Malawi steuert mit einer kaum finanzierten Katastrophenvorsorge auf einen möglichen starken El Niño zu. Die Warnung veröffentlichte das Internationale Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik im Juli 2026. Bis 2028 könnten zwar rund 167 Millionen Euro mobilisiert werden, der größte Teil dürfte jedoch erst nach dem nachgewiesenen Eintritt der Dürre verfügbar sein. Im laufenden Staatshaushalt stehen für konkrete Schutzmaßnahmen lediglich knapp 58.000 Euro bereit.
Das Institut warnt vor einer zweijährigen Krise. Die stärksten Folgen könnten Malawi nicht unmittelbar, sondern erst Anfang 2028 treffen. Würden die verfügbaren Mittel bereits für die ersten Schäden aufgebraucht, fehlte Geld während der schwersten Phase.
Millionenhilfen könnten zu spät eintreffen
Der größte Teil der möglichen Finanzierung soll von der Weltbank kommen. Die Gelder können jedoch voraussichtlich erst abgerufen werden, wenn die Auswirkungen der Dürre bestätigt sind. Damit rechnet das Institut frühestens im Februar oder März 2027.
Insgesamt könnten bis 2028 etwa 167 Millionen Euro zusammenkommen. Zu den möglichen Finanzierungsquellen gehören das regionale Krisenvorsorgeprogramm der Weltbank, ein Sozialschutzprojekt und eine noch nicht abgeschlossene Dürreversicherung mit der African Risk Capacity.
Die Weltbankmittel müssen zugleich für weitere Katastrophen bis 2030 reichen. Würde Malawi den verfügbaren Betrag vollständig für El Niño einsetzen, bliebe das Land bei einer späteren Krise weitgehend ungeschützt.
Nur ein kleiner Teil des Budgets erreicht die Betroffenen
Für das Haushaltsjahr 2026/27 hat die Regierung umgerechnet rund 298.000 Euro für Katastrophenrisikomanagement eingeplant. Davon sind jedoch nur knapp 58.000 Euro für konkrete Maßnahmen vorgesehen. Der übrige Betrag fließt überwiegend in Reisen und Verwaltungskosten.
Wie groß die Finanzierungslücke ausfallen kann, zeigte bereits die Dürre von 2024. Die damalige Regierung bat um rund 393 Millionen Euro internationale Hilfe. Einen Monat später war erst etwa ein Fünftel zugesagt. Auch im März 2025 fehlten weiterhin Mittel aus dem Hilfsbedarf von umgerechnet rund 392 Millionen Euro.
Risiko eines besonders starken El Niño
Die Wahrscheinlichkeit eines starken bis sehr starken El Niño liegt bei 80 Prozent. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 24 Prozent könnte das Ereignis sogar schwerer ausfallen als 2015/16.

Während eines El Niño verschieben sich die Niederschlagsmuster durch ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Im südlichen Afrika führt das häufig zu Hitze, ausbleibendem Regen und Ernteverlusten.
Malawi leidet bereits unter hohen Treibstoff- und Düngemittelpreisen. Dadurch verteuern sich Lebensmittel und landwirtschaftliche Betriebsmittel. Eine neue Dürre könnte die Ernten weiter verringern und den Bedarf an Importen und Nothilfe erhöhen.
In der Saison 2023/24 hatte eine vergleichbare Trockenheit die Regierung gezwungen, in 23 Distrikten den Katastrophenfall auszurufen.
Regierung bereitet Maßnahmen vor
Die Katastrophenschutzbehörde arbeitet an einem ressortübergreifenden Vorbereitungsplan. Präsident Peter Mutharika hatte die Behörden im Mai zu frühzeitigen Maßnahmen aufgefordert.
Das Landwirtschaftsministerium setzt unter anderem auf trockenheitsverträglichere Pflanzen wie Maniok und Süßkartoffeln. Fachleute fordern außerdem mehr Mittel für Frühwarnsysteme und eine feste Absicherung der Katastrophenbudgets.

