Deutschland kürzt Haushaltsmittel für internationale Klimafinanzierung deutlich

Deutschland stellt deutlich weniger Haushaltsgeld für internationale Klimafinanzierung bereit. Gleichzeitig erreichen Kredite und mobilisierte private Investitionen mit 6,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – ein sichtbarer Wandel im deutschen Finanzierungsmodell.

Deutschland hat seine Haushaltsmittel für die internationale Klimafinanzierung 2025 um 1,4 Milliarden Euro gekürzt und setzt zugleich stärker auf Kredite und private Investitionen für Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die jetzt von der Bundesregierung an die Europäische Union gemeldeten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025. Während aus dem Bundeshaushalt noch 4,7 Milliarden Euro bereitgestellt wurden, erreichten die über KfW, DEG und private Investoren mobilisierten Mittel mit 6,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Damit verschiebt sich die deutsche Klimafinanzierung zunehmend von direkten Haushaltsmitteln hin zu rückzahlbaren Darlehen und der Mobilisierung privaten Kapitals.

2024 hatte die Bundesregierung noch 6,1 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für den internationalen Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitgestellt. Innerhalb eines Jahres sank dieser Beitrag damit um rund 23 Prozent.

Die Bundesregierung hält dennoch daran fest, ihren im Koalitionsvertrag vereinbarten „fairen Anteil“ an der internationalen Klimafinanzierung zu leisten. Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und Bundesumweltministerium (BMUKN) verweisen dabei auf die gestiegene Mobilisierung zusätzlicher öffentlicher und privater Mittel.

KfW und DEG mobilisieren mehr als fünf Milliarden Euro

Über die KfW und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) wurden 2025 Marktmittel von insgesamt 5,15 Milliarden Euro mobilisiert. Das waren 570 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Die Banken nehmen diese Mittel im Auftrag der Bundesregierung am Kapitalmarkt auf und vergeben sie als rückzahlbare Kredite. Finanziert werden vor allem Projekte zur Energiewende in Entwicklungs- und Schwellenländern, darunter Solar- und Windparks sowie Wasserstoffprojekte.

Besonders stark schlugen 2025 die Energiepartnerschaften mit Indonesien und Südafrika zu Buche. Beide Länder gehören zu den Staaten, mit denen Deutschland und weitere internationale Partner den Umbau ihrer Energiesysteme unterstützen.

Zusätzlich mobilisierten KfW und DEG rund 950 Millionen Euro an privaten Mitteln. Dazu zählen unter anderem Beteiligungen privater Unternehmen an klimafreundlichen Investitionen.

Weitere rund 652 Millionen Euro entfielen auf klimafreundliche Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Deutschland über Exportkreditgarantien absicherte.

BMZ trägt 85 Prozent der Haushaltsmittel

Von den 4,7 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt kamen 85 Prozent aus dem Entwicklungsministerium. Das BMZ finanziert damit unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, Maßnahmen zur Energieeffizienz und Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan verwies auf die veränderte Finanzierungsstruktur. „In Zeiten sinkender öffentlicher Haushalte setzen wir dabei zunehmend – und erfolgreich – auch auf Hebelung im Kapitalmarkt und private Investitionen“, erklärte sie.

Die übrigen Haushaltsmittel kamen überwiegend aus dem Bundesumweltministerium. Ein zentrales Instrument ist die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI), an deren Umsetzung auch das Auswärtige Amt beteiligt ist. Sie unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer unter anderem bei erneuerbaren Energien, klimafreundlichen Industrieprozessen und nachhaltiger Mobilität.

Die IKI soll zugleich Voraussetzungen schaffen, damit zusätzliches privates Kapital in Klimaprojekte fließen kann.

Bundesregierung verbindet Klimafinanzierung mit Clean-Tech-Märkten

Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte neben dem klimapolitischen Ziel auch die wirtschaftliche Dimension der Finanzierung heraus. Deutsche Unternehmen hätten „gute Angebote für den weltweiten Megatrend zu Clean-Tech“, erklärte Schneider.

Die Bundesregierung wolle ihre Instrumente weiterentwickeln, um klimafreundliche Investitionen zu erleichtern. Die steigende Mobilisierung privaten Kapitals ist damit nicht nur Reaktion auf geringere Haushaltsmittel, sondern wird zunehmend Bestandteil des deutschen Finanzierungsmodells für internationale Klimaprojekte.

Grundlage der internationalen Klimafinanzierung sind Verpflichtungen der Industrieländer gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie sollen diese bei der Verringerung von Treibhausgasemissionen und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen.

1,1 Milliarden Euro für Biodiversität und Ökosysteme

Neben der eigentlichen Klimafinanzierung stellte die Bundesregierung 2025 insgesamt 1,1 Milliarden Euro für den Schutz von Arten, Wäldern, Mooren, Meeren und anderen Ökosystemen bereit.

Davon entfielen 834 Millionen Euro auf das BMZ. Nach Angaben des Ministeriums wurden damit unter anderem 789 Schutzgebiete in 85 Ländern unterstützt. Zusammen umfassen diese Gebiete rund 2,2 Millionen Quadratkilometer und damit mehr als das Sechsfache der Fläche Deutschlands.

Weitere 247 Millionen Euro kamen aus dem Bundesumweltministerium. Über die Internationale Klimaschutzinitiative werden damit beispielsweise Staaten bei der Umsetzung ihrer nationalen Biodiversitätsstrategien unterstützt.

Deutschland zahlt außerdem weiterhin in multilaterale Instrumente wie den Grünen Klimafonds, die Globale Umweltfazilität und den Fonds für Verluste und Schäden ein.

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