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Migration
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Bootsunglück vor Dschibuti: Mindestens 139 Tote und 84 Vermisste auf dem Weg nach Jemen
Mindestens 139 Tote, 84 Vermisste: Vor Dschibuti ist ein völlig überfülltes Boot mit überwiegend äthiopischen Migranten gesunken. Während Tausende Menschen vor dem Krieg in Jemen nach Afrika fliehen, riskieren andere dieselbe Überfahrt in die entgegengesetzte Richtung.
Marokkos König erklärt Migrationskooperation mit Spanien für ausgereizt
Marokkos König Mohammed VI. erklärt das bisherige Modell der Migrationskooperation mit Spanien für ausgereizt. In seiner Rede vor dem neuen Parlament weist er politischen Druck zurück und kündigt eine neue strategische Partnerschaft an.
NRW prüft Kölner Ausländerbehörde nach Streit um Abschiebehilfe
Streit um Abschiebehilfe für rund 500 ausreisepflichtige Menschen: Die Bezirksregierung Köln untersucht das Vorgehen der städtischen Ausländerbehörde. Das NRW-Integrationsministerium überwacht die Prüfung und lässt mögliche Konsequenzen offen.
Bundesregierung nimmt keine Migranten aus Ceuta auf – und setzt weiter auf Marokko
Vor der massenhaften Migration nach Ceuta hatte die Bundesregierung keine konkrete Vorwarnung. Konsequenz aus Berlin ist dennoch nicht weniger, sondern mehr Zusammenarbeit mit Marokko bei Grenzschutz, Rückführungen und Krisenreaktion.
Ceuta-Krise treibt Spanien in die Neuwahl – Sánchez sucht die Entscheidung gegen Rechts
Von Ceuta bis zur vorgezogenen Neuwahl: Die Migrationskrise brachte Spaniens Verhältnis zu Marokko, die EU-Außengrenze und den innenpolitischen Machtkampf gleichzeitig unter Druck. Pedro Sánchez macht daraus nun eine Richtungswahl gegen den Vormarsch der Rechten.
Bundesregierung will KI in Asyl- und Visaverfahren einsetzen
Deutschland will KI tief in die Migrationsverwaltung integrieren. Der Gesetzentwurf erlaubt das Training mit personenbezogenen Echtdaten und automatisierte Internetrecherchen bei Asyl-, Visa- und Aufenthaltsverfahren.
Deutschland und vier EU-Staaten planen Abschiebungen in Drittstaaten ab 2027
Deutschland und vier weitere EU-Staaten wollen ab 2027 abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten außerhalb der EU bringen. Die Gruppe verhandelt bereits mit möglichen Partnern – besonders afrikanische Staaten stehen im Fokus.
Komoren verschärfen Mayotte-Streit mit Frankreich: „Unsere Souveränität steht nicht zum Verkauf“
Besonders verwies er auf die Folgen der Konflikte im Nahen Osten. Unterbrechungen wichtiger Handels- und Energierouten bedrohten Lebensmittel- und Energieversorgung von Staaten wie den Komoren, deren Wirtschaft stark von Importen abhängig sei.
Deutschland hält an Burkina Faso fest – Niels Annen reist zu Gesprächen mit Militärregierung
Deutschland hält an Burkina Faso fest – Niels Annen reist zu Gesprächen mit Militärregierung
Deutschland hält trotz der politischen Umbrüche und der schweren Sicherheitskrise an seiner Entwicklungszusammenarbeit mit Burkina Faso fest und schickt Staatssekretär Niels Annen zu politischen Gesprächen und Projektbesuchen in das westafrikanische Land. Die viertägige Reise beginnt am Dienstag, 29. September 2026. Im Zentrum steht die Frage, wie Entwicklungsprojekte zur Stabilisierung des Sahel beitragen können, ohne zur regulären staatlichen Zusammenarbeit mit der Militärregierung zurückzukehren. Deutsche Mittel fließen deshalb weiterhin vor allem über Kommunen, nachgeordnete Behörden, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft.
Entwicklungspolitik soll Teil der Sicherheitsstrategie sein
Das Bundesentwicklungsministerium beschreibt Burkina Faso und die gesamte Sahel-Region weiterhin als ein Zentrum des internationalen Terrorismus. Annen will deshalb vor Ort über einen „integrierten Sicherheitsansatz“ sprechen, der militärische und sicherheitspolitische Maßnahmen durch Entwicklungsprojekte ergänzt.
Deutschland setzt dabei unter anderem auf Arbeitsplätze für junge Menschen, klimaangepasste Landwirtschaft und bessere Trinkwasserversorgung. Die Bundesregierung verbindet diese Maßnahmen mit dem Ziel, soziale und wirtschaftliche Krisenursachen zu mindern, die bewaffnete Gruppen für Rekrutierung und Einfluss nutzen können. Das BMZ verfolgt diesen Ansatz auch in anderen Staaten des zentralen Sahel.
Burkina Faso gehört weiterhin zu den am stärksten von Gewalt und Vertreibung betroffenen Ländern der Region. Das BMZ spricht inzwischen von mehr als 2,5 Millionen Binnenvertriebenen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks hat sich die Zahl der gewaltsam Vertriebenen in Burkina Faso, Mali und Niger seit 2020 nahezu verdoppelt und lag Ende Juli 2026 bei insgesamt 3,8 Millionen Menschen.
Gespräche mit Regierung trotz regierungsferner Zusammenarbeit
Annen wird sich mit Regierungsvertretern Burkina Fasos treffen. Außerdem sind Gespräche mit internationalen Gebern, der lokalen Zivilgesellschaft und Unternehmen vorgesehen.
Die politischen Kontakte bedeuten jedoch keine Rückkehr zur früheren Form der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Nach den beiden Militärputschen im Jahr 2022 stellte Deutschland seine Kooperation um. Direkte Zusammenarbeit mit der Zentralregierung wurde beendet, Projekte werden seither regierungsfern organisiert.
Finanzielle Mittel sollen damit nicht unmittelbar an die Militärregierung fließen. Deutschland arbeitet stattdessen unter anderem mit Kommunen, nachgeordneten staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen sowie internationalen Organisationen zusammen.
Politische Gespräche finden dennoch statt. Das BMZ will dabei neben der Sicherheitslage und der Situation der Bevölkerung auch die Rückkehr zu Wahlen thematisieren.
Annen besucht Projekte im Nordosten Burkina Fasos
Ein Teil der Reise führt den Staatssekretär in den Nordosten des Landes. Dort will er Standorte der vom BMZ finanzierten Sahel-Resilienzpartnerschaft besuchen.
Die Projekte werden vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, UNICEF und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt. Sie sollen die Lebensbedingungen besonders gefährdeter Gemeinden und Vertriebener verbessern.
Gerade die nördlichen und östlichen Landesteile sind seit Jahren stark von Angriffen bewaffneter Gruppen und Vertreibung betroffen. Nach Einschätzung des BMZ hat die Regierung in großen Teilen des Landes nur eingeschränkte Kontrolle. Auch UNHCR verweist auf erhebliche Sicherheitsprobleme in mehreren Regionen im Norden und Osten.
Deutschland bleibt trotz Militärherrschaft engagiert
Deutschland arbeitet seit der Unabhängigkeit Burkina Fasos 1961 entwicklungspolitisch mit dem Land zusammen. Die beiden Militärputsche von 2022 veränderten jedoch die politischen Bedingungen grundlegend.
Die Bundesregierung knüpft eine Rückkehr zur regulären bilateralen Zusammenarbeit weiterhin an Fortschritte in Richtung einer verfassungsmäßigen Ordnung und demokratischer Wahlen. Gleichzeitig hält das BMZ einen vollständigen Rückzug aus dem Sahel für falsch, weil sich dadurch die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung weiter verschlechtern könnte.
Die Region ist zugleich stärker von Klimafolgen betroffen. Dürren, unsichere Wasserversorgung und schwankende landwirtschaftliche Erträge verschärfen vielerorts Armut und Ernährungsunsicherheit. Deutschland konzentriert seine Projekte deshalb zunehmend auf Landwirtschaft, Wasser, Beschäftigung und die Unterstützung von Vertriebenen und aufnehmenden Gemeinden.
Hitzige Debatte im EU-Parlament nach Migrationskrise: Gehört Ceuta zu Europa?
„Ceuta ist nicht Spanien. Ceuta ist nicht Europa“: Die Linksabgeordnete Ilaria Salis widerspricht im Europaparlament der EU-Kommission frontal. In der Debatte über die Grenzkrise geht es damit plötzlich auch um den territorialen Status der spanischen Stadt.