Die Haushalts- und Außenpolitikausschüsse des US-Repräsentantenhauses haben dem Weißen Haus einen gemeinsamen Bericht zur Lage von Christen in Nigeria übermittelt. Am 25. Februar 2026 teilten die Ausschüsse in Washington mit, dass der Bericht auf eine umfassende Untersuchung mit Anhörungen, Expertenbefragungen und Delegationsreisen nach Nigeria folgt.
Ausgangspunkt ist die erneute Einstufung Nigerias als „Country of Particular Concern“ durch Präsident Donald Trump. Mit dieser Bezeichnung nach US-Recht werden Staaten benannt, in denen systematische, anhaltende und schwerwiegende Verletzungen der Religionsfreiheit festgestellt werden.
USA wirft Nigeria systematische Gewalt vor
In dem Bericht wird Nigeria als besonders gefährlicher Ort für die Ausübung des christlichen Glaubens beschrieben. Extremistische Netzwerke nutzten demnach schwache Rechtsdurchsetzung und begrenzte Rechenschaftspflicht aus, um koordinierte Gewalt gegen Zivilisten auszuüben.

Mitglieder der Kongressdelegationen verwiesen auf Gespräche mit Betroffenen, religiösen Führern und Regierungsvertretern sowie auf Besuche bei Binnenvertriebenen. Der Bericht sieht die Gewalt auch als Bedrohung für regionale Stabilität und US-Sicherheitsinteressen.
Konkrete Forderungen an US-Regierung
Die Ausschüsse empfehlen mehrere Maßnahmen:
- Abschluss eines bilateralen Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Nigeria zum Schutz gefährdeter christlicher Gemeinschaften und zur Bekämpfung extremistischer Gewalt
- Umsetzung des Haushaltsgesetzes für das Finanzjahr 2026, das Mittel für die nigerianische Regierung zurückhält, solange keine Schritte gegen Gewalt gegen Christen erfolgen
- Öffentliche Anwendung präsidialer Direktiven im Rahmen der CPC-Einstufung
- Sanktionen gegen Gruppen und Einzelpersonen, die an Gewalt gegen Christen beteiligt sind oder diese dulden
- Fortsetzung von Visabeschränkungen für Verantwortliche
- Forderung nach Aufhebung von Scharia-Vorschriften und strafrechtlichen Blasphemiegesetzen
- Prüfung wirtschaftlicher Hebel, um bewaffnete Gruppen, darunter Fulani-Hirtenmilizen, zur Entwaffnung zu bewegen
US-Abgeordnete wollen Druck auf Nigeria erhöhen
Mehrere republikanische Ausschussvorsitzende betonten, Religionsfreiheit sei ein zentrales außenpolitisches Anliegen der Vereinigten Staaten. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Tom Cole, erklärte, der Bericht konzentriere sich auf den Schutz von Menschenleben, die Verteidigung der Religionsfreiheit und die Bekämpfung extremistischer Gewalt.

Mario Díaz-Balart, Vorsitzender des Unterausschusses für nationale Sicherheit und Außenprogramme, verwies auf eigene Reisen nach Nigeria und sprach von „schrecklicher Gewalt“ gegen Christen. Riley Moore, stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses für die Legislative, bezeichnete die Neuausweisung Nigerias als „Country of Particular Concern“ als Gelegenheit für grundlegende Veränderungen.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Brian Mast, erklärte, die Vereinigten Staaten würden Christenverfolgung nicht ignorieren. Der Vorsitzende des Afrika-Unterausschusses, Chris Smith, warf der nigerianischen Regierung vor, extremistische Gewalt nicht konsequent zu verfolgen.
Die gemeinsame Initiative von Haushalts- und Außenpolitikausschuss unterstreicht die parteiinterne Priorität, die Republikaner im Kongress dem Thema beimessen. Der Bericht enthält Empfehlungen für mögliche diplomatische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Schritte der US-Regierung gegenüber Nigeria.