Anthropic ordnet Sudan-Einflussoperation mit hoher Sicherheit den Emiraten zu

300 unechte Konten, kopierte Menschenrechtsidentitäten und vorbereitete Aussagen für die UN: Anthropic beschreibt eine Sudan-bezogene Einflussoperation, die das Unternehmen mit hoher Sicherheit den Emiraten zurechnet.

Anthropic hat eine Einflussoperation gestoppt, die das Unternehmen mit hoher Sicherheit Regierungsvertretern der Vereinigten Arabischen Emirate zurechnet und die unter anderem den Sudan-Konflikt sowie internationale Kontrollmechanismen ins Visier nahm. Die Angaben wurden am 10. September 2026 veröffentlicht. Der Betreiber setzte Claude über eine eigene KI-Persona namens „Deadshot“ ein und steuerte damit ein Netzwerk aus rund 300 unechten Social-Media-Konten. Zu den Aktivitäten gehörten auch vorbereitete Aussagen für den UN-Menschenrechtsrat und Dossiers über europäische Abgeordnete, Journalisten und UN-Sonderberichterstatter. 

Sudan-Konflikt als Teil einer breiteren Kampagne

Das hinterlegte Grundsatzdokument der Operation beschrieb ihr Ziel als „eine koordinierte transatlantische und regionale Operation zur weltweiten Zerschlagung der Muslimbruderschaft“.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Sudan. Am 4. Juni 2026 veröffentlichten verbundene X-Konten unter dem Hashtag #SudanIslamists nahezu identische Grafiken, die die sudanesische Muslimbruderschaft mit regionaler Instabilität in Verbindung brachten.

Anthropic zufolge wurde die Infrastruktur zentral finanziert und koordiniert. Interne Unterlagen bezeichneten die scheinbare „Unabhängigkeit“ des Netzwerks als dessen „größtes strategisches Kapital“.

Identität einer Menschenrechtsorganisation übernommen

Der Akteur übernahm nach Erkenntnissen von Anthropic die Identität einer realen sudanesischen Menschenrechtsorganisation. Unter diesem Deckmantel entstanden Menschenrechtsberichte und vollständige Redetexte.

Zwei Personen sollten solche Texte bei der 62. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats vortragen. Die Vorgaben sahen ausdrücklich vor, die Vereinigten Arabischen Emirate in den Reden nicht zu erwähnen. Damit sollte Material, das einer Konfliktpartei diente, als unabhängige sudanesische Position erscheinen.

Anthropic konnte nicht bestätigen, ob die vorbereiteten Aussagen tatsächlich in dieser Form vorgetragen wurden.

Abgeordnete und UN-Experten wurden profiliert

Parallel sammelte der Betreiber detaillierte Informationen über 18 Mitglieder des Europäischen Parlaments und prominente Journalisten. Außerdem entstanden Dossiers über UN-Sonderberichterstatter, die das Verhalten der Vereinigten Arabischen Emirate im Sudan kritisiert hatten.

Mehrere Produkte waren nach Angaben des Unternehmens ausdrücklich zur Weitergabe an hochrangige Vertreter der Emirate bestimmt. Anthropic fand in den internen Unterlagen zudem Namen hochrangiger VAE-Beamter als vorgesehene Empfänger.

Die Kampagne erreichte mehrere Social-Media-Plattformen und wurde von Anthropic in Kategorie drei seiner Reichweitenskala eingeordnet. Eine breite öffentliche Wirkung oder ein nachweisbarer politischer Einfluss ließen sich nicht bestätigen. Das Unternehmen sperrte die beteiligten Konten und teilte technische Indikatoren mit Industriepartnern.

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