Mosambik hat in Berlin um deutsche Investitionen und neue Wirtschaftspartnerschaften geworben und dabei eine engere Zusammenarbeit mit dem deutschen Mittelstand auf den Weg gebracht. Am 14. und 15. April stellte eine Delegation unter Leitung von Minister Fernando Rafael das Land auf einer Berliner Investitionskonferenz als Standort für Infrastruktur, Energie, Wasser, Wohnen und Digitalisierung vor.
Sichtbarstes Ergebnis der Reise war eine Absichtserklärung zwischen dem mosambikanischen Förderinstitut für kleine und mittlere Unternehmen IPEME und dem deutschen Mittelstandsverband BVMW. Die Regierung in Maputo verbindet damit die Hoffnung auf mehr Technologie, Finanzierung und dauerhafte Unternehmenskooperationen.
Berlin-Reise mit klarem wirtschaftlichem Auftrag
Fernando Rafael, Minister für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Wasserressourcen, nutzte den Auftritt in Berlin, um Mosambik als Ziel für produktive Investitionen zu präsentieren. Die Delegation setzte auf Themen, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zentral sind: Modernisierung der Infrastruktur, Wohnungsbau, Wasserwirtschaft, Energie, Sanitärversorgung und digitale Entwicklung.
Rafael rückte dabei nicht kurzfristige Finanzzusagen in den Vordergrund, sondern länger angelegte Partnerschaften. „Mosambik sucht kein flüchtiges Kapital, sondern strategische Partner“, sagte er auf der Konferenz. Gesucht würden Investitionen in die reale Wirtschaft, neue Arbeitsplätze, Technologietransfer und Kooperationen mit greifbaren Ergebnissen.
Absichtserklärung mit deutschem Mittelstand
Das greifbarste Resultat der Reise kam mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen IPEME und dem BVMW. Das Dokument soll den Weg für spätere Zusammenarbeit in mehreren Bereichen öffnen. Genannt werden Qualifizierung von Unternehmen, Innovation, Digitalisierung, Internationalisierung, Wirtschaftsmissionen, neue Geschäftspartnerschaften und die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen in internationale Wertschöpfungsketten.

Die Unterzeichnung fand im Beisein von Minister Rafael, des mosambikanischen Botschafters in Deutschland und weiterer Delegationsmitglieder statt. Damit bekam der Besuch in Berlin nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein deutlich diplomatisches Gewicht.
Maputo setzt auf Infrastruktur, Wasser und Energie
Inhaltlich war die Werbetour breit angelegt. Mosambik warb in Berlin mit Projekten in Infrastruktur, Energie, Wohnungsbau, Agrarverarbeitung, Logistik, Wasser, Sanitärversorgung und Digitalisierung. Auch die Zertifizierung von Mikro-, kleinen und mittleren Unternehmen gehörte zur Agenda.
Die Regierung versucht damit, Mosambik nicht allein als Rohstoffstandort zu präsentieren, sondern als Markt mit ausbaufähiger Infrastruktur, wachsender wirtschaftlicher Aktivität und politischem Willen zu engeren Beziehungen mit Deutschland. Rafael beschrieb das Land als strategisch gelegen und wirtschaftlich offen für neue Partnerschaften.
Gespräche mit Unternehmen und Entwicklungsakteuren
Die Berlin-Reise beschränkte sich nicht auf die Konferenz selbst. Auf dem Programm standen auch bilaterale Gespräche mit Unternehmen und Entwicklungsinstitutionen. Genannt wurden Treffen mit Siemens, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Diese Gespräche zielten nach Angaben des Ministeriums darauf, technologische Kooperationen auszubauen und nachhaltige Finanzierungen anzubahnen. Begleitet wurde Rafael von Fachleuten des IPEME und ranghohen Vertretern seines Ministeriums, um mögliche Vereinbarungen fachlich abzusichern.
Mittelstand rückt stärker in den Fokus
Auffällig an der Mission war der starke Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen. Mosambik versucht damit, nicht nur Großprojekte und staatliche Entwicklungszusammenarbeit anzuziehen, sondern auch den Mittelstand stärker einzubinden. Gerade in Bereichen wie Digitalisierung, Verarbeitung, Dienstleistungen und Zulieferstrukturen könnten solche Partnerschaften für die mosambikanische Wirtschaft eine größere Breite schaffen.
Die Berliner Reise diente deshalb nicht nur der Investorenwerbung, sondern auch der Suche nach Netzwerken, die Unternehmen aus beiden Ländern enger zusammenbringen. Mit der Absichtserklärung zwischen IPEME und BVMW liegt dafür nun ein erster formeller Schritt auf dem Tisch.

