710-parl-beirat-1194560">bringt</a> sich aktiv in die Debatten ein. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen diskutiert in New York neben den offiziellen Themen auch die Rolle von Jugend und Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium begleitet die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und bewertet Fortschritte auf nationaler und internationaler Ebene. Grundlage sind unter anderem der globale Nachhaltigkeitsindex und die UN-Berichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hochrangige Politische Forum bleibt vor allem eine Plattform für Austausch und gegenseitige Rechenschaft. Verbindliche Sanktionen bei Zielverfehlungen gibt es nicht. Umso wichtiger ist politischer Wille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentrale Botschaft aus New York ist klar. Die Agenda 2030 lebt, doch ohne deutlich mehr Tempo und entschlossenes Handeln droht sie ihr Ziel zu verfehlen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>AfD spricht von &#8220;Wahrheitsministerium&#8221; – Grüne wollen schärfere Maßnahmen gegen Desinformation</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afd-spricht-von-wahrheitsministerium-gruene-wollen-schaerfere-massnahmen-gegen-desinformation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 21:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Medienagentur, strengere Regeln für Plattformen und staatlich finanzierte Journalismusprogramme: Im Bundestag ist ein Grundsatzstreit über den Umgang mit Desinformation entbrannt.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-spricht-von-wahrheitsministerium-gruene-wollen-schaerfere-massnahmen-gegen-desinformation%2F&amp;action_name=AfD%20spricht%20von%20%26%238220%3BWahrheitsministerium%26%238221%3B%20%E2%80%93%20Gr%C3%BCne%20wollen%20sch%C3%A4rfere%20Ma%C3%9Fnahmen%20gegen%20Desinformation&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afd-spricht-von-wahrheitsministerium-gruene-wollen-schaerfere-massnahmen-gegen-desinformation/">AfD spricht von &#8220;Wahrheitsministerium&#8221; – Grüne wollen schärfere Maßnahmen gegen Desinformation</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen wollen die deutsche Abwehr gegen Desinformation mit einer neuen Agentur für digitale Medien, schärferer Plattformaufsicht und staatlich finanzierten Medienprogrammen neu ordnen. Der Bundestag beriet den Antrag am Freitag, den 10. Juli 2026, erstmals und überwies ihn anschließend an den Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung. In der Debatte stießen die Vorschläge auf grundsätzliche Zustimmung zum Handlungsbedarf, aber auch auf Kritik an neuen Behörden, möglichen Doppelstrukturen und staatlichem Einfluss auf Medien und öffentliche Debatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag trägt den Titel „Ein Demokratieschild gegen Desinformation und für eine wehrhafte digitale Öffentlichkeit als Eckpfeiler deutscher und europäischer Sicherheit“. Die Grünen verlangen eine ressortübergreifende Strategie, ein fortlaufend aktualisiertes Lagebild zu hybriden Bedrohungen und eine stärkere Durchsetzung europäischer Regeln gegenüber großen Online-Plattformen.</p>



<h2 id="h-neue-agentur-soll-aufsicht-und-aufklarung-bundeln" class="wp-block-heading"><span id="neue-agentur-soll-aufsicht-und-aufklaerung-buendeln">Neue Agentur soll Aufsicht und Aufklärung bündeln</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kern des Antrags ist eine staatsfern organisierte Agentur für digitale Medien. In ihr sollen nach dem Willen der Grünen Aufsichts-, Forschungs- und Aufklärungsaufgaben zusammengeführt werden, die bislang auf mehrere Stellen verteilt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agentur soll unter anderem Aufgaben des deutschen Koordinators für digitale Dienste übernehmen. Diese Funktion liegt derzeit bei der Bundesnetzagentur und dient der nationalen Umsetzung des europäischen Gesetzes über digitale Dienste, des Digital Services Act. Hinzukommen sollen bestimmte Funktionen der Medienaufsicht, die Beobachtung von Desinformationskampagnen und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen sehen in den bestehenden Strukturen eine zu starke Zersplitterung. Sicherheitsbehörden, Aufsichtsstellen, Forschungseinrichtungen und staatliche Ressorts verfügten jeweils über einzelne Erkenntnisse, ohne dass daraus ein ausreichendes gemeinsames Lagebild entstehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Agentur soll deshalb systemische Risiken im digitalen Raum fortlaufend beobachten, Plattformdaten für unabhängige Forschung zugänglich machen und die Öffentlichkeit über gezielte Manipulationskampagnen informieren. Bestehende Ressourcen des Koordinators für digitale Dienste und Fachwissen der Landesmedienanstalten könnten nach dem Vorschlag in die neue Struktur einfließen.</p>



<h2 id="h-luhrmann-warnt-vor-ki-gestutzten-einflusskampagnen" class="wp-block-heading"><span id="luehrmann-warnt-vor-ki-gestuetzten-einflusskampagnen">Lührmann warnt vor KI-gestützten Einflusskampagnen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen-Abgeordnete Anna Lührmann eröffnete die Debatte mit einem Beispiel für eine mutmaßlich russische Desinformationskampagne. Eine vollständig erfundene Geschichte habe behauptet, Bundeskanzler Friedrich Merz habe während eines Aufenthalts in Kanada eine Eisbärenmutter und ihre Jungen erschossen. Videos, vermeintliche Augenzeugen und eine gefälschte Nachrichtenseite hätten die Falschmeldung glaubwürdig erscheinen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nur nichts davon war echt. Die Bilder waren KI-generiert. Die Nachrichtenseite war gefälscht“, sagte Lührmann. Die Geschichte stamme vermutlich aus dem russischen Desinformationsnetzwerk Storm-1516.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne Einflussoperationen benötigten keine klassischen militärischen Mittel, argumentierte die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt. KI-generierte Videos, automatisierte Konten und große digitale Reichweiten könnten ausreichen, um Misstrauen gegenüber Politik, Medien und staatlichen Institutionen zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer nichts mehr glaubt, der misstraut am Ende allen und jedem. Ohne Vertrauen gibt es aber keine Demokratie“, sagte Lührmann. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung seien zu stark auf Beobachtung und Analyse ausgerichtet.</p>



<h2 id="h-union-verweist-auf-bestehende-strukturen" class="wp-block-heading"><span id="union-verweist-auf-bestehende-strukturen">Union verweist auf bestehende Strukturen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unionsfraktion widersprach der Darstellung, <a href="https://fokus-afrika.de/bundestagsanhoerung-warnt-vor-desinformation-als-angriff-auf-demokratien/">Deutschland verfüge bislang über keine abgestimmte Strategie.</a> Der CDU-Abgeordnete Konrad Körner verwies auf einen 2025 beschlossenen gemeinsamen Aktionsplan von Bund und Ländern sowie auf bestehende Strukturen im Bundesinnenministerium und bei den Sicherheitsbehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesen zählt die Zentrale Stelle zur Erkennung ausländischer Informationsmanipulation. Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bewerte zudem regelmäßig die aktuelle Bedrohungslage. Mit dem Gemeinsamen Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen sei außerdem eine weitere nationale Kooperationsplattform geschaffen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Körner stellte auch die Notwendigkeit einer neuen Agentur infrage. Mit dem Koordinator für digitale Dienste bei der Bundesnetzagentur existiere bereits eine unabhängige Aufsichtsstelle für digitale Vermittlungsdienste. Über eine Weiterentwicklung der Strukturen könne gesprochen werden. Die Einrichtung einer zusätzlichen Behörde garantiere jedoch keine bessere Durchsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die CDU-Abgeordnete Katharina Dos Santos-Wintz warnte vor neuen Kompetenzüberschneidungen. Die Grünen forderten zahlreiche Fonds, Programme und Institutionen, ohne ausreichend zu erklären, welche bestehenden Zuständigkeiten im Gegenzug entfallen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medienaufsicht und Bildung lägen zudem weitgehend in der Verantwortung der Länder. Der Bund könne koordinieren, Forschung fördern und europäisches Recht umsetzen, die föderalen Zuständigkeiten aber nicht durch einen Bundestagsbeschluss neu ordnen.</p>



<h2 id="h-plattformen-sollen-starker-in-die-verantwortung-genommen-werden" class="wp-block-heading"><span id="plattformen-sollen-staerker-in-die-verantwortung-genommen-werden">Plattformen sollen stärker in die Verantwortung genommen werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Breitere Unterstützung erhielt die Forderung nach einer konsequenteren Durchsetzung des Digital Services Act. Das europäische Gesetz verpflichtet sehr große Online-Plattformen und Suchmaschinen, systemische Risiken zu untersuchen und Maßnahmen gegen deren Verbreitung zu ergreifen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="638" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-1024x638.jpg" alt="" class="wp-image-28741 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-1024x638.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-300x187.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-768x478.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-1536x957.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-2048x1276.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-380x237.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-800x498.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/5018661-1160x723.jpg 1160w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen wollen Plattformen unter anderem zu einer angemessenen menschlichen Inhaltsmoderation in der Europäischen Union verpflichten. Unabhängige Forscher sollen leichter Zugang zu Plattformdaten erhalten. Zugleich sollen Bußgelder, Änderungen an Algorithmen und weitere Auflagen transparenter veröffentlicht werden.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag fordert außerdem klare Kennzeichnungen für KI-generierte Inhalte. Medienangebote sollen auf Plattformen besser sichtbar sein und externe Links zu journalistischen Seiten nicht benachteiligt werden. Die Grünen sprechen sich zudem für faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Werbemarkt aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Körner erklärte für die Union, die bestehenden Regeln müssten wirksamer durchgesetzt werden. Deutschland arbeite deshalb auf europäischer Ebene darauf hin, dass Plattformen stärker kontrolliert und bei Verstößen sanktioniert würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die SPD-Abgeordnete Karolin Wagner bezeichnete die europäische Plattformregulierung als einen zentralen Baustein. Sie verwies auf bereits verhängte Sanktionen gegen Digitalkonzerne und verlangte eine konsequente Fortsetzung dieser Linie.</p>



<h2 id="h-medienfonds-aus-abgaben-auf-onlinewerbung" class="wp-block-heading"><span id="medienfonds-aus-abgaben-auf-onlinewerbung">Medienfonds aus Abgaben auf Onlinewerbung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Sicherheits- und Plattformpolitik enthält der Antrag umfangreiche Vorschläge zur Förderung journalistischer Angebote. Ein unabhängiger Medienfonds soll aus Einnahmen einer Besteuerung der Onlinewerbeumsätze großer Digitalkonzerne finanziert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geld soll unter anderem Lokaljournalismus, digitale Transformationsprojekte und gemeinwohlorientierte soziale Netzwerke unterstützen. Vorgesehen sind außerdem Förderprogramme für mehrsprachige journalistische Angebote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen begründen den Vorschlag mit den wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Große Plattformunternehmen vereinigten einen wachsenden Teil der Werbeeinnahmen auf sich und kontrollierten zugleich, wie Medieninhalte im Internet verbreitet würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrsprachige Angebote spielen im Antrag eine besondere Rolle. Desinformationskampagnen würden häufig gezielt auf Türkisch, Russisch, Arabisch oder Persisch verbreitet. Journalistische Inhalte in diesen Sprachen seien dagegen weniger stark vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen verweisen auf Daten des Mikrozensus 2024. Demnach sprechen 15,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Hause überwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache als Deutsch. Das entspricht 23 Prozent der Bevölkerung. Bei Kindern unter 15 Jahren liege der Anteil der Mehrsprachigen bei 31 Prozent.</p>



<h2 id="h-afd-spricht-von-staatlicher-meinungskontrolle" class="wp-block-heading"><span id="afd-spricht-von-staatlicher-meinungskontrolle">AfD spricht von staatlicher Meinungskontrolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD lehnte den Antrag grundsätzlich ab. Ihre Abgeordneten warfen den Grünen vor, unter dem Begriff der Desinformationsbekämpfung staatliche Kontrolle über politische Meinungen und Medien ausweiten zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ronald Gläser bezeichnete die vorgeschlagene Agentur als ein „staatliches Wahrheitsministerium“. Wer falsche Behauptungen verbreite, müsse in einer offenen Debatte widerlegt und nicht durch staatliche Stellen kontrolliert werden. Staatlich finanzierte Medien und Organisationen könnten aus Sicht der AfD nicht als staatsfern gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruben Rupp griff insbesondere den geplanten Medienfonds an. Eine staatliche Finanzierung journalistischer Angebote führe zu politischer Abhängigkeit und greife in den publizistischen Wettbewerb ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unionsfraktion grenzte sich von dieser grundsätzlichen Ablehnung staatlicher Maßnahmen ab. Dos Santos-Wintz betonte, die digitale Öffentlichkeit sei kein rechtsfreier Raum. Eingriffe seien dort erforderlich, wo ausländische Einflussoperationen, koordinierte Manipulation, strafbare Inhalte, Deepfakes oder Bot-Netzwerke eingesetzt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich müsse eine klare Grenze zwischen gezielter Desinformation und demokratischem Streit bestehen. Der Staat dürfe nicht den Eindruck erwecken, künftig politische Deutungen festzulegen.</p>



<h2 id="h-linke-unterstutzt-agentur-warnt-aber-vor-sicherheitsbefugnissen" class="wp-block-heading"><span id="linke-unterstuetzt-agentur-warnt-aber-vor-sicherheitsbefugnissen">Linke unterstützt Agentur, warnt aber vor Sicherheitsbefugnissen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke begrüßte mehrere Elemente des Antrags. Die Abgeordnete Donata Vogtschmidt unterstützte ein umfassendes Lagebild zu hybriden Bedrohungen und die Bündelung von Plattformaufsicht und Desinformationsanalyse in einer staatsfernen Agentur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Förderung dezentraler und gemeinwohlorientierter sozialer Netzwerke bewertete sie positiv. Transparente Empfehlungsalgorithmen könnten die Abhängigkeit von den Geschäftsmodellen großer Technologiekonzerne verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kritik übte Vogtschmidt dagegen an möglichen zusätzlichen Befugnissen der Sicherheitsbehörden. Ohne klare Grenzen könnten Transparenz, IT-Sicherheit und digitale Grundrechte unter Druck geraten. Außerdem fehlten im Antrag konkrete Instrumente gegen nicht gekennzeichnete automatisierte Konten und Bot-Netzwerke.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/afd-spricht-von-wahrheitsministerium-gruene-wollen-schaerfere-massnahmen-gegen-desinformation/">AfD spricht von &#8220;Wahrheitsministerium&#8221; – Grüne wollen schärfere Maßnahmen gegen Desinformation</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Anna Lührmann, Mdb</media:title>
			<media:description type="html">Dr. Anna Lührmann, Bündnis 90/Die Grünen, MdB, hält eine Rede zu TOP 9 „5. Jahrestag des Vertrages von Aachen“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Präsident Tebboune in Berlin – Algerien will Deutschland mehr Gas verkaufen</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/praesident-tebboune-in-berlin-algerien-will-deutschland-mehr-gas-verkaufen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 13:53:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Algerien]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzler]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Algerien liefert erstmals Flüssigerdgas direkt nach Deutschland. Wenige Tage später reist Präsident Tebboune mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Berlin.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fpraesident-tebboune-in-berlin-algerien-will-deutschland-mehr-gas-verkaufen%2F&amp;action_name=Pr%C3%A4sident%20Tebboune%20in%20Berlin%20%E2%80%93%20Algerien%20will%20Deutschland%20mehr%20Gas%20verkaufen&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune in Berlin zu Gesprächen über Energie, Handel und die bilateralen Beziehungen. Das Treffen ist für Donnerstag, den 16. Juli 2026, um 14.30 Uhr im Bundeskanzleramt angesetzt. Der Besuch fällt in eine Phase wachsender algerischer Energieexporte nach Deutschland und wird von hohen Erwartungen der Wirtschaft begleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des deutschen Botschafters in Algerien, Georg Felsheim, soll Tebboune von einer Delegation aus 100 bis 150 Wirtschaftsvertretern begleitet werden. Parallel zum politischen Treffen ist in Berlin ein Wirtschaftsforum geplant, auf dem konkrete Kooperationsvorhaben vorgestellt werden sollen.</p>



<h2 id="h-energie-und-wirtschaft-bestimmen-die-gesprache" class="wp-block-heading"><span id="energie-und-wirtschaft-bestimmen-die-gespraeche">Energie und Wirtschaft bestimmen die Gespräche</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nannte neben den bilateralen Beziehungen vor allem energie- und wirtschaftspolitische Fragen als Themen des Gesprächs zwischen Merz und Tebboune. Weitere Angaben zum Programm oder zu möglichen Vereinbarungen machte sie zunächst nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise des algerischen Präsidenten erhält zusätzliches Gewicht durch eine neue Entwicklung im Energiehandel. Der staatliche Energiekonzern Sonatrach hat erstmals eine Ladung Flüssigerdgas direkt nach Deutschland geliefert. Das Gas erreichte am 2. Juli das schwimmende Importterminal Wilhelmshaven 1.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ladung war im algerischen Flüssiggaswerk GL2Z in Bethioua bei Oran auf den Sonatrach-Tanker „Tessala“ verladen worden. Der Konzern <a href="https://www.aps.dz/fr/economie/industrieenergie-et-mines/mrbv0fyf-sonatrach-livre-sa-premiere-cargaison-de-gnl-a-destination-de-l-allemagne">bezeichnete</a> Deutschland als strategischen Markt und kündigte an, seine Lieferungen dorthin weiterentwickeln zu wollen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="990" height="557" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag.jpg" alt="" class="wp-image-24102 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag.jpg 990w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag-300x169.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag-768x432.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag-380x214.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/01/2026-01-29-merz-bundestag-800x450.jpg 800w" sizes="(max-width: 990px) 100vw, 990px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Rückgang russischer Gaslieferungen sucht Deutschland zusätzliche Bezugsquellen. Algerien verfügt über umfangreiche Erdgasreserven und gehört zu den wichtigsten Energielieferanten Europas. Bisher gelangte algerisches Gas vor allem über Pipelines nach Italien und Spanien sowie als Flüssigerdgas auf weitere europäische Märkte.</p>
</div></div>



<h2 id="h-berlin-setzt-auch-auf-wasserstoff-aus-algerien" class="wp-block-heading"><span id="berlin-setzt-auch-auf-wasserstoff-aus-algerien">Berlin setzt auch auf Wasserstoff aus Algerien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/afrikas-rohstoffe-ruecken-in-deutschlands-sicherheitsagenda/" data-type="post" data-id="27743">Neben Erdgas soll die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien und klimafreundlichem Wasserstoff ausgebaut werden.</a> Deutschland und Algerien beteiligen sich am geplanten südlichen Wasserstoffkorridor. Über die Verbindung soll Wasserstoff aus Nordafrika künftig über Italien und Österreich nach Süddeutschland transportiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Algerien verbindet damit das Ziel, seine Energieexporte langfristig über Öl und Gas hinaus zu erweitern. Das Land verfügt über große Flächen und eine hohe Sonneneinstrahlung, der Ausbau der Solarenergie ist bislang jedoch stark von staatlichen Projekten und Finanzierungsmöglichkeiten abhängig. Germany Trade &amp; Invest sieht in den laufenden Ausschreibungen zugleich neue Geschäftsmöglichkeiten, weist aber auf den starken Wettbewerb durch chinesische Unternehmen hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Feld ist die Verringerung von Methanemissionen in der algerischen Öl- und Gasindustrie. Deutschland unterstützt entsprechende Vorhaben über die <a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/" data-type="post" data-id="28728">Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.</a> Die Kooperation soll technische Voraussetzungen für emissionsärmere Energielieferungen schaffen.</p>



<h2 id="h-deutsche-unternehmen-richten-blick-auf-algerien" class="wp-block-heading"><span id="deutsche-unternehmen-richten-blick-auf-algerien">Deutsche Unternehmen richten Blick auf Algerien</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Botschafter Georg Felsheim bezeichnete die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder als „vielversprechend“. Mehr als 50 deutsche Unternehmen seien bereits in Algerien tätig, unter anderem in der Energiebranche, der Landwirtschaft, der Pharmaindustrie und dem Maschinenbau. Sechs deutsche Unternehmen aus der Automobilbranche hätten Interesse am algerischen Markt bekundet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Algerien bietet deutschen Unternehmen einen großen Absatzmarkt, vergleichsweise niedrige Energiekosten und die geografische Nähe zu Europa. Die Regierung in Algier verlangt bei neuen Investitionen zugleich zunehmend eine Produktion im Land, die Schaffung von Arbeitsplätzen und den Aufbau lokaler Lieferketten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/kurz-vor-dem-besuch-des-algerischen-praesidenten-in-berlin-hat-deutschland-interesse-an-der-wirtschaft-algeriens/" data-type="post" data-id="28575">Germany Trade &amp; Invest sieht Algerien auf dem Weg zu einer stärkeren Öffnung für ausländische Investoren.</a> Das Wirtschaftsmodell bleibt jedoch stark von Öl- und Gaseinnahmen abhängig. Importauflagen, Verwaltungsverfahren und Beschränkungen beim Zugang zu Ersatzteilen und spezialisierten Dienstleistungen erschweren weiterhin den Markteintritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Felsheim erklärte, zusätzliche deutsche Investitionen seien möglich, wenn Algerien die Rahmenbedingungen weiter verbessere. Unternehmen benötigten insbesondere verlässliche Möglichkeiten, Ersatzteile, Maschinenkomponenten und technische Dienstleistungen einzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel für eine stärkere industrielle Zusammenarbeit nannte der Botschafter eine Vereinbarung zwischen dem deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim und dem algerischen Staatsunternehmen Saidal. Sie sieht die lokale Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Lungenerkrankungen vor.</p>



<h2 id="h-algerien-meldet-steigende-ausfuhren-nach-deutschland" class="wp-block-heading"><span id="algerien-meldet-steigende-ausfuhren-nach-deutschland">Algerien meldet steigende Ausfuhren nach Deutschland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die algerischen Exporte nach Deutschland erreichten nach Angaben des Botschafters zuletzt einen Wert von 3,5 Milliarden Euro. Zwischen 2024 und 2025 seien sie um 11,3 Prozent gestiegen. Neben Öl und Gas liefere Algerien zunehmend verarbeitete Erzeugnisse mit höherer Wertschöpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland ist nach algerischen Angaben der sechstgrößte Warenlieferant des nordafrikanischen Landes. Deutsche Maschinen, Industrieanlagen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse und pharmazeutische Produkte spielen im bilateralen Handel eine zentrale Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/algerien-erhoeht-oelproduktion-nach-austritt-der-emirate-aus-opec/" data-type="post" data-id="27041">Die algerische Regierung versucht zugleich, ihre Wirtschaft unabhängiger von Energieexporten zu machen.</a> Öffentliche Investitionen, Konsum und hohe Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor stützen derzeit die wirtschaftliche Entwicklung. Auch der Bergbau wird mit neuen Projekten für Eisen, Phosphat und Zink ausgebaut.</p>



<h2 id="h-algerien-als-politischer-gesprachspartner-im-sahel" class="wp-block-heading"><span id="algerien-als-politischer-gespraechspartner-im-sahel">Algerien als politischer Gesprächspartner im Sahel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Wirtschaftsbeziehungen spielt Algeriens regionale Rolle eine wichtige Rolle im Verhältnis zu Deutschland. Felsheim bezeichnete das Land als „Stabilitätsfaktor in der Region“ und hob dessen Bedeutung im Sahel sowie im Libyen-Konflikt hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Algerien verfügt über <a href="https://fokus-afrika.de/malis-premierminister-maiga-kritisiert-frankreich-und-algerien-scharf/" data-type="post" data-id="20304">lange Grenzen zu Mali</a>, Niger und Libyen und lehnt eine stärkere ausländische Militärpräsenz in der Region ab. Die Regierung setzt offiziell auf politische Vermittlung und regionale Lösungen. <a href="https://fokus-afrika.de/unsmil-mandatsverlaengerung-mit-politischen-und-wirtschaftlichen-auftrag/" data-type="post" data-id="21444">In Libyen beteiligt sie sich am internationalen Berliner Prozess, der unter Führung der Vereinten Nationen eine politische Beilegung des Konflikts erreichen soll.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland und Algerien betonen außerdem ihre Unterstützung für die Vereinten Nationen und eine internationale Ordnung auf Grundlage des Völkerrechts. Nach der Ratifizierung des bilateralen Kulturabkommens im Jahr 2025 soll auch das Goethe-Institut seine Arbeit in Algerien aufnehmen.</p>
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		<item>
		<title>Nach Skandalen: GIZ kündigt Umbau und 60 Millionen Euro Einsparungen an</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 11:14:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=28728</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die GIZ will sich neu aufstellen, Strukturen verschlanken und dauerhaft 60 Millionen Euro sparen. Die Linke spricht von einem Einschnitt in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an%2F&amp;action_name=Nach%20Skandalen%3A%20GIZ%20k%C3%BCndigt%20Umbau%20und%2060%20Millionen%20Euro%20Einsparungen%20an&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit steht vor einem grundlegenden Umbau und will dauerhaft rund 60 Millionen Euro Strukturkosten einsparen. Die Ankündigung erfolgte am 9. Juli 2026 auf der Jahrespressekonferenz der GIZ in Berlin. Das Bundesunternehmen will seine zentralen Funktionen in Deutschland verschlanken, seine Organisationsstruktur straffen und ab Mai kommenden Jahres neu arbeiten. Die Linke kritisierte die Pläne scharf und warnte vor einem Einschnitt in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">GIZ-Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel kündigte an, die Zahl der Stabsstellen und Bereiche von 18 auf 14 zu reduzieren. Außerdem soll weiter Personal abgebaut werden. Bereits seit 2023 ist die Zahl der Beschäftigten von 25.634 auf 23.787 Ende 2025 gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schäfer-Gümbel stellte den Umbau als Reaktion auf veränderte politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen dar. „Nostalgie ist keine Strategie. Wir machen uns fit für die Zukunft und legen damit das Fundament für eine zukunftssichere GIZ“, erklärte er.</p>



<h2 id="h-zentrale-strukturen-sollen-kleiner-werden" class="wp-block-heading"><span id="zentrale-strukturen-sollen-kleiner-werden">Zentrale Strukturen sollen kleiner werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ will ihre Arbeit stärker von den Partnerländern her organisieren. In knapp 120 Einsatzländern sollen neue Standorttypen entstehen. Vorgesehen sind Landesbüros, Regionalbüros und Kernbüros. Damit will das Bundesunternehmen flexibler auf volatile und fragile Kontexte reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland sollen zentrale Funktionen gebündelt und Arbeitsabläufe vereinfacht werden. Die GIZ spricht von mehr Leistungsfähigkeit vor Ort, mehr Wirtschaftlichkeit und stärkerer Wettbewerbsfähigkeit. Zugleich kündigte der Vorstand einen weiteren Personalabbau an, der verantwortungsvoll umgesetzt werden solle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niels Annen, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ, unterstützte den Kurs. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/" data-type="post" data-id="28627">Die deutsche Entwicklungspolitik sei im BMZ neu ausgerichtet worden.</a> Darauf aufbauend reformiere sich auch die GIZ, stärke Kompetenzen entlang neuer politischer Prioritäten und fokussiere ihr Leistungsangebot.</p>



<h2 id="h-linke-warnt-vor-folgen-fur-beschaftigte-und-partnerlander" class="wp-block-heading"><span id="linke-warnt-vor-folgen-fuer-beschaeftigte-und-partnerlaender">Linke warnt vor Folgen für Beschäftigte und Partnerländer</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charlotte Neuhäuser, Sprecherin für Globale Gerechtigkeit der Fraktion Die Linke im Bundestag, sprach dagegen von einem schweren Einschnitt. „Das ist kein Umbau der Strukturen, sondern ein heftiger Einschnitt in die Fähigkeit der Bundesrepublik, nachhaltige Entwicklung und internationale Bildungsarbeit weltweit zu unterstützen“, erklärte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neuhäuser verwies neben den dauerhaft geplanten Einsparungen von 60 Millionen Euro auf den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Dieser sehe Kürzungen in Höhe von 173 Millionen Euro für die GIZ vor. Wer staatliche Aufgaben nach privatwirtschaftlicher Logik umbaue, nehme in Kauf, „dass Beschäftigte und Menschen im Globalen Süden die Folgen tragen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linken-Abgeordnete griff auch die SAP-Umstellung bei der GIZ auf. <a href="https://fokus-afrika.de/sap-umstellung-kein-ende-der-giz-zahlungsprobleme-in-sicht/" data-type="post" data-id="27504">Spätestens dieses Projekt, das nach ihrer Darstellung mehr als 100 Millionen Euro gekostet habe, zeige, dass die Einbindung privater Akteure öffentliche Aufgaben nicht automatisch besser mache.</a></p>



<h2 id="h-sap-umstellung-und-compliance-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="sap-umstellung-und-compliance-im-fokus">SAP-Umstellung und Compliance im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schäfer-Gümbel räumte in seiner Rede Probleme bei der weltweiten Umstellung der IT-Systeme ein. Es sei zu Zahlungsverzögerungen bei Dienstleistern gekommen. Dafür entschuldigte sich der Vorstandssprecher im Namen des Vorstands. Die GIZ arbeite daran, eingehende Rechnungen abzuarbeiten.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="735" height="540" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2.jpg" alt="" class="wp-image-28730 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2.jpg 735w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2-300x220.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/giz-thorsten-schaefer-guembel_2-380x279.jpg 380w" sizes="(max-width: 735px) 100vw, 735px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die SAP-Umstellung sei weiterhin herausfordernd, zugleich aber ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit, sagte Schäfer-Gümbel. Parallel will die GIZ ihre Compliance-Strukturen stärken. Der Vorstand verwies auf kaufmännische Unregelmäßigkeiten im Jemen, die durch interne Kontrollstandards aufgedeckt worden seien. Die Aufklärung werde konsequent verfolgt, Fehlbeträge würden an die Auftraggeber zurückgezahlt.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/das-werden-wir-auch-in-zukunft-fortsetzen-merz-verteidigt-entwicklungspolitik-gegenueber-der-afd/" data-type="post" data-id="28430">Für akute Krisen- und Kriegskontexte wie den Jemen sollen nach Angaben der GIZ engmaschigere Kontrollmechanismen gelten. Das Unternehmen will die Stabsstelle Compliance im Zuge des Umbaus stärken.</a></p>



<h2 id="h-geschaftsvolumen-bleibt-stabil" class="wp-block-heading"><span id="geschaeftsvolumen-bleibt-stabil">Geschäftsvolumen bleibt stabil</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der angekündigten Einsparungen blieb das Geschäftsvolumen der GIZ 2025 nahezu unverändert. Es lag bei 3,969 Milliarden Euro und damit fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Hauptauftraggeber war weiterhin das Bundesentwicklungsministerium mit rund 3,19 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kofinanzierungen stiegen auf 830 Millionen Euro. Davon entfielen 568 Millionen Euro auf die Europäische Union. Der steuerpflichtige Geschäftsbereich International Services erhöhte seine Gesamtleistung auf 295 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inhaltlich nennt die GIZ drei große Arbeitsschwerpunkte. Für Klima und Energie weist die Präsentation zur Jahrespressekonferenz 2025 ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro aus. Auf Sicherheit und Stabilisierung entfielen 552,4 Millionen Euro, auf Flucht und Migration 395,1 Millionen Euro.</p>



<h2 id="h-wirkung-in-partnerlandern-als-argument" class="wp-block-heading"><span id="wirkung-in-partnerlaendern-als-argument">Wirkung in Partnerländern als Argument</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die GIZ stellte bei der Jahrespressekonferenz auch Ergebnisse aus dem Jahr 2025 vor. Gemeinsam mit Partnern habe sie 2,7 Millionen Geflüchtete und Binnenvertriebene unterstützt. Zudem seien 2,4 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmender Gemeinden erreicht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Unternehmensangaben konnten 2 Millionen Menschen ihr Einkommen erhöhen. 11 Millionen Menschen erhielten erstmals oder verbessert Zugang zu moderner Energieversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schäfer-Gümbel beschrieb internationale Zusammenarbeit als Teil deutscher Handlungsfähigkeit. Entwicklung entstehe nicht für andere, sondern mit ihnen. Partnerschaften seien „strategisches Kapital“, sagte er. Bei wachsender politischer Rivalität müsse Deutschland strategische Netzwerke knüpfen und gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Linke stellt dem die Warnung vor einer Aushöhlung staatlicher Entwicklungsstrukturen entgegen. Neuhäuser forderte eine verlässliche Finanzierung und eine Entwicklungszusammenarbeit, die sich an globaler Gerechtigkeit statt an Kürzungsvorgaben orientiert.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-skandalen-giz-kuendigt-umbau-und-60-millionen-euro-einsparungen-an/">Nach Skandalen: GIZ kündigt Umbau und 60 Millionen Euro Einsparungen an</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<title>Im Bundestag: NGOs stellen sich gegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/im-bundestag-ngos-stellen-sich-gegen-kuerzungen-bei-humanitaerer-hilfe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:05:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Krisen, weniger Mittel: Im Bundestag warnen Hilfsorganisationen vor neuen Kürzungen bei der humanitären Hilfe. Zugleich fordern sie tiefgreifende Reformen des internationalen Hilfssystems.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fim-bundestag-ngos-stellen-sich-gegen-kuerzungen-bei-humanitaerer-hilfe%2F&amp;action_name=Im%20Bundestag%3A%20NGOs%20stellen%20sich%20gegen%20K%C3%BCrzungen%20bei%20humanit%C3%A4rer%20Hilfe&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Hilfsorganisationen und Sachverständige haben im Bundestag vor den Folgen weiterer Kürzungen in der humanitären Hilfe gewarnt. Die öffentliche Anhörung fand am Mittwoch, 8. Juli 2026, im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe statt. Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Hilfswerken und Forschungseinrichtungen forderten eine bessere finanzielle Ausstattung, Reformen im internationalen Hilfssystem und mehr Einsatz für das humanitäre Völkerrecht. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/" data-type="post" data-id="28627">Anlass sind die für den Bundeshaushalt 2027 geplanten neuen Einschnitte.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Martin Frick, Direktor des Berliner Büros des UN-Welternährungsprogramms, beschrieb die Lage als außergewöhnlich angespannt. Das internationale humanitäre System stehe „unter nie dagewesenem Druck“. Krisen, steigende Kosten und Klimaextreme hätten sich zu einer „Poly- und Hungerkrise“ verdichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-ziehen-sich-aus-66-internationalen-organisationen-zurueck-konsequenzen-fuer-un-arbeit-in-afrika/" data-type="post" data-id="23396">Frick verwies auf Kürzungen der humanitären Hilfe in den USA und mehreren europäischen Staaten. </a>Das Welternährungsprogramm habe in den vergangenen Jahren ein Drittel seiner Gelder verloren. Das treffe nicht nur die Organisation selbst, sondern das gesamte Hilfssystem, für das das WFP auch als logistisches Rückgrat arbeite.</p>



<h2 id="h-hilfswerke-fordern-mehr-geld-und-weniger-burokratie" class="wp-block-heading"><span id="hilfswerke-fordern-mehr-geld-und-weniger-buerokratie">Hilfswerke fordern mehr Geld und weniger Bürokratie</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/">Mehrere Sachverständige verbanden die Forderung nach höheren Mitteln mit Kritik an den Strukturen der humanitären Hilfe.</a> Anica Heinlein, Co-Vorstandsvorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen, sprach von einer Bewährungsprobe für das gesamte System.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinlein nannte die sinkenden Finanzmittel nur als einen Teil des Problems. Zugleich würden die Grundlagen humanitärer Hilfe angegriffen. Das humanitäre Völkerrecht werde missachtet, Zivilbevölkerung und Hilfspersonal gerieten immer häufiger selbst ins Visier. Zudem werde humanitäre Hilfe zunehmend politisiert. „Wer Hilfe erhält, hängt immer öfter nicht nur von Not ab, sondern von strategischen Interessen“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung müsse humanitäre Hilfe strikt am Bedarf ausrichten. Heinlein forderte mehr direkte Finanzierung lokaler Organisationen, mehr Entscheidungsmacht vor Ort und weniger Bürokratie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär der Organisation Help, griff diesen Punkt auf. Das humanitäre System sei erstaunlich schlecht darin, lokale Akteure zu identifizieren und zu unterstützen, die vor Ort am besten helfen könnten. Stattdessen arbeiteten häufig mehrere Organisationen der Vereinten Nationen und internationale Nichtregierungsorganisationen mit überlappenden Aufgaben in denselben Krisenregionen.</p>



<h2 id="h-lokale-organisationen-rucken-in-den-mittelpunkt" class="wp-block-heading"><span id="lokale-organisationen-ruecken-in-den-mittelpunkt">Lokale Organisationen rücken in den Mittelpunkt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Marie von Manteuffel von Caritas international stellte lokale Partner in den Mittelpunkt. Die Mittel seien inzwischen so knapp, dass sich viele Hilfswerke nur noch die Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort leisten könnten. Lokalisierung sei deshalb keine Frage der Fairness mehr, sondern eine „strategische Investition in die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems“.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-23013 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutscher_Bundestag_7905072240.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Von Manteuffel forderte verlässliche mehrjährige Finanzierung und flexible Mittel. Lokale Organisationen kennen häufig die Konfliktlinien, Versorgungswege und sozialen Strukturen besser als internationale Akteure. Gleichzeitig bleiben sie im bestehenden System oft von internationaler Finanzierung abhängig und haben weniger Einfluss auf Entscheidungen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Klose-Zuber sprach von einer „strukturellen Abhängigkeit lokaler Hilfssysteme von ineffizienten internationalen Strukturen“. Diese Abhängigkeit sei ein bislang unterschätzter Faktor für das aktuelle Ausmaß der Störung in der humanitären Hilfe.</p>



<h2 id="h-streit-uber-staatlich-finanzierte-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-staatlich-finanzierte-hilfe">Streit über staatlich finanzierte Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen grundsätzlichen Gegenakzent setzte Thorsten Polleit vom Vinson Centre der Buckingham University. Der Ökonom sprach sich gegen steuerfinanzierte staatliche Hilfe aus. Freiwillige private Hilfe sei staatlicher Hilfe ökonomisch und moralisch überlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Polleit begründete seine Position mit dem Verweis auf Steuern als Zwangsabgabe. Der Staat nehme Bürgern gegen ihren Willen Geld ab, um damit Gutes zu tun. Eine mit „erpresstem Geld“ finanzierte Wohltat sei nicht ethisch, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die übrigen Sachverständigen stellten dagegen die Funktionsfähigkeit staatlich und international finanzierter Hilfssysteme in den Vordergrund. Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, forderte eine Korrektur der im Bundeshaushalt vorgesehenen Kürzungen. Zugleich mahnte er eine Stärkung des humanitären Völkerrechts an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reuter verwies auf eine Initiative des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Daran beteiligten sich 130 Staaten. Im Dezember soll dazu in Amman eine Abschlusskonferenz stattfinden.</p>



<h2 id="h-deutschland-unter-druck-als-humanitarer-geber" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-unter-druck-als-humanitaerer-geber">Deutschland unter Druck als humanitärer Geber</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ralf Südhoff, Direktor des Centre for Humanitarian Action, warnte besonders eindringlich vor einem Zusammenbruch der humanitären Hilfe. Die Krise sei so groß, dass das System in Gefahr sei, „nicht mehr zu überleben“. Deutschland gehöre zu den wichtigen Akteuren, um dies zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Südhoff kritisierte zugleich die deutsche Entwicklung. Er verwies auf die Auflösung der für humanitäre Hilfe zuständigen Abteilung im Auswärtigen Amt und auf eine stärkere Ausrichtung der Außenpolitik an nationalen Interessen. Deutschland bewege sich damit „auf den Spuren der USA“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sachverständige stellte auch die deutsche Selbstdarstellung als führender Geber infrage. Deutschland gebe mehr humanitäre Hilfe an die Ukraine als an Lateinamerika und Asien. Von arabischen Staaten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sei Deutschland nach seiner Darstellung inzwischen überholt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anhörung machte damit zwei Linien sichtbar. Hilfsorganisationen verlangen mehr Geld, um akute Krisen bewältigen zu können. Zugleich fordern sie ein System, das lokale Organisationen stärker finanziert, Entscheidungswege verkürzt und humanitäre Hilfe weniger stark von politischen Interessen abhängig macht.</p>
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		<item>
		<title>Harte Debatte im Bundestag: AfD will Auflösung des Entwicklungsministeriums</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 22:28:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die AfD will das Entwicklungsministerium auflösen und den Etat um rund 80 Prozent kürzen. Im Bundestag stießen die Anträge auf deutlichen Widerspruch<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fharte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums%2F&amp;action_name=Harte%20Debatte%20im%20Bundestag%3A%20AfD%20will%20Aufl%C3%B6sung%20des%20Entwicklungsministeriums&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/">Harte Debatte im Bundestag: AfD will Auflösung des Entwicklungsministeriums</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Bundestag hat über einen AfD-Vorstoß zur Auflösung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und zur massiven Kürzung deutscher Entwicklungshilfe debattiert. Die erste Beratung fand am Mittwoch, 8. Juli 2026, in Berlin statt. Nach einer halbstündigen, teils kontrovers geführten Aussprache wurden zwei Anträge der AfD-Fraktion an den Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung überwiesen. Die Fraktion fordert neben einer drastischen Etatverringerung auch eine vollständige Übersicht über alle öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen seit 1977.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/069/2106906.pdf">erste</a> Antrag sieht vor, die Haushaltsmittel des Entwicklungsressorts für 2026 um rund 80 Prozent zu kürzen. Der Kernetat des Einzelplans 23 soll nach dem Willen der AfD von 10,06 Milliarden Euro auf 2 Milliarden Euro sinken. <a href="https://fokus-afrika.de/afd-fordert-abschaffung-des-entwicklungsministeriums/" data-type="post" data-id="13459">Die verbleibenden Aufgaben sollen an das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übertragen werden.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/069/2106907.pdf">zweite</a> Antrag zielt auf mehr Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung soll innerhalb von 90 Tagen eine vollständige und laufend aktualisierte Übersicht über alle deutschen ODA-Leistungen seit 1977 an internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, politische Stiftungen und kirchliche Träger veröffentlichen.</p>



<h2 id="h-afd-will-entwicklungspolitik-neu-zuschneiden" class="wp-block-heading"><span id="afd-will-entwicklungspolitik-neu-zuschneiden">AfD will Entwicklungspolitik neu zuschneiden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD begründet ihren Vorstoß mit Kritik an Umfang, Ausrichtung und Kontrolle der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. In ihrem Antrag schreibt die Fraktion, Deutschland sei 2025 mit 29,1 Milliarden US-Dollar erstmals zum größten Geber weltweiter öffentlicher Entwicklungsleistungen geworden. Die USA hätten im selben Zeitraum 29,0 Milliarden US-Dollar gemeldet.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="316" height="475" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092.jpg" alt="" class="wp-image-28714 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092.jpg 316w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/kever-roccojpg-1756807092-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 316px) 100vw, 316px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">AfD-Abgeordneter Rocco Kever machte diese Zahlen zum Ausgangspunkt seiner Kritik: „Wir geben Milliarden im Ausland aus, während bei uns Brücken bröckeln und Schulen sanierungsbedürftig sind.“ Entwicklungspolitik müsse sich stärker an deutschen Interessen orientieren. „Es kann nicht sein, dass wir ideologisch motivierte Projekte finanzieren, deren Nutzen weder messbar noch nachvollziehbar ist“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/" data-type="post" data-id="28627">Nach Darstellung der AfD entfielen von den deutschen ODA-Mitteln rund 39 Prozent auf den Etat des Entwicklungsministeriums. </a>Zugleich kritisiert die Fraktion, dass ein erheblicher Teil der öffentlichen Entwicklungsleistungen nicht direkt in langfristige Projekte im Ausland fließe. Kever sprach von „versteckten Ausgaben“, etwa für die Unterbringung von Geflüchteten im Inland oder für Studienprogramme. „Das hat mit klassischer Entwicklungshilfe oft nur noch am Rande zu tun“, so der AfD-Politiker.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fraktion will alle bestehenden Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit überprüfen lassen. Gestoppt werden sollen Projekte, die nach ihrer Auffassung deutschen außenpolitischen, wirtschaftspolitischen oder sicherheitspolitischen Interessen widersprechen, ideologisch geprägt sind, Transparenzfragen aufwerfen oder als ineffizient gelten.</p>



<h2 id="h-streit-uber-eigeninteresse-und-verantwortung" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-eigeninteresse-und-verantwortung">Streit über Eigeninteresse und Verantwortung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik der AfD stieß im Plenum auf deutlichen Widerspruch. <a href="https://fokus-afrika.de/wadephul-reist-nach-rabat-deutschland-vertieft-den-dialog-mit-marokko/" data-type="post" data-id="26924">Carl-Philipp Sassenrath (CDU/CSU) </a>widersprach der Forderung nach einer Auflösung des Ministeriums, zeigte sich aber offen für Reformen: „Entwicklungspolitik ist kein Selbstzweck und auch kein moralisches Hobby. Sie ist Teil unserer Interessenpolitik.“ Gleichzeitig warnte er davor, das Ressort abzuschaffen: „Wer glaubt, wir könnten uns aus globalen Krisen heraushalten, der irrt. Konflikte, Pandemien und Instabilität machen nicht an unseren Grenzen halt.“</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-20631 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-1024x683.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Claudia-Roth-MdB-min-scaled.jpg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/claudia-roth-entwicklungszusammenarbeit-ist-kein-nice-to-have/" data-type="post" data-id="22069">Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) </a>reagierte noch schärfer auf den AfD-Vorstoß. „Was Sie hier fordern, ist nichts anderes als ein Rückzug aus internationaler Verantwortung“, sagte sie in Richtung der AfD-Fraktion. Entwicklungspolitik sei ein zentraler Bestandteil globaler Zusammenarbeit. „Wenn wir uns zurückziehen, hinterlassen wir ein Vakuum – und das wird von anderen gefüllt, die unsere Werte nicht teilen.“</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/gruene-verlangen-drei-milliarden-euro-fuer-humanitaere-hilfe/">Auch sie ging auf die Haushaltsdebatte ein und warnte vor den Folgen von Kürzungen</a>: „Wer hier den Rotstift ansetzt, trifft nicht abstrakte Programme, sondern konkrete Projekte – von Bildungsinitiativen bis hin zu humanitärer Hilfe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die SPD sprach Serdar Yüksel, der die historische Dimension betonte: „Das Entwicklungsministerium wurde 1961 gegründet, weil man erkannt hat, dass Verantwortung nicht an den eigenen Grenzen endet.“ Er warnte vor geopolitischen Konsequenzen eines Rückzugs: „Wenn wir uns aus Partnerländern zurückziehen, dann stehen andere bereit – China, Russland. Wollen wir wirklich, dass diese Staaten die Regeln bestimmen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Yüksel widersprach auch der Darstellung der AfD, Entwicklungspolitik sei überwiegend ineffizient: „Natürlich müssen wir über Wirksamkeit sprechen. Aber pauschale Abwertung hilft niemandem – weder uns noch unseren Partnern.“</p>



<h2 id="h-transparenzportal-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="transparenzportal-im-fokus">Transparenzportal im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrem zweiten Antrag greift die AfD das Transparenzportal des Entwicklungsministeriums an. Die Fraktion nennt es ein „faktisch untaugliches Instrument“, weil es nur einen Teil der deutschen ODA-Leistungen abbilde. Kever kritisierte im Plenum: „Wenn selbst Abgeordnete Schwierigkeiten haben, den Überblick zu behalten, wie soll dann die Öffentlichkeit nachvollziehen, wohin das Geld fließt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefordert werden öffentlich einsehbare Kriterien dafür, wann Leistungen und Projekte veröffentlicht, gelöscht oder geändert werden. „Transparenz darf kein Schlagwort sein, sondern muss überprüfbar sein“, sagte Kever.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung soll künftig auch Sachstandsberichte, zahlenmäßige Nachweise und Verwendungsnachweise veröffentlichen. Ziel des Antrags ist eine projekt-, empfänger- und instrumentenscharfe Nachvollziehbarkeit deutscher Entwicklungsausgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AfD verbindet diese Forderung mit dem Vorwurf, Intransparenz, Ineffektivität, Korruption und Verschwendung gehörten zu den häufigsten Kritikpunkten an der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Aus Sicht der Fraktion reicht die bisherige Darstellung öffentlicher Leistungen nicht aus, um parlamentarische Kontrolle, wissenschaftliche Prüfung und öffentliche Debatte zu ermöglichen.</p>



<h2 id="h-antrag-wird-im-ausschuss-weiter-beraten" class="wp-block-heading"><span id="antrag-wird-im-ausschuss-weiter-beraten">Antrag wird im Ausschuss weiter beraten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Anträge wurden nach der ersten Lesung an den federführenden Entwicklungsausschuss überwiesen. Dort werden die Vorlagen weiter beraten, bevor der Bundestag zu einem späteren Zeitpunkt über sie entscheiden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte machte deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen über die Zukunft der deutschen Entwicklungspolitik sind. Während die AfD eine grundlegende Neuausrichtung fordert und Kever betonte, „wir brauchen weniger Symbolpolitik und mehr klare Interessenvertretung“, hielten die übrigen Fraktionen dagegen. „Verantwortung endet nicht an der Landesgrenze“, sagte Roth abschließend – ein Satz, der die Gegensätze der Debatte auf den Punkt brachte.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/harte-debatte-im-bundestag-afd-will-aufloesung-des-entwicklungsministeriums/">Harte Debatte im Bundestag: AfD will Auflösung des Entwicklungsministeriums</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Grüne scheitern mit Antrag auf mehr Hilfsgelder</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/gruene-scheitern-mit-antrag-auf-mehr-hilfsgelder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 15:21:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Geld für Hunger- und Krisenregionen? Der Entwicklungsausschuss hat einen Grünen-Antrag abgelehnt. Die Abstimmung zeigt die politische Konfliktlinie beim deutschen Entwicklungsetat.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fgruene-scheitern-mit-antrag-auf-mehr-hilfsgelder%2F&amp;action_name=Gr%C3%BCne%20scheitern%20mit%20Antrag%20auf%20mehr%20Hilfsgelder&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/gruene-scheitern-mit-antrag-auf-mehr-hilfsgelder/">Grüne scheitern mit Antrag auf mehr Hilfsgelder</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Entwicklungsausschuss des Bundestages hat einen Grünen-Antrag für höhere Mittel in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit abgelehnt. Die Abstimmung erfolgte am Mittwochmittag, 8. Juli 2026. Für den Antrag stimmten Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, CDU/CSU, SPD und AfD lehnten ihn ab. Der Vorstoß zielte auf zusätzliche Unterstützung für akute Hunger- und Krisenregionen, darunter Sudan, Gaza, Afghanistan und der Sahel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/gruene-und-afd-streiten-um-kurs-gegen-globale-hungerkrise/" data-type="post" data-id="27582">Die Grünen hatten die Bundesregierung aufgefordert, die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit deutlich aufzustocken und keine weiteren eigenen Kürzungen vorzunehmen. </a>Über die Beschlussempfehlung des Ausschusses muss der Bundestag noch abstimmen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/gruene-dringen-auf-mehr-hilfe-gegen-hungerkrisen-in-sudan-und-sahel/" data-type="post" data-id="27566">Der Antrag verband die Forderung nach höheren Mitteln mit der Sorge vor einer neuen globalen Nahrungsmittelkrise.</a> Die Grünen verwiesen auf die Blockade der Straße von Hormus durch Iran und auf mögliche Folgen für Energiepreise, Düngemittel, Lieferketten und Lebensmittelmärkte. Das Welternährungsprogramm warne, dass 45 Millionen Menschen zusätzlich in Hungersnot geraten könnten, sollte die Blockade anhalten.</p>



<h2 id="h-grune-verweisen-auf-wachsende-finanzierungslucken" class="wp-block-heading"><span id="gruene-verweisen-auf-wachsende-finanzierungsluecken">Grüne verweisen auf wachsende Finanzierungslücken</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag beschreibt eine internationale Lage, in der sich mehrere Hungerkrisen gleichzeitig verschärfen. Die Fraktion verweist auf den Welternährungsbericht 2025 der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Demnach leiden weltweit mehr als 673 Millionen Menschen unter chronischem Hunger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich nennt der Antrag Krisenregionen in Afrika und dem Nahen Osten. Im Sudan seien 2024 und 2025 mehr als 24,6 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen gewesen. Im Sahel hätten sich Ende 2025 mehr als 41,8 Millionen Menschen in einer Nahrungsmittelkrise befunden. Für Afghanistan nennt der Antrag 17,4 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grünen machen zugleich Kürzungen großer Geberländer für wachsende Lücken verantwortlich. <a href="https://fokus-afrika.de/usaid-schliessung-tiefgreifende-folgen-fuer-afrika-und-europas-entwicklungspolitik/" data-type="post" data-id="13946">Mit dem faktischen Ende von USAID verliere das Welternährungsprogramm rund 40 Prozent seiner Finanzierung und könne jährlich etwa 16,7 Millionen Menschen weniger erreichen.</a> Die Mittel westlicher Geberstaaten für Programme gegen Mangelernährung seien seit 2022 insgesamt um 44 Prozent zurückgegangen.</p>



<h2 id="h-streit-uber-den-kurs-des-entwicklungsministeriums" class="wp-block-heading"><span id="streit-ueber-den-kurs-des-entwicklungsministeriums">Streit über den Kurs des Entwicklungsministeriums</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag nimmt auch den Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in den Blick. Die Grünen schreiben, der BMZ-Etat sei von 13,8 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf voraussichtlich 9,3 Milliarden Euro bis 2028 gesunken. Sie fordern, Kürzungen zurückzunehmen und das Budget mindestens wieder auf das Niveau von 2024 anzuheben. Damals habe es bei 11,2 Milliarden Euro gelegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abstimmung im Ausschuss macht die politische Trennlinie sichtbar. Die Grünen und Die Linke unterstützten höhere Mittel in der akuten Krisenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit. CDU/CSU, SPD und AfD lehnten die Initiative ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antrag bezog sich ausdrücklich auch auf den laufenden Reformprozess im BMZ. Die Grünen begrüßen darin zwar den erklärten Willen der Bundesregierung, die Entwicklungszusammenarbeit strategisch neu auszurichten. Zugleich verlangen sie, dass Reformen nicht für weitere Kürzungen genutzt werden und die Bekämpfung von Armut und Hunger im Zentrum bleibt.</p>



<h2 id="h-kleinbauern-reserven-und-entschuldung" class="wp-block-heading"><span id="kleinbauern-reserven-und-entschuldung">Kleinbauern, Reserven und Entschuldung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Inhaltlich setzt der Antrag stark auf Ernährungssouveränität. Die Grünen fordern, kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten zu stärken, lokale Saatgutsysteme zu schützen und agrarökologische Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit auszubauen. Um Hunger wirksam zu bekämpfen, sei es „unabdingbar, kleinbäuerliche Produzent&nbsp;zu stärken und ihre Resilienz und Selbstbestimmung zu verbessern“, heißt es in dem Antrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Forderungen betreffen staatliche Lebensmittelreserven, erneuerbare Energien und Entschuldung. Strategische Reserven sollen Preisspitzen und Lieferkettenschocks abfedern. Der Ausbau erneuerbarer Energien in Partnerländern soll Abhängigkeiten von Ölpreisschocks und Lieferblockaden verringern. Hochverschuldete Länder des Globalen Südens sollen schneller und umfassender entlastet werden.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="685" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-1024x685.jpg" alt="" class="wp-image-20643 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-1024x685.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-300x201.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-768x514.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-1536x1028.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-380x254.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-800x535.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week-1160x776.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/10/Screengrab_of_refugee_camp_from_Number_of_Refugees_Who_Fled_Sudan_for_Chad_Double_in_Week.jpg 1704w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Für Sudan und Sahel fordert der Antrag gesicherten humanitären Zugang und eine stärkere Finanzierung. Für Gaza verlangt die Fraktion ungehinderten Zugang für Hilfsgüter und Helfer, Unterstützung beim Wiederaufbau lokaler Nahrungsmittelproduktion sowie ausreichende Mittel für UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. Für Afghanistan nennt der Antrag die Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm und zivilgesellschaftlichen Organisationen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die abgelehnte Initiative bleibt damit Teil der laufenden Bundestagsbefassung. Der Entwicklungsausschuss hat seine Beschlussempfehlung abgegeben, die abschließende Entscheidung liegt beim Plenum des Bundestages.</p>
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		<title>Schafft die SPD das eigene Entwicklungsministerium ab?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/schafft-die-spd-das-eigene-entwicklungsministerium-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 11:56:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=28687</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Schwellenländer wollen keine Almosen, sie wollen Investitionen.“ In der SPD verschiebt sich die Debatte über Entwicklungspolitik – und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan steht im Zentrum eines schwierigen Balanceakts.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fschafft-die-spd-das-eigene-entwicklungsministerium-ab%2F&amp;action_name=Schafft%20die%20SPD%20das%20eigene%20Entwicklungsministerium%20ab%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/schafft-die-spd-das-eigene-entwicklungsministerium-ab/">Schafft die SPD das eigene Entwicklungsministerium ab?</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In der SPD verschiebt sich die Debatte über Entwicklungszusammenarbeit von klassischer Solidarität hin zu Investitionen, Lieferketten, Sicherheit und deutschen Wirtschaftsinteressen. Beim Strategiedialog „Wirtschaft &amp; Parlament“ der SPD-Bundestagsfraktion wurde diese Neuorientierung besonders deutlich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit diskutierten im Bundestag über globale Märkte, unternehmerisches Engagement und neue Partnerschaften mit Schwellen- und Entwicklungsländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satz, der diese Verschiebung verdichtet, kam aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Schwellenländer wollen keine Almosen, sie wollen Investitionen“, sagte Katharina Stasch, Leiterin der BMZ-Abteilung Globale Allianzen, Europäische Union und wirtschaftliche Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die für die SPD politisch heikel ist: Wie lässt sich Entwicklungspolitik in Zeiten knapper Haushalte, wachsender Verteidigungsausgaben und geopolitischer Konkurrenz neu begründen, ohne ihren sozialen und internationalen Anspruch aufzugeben?</p>



<h2 id="h-alabali-radovan-steht-unter-doppeltem-druck" class="wp-block-heading"><span id="alabali-radovan-steht-unter-doppeltem-druck">Alabali Radovan steht unter doppeltem Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwierigste Rolle in dieser Debatte hat Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan. Die SPD-Politikerin trägt die politische Verantwortung für die deutsche Entwicklungspolitik, muss aber zugleich einen Haushalt vertreten, der weiter unter Druck steht. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/" data-type="post" data-id="28627">Für 2027 sieht der vom Bundeskabinett gebilligte Entwurf für das BMZ nur noch 9,469 Milliarden Euro vor.</a> Das sind knapp 600 Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alabali Radovan muss damit eine strategisch anspruchsvollere Entwicklungspolitik organisieren, während ihre finanziellen Spielräume kleiner werden. Sie soll globale Partnerschaften stärken, Krisen abfedern, Ernährungssicherheit, Klimaanpassung und wirtschaftliche Entwicklung fördern und zugleich erklären, warum Deutschland trotz Kürzungen ein verlässlicher Partner bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Spannung prägt ihren Kurs seit Amtsbeginn. Das BMZ richtet Entwicklungspolitik stärker auf Wirtschaft, Krisenvorsorge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zentrale Element in dieser Strategie ist, die Wirtschaft stärker einzubinden. Private Mittel sollen ausfallende staatliche Unterstützung abfedern und zugleich mehr Wirkung entfalten. Was lange als <a href="https://fokus-afrika.de/cdu-mehr-privatwirtschaft-fur-die-entwicklungszusammenarbeit/" data-type="post" data-id="11452">klassische CDU-Position galt</a>, ist inzwischen auch unter Sozialdemokraten weitgehend Konsens und spiegelt sich im Aktionsplan „Wirtschaft und Entwicklung – Starke Partnerschaften für eine erfolgreiche Wirtschaft weltweit“ wider, der auf engeren Dialog mit Unternehmen, den Abbau struktureller Hemmnisse und bessere Unterstützung für Mittelstand und Investitionen in Wachstumsmärkten setzt.</p>



<h2 id="h-der-entwicklungshaushalt-schrumpft-die-erwartungen-steigen" class="wp-block-heading"><span id="der-entwicklungshaushalt-schrumpft-die-erwartungen-steigen">Der Entwicklungshaushalt schrumpft, die Erwartungen steigen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Haushaltsdruck trifft eine Politik, deren internationale Bedeutung zugleich wächst. <a href="https://fokus-afrika.de/berlin-haelt-an-entwicklungszielen-fest-laesst-finanzierung-aber-offen/" data-type="post" data-id="27301">Deutschland verfehlte 2025 erneut das UN-Ziel, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für öffentliche Entwicklungsleistungen bereitzustellen.</a> Die deutsche ODA-Quote lag bei 0,56 Prozent. Ohne Kosten für Geflüchtete im Inland hätte sie nach BMZ-Angaben nur 0,46 Prozent betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Seeheimer <a href="https://www.seeheimer-kreis.de/wp-content/uploads/sites/1978/2026/05/20260522_Strategiepapier_SeeheimerKreis_Entwicklungszusammenarbeit.pdf">Strategiepapier</a> zur Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit verweist auf ein innenpolitisches Wahrnehmungsproblem. Viele Bürgerinnen und Bürger überschätzen demnach die deutschen Entwicklungsausgaben erheblich. In einer repräsentativen Befragung hätten die Befragten den Anteil am Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt auf zwölf Prozent geschätzt. Tatsächlich lag er bei 0,56 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gibt es laut dem Papier weiterhin Unterstützung für konkrete Felder wie Bildung, lokale Infrastruktur, Sicherheit, Stabilität, Frieden und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Daraus leiten die Seeheimer ab, dass Entwicklungspolitik sichtbarer werden und ihre Wirkung klarer nachweisen müsse.</p>



<h2 id="h-seeheimer-kreis-fordert-verbindung-von-verantwortung-und-interesse" class="wp-block-heading"><span id="seeheimer-kreis-fordert-verbindung-von-verantwortung-und-interesse">Seeheimer Kreis fordert Verbindung von Verantwortung und Interesse</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Seeheimer Kreis bringt die neue sozialdemokratische Argumentation auf die Formel „Verantwortung und Interesse“. Entwicklungspolitik soll nicht gegen deutsche Interessen gestellt werden, sondern diese ausdrücklich mitdenken. Das Papier warnt davor, Entwicklungszusammenarbeit als beliebige Kürzungsmasse zu behandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Seeheimer beschreiben Entwicklungspolitik als Teil eines Dreiklangs aus Diplomatie, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit. Sicherheit entstehe nicht nur an Grenzen oder durch militärische Stärke, sondern auch dort, wo Staaten funktionieren, Menschen Perspektiven haben und Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit bekämpft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich wird die wirtschaftliche Dimension deutlich stärker betont. Entwicklungszusammenarbeit könne Investitionen vorbereiten, Risiken reduzieren und faire wirtschaftliche Kooperation ermöglichen. Daraus könnten neue Wirtschaftspartner, belastbare Lieferketten und Märkte entstehen, die auch für deutsche und europäische Unternehmen relevant seien.</p>



<h2 id="h-wirtschaft-sucht-neue-partner-im-globalen-suden" class="wp-block-heading"><span id="wirtschaft-sucht-neue-partner-im-globalen-sueden">Wirtschaft sucht neue Partner im Globalen Süden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Strategiedialog im Bundestag wurde diese Linie in wirtschaftspolitische Sprache übersetzt. Die deutsche Exportwirtschaft steht unter Druck, weil geopolitische Spannungen zunehmen, Handelskonflikte wachsen und traditionelle Märkte unsicherer werden. Neue Partnerschaften mit Staaten des Globalen Südens sollen deshalb nicht nur entwicklungspolitisch, sondern auch industrie- und außenwirtschaftspolitisch gedacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Afrika ist diese Verschiebung besonders relevant. Viele afrikanische Staaten fordern seit Jahren mehr Investitionen, industrielle Verarbeitung, Technologietransfer, Energiepartnerschaften und berufliche Qualifizierung statt klassischer Geberlogik. Genau hier versucht die SPD-Debatte anzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das betrifft Rohstoff- und Lieferketten ebenso wie Energie. Bei grünem Wasserstoff, erneuerbaren Energien, Infrastruktur, Agrarverarbeitung und lokaler Wertschöpfung überschneiden sich deutsche Industrieinteressen mit Entwicklungszielen afrikanischer Partnerländer. Entwicklungspolitik wird damit zu einem Instrument, das Märkte öffnen, Investitionsrisiken senken und wirtschaftliche Kooperation politisch absichern soll.</p>



<h2 id="h-bmz-zwischen-reformanspruch-und-kurzungspolitik" class="wp-block-heading"><span id="bmz-zwischen-reformanspruch-und-kuerzungspolitik">BMZ zwischen Reformanspruch und Kürzungspolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Alabali Radovan entsteht daraus ein politisches Dilemma. Einerseits passt die neue Investitionslogik zu ihrem Anspruch, Entwicklungspolitik strategischer, partnerschaftlicher und wirtschaftsnäher auszurichten. Andererseits schwächen Kürzungen die Fähigkeit des BMZ, genau diese Rolle auszufüllen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutsche-entwicklungspolitik-neu-ausgerichtet-afrika-rueckt-strategisch-in-den-mittelpunkt/" data-type="post" data-id="23481">Die Ministerin muss deshalb zwei Botschaften gleichzeitig vertreten.</a> Nach außen soll Deutschland als verlässlicher Partner des Globalen Südens auftreten. Nach innen muss sie erklären, warum Entwicklungszusammenarbeit trotz Haushaltsdruck nicht nur moralische Pflicht, sondern auch Investition in Sicherheit, Wohlstand und internationale Handlungsfähigkeit Deutschlands ist.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird schwieriger, weil sich das internationale Umfeld verändert. <a href="https://fokus-afrika.de/usaid-schliessung-tiefgreifende-folgen-fuer-afrika-und-europas-entwicklungspolitik/" data-type="post" data-id="13946">Der Rückzug der USA aus Teilen der internationalen Entwicklungsfinanzierung hat Lücken gerissen. </a>Zugleich sinken weltweit die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Auch multilaterale Organisationen stehen finanziell unter Druck.</p>



<h2 id="h-krisen-machen-entwicklungspolitik-sicherheitspolitischer" class="wp-block-heading"><span id="krisen-machen-entwicklungspolitik-sicherheitspolitischer">Krisen machen Entwicklungspolitik sicherheitspolitischer</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten internationalen Krisen verstärken diese Entwicklung. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Eskalationen im Nahen Osten, Spannungen in der Straße von Hormus, Ernährungskrisen, Klimafolgen und Ebola-Ausbrüche in Zentralafrika zeigen, dass Entwicklungszusammenarbeit immer häufiger mit Sicherheits-, Gesundheits- und Energiefragen verbunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alabali Radovan hatte in den vergangenen Monaten wiederholt versucht, Entwicklungspolitik in genau diesem Zusammenhang zu positionieren. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-mobilisiert-13-millionen-euro-gegen-ebola-in-kongo-und-uganda/" data-type="post" data-id="28198">Bei Ebola in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda ging es um Schutzmaterial, Gesundheitskapazitäten, schnelle Einsatzteams und Pandemievorsorge.</a> Bei den Folgen der Hormus-Krise stand die Frage im Raum, wie Länder des Globalen Südens gegen Energie-, Nahrungsmittel- und Düngemittelschocks widerstandsfähiger werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verändert sich auch der politische Maßstab für das BMZ. Entwicklungspolitik wird nicht mehr nur an Armutsbekämpfung gemessen, sondern auch daran, ob sie Krisen verhindert, Lieferketten stabilisiert, Migrationsdruck mindert, Gesundheitsrisiken eindämmt und deutschen Unternehmen belastbare Partnerschaften ermöglicht.</p>



<h2 id="h-afd-druck-verandert-die-kommunikation" class="wp-block-heading"><span id="afd-druck-veraendert-die-kommunikation">AfD-Druck verändert die Kommunikation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Innenpolitisch kommt weiterer Druck hinzu. <a href="https://fokus-afrika.de/afd-fordert-abschaffung-des-entwicklungsministeriums/" data-type="post" data-id="13459">Die AfD stellt Entwicklungspolitik grundsätzlich infrage und nutzt einzelne Projekte regelmäßig zur Mobilisierung gegen internationale Ausgaben. </a>In wirtschaftlich angespannten Zeiten trifft diese Kritik auf ein Publikum, das die tatsächliche Höhe des Entwicklungshaushalts oft überschätzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die SPD reagiert darauf nicht mehr nur mit moralischer Verteidigung. Das Seeheimer Papier und der Strategiedialog zeigen eine andere Linie: Entwicklungspolitik soll stärker mit konkreten deutschen Interessen erklärt werden. Dazu gehören Stabilität, Sicherheit, Exportmärkte, Energieversorgung, Lieferketten und internationale Bündnisfähigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Kurs ist für die SPD nicht ohne Risiko. Er kann Entwicklungspolitik politisch anschlussfähiger machen, verschiebt aber auch ihre Begründung. Je stärker wirtschaftliche Interessen betont werden, desto größer wird die Aufgabe, den Anspruch auf Armutsbekämpfung, globale Gerechtigkeit und Partnerschaft auf Augenhöhe glaubwürdig zu erhalten.</p>



<h2 id="h-neue-begrundung-fur-deutsche-entwicklungspolitik-und-ihre-moglichen-folgen" class="wp-block-heading"><span id="neue-begruendung-fuer-deutsche-entwicklungspolitik-und-ihre-moeglichen-folgen">Neue Begründung für deutsche Entwicklungspolitik – und ihre möglichen Folgen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte zeigt eine SPD auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht. Die Partei will an internationaler Solidarität festhalten, muss aber stärker erklären, welchen Nutzen Entwicklungspolitik für Deutschland, Europa und Partnerländer zugleich hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Strategiedialog und das Seeheimer Papier markieren deshalb mehr als eine Kommunikationskorrektur. Sie zeigen eine strategische Neuordnung: Entwicklungszusammenarbeit soll Investitionen vorbereiten, wirtschaftliche Kooperation ermöglichen, Krisen abfedern und politische Partnerschaften stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch genau in dieser Logik liegt auch eine bislang kaum diskutierte Konsequenz. Wenn Entwicklungspolitik zunehmend über Außenwirtschaft, Sicherheit und geopolitische Interessen begründet wird, stellt sich langfristig die Frage nach ihrer institutionellen Verankerung. Strategisch gedacht könnte am Ende eines solchen Prozesses die Auflösung des eigenständigen Entwicklungsministeriums stehen – mit einer Aufteilung seiner Aufgaben zwischen Auswärtigem Amt und Wirtschaftsministerium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Perspektive wird in der aktuellen SPD-Debatte noch nicht offen formuliert. Sie ergibt sich jedoch aus der Verschiebung der Argumentation: Wenn Entwicklungszusammenarbeit primär als Instrument von Außenpolitik und Wirtschaftsförderung verstanden wird, verliert ein eigenständiges Ressort an politischer Eigenlogik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Reem Alabali Radovan bedeutet das eine doppelte Herausforderung. Sie muss nicht nur eine Entwicklungspolitik unter schrumpfenden Haushaltsbedingungen neu ausrichten, sondern zugleich die Eigenständigkeit und den politischen Mehrwert ihres Ressorts verteidigen. Ob es gelingt, Entwicklungspolitik als eigenständige Säule neben Diplomatie und Wirtschaftspolitik zu behaupten – oder ob sie langfristig in diesen Bereichen aufgeht –, könnte zu einer der entscheidenden strategischen Fragen der kommenden Jahre werden.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/schafft-die-spd-das-eigene-entwicklungsministerium-ab/">Schafft die SPD das eigene Entwicklungsministerium ab?</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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		<title>Nach Russlands Angriff auf Charkiw: Nigerianische Medizinabsolventin stirbt in Deutschland</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/nach-russlands-angriff-auf-charkiw-nigerianische-medizinabsolventin-stirbt-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 22:27:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie stand kurz vor ihrer Abschlussfeier als Medizinerin. Nun ist die 23-jährige Nigerianerin Nnani Adaobi Marian nach einem russischen Angriff auf Charkiw in Deutschland gestorben.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fnach-russlands-angriff-auf-charkiw-nigerianische-medizinabsolventin-stirbt-in-deutschland%2F&amp;action_name=Nach%20Russlands%20Angriff%20auf%20Charkiw%3A%20Nigerianische%20Medizinabsolventin%20stirbt%20in%20Deutschland&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die nigerianische Medizinabsolventin Nnani Adaobi Marian ist nach einem Luftangriff auf Charkiw in Deutschland gestorben. Die Regierung Nigerias bestätigte den Fall am Dienstag. Die 23-Jährige hatte an der Nationalen Medizinischen Universität Charkiw studiert und sollte wenige Tage später ihre Abschlussfeier erleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nigerianische Außenministerium erklärte, Marian sei Berichten zufolge Verletzungen erlegen, die sie bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw erlitten habe. Abuja sprach der Familie, ihren Freunden, früheren Kommilitonen und der nigerianischen Gemeinschaft in der Ukraine sein Beileid aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nigerianischen Vertretungen in der Ukraine und in Deutschland sollen nun die genauen Umstände klären und konsularische Hilfe für die Angehörigen leisten. Das Ministerium bekräftigte zugleich seine Sorge über zivile Opfer im Ukraine-Krieg und rief zu einem Ende der Kampfhandlungen auf.</p>



<h2 id="h-verletzungen-nach-angriff-vom-29-juni" class="wp-block-heading"><span id="verletzungen-nach-angriff-vom-29-juni">Verletzungen nach Angriff vom 29. Juni</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Marian wurde am 29. Juni bei einem Angriff im Bezirk Kholodnohirskyj in Charkiw schwer verletzt. Ukrainische Berichte sprechen von einem Angriff mit Fliegerbomben. Sie wurde zunächst in Charkiw behandelt und anschließend nach Deutschland verlegt, wo Ärzte weiter um ihr Leben kämpften.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="727" height="639" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/gradss.jpeg.webp" alt="" class="wp-image-28676 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/gradss.jpeg.webp 727w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/gradss.jpeg-300x264.webp 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/gradss.jpeg-380x334.webp 380w" sizes="(max-width: 727px) 100vw, 727px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Nationale Medizinische Universität Charkiw würdigte Marian als engagierte und hilfsbereite Absolventin. Sie habe seit 2020 an der Universität studiert und sich durch Fleiß, Verantwortungsbewusstsein und sehr gute Leistungen ausgezeichnet. Zusätzlich habe sie medizinische Erfahrungen bei Praktika an der University of Cambridge und an der Biruni University in der Türkei gesammelt.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Universität erklärte, Ärzte in Charkiw und Deutschland hätten bis zuletzt versucht, Marian zu retten. Ihre Verletzungen seien jedoch zu schwer gewesen.</p>



<h2 id="h-freundin-starb-am-angriffsort" class="wp-block-heading"><span id="freundin-starb-am-angriffsort">Freundin starb am Angriffsort</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ukrainischen Angaben war Marian mit ihrer Freundin Fatima Huseynova auf dem Weg zu einem Fotoshooting vor der Abschlussfeier, als der Angriff erfolgte. Huseynova starb demnach noch am Ort des Angriffs. Marian wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Angriff sollen weitere Menschen verletzt worden sein. Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, liegt nahe der russischen Grenze und wird seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder beschossen. Die Stadt ist ein wichtiger Universitätsstandort und hatte vor dem Krieg zahlreiche internationale Studierende, darunter viele aus afrikanischen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die nigerianische Gemeinschaft in der Ukraine ist der Tod der jungen Absolventin ein weiterer Einschnitt in einem Krieg, der auch Ausländerinnen und Ausländer trifft, die zum Studium oder zur Arbeit im Land geblieben sind.</p>



<h2 id="h-russland-weist-verantwortung-zuruck" class="wp-block-heading"><span id="russland-weist-verantwortung-zurueck">Russland weist Verantwortung zurück</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Botschaft in Nigeria wies Berichte zurück, wonach Marian durch einen russischen Angriff getötet worden sei. Es gebe derzeit keine bestätigten Informationen darüber, wessen Handlungen ihren Tod tatsächlich verursacht hätten, erklärte die Botschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich erklärte die russische Seite, zivile Opfer würden häufig durch die ukrainische Luftabwehr verursacht. Die russischen Streitkräfte griffen ausschließlich militärische Ziele an und zielten nicht auf Zivilisten oder soziale Infrastruktur, hieß es in der Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria hat diese Darstellung nicht übernommen. Das Außenministerium sprach weiter von einem berichteten russischen Luftangriff und kündigte an, die Umstände über die diplomatischen Vertretungen zu prüfen.</p>



<h2 id="h-afrikanische-studierende-im-ukraine-krieg" class="wp-block-heading"><span id="afrikanische-studierende-im-ukraine-krieg">Afrikanische Studierende im Ukraine-Krieg</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall erinnert an die Lage afrikanischer Studierender in der Ukraine. Vor dem russischen Angriffskrieg war das Land ein wichtiger Bildungsstandort für junge Menschen aus Nigeria, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/westafrika/ghana/" data-type="category" data-id="70">Ghana</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/marokko/" data-type="category" data-id="26">Marokko</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/nordafrika/agypten/" data-type="category" data-id="23">Ägypten</a>, <a href="https://fokus-afrika.de/politik/innen-und-aussenpolitik/sudliches-afrika/sudafrika/" data-type="category" data-id="63">Südafrika</a> und weiteren afrikanischen Staaten. Besonders Medizin, Pharmazie und Ingenieurwissenschaften zogen viele internationale Studierende an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsbeginn 2022 verließen zahlreiche Studierende die Ukraine. Andere blieben, kehrten nach einer Flucht zurück oder setzten ihr Studium trotz der unsicheren Lage fort. Universitäten in Städten wie Charkiw, Dnipro, Kiew und Odessa versuchten, Lehrbetrieb, Abschlussprüfungen und internationale Programme unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigerias Außenministerium erklärte, es werde die Entwicklung weiter beobachten und die Interessen nigerianischer Staatsangehöriger im Ausland schützen. Die konsularische Prüfung soll klären, welche weiteren Schritte für die Familie von Nnani Adaobi Marian nötig sind.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/nach-russlands-angriff-auf-charkiw-nigerianische-medizinabsolventin-stirbt-in-deutschland/">Nach Russlands Angriff auf Charkiw: Nigerianische Medizinabsolventin stirbt in Deutschland</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland verliert – Mittelmächte suchen neue Ordnung jenseits der Großmächte</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-verliert-mittelmaechte-suchen-neue-ordnung-jenseits-der-grossmaechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 13:10:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontinentale Organisationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die alte Weltordnung verliert Vertrauen. Eine neue Erhebung zeigt: Mittelmächte wie Südafrika, Indien und Brasilien setzen stärker auf BRICS, regionale Bündnisse und strategische Autonomie.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-verliert-mittelmaechte-suchen-neue-ordnung-jenseits-der-grossmaechte%2F&amp;action_name=Deutschland%20verliert%20%E2%80%93%20Mittelm%C3%A4chte%20suchen%20neue%20Ordnung%20jenseits%20der%20Gro%C3%9Fm%C3%A4chte&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Außenpolitische Expertinnen und Experten aus Südafrika, Brasilien, Indien, Indonesien und Deutschland rechnen mit einer stärker zersplitterten Weltordnung und mehr militärischen Konflikten. Eine neue <a href="https://koerber-stiftung.de/site/assets/files/55088/koerber_emerging_middle_powers_report_2026.pdf">Erhebung</a> im Rahmen der Körber Emerging Middle Powers Initiative zeigt, dass klassische multilaterale Institutionen an Vertrauen verlieren, während regionale Bündnisse und flexible Koalitionen wichtiger werden. Für Mittelmächte wie Südafrika bleiben BRICS und die Afrikanische Union zentrale Instrumente, um in einer blockierten internationalen Ordnung Einfluss auszuüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Befragung wurde von forsa im Auftrag der Körber-Stiftung durchgeführt. Zwischen Ende Januar und Anfang April 2026 nahmen 1.061 Expertinnen, Experten und Entscheidungsträger aus Brasilien, Deutschland, Indien, Indonesien und Südafrika teil. Die Ergebnisse zeigen keine Bevölkerungsmeinung, sondern ein Stimmungsbild außenpolitischer Fachkreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/munich-security-report-2026-sieht-afrika-besonders-von-globalen-kuerzungen-betroffen/" data-type="post" data-id="24468">Im Zentrum steht eine Verschiebung, die weit über einzelne Länder hinausweist.</a> Die befragten Fachleute erwarten mehr plurilaterale und regionale Formate, also Bündnisse und Partnerschaften, die je nach Thema und Region entstehen. Nur 17 Prozent rechnen mit einer Rückkehr zu einem erneuerten klassischen Multilateralismus.</p>



<h2 id="h-sudafrika-setzt-auf-brics-und-afrikanische-union" class="wp-block-heading"><span id="suedafrika-setzt-auf-brics-und-afrikanische-union">Südafrika setzt auf BRICS und Afrikanische Union</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Südafrika erscheint in der Erhebung als Land, dessen außenpolitische Debatte stärker auf die Ordnung des internationalen Systems ausgerichtet ist als auf einzelne Wirtschaftsfragen. BRICS und die Afrikanische Union bleiben für südafrikanische Fachkreise die wichtigsten Foren, um Reformen der Weltordnung voranzutreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">74 Prozent der südafrikanischen Befragten nennen BRICS als zentrale internationale Gruppierung ihres Landes. Zugleich behält die Afrikanische Union in Pretoria eine hohe Bedeutung. <a href="https://fokus-afrika.de/munich-security-report-2025-suedafrika-verliert-an-einfluss-in-der-welt/" data-type="post" data-id="14045">Südafrikas Rolle wird dabei weniger über klassische Bündnispolitik definiert, sondern über Institutionen, Reformen und den Anspruch, den globalen Süden stärker in internationale Entscheidungen einzubinden.</a></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="632" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-1024x632.jpg" alt="" class="wp-image-28664 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-1024x632.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-300x185.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-768x474.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-380x235.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-800x494.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2-1160x716.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Vladimir_Putin_and_Cyril_Ramaphosa_2023-06-17-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Diese Sicht passt zur südafrikanischen Außenpolitik der vergangenen Jahre. Pretoria nutzt BRICS, die Afrikanische Union und die G20, um Reformen des Sicherheitsrats, der Entwicklungsfinanzierung und globaler Wirtschaftsregeln auf die Tagesordnung zu setzen. Der Bericht beschreibt Südafrikas bevorzugtes Instrument als institutionelles Engagement in einer fragmentierten Ordnung.</p>
</div></div>



<h2 id="h-misstrauen-der-mittelmachte-gegenuber-den-usa-wachst" class="wp-block-heading"><span id="misstrauen-der-mittelmaechte-gegenueber-den-usa-waechst">Misstrauen der Mittelmächte gegenüber den USA wächst</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig ist das negative Bild der Vereinigten Staaten. Im Durchschnitt bewerten 80 Prozent der Befragten in den fünf Ländern den globalen Einfluss der USA negativ. In Südafrika sehen 79 Prozent den Einfluss der Vereinigten Staaten im eigenen Land negativ, in Deutschland sind es 85 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig bleiben die USA für viele Länder ein wichtiger Partner. Diese Spannung prägt mehrere Ergebnisse der Erhebung. Die Vereinigten Staaten gelten weiter als wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und technologisch bedeutend, verlieren aber an politischem Vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch China wird nicht einheitlich gesehen. In Südafrika hat sich der Anteil positiver Bewertungen chinesischen Einflusses im Vergleich zur vorherigen Erhebung deutlich erhöht. In Deutschland bewerten dagegen 88 Prozent der Fachleute Chinas Einfluss negativ. Damit geraten auch Staaten des globalen Nordens stärker in eine Lage, die viele Schwellenländer seit Jahren kennen: Sie wollen Handlungsspielräume wahren, ohne sich vollständig an eine Großmacht zu binden.</p>



<h2 id="h-strategische-autonomie-wird-breiter-akzeptiert" class="wp-block-heading"><span id="strategische-autonomie-wird-breiter-akzeptiert">Strategische Autonomie wird breiter akzeptiert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erhebung zeigt eine wachsende Unterstützung für Nichtausrichtung und flexible Außenpolitik. In Südafrika sprechen sich 72 Prozent der Fachleute für eine nicht ausgerichtete Haltung aus. In Deutschland unterstützen inzwischen 53 Prozent einen solchen Kurs, deutlich mehr als in der vorherigen Befragung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichtausrichtung bedeutet dabei nicht zwingend Neutralität. Der Bericht beschreibt sie als Suche nach Autonomie in einer Welt, in der die Vereinigten Staaten unberechenbarer auftreten, China selbstbewusster wird und internationale Institutionen oft blockiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Länder wie Indien, Brasilien, Indonesien und Südafrika ist diese Haltung seit Langem Teil außenpolitischer Praxis. Neu ist, dass auch Deutschland stärker in diese Richtung denkt. Der Bericht spricht von einem Übergang weg von wertegeleiteter Diplomatie hin zu einem stärker transaktionalen Realismus.</p>



<h2 id="h-reform-des-sicherheitsrats-steht-oben-auf-der-agenda" class="wp-block-heading"><span id="reform-des-sicherheitsrats-steht-oben-auf-der-agenda">Reform des Sicherheitsrats steht oben auf der Agenda</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-generalsekretaer-antonio-guterres-fordert-umfassende-reform-des-sicherheitsrats/" data-type="post" data-id="21167">Die Reform des UN-Sicherheitsrats wird in der Erhebung als dringendstes Reformfeld genannt. </a>51 Prozent aller Befragten sehen hier den größten Handlungsbedarf. In Indonesien liegt dieser Wert bei 72 Prozent, in Deutschland bei 51 Prozent und in Südafrika bei 45 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für afrikanische Staaten ist diese Frage besonders zentral. Die Afrikanische Union fordert seit Jahren zwei ständige Sitze mit allen Rechten sowie zusätzliche nichtständige Sitze für den Kontinent. Südafrika gehört zu den Staaten, die diese Reformforderung regelmäßig in internationalen Foren vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht zeigt zugleich, dass der Sicherheitsrat zwar als blockiert gilt, aber nicht als bedeutungslos. Viele Fachleute wollen bestehende Institutionen reformieren, auch wenn sie zunehmend auf ergänzende Formate wie BRICS, regionale Organisationen und thematische Koalitionen setzen.</p>



<h2 id="h-deutschland-bleibt-partner-verliert-aber-an-politischem-gewicht" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-bleibt-partner-verliert-aber-an-politischem-gewicht">Deutschland bleibt Partner, verliert aber an politischem Gewicht</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland wird in den fünf Ländern weiterhin als Partner gesehen, besonders in Handel und wirtschaftlicher Entwicklung. 95 Prozent der Befragten erkennen Deutschland als Partner im Handel an, 94 Prozent in wirtschaftlicher Entwicklung. Schwächer fällt das Bild bei Fragen harter Sicherheit und strategischer Führung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht beschreibt eine wachsende Lücke zwischen Deutschlands Selbstbild als normative und vermittelnde Macht und der internationalen Wahrnehmung. Deutschland werde wirtschaftlich respektiert, aber auf sicherheitspolitischem Feld oft als Akteur mit begrenztem Gewicht gesehen. <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-scheitert-mit-bewerbung-fuer-den-un-sicherheitsrat-merz-enttaeuscht-vom-ausgang/" data-type="post" data-id="27897">Das Scheitern der deutschen Kandidatur für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat wird als Hinweis auf schwindenden diplomatischen Einfluss genannt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Deutschlands Beziehungen zu Afrika liegt darin ein deutlicher Befund. Wirtschaftliche Glaubwürdigkeit allein reicht nicht aus, wenn afrikanische Partner stärker nach politischer Handlungsfähigkeit, Sicherheitsbeiträgen und verlässlicher Reformbereitschaft fragen.</p>



<h2 id="h-entwicklungspolitik-verschiebt-sich-zu-wissen-und-partnerschaften" class="wp-block-heading"><span id="entwicklungspolitik-verschiebt-sich-zu-wissen-und-partnerschaften">Entwicklungspolitik verschiebt sich zu Wissen und Partnerschaften</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei globalen öffentlichen Gütern und Entwicklungszusammenarbeit setzen die befragten Fachleute vor allem auf Wissenstransfer und Süd-Süd-Kooperation. In Südafrika nennen 68 Prozent technische Zusammenarbeit zwischen Ländern des globalen Südens als Priorität. In Brasilien sind es 75 Prozent, in Indien 51 Prozent, in Deutschland 70 Prozent und in Indonesien 49 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Multilaterale und Dreieckskooperationen werden ebenfalls breit unterstützt. Höhere finanzielle Beiträge für internationale Entwicklung spielen dagegen eine geringere Rolle. In Südafrika nennen sie 19 Prozent der Befragten, in Deutschland 14 Prozent und in Indonesien 41 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verschiebt sich das Verständnis von Entwicklungszusammenarbeit. Es geht weniger um klassische Geber-Empfänger-Logik und stärker um Fachwissen, Technologie, lokale Lösungen und Partnerschaften zwischen Staaten mit ähnlichen Entwicklungs- und Industrialisierungserfahrungen.</p>



<h2 id="h-nahe-ohne-starke-verbindungen" class="wp-block-heading"><span id="naehe-ohne-starke-verbindungen">Nähe ohne starke Verbindungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz gemeinsamer Interessen sehen sich die untersuchten Mittelmächte noch nicht durchgehend als zentrale bilaterale Partner. Der Bericht spricht von einer Verbindungslücke zwischen Ländern wie Brasilien, Indien, Indonesien und Südafrika. Politische Nähe führt bisher nicht automatisch zu starken Handels-, Finanz- oder Mobilitätskorridoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich auch in den Partnerbewertungen. China wird über alle Länder hinweg am häufigsten als besonders wichtige bilaterale Beziehung genannt. In Südafrika bewerten 93 Prozent der Befragten die Beziehungen zu China als sehr wichtig, 63 Prozent jene zu den Vereinigten Staaten, 67 Prozent jene zu Indien und 49 Prozent jene zu Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse zeigen damit zwei gleichzeitige Bewegungen. Mittelmächte wollen mehr Autonomie gegenüber Großmächten, verfügen aber noch nicht über ausreichend dichte Verbindungen untereinander. <a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-schliesst-sich-brics-als-partnerland-an/">In dieser Lücke gewinnen regionale Organisationen, BRICS und thematische Koalitionen an Bedeutung.</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland kürzt Entwicklungsetat um 600 Millionen Euro</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 23:30:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland will den Entwicklungsetat 2027 erneut kürzen. Der BMZ-Haushalt sinkt unter 9,5 Milliarden Euro, während Kritik aus Wissenschaft und Opposition wächst.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-kuerzt-entwicklungsetat-um-600-millionen-euro%2F&amp;action_name=Deutschland%20k%C3%BCrzt%20Entwicklungsetat%20um%20600%20Millionen%20Euro&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung will den Etat des Entwicklungsministeriums 2027 erneut senken. Nach dem vom Kabinett gebilligten Haushaltsentwurf soll das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 9,469 Milliarden Euro ausgeben dürfen. Das sind knapp 600 Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einschnitt erfolgt in einem Bundeshaushalt, der insgesamt deutlich wächst. Der Entwurf sieht für 2027 Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro im Kernhaushalt vor. Das wären 30,9 Milliarden Euro mehr als 2026. Der Verteidigungshaushalt soll auf 109,7 Milliarden Euro steigen. Die Nettokreditaufnahme im Kernhaushalt wird mit 118,7 Milliarden Euro veranschlagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesfinanzminister Lars Klingbeil <a href="https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Video/2026/2026-04-29-Bundeshaushalt-2027/2026-04-29-eckwerte-haushaltsentwurf-2027.html">begründete</a> die Kürzungen am Montag in Berlin mit notwendigen Einsparungen. Es habe „harte Entscheidungen“ gebraucht, um Lücken im Haushalt zu schließen. Zugleich betonte er, Deutschland bleibe nach dem Rückzug der USA aus Teilen der internationalen Entwicklungsfinanzierung ein glaubwürdiger Partner und wichtiger Unterstützer der Vereinten Nationen.</p>



<h2 id="h-alabali-radovan-verteidigt-priorisierung" class="wp-block-heading"><span id="alabali-radovan-verteidigt-priorisierung">Alabali Radovan verteidigt Priorisierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan sprach von „schwierigen Kürzungen“, stellte den Entwurf aber als Grundlage für eine stärker fokussierte Entwicklungspolitik dar. Die Mittel sollten dort eingesetzt werden, „wo sie den größten Unterschied machen“, erklärte die SPD-Politikerin. Entwicklungszusammenarbeit sei zugleich eine Investition in Deutschlands Sicherheit, Wohlstand und Zukunft.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Ministerin verwies dabei auf globale Krisen, Konflikte und die Folgen des Klimawandels. Diese träfen Menschen im Globalen Süden oft zuerst, machten aber nicht an Grenzen halt. Als Beispiel nannte sie die Lage in der Straße von Hormus, die zeige, wie unmittelbar internationale Konflikte auch Deutschland betreffen könnten.</p>
</div></div>



<h2 id="h-deutschland-verfehlt-erneut-das-oda-ziel" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-verfehlt-erneut-das-oda-ziel">Deutschland verfehlt erneut das ODA-Ziel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem niedrigeren BMZ-Etat setzt sich auch der Druck auf Deutschlands internationale Entwicklungsfinanzierung fort. <a href="https://fokus-afrika.de/berlin-haelt-an-entwicklungszielen-fest-laesst-finanzierung-aber-offen/" type="post" id="27301">Die deutsche ODA-Quote lag 2025 nach vorläufigen OECD-Berechnungen bei 0,56 Prozent des Bruttonationaleinkommens. </a>Damit verfehlte Deutschland erneut das international vereinbarte Ziel von 0,7 Prozent. Ohne Kosten für die Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten im Inland hätte die Quote nach BMZ-Angaben nur 0,46 Prozent betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung ist Teil eines breiteren internationalen Rückgangs. Die OECD stellte im Juni fest, dass die öffentliche Entwicklungsfinanzierung 2025 real um 23,3 Prozent sank. Für 2026 erwartet sie einen weiteren Rückgang um 6,9 Prozent. Besonders betroffen seien die ärmsten Länder und Subsahara-Afrika.</p>



<h2 id="h-kritik-aus-wissenschaft-und-opposition" class="wp-block-heading"><span id="kritik-aus-wissenschaft-und-opposition">Kritik aus Wissenschaft und Opposition </span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Entwicklungsökonom Rainer Thiele vom Kiel Institut für Weltwirtschaft kritisierte die erneute Kürzung scharf. Deutschland spare damit nicht nur am Existenzminimum von Menschen in Partnerländern, sondern auch an der eigenen Handlungsfähigkeit und Soft Power. Internationale Partnerschaften würden untergraben, während die Auswirkungen globaler Krisen auf Deutschland unterschätzt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus der Opposition kam deutliche Kritik. Die Linken-Abgeordnete Charlotte Neuhäuser verwies auf Modellrechnungen, wonach internationale Kürzungen bei Entwicklung und humanitärer Hilfe bis 2030 Millionen zusätzliche Todesfälle verursachen könnten. Eine in „The Lancet Global Health“ diskutierte Projektion nennt bei einem moderaten Rückgang der Hilfe 9,4 Millionen zusätzliche Todesfälle bis 2030, bei einem schweren Kürzungsszenario 22,6 Millionen.</p>



<h2 id="h-weniger-mittel-hohere-erwartungen" class="wp-block-heading"><span id="weniger-mittel-hoehere-erwartungen">Weniger Mittel, höhere Erwartungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Haushaltsentwurf verschärft damit einen Zielkonflikt der deutschen Entwicklungspolitik. Die Bundesregierung will Entwicklungszusammenarbeit stärker an strategischen Interessen ausrichten, Krisenprävention, Ernährungssicherheit, Klimaresilienz und wirtschaftliche Perspektiven fördern. Gleichzeitig sinken die verfügbaren Mittel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Afrika ist diese Entwicklung besonders relevant. Die OECD erwartet, dass bilaterale Hilfe für Subsahara-Afrika 2026 weiter zurückgeht. Damit trifft der Sparkurs eine Region, in der Deutschland zugleich Stabilität, Energiepartnerschaften, Migrationskooperation, Gesundheitsvorsorge und wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken will. Der Entwurf für 2027 zeigt deshalb nicht nur eine haushaltspolitische Entscheidung, sondern auch eine außenpolitische Prioritätensetzung.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
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		<title>Bundestag untersucht Einnahmen der Terrormiliz ISWAP – Schutzgeld, Wirtschaft und Scharia</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-untersucht-einnahmen-der-terrormiliz-iswap-schutzgeld-wirtschaft-und-scharia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 12:33:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Maritime Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>191,5 Millionen Dollar pro Jahr: ISWAP verdient an Fischerei, Landwirtschaft und Handel im Tschadseebecken. Die Finanzierung der Terrormiliz stammt vor allem aus erzwungenen lokalen Abgaben und nicht aus großen Auslandstransfers.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-untersucht-einnahmen-der-terrormiliz-iswap-schutzgeld-wirtschaft-und-scharia%2F&amp;action_name=Bundestag%20untersucht%20Einnahmen%20der%20Terrormiliz%20ISWAP%20%E2%80%93%20Schutzgeld%2C%20Wirtschaft%20und%20Scharia&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-untersucht-einnahmen-der-terrormiliz-iswap-schutzgeld-wirtschaft-und-scharia/">Bundestag untersucht Einnahmen der Terrormiliz ISWAP – Schutzgeld, Wirtschaft und Scharia</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Terrormiliz ISWAP nimmt im Tschadseebecken nach einer Schätzung jährlich 191,5 Millionen US-Dollar durch erzwungene Abgaben ein. Die zugrunde liegende <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/1184988/EU-6-065-26.pdf">Untersuchung</a> des Bundetags wurde am 3. Juni 2026 abgeschlossen und nun veröffentlicht. Die Einnahmen übersteigen demnach die jährlichen Steuereinnahmen des nigerianischen Bundesstaates Borno um mehr als das Zehnfache. Große Geldzuflüsse aus dem Ausland spielen bei der Finanzierung jihadistischer Gruppen in Nigeria dagegen offenbar nur eine geringe Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation Islamischer Staat in der Provinz Westafrika, kurz ISWAP, finanziert sich vor allem über die Kontrolle von Menschen, Handelswegen und wirtschaftlichen Aktivitäten im Nordosten Nigerias und in den angrenzenden Staaten. Fischer, Bauern, Viehhalter und Händler müssen Gebühren und Abgaben entrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ausarbeitung des Fachbereichs Europa und Völkerrecht der Bundestagsverwaltung beschreibt ein Finanzierungsmodell, das weit über einzelne Entführungen, Überfälle oder Spenden hinausgeht. ISWAP greift dauerhaft auf die reguläre Wirtschaft der Region zu und hat dafür ein organisiertes System aus Verwaltung, Geldeintreibern und lokalen Kommandostrukturen aufgebaut. Die Arbeit gibt die fachliche Einschätzung ihrer Verfasser wieder und ist keine Position des Deutschen Bundestages.&nbsp;</p>



<h2 id="h-fischerei-bildet-die-wichtigste-einnahmequelle" class="wp-block-heading"><span id="fischerei-bildet-die-wichtigste-einnahmequelle">Fischerei bildet die wichtigste Einnahmequelle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders einträglich ist die Fischerei im Tschadseebecken. Mehr als 100.000 Fischer aus Nigeria arbeiten dort abhängig von der Jahreszeit. Viele von ihnen müssen Gebiete betreten, die ISWAP faktisch kontrolliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation verlangt Markteintrittsgebühren, Fischereilizenzen, Viehabgaben und Zahlungen auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. Auch der Handel mit Chilipfeffer und Erdnussöl wird abgeschöpft. Fisch und Chilis aus der Region trugen vor dem Aufstieg der Terrormiliz jährlich rund 48 Millionen US-Dollar zum nigerianischen Bruttoinlandsprodukt bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISWAP verwendet für seine Abgaben Begriffe aus dem islamischen Recht. Nichtansässige müssen eine Gebühr für wirtschaftliche Tätigkeiten entrichten. Bewohner werden mit einer als Almosenabgabe bezeichneten Zahlung belastet. Daneben erheben lokale Kommandeure weitere Abgaben nach eigenem Ermessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die geschätzten 191,5 Millionen US-Dollar beziehen sich allein auf drei Arten solcher Zahlungen. Einnahmen aus Entführungen, Schmuggel, Erpressung und anderen Quellen sind darin nicht enthalten.</p>



<h2 id="h-ein-zwangssystem-mit-elementen-staatlicher-verwaltung" class="wp-block-heading"><span id="ein-zwangssystem-mit-elementen-staatlicher-verwaltung">Ein Zwangssystem mit Elementen staatlicher Verwaltung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">ISWAP unterhält in Teilen des Nordens von Borno und im weiteren Tschadseebecken eine eigene Verwaltung. Die Organisation übernimmt dort Funktionen, die der nigerianische Staat nur eingeschränkt erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören die Regulierung von Märkten, begrenzte medizinische Hilfe, Unterstützung beim Transport und die Bereitstellung von Wasser. Die Miliz tritt zugleich als Polizei und Gericht auf und verhängt Geldstrafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlungen bleiben dennoch erzwungen. Wer sich weigert, muss mit der Beschlagnahmung von Waren, zerstörten Ernten, Entführungen oder tödlicher Gewalt rechnen. Die Höhe der Abgaben kann nach Ort, Jahreszeit und Entscheidung des jeweiligen Kommandanten variieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das System verschafft ISWAP regelmäßig wiederkehrende Einnahmen. Die Gruppe ist dadurch weniger von einzelnen Überfällen oder schwer planbaren Lösegeldzahlungen abhängig. Mit den Einnahmen finanziert sie Kämpfer, Waffen, Verwaltung und weitere militärische Operationen.</p>



<h2 id="h-schmuggelrouten-bringen-zusatzliche-einnahmen" class="wp-block-heading"><span id="schmuggelrouten-bringen-zusaetzliche-einnahmen">Schmuggelrouten bringen zusätzliche Einnahmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der regionalen Wirtschaft nutzt ISWAP grenzüberschreitende Schmuggelnetze. Die Miliz besteuert Transporte, die ihr Gebiet durchqueren, und schützt diese teilweise vor staatlichem Zugriff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit entsteht eine Verbindung zwischen Terrorismus und organisierter Kriminalität. Schmuggler zahlen für den Zugang zu kontrollierten Routen, während ISWAP aus der Bewegung illegaler Waren weitere regelmäßige Einnahmen erzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entführungen bleiben ebenfalls Bestandteil des Finanzierungsmodells. Die Organisation setzt sie sowohl zur Beschaffung von Lösegeld als auch zur Durchsetzung ihrer Abgaben ein. Wer Zahlungen verweigert, kann verschleppt und erst gegen Geld wieder freigelassen werden.</p>



<h2 id="h-kryptowahrungen-und-hawala-verschleiern-transfers" class="wp-block-heading"><span id="kryptowaehrungen-und-hawala-verschleiern-transfers">Kryptowährungen und Hawala verschleiern Transfers</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">ISWAP nutzt zudem Kryptowährungen und informelle Überweisungssysteme, um Geld zu bewegen und Zahlungswege zu verbergen. Genannt wird insbesondere die Kryptowährung Monero, deren Transaktionen schwerer nachzuverfolgen sind als klassische Banküberweisungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt das Hawala-System. Dabei wird Geld nicht direkt über Banken übertragen. Vermittler zahlen Beträge auf Grundlage persönlicher Absprachen und gegenseitigen Vertrauens an anderen Orten aus. Die eigentliche Verrechnung erfolgt außerhalb des herkömmlichen Bankensystems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus lokalen Einnahmen und schwer kontrollierbaren Transfers erlaubt es ISWAP, Gelder grenzüberschreitend zu verteilen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das ursprünglich in Syrien gegründete Finanzorgan des Islamischen Staates, Maktab al-Furqan, das inzwischen in Nigeria angesiedelt sein soll.</p>



<h2 id="h-keine-belege-fur-umfangreiche-auslandsfinanzierung" class="wp-block-heading"><span id="keine-belege-fuer-umfangreiche-auslandsfinanzierung">Keine Belege für umfangreiche Auslandsfinanzierung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Belastbare Hinweise auf eine umfangreiche Finanzierung von ISWAP oder Boko Haram aus dem Ausland sind selten. Der dokumentierte Fall einer größeren ausländischen Unterstützung betrifft sechs Nigerianer, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten verurteilt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatten in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 782.000 US-Dollar nach Nigeria überwiesen. Ob das Geld an die heutige ISWAP-Struktur oder an die später wieder als Boko Haram bezeichnete Abspaltung gelangte, bleibt unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigerianische Sicherheitsvertreter haben wiederholt behauptet, die Terrororganisationen erhielten erhebliche Mittel aus dem Ausland. Die vom Bundestagsfachbereich ausgewerteten Quellen belegen diese Aussagen jedoch nicht. Das vorherrschende Modell beruht auf lokalen Einnahmen, territorialer Kontrolle und der gewaltsamen Abschöpfung wirtschaftlicher Aktivitäten.</p>



<h2 id="h-boko-haram-setzt-starker-auf-entfuhrungen" class="wp-block-heading"><span id="boko-haram-setzt-staerker-auf-entfuehrungen">Boko Haram setzt stärker auf Entführungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Boko Haram verfügt im Unterschied zu ISWAP über kein vergleichbar gefestigtes Herrschaftsgebiet. <a href="https://fokus-afrika.de/boko-haram-droht-iswap-offen-mit-neuer-gewalt/" type="post" id="26116">Die Organisation operiert stärker aus wechselnden Lagern und finanziert sich vor allem durch Entführungen, Erpressung, Banküberfälle und Schmuggel.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-meldet-rettung-von-360-entfuehrten-aus-dschihadisten-stuetzpunkt-in-borno/" type="post" id="27988">Bei Massenentführungen von Schulkindern und der Verschleppung ausländischer Staatsangehöriger sollen teilweise Lösegelder in Millionenhöhe gezahlt worden sein.</a> Die nigerianische Regierung bestreitet staatliche Zahlungen und verweist auf das gesetzliche Verbot, Lösegeld aus öffentlichen Mitteln zu entrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Norden Nigerias hat sich zugleich eine Entführungswirtschaft entwickelt. Kriminelle Banden verschleppen Menschen und übergeben sie gegen Bezahlung an Boko Haram. Umgekehrt verkauft die Terrorgruppe Opfer an Kriminelle oder Menschenhändler weiter.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="636" height="357" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Boko_Haram_Amputation.png" alt="" class="wp-image-25790 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Boko_Haram_Amputation.png 636w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Boko_Haram_Amputation-300x168.png 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/Boko_Haram_Amputation-380x213.png 380w" sizes="(max-width: 636px) 100vw, 636px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch Boko Haram erzielt Einnahmen aus dem Handel mit Treibstoff, Lebensmitteln, Kleinwaffen, Drogen und Altmetall. Wie ISWAP nutzt die Organisation inzwischen Kryptowährungen und Hawala zur Verschleierung ihrer Finanzströme.</p>
</div></div>



<h2 id="h-gewalt-bewaffneter-fulani-gruppen-ist-nicht-einheitlich-organisiert" class="wp-block-heading"><span id="gewalt-bewaffneter-fulani-gruppen-ist-nicht-einheitlich-organisiert">Gewalt bewaffneter Fulani-Gruppen ist nicht einheitlich organisiert</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/us-regierung-verteidigt-neuen-anti-terror-kurs-in-afrika/" type="post" id="26814">Die Ausarbeitung untersucht außerdem bewaffnete Gruppen, deren Mitglieder der Ethnie der Fulani angehören.</a> Anders als Boko Haram und ISWAP bilden sie keine einheitliche Organisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Milizen entstanden überwiegend aus Konflikten zwischen Viehhaltern und sesshaften Bauern um Land, Wasser und Weideflächen. Bevölkerungswachstum, Wüstenbildung, schrumpfende Weidegebiete und die Verbreitung von Kleinwaffen haben diese Auseinandersetzungen verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von rund 14,5 Millionen Fulani in Nigeria sollen etwa 30.000 bewaffneten Gruppen angehören. Eine Gleichsetzung der gesamten Bevölkerungsgruppe mit Terrorismus oder Gewaltkriminalität ist daher nicht haltbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Milizen finanzieren sich durch Schutzgelder, Viehdiebstahl, Erpressung und Abgaben auf Ernten. Was zunächst als freiwillige Zahlung von Gemeinden zum Schutz vor Angriffen begann, entwickelte sich in mehreren Regionen zu einem erzwungenen System.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Opfer im zentralen und südlicheren Nigeria sind christliche Bauern. Im überwiegend muslimischen Nordwesten richten sich Angriffe dagegen häufig gegen muslimische Hausa-Gemeinschaften.</p>



<h2 id="h-religiose-erklarung-greift-zu-kurz" class="wp-block-heading"><span id="religioese-erklaerung-greift-zu-kurz">Religiöse Erklärung greift zu kurz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Christliche Dörfer, Kirchen und Krankenhäuser werden in Nigeria gezielt angegriffen. Boko Haram und ISWAP verwenden zudem jihadistische und antichristliche Rhetorik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/nigeria-weist-trumps-vorwurf-eines-christen-genozids-zurueck/" type="post" id="21480">Die Gewalt lässt sich dennoch nicht allein als Konflikt zwischen Muslimen und Christen beschreiben. </a>Auch muslimische Gemeinden und islamische Einrichtungen werden angegriffen. Die meisten Opfer von Boko Haram sind Muslime.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwache staatliche Institutionen, Korruption, Armut, Landkonflikte, Ressourcenknappheit und organisierte Kriminalität prägen die Sicherheitslage ebenso wie religiöser Extremismus. Bewaffnete Gruppen breiten sich besonders in Gebieten aus, in denen staatlicher Schutz, Verwaltung und wirtschaftliche Alternativen fehlen.</p>



<h2 id="h-nigeria-setzt-auf-sanktionen-und-vermogenssperren" class="wp-block-heading"><span id="nigeria-setzt-auf-sanktionen-und-vermoegenssperren">Nigeria setzt auf Sanktionen und Vermögenssperren</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria verfolgt mutmaßliche Terrorfinanziers, sperrt Vermögen und untersagt Finanztransaktionen. Zu den zuständigen Institutionen gehören die Kommission für Wirtschafts- und Finanzkriminalität, die nigerianische Finanzaufklärungseinheit und das nationale Sanktionskomitee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Sanktionskomitee führt 48 Personen und zwölf Organisationen auf. Die Vorwürfe betreffen überwiegend Geldtransfers und Geldwäsche. Direkte Finanzierungen von Boko Haram oder ISWAP lassen sich nur in wenigen Fällen eindeutig zuordnen. Zahlungen an bewaffnete Fulani-Gruppen sind auf der Liste nicht erkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigeria wurde 2023 wegen Defiziten bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung auf die sogenannte Graue Liste der internationalen Financial Action Task Force gesetzt. Nach der Umsetzung vereinbarter Reformen wurde das Land im Oktober 2025 wieder von der Liste gestrichen. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>AfD fragt: Was macht die Integrationsbeauftragte?</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/afd-fragt-was-macht-die-integrationsbeauftragte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 11:24:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was macht die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung konkret? Die AfD fragt nach Personal, Kosten, Reisen und Ergebnissen. Die Antwort nennt 46 Projekte, rund 390.200 Euro für externe Dienstleistungen und keine geplante Evaluation.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fafd-fragt-was-macht-die-integrationsbeauftragte%2F&amp;action_name=AfD%20fragt%3A%20Was%20macht%20die%20Integrationsbeauftragte%3F&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die AfD-Fraktion will wissen, was die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung im ersten Amtsjahr konkret geleistet hat. Die Bundesregierung übermittelte ihre Antwort am 25. Juni 2026 an den Bundestag. Sie nennt Gesetzesvorhaben, Förderprojekte, Gespräche und acht Dienstreisen innerhalb Deutschlands. Genaue Angaben zur Personalstruktur, zu einzelnen Dienstleistern und zu messbaren Zielvorgaben macht sie dagegen nicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleine Anfrage richtet sich an die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die zugleich das Amt der Antirassismusbeauftragten ausübt. Die AfD fragte nach Aufgaben, Kosten, Personal, Reisen, politischen Kontakten und überprüfbaren Ergebnissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beschreibt das Amt vor allem als beratende und koordinierende Stelle. Die Beauftragte begleitet migrations- und integrationspolitische Gesetzesvorhaben, beteiligt sich an der Abstimmung zwischen Ministerien und fördert Projekte gegen Rassismus sowie für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.</p>



<h2 id="h-bundesregierung-nennt-keine-zahl-der-beschaftigten" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-nennt-keine-zahl-der-beschaeftigten">Bundesregierung nennt keine Zahl der Beschäftigten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beauftragten zur Verfügung stehen, wie viele Stellen besetzt sind und welche Aufgaben einzelne Beschäftigte wahrnehmen, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung verweist auf den Bundeshaushaltsplan, in dem Angaben zu Stellen und Budget enthalten seien. Weitergehende Auskünfte zur personellen Ausstattung und zu laufenden Stellenbesetzungen seien für die parlamentarische Beurteilung nicht erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Begründung führt sie die Grenzen der parlamentarischen Kontrolle an. Diese dürfe nicht zu einer administrativen Überkontrolle der Regierung führen. Zudem könne sich die personelle Zusammensetzung der zuständigen Referate fortlaufend verändern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beauftragte ist organisatorisch beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales angesiedelt. Als Staatsministerin nimmt sie an den Sitzungen des Bundeskabinetts teil. Sie steht regelmäßig mit Regierungsmitgliedern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Bundesministerien in Kontakt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Gespräche mit welchen Ministerien stattfanden und welche konkreten Ergebnisse daraus entstanden, schlüsselt die Bundesregierung nicht auf.</p>



<h2 id="h-rund-390-200-euro-fur-externe-dienstleistungen" class="wp-block-heading"><span id="rund-390-200-euro-fuer-externe-dienstleistungen">Rund 390.200 Euro für externe Dienstleistungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zeitraum vom 25. März 2025 bis zum 24. März 2026 vergab das Büro der Beauftragten externe Aufträge im Umfang von rund 390.200 Euro brutto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dienstleistungen umfassten die Organisation und Bewirtung von Veranstaltungen, fotografische Dokumentation, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Gestaltung, Pflege und Weiterentwicklung von Internetangeboten. Hinzu kamen Druckaufträge, die Produktion von Informationsmaterialien und rechtliche Beratung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Namen der Auftragnehmer veröffentlicht die Bundesregierung nicht. Sie verweist auf schutzwürdige Interessen Dritter und den Schutz personenbezogener Daten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Öffentlichkeitsarbeit entstanden zusätzliche Ausgaben von 315.900,35 Euro. Dazu zählen Publikationen, Informationsmaterialien, Websites, Social-Media-Inhalte und Fotos von Veranstaltungen und Terminen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Integrationsbeauftragte nutzt nach Angaben der Bundesregierung ausschließlich Instagram als sozialen Kommunikationskanal. Das Konto hatte zum Zeitpunkt der Antwort rund 44.000 Follower. Angaben zur Zahl der Beiträge, Aufrufe, Kommentare oder Interaktionen enthält die Antwort nicht.&nbsp;</p>



<h2 id="h-acht-dienstreisen-keine-reise-ins-ausland" class="wp-block-heading"><span id="acht-dienstreisen-keine-reise-ins-ausland">Acht Dienstreisen, keine Reise ins Ausland</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Integrationsbeauftragte absolvierte im untersuchten Zeitraum acht Dienstreisen. Sämtliche Reisen führten zu Terminen innerhalb Deutschlands. Internationale Konferenzen oder sicherheitspolitische Foren besuchte sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Terminen gehörten ein Besuch der Ausländerbehörde in Hannover, eine Einbürgerungsfeier, eine Bund-Länder-Konferenz der Integrationsbeauftragten in Kiel und eine Veranstaltung zur Zuwanderung im Jobcenter Mannheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Reisen führten zum Gedenken an den rassistischen Anschlag von Hanau, zur Planungskonferenz der Interkulturellen Woche in Frankfurt am Main und zu einem Treffen hessischer Integrationsbeauftragter in Wiesbaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Kosten der einzelnen Reisen nennt die Bundesregierung nicht. Sie verweist auf die üblichen Reisekostensätze für Regierungsmitglieder und auf Fahrten mit dem Dienstwagen. Externe Personen begleiteten die Beauftragte nicht.</p>



<h2 id="h-33-treffen-mit-verbanden-und-organisationen" class="wp-block-heading"><span id="33-treffen-mit-verbaenden-und-organisationen">33 Treffen mit Verbänden und Organisationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Mai 2025 und März 2026 nahm die Beauftragte an insgesamt 33 Gesprächen mit Interessenvertretern, Verbänden, Lobbyorganisationen und Nichtregierungsorganisationen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Termine fanden im September 2025 statt. In diesem Monat verzeichnet die Bundesregierung sieben Gespräche. Jeweils fünf Treffen gab es im Oktober und November.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-28559 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-683x1024.jpg 683w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-200x300.jpg 200w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-768x1152.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-1024x1536.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-1365x2048.jpg 1365w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-380x570.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-800x1200.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/foto-hoch-anna-voelske-v2-data-1160x1740.jpg 1160w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Gespräche sollten dem fachlichen Austausch über integrations- und gesellschaftspolitische Fragen dienen. Welche Organisationen an den einzelnen Terminen beteiligt waren und welche konkreten Positionen besprochen wurden, führt die Bundesregierung nicht aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen zwölf Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierungen. Die Gespräche betrafen unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, Integrationspolitik, Migration und gesellschaftspolitische Entwicklungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit internationalen Organisationen fanden zwei Treffen statt. Im Juni 2025 traf die Beauftragte Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen. Im Dezember folgte ein Gespräch mit dem Leiter der deutschen Vertretung der Internationalen Organisation für Migration. </p>
</div></div>



<h2 id="h-beauftragte-begleitete-zehn-gesetzesvorhaben" class="wp-block-heading"><span id="beauftragte-begleitete-zehn-gesetzesvorhaben">Beauftragte begleitete zehn Gesetzesvorhaben</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung nennt zehn Gesetzesvorhaben, an denen die Beauftragte beteiligt war. Dazu gehören die deutsche Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems und die dazugehörigen Änderungen am Ausländerzentralregister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Vorhaben betreffen die Bestimmung sicherer Herkunftsstaaten, die Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten und Maßnahmen gegen missbräuchliche Vaterschaftsanerkennungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beauftragte begleitete außerdem Änderungen am Leistungsrecht für Menschen mit vorübergehendem Schutz, die Digitalisierung der Migrationsverwaltung, eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und die Modernisierung des Bundespolizeigesetzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung beschreibt jedoch nicht, welche Änderungen auf Vorschläge der Beauftragten zurückgehen oder in welchen Punkten ihre Beteiligung die Gesetzentwürfe beeinflusst hat.</p>



<h2 id="h-46-laufende-forderprojekte" class="wp-block-heading"><span id="46-laufende-foerderprojekte">46 laufende Förderprojekte</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bmz-programm-zu-migration-und-diaspora-kostete-8925-millionen-euro/">Die Bundestagsantwort führt 46 laufende Förderprojekte auf. </a>Davon gehören 26 zum Bereich integrationspolitische Maßnahmen, acht zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Extremismusprävention sowie zwölf zum Bereich Antirassismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den geförderten Organisationen gehören der Rat für Migration, die Internationale Organisation für Migration, die Diakonie Deutschland, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die Türkische Gemeinde in Deutschland, die Amadeu Antonio Stiftung und der Deutsche Fußball-Bund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Projekte reichen von Beratungsangeboten für Einbürgerungsinteressierte über die Arbeitsmarktintegration von Frauen bis zu kommunalen Strategien gegen Rassismus. Weitere Programme befassen sich mit der Wohnraumversorgung von Geflüchteten, psychosozialer Unterstützung, politischer Beteiligung und Antirassismusarbeit im Sport.&nbsp;</p>



<h2 id="h-keine-messbaren-kriterien-und-keine-evaluation" class="wp-block-heading"><span id="keine-messbaren-kriterien-und-keine-evaluation">Keine messbaren Kriterien und keine Evaluation</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, anhand welcher quantitativen und qualitativen Kriterien die Wirksamkeit der Beauftragten bewertet wird, erklärt die Bundesregierung, eine solche Bewertung sei nicht vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine allgemeine Evaluation des Amtes ist nicht geplant. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die Funktion der Integrationsbeauftragten gesetzlich im Aufenthaltsgesetz geregelt ist. Das Amt der Antirassismusbeauftragten beruht auf einem Kabinettsbeschluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wesentliche Ergebnisse nennt die Bundesregierung die Beteiligung an Gesetzesvorhaben und die Fortführung von Projekten. Dazu zählen Beratungsangebote für Betroffene rassistischer Vorfälle, kommunale Allianzen gegen rassistische Anfeindungen und die Unterstützung von Initiativen im Umfeld rassistischer Anschläge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Bundestag entsendet AfD-Abgeordneten Maximilian Krah zur Mittelmeer-Versammlung nach Kairo</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/bundestag-entsendet-afd-abgeordneten-maximilian-krah-zur-mittelmeer-versammlung-nach-kairo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 14:04:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Maritime Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Parlamentarier aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten treffen sich in Kairo. Der Bundestag wird durch Detlef Seif und Maximilian Krah vertreten.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fbundestag-entsendet-afd-abgeordneten-maximilian-krah-zur-mittelmeer-versammlung-nach-kairo%2F&amp;action_name=Bundestag%20entsendet%20AfD-Abgeordneten%20Maximilian%C2%A0Krah%20zur%20Mittelmeer-Versammlung%20nach%20Kairo&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Deutsche Bundestag entsendet die Abgeordneten Detlef Seif und Maximilian Krah zur Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum nach Kairo. Die Beratungen finden vom 4. bis 5. Juli 2026 statt. Delegierte aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten befassen sich mit regionaler Friedenspolitik, Künstlicher Intelligenz, Frauenrechten und dem Schutz des Mittelmeers. Parallel kommen die Präsidentinnen und Präsidenten der beteiligten Parlamente zu einem Gipfeltreffen zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der CDU/CSU-Abgeordnete Detlef Seif leitet die deutsche Delegation. Neben ihm nimmt der AfD-Abgeordnete Maximilian Krah an der 19. Jahrestagung teil. Seif vertritt außerdem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim zehnten Gipfel der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parlamentarische Versammlung der Union für den Mittelmeerraum bringt Abgeordnete aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, dem Europäischen Parlament und den südlichen und östlichen Mittelmeeranrainern zusammen. Ihr gehören insgesamt 280 Parlamentarier an.</p>



<h2 id="h-frieden-und-parlamentarische-diplomatie-auf-der-tagesordnung" class="wp-block-heading"><span id="frieden-und-parlamentarische-diplomatie-auf-der-tagesordnung">Frieden und parlamentarische Diplomatie auf der Tagesordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt der Beratungen liegt auf der Rolle parlamentarischer Diplomatie bei der Sicherung von Frieden und Stabilität im Mittelmeerraum. Der zuständige Ausschuss für politische Angelegenheiten, Sicherheit und Menschenrechte bereitet dazu eine Entschließung vor.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="571" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-1024x571.jpg" alt="" class="wp-image-28542 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-1024x571.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-300x167.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-768x428.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-380x212.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-800x446.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah-1160x647.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/07/Laue-krah.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund gilt es als hochproblematisch, dass mit Maximilian Krah ein Abgeordneter an den Gesprächen teilnimmt, der selbst innerhalb seiner Partei umstritten ist. Kritiker verweisen auf eine Reihe von Skandalen und Vorwürfen im Zusammenhang mit ausländischen Einflussoperationen, die Zweifel an seiner Eignung für diplomatische Aufgaben im Namen Deutschlands aufkommen lassen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium bietet Abgeordneten aus Staaten mit unterschiedlichen außenpolitischen Interessen und teilweise angespannten Beziehungen einen gemeinsamen Gesprächsrahmen. Zu den südlichen Mitgliedern gehören Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Mauretanien, die Palästinensischen Gebiete, Tunesien und die Türkei. Die Mitgliedschaft Syriens ist ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Union für den Mittelmeerraum entstand aus dem 1995 begonnenen Barcelona-Prozess. Dieser sollte die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit ihren südlichen und östlichen Nachbarn stärken. Im Jahr 2008 wurde die Kooperation auf deutsch-französische Initiative institutionell ausgebaut und durch ein ständiges Sekretariat in Barcelona ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf parlamentarischer Ebene wird der Prozess seit 1998 begleitet. Die heutige Parlamentarische Versammlung soll die Arbeit der Union politisch flankieren und Empfehlungen an die Regierungen ihrer Mitgliedstaaten richten.</p>



<h2 id="h-kunstliche-intelligenz-beim-gipfel-der-parlamentsprasidenten" class="wp-block-heading"><span id="kuenstliche-intelligenz-beim-gipfel-der-parlamentspraesidenten">Künstliche Intelligenz beim Gipfel der Parlamentspräsidenten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim parallel stattfindenden Gipfeltreffen beraten die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten über den politischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Weitere Themen sind die Stärkung parlamentarischer Diplomatie sowie die Rechte von Frauen und Jugendlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz ist damit erstmals eines der zentralen Themen des Gipfelformats. Die Beratungen verbinden technologische Entwicklungen mit Fragen staatlicher Regulierung, politischer Teilhabe und regionaler Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Beschlüsse wurden im Vorfeld nicht angekündigt. Die Ergebnisse des Treffens sollen in die weitere parlamentarische Arbeit der Union für den Mittelmeerraum einfließen.</p>



<h2 id="h-frauen-sollen-starker-an-der-blauen-wirtschaft-beteiligt-werden" class="wp-block-heading"><span id="frauen-sollen-staerker-an-der-blauen-wirtschaft-beteiligt-werden">Frauen sollen stärker an der Blauen Wirtschaft beteiligt werden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss für die Rechte der Frauen befasst sich mit der Beteiligung von Frauen an der sogenannten Blauen Wirtschaft. Der Begriff umfasst wirtschaftliche Tätigkeiten, die mit Meeren, Küsten und marinen Ressourcen verbunden sind. Dazu gehören Fischerei, Hafenwirtschaft, Schifffahrt, Tourismus und erneuerbare Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Delegierten beraten darüber, wie Frauen stärker an der nachhaltigen Nutzung dieser Ressourcen beteiligt werden können. Im Fokus stehen wirtschaftlicher Zugang, Beschäftigungsmöglichkeiten und politische Mitwirkung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen sind in mehreren maritimen Wirtschaftsbereichen weiterhin schwächer vertreten. Gleichzeitig bilden Fischerei, Küstenwirtschaft und Tourismus in zahlreichen Mittelmeerstaaten eine wesentliche Grundlage für Einkommen und Beschäftigung.</p>



<h2 id="h-mittelmeer-biodiversitat-unter-wachsendem-druck" class="wp-block-heading"><span id="mittelmeer-biodiversitaet-unter-wachsendem-druck">Mittelmeer-Biodiversität unter wachsendem Druck</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausschuss für Energie, Umwelt und Wasser behandelt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Schutz der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Bewirtschaftung des mediterranen Ökosystems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltprobleme im Mittelmeer lassen sich kaum innerhalb nationaler Grenzen bearbeiten. Verschmutzung, Überfischung, steigende Wassertemperaturen und der Verlust natürlicher Lebensräume betreffen europäische und nordafrikanische Küstenstaaten gleichermaßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die geplante Entschließung soll gemeinsame Ansätze zur Bewahrung mariner Lebensräume und zur Nutzung natürlicher Ressourcen entwickeln. Die Empfehlungen der Versammlung sind politisch, aber nicht rechtlich bindend.</p>



<h2 id="h-gleichgewicht-zwischen-nord-und-sud" class="wp-block-heading"><span id="gleichgewicht-zwischen-nord-und-sued">Gleichgewicht zwischen Nord und Süd</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parlamentarische Versammlung ist nach dem Grundsatz der Nord-Süd-Parität organisiert. 140 Mitglieder vertreten die Parlamente nördlich des Mittelmeers und das Europäische Parlament. Weitere 140 Sitze entfallen auf die südlichen und östlichen Partnerstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den insgesamt 280 Mandaten gehen 81 an die nationalen Parlamente der 27 EU-Mitgliedstaaten und 51 an das Europäische Parlament. Acht weitere Sitze entfallen auf Albanien, Bosnien und Herzegowina, Monaco und Montenegro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zehn südlichen Gründungsmitglieder verfügen zusammen über 130 Sitze. Auch das Präsidium ist so zusammengesetzt, dass europäische und südliche Partner vertreten sind. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen den beteiligten Staatengruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Fachausschüsse bereiten die inhaltliche Arbeit der Versammlung vor. Sie behandeln Politik und Sicherheit, Wirtschaft und Bildung, gesellschaftlichen Austausch, Frauenrechte sowie Energie, Umwelt und Wasser. Ihre Empfehlungen werden nach der Verabschiedung im Plenum an die Regierungen der Mitgliedstaaten übermittelt.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschlands humanitäre Hilfe in der Welt sinkt um zwei Drittel</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschlands-humanitaere-hilfe-in-der-welt-sinkt-um-zwei-drittel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 22:29:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://fokus-afrika.de/?p=28506</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weltweit waren 294 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Gleichzeitig sanken Deutschlands humanitäre Ausgaben von 3,28 auf 1,06 Milliarden Euro. Afrika erhielt seit 2022 rund 2,3 Milliarden Euro.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschlands-humanitaere-hilfe-in-der-welt-sinkt-um-zwei-drittel%2F&amp;action_name=Deutschlands%20humanit%C3%A4re%20Hilfe%20in%20der%20Welt%20sinkt%20um%20zwei%20Drittel&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Deutschlands Ausgaben für humanitäre Hilfe im Ausland sind innerhalb von drei Jahren von 3,28 Milliarden auf 1,06 Milliarden Euro gesunken. Die Bundesregierung übermittelte die <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/065/2106500.pdf">Bilanz</a> nun als Unterrichtung an den Bundestag. Gleichzeitig stieg die Zahl der weltweit auf Unterstützung angewiesenen Menschen von 274 Millionen im Jahr 2022 auf 294 Millionen im Jahr 2025. Afrika erhielt im gesamten Berichtszeitraum rund 2,3 Milliarden Euro und damit knapp ein Viertel der deutschen Mittel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückgang der deutschen Ausgaben setzte nach dem bisherigen Höchststand von 2022 ein. Im Jahr 2023 stellte das Auswärtige Amt noch 2,72 Milliarden Euro bereit, 2024 waren es 2,26 Milliarden Euro. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-zahlt-eine-milliarde-euro-an-humanitaere-hilfe/">Bis 2025 verringerte sich der Betrag auf 1,06 Milliarden Euro.</a> Gegenüber 2022 entspricht dies einem Minus von knapp 68 Prozent.</p>



<h2 id="h-weltweiter-hilfsbedarf-steigt" class="wp-block-heading"><span id="weltweiter-hilfsbedarf-steigt">Weltweiter Hilfsbedarf steigt</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kürzungen fallen in eine Phase wachsender humanitärer Notlagen. Kriege, Vertreibung, Hunger und klimabedingte Katastrophen haben den Bedarf in zahlreichen Regionen erhöht. Die Zahl bewaffneter Konflikte hat sich nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz innerhalb von 15 Jahren verdoppelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Arbeit der Hilfsorganisationen wurde gefährlicher. Zwischen 2022 und 2025 wurden weltweit 1.129 humanitäre Helferinnen und Helfer im Einsatz getötet. Zugleich erschwerten Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Zugangsbeschränkungen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht die Versorgung notleidender Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierungslücke wuchs auch auf internationaler Ebene. Weltweit standen 2023 rund 37,5 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe zur Verfügung. Zwei Jahre später waren es nach vorläufigen Berechnungen nur noch 27 Milliarden US-Dollar. Die Vereinten Nationen hatten den tatsächlichen Bedarf für 2025 auf rund 47 Milliarden US-Dollar geschätzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-ziehen-sich-aus-66-internationalen-organisationen-zurueck-konsequenzen-fuer-un-arbeit-in-afrika/" type="post" id="23396">Die Bundesregierung führt die Verschärfung der Finanzierungskrise auch auf die Kürzungen der Vereinigten Staaten zu Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump zurück.</a> Deutschland gehörte zuvor über Jahre nach den USA zu den größten staatlichen Gebern.</p>



<h2 id="h-afrika-erhalt-knapp-ein-viertel-der-mittel" class="wp-block-heading"><span id="afrika-erhaelt-knapp-ein-viertel-der-mittel">Afrika erhält knapp ein Viertel der Mittel</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von den insgesamt rund 9,3 Milliarden Euro, die Deutschland zwischen 2022 und 2025 für humanitäre Hilfe ausgab, flossen 24,6 Prozent nach Afrika. Das entspricht rund 2,3 Milliarden Euro. Einen größeren Anteil erhielt nur der Nahe und Mittlere Osten mit 33,8 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa kam auf 15,6 Prozent der Mittel. Weitere 14,6 Prozent entfielen auf globale Fonds, thematische Programme und länderübergreifende Maßnahmen. Asien erhielt 9,1 Prozent, Amerika 2,2 Prozent. Rund ein Prozent wurde in Ozeanien eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den 20 Ländern und Gebieten mit den höchsten deutschen Ausgaben befanden sich zehn afrikanische Staaten. Dazu gehörten Äthiopien, Sudan, Südsudan, Somalia, die Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Nigeria, Niger, Mali und die Zentralafrikanische Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die höchsten Einzelbeträge flossen im Vierjahreszeitraum nach Syrien und in die Ukraine. Es folgten die palästinensischen Gebiete, Afghanistan, Libanon und Jemen. Äthiopien war das afrikanische Land mit den höchsten deutschen Ausgaben.</p>



<h2 id="h-sudan-wird-zum-schwerpunkt-der-deutschen-hilfe" class="wp-block-heading"><span id="sudan-wird-zum-schwerpunkt-der-deutschen-hilfe">Sudan wird zum Schwerpunkt der deutschen Hilfe</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/" type="post" id="23270">Seit Beginn des Krieges zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces im April 2023 entwickelte sich Sudan zum größten humanitären Krisengebiet weltweit. </a>Mehr als 20 Millionen Menschen waren nach Darstellung der Bundesregierung auf Unterstützung angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland finanzierte Hilfsmaßnahmen innerhalb Sudans und unterstützte zugleich Nachbarstaaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen. <a href="https://fokus-afrika.de/sudan-konferenz-in-berlin-mobilisiert-15-milliarden-euro-an-hilfen/" type="post" id="26588">Die Bundesregierung beteiligte sich außerdem als Ko-Gastgeberin an internationalen Geberkonferenzen. </a>Im Jahr 2024 kamen dabei weltweite Zusagen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar zusammen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="790" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-1024x790.jpg" alt="" class="wp-image-25869 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-1024x790.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-300x231.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-768x592.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-380x293.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-800x617.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015-1160x894.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/03/ElFasherDarfurSudan_RomanDeckert18022015.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Neben der Finanzierung konzentrierte sich die deutsche Diplomatie auf den Zugang zu den betroffenen Gebieten, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung des humanitären Handlungsspielraums. Lokale Nothilfegruppen spielten dabei eine zentrale Rolle, weil internationale Organisationen viele Regionen nur eingeschränkt erreichen konnten.</p>
</div></div>



<h2 id="h-hilfe-am-horn-von-afrika-und-in-der-region-der-grossen-seen" class="wp-block-heading"><span id="hilfe-am-horn-von-afrika-und-in-der-region-der-grossen-seen">Hilfe am Horn von Afrika und in der Region der Großen Seen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/tigray-gibt-es-bald-krieg-zwischen-aethiopien-und-eritrea/" type="post" id="24540">In Äthiopien unterstützte Deutschland während und nach dem Krieg in Tigray die Versorgung vertriebener Menschen.</a> Nach dem Ende der größeren Kampfhandlungen finanzierten deutsche Mittel unter anderem die Rückkehr und Grundversorgung von Hunderttausenden Binnenvertriebenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Somalia richtete sich die Hilfe vor allem gegen die Folgen der schweren Dürre von 2022 und 2023. Die Bundesregierung führt die Abwendung einer prognostizierten Hungersnot auch auf die Mobilisierung weiterer Geber und die Verbindung von akuter Nothilfe mit frühzeitigen Schutzmaßnahmen zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Demokratischen Republik Kongo finanzierte Deutschland über den gesamten Zeitraum Programme gegen die Folgen des langjährigen Konflikts im Osten des Landes. Nach dem Vorrücken der M23-Miliz und der Ausweitung der Kämpfe im Jahr 2025 unterstützte das Auswärtige Amt die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, Wasser und Hygieneartikeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bund-rechnet-mit-fluechtlingskosten-von-ueber-24-milliarden-euro-fuer-das-jahr-2025/">Die Hilfen bezogen auch die Nachbarstaaten ein, die Flüchtlinge aus den Konfliktgebieten aufnahmen. </a>Deutschland setzte sich zugleich gegenüber den beteiligten Staaten für den Schutz von Hilfsorganisationen und den Zugang zu den betroffenen Menschen ein.</p>



<h2 id="h-neues-finanzierungsmodell-fur-westafrika" class="wp-block-heading"><span id="neues-finanzierungsmodell-fuer-westafrika">Neues Finanzierungsmodell für Westafrika</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-befasst-sich-mit-terrorismus-in-westafrika-und-im-sahel/" type="post" id="22050">In Westafrika richtete sich die deutsche Unterstützung gegen die Folgen von Terrorismus, politischer Instabilität und klimatischen Extremereignissen.</a> Ein Schwerpunkt lag auf dem Tschadseebecken, wo Gewalt und Vertreibung mehrere Staaten gleichzeitig betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Tschadsee-Konferenz kündigte die Bundesregierung 2023 eine sogenannte Nexus Funding Facility an. Das Finanzierungsmodell soll humanitäre Hilfe enger mit Entwicklungszusammenarbeit und Stabilisierung verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine erste Förderrunde über rund sechs Millionen Euro wurde für Projekte in Kamerun und Tschad begonnen. Lokale und internationale Organisationen sollen dort akute Hilfe mit längerfristigen Maßnahmen zur Sicherung von Lebensgrundlagen verbinden.</p>



<h2 id="h-mehr-verantwortung-fur-lokale-organisationen" class="wp-block-heading"><span id="mehr-verantwortung-fuer-lokale-organisationen">Mehr Verantwortung für lokale Organisationen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung reagierte auf die sinkenden Budgets mit einer stärkeren Konzentration der Mittel. Internationale Reformprozesse sehen vor, Hilfen auf besonders schwere Krisen zu fokussieren, Entscheidungswege zu verkürzen und gemeinsame Verwaltungsleistungen zu bündeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Geld soll außerdem lokale Organisationen erreichen. Das Auswärtige Amt hatte sich vorgenommen, 25 Prozent seiner humanitären Mittel mit höchstens einer zwischengeschalteten Organisation an lokale Akteure weiterzugeben. Im Jahr 2024 lag dieser Anteil bei 21,9 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Verteilung nach Partnerorganisationen veränderte sich. Internationale Organisationen erhielten 2022 noch 78 Prozent der deutschen Mittel. Bis 2025 sank ihr Anteil auf 51 Prozent. Der Anteil der Nichtregierungsorganisationen stieg im selben Zeitraum von 13 auf 39 Prozent. Weitere zehn Prozent gingen 2025 an die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschlands-humanitaere-hilfe-in-der-welt-sinkt-um-zwei-drittel/">Deutschlands humanitäre Hilfe in der Welt sinkt um zwei Drittel</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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		<title>Steinmeier nennt UN-Niederlage „bitter“ und warnt vor deutschem Rückzug</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/steinmeier-nennt-un-niederlage-bitter-und-warnt-vor-deutschem-rueckzug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 00:54:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[2]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschlands Niederlage bei der Bewerbung um einen UN-Sicherheitsratssitz ist für Frank-Walter Steinmeier ein Warnsignal. In Hamburg fordert er tiefere Partnerschaften mit Afrika und warnt vor einem Rückzug aus den Vereinten Nationen.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fsteinmeier-nennt-un-niederlage-bitter-und-warnt-vor-deutschem-rueckzug%2F&amp;action_name=Steinmeier%20nennt%20UN-Niederlage%20%E2%80%9Ebitter%E2%80%9C%20und%20warnt%20vor%20deutschem%20R%C3%BCckzug&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die gescheiterte deutsche Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat als „bittere“ Niederlage bezeichnet und vor einem Rückzug aus den Vereinten Nationen gewarnt. Die Äußerung fiel am 29. Juni 2026. Zur Eröffnung der Hamburg Sustainability Conference forderte er tiefere Partnerschaften mit Staaten des Globalen Südens und zugleich Reformen innerhalb der UN. Besonders aufstrebende Mittelmächte in Afrika nannte er als Partner in einer Welt, die zunehmend von Großmachtrivalität geprägt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier verband das Ergebnis der Sicherheitsratswahl mit grundsätzlichen Fragen zur deutschen Außen- und Entwicklungspolitik. Die Niederlage gebe Anlass zu kritischen Fragen an Deutschlands internationale Gegner, aber auch an die deutsche Politik selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Land wird weiter einstehen für internationale Zusammenarbeit, für Frieden und Entwicklung“, sagte der Bundespräsident. Das gelte auch für eine internationale Ordnung, deren Zentrum die Vereinten Nationen bildeten.</p>



<h2 id="h-absage-an-weniger-deutsches-un-engagement" class="wp-block-heading"><span id="absage-an-weniger-deutsches-un-engagement">Absage an weniger deutsches UN-Engagement</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">S<a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-scheitert-mit-bewerbung-fuer-den-un-sicherheitsrat-merz-enttaeuscht-vom-ausgang/" type="post" id="27897">teinmeier wandte sich ausdrücklich gegen Forderungen, die gescheiterte Bewerbung zum Anlass für eine Verringerung des deutschen Engagements bei den Vereinten Nationen zu nehmen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein Rückzug wäre kurzsichtig und fatal für die Vereinten Nationen und für uns“, sagte er. Gerade unter den Bedingungen einer zunehmend ungeordneten internationalen Politik liege die Unterstützung der UN im strategischen Interesse Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich forderte der Bundespräsident Veränderungen innerhalb der Organisation. <a href="https://fokus-afrika.de/un-treibt-reformprogramm-un80-voran/" type="post" id="26282">Die Vereinten Nationen müssten effizienter und wirksamer werden.</a> Sinkende Beiträge, umstrittene Budgets und zunehmender politischer Druck erhöhten die Anforderungen an ihre Organisationen und Programme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier verlangte, dass die UN sichtbare Ergebnisse liefern. Die Organisation müsse zeigen, dass multilaterale Zusammenarbeit Konflikte, Armut, Hunger und Klimafolgen wirksamer bearbeiten könne als eine internationale Politik, die vor allem von nationaler Macht und Konfrontation bestimmt werde.</p>



<h2 id="h-afrika-als-partner-in-einer-neuen-weltordnung" class="wp-block-heading"><span id="afrika-als-partner-in-einer-neuen-weltordnung">Afrika als Partner in einer neuen Weltordnung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-debattiert-ueber-neue-weltordnung/" type="post" id="14146">Der Bundespräsident stellte die Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens in den Zusammenhang einer sich verändernden Machtordnung. </a>Viele Staaten wollten ihre Abhängigkeiten verringern, wirtschaftliche und politische Partnerschaften verbreitern und eine Dominanz weniger Großmächte verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundespraesident-steinmeier-auf-staatsbesuch-in-ghana/" type="post" id="21562">Steinmeier verwies auf seine Reisen nach Nigeria, Südafrika, Kenia, Ghana und Botswana.</a> Diese Staaten teilten nicht in allen Fragen die deutschen Positionen und Interessen. Sie suchten jedoch den Austausch, weil sie stärker an internationalen Entscheidungen beteiligt werden und ihre außenpolitischen Möglichkeiten erweitern wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufstrebende Mittelmächte strebten eine Ordnung an, „in der viele mitreden und viele mithelfen“, sagte Steinmeier. <a href="https://fokus-afrika.de/steinmeier-wirbt-im-saarland-fuer-offene-diplomatie/" type="post" id="27901">Deutschland müsse deshalb bestehende Beziehungen pflegen, aber auch neue Netzwerke in Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit aufbauen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter des Globalen Südens beobachteten zugleich genau, welchen Beitrag Deutschland und andere westliche Staaten zur Stabilisierung einer regelbasierten Ordnung leisteten. Die Forderung nach engeren Partnerschaften richte sich daher nicht nur an afrikanische, asiatische oder lateinamerikanische Staaten, sondern auch an Europa.</p>



<h2 id="h-steinmeier-warnt-vor-ungezugelter-machtpolitik" class="wp-block-heading"><span id="steinmeier-warnt-vor-ungezuegelter-machtpolitik">Steinmeier warnt vor ungezügelter Machtpolitik</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Ordnung sei zunehmend durch Regelbrüche, Konfrontation und ein Denken in Einflusssphären bedroht, sagte Steinmeier. Mächtige Staaten akzeptierten gemeinsame Regeln immer häufiger nur noch, solange diese den eigenen Interessen nicht entgegenstünden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Rohe Machtpolitik, Nullsummendenken und Konfrontation“ ersetzten zunehmend die Grundlagen der kooperativen und regelbasierten Ordnung. Steinmeier sprach von einem „Zeitgeist der Brutalität und Rücksichtslosigkeit“ in der internationalen Politik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Großmächte könnten in einer Welt mit schwächeren internationalen Regeln möglicherweise kurzfristige Vorteile erzielen. Für Deutschland und die große Mehrheit der Staaten gelte dies nicht. Länder mit begrenzter militärischer und wirtschaftlicher Macht seien in besonderem Maße auf verlässliche Regeln, offene Handelswege und funktionierende internationale Institutionen angewiesen.</p>



<h2 id="h-hormus-blockade-trifft-armere-staaten" class="wp-block-heading"><span id="hormus-blockade-trifft-aermere-staaten">Hormus-Blockade trifft ärmere Staaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als aktuelles Beispiel nannte der Bundespräsident die Blockade der Meerenge von Hormus. Die Störung einer zentralen Handelsroute zeige, wie abhängig die Weltwirtschaft von sicheren Seewegen und funktionierenden Lieferketten sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nahrungsmittel, Düngemittel und Treibstoffe könnten nicht mehr in ausreichendem Umfang transportiert werden. Steigende Lebensmittelpreise träfen vor allem Menschen in ärmeren Ländern und verschärften dort soziale Spannungen und politische Instabilität.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="829" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-1024x829.jpg" alt="" class="wp-image-28498 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-1024x829.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-300x243.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-768x622.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-380x308.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-800x648.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK-1160x939.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/HSC_LOGO_CMYK.jpg 1171w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Auch die Veranstalter der Hamburg Sustainability Conference stellen die Folgen geopolitischer Konflikte, wirtschaftlicher Unsicherheit und unterbrochener Lieferketten in den Mittelpunkt der diesjährigen Beratungen. Die Konferenz bringt rund 1.600 Teilnehmer aus 115 Ländern zusammen. Erwartet werden 22 Minister, 13 hochrangige Vertreter internationaler Organisationen sowie mehr als 280 Führungskräfte aus der Privatwirtschaft.</p>
</div></div>



<h2 id="h-mehr-hunger-in-afrika-trotz-globalem-ruckgang" class="wp-block-heading"><span id="mehr-hunger-in-afrika-trotz-globalem-rueckgang">Mehr Hunger in Afrika trotz globalem Rückgang</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Steinmeier verwies zudem auf die wachsende Ernährungsunsicherheit in mehreren afrikanischen Regionen. <a href="https://fokus-afrika.de/afrika-draengt-auf-finanzreformen-gegen-schulden-hilfskuerzungen-und-hunger/" type="post" id="26764">Weltweit sei die Zahl der hungernden Menschen zwar im dritten Jahr in Folge gesunken.</a> In Afrika litten jedoch weiterhin immer mehr Menschen an Unterernährung und deren Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bürgerkrieg im Sudan stehe für eine der schwersten humanitären Krisen. Gleichzeitig drohten steigende Energiepreise, Fortschritte bei der Armutsbekämpfung wieder zunichtezumachen. Hinzu kämen die Folgen des Klimawandels, die wirtschaftlich schwächere Länder besonders stark belasteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bundestag-initiativen-zur-entwicklungszusammenarbeit/" type="post" id="11449">Der Bundespräsident verband diese Krisen mit einer Forderung nach einer wirksameren Entwicklungszusammenarbeit.</a> Programme und Organisationen müssten regelmäßig prüfen, welche Maßnahmen tatsächlich Ergebnisse erzielten und wo Reformen notwendig seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungspolitik brauche Selbstkritik und überprüfbare Wirkung, sagte Steinmeier. Je stärker internationales Engagement politisch angegriffen werde, desto deutlicher müssten seine Institutionen nachweisen, wo ihre Arbeit Hunger, Armut und Instabilität verringere.</p>



<h2 id="h-neue-nord-sud-kommission-in-hamburg" class="wp-block-heading"><span id="neue-nord-sued-kommission-in-hamburg">Neue Nord-Süd-Kommission in Hamburg</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Hamburg Sustainability Conference steht unter dem Motto „Die Kraft der Zusammenarbeit: Gemeinsam Fortschritt vorantreiben“. In rund 80 Sitzungen und Nebenveranstaltungen beraten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, technologische Entwicklung, Konflikte und die Zukunft multilateraler Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 15 internationale Allianzen sollen während der Konferenz gegründet oder weiterentwickelt werden. Dazu gehören eine gemeinsame Initiative des Bundesentwicklungsministeriums, des Kinderhilfswerks UNICEF und des Welternährungsprogramms gegen Kinderunterernährung sowie Kooperationen zur Mobilisierung privaten Kapitals für nachhaltige Investitionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gründung einer Nord-Süd-Kommission für Entwicklung. <a href="https://fokus-afrika.de/bundesregierung-setzt-nord-sued-kommission-ein-olaf-scholz-uebernimmt-vorsitz/" type="post" id="28387">Den gemeinsamen Vorsitz übernehmen der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz und die frühere Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hamburg Sustainability Conference wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Freien und Hansestadt Hamburg und der Michael Otto Stiftung getragen.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Hormus-Blockade: Deutschland stellt 250 Millionen Euro für Afrika und Asien bereit</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/hormus-blockade-deutschland-stellt-250-millionen-euro-fuer-afrika-und-asien-bereit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 15:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[4]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Hormus-Blockade verteuert Nahrung, Dünger und Energie. Deutschland mobilisiert 250 Millionen Euro für betroffene Regionen in Afrika und Asien.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhormus-blockade-deutschland-stellt-250-millionen-euro-fuer-afrika-und-asien-bereit%2F&amp;action_name=Hormus-Blockade%3A%20Deutschland%20stellt%20250%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20Afrika%20und%20Asien%20bereit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Deutschland stellt 250 Millionen Euro bereit, um die Ernährungslage in besonders von der Blockade der Meerenge von Hormus betroffenen Regionen Afrikas und Asiens zu stabilisieren. Die Zusage wurde am 29. Juni 2026 bekannt gegeben. Weitere 30 Millionen Euro sollen die lokale Düngemittelproduktion stärken und die Abhängigkeit von Importen senken. Parallel haben Deutschland und internationale Partner eine gemeinsame Antwort auf die Folgen gestörter Lieferketten vereinbart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative wurde bei der Hamburg Sustainability Conference vorgestellt. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan brachte die Erklärung gemeinsam mit dem Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Alexander de Croo, dem Vizepräsidenten Sierra Leones, Mohamed Juldeh Jalloh, und der britischen Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit, Jennifer Chapman, auf den Weg.</p>



<h2 id="h-hormus-preisschock-trifft-importabhangige-staaten" class="wp-block-heading"><span id="hormus-preisschock-trifft-importabhaengige-staaten">Hormus: Preisschock trifft importabhängige Staaten</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Blockade der Meerenge von Hormus und die damit verbundenen Störungen wichtiger Seehandelsrouten verteuern Energie, Nahrungsmittel und Düngemittel. Besonders betroffen sind Staaten, die einen großen Teil ihrer Lebensmittel und fossilen Energieträger importieren. In Afrika und Asien treffen die höheren Preise auf Länder, die bereits mit Ernährungsunsicherheit, Verschuldung und schwachen staatlichen Haushalten kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung warnt, dass infolge der Krise bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger betroffen sein könnten. Mehr als 30 Millionen Menschen drohten in extreme Armut abzurutschen. Ein starkes El-Niño-Klimaphänomen könnte die Belastungen für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung weiter verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterbrochene Lieferketten erschweren zugleich den Zugang zu Grundstoffen, die zur Herstellung von Düngemitteln benötigt werden. Steigende Produktionskosten können dadurch Ernten verteuern und die Versorgung in Ländern belasten, die bereits stark von Nahrungsmittelimporten abhängig sind.</p>



<h2 id="h-250-millionen-euro-fur-ernahrung-und-lokale-gemeinden" class="wp-block-heading"><span id="250-millionen-euro-fuer-ernaehrung-und-lokale-gemeinden">250 Millionen Euro für Ernährung und lokale Gemeinden</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-bereitet-unterstuetzung-am-persischen-golf-vor/">Mit den angekündigten 250 Millionen Euro will das Bundesentwicklungsministerium die akute Ernährungssituation besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen verbessern.</a> Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie auf Maßnahmen, die lokale Gemeinden widerstandsfähiger gegen Preis- und Versorgungsschocks machen sollen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="713" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg" alt="" class="wp-image-25084 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1024x713.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-300x209.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-768x535.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1536x1069.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-2048x1426.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-380x264.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-800x557.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208-1160x807.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/02/5013208.jpg 2405w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Mittel sollen in Zusammenarbeit mit Organisationen der Vereinten Nationen und weiteren internationalen Partnern eingesetzt werden. Dazu gehört das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Als Beispiel nennt das Ministerium die <a href="https://fokus-afrika.de/tag/sahel/" type="post_tag" id="515">Sahel-Resilienz-Partnerschaft</a>, die Ernährungssicherung mit der langfristigen Stabilisierung lokaler Produktions- und Versorgungssysteme verbindet.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/bahrain-setzt-im-un-sicherheitsrat-auf-hormus-und-afrika/">Deutschland will sich zudem für einen abgestimmten Ansatz der UN-Organisationen im Sahel einsetzen. </a>Hilfsmaßnahmen, landwirtschaftliche Unterstützung und längerfristige Programme zur Ernährungssicherung sollen dadurch enger miteinander verbunden werden.</p>



<h2 id="h-30-millionen-euro-fur-lokale-dungemittelproduktion" class="wp-block-heading"><span id="30-millionen-euro-fuer-lokale-duengemittelproduktion">30 Millionen Euro für lokale Düngemittelproduktion</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere 30 Millionen Euro sind für die Umgestaltung von Agrar- und Ernährungssystemen vorgesehen. Die Mittel sollen den Einsatz organischer Düngemittel fördern und den Aufbau lokaler Produktionskapazitäten unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überbrückungsfinanzierungen sollen zugleich Risiken für landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen in besonders armen Ländern abfedern. Das betrifft vor allem Produzenten, die durch höhere Preise für importierte Düngemittel, Energie und Transport unter Druck geraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium arbeitet dabei mit multilateralen Entwicklungsbanken, internationalen Agrarforschungszentren sowie Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Partnerländern zusammen. Vorgesehen sind auch Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität, zur effizienteren Nutzung von Düngemitteln und zur Förderung klimaresistenter Anbaumethoden.</p>



<h2 id="h-internationale-partner-bundeln-ihre-massnahmen" class="wp-block-heading"><span id="internationale-partner-buendeln-ihre-massnahmen">Internationale Partner bündeln ihre Maßnahmen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die in Hamburg vorgestellte Erklärung sieht eine abgestimmte internationale Reaktion auf die Folgen der Blockade vor. Die beteiligten Institutionen wollen bestehende Programme zusammenführen, Daten und Analysen austauschen und ihre Planungen enger koordinieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Multilaterale und regionale Entwicklungsbanken sollen besonders betroffene Staaten bei der wirtschaftlichen Stabilisierung unterstützen. Finanzierungen sollen unter anderem die lokale Lebensmittelproduktion, wichtige Transportverbindungen und logistische Dienstleistungen absichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partner knüpfen dabei an die Arbeit der G7+-Arbeitsgruppe zu Düngemittelschocks und widerstandsfähigen Ernährungssystemen an. Im Mittelpunkt stehen die Unterstützung kleinbäuerlicher Produktion, die Diversifizierung von Düngemittelquellen und der Ausbau lokaler Kapazitäten entlang der gesamten Lebensmittelversorgung.</p>



<h2 id="h-stromnetze-und-erneuerbare-energien-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="stromnetze-und-erneuerbare-energien-im-fokus">Stromnetze und erneuerbare Energien im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gemeinsame Erklärung verbindet die unmittelbare Reaktion auf die Versorgungskrise mit einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Internationale Finanzinstitutionen sollen Investitionen in Stromnetze, Energiespeicher und digitale Netzsteuerung stärker berücksichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch grenzüberschreitende Stromsysteme und die regionale Zusammenarbeit sollen ausgebaut werden. Solche Verbünde können den Austausch von Elektrizität zwischen Nachbarstaaten erleichtern und nationale Versorgungssysteme miteinander verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt dazu Energiewende-Partnerschaften in Afrika und Asien. Die Programme umfassen den Ausbau nachhaltiger Energiesysteme, eine effizientere Nutzung von Energie und die stärkere Einbindung multilateraler und regionaler Entwicklungsbanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fhormus-blockade-deutschland-stellt-250-millionen-euro-fuer-afrika-und-asien-bereit%2F&amp;action_name=Hormus-Blockade%3A%20Deutschland%20stellt%20250%20Millionen%20Euro%20f%C3%BCr%20Afrika%20und%20Asien%20bereit&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/hormus-blockade-deutschland-stellt-250-millionen-euro-fuer-afrika-und-asien-bereit/">Hormus-Blockade: Deutschland stellt 250 Millionen Euro für Afrika und Asien bereit</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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			<media:title type="html">Reem Alabali-Radovan spricht im Plenum</media:title>
			<media:description type="html">Reem Alabali-Radovan, SPD, MdB, hält Rede zu ZP 4 „Aktuelle Stunde – Pläne der Bundesregierung zur schnelleren Einbürgerung“ im Plenum.</media:description>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutsche Welle will Desinformation in Afrika bekämpfen – Bundesregierung übt Kritik und kürzt Mittel</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutsche-welle-will-desinformation-in-afrika-bekaempfen-bundesregierung-uebt-kritik-und-kuerzt-mittel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 00:36:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratische Republik Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Institutionelle Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[3]]></category>
		<category><![CDATA[5]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nigeria und die Demokratische Republik Kongo werden zu den zentralen Afrika-Zielmärkten der Deutschen Welle. Die Bundesregierung unterstützt den Kurs, verlangt aber transparentere Kriterien, breitere Zielgruppen und mehr europäische Kooperation.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutsche-welle-will-desinformation-in-afrika-bekaempfen-bundesregierung-uebt-kritik-und-kuerzt-mittel%2F&amp;action_name=Deutsche%20Welle%20will%20Desinformation%20in%20Afrika%20bek%C3%A4mpfen%20%E2%80%93%20Bundesregierung%20%C3%BCbt%20Kritik%20und%20k%C3%BCrzt%20Mittel&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutsche-welle-will-desinformation-in-afrika-bekaempfen-bundesregierung-uebt-kritik-und-kuerzt-mittel/">Deutsche Welle will Desinformation in Afrika bekämpfen – Bundesregierung übt Kritik und kürzt Mittel</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Welle richtet ihre Strategie stärker auf den Kampf gegen Desinformation in Afrika aus. Im Mittelpunkt stehen dabei Länder mit eingeschränkter Medienfreiheit wie Nigeria und die Demokratische Republik Kongo. Die Bundesregierung unterstützt diesen Kurs grundsätzlich, fordert jedoch klarere Kriterien für die Auswahl der Zielregionen und kritisiert zugleich einzelne Aspekte der Planung. Zudem sorgen Kürzungen im Haushalt für zusätzlichen Druck auf den Auslandssender.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stellungnahme der Bundesregierung zur Aufgabenplanung der Deutschen Welle für die Jahre 2026 bis 2029 wurde am Donnerstag, 25. Juni 2026, im Bundestag veröffentlicht. Der Sender will unter dem Leitmotiv „Freiheit, Innovation, Dialog“ gezielt gegen Desinformation vorgehen und unabhängige Informationen in politisch sensiblen Regionen stärken.</p>



<h2 id="h-nigeria-und-demokratische-republik-kongo-im-fokus" class="wp-block-heading"><span id="nigeria-und-demokratische-republik-kongo-im-fokus">Nigeria und Demokratische Republik Kongo im Fokus</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Welle definiert weltweit 16 sogenannte Prio-A-Länder, in denen sie ihre Aktivitäten besonders ausbauen will. In Subsahara-Afrika stehen Nigeria und die Demokratische Republik Kongo im Zentrum. Beide Länder gelten als Schlüsselstaaten mit wachsender Bevölkerung, großer politischer Bedeutung und zunehmendem Einfluss auf regionale Entwicklungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sender sieht dort einen hohen Bedarf an verlässlichen Informationen, da Desinformation und Einflussnahme durch autoritäre Akteure zunehmen.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-28448 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-1024x682.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-300x200.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-768x512.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-1536x1024.jpg 1536w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-2048x1365.jpg 2048w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-380x253.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-800x533.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8-1160x773.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2026/06/KayH-Portrait-StM-Wolfram-Weimer-8.jpg 2500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betonte in diesem Zusammenhang, die Deutsche Welle müsse sich stärker auf Regionen konzentrieren, „die für Deutschland und Europa besonders relevant sind“, und dort zur freien Meinungsbildung beitragen. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Nigeria und dem Kongo sollen auch weitere Länder in West-, Ost- und Zentralafrika über verschiedene Sprachangebote erreicht werden, darunter Englisch, Französisch, Haussa und Kisuaheli.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subsahara-Afrika gewinnt nach Einschätzung der Deutschen Welle auch deshalb an Bedeutung, weil internationale Akteure wie <a href="https://fokus-afrika.de/tag/russland/" type="post_tag" id="338">Russland</a> und <a href="https://fokus-afrika.de/tag/china/" type="post_tag" id="385">China</a> ihren Einfluss ausbauen, während sich die <a href="https://fokus-afrika.de/tag/usa/" type="post_tag" id="336">USA</a> teilweise zurückziehen. <a href="https://fokus-afrika.de/aethiopien-sperrt-deutsche-welle/" type="post" id="21183">Der Sender will dem mit unabhängigen journalistischen Angeboten entgegenwirken.</a></p>



<h2 id="h-bundesregierung-fordert-mehr-transparenz" class="wp-block-heading"><span id="bundesregierung-fordert-mehr-transparenz">Bundesregierung fordert mehr Transparenz</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt die stärkere Ausrichtung auf Regionen mit eingeschränkter Medienfreiheit und wachsender Desinformation. Sie verlangt jedoch eine nachvollziehbare Begründung dafür, warum bestimmte Länder priorisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reichweite allein solle künftig nicht mehr entscheidend sein. Stattdessen müssten Kriterien wie Medienfreiheit, politische Lage und strategische Bedeutung stärker berücksichtigt werden. Die Deutsche Welle müsse offenlegen, wie diese Faktoren gewichtet werden und warum einzelne Sprachangebote ausgebaut oder reduziert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Konzentration auf junge, urbane Zielgruppen sieht die Bundesregierung kritisch. Der Sender müsse breitere Bevölkerungsschichten erreichen, insbesondere Menschen mit eingeschränktem Zugang zu digitalen Medien.</p>



<h2 id="h-kritik-an-strategie-und-europaischer-rolle" class="wp-block-heading"><span id="kritik-an-strategie-und-europaeischer-rolle">Kritik an Strategie und europäischer Rolle</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung mahnt zudem eine stärkere Zusammenarbeit mit europäischen Partnern an. Statt im Wettbewerb zu stehen, sollten Auslandssender wie die Deutsche Welle, der BBC World Service oder France Médias Monde enger kooperieren, um Desinformation effektiver zu begegnen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="558" src="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-1024x558.jpg" alt="" class="wp-image-23027 size-full" srcset="https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-1024x558.jpg 1024w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-300x163.jpg 300w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-768x418.jpg 768w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-380x207.jpg 380w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-800x436.jpg 800w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle-1160x632.jpg 1160w, https://fokus-afrika.de/wp-content/uploads/2025/12/Deutsche_Welle.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Zugleich wird das Ziel der Deutschen Welle, zur „führenden Stimme der Freiheit aus Europa“ zu werden, zurückhaltend bewertet. Entscheidend sei nicht die Positionierung im Wettbewerb, sondern die gemeinsame Stärkung unabhängiger Medienangebote.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch innerhalb der Europäischen Union müsse der Sender klarer darlegen, welchen Mehrwert seine Angebote gegenüber bestehenden Medien leisten.</p>



<h2 id="h-kunstliche-intelligenz-als-chance-und-risiko" class="wp-block-heading"><span id="kuenstliche-intelligenz-als-chance-und-risiko">Künstliche Intelligenz als Chance und Risiko</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Deutsche Welle will KI nutzen, um Inhalte schneller zu produzieren, zu übersetzen und gezielter zu verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sieht der Sender darin eine wachsende Gefahr: <a href="https://fokus-afrika.de/bundestagsanhoerung-warnt-vor-desinformation-als-angriff-auf-demokratien/">Deepfakes und automatisierte Desinformationskampagnen könnten öffentliche Debatten manipulieren. </a>Die Deutsche Welle will deshalb verstärkt auf transparente Quellen und journalistische Standards setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesregierung unterstützt den Einsatz von KI, fordert jedoch klare Regeln und eine deutliche Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und automatisierten Formaten.</p>



<h2 id="h-gesetzesreform-geplant" class="wp-block-heading"><span id="gesetzesreform-geplant">Gesetzesreform geplant</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kündigte an, den gesetzlichen Auftrag der Deutschen Welle zu überarbeiten. Der bisherige Rahmen sei zu weit gefasst und müsse an neue geopolitische und technologische Entwicklungen angepasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bekämpfung von Desinformation und die Stärkung freier Meinungsbildung sollen dabei stärker in den Mittelpunkt rücken. Die redaktionelle Unabhängigkeit des Senders bleibt jedoch durch die Rundfunkfreiheit geschützt.</p>



<h2 id="h-kurzungen-belasten-den-sender" class="wp-block-heading"><span id="kuerzungen-belasten-den-sender">Kürzungen belasten den Sender</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zur strategischen Neuausrichtung steht die Deutsche Welle unter finanziellem Druck. Für das Jahr 2026 erhält der Sender rund 415,4 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt – weniger als ursprünglich geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Haushaltsausschuss kürzte den Zuschuss um 10,1 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die Kosten, etwa durch Tarifanpassungen. Insgesamt muss die Deutsche Welle Einsparungen in Millionenhöhe bewältigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Deutsche Journalisten-Verband warnt vor möglichen Folgen für Beschäftigte. Bis zu 300 überwiegend freie Mitarbeiter könnten von Einkommenseinbußen oder Arbeitsplatzverlusten betroffen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Welle fordert daher eine langfristig verlässliche Finanzierung, um ihren Auftrag im Kampf gegen Desinformation erfüllen zu können.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutsche-welle-will-desinformation-in-afrika-bekaempfen-bundesregierung-uebt-kritik-und-kuerzt-mittel/">Deutsche Welle will Desinformation in Afrika bekämpfen – Bundesregierung übt Kritik und kürzt Mittel</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschland fordert Stopp: „Fenster schließt sich“ – UN warnt vor Massengewalt in Sudans El Obeid</title>
		<link>https://fokus-afrika.de/deutschland-fordert-stopp-fenster-schliesst-sich-un-warnt-vor-massengewalt-in-sudans-el-obeid/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amani Diallo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 22:20:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Das Zeitfenster schließt sich rasch“: Die UN warnt vor einer Eskalation in El Obeid. Rund 500.000 Menschen könnten von einer Offensive und zunehmenden Drohnenangriffen betroffen sein.<img src="//fokus-afrika.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Fdeutschland-fordert-stopp-fenster-schliesst-sich-un-warnt-vor-massengewalt-in-sudans-el-obeid%2F&amp;action_name=Deutschland%20fordert%20Stopp%3A%20%E2%80%9EFenster%20schlie%C3%9Ft%20sich%E2%80%9C%20%E2%80%93%20UN%20warnt%20vor%20Massengewalt%20in%20Sudans%20El%20Obeid&amp;urlref=https%3A%2F%2Ffokus-afrika.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>FOKUSAFRIKA ist ein deutschsprachiges Medienoutlet, das sich auf die vielschichtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken des afrikanischen Kontinents konzentriert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-fordert-stopp-fenster-schliesst-sich-un-warnt-vor-massengewalt-in-sudans-el-obeid/">Deutschland fordert Stopp: „Fenster schließt sich“ – UN warnt vor Massengewalt in Sudans El Obeid</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen warnen vor einer unmittelbar drohenden Eskalation in El Obeid, die Hunderttausende Menschen gefährden und die Gewalt von Al-Faschir wiederholen könnte. Der Sicherheitsrat befasste sich am Freitag, 26. Juni 2026, mit der Lage in der Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaates Nord-Kordofan. <a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-rsf-fuehrungsfiguren-im-sudan/">Die paramilitärischen Rapid Support Forces haben nach UN-Angaben ihre Präsenz rund um die Stadt verstärkt, während Drohnenangriffe die Zivilbevölkerung und lebenswichtige Infrastruktur treffen.</a> Deutschland und sechs weitere europäische Staaten fordern die RSF auf, ihren Angriff unverzüglich einzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Zeitfenster, um eine umfassendere Eskalation in El Obeid zu verhindern, schließt sich rasch“, erklärte die Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen für politische und friedenskonsolidierende Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo. Ein weiterer militärischer Vorstoß könne neue Fluchtbewegungen auslösen und die Instabilität in der gesamten Region Kordofan verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">UNICEF schätzt, dass rund 500.000 Menschen durch die Kämpfe in und um El Obeid gefährdet sind. Unter ihnen befinden sich etwa 100.000 Binnenvertriebene.</p>



<h2 id="h-el-obeid-wird-zum-brennpunkt-des-sudan-krieges" class="wp-block-heading"><span id="el-obeid-wird-zum-brennpunkt-des-sudan-krieges">El Obeid wird zum Brennpunkt des Sudan-Krieges</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">El Obeid liegt an einer strategischen Verbindung zwischen der Hauptstadtregion Khartum und dem westlichen Sudan. <a href="https://fokus-afrika.de/drohnen-werden-zur-toedlichsten-waffe-gegen-zivilisten-im-sudan/" type="post" id="27345">Die Stadt dient zugleich als wichtiges Zentrum für humanitäre Einsätze in Kordofan und Darfur.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinten Nationen beobachten nach eigenen Angaben erhebliche Truppenverstärkungen der RSF rund um die Stadt. Hinzu kommen verstärkter Beschuss und wiederholte Drohnenangriffe. Die Entwicklungen nähren Befürchtungen, dass die RSF eine Bodenoffensive zur Einnahme El Obeids vorbereiten könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt befindet sich unter Kontrolle der sudanesischen Streitkräfte. Armee und RSF kämpfen seit April 2023 um die politische und militärische Vorherrschaft im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DiCarlo bezeichnete Kordofan als das gegenwärtige „Epizentrum“ des Konflikts. Auch um Dilling, Kadugli und Babanusa haben sich die Kämpfe verschärft. Die Sicherheitslage in den Bundesstaaten Weißer Nil und Blauer Nil bleibt ebenfalls angespannt.</p>



<h2 id="h-sorge-vor-einer-wiederholung-von-al-faschir" class="wp-block-heading"><span id="sorge-vor-einer-wiederholung-von-al-faschir">Sorge vor einer Wiederholung von Al-Faschir</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter der Vereinten Nationen und mehrere Mitglieder des Sicherheitsrats zogen Parallelen zur Einnahme Al-Faschirs durch die RSF im Oktober 2025. <a href="https://fokus-afrika.de/un-sieht-kennzeichen-von-voelkermord-in-el-fasher/" type="post" id="24852">Nach dem Fall der Hauptstadt Nord-Darfurs wurden zahlreiche Berichte über Massentötungen, Hinrichtungen, Entführungen, willkürliche Inhaftierungen und weitere Übergriffe auf Zivilisten bekannt.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die damaligen Verbrechen weisen nach Einschätzung europäischer Außenminister „Merkmale eines Völkermords“ auf. Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich erklärten, eine Wiederholung müsse verhindert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„El Obeid steht am Abgrund einer Gräueltat, die die Wunden vertiefen würde, die dem Sudan bereits in El Faschir zugefügt wurden“, sagte der britische Vertreter James Kariuki im Sicherheitsrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Dänemark warnte davor, dass El Obeid zu einem „weiteren El Faschir“ werden könnte. Der Sicherheitsrat habe die Verantwortung, vor möglichen Massengräueltaten zu handeln und nicht erst zu reagieren, wenn es zu spät sei.</p>



<h2 id="h-drohnen-treffen-wasser-energie-und-hilfseinrichtungen" class="wp-block-heading"><span id="drohnen-treffen-wasser-energie-und-hilfseinrichtungen">Drohnen treffen Wasser-, Energie- und Hilfseinrichtungen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zunehmende Nutzung von Drohnen verändert nach Einschätzung der Vereinten Nationen den Verlauf des Krieges. Angriffe werden dadurch geografisch weiter verteilt, schwerer vorhersehbar und tödlicher für die Zivilbevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In und um El Obeid wurden Strom-, Treibstoff- und Wassereinrichtungen sowie Unterkünfte für Vertriebene getroffen. Die Angriffe haben Versorgungsengpässe verschärft und erschweren die Arbeit humanitärer Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Parteien könnten dieses Kampftempo ohne die hochentwickelten Waffen, die sie durch Unterstützung von außen erhalten, nicht aufrechterhalten“, erklärte DiCarlo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der persönliche Sudan-Gesandte des UN-Generalsekretärs, Pekka Haavisto, verwies ebenfalls auf die internationale Dimension. Die im Sudan eingesetzten Drohnen würden nicht im Land selbst hergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Drohnen auch während der Regenzeit eingesetzt werden können, rechnen die Vereinten Nationen nicht mit der sonst üblichen saisonalen Abnahme der Kampfhandlungen.</p>



<h2 id="h-kinder-besonders-stark-von-drohnenangriffen-betroffen" class="wp-block-heading"><span id="kinder-besonders-stark-von-drohnenangriffen-betroffen">Kinder besonders stark von Drohnenangriffen betroffen</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/1-000-kriegstag-in-sudan-zwischen-drohnen-oel-und-diplomatie/">UNICEF bezeichnet den Sudan als die größte humanitäre Krise der Welt.</a> Seit Beginn des Krieges wurden mehr als 5.700 schwere Verstöße gegen Kinder bestätigt. Mehr als 5.000 Kinder wurden getötet oder verletzt. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung des Kinderhilfswerks deutlich höher liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast 80 Prozent der gemeldeten getöteten oder verletzten Kinder in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 waren nach UNICEF-Angaben von Drohnenangriffen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das laufende Jahr wird erwartet, dass rund 825.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Unterernährung leiden. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn mehr als 3,5 Millionen Menschen aus dem Sudan geflohen. Weitere 6,5 Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Im Sudan endet ein Angriff nicht, wenn die Explosion vorüber ist“, sagte die stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektorin Hannan Sulieman. Ein einzelner Angriff könne Kindern zugleich den Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung, Bildung und Schutz nehmen.</p>



<h2 id="h-deutschland-fordert-sofortigen-stopp-des-rsf-angriffs" class="wp-block-heading"><span id="deutschland-fordert-sofortigen-stopp-des-rsf-angriffs">Deutschland fordert sofortigen Stopp des RSF-Angriffs</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2775868-2775868">Deutschland und sechs weitere europäische Staaten forderten die RSF auf, alle Angriffe auf El Obeid unverzüglich einzustellen. </a>Zivilisten müssten die Stadt sicher verlassen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Konfliktparteien seien verpflichtet, einen schnellen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Die RSF, die sudanesischen Streitkräfte und ihre jeweiligen Verbündeten müssten deeskalieren und das humanitäre Völkerrecht einhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sieben Staaten verwiesen außerdem auf glaubhafte Hinweise auf eine bevorstehende Offensive. Wiederholte Drohnenangriffe hätten Zivilisten getötet und einen akuten Mangel an Treibstoff, Lebensmitteln und Wasser verursacht. Auch humanitäre Helfer seien gezielt angegriffen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Durch Unterstützung von außen wird dieser Konflikt weiterhin aufrechterhalten“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Staaten und andere Akteure, die Einfluss auf die Kriegsparteien haben, müssten diesen nutzen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.</p>



<h2 id="h-hemedti-verspricht-schutz-der-zivilbevolkerung" class="wp-block-heading"><span id="hemedti-verspricht-schutz-der-zivilbevoelkerung">Hemedti verspricht Schutz der Zivilbevölkerung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">UN-Gesandter Haavisto telefonierte mit dem <a href="https://fokus-afrika.de/un-sicherheitsrat-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-rsf-fuehrungsfiguren-im-sudan/" type="post" id="25092">RSF-Anführer Mohamed Hamdan Dagalo</a>, genannt Hemedti, über die Lage in El Obeid. Hemedti habe ihm zugesichert, Zivilisten nicht anzugreifen und humanitäre Korridore zur Stadt zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das müssen wir nun so genau wie möglich überprüfen“, sagte Haavisto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sicherheitsrat hatte die RSF bereits am 20. Juni aufgefordert, jeden Angriff auf El Obeid einzustellen. Die Ratsmitglieder verlangten zugleich Ermittlungen zu allen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und den Schutz der Fluchtwege aus der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somalia forderte im Namen der Demokratischen Republik Kongo und Liberias ein sofortiges Ende aller militärischen Vorstöße auf El Obeid. Die Belagerung der Stadt müsse aufgehoben werden. Der Sicherheitsrat solle die bestehenden Sanktionsinstrumente stärker nutzen.</p>



<h2 id="h-usa-verhangen-neue-sanktionen-gegen-sudan" class="wp-block-heading"><span id="usa-verhaengen-neue-sanktionen-gegen-sudan">USA verhängen neue Sanktionen gegen Sudan</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/usa-verschaerfen-sudan-sanktionen-und-fordern-abzug-von-kolumbianischen-soeldnern/" type="post" id="26669">Die Vereinigten Staaten kündigten im Sicherheitsrat eine zweite Sanktionsrunde gegen Sudan wegen des mutmaßlichen Einsatzes chemischer Waffen an. </a>Washington wirft dem Land einen Verstoß gegen internationales Recht und gegen das Chemiewaffenübereinkommen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sudans Vertreter wies die Anschuldigungen zurück. Die USA hätten keine Beweise für den Einsatz chemischer Waffen durch die sudanesische Armee vorgelegt. Die Frage solle von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen geprüft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Washington verhängte zudem Sanktionen gegen acht Personen und Einrichtungen. Ihnen wird vorgeworfen, Beschaffungs- und Rekrutierungsnetzwerke unterstützt zu haben, durch die sowohl die sudanesischen Streitkräfte als auch die RSF ihre Kampfhandlungen ausweiten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der US-Vertreter Massad Boulos sprach sich außerdem dafür aus, das bislang auf Darfur begrenzte Waffenembargo auf den gesamten Sudan auszuweiten oder ein neues landesweites Embargo zu beschließen.</p>



<h2 id="h-sudan-und-emirate-streiten-uber-externe-unterstutzung" class="wp-block-heading"><span id="sudan-und-emirate-streiten-ueber-externe-unterstuetzung">Sudan und Emirate streiten über externe Unterstützung</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fokus-afrika.de/swp-sieht-emirate-als-stoerfaktor-in-afrikas-konflikten/" type="post" id="27403">Sudans UN-Botschafter beschuldigte die Vereinigten Arabischen Emirate, die RSF mit Waffen zu versorgen. </a>Internationaler Druck auf Abu Dhabi könne den Krieg beenden, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Emirate wiesen den Vorwurf zurück und bezeichneten ihn als Versuch, von der Verantwortung der Kriegsparteien abzulenken. Der emiratische Vertreter Mohamed Issa Abushahab forderte eine sofortige und bedingungslose humanitäre Waffenruhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese solle einen sicheren Zugang für Hilfsorganisationen ermöglichen, in einen dauerhaften Waffenstillstand münden und den Weg zu einer zivil geführten politischen Übergangsordnung öffnen. Sollten die Konfliktparteien eine Waffenruhe ablehnen, müsse der Sicherheitsrat Maßnahmen zur Begrenzung ihrer militärischen Möglichkeiten prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">China, Russland, Ägypten, Saudi-Arabien, Äthiopien und die Türkei betonten zugleich die Souveränität und territoriale Einheit des Sudan. Mehrere dieser Staaten warnten davor, Armee und RSF politisch gleichzusetzen oder dem Land eine Lösung von außen aufzuzwingen.</p>



<h2 id="h-erstmals-seit-drei-jahren-gemeinsame-politische-gesprache" class="wp-block-heading"><span id="erstmals-seit-drei-jahren-gemeinsame-politische-gespraeche">Erstmals seit drei Jahren gemeinsame politische Gespräche</span></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu den militärischen Entwicklungen haben die Afrikanische Union, die Europäische Union, die ostafrikanische Regionalorganisation IGAD, die Arabische Liga und die Vereinten Nationen Gespräche mit sudanesischen Parteien, politischen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Beratungen fanden im April am Rande einer internationalen Sudan-Konferenz in Berlin statt. Anfang Juni folgte ein Treffen in Addis Abeba.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haavisto bezeichnete die Gespräche als erste Zusammenkunft sudanesischer politischer Akteure seit drei Jahren, bei der nach einer gemeinsamen Grundlage für einen Friedensprozess gesucht werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die als Quintett bezeichnete Gruppe berät über die Bildung eines Vorbereitungskomitees für einen breiten innersudanesischen Dialog. Daneben unterstützen die Vereinten Nationen Bemühungen der Vereinigten Staaten, Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Vereinigten Arabischen Emirate um eine humanitäre Waffenruhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Kriegsparteien gingen nach Haavistos Einschätzung weiterhin davon aus, militärische Erfolge erzielen zu können. Regierungen in der Region und am Golf hätten ihm jedoch deutlich gemacht, dass sie eine militärische Lösung des Konflikts nicht für möglich hielten.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://fokus-afrika.de/deutschland-fordert-stopp-fenster-schliesst-sich-un-warnt-vor-massengewalt-in-sudans-el-obeid/">Deutschland fordert Stopp: „Fenster schließt sich“ – UN warnt vor Massengewalt in Sudans El Obeid</a> ist unter FOKUS AFRIKA hier zu finden: <a href="https://fokus-afrika.de">FOKUS AFRIKA</a>.</p>
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