Russland will Mosambik beim Kampf gegen bewaffnete islamistische Gruppen im Norden des Landes weiter mit Ausbildung, Waffen und militärischer Ausrüstung unterstützen. Die Zusage bekräftigte Außenminister Sergej Lawrow bei Gesprächen mit Präsident Daniel Chapo und Außenministerin Maria Manuela dos Santos Lucas in Maputo. Beide Regierungen verständigten sich außerdem darauf, neue Wirtschafts- und Investitionsprojekte vorzubereiten und ihre außenpolitische Zusammenarbeit zu vertiefen.
Lawrow erklärte, Moskau sei bereit, auf weitere Unterstützungsanfragen der mosambikanischen Regierung zu reagieren. Russland helfe bereits bei der Ausbildung von Personal und der Lieferung benötigter Waffen und Ausrüstung.
Die Sicherheitskooperation richtet sich vor allem auf die Provinz Cabo Delgado. Dort kämpfen die mosambikanischen Streitkräfte seit 2017 gegen eine islamistische Aufstandsbewegung, die zeitweise mehrere Bezirke und wichtige Verkehrswege unter ihre Kontrolle brachte.
Moskau unterstützt Regierung im Norden Mosambiks
Lawrow sagte Präsident Chapo Unterstützung bei der Stabilisierung des Nordens und der Bekämpfung der dortigen bewaffneten Gruppen zu. Einzelheiten zu Umfang, Zeitplan oder Art weiterer Lieferungen nannten beide Seiten nicht.

„Russland ist bereit, positiv auf Bitten unserer mosambikanischen Freunde um Unterstützung bei der Beseitigung der terroristischen Bedrohung zu reagieren, die im Norden des Landes fortbesteht“, erklärte Lawrow nach dem Treffen mit Chapo.
Die Regierung in Maputo versucht seit Jahren, die Kontrolle über Cabo Delgado dauerhaft wiederherzustellen. Die Provinz verfügt über große Erdgasvorkommen und war Standort internationaler Investitionsprojekte. Angriffe, Vertreibungen und die unsichere Lage führten wiederholt zu Unterbrechungen wirtschaftlicher Vorhaben.
Russland war bereits 2019 direkt in den Konflikt eingebunden. Damals wurden russische Sicherheitskräfte und militärisches Material nach Mosambik entsandt. Der Einsatz wurde jedoch nach Verlusten und operativen Schwierigkeiten reduziert.
In den folgenden Jahren erhielt Mosambik militärische Unterstützung unter anderem von Ruanda und der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika. Russische Hilfe konzentriert sich inzwischen nach offiziellen Angaben stärker auf Ausbildung, Ausrüstung und bilaterale Sicherheitskooperation.
Neue Wirtschaftsprojekte sollen im Herbst vorbereitet werden
Neben der Sicherheitslage bestimmten Wirtschaftsreformen und Investitionen die Gespräche in Maputo. Chapo stellte der russischen Delegation die wirtschaftspolitischen Prioritäten seiner Regierung vor.
Beide Seiten wollen konkrete Projekte für die nächste Sitzung der russisch-mosambikanischen Regierungskommission für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit vorbereiten. Das Treffen soll im Herbst stattfinden.
Lawrow sprach von einer Modernisierung der Handels-, Wirtschafts- und Investitionsbeziehungen. Jede Seite solle eigene Vorschläge ausarbeiten, die anschließend in der Regierungskommission beraten werden.
Russland und Mosambik nannten zunächst keine einzelnen Unternehmen, Investitionssummen oder Branchen. Die Gespräche bezogen sich jedoch auf wirtschaftliche Reformen, die Verarbeitung natürlicher Ressourcen, die Entwicklung staatlicher Institutionen und den Ausbau der Ausbildung.
Lawrow unterstützte das Ziel afrikanischer Staaten, Rohstoffe stärker im eigenen Land zu verarbeiten. Viele Länder hätten zwar ihre politische Unabhängigkeit erreicht, seien wirtschaftlich aber weiterhin stark von ehemaligen Kolonialmächten und anderen westlichen Staaten abhängig.
„Afrikaner haben ein berechtigtes Interesse daran, dass ihre reichen natürlichen Ressourcen in den Herkunftsländern verarbeitet und nicht in unverarbeiteter Form ins Ausland exportiert werden“, sagte der russische Außenminister. Die daraus entstehende Wertschöpfung solle in Afrika bleiben.
Russland knüpft an sowjetische Unterstützung an
Moskau stellt die heutige Partnerschaft in den Zusammenhang mit der Unterstützung der mosambikanischen Befreiungsbewegung FRELIMO durch die Sowjetunion. Diese lieferte während des Unabhängigkeitskampfes Waffen, bildete Kämpfer aus und unterstützte den Aufbau staatlicher Strukturen.
Mosambik erklärte am 25. Juni 1975 seine Unabhängigkeit von Portugal. Die Sowjetunion gehörte zu den ersten Staaten, die das neue Land diplomatisch anerkannten.
Chapo habe bei den Gesprächen an diese gemeinsame Geschichte erinnert, sagte Lawrow. Die damalige Zusammenarbeit bilde weiterhin die Grundlage der strategischen Partnerschaft.
Das Sturmgewehr Kalaschnikow ist bis heute auf der Flagge und im Staatswappen Mosambiks abgebildet. Das Symbol verweist auf den bewaffneten Unabhängigkeitskampf und die damalige Unterstützung durch sozialistische Staaten.
Nach der Unabhängigkeit beteiligte sich die Sowjetunion an der Ausbildung mosambikanischer Fachkräfte und am Aufbau öffentlicher Institutionen. Russland vergibt weiterhin Studienplätze an Studierende aus Mosambik. Die Zahl der Stipendien sei 2025 erhöht worden, erklärte Lawrow. Moskau sei bereit, auf Anfrage weitere Plätze bereitzustellen.
Engere Abstimmung bei den Vereinten Nationen
Russland und Mosambik wollen ihre Zusammenarbeit auch in internationalen Organisationen ausbauen. Beide Länder stimmen sich nach Lawrows Darstellung bei zahlreichen Fragen in den Vereinten Nationen und anderen multilateralen Foren eng ab.
Moskau würdigte dabei Mosambiks Haltung zum Krieg gegen die Ukraine. Lawrow dankte der Regierung in Maputo für ihre aus russischer Sicht „ausgewogene, begründete und verantwortungsvolle Position“ bei Abstimmungen und Beratungen der Vereinten Nationen.
Die russische Regierung bemüht sich seit Beginn des Krieges um politische Unterstützung oder Neutralität afrikanischer Staaten. Sie verbindet dabei Sicherheitsangebote, Wirtschaftskontakte und historische Verweise auf die sowjetische Unterstützung antikolonialer Bewegungen.
Lawrow und seine mosambikanischen Gesprächspartner erörterten außerdem die Konflikte zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda, die Sicherheitslage in der Sahelzone, den Krieg im Nahen Osten und die Spannungen um Iran und die Straße von Hormus.
Russland unterstütze Verhandlungslösungen, während terroristische Gruppen gleichzeitig militärisch bekämpft werden müssten, sagte Lawrow. Seine Behauptung, ukrainische Söldner seien in Afrika an terroristischen Operationen beteiligt, wurde in Maputo nicht durch konkrete Belege oder Angaben zu einzelnen Ländern ergänzt.
Chapo nimmt Einladung zum Russland-Afrika-Gipfel an
Präsident Chapo nahm eine Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau an. Das Treffen soll Ende Oktober 2026 stattfinden.
Nach Angaben des russischen Außenministeriums sollen Handel, Investitionen und wirtschaftliche Kooperation einen Schwerpunkt des Gipfels bilden. Russland will die Zusammenarbeit mit afrikanischen Regionalorganisationen ausweiten und strebt auch engere Beziehungen zur Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika an.
Mosambik unterstützt nach russischer Darstellung entsprechende Vorschläge Moskaus zur Zusammenarbeit mit der Regionalorganisation. Zu ihr gehören 16 Staaten des südlichen und östlichen Afrikas.
Lawrow bezeichnete seinen Aufenthalt in Maputo als vierten Besuch in Mosambik. Kein anderes Land südlich der Sahara habe er als russischer Außenminister häufiger besucht.

