USA verschärfen Sudan-Sanktionen und fordern Abzug von kolumbianischen Söldnern

Drei Jahre nach Kriegsbeginn im Sudan erhöhen die USA den Druck: neue Sanktionen, Forderung nach einer humanitären Waffenruhe und Warnung vor den Folgen für die gesamte Region.

Die USA haben neue Sanktionen gegen Unterstützer des Krieges im Sudan verhängt und zugleich eine sofortige humanitäre Waffenruhe von drei Monaten ohne Vorbedingungen gefordert. In dieser Woche jährte sich der Beginn des Krieges vom 15. April 2023 zum dritten Mal. Washington verlangt von den sudanesischen Streitkräften und der RSF-Miliz, Hilfslieferungen zuzulassen, Zivilisten besser zu schützen und Raum für Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand zu schaffen. Die US-Regierung spricht von der schwersten humanitären Krise der Welt.

Washington erhöht den Druck auf beide Kriegsparteien

Thomas Pigott, stellvertretender Sprecher des US-Außenministeriums, erklärte, die Regierung von Präsident Donald Trump belege fünf Personen und Organisationen mit Sanktionen, die den Konflikt anheizen. Zugleich rief Washington sowohl die sudanesischen Streitkräfte als auch die paramilitärischen Rapid Support Forces, kurz RSF, zu einer sofortigen dreimonatigen Feuerpause auf.

Nach Darstellung der USA soll eine solche Waffenruhe den Zugang für humanitäre Hilfe sichern, die Zivilbevölkerung schützen und Gespräche über eine dauerhafte Feuerpause ermöglichen. Die US-Regierung kündigte an, weiter gegen Akteure vorzugehen, die den Krieg politisch, finanziell oder militärisch antreiben.

Pigott verband den Vorstoß mit einem Appell an ausländische Unterstützer beider Lager. Externe Akteure müssten ihre finanzielle und militärische Hilfe einstellen, erklärte er. Die Stabilität der Region hänge davon ab, dass der Krieg beendet werde und der Weg für eine zivile Regierung in einem geeinten Sudan frei werde.

Mehr als 150.000 Tote und Millionen Vertriebene

Washington beziffert die Zahl der Todesopfer seit Kriegsbeginn auf mehr als 150.000. Mehr als 14 Millionen Menschen wurden vertrieben. In besonders stark umkämpften Gebieten herrschen weiter Bedingungen, die einer Hungersnot entsprechen.

Die USA verweisen zudem auf ihre eigenen Hilfszusagen. Im März stellte Washington Nothilfe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar für Lebensmittel bereit. Bei einem von den USA ausgerichteten Aufruf für den Sudan Humanitarian Fund im Februar kamen weitere 200 Millionen Dollar zusammen.

Aus Sicht der US-Regierung hat der Krieg längst Folgen über Sudan hinaus. Das Außenministerium warnt, der Konflikt destabilisiere eine ohnehin fragile Region und eröffne terroristischen Gruppen neue Spielräume.

Frühere US-Maßnahmen gegen ein Rekrutierungsnetzwerk

Bereits im Dezember 2025 hatte das US-Finanzministerium ein transnationales Netzwerk sanktioniert, das frühere kolumbianische Militärangehörige für Einsätze auf Seiten der RSF rekrutiert haben soll. Das Office of Foreign Assets Control, kurz OFAC, belegte damals vier Personen und vier Unternehmen mit Sanktionen.

Nach Angaben des Finanzministeriums reisten seit September 2024 Hunderte ehemalige kolumbianische Soldaten in den Sudan. Dort hätten sie für die RSF als Infanteristen, Artilleristen, Drohnenpiloten, Fahrer und Ausbilder gearbeitet. Das Ministerium wirft dem Netzwerk zudem vor, auch Kinder für Kämpferrollen geschult zu haben.

Im Zentrum der damaligen US-Maßnahmen stand laut Treasury der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige frühere kolumbianische Offizier Alvaro Andres Quijano Becerra. Als wichtiger Rekrutierungsknoten wurde die Arbeitsagentur International Services Agency, kurz A4SI, in Bogotá genannt. Weitere Sanktionen trafen unter anderem Global Staffing in Panama, die kolumbianische Firma Maine Global Corp sowie mehrere mit diesen Unternehmen verbundene Personen.

Der damalige Staatssekretär für Terrorismus- und Finanzermittlungen, John K. Hurley, begründete die Maßnahme mit scharfen Worten. Das Finanzministerium nehme ein Netzwerk ins Visier, das Kämpfer für die RSF anwerbe. Die RSF habe immer wieder Zivilisten angegriffen, darunter auch Säuglinge und kleine Kinder, sagte Hurley. Ihre Brutalität habe den Konflikt verschärft und die Region weiter destabilisiert.

Sanktionen nach US-Recht

Die aktuellen Maßnahmen stützen sich nach Angaben der US-Regierung auf die Präsidialverordnung 14098. Damit werden Vermögenswerte der Betroffenen in den USA oder unter Kontrolle von US-Personen blockiert. Auch Unternehmen können von den Sanktionen erfasst werden, wenn sie mehrheitlich im Besitz bereits gelisteter Personen stehen oder in ihrem Auftrag handeln.

Für US-Bürger und für Geschäfte mit Bezug zu den Vereinigten Staaten sind Transaktionen mit gelisteten Personen und Unternehmen grundsätzlich untersagt, sofern keine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Das Finanzministerium weist darauf hin, dass Verstöße zivil- oder strafrechtliche Folgen haben können.

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