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Kenias Präsident Ruto fordert Umbau der UN: „Gleichheit endet an den Türen des Sicherheitsrats“
„Die Gleichheit endet an den Türen des Sicherheitsrats“: Kenias Präsident William Ruto verbindet bei der UN Afrikas Forderung nach politischer Macht mit einer Kritik an hohen Kreditkosten. Sein Gegenentwurf: mehr eigene Industrie, afrikanisches Kapital und Wertschöpfung auf dem Kontinent.
UN-Generaldebatte: Marokko fordert palästinensischen Staat
Marokko verbindet seine Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat mit einem konkreten Sicherheitsengagement in Gaza. Außenminister Nasser Bourita kündigt Beiträge zur Stabilisierungstruppe an und fordert zugleich Sanktionen gegen bewaffnete Gruppen und deren staatliche Unterstützer.
G7, China, USA: Bab el-Mandeb wird zum Schauplatz eines geopolitischen Machtkampfs
An Bab el-Mandeb treffen inzwischen mehrere Machtkonflikte aufeinander: Die G7 stellen sich gegen die Huthi und Iran, die USA ordnen ihre Beziehungen am Horn von Afrika neu und China baut seine Verteidigungskooperation mit Somalia aus. Gleichzeitig erreichen Tausende Flüchtlinge aus dem Jemen die afrikanische Seite der Meerenge.
Deutschland baut Algerien-Geschäft aus – und setzt Frankreich unter Druck
Wasserstoffkorridor, Opel-Werk, Pharma und Gas: Deutsche Unternehmen bauen ihre Präsenz in Algerien aus. Gleichzeitig sinkt der französisch-algerische Handel deutlich – doch die Zahlen zeigen auch, wie weit Deutschland wirtschaftlich noch hinter Frankreich liegt.
Deutschlands Rohstoffproblem heißt China – Afrika rückt als Alternative in den Fokus
Deutschlands Industrie braucht immer mehr kritische Rohstoffe für KI, Batterien und Verteidigung – doch China kontrolliert große Teile der Lieferketten. Afrika besitzt viele der gesuchten Ressourcen, aber auch dort hat Peking längst strategische Positionen aufgebaut.
Wie Tunesien das 100-Millionen-Paket mit Deutschland in konkrete Projekte überführen will
Mehr als 100 Millionen Euro sind vereinbart. Jetzt versucht Tunesien, daraus konkrete Geschäfte, Investitionen und Ausbildungsprojekte zu machen – mit Wirtschaftsforen, deutschen Bundesländern und direkten Unternehmenskontakten.
Senegal: Premierminister verteidigt IWF-Kurs – Heftige Kritik in der Nationalversammlung
„Der Kurs bleibt“ – doch im Parlament klingt es bereits nach offenem Richtungsstreit. Senegals Premier Al Aminou Lo verteidigt IWF, Schuldenumbau und Subventionsreform, während führende PASTEF-Abgeordnete der Regierung einen Bruch mit Sonkos Linie vorwerfen.
Senegal und IWF einigen sich auf neues 2,2-Milliarden-Dollar-Programm
Senegal und IWF einigen sich auf neues 2,2-Milliarden-Dollar-Programm
Senegal und der Internationale Währungsfonds haben eine vorläufige Einigung über ein neues Finanzierungsprogramm von rund 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Verständigung auf Arbeitsebene wurde am Dienstag nach einer IWF-Mission in Dakar vom 19. August bis 1. September erreicht. Das Programm soll über 36 Monate laufen und die Staatsfinanzen stabilisieren, nachdem das vorherige IWF-Programm wegen falsch ausgewiesener Schuldendaten zum Stillstand gekommen war. Zugleich haben die senegalesischen Behörden angekündigt, eine Behandlung ihrer Staatsschulden anzustreben, um deren Tragfähigkeit wiederherzustellen.
Das geplante Programm soll über die Erweiterte Kreditfazilität des IWF finanziert werden. Vorgesehen sind 1,537 Milliarden Sonderziehungsrechte, was nach den veröffentlichten Angaben etwa 2,2 Milliarden Dollar und 475 Prozent der senegalesischen IWF-Quote entspricht.
Eine endgültige Zusage ist damit noch nicht verbunden. Die Vereinbarung muss zunächst von der IWF-Leitung und anschließend vom Exekutivdirektorium gebilligt werden.
Dakar will Schuldenproblem angehen
Zu den zentralen Punkten gehört die angekündigte Absicht der senegalesischen Regierung, eine Behandlung der Staatsschulden zu beantragen. Damit soll deren Tragfähigkeit wiederhergestellt werden.
Wie eine solche Schuldenbehandlung konkret aussehen soll und welche Gläubiger betroffen wären, wurde zunächst nicht näher ausgeführt. Die Ankündigung schafft jedoch erstmals mehr Klarheit über den Kurs der Regierung nach monatelanger Unsicherheit über den Umgang mit der stark gestiegenen Verschuldung.
La Nouvelle Tribune beziffert die öffentliche Verschuldung Senegals inzwischen auf rund 132 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Schuldendienst soll demnach etwa 5.500 Milliarden CFA-Franc erreichen.
Das künftige IWF-Programm soll die Einnahmen des Staates erhöhen und zugleich die Ausgaben stärker kontrollieren. Ab 2027 ist eine mittelfristige Strategie zur Mobilisierung zusätzlicher Staatseinnahmen vorgesehen.
Daneben sollen Schuldenmanagement, Kontrolle von Zahlungsrückständen und Aufsicht über Staatsunternehmen verbessert werden. Für einkommensschwächere Haushalte sind gezieltere Geldtransfers und andere soziale Schutzmaßnahmen vorgesehen.
Falsch ausgewiesene Schulden blockierten bisherige Zusammenarbeit
Die neue Vereinbarung folgt auf eine längere Unterbrechung der finanziellen Zusammenarbeit zwischen Dakar und dem IWF. Das vorherige Programm war ausgesetzt worden, nachdem die neue senegalesische Führung Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung staatlicher Verbindlichkeiten aus den Jahren 2019 bis 2023 offengelegt hatte.
Ein Bericht des senegalesischen Rechnungshofs bestätigte im Februar 2025 erhebliche Probleme bei der Verbuchung der öffentlichen Verschuldung. Verschiedene Schätzungen über die zuvor nicht ausgewiesenen Verpflichtungen lagen zwischen sieben und mehr als elf Milliarden Dollar.
Der IWF verlangt deshalb weitere Korrekturmaßnahmen. Sie sollen den senegalesischen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung im Zusammenhang mit der früheren Übermittlung falscher Daten stützen.
Darüber hinaus benötigt der Fonds Finanzierungszusagen der internationalen Partner Senegals, bevor das neue Programm endgültig genehmigt werden kann.
Öl treibt Wachstum, übrige Wirtschaft bleibt schwächer
Der IWF bewertet die senegalesische Wirtschaft trotz der angespannten Staatsfinanzen als widerstandsfähig. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 um 6,7 Prozent, getragen von der ersten vollständigen Jahresproduktion im Ölsektor.
Außerhalb des Öl- und Gassektors lag das Wachstum dagegen lediglich bei 2,2 Prozent. Die Inflationsrate betrug 1,4 Prozent.
Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich das Wachstum außerhalb der Kohlenwasserstoffbranche nach den veröffentlichten Angaben auf 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einen wesentlichen Beitrag leistete die private Nachfrage.
Die Gespräche in Dakar führte IWF-Missionschefin Mercedes Vera Martin unter anderem mit Präsident Bassirou Diomaye Faye, Premierminister Ahmadou Al Aminou Lo, Finanz- und Wirtschaftsminister Cheikh Diba, Budgetminister Bassirou Sarr sowie Vertretern der westafrikanischen Zentralbank BCEAO.
IWF-Programm könnte weitere Finanzierungen freimachen
Eine endgültige Genehmigung des neuen IWF-Programms könnte Senegal auch den Zugang zu weiteren Finanzierungen erleichtern. Genannt werden unter anderem die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und weitere Entwicklungspartner.
Das vorherige, 2023 vereinbarte Finanzierungspaket aus mehreren IWF-Instrumenten hatte ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Dollar. Seine Umsetzung wurde nach Bekanntwerden der Probleme mit den Schuldendaten gestoppt.
Eine Milliarde Dollar für Treibstoffimporte – trotzdem fällt in Libyen der Strom aus
Eine Milliarde Dollar pro Monat für Treibstoffimporte – und trotzdem fällt in Libyen der Strom aus. Die UN warnt vor der großflächigen Abzweigung subventionierten Treibstoffs und wachsendem Misstrauen gegenüber dem Staat.
Russland und Ghana wollen Zusammenarbeit bei Energie und Rohstoffen ausbauen
Russland und Ghana vertiefen ihre Beziehungen: Bei Gesprächen in Moskau standen gemeinsame Projekte bei Energie, Landwirtschaft, geologischer Erkundung und Rohstoffen auf der Agenda. Auch der nächste Russland-Afrika-Gipfel spielte eine zentrale Rolle.