Deutschland stellt Mosambik neue Mittel in Höhe von 89,45 Millionen Euro für Energie, Klimaschutz, berufliche Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und staatliche Strukturen bereit. Die Zusagen wurden am 7. Oktober bei den deutsch-mosambikanischen Regierungsverhandlungen in Maputo vereinbart. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Energieversorgung und der 2024 geschlossenen Klima- und Entwicklungspartnerschaft. Die neuen Projekte fallen in das Jahr, in dem beide Länder 50 Jahre diplomatische Beziehungen feiern.
Deutschland baut Energiepartnerschaft mit Mosambik aus
Die Bundesregierung will mit den neuen Mitteln unter anderem den Energiesektor und Mosambiks Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels stärken. Die Klima- und Entwicklungspartnerschaft soll zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und Mosambiks Rolle als regionaler Energielieferant im südlichen Afrika festigen.
Weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind eine bessere Finanzverwaltung und Dezentralisierung, berufliche Bildung und Beschäftigungsförderung sowie die Entwicklung des Privat- und Finanzsektors. Dabei stehen insbesondere Landwirtschaft, Energie und Klima im Fokus. Hinzu kommt die Unterstützung von Binnenvertriebenen im Norden Mosambiks.
António Bambissa, Direktor für Europa und Amerika im mosambikanischen Außenministerium und Leiter der mosambikanischen Delegation bei den Regierungsverhandlungen, bezeichnete Deutschland als einen zentralen Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit orientiere sich an den Prioritäten der Regierung und unterstütze strategische Bereiche wie Energie, berufliche Bildung, gute Regierungsführung und die Hilfe für Vertriebene.
Deutschland gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutenden bilateralen Partnern Mosambiks in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Beide Staaten arbeiten in diesen Bereichen seit rund 40 Jahren zusammen.
Elektrifizierungsrate hat sich seit 2019 fast verdoppelt
Die Leiterin der deutschen Delegation, Birgit Gerhardus vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, verwies bei den Verhandlungen auf Fortschritte bei der Stromversorgung. Die Elektrifizierungsrate Mosambiks sei von 34 Prozent im Jahr 2019 auf inzwischen 66,9 Prozent gestiegen.
„Unsere umfassende Zusammenarbeit im Energiesektor hat dazu beigetragen, die Elektrifizierungsrate des Landes von 34 Prozent im Jahr 2019 auf heute 66,9 Prozent zu erhöhen und Mosambiks Ziel einer Energieversorgung für alle bis 2030 voranzubringen“, sagte Gerhardus.

Die Regierung in Maputo verfolgt das Ziel, bis 2030 einen landesweiten Zugang zu Elektrizität zu erreichen. Die deutsche Unterstützung verbindet dafür öffentliche Energieinfrastruktur mit Investitionen in wirtschaftlich wichtige Standorte.
KfW-Investition vervierfacht Stromkapazität in Industriepark
Ein Beispiel dafür ist der Beluluane Industrial Park in der Provinz Maputo. Über die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit finanzierte die KfW Entwicklungsbank dort Investitionen von 20,8 Millionen Euro in die Erneuerung und Erweiterung eines Umspannwerks und der angeschlossenen Strominfrastruktur.
Das Projekt wurde gemeinsam vom staatlichen Stromversorger Electricidade de Moçambique und dem Industrieparkbetreiber MozParks umgesetzt. Die Leistung des Umspannwerks stieg von 20 auf 80 Megavoltampere und vervierfachte sich damit.
Seit der Inbetriebnahme der ausgebauten Infrastruktur im Jahr 2024 ist die Zahl der Unternehmen im Beluluane Industrial Park nach Angaben von MozParks um 40 Prozent gestiegen. Neue Investoren belegten mehr als 100 Hektar Industriefläche. Rund 3.000 Haushalte in umliegenden Gemeinden profitieren ebenfalls von der verbesserten Stromversorgung.
Der Industriepark beherbergt inzwischen Unternehmen aus 18 Ländern. MozParks beziffert die dort getätigten Unternehmensinvestitionen auf rund drei Milliarden US-Dollar und die Zahl der direkten und indirekten Arbeitsplätze auf etwa 10.000.
Deutsche Förderung verbindet Infrastruktur und Ausbildung
Neben der Energieinfrastruktur unterstützt Deutschland Programme zur Beschäftigung junger Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit fördert gemeinsam mit der MozYouth Foundation ein Praktikumsprogramm.
Für das Programm stellte die GIZ 170.000 Euro bereit. Damit wurden nach Angaben von MozParks 300 Praktikumsplätze in Mosambik unterstützt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer erhielt anschließend eine feste Beschäftigung.
MozParks betreibt Wirtschaftszonen in den Provinzen Maputo und Nampula und plant eine Expansion nach Cabo Delgado. Das Unternehmen ist als öffentlich-private Partnerschaft zwischen der mosambikanischen Investitions- und Exportförderagentur APIEX und der African Sustainable Economic Zones Alliance organisiert.
50 Jahre diplomatische Beziehungen
Die neuen deutschen Zusagen fallen mit dem 50. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik zusammen. Die deutsche Botschaft in Maputo begleitet das Jubiläum im Oktober mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Festival das Histórias“.
Nach einem Auftakt am 8. Oktober folgen am 13. Oktober eine Diskussion über 50 Jahre deutsch-mosambikanische Beziehungen sowie am 22. Oktober ein Konzert der Berliner Sängerin Carla Ahad. Die zentrale Jubiläumsveranstaltung ist für den 24. Oktober in Maputo vorgesehen.
Das Programm verbindet Musik, Literatur, persönliche Geschichten und deutsch-mosambikanische Begegnungen. Neben Carla Ahad treten unter anderem die mosambikanischen Künstler Stewart Sukuma, Radjha Ally, Delta und Leyna Souto auf.

