Trotz Djihadisten-Angriffe: Putin und Goïta wollen Sicherheitsbündnis im Sahel stärken

Mali setzt weiter auf Russland: Assimi Goïta dankte Wladimir Putin für Moskaus Unterstützung gegen bewaffnete Gruppen. Beide Staatschefs wollen ihre Sicherheitskooperation im gesamten Sahel enger koordinieren.

Russland und Mali wollen ihre Zusammenarbeit gegen bewaffnete Gruppen im Sahel weiter ausbauen. Bei einem Telefonat am 19. August vereinbarten Russlands Präsident Wladimir Putin und Malis Übergangspräsident Assimi Goïta eine engere Koordinierung zur Stabilisierung Malis und der gesamten Sahara-Sahel-Region. Goïta dankte Moskau dabei ausdrücklich für die russische Unterstützung im Kampf gegen bewaffnete extremistische Gruppen. Beide Seiten wollen zudem ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen.

Goïta dankt Russland für Unterstützung

Das Gespräch fand nach Angaben ds Kremls auf Initiative der malischen Seite statt. Im Zentrum stand die Sicherheitslage in Mali und der Kampf gegen bewaffnete Gruppen.

Putin und Goïta vereinbarten, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen und die Maßnahmen zur Stabilisierung Malis und der Sahara-Sahel-Region weiter zu koordinieren.

Konkrete neue militärische Zusagen oder Lieferungen nannte der Kreml in seiner Mitteilung nicht.

Russland und Mali bauen Beziehungen weiter aus

Neben Sicherheitsfragen sprachen die beiden Staatschefs über die bilateralen Beziehungen. Moskau und Bamako wollen den politischen Dialog und die Kontakte auf verschiedenen Ebenen ausbauen.

Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit soll erweitert werden. Der Kreml nennt Handel, Wirtschaft sowie humanitäre und kulturelle Beziehungen als Bereiche, in denen beide Länder ihre Kooperation vertiefen wollen.

Das Telefonat reiht sich in eine Serie direkter Kontakte zwischen Putin und Goïta ein. Bereits im August und Oktober 2022 hatten beide miteinander telefoniert. Im Oktober ging es unter anderem um russische Düngemittel. Im August 2023 tauschten sich die Staatschefs nach dem Militärputsch im benachbarten Niger aus.

Moskau gewann nach Abzug Frankreichs an Einfluss

Die Beziehungen zwischen Mali und Russland wurden enger, nachdem Bamako seine jahrzehntelange sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Frankreich weitgehend beendet hatte.

Frankreich zog 2022 seine Soldaten der Operation Barkhane aus Mali ab. Ein Jahr später verließ auch die UN-Friedensmission MINUSMA auf Forderung der malischen Führung das Land.

Russland weitete währenddessen seine sicherheitspolitische Präsenz aus. Moskau lieferte militärische Ausrüstung und unterstützte die Ausbildung malischer Streitkräfte. Russische Kräfte operieren zudem gemeinsam mit der malischen Armee in verschiedenen Landesteilen.

Mali gehört zusammen mit Burkina Faso und Niger zur Allianz der Sahelstaaten. Die drei von Militärregierungen geführten Länder haben ihre Beziehungen zu Russland in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Trotz der verstärkten Zusammenarbeit mit Moskau ist Mali weiterhin mit regelmäßigen Angriffen bewaffneter Gruppen konfrontiert.

Besonders der Norden und das Zentrum des Landes sind von der Gewalt betroffen. Dort kämpfen die malischen Streitkräfte gegen verschiedene dschihadistische Organisationen und andere bewaffnete Gruppen.

Seit Anfang 2026 verschärfen zudem Störungen der Treibstoffversorgung die Lage. Bewaffnete Gruppen haben nach Angaben aus Mali wichtige Versorgungswege unter Druck gesetzt.

Das Gespräch zwischen Putin und Goïta konzentrierte sich nach Angaben des Kremls deshalb vor allem darauf, die bestehende sicherheitspolitische Zusammenarbeit fortzuführen und die Koordinierung über Mali hinaus auf die gesamte Sahara-Sahel-Region auszurichten.

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