UN will Afrika größer darstellen – USA stimmt dagegen
Afrika ist rund 14-mal so groß wie Grönland – auf vielen Weltkarten ist davon wenig zu sehen. Jetzt unterstützen 164 UN-Staaten eine afrikanische Initiative für flächentreuere Karten. Das deutsche Entwicklungsministerium hat bereits umgestellt.
UN-Sicherheitsrat startet mit Streit – China und Russland blockieren Frankreich
Der UN-Sicherheitsrat startet Frankreichs September-Präsidentschaft mit einem offenen Verfahrensstreit. Für Afrika stehen die Sudan-Sanktionen, die Krise in Sudan und die UN-Mission im Osten der DR Kongo auf der Agenda.
BRICS-Allianz: Ägypten und China rücken enger zusammen – gemeinsamer Kurs zu Gaza und Sudan
Ägypten und China stimmen sich enger über die Krisen im Nahen Osten und in Sudan ab. Beim Besuch von Xi Jinping in Kairo verbinden beide Staaten gemeinsame politische Positionen mit einem weiteren Ausbau ihrer Wirtschafts- und Technologiepartnerschaft.
Algerien verschärft Kampf gegen Drogenhandel: Hochsicherheitsgefängnis in der Sahara geplant
Algerien baut seinen Kampf gegen den Drogenhandel um: Eine Militärkaserne tief in der Sahara soll zum Hochsicherheitsgefängnis für führende Drogenschmuggler werden. Zugleich entsteht eine spezialisierte Sicherheitsbehörde nach internationalem Vorbild.
DR Kongo vertieft Partnerschaft mit Israel – Sicherheitskooperation rückt in den Fokus
Félix Tshisekedi baut die Partnerschaft der Demokratischen Republik Kongo mit Israel aus. In Jerusalem standen Sicherheit, Verteidigung, Technologie und Investitionen im Zentrum – vor dem Hintergrund unterschiedlicher Positionen zu Israel innerhalb Afrikas.
Sambia nach der Wahl: UN mit scharfer Kritik an Festnahmen, Razzien und Tote
ach der umstrittenen Präsidentschaftswahl eskaliert der Streit zwischen Sambia und einer UN-Sonderberichterstatterin. Die Regierung weist Vorwürfe politischer Repression zurück – und korrigiert eine zentrale UN-Angabe zur Todesstrafe.
SPD, Union und Linke verlieren bei Wählern mit Migrationshintergrund
Keine Partei konnte ihre grundsätzliche Wählbarkeit steigern. Besonders stark sinken die Werte von SPD, Union und Linken bei Wahlberechtigten mit MENA- und Türkei-Bezug – während die AfD dort von mehr als 80 Prozent klar abgelehnt wird.
Senegal und IWF einigen sich auf neues 2,2-Milliarden-Dollar-Programm
Senegal und IWF einigen sich auf neues 2,2-Milliarden-Dollar-Programm
Senegal und der Internationale Währungsfonds haben eine vorläufige Einigung über ein neues Finanzierungsprogramm von rund 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Verständigung auf Arbeitsebene wurde am Dienstag nach einer IWF-Mission in Dakar vom 19. August bis 1. September erreicht. Das Programm soll über 36 Monate laufen und die Staatsfinanzen stabilisieren, nachdem das vorherige IWF-Programm wegen falsch ausgewiesener Schuldendaten zum Stillstand gekommen war. Zugleich haben die senegalesischen Behörden angekündigt, eine Behandlung ihrer Staatsschulden anzustreben, um deren Tragfähigkeit wiederherzustellen.
Das geplante Programm soll über die Erweiterte Kreditfazilität des IWF finanziert werden. Vorgesehen sind 1,537 Milliarden Sonderziehungsrechte, was nach den veröffentlichten Angaben etwa 2,2 Milliarden Dollar und 475 Prozent der senegalesischen IWF-Quote entspricht.
Eine endgültige Zusage ist damit noch nicht verbunden. Die Vereinbarung muss zunächst von der IWF-Leitung und anschließend vom Exekutivdirektorium gebilligt werden.
Dakar will Schuldenproblem angehen
Zu den zentralen Punkten gehört die angekündigte Absicht der senegalesischen Regierung, eine Behandlung der Staatsschulden zu beantragen. Damit soll deren Tragfähigkeit wiederhergestellt werden.
Wie eine solche Schuldenbehandlung konkret aussehen soll und welche Gläubiger betroffen wären, wurde zunächst nicht näher ausgeführt. Die Ankündigung schafft jedoch erstmals mehr Klarheit über den Kurs der Regierung nach monatelanger Unsicherheit über den Umgang mit der stark gestiegenen Verschuldung.
La Nouvelle Tribune beziffert die öffentliche Verschuldung Senegals inzwischen auf rund 132 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Schuldendienst soll demnach etwa 5.500 Milliarden CFA-Franc erreichen.
Das künftige IWF-Programm soll die Einnahmen des Staates erhöhen und zugleich die Ausgaben stärker kontrollieren. Ab 2027 ist eine mittelfristige Strategie zur Mobilisierung zusätzlicher Staatseinnahmen vorgesehen.
Daneben sollen Schuldenmanagement, Kontrolle von Zahlungsrückständen und Aufsicht über Staatsunternehmen verbessert werden. Für einkommensschwächere Haushalte sind gezieltere Geldtransfers und andere soziale Schutzmaßnahmen vorgesehen.
Falsch ausgewiesene Schulden blockierten bisherige Zusammenarbeit
Die neue Vereinbarung folgt auf eine längere Unterbrechung der finanziellen Zusammenarbeit zwischen Dakar und dem IWF. Das vorherige Programm war ausgesetzt worden, nachdem die neue senegalesische Führung Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung staatlicher Verbindlichkeiten aus den Jahren 2019 bis 2023 offengelegt hatte.
Ein Bericht des senegalesischen Rechnungshofs bestätigte im Februar 2025 erhebliche Probleme bei der Verbuchung der öffentlichen Verschuldung. Verschiedene Schätzungen über die zuvor nicht ausgewiesenen Verpflichtungen lagen zwischen sieben und mehr als elf Milliarden Dollar.
Der IWF verlangt deshalb weitere Korrekturmaßnahmen. Sie sollen den senegalesischen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung im Zusammenhang mit der früheren Übermittlung falscher Daten stützen.
Darüber hinaus benötigt der Fonds Finanzierungszusagen der internationalen Partner Senegals, bevor das neue Programm endgültig genehmigt werden kann.
Öl treibt Wachstum, übrige Wirtschaft bleibt schwächer
Der IWF bewertet die senegalesische Wirtschaft trotz der angespannten Staatsfinanzen als widerstandsfähig. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 um 6,7 Prozent, getragen von der ersten vollständigen Jahresproduktion im Ölsektor.
Außerhalb des Öl- und Gassektors lag das Wachstum dagegen lediglich bei 2,2 Prozent. Die Inflationsrate betrug 1,4 Prozent.
Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich das Wachstum außerhalb der Kohlenwasserstoffbranche nach den veröffentlichten Angaben auf 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einen wesentlichen Beitrag leistete die private Nachfrage.
Die Gespräche in Dakar führte IWF-Missionschefin Mercedes Vera Martin unter anderem mit Präsident Bassirou Diomaye Faye, Premierminister Ahmadou Al Aminou Lo, Finanz- und Wirtschaftsminister Cheikh Diba, Budgetminister Bassirou Sarr sowie Vertretern der westafrikanischen Zentralbank BCEAO.
IWF-Programm könnte weitere Finanzierungen freimachen
Eine endgültige Genehmigung des neuen IWF-Programms könnte Senegal auch den Zugang zu weiteren Finanzierungen erleichtern. Genannt werden unter anderem die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und weitere Entwicklungspartner.
Das vorherige, 2023 vereinbarte Finanzierungspaket aus mehreren IWF-Instrumenten hatte ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Dollar. Seine Umsetzung wurde nach Bekanntwerden der Probleme mit den Schuldendaten gestoppt.
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