Deutschland hat 2025 Rüstungsexporte im Gesamtwert von 13,3 Milliarden Euro genehmigt. Damit blieb das Volumen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Auf afrikanische Staaten entfielen davon rund 212,7 Millionen Euro. Größter Empfänger war Ägypten mit mehr als 105 Millionen Euro, gefolgt von Algerien mit rund 53 Millionen Euro und Marokko mit etwa 19 Millionen Euro. Der Rüstungsexportbericht der Bundesregierung für das vergangene Jahr wurde am 24. August 2026 dem Bundestag zugeleitet.
Für Ägypten wurden 20 Einzelgenehmigungen mit einem Gesamtwert von 105,55 Millionen Euro erteilt. Damit lag das nordafrikanische Land hinter der Ukraine und Indien an dritter Stelle der von der Bundesregierung als Entwicklungsländer erfassten Empfänger.
Den größten Teil des Genehmigungswertes für Ägypten machten mit 82,8 Prozent Teile für Panzerhaubitzen und ballistischen Fahrzeugschutz aus. Hinzu kamen Genehmigungen aus weiteren Kategorien, darunter militärische Elektronik, Marineausrüstung und militärische Luftfahrzeuge.
Vier Anträge für Ägypten abgelehnt
Nicht alle beantragten Lieferungen nach Ägypten wurden genehmigt. Die Bundesregierung weist vier Ablehnungen aus. Betroffen waren mehrere Kategorien von Rüstungsgütern.
Als Grund nennt der Bericht Kriterium 2 des Gemeinsamen Standpunkts der Europäischen Union für Rüstungsexporte. Dieses Kriterium betrifft insbesondere die Achtung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts im Empfängerland.
Algerien erhält Rüstungsgüter für 53 Millionen Euro
Für Algerien wurden 2025 elf Einzelgenehmigungen im Wert von 53,35 Millionen Euro erteilt. Hinzu kamen Meldungen im Rahmen Allgemeiner Genehmigungen von knapp 23.500 Euro. Insgesamt belief sich der erfasste Wert damit auf rund 53,37 Millionen Euro.
Mit 91,5 Prozent entfiel der größte Teil der Einzelgenehmigungen auf Lastkraftwagen. Genehmigungen wurden außerdem unter anderem für Feuerleitausrüstung, gepanzerte Fahrzeuge, militärische Luftfahrzeugtechnik und Bildausrüstung erteilt.
Deutlich niedriger lag der Wert für Marokko. Für das Königreich erteilte Deutschland 26 Einzelgenehmigungen im Gesamtwert von 19,27 Millionen Euro.

Mehr als die Hälfte des Wertes entfiel auf Ortungs-, Erkennungs- und Identifizierungsvorrichtungen sowie Teile für Zielüberwachungs- und Zielverfolgungssysteme. Weitere 30,9 Prozent entfielen auf Teile für gepanzerte Fahrzeuge.
Auch Mauretanien und Südafrika unter den Empfängern
Für Mauretanien genehmigte Deutschland Rüstungsgüter im Wert von 8,35 Millionen Euro. Dabei handelte es sich vor allem um Ortungs-, Erkennungs- und Identifizierungstechnik sowie Infrarot- und Wärmebildausrüstung.
Südafrika kam auf einen Gesamtwert von rund 8,72 Millionen Euro. Einen großen Anteil bildeten Jagd- und Sportwaffenmunition sowie Teile für Haubitzen-, Kanonen- und Mörsermunition. Daneben wurden unter anderem Pistolen, Revolver, Jagdgewehre und Teile für größere Waffensysteme genehmigt.
Angola erhielt Genehmigungen im Wert von 5,65 Millionen Euro. Für Äthiopien waren es 2,9 Millionen Euro. Tunesien kam einschließlich der Meldungen über Allgemeine Genehmigungen auf rund 1,9 Millionen Euro, Senegal auf 1,45 Millionen Euro und Nigeria auf 1,14 Millionen Euro.
Für Niger wurden Rüstungsgüter im Wert von rund 361.000 Euro genehmigt. Zugleich weist der Bericht drei abgelehnte Anträge aus. Die Genehmigung betraf ein geschütztes Geländefahrzeug und Teile für ballistischen Fahrzeugschutz für eine Bank.
Ukraine bleibt größter Empfänger deutscher Rüstungsexporte
Insgesamt erreichte der Wert der deutschen Rüstungsexportgenehmigungen und der erfassten Lieferungen über Allgemeine Genehmigungen 2025 rund 13,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 13,4 Milliarden Euro.
Die Ukraine blieb mit rund 2,28 Milliarden Euro und einem Anteil von 17 Prozent der größte einzelne Empfänger. Rund 8,7 Milliarden Euro beziehungsweise 65 Prozent des Gesamtwertes entfielen auf EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Staaten. Für Drittländer einschließlich der Ukraine wurden rund 4,6 Milliarden Euro erfasst.
Die Bundesregierung hat zugleich den Einsatz Allgemeiner Genehmigungen ausgeweitet. Der Wert klassischer Einzelgenehmigungen sank von 12,83 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 8,57 Milliarden Euro 2025. Hinzu kamen im vergangenen Jahr Meldewerte aus Allgemeinen Genehmigungen von rund 4,7 Milliarden Euro.
Auch bei Kleinwaffen ging der Genehmigungswert zurück. Deutschland genehmigte 2025 Kleinwaffen und Kleinwaffenteile für insgesamt 94,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 161,3 Millionen Euro.
Die im Bericht ausgewiesenen Genehmigungswerte sind nicht mit tatsächlich erfolgten Waffenlieferungen gleichzusetzen. Sie erfassen erteilte Ausfuhrgenehmigungen sowie bei Allgemeinen Genehmigungen die entsprechenden Meldedaten der Unternehmen.

