Bund rechnet mit Flüchtlingskosten von über 24 Milliarden Euro für das Jahr 2025

Der Bund hat Milliarden für Flüchtlingskosten gezahlt – doch nun sollen die Länder 250 Millionen Euro zurücküberweisen. Gleichzeitig klagen Kommunen weiter über hohe Belastungen bei Unterbringung und Integration.

Die Kosten für Unterbringung, Versorgung und Integration von Geflüchteten bleiben für Bund, Länder und Kommunen ein Milliardenposten. Zwar gibt der Bund inzwischen etwas weniger Geld aus als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsausgaben 2023. Trotzdem summieren sich die Leistungen des Bundes für Flucht und Migration im Jahr 2025 noch immer auf rund 24,8 Milliarden Euro.

Gleichzeitig zeigt die neue Abrechnung zwischen Bund und Ländern: Der Bund hat offenbar mehr Geld überwiesen als am Ende nötig war. Deshalb erwartet die Bundesregierung nun eine Rückzahlung der Länder in Höhe von rund 250 Millionen Euro.

7.500 Euro pro neuem Asylantrag

Hintergrund ist ein neues Finanzierungssystem, auf das sich Bund und Länder Ende 2023 geeinigt hatten. Seitdem zahlt der Bund für jeden neuen Asylerstantrag pauschal 7.500 Euro an die Länder.

Die Idee dahinter: Länder und Kommunen sollen schneller Geld bekommen, wenn mehr Geflüchtete ankommen. Denn gerade Städte und Gemeinden tragen einen großen Teil der Kosten – etwa für Unterkünfte, Schulen, Kitas oder Sozialleistungen.

Zunächst erhalten die Länder Abschlagszahlungen. Erst später wird genau nachgerechnet, wie viele Asylanträge tatsächlich gestellt wurden und wie hoch die endgültige Summe ausfällt.

Für 2025 überwies der Bund zunächst 1,25 Milliarden Euro. Nach der späteren Abrechnung geht die Bundesregierung nun davon aus, dass davon etwa 250 Millionen Euro zu viel gezahlt wurden. Dieses Geld soll der Bund zurückbekommen.

Ausgaben sinken – bleiben aber sehr hoch

Die Flüchtlingskosten des Bundes gehen zwar zurück, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau. 2023 lagen die Ausgaben noch bei 29,6 Milliarden Euro, 2024 bei 28 Milliarden Euro und 2025 nun bei 24,8 Milliarden Euro.

Vor allem seit dem russischen Angriff auf die Ukraine waren die Kosten stark gestiegen. Viele Geflüchtete mussten untergebracht und versorgt werden, gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Integration, Sprachkurse und soziale Leistungen.

Auch wenn die Zahlen inzwischen sinken, liegen sie weiterhin deutlich höher als vor dem Ukrainekrieg.

Länder klagen über hohe Belastung

Die Länder betonen allerdings, dass die Bundesmittel ihre tatsächlichen Kosten oft nicht decken. Viele verweisen darauf, dass sie zusätzlich Milliarden aus eigenen Haushalten finanzieren mussten.

Dabei geht es nicht nur um Unterkünfte, sondern auch um Schulen, Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung, Jugendhilfe und Integrationsangebote. Besonders die Kommunen sehen sich vielerorts weiterhin stark belastet.

Der Bund wiederum verweist darauf, dass er Länder und Gemeinden 2025 insgesamt um rund 1,34 Milliarden Euro entlastet habe – unter anderem durch die Asylpauschale und durch kostenlose Grundstücke des Bundes für Unterkünfte.

Nordrhein-Westfalen erhält den größten Anteil

Das meiste Geld aus der Bundespauschale floss 2025 nach Nordrhein-Westfalen. Das Land erhielt rund 264 Millionen Euro. Dahinter folgten Bayern mit 194 Millionen Euro und Baden-Württemberg mit knapp 165 Millionen Euro.

Viele Länder erklärten, sie hätten das Geld vollständig oder zumindest überwiegend an Städte und Gemeinden weitergegeben. Denn dort entstehen die meisten direkten Kosten.

Nordrhein-Westfalen teilte mit, dass die Bundesmittel an die Kommunen weitergereicht worden seien. Zusätzlich habe das Land selbst weitere rund 477 Millionen Euro für die Flüchtlingsaufnahme an Städte und Gemeinden gezahlt.

Städte und Gemeinden tragen einen Großteil der Kosten

Besonders deutlich wird die Belastung auf kommunaler Ebene. Städte und Landkreise müssen Unterkünfte organisieren, Sozialleistungen auszahlen und Integrationsangebote schaffen.

In Hessen stellte das Land nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,18 Milliarden Euro für den Asylbereich bereit. Rund 641 Millionen Euro davon gingen direkt an die Kommunen. Die Bundesmittel für Hessen lagen dagegen bei etwa 92 Millionen Euro.

Auch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern meldeten hohe eigene Ausgaben für Unterbringung und Integration. Bayern erklärte ebenfalls, dass die Leistungen des Landes die Bundesmittel deutlich übersteigen.

Streit über Weitergabe der Bundesmittel

Schon länger gibt es Diskussionen darüber, ob die Länder Bundesgelder tatsächlich vollständig an die Kommunen weiterreichen.

Neben der neuen Asylpauschale zahlt der Bund den Ländern seit Jahren zusätzlich eine Milliarde Euro jährlich zur Entlastung der Kommunen. Die meisten Länder geben an, diese Mittel komplett weiterzugeben.

Einige Länder räumen allerdings ein, dass nur ein Teil direkt bei Städten und Gemeinden ankommt. Brandenburg meldete für 2025 eine teilweise Weiterleitung von gut 22 Prozent, Rheinland-Pfalz von knapp 25 Prozent.

Die Bundesregierung hält deshalb fest, dass die Länder sehr unterschiedlich mit ihrer Verantwortung für die Finanzierung der Kommunen umgehen.

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