Deutschland überweist 3,24 Milliarden Euro an die UN – AfD fordert Kürzungen

Zahlt Deutschland tatsächlich das 30-Fache seines Pflichtbeitrags an die Vereinten Nationen? Die Bundesregierung widerspricht: Die Rechnung vermischt verschiedene Jahre und lässt große Teile der verpflichtenden Zahlungen außer Acht.

Die Bundesregierung weist die Behauptung zurück, Deutschland überweise den Vereinten Nationen das 30-Fache seines Pflichtbeitrags. Ihre Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion wurde am Montag, 3. August, veröffentlicht. Die zugrunde gelegte Rechnung vermische Gesamtzahlungen aus dem Jahr 2023 mit einem einzelnen Pflichtbeitrag aus dem Jahr 2025 und lasse weitere verpflichtende Zahlungen außer Acht. Für 2025 beziffert die Bundesregierung Deutschlands Zahlungen an das gesamte UN-System auf 3,24 Milliarden Euro.

Die AfD-Fraktion hatte in ihrer Anfrage eine Berechnung der Wochenzeitung Junge Freiheit aufgegriffen. Danach habe Deutschland 5,1 Milliarden Euro an die Vereinten Nationen gezahlt, obwohl sich sein Pflichtbeitrag zum regulären UN-Haushalt lediglich auf rund 170 Millionen Euro belaufe.

Die Bundesregierung bezeichnet diese Gegenüberstellung als „nicht korrekt“. Sie vergleiche Zahlen aus unterschiedlichen Jahren und setze sämtliche deutschen Zahlungen an das UN-System lediglich zu einem Teil der verpflichtenden Beiträge ins Verhältnis. 

Gesamtzahlungen von 2023 mit Teilbetrag von 2025 verglichen

Die Summe von 5,1 Milliarden Euro bezieht sich auf Deutschlands gesamte Zahlungen an das UN-System im Jahr 2023. Darin enthalten sind neben Pflichtbeiträgen auch freiwillige Leistungen an Programme, Fonds, Sonderorganisationen und einzelne Projekte.

Als Vergleichswert wurde dagegen nur Deutschlands Anteil am regulären UN-Haushalt herangezogen. Dieser Betrag bildet jedoch nicht alle Pflichtzahlungen des Bundes an die Vereinten Nationen ab.

Für 2025 nennt die Bundesregierung eine deutlich niedrigere Gesamtsumme als für 2023. Deutschland überwies demnach insgesamt 3,24 Milliarden Euro an das UN-System. Wie sich diese Summe vollständig auf Pflichtbeiträge und freiwillige Leistungen verteilt, schlüsselt die Antwort nicht in einer Gesamttabelle auf.

Deutschland zahlte 431 Millionen Dollar für Friedensmissionen

Auch die Berechnung des regulären UN-Beitrags beruhe teilweise auf einer falschen zeitlichen Grundlage. Der angeführte UN-Haushalt von rund 3,45 Milliarden US-Dollar gilt für 2026. Im Jahr 2025 umfasste der reguläre Haushalt dagegen rund 3,72 Milliarden Dollar.

Deutschlands Anteil liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 5,692 Prozent. Daraus ergab sich nach Abzug möglicher Guthaben ein Pflichtbeitrag von rund 193,8 Millionen Dollar zum regulären Haushalt.

Hinzu kamen 2025 verpflichtende Zahlungen von rund 431,4 Millionen Dollar für die Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Allein diese beiden Bereiche beliefen sich damit auf mehr als 625 Millionen Dollar.

Darüber hinaus entrichtet Deutschland Pflichtbeiträge an weitere Einrichtungen. Dazu gehören der Internationale Residualmechanismus für die früheren UN-Strafgerichtshöfe sowie Organisationen des UN-Systems mit eigenen Haushalten und gesonderten Beitragsschlüsseln.

Haushaltstitel umfasst mehrere Pflichtbeiträge

Die AfD-Fraktion hatte zudem auf den Bundeshaushalt 2025 verwiesen. Dort waren für den Titel „Beitrag an die Vereinten Nationen“ 606,91 Millionen Euro vorgesehen. In der Anfrage wurde dieser Betrag als etwa dreieinhalbmal so hoch wie der deutsche Pflichtbeitrag dargestellt.

Auch diesen Vergleich weist die Bundesregierung zurück. Der Haushaltstitel enthält nicht ausschließlich den Beitrag zum regulären UN-Haushalt. Er deckt auch die Beiträge zu Friedensmissionen und weitere verpflichtende Zahlungen ab.

Damit handelt es sich bei den 606,91 Millionen Euro nicht um eine Vervielfachung desselben Beitrags, sondern um die Finanzierung mehrerer Verpflichtungen Deutschlands gegenüber verschiedenen Teilen des UN-Systems.

Freiwillige Beiträge finanzieren Hilfsprogramme

Neben den Pflichtzahlungen unterstützt Deutschland zahlreiche UN-Fonds und Programme freiwillig. Im Jahr 2025 erhielt der Friedenskonsolidierungsfonds der Vereinten Nationen 20 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.

Weitere 44 Millionen Euro flossen an den Zentralen Nothilfefonds der Vereinten Nationen. Die länderbezogenen humanitären Gemeinschaftsfonds erhielten 67,25 Millionen Euro. Diese Mittel dienen unter anderem der humanitären Hilfe, der Krisenprävention und der Friedensförderung.

Die Bundesregierung verweist für eine vollständige Übersicht ihrer Zahlungen seit 2017 auf die Finanzdaten des Koordinierungsrats der Leiter der Organisationen des UN-Systems. Angaben zu den deutschen Beitragssätzen veröffentlicht außerdem der UN-Ausschuss für Beiträge.

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