AfD hakt nach: BMZ öffnet Entwicklungspolitik stärker für Unternehmen

AfD fragt kritisch nach, das BMZ bestätigt den Kurs: Deutsche Entwicklungspolitik wird stärker mit Unternehmen, Rohstoffen, Energie und Fachkräften verknüpft.

Das BMZ bindet private Unternehmen stärker in die Entwicklungszusammenarbeit ein und verteidigt diesen Kurs nach Nachfragen der AfD-Fraktion als Teil deutscher Wirtschaftsinteressen. Die Antwort der Bundesregierung wurde am 11. Mai durch den Bundestag veröffentlicht. Aktuell laufen Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft in 57 Ländern. Berlin nennt Energieversorgung, kritische Rohstoffe, neue Märkte und Fachkräfte als Gründe für die stärkere wirtschaftliche Ausrichtung.

Wirtschaft wird Teil der Entwicklungsstrategie

Die AfD-Fraktion hatte wissen wollen, wie stark private Unternehmen inzwischen in der deutschen wirtschaftlichen Zusammenarbeit eingebunden sind und wie öffentliche Mittel dafür eingesetzt werden. Die Bundesregierung antwortet mit einer klaren Linie: Wirtschaftliche Zusammenarbeit nimmt eine zentrale Rolle in der Entwicklungspolitik ein.

Das BMZ bündelt seine Programme seit Anfang 2024 unter der Dachmarke „Partners in Transformation“. Die Projekte laufen unter anderem in Marokko, Kenia, Nigeria, Senegal, Ghana, Südafrika, Ägypten und Tunesien, aber auch in Ländern außerhalb Afrikas wie Brasilien, Indien, Vietnam und der Ukraine.

Berlin nennt Rohstoffe, Energie und Fachkräfte

Die Bundesregierung beschreibt die Einbindung von Unternehmen nicht nur als Entwicklungspolitik. Sie verbindet sie ausdrücklich mit deutschen Interessen.

Deutschland sei als Export- und Industrienation stärker auf verlässliche Partnerschaften angewiesen, „zum Beispiel bei der Energieversorgung, beim Zugang zu kritischen Rohstoffen und für neue Handels- und Investitionsmöglichkeiten sowie beim Werben um qualifizierte Fachkräfte“.

Das BMZ macht wirtschaftliche Zusammenarbeit deshalb zu einem Schwerpunkt. Partnerländer sollen von Investitionen, lokaler Wertschöpfung und Beschäftigung profitieren. Deutsche und europäische Unternehmen sollen zugleich bessere Bedingungen für Handel, Lieferketten und Investitionen erhalten.

Öffentliche Mittel sinken seit 2021

Für Programme zur Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft stellte der Bund 2021 noch 267 Millionen Euro bereit. 2025 waren es 162,3 Millionen Euro. Trotz sinkender Mittel führt die Bundesregierung den Kurs fort.

Die Projekte betreffen zahlreiche Bereiche: Landwirtschaft, Industrie, Bildung, Gesundheit, Energie, Wasser, Transport, Kommunikation, Bergbau, Tourismus und Wiederaufbau. Die Bundesregierung ordnet sie BMZ-Themen wie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung, Klima und Energie sowie Ernährungssysteme zu.

Angebot an die Privatwirtschaft

Die Bundesregierung nennt die Einbindung der Wirtschaft ausdrücklich ein Angebot an Unternehmen. Zwischen den betroffenen Ministerien werde abgestimmt, um dieses Angebot für Deutschland, Europa und Partnerländer zu verbessern.

Bei möglichen Zielkonflikten verweist Berlin auf politische Steuerung, Programmkontrolle und regelmäßigen Austausch mit Wirtschaftsakteuren. Die Zusammenarbeit werde überprüft und bei Bedarf angepasst.

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