AFRICOM setzt auf Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität in Afrika

Das U.S. Africa Command (AFRICOM) richtet seinen strategischen Fokus 2026 stärker auf die Verknüpfung von Sicherheit, Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent. In einem digitalen Pressebriefing erläuterte der AFRICOM-Kommandeur U.S. Africa Command, General Dagvin R. M. Anderson, gemeinsam mit dem dienstältesten Unteroffizier des Kommandos, Sergeant Major Garric M. Banfield, zentrale Prioritäten, laufende Einsätze und die sicherheitspolitische Lage in mehreren Regionen Afrikas.

Reisen und Dialog mit afrikanischen Partnern

Anderson berichtete von jüngsten Reisen nach Äthiopien, Kenia und Dschibuti, die gemeinsam mit dem stellvertretenden US-Außenminister durchgeführt wurden. Ziel sei es gewesen, sicherheitspolitische Interessen mit wirtschaftlichen Entwicklungsansätzen zu verbinden. Als Beispiel nannte der AFRICOM-Kommandeur die historische US-Unterstützung beim Aufbau der äthiopischen Luftwaffe sowie die spätere Entwicklung von Ethiopian Airlines als Symbol für langfristige Stabilität und wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Auch in Kenia hob Anderson Investitionen in sicherheitsrelevante Infrastruktur hervor, darunter den Ausbau einer Landebahn in Manda Bay, die zugleich Teil eines regionalen Wirtschaftskorridors sei. Gespräche mit der Afrikanischen Union hätten zudem verdeutlicht, dass Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Perspektiven zunehmend gemeinsam betrachtet würden.

Wachsende Terrorbedrohung als zentrales Thema

Ein Schwerpunkt des Briefings lag auf der Ausbreitung jihadistischer Gruppen. Anderson verwies auf die zunehmende Aktivität von IS- und Al-Qaida-nahen Organisationen in Ost– und Westafrika sowie im Sahel. Besonders in Westafrika stellten Gruppierungen wie JNIM eine wachsende Bedrohung dar, die zunehmend Druck auf staatliche Strukturen und Küstenstaaten im Golf von Guinea ausübe.

AFRICOM setze daher auf die Zusammenarbeit mit „willigen und fähigen Partnern“. Als Beispiel nannte Anderson die Kooperation mit Nigeria, bei der US-Unterstützung in den Bereichen Aufklärung, Informationsfusion und Beratung die nationalen Sicherheitskräfte ergänze.

Militärübungen mit multinationalem Ansatz

Für 2026 kündigte AFRICOM mehrere groß angelegte Militärübungen an. Die Übung „African Lion“ in Marokko soll im Mai stattfinden und 19 afrikanische sowie mehrere europäische, südamerikanische und nahöstliche Staaten zusammenbringen. Weitere Übungen wie „Cutlass Express“ in Ostafrika, „Justified Accord“ in Kenia und „Flintlock“ mit Schwerpunkt Westafrika und Libyen sollen die multinationale Einsatzfähigkeit und Interoperabilität stärken.

Sergeant Major Banfield betonte, dass diese Übungen nicht nur militärische Fähigkeiten verbesserten, sondern auch den Austausch zwischen Streitkräften förderten. Multinationale Einsätze seien komplex und erforderten regelmäßiges Training.

Luftschläge und maritime Sicherheit in Somalia

Auf Fragen zur gestiegenen Zahl US-amerikanischer Luftschläge in Somalia erklärte Anderson, diese dienten der gezielten Unterstützung lokaler Partner, insbesondere im Kampf gegen IS-Zellen in Puntland. Die Einsätze hätten dazu beigetragen, Rückzugsräume extremistischer Gruppen zu verkleinern und deren Führung unter Druck zu setzen.

Darüber hinaus verwies AFRICOM auf den Ausbau maritimer Lagebilder entlang der afrikanischen Küsten. Ziel sei es, illegale Aktivitäten wie Waffen- und Menschenschmuggel, Piraterie und illegale Fischerei einzudämmen. Diese Maßnahmen seien auch vor dem Hintergrund wachsender regionaler Verflechtungen extremistischer Netzwerke von Bedeutung.

Sicherheit als Grundlage für Entwicklung

Abschließend unterstrich Anderson, dass AFRICOM Sicherheit nicht isoliert betrachte. Ein sicheres Umfeld sei Voraussetzung für Stabilität, Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung. Projekte wie der Lobito-Korridor in Süd– und Zentralafrika zeigten, wie Infrastruktur, Rohstoffwirtschaft und Sicherheitspolitik zusammengedacht würden.

AFRICOM sehe seine Rolle zunehmend auch als Koordinator zwischen militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Akteuren der USA. Ziel sei es, afrikanische Partner dabei zu unterstützen, eigenständig für Sicherheit zu sorgen und langfristige Entwicklungsbedingungen zu schaffen.

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