Deutschland und Senegal wollen Investitionen und Sicherheitspartnerschaft ausbauen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing Faye ebenfalls zu einem Gespräch in Berlin. Behandelt wurden der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Lage im Sahel und internationale politische Fragen.

Deutschland und Senegal wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen und die gemeinsame Sicherheitspartnerschaft ausbauen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye berieten darüber am 23. Juni 2026 in Berlin im Rahmen eines 48-stündigen offiziellen Arbeitsbesuchs des senegalesischen Staatschefs. Beide Seiten betonten die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft und kündigten an, diese durch neue Vereinbarungen und verstärkte Zusammenarbeit weiter zu festigen.

Merz empfing Faye mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Für den senegalesischen Präsidenten war es der erste Besuch in Berlin seit seinem Amtsantritt.

Faye traf während seines Aufenthalts auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zudem nahm er gemeinsam mit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan am Deutsch-Senegalesischen Wirtschaftstag teil, bei dem bereits am Vortag mehrere wirtschaftliche Vereinbarungen geschlossen wurden.

Bundesregierung will deutsche Unternehmen unterstützen

Merz verwies auf eine zunehmende wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Ländern. Immer mehr deutsche Unternehmen interessierten sich für den senegalesischen Markt.

„Wir wollen das als Bundesregierung unterstützen“, sagte der Kanzler. Dabei sollen Instrumente der deutschen Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt werden.

Im Zentrum stehen Investitionen und die Ausbildung junger Menschen in Berufen mit langfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Senegal hat eine junge und wachsende Bevölkerung. Die Schaffung von Arbeitsplätzen gehört deshalb zu den Schwerpunkten der nationalen Entwicklungsstrategie.

Merz verband die Aussicht auf stärkere Investitionen mit der Forderung nach verlässlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er begrüßte Reformen der senegalesischen Regierung, darunter das neue Investitionsgesetz, und ermutigte Dakar zu weiteren Schritten.

„Investitionen brauchen stabile Rahmenbedingungen“, erklärte der Bundeskanzler.

Faye wirbt um deutsche Investitionen und verweist auf neue Dynamik

Faye erklärte, deutsche Unternehmen seien in Senegal ausdrücklich willkommen. Die Qualität deutscher Produkte und Dienstleistungen genieße in seinem Land hohes Ansehen.

„Die deutschen Unternehmen haben ihren Platz im Senegal“, sagte der Präsident.

Er verwies auf die zunehmende Dynamik der wirtschaftlichen Beziehungen, die sich unter anderem in den beim Wirtschaftstag geschlossenen Vereinbarungen und im wachsenden Interesse deutscher Firmen widerspiegele. Senegal sei eine sichere und attraktive Destination für Investoren.

Seine Regierung wolle die Privatwirtschaft stärker in die Zusammenarbeit einbeziehen und die Handels- und Investitionsbeziehungen mit Deutschland ausbauen. Der Präsident verband dies mit der nationalen Entwicklungsagenda Sénégal 2050, die einen langfristigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbau des Landes vorsieht.

Faye erinnerte zudem an die historische Tiefe der Beziehungen, die seit den ersten Jahren der senegalesischen Unabhängigkeit durch regelmäßige Kontakte auf höchster Ebene geprägt seien.

Zusammenarbeit bei Energie, Gesundheit und Ausbildung

Die bestehende bilaterale Kooperation konzentriert sich unter anderem auf Gesundheit, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und berufliche Bildung.

Faye hob besonders die deutsche Unterstützung beim Ausbau der Solarenergie und bei Ausbildungsprogrammen hervor. Auch bei der Bewältigung der Coronapandemie habe Deutschland eine zentrale Rolle gespielt und sei zeitweise wichtigster bilateraler Partner Senegals gewesen.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland Senegal in zahlreichen strategischen Bereichen wie Wasserwirtschaft, Transport, Bildung, Justiz und Energie.

Merz erklärte, die wirtschaftliche Kooperation solle beiden Seiten zugutekommen. Deutsche Unternehmen könnten neue Märkte erschließen, während Senegal Investitionen, Technologie, Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze gewinnen wolle.

Faye stellte die Partnerschaft zugleich in den Zusammenhang gemeinsamer Werte. Die Beziehungen beruhten auf Frieden, Demokratie, Menschenrechten und der Achtung des Völkerrechts.

Merz würdigt Senegals Rolle im Sahel

Neben Wirtschaft und Investitionen bestimmten Sicherheit und Stabilität in Westafrika das Treffen.

Merz verwies auf islamistisch motivierte Anschläge, organisierte Kriminalität und politische Instabilität in Senegals Nachbarschaft. Die Sahelzone gehört seit Jahren zu den Regionen mit der weltweit höchsten Zahl tödlicher Terroranschläge.

„Ein stabiler Sahel liegt auch in unserem nationalen deutschen Interesse“, sagte der Kanzler. Gewalt und Unsicherheit verschärften Armut und trieben Menschen zur Flucht.

Merz würdigte Fayes Rolle als Vermittler und dessen Einsatz für Dialog, regionale Integration und eine Stärkung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Deutschland und Senegal unterhalten bereits eine Sicherheitspartnerschaft. Diese Zusammenarbeit solle fortgesetzt und intensiviert werden, erklärte der Bundeskanzler.

„Mit Deutschland, Herr Präsident, steht Ihnen ein verlässlicher Partner zur Seite“, sagte Merz.

Faye setzt auf Dialog und internationale Kooperation

Faye betonte, die Sicherheit Europas und Afrikas sei eng miteinander verbunden. Beide Länder seien im Kampf gegen Terrorismus aktiv und hätten ein gemeinsames Interesse an Frieden und Stabilität.

Der Präsident sprach sich für Verhandlungslösungen in internationalen Krisen aus. Angesichts der Konflikte im Sahel, im Nahen und Mittleren Osten sowie in weiteren Weltregionen seien Deeskalation, Toleranz und ein Ende der Feindseligkeiten erforderlich.

Er plädierte zudem für eine offenere, gerechtere und inklusivere globale Ordnung sowie für eine verstärkte internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Herausforderungen.

Zum Abschluss seines Besuchs lud Faye Bundeskanzler Merz zu einem offiziellen Gegenbesuch nach Senegal ein. Eine solche Reise könnte nach Ansicht beider Seiten einen weiteren wichtigen Schritt zur Vertiefung der Partnerschaft darstellen.

Steinmeier empfängt Faye im Schloss Bellevue

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing Faye ebenfalls zu einem Gespräch in Berlin. Behandelt wurden der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Lage im Sahel und internationale politische Fragen.

Steinmeier hatte Senegal zuletzt im Februar 2022 besucht. Das Bundespräsidialamt bezeichnete das Land als einen der engsten Partner Deutschlands in Westafrika und verwies auf seine lange demokratische Tradition.

Fayes Deutschlandbesuch umfasste damit Gespräche auf höchster politischer Ebene sowie Begegnungen mit Vertretern der deutschen und senegalesischen Wirtschaft. Die Gespräche bestätigten die wachsende Bedeutung der bilateralen Beziehungen und die gemeinsame Absicht, diese künftig weiter auszubauen.

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