Nach Preiskampf: Royal Air Maroc soll als erste afrikanische Airline Starlink bekommen

Starlink kommt erstmals in Afrikas Luftfahrt: Royal Air Maroc soll seine gesamte Flotte bis 2027 mit dem Satelliteninternet von SpaceX ausstatten. Offiziell bestätigt hat die marokkanische Airline den Vertrag allerdings noch nicht.

Royal Air Maroc soll als erste Fluggesellschaft Afrikas ihre Flugzeuge mit dem Satelliteninternet von Starlink ausstatten. Am 18. August berichtete Africa Intelligence über eine Vereinbarung zwischen der marokkanischen Airline und der SpaceX-Tochter. Bis 2027 soll demnach die gesamte Flotte der Royal Air Maroc mit schnellem WLAN ausgestattet werden. Eine offizielle Bestätigung der Fluggesellschaft steht allerdings noch aus.

Nach den Informationen von Africa Intelligence wurde die Vereinbarung bereits am 4. August unter Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden von Royal Air Maroc, Abdelhamid Addou, geschlossen. Vorausgegangen seien mehrmonatige Verhandlungen zwischen der marokkanischen Fluggesellschaft und Starlink.

Ursprünglich war eine vollständige Ausstattung der Flotte bis 2028 im Gespräch. Der neue Zeitplan sieht die Umsetzung nun bereits bis 2027 vor.

Passagiere sollen dadurch während des Fluges auf eine schnelle satellitengestützte Internetverbindung zugreifen können. Unklar bleibt bislang, ob Royal Air Maroc den Dienst kostenlos anbieten oder dafür Gebühren verlangen wird. Auch der finanzielle Umfang einer möglichen Vereinbarung wurde nicht veröffentlicht.

Royal Air Maroc selbst hat den Vertragsabschluss bislang nicht offiziell bekannt gegeben. Eine interne Quelle der Fluggesellschaft bestätigte die Vereinbarung zunächst gegenüber dem marokkanischen Magazin TelQuel, relativierte dies später jedoch und sprach von noch laufenden Verhandlungen.

Sollte die Vereinbarung wie berichtet umgesetzt werden, wäre Royal Air Maroc die erste afrikanische Fluggesellschaft mit Starlink-Internet an Bord.

Die Satellitentechnik von SpaceX wird bereits von zahlreichen Fluggesellschaften außerhalb Afrikas eingesetzt. Zu den Kunden gehören unter anderem Air France und Fluggesellschaften großer europäischer Luftfahrtkonzerne.

Der Ausbau schreitet besonders in Europa voran. Die International Airlines Group mit British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level stattet seit 2026 mehr als 500 Flugzeuge aus. Auch die Lufthansa Group mit Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways hat mit der Einführung begonnen.

Die lettische Fluggesellschaft airBaltic hat Starlink bereits in ihrer gesamten Flotte installiert. Auch SAS und Virgin Atlantic setzen auf das System.

In Afrika existiert dagegen bislang keine vergleichbare Starlink-Partnerschaft. Ethiopian Airlines bietet zwar bereits Internet an Bord mehrerer Flugzeugtypen an, verwendet dafür jedoch eine andere Satellitentechnologie im Ka-Band.

Preis war offenbar zentraler Streitpunkt

Die Verhandlungen zwischen Royal Air Maroc und Starlink sollen sich über mehrere Monate gezogen haben. Dabei spielte insbesondere der Preis eine Rolle.

Royal Air Maroc soll die ursprünglichen Konditionen von Starlink als zu teuer bewertet haben. Der amerikanische Anbieter verwies dem Bericht zufolge auf technische Besonderheiten des marokkanischen Marktes und Überschneidungen mit Flugrouten anderer Starlink-Kunden.

Schließlich sollen sich beide Seiten auf ein abgestuftes Preismodell verständigt haben. Dabei spielt unter anderem eine Rolle, welche Fluggesellschaften auf denselben Flugkorridoren Starlink nutzen. Royal Air Maroc überschneidet sich auf mehreren Strecken mit Air France, die bereits Ende 2024 eine Zusammenarbeit mit Starlink angekündigt hatte.

Details des Modells und die konkreten Kosten für die marokkanische Airline sind nicht öffentlich.

Der mögliche Luftfahrtvertrag kommt zustande, obwohl Starlink seinen Dienst für private und kommerzielle Kunden in Marokko bislang nicht regulär anbieten kann.

Die lokale Gesellschaft Starlink Internet Services Morocco ist seit April 2026 in Casablanca registriert. Interessenten können bereits Vorbestellungen gegen eine Gebühr von neun US-Dollar abgeben. Der reguläre Start hängt jedoch weiterhin von einer Genehmigung der marokkanischen Behörden ab.

Starlink verfügte Ende Mai 2026 in 29 afrikanischen Staaten über eine kommerzielle Lizenz. Damit ist der Satellitenanbieter inzwischen in mehr als der Hälfte der afrikanischen Länder regulatorisch zugelassen.

Royal Air Maroc baut internationales Angebot aus

Die mögliche Einführung von Starlink fällt in eine Phase starken Wachstums bei Royal Air Maroc.

Für den Sommer 2026 hat die Fluggesellschaft rund 8,2 Millionen Sitzplätze auf Verbindungen zu 86 Zielen eingeplant. Das Angebot liegt damit rund 23 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Mit dem Ausbau wächst auch die Bedeutung der Langstreckenverbindungen. Royal Air Maroc verbindet sein Drehkreuz Casablanca mit zahlreichen europäischen Städten sowie Zielen in West- und Zentralafrika, Nordamerika und dem Nahen Osten.

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