Fachkräftemangel in Deutschland: Bundestag sucht Antworten in Südafrika und Namibia

Deutschland fehlen Fachkräfte – nun richtet sich der Blick auch nach Südafrika und Namibia. Eine Bundestagsdelegation will ausloten, wie Ausbildung und Arbeitsmigration stärker miteinander verknüpft werden können und welche Folgen das für beide Seiten hat.

Eine Delegation des Bundestages reist nach Südafrika und Namibia, um über Ausbildung, Fachkräfte und eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland zu sprechen. Die Reise ist vom 13. bis 19. September 2026 geplant. Hintergrund ist der Fachkräftemangel, der inzwischen viele Branchen in Deutschland betrifft. Gleichzeitig wollen die Abgeordneten untersuchen, welche Folgen Arbeitsmigration für Südafrika und Namibia selbst hat.

Damit führt die Reise zwei Seiten derselben Debatte zusammen. Deutschland sucht zusätzliche Fachkräfte. Südafrika und Namibia bilden selbst qualifizierte Arbeitskräfte aus und müssen zugleich mit den Folgen umgehen, wenn Menschen ihre Heimat für bessere berufliche Möglichkeiten verlassen.

Ausbildung und Arbeitsmigration im Blick

Die Abgeordneten wollen vor Ort mit Fachleuten und politischen Verantwortlichen über die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sprechen. Dabei soll auch ausgelotet werden, wo eine bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland möglich ist.

Der Bundestag nennt noch keine bestimmten Berufe oder Branchen, aus denen künftig verstärkt Arbeitskräfte aus Südafrika oder Namibia nach Deutschland kommen könnten. Ebenso wenig wird bislang eine konkrete Vereinbarung angekündigt. Die Delegationsreise dient zunächst dazu, sich ein Bild von Ausbildung, Qualifizierung und Arbeitsmigration in beiden Ländern zu machen.

Der Blick richtet sich dabei ausdrücklich nicht allein auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Abgeordneten wollen auch untersuchen, wie sich Arbeitsmigration auf Südafrika und Namibia auswirkt. Damit gehören neben möglichen Chancen einer engeren Zusammenarbeit auch die Folgen für die Arbeitsmärkte der beiden afrikanischen Staaten zu den Gesprächsthemen.

Lieferkettengesetz wird zweites großes Thema

Neben der Fachkräftesuche steht ein weiteres politisch umstrittenes Thema auf dem Programm: das deutsche Lieferkettengesetz. Die Delegation will erfahren, welche konkreten Auswirkungen die Regeln auf Beschäftigte und Unternehmen in Südafrika und Namibia haben.

Das Thema fällt in eine Phase, in der in Deutschland über eine Reform der gesetzlichen Vorgaben für Unternehmen diskutiert wird. Die Gespräche in beiden Ländern sollen den Abgeordneten einen Eindruck davon vermitteln, wie die deutschen Regeln bei Unternehmen und Beschäftigten entlang internationaler Lieferketten ankommen.

Damit verbindet die Reise zwei große Felder der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik mit den Beziehungen zu Afrika: den steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und die Bedingungen, unter denen deutsche Unternehmen mit Partnern und Zulieferern außerhalb Europas zusammenarbeiten.

Delegation aus vier Fraktionen

Geleitet wird die Reise vom amtierenden Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Bernd Rützel von der SPD. Zur Delegation gehören außerdem Marc Biadacz und Hülya Düber von CDU und CSU, Jan Feser von der AfD, Ingo Vogel von der SPD sowie Armin Grau von Bündnis 90/Die Grünen.

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales gehört mit 42 Mitgliedern zu den größten Ausschüssen des Bundestages. Zu seinen Themen zählen unter anderem Arbeitsmarktpolitik, soziale Sicherung und die Veränderungen der Arbeitswelt.

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