Algerien erhöht seine Ölproduktion im Rahmen einer neuen OPEC+-Absprache um 6.000 Barrel pro Tag. Die Anhebung gilt für Juni. Die sieben beteiligten Förderstaaten vereinbarten gemeinsam eine zusätzliche Produktion von 188.000 Barrel täglich. Die Entscheidung folgt auf den angekündigten Rückzug der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC und zeigt Algeriens Festhalten an der Zusammenarbeit im Produzentenbündnis.
Sieben OPEC+-Staaten beschließen höhere Förderung
Die Entscheidung fiel bei einer Videokonferenz der sogenannten G7 der OPEC+, an der Algerien durch Minister Mohamed Arkab vertreten war. Der Begriff bezeichnet in diesem Zusammenhang eine Gruppe von sieben Förderstaaten innerhalb der OPEC+-Kooperation: Algerien, Saudi-Arabien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Oman und Russland.

Die Staaten setzen im Rahmen von OPEC+ freiwillige Produktionsanpassungen um. Nach Angaben des algerischen Ministeriums für Kohlenwasserstoffe diente das Treffen der regelmäßigen Bewertung des Ölmarkts und der Koordination zwischen den beteiligten Ländern.
Die gemeinsame Erhöhung um 188.000 Barrel pro Tag soll im Juni greifen. Auf Algerien entfällt davon ein Anteil von 6.000 Barrel täglich.
Ministerium verweist auf stärkere Nachfrage
Das algerische Ministerium beschrieb die Marktaussichten nach der Sitzung als stabiler. Die beteiligten Minister hätten kurzfristige Entwicklungen auf dem internationalen Ölmarkt bewertet und „ermutigende“ Zeichen einer Erholung festgestellt.
Der jüngste Rückgang der Nachfrage sei teilweise saisonal bedingt gewesen. Das Ministerium erwartet eine schrittweise Verbesserung des Ölverbrauchs, gestützt durch robuste weltwirtschaftliche Fundamentaldaten und eine Nachfrage, die sich in den kommenden Wochen weiter stärken solle.
Die Minister bekräftigten nach der Sitzung ihren Willen zu enger und fortlaufender Abstimmung. Sie wollten „verantwortlich, koordiniert und proaktiv“ handeln, um die positive Entwicklung des internationalen Ölmarkts zu unterstützen und seine Stabilität zu bewahren.
Algerien hält nach VAE-Rückzug an OPEC fest
Die Absprache ist die erste Sitzung der sieben Staaten nach dem angekündigten Rückzug der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC und OPEC+. Algerien reagierte darauf bereits mit einer Erklärung, in der das Ministerium für Kohlenwasserstoffe sein „unerschütterliches Engagement“ für die OPEC und die OPEC+-Zusammenarbeit betonte.
Algier bezeichnete die OPEC und die OPEC+-Erklärung zur Zusammenarbeit als zentrale Rahmen für die Stabilität des Weltölmarkts. Das Ministerium verwies auf die Rolle der Organisation bei der Verteidigung der Interessen der Produzentenländer, bei der Stabilisierung der Märkte und beim Dialog mit den Verbraucherländern.
Algerien trat der OPEC 1969 bei. Das Land stellt seine Energiepolitik weiter in den Zusammenhang des Produzentenbündnisses, das 1960 in Bagdad gegründet wurde.
Öl bleibt Kernbereich der algerischen Wirtschaftspolitik
Der Öl- und Gassektor bleibt für Algerien ein zentraler Teil der Wirtschafts- und Außenpolitik. Das Ministerium betonte, die Entwicklung des algerischen Öl- und Gassektors sei historisch und strukturell mit der OPEC verbunden.
Algier verwies außerdem auf das bevorstehende zehnjährige Jubiläum des Abkommens von Algier. Dieses Abkommen legte die Grundlage für die OPEC+-Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern der OPEC und weiteren Förderstaaten.
Die neue Produktionsanhebung fällt damit in eine Phase, in der Algerien seine Bindung an das Produzentenbündnis ausdrücklich bestätigt. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihren Austritt aus der OPEC und OPEC+ vor dem Hintergrund von Spannungen mit Iran und Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien, angekündigt.

