Die US-Regierung stellt knapp zwei Milliarden Dollar für internationale Gesundheits- und humanitäre Programme bereit, die überwiegend über glaubensbasierte und kirchlich verankerte Organisationen umgesetzt werden sollen. Die Entscheidung wurde am 6. August vom US-Außenministerium bekannt gegeben. Allein 1,4 Milliarden Dollar sind für Gesundheitsdienste in mehr als 20 Ländern vorgesehen. Zu den wichtigsten Partnern gehören World Vision, Compassion International und Samaritan’s Purse.
Die Regierung von Präsident Donald Trump bezeichnet die Finanzierung als größte Zuweisung amerikanischer Auslandshilfe im Gesundheitsbereich an glaubensbasierte Organisationen seit mehr als 20 Jahren. Die Mittel sind Teil der „America First Global Health Strategy“.
850 Millionen Dollar für World Vision und Partner
Bis zu 850 Millionen Dollar sollen über fünf Jahre an World Vision und ein Konsortium lokaler glaubensbasierter Organisationen fließen. Die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt der jeweiligen Haushaltsmittel.
Das Programm soll mehr als 2.500 Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitszentren in 17 Ländern unterstützen. Außerdem sollen mehr als 30.000 Gesundheitshelfer ausgebildet, bezahlt und mit medizinischem Material ausgestattet werden.
Weitere 570 Millionen Dollar will Washington über Vereinbarungen mit einzelnen Regierungen direkt an glaubensbasierte und kommunale Krankenhäuser und Kliniken vergeben. Zusammen ergibt dies die angekündigten 1,4 Milliarden Dollar für internationale Gesundheitsprogramme.
Das Außenministerium begründet den Ansatz mit der Bedeutung religiös getragener Gesundheitseinrichtungen in zahlreichen Empfängerländern amerikanischer Hilfe. Dort stellten solche Anbieter teilweise mindestens 40 Prozent der gesamten medizinischen Infrastruktur.
Mindestens 80 Prozent sollen direkt in Gesundheitsdienste fließen
Die beteiligten Organisationen sollen mindestens 80 Prozent der bereitgestellten Mittel unmittelbar für medizinische Leistungen an Patienten und Gemeinden verwenden. Verwaltungs- und Managementkosten sollen entsprechend begrenzt werden.
Das Außenministerium zieht dabei einen Vergleich zu früheren Förderprogrammen. Bei diesen seien nach Darstellung der US-Regierung teilweise nur 35 bis 40 Prozent der Mittel unmittelbar in Gesundheitsleistungen geflossen.
Washington will mit dem neuen Modell verstärkt auf bestehende lokale Strukturen zurückgreifen. Kirchen und religiöse Organisationen betreiben insbesondere in Ländern mit schwachen staatlichen Gesundheitssystemen Krankenhäuser, Gesundheitsstationen und lokale Versorgungsnetze.
Weitere 538 Millionen Dollar für humanitäre Krisen
Neben den Gesundheitsprogrammen kündigte das US-Außenministerium humanitäre Hilfen in Höhe von 538 Millionen Dollar an. Das Geld soll an Samaritan’s Purse sowie ein gemeinsam von World Vision und Compassion International geführtes Konsortium gehen.
Die Programme sollen nach Angaben Washingtons rund sieben Millionen Menschen in 16 humanitären Krisen erreichen. Mehr als 100 Millionen Dollar sollen unmittelbar für die Reaktion auf Naturkatastrophen bereitgestellt werden. Gleichzeitig sollen die Katastrophenschutzkapazitäten in 23 besonders gefährdeten Ländern ausgebaut werden.
Welche Länder und Krisengebiete im Einzelnen Mittel erhalten, nannte das Außenministerium in seiner Ankündigung nicht.
Samaritan’s Purse erhält zentrale Rolle bei Nothilfe
Samaritan’s Purse gehört zu den größten evangelikalen Hilfsorganisationen der Vereinigten Staaten und ist nach eigenen Angaben in mehr als 100 Ländern tätig. Die Organisation arbeitet unter anderem in Konfliktgebieten, nach Naturkatastrophen und bei Krankheitsausbrüchen.
Das Außenministerium hob besonders die Fähigkeit hervor, Flugzeuge, medizinisches Personal, Hilfsgüter und Feldkrankenhäuser kurzfristig in Krisengebiete zu bringen. Zuletzt hatte Samaritan’s Purse nach schweren Erdbeben im Juni ein Feldkrankenhaus in Venezuela eingerichtet.
Auch World Vision verfügt über ein weltweites Netzwerk. Die Organisation erreichte 2025 nach Angaben der US-Regierung 35,6 Millionen Menschen bei 104 Katastropheneinsätzen in mehr als 100 Ländern.
Compassion International arbeitet seit mehr als 70 Jahren mit Zehntausenden lokalen Kirchen zusammen und ist derzeit in 29 Ländern vertreten. Das neue Konsortium wird zusätzlich mit dem internationalen Netzwerk Accord Network kooperieren.
Trump-Regierung setzt auf neue Partnerstruktur

Mit der Entscheidung baut die Trump-Regierung glaubensbasierte Organisationen zu einem wichtigen Kanal amerikanischer Auslandshilfe aus. Das Außenministerium verbindet die Vergabe mit dem Anspruch, mehr Mittel direkt in medizinische Versorgung und Nothilfe fließen zu lassen und Verwaltungskosten zu reduzieren.
Die angekündigten Programme umfassen sowohl langfristige Gesundheitsversorgung als auch kurzfristige humanitäre Einsätze. Ein erheblicher Teil der Finanzierung ist mehrjährig angelegt und hängt von der weiteren Bereitstellung der Mittel durch die Vereinigten Staaten ab.

