Mehr Menschen scheitern an Integrationskursen in Deutschland

Weniger neue Teilnehmer, weniger erfolgreiche Abschlüsse, mehr Inaktivitätsfälle: Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen deutliche Verschiebungen bei Integrationskursen in Deutschland.

In Deutschland beginnen deutlich weniger Menschen einen Integrationskurs. Der Rückgang zeigt sich im Vergleich der Jahre 2024 und 2025. Die Zahl neuer Kursteilnehmer sank von 363.466 auf 307.030. Auch die Zahl erfolgreicher Kursaustritte ging zurück, von 167.579 auf 157.864.

Die Bundesregierung nennt die Zahlen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zur Bilanz der Integrationskurse und des Deutsch-Tests für Zuwanderer in den Jahren 2023 bis 2025. Der Integrationskurs soll Sprachkenntnisse vermitteln und mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer sowie dem Test „Leben in Deutschland“ abgeschlossen werden. Für eine erfolgreiche Teilnahme ist grundsätzlich das Sprachniveau B1 im Deutsch-Test erforderlich, zusätzlich muss der Test „Leben in Deutschland“ bestanden werden. 

Zahl neuer Kursteilnehmer sinkt um mehr als 56.000

Die Zahl neuer Kursteilnehmer lag 2023 noch bei 363.478 und blieb 2024 mit 363.466 nahezu unverändert. Im Jahr 2025 ging sie auf 307.030 zurück. Das entspricht einem Minus von 56.436 Personen gegenüber dem Vorjahr.

Unter den neuen Teilnehmern machten Drittstaatsangehörige auch 2025 den größten Anteil aus. Ihre Zahl lag bei 276.521, das waren 91,1 Prozent der ausländischen Kursteilnehmer ohne Spätaussiedler. Staatsangehörige aus EU-Ländern kamen auf 26.867 neue Teilnehmer.

Die größte Gruppe stellte weiter die Ukraine. 2025 begannen 92.518 Ukrainerinnen und Ukrainer einen Integrationskurs, nach 117.382 im Jahr 2024 und 168.078 im Jahr 2023. Danach folgten Syrien mit 47.964 neuen Teilnehmern, Afghanistan mit 22.526 und die Türkei mit 19.923. 

Mehr Kursaustritte, aber weniger erfolgreiche Abschlüsse

Die Gesamtzahl der Kursaustritte stieg trotz sinkender Neueintritte. Sie lag 2023 bei 362.408, 2024 bei 400.234 und 2025 bei 409.785. Die Bundesregierung verweist darauf, dass Integrationskurse oft über ein Kalenderjahr hinauslaufen und Teilnehmende flexibel einsteigen können. Neue Kursteilnehmer und Kursaustritte desselben Jahres lassen sich deshalb nicht direkt miteinander verrechnen.

Bei den erfolgreichen Kursaustritten zeigt sich dagegen ein Rückgang. 2023 lagen sie bei 155.331, 2024 bei 167.579 und 2025 bei 157.864. Unter den erfolgreichen Kursaustritten waren 2025 insgesamt 54.088 ukrainische Staatsangehörige, 27.759 syrische, 9.950 afghanische und 8.600 türkische Staatsangehörige. 

Deutsch-Test: Rund 55 Prozent erreichen B1

Beim Deutsch-Test für Zuwanderer erreichten 2025 insgesamt 175.193 Teilnehmer das Sprachniveau B1. Das entsprach 55,0 Prozent aller erfassten DTZ-Teilnehmer. Weitere 102.663 Teilnehmer erreichten A2, 40.694 blieben unter A2.

Damit lag der B1-Anteil im Gesamtwert leicht unter den Vorjahren. 2023 erreichten 55,9 Prozent der DTZ-Teilnehmer B1, 2024 waren es 56,3 Prozent. In absoluten Zahlen wurden 2024 mit 180.507 mehr B1-Ergebnisse gezählt als 2025.

Deutlicher fällt die Veränderung bei Teilnehmern aus, die nur im Erstverfahren erfasst wurden. Dort erreichten 2023 noch 68,9 Prozent B1, 2024 waren es 62,9 Prozent und 2025 54,4 Prozent. Die Zahl der Erstverfahren stieg zugleich von 224.753 im Jahr 2024 auf 267.418 im Jahr 2025. 

Inaktivität steigt deutlich

Die Zahl der Kursaustritte wegen Inaktivität nahm ebenfalls zu. 2023 waren 89.872 Fälle erfasst, 2024 waren es 105.453 und 2025 schließlich 127.133. Die Bundesregierung beschreibt diese Kategorie als statistische Einordnung. Darunter fallen Personen, die mindestens einen der beiden Tests nicht abgelegt haben und bei denen seit der letzten Kursaktivität mindestens neun Monate vergangen sind.

Aus dieser Kategorie folgt nach Darstellung der Bundesregierung nicht automatisch, dass ein Kurs endgültig abgebrochen wurde. Auch eine spätere Wiederaufnahme ist möglich. 2025 entfielen 67.854 dieser Fälle auf Personen mit Teilnahmeverpflichtung und 59.279 auf Personen mit Teilnahmeberechtigung. 

Afrikanische Herkunftsländer in der Statistik

Unter den 30 häufigsten Staatsangehörigkeiten des Jahres 2025 finden sich mehrere afrikanische Länder. Somalia kam auf 3.493 neue Kursteilnehmer, Nigeria auf 2.501, Marokko auf 2.091, Guinea auf 1.601, Ägypten auf 1.473 und Tunesien auf 1.461. Eritrea wird zusätzlich nachrichtlich ausgewiesen und lag bei 1.341 neuen Teilnehmern.

Bei den erfolgreichen Kursaustritten erreichte Somalia 2025 insgesamt 810 Fälle, Nigeria 895, Marokko 1.160, Guinea 428, Ägypten 786 und Tunesien 733. Eritrea lag nachrichtlich bei 645 erfolgreichen Kursaustritten.

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