„Afrika kommt!“: Steinmeier würdigt afrikanische Führungskräfte und kündigt letzte Afrikareise an

34 junge Führungskräfte aus 13 afrikanischen Ländern haben ein Jahr in deutschen Unternehmen gearbeitet. Bundespräsident Steinmeier würdigt ihren Beitrag, fordert mehr Unternehmensengagement und kündigt seine letzte Afrikareise nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia an.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat 34 junge Führungskräfte aus 13 afrikanischen Staaten empfangen und deutsche Unternehmen zu einem stärkeren Engagement für den afrikanischen Führungsnachwuchs aufgerufen. Der Empfang für die Initiative „Afrika kommt!“ fand am 22. Oktober 2026 im Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen in Berlin statt. Steinmeier würdigte den Beitrag der Teilnehmenden zur Zusammenarbeit zwischen deutschen Unternehmen und afrikanischen Fachkräften. Zugleich kündigte er an, im November zu seiner elften und letzten Afrikareise als Bundespräsident nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia aufzubrechen.

Die Initiative der deutschen Wirtschaft feiert in diesem Jahr ihr 18-jähriges Bestehen. Der aktuelle Jahrgang ist bereits der vierzehnte seit Gründung des Programms, das Nachwuchsführungskräften aus afrikanischen Ländern berufliche Erfahrungen in deutschen Unternehmen ermöglicht.

Führungskräfte aus 13 afrikanischen Ländern

Die 34 Teilnehmenden kommen aus Angola, Äthiopien, Burundi, Kenia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Südafrika, Sudan und Uganda.

In den vergangenen zwölf Monaten arbeiteten sie in verschiedenen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Dazu gehören die Automobilindustrie, der Maschinen- und Gerätebau, die medizinische und pharmazeutische Forschung sowie Softwareentwicklung, Informationstechnologie und Finanzdienstleistungen.

Zu den beteiligten Unternehmen zählen Robert Bosch, BioNTech, Boehringer Ingelheim, B. Braun, Merck, ODDO BHF, SAP, Volkswagen und Siemens Healthineers.

Steinmeier betonte, die Teilnehmenden hätten während ihres Aufenthalts nicht nur berufliche Erfahrungen gesammelt, sondern auch selbst Veränderungen angestoßen.

„Sie haben nicht nur Eindrücke gesammelt, Sie haben auch Eindruck hinterlassen“, sagte der Bundespräsident. Mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement hätten sie neue Ideen in die Unternehmen eingebracht und deren Arbeit mitgestaltet.

Steinmeier fordert anderen Blick auf Afrika

Der Bundespräsident hob besonders den Beitrag des Programms zur gegenseitigen Wahrnehmung Deutschlands und Afrikas hervor.

Die jungen Fach- und Führungskräfte veränderten durch ihre Arbeit den deutschen Blick auf den afrikanischen Kontinent. Damit könnten sie helfen, weiterhin verbreitete Klischees und Stereotype zu überwinden.

Steinmeier bezog seine Kritik ausdrücklich auf die mediale Berichterstattung, öffentliche Debatten sowie die Wahrnehmung Afrikas in Wirtschaft und Politik.

Zugleich dankte er den beteiligten Unternehmen für ihre Unterstützung. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage und der Sparmaßnahmen in vielen Branchen sei dieses Engagement nicht selbstverständlich.

Der Bundespräsident warb dafür, zusätzliche Unternehmen für die Initiative zu gewinnen. Viele qualifizierte Nachwuchskräfte aus Afrika würden gerne an einem solchen Austausch teilnehmen.

„So viele talentierte Fach- und Führungskräfte aus Afrika würden gern die Chance ergreifen. Meine Bitte ist: Geben wir sie ihnen!“, erklärte Steinmeier.

Er äußerte zudem den Wunsch, dass auch seine Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten die Initiative weiterhin unterstützen werde.

Letzte Afrikareise führt nach Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia

Bei dem Empfang bestätigte Steinmeier außerdem seine nächste Reise auf den afrikanischen Kontinent. Im November will er Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia besuchen.

Es wird seine elfte und zugleich letzte Afrikareise während seiner beiden Amtszeiten als Bundespräsident sein. Weitere Besuche hatte er zuvor bereits als Bundesaußenminister absolviert.

Zuletzt war Steinmeier in Ägypten, Ghana und Angola. Die regelmäßigen Reisen nach Afrika bezeichnete er als wichtigen Bestandteil seiner Amtsführung.

Mit der bevorstehenden Reise verbindet der Bundespräsident insbesondere wirtschaftliche Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen. Côte d’Ivoire, Ghana und Kenia stünden für wirtschaftliche Dynamik und Zukunftschancen, erklärte er.

Die Initiative „Afrika kommt!“ begleitet Steinmeier seit mehreren Jahren. Der Empfang der jeweiligen Jahrgänge im Bundespräsidialamt gehört inzwischen zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Programms.

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