USA töten IS-Führer in Nigeria – und greifen weiter Islamisten an

Die USA und Nigeria erhöhen den Druck auf den Islamischen Staat in Nordnigeria: Nach der Tötung eines hochrangigen IS-Funktionärs meldet die nigerianische Armee mehr als 20 getötete ISWAP-Kämpfer.

Die USA und Nigeria haben im Nordosten Nigerias erneut Ziele des Islamischen Staates angegriffen. Der Einsatz erfolgte am 17. Mai. Das US-Afrika-Kommando AFRICOM erklärte, Geheimdienstinformationen hätten die Ziele als IS-Kämpfer bestätigt, die vollständige Bewertung laufe noch. Die nigerianische Armee sprach von mehr als 20 getöteten Kämpfern des IS-Ablegers ISWAP.

Zweiter Einsatz innerhalb weniger Tage

Die neuen Angriffe folgten auf eine gemeinsame Operation der USA und Nigerias am 16. Mai. Dabei wurde nach Angaben von AFRICOM Abu-Bilal al-Minuki getötet, den die USA als Direktor globaler Operationen des Islamischen Staates bezeichneten. Auch weitere hochrangige IS-Führer seien bei dem Einsatz ums Leben gekommen.

US-Soldaten wurden nach Angaben des Kommandos nicht verletzt. Beim folgenden Einsatz am 17. Mai seien weder amerikanische noch nigerianische Kräfte zu Schaden gekommen.

AFRICOM-Kommandeur Dagvin Anderson sagte, die Operation zeige den „außergewöhnlichen Wert der Partnerschaft zwischen den USA und Nigeria“. Beide Staaten würden terroristische Bedrohungen weiter verfolgen und neutralisieren.

Al-Minuki soll IS-Netzwerk weltweit gesteuert haben

Al-Minuki soll nach Darstellung der USA strategische Vorgaben für das globale IS-Netzwerk gemacht haben. Dazu gehörten Medienarbeit, Finanzoperationen sowie Entwicklung und Herstellung von Waffen, Sprengstoff und Drohnen.

AFRICOM bezeichnete ihn als einen der aktivsten Terroristen weltweit. Er habe eine bedeutende Rolle bei der Planung von Angriffen und bei der Anordnung von Geiselnahmen gespielt. Die USA hatten ihn bereits seit 2023 mit Sanktionen belegt.

Nach der Tötung Al-Minikus dankte Nigerias Präsident Bola Tinubu US-Präsident Donald Trump für dessen Unterstützung. Tinubu erklärte, er erwarte weitere entschlossene Angriffe gegen terroristische Rückzugsräume im Land.

Nordnigeria bleibt von mehreren Gewaltakteuren geprägt

Der Nordosten Nigerias ist seit Jahren Schauplatz eines Aufstands dschihadistischer Gruppen. Boko Haram begann 2009 mit seiner Gewaltkampagne. Später gewann der rivalisierende Ableger Islamischer Staat Provinz Westafrika, kurz ISWAP, an Bedeutung.

Nach UN-Angaben wurden seit Beginn des Aufstands mehr als 40.000 Menschen getötet. Rund zwei Millionen Menschen wurden vertrieben. Besonders betroffen sind Bundesstaaten wie Borno, wo dschihadistische Gruppen Dörfer, Sicherheitskräfte, Arbeitergruppen und Militärstützpunkte angreifen.

Neben Boko Haram und ISWAP leidet Nordnigeria unter bewaffneten kriminellen Gruppen. Sie greifen Dörfer an und entführen Menschen, häufig mit dem Ziel, Lösegeld zu erpressen.

Entführungen und Angriffe nehmen zu

In den vergangenen Wochen haben Boko Haram und ISWAP ihre Angriffe verstärkt. Zu den Zielen gehörten Dörfer, Polizeiposten, Holzfäller, Fischer und Militärbasen. Dabei wurden Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte getötet.

Zu den jüngsten Vorfällen zählt die Entführung von rund 40 Kindern aus dem Dorf Mussa im Bundesstaat Borno. Die Tat wurde mutmaßlichen Dschihadisten zugeschrieben. Zudem meldete die nigerianische Polizei den Tod von 17 Polizisten bei einem weiteren Angriff.

Die USA hatten die Sicherheitslage in Nigeria zuletzt auch politisch aufgegriffen. Präsident Trump sprach von einer Verfolgung von Christen in Nigeria. Die nigerianische Regierung wies diese Darstellung zurück und erklärte, Christen und Muslime seien gleichermaßen Opfer der Gewalt.

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