Putin ratifiziert Abkommen mit Burkina Faso – Russland baut Partnerschaft im Sahel aus

Russland und Burkina Faso vertiefen ihre Partnerschaft: Putin hat ein Abkommen ratifiziert, das die Zusammenarbeit von Militär und Sicherheit bis zu Bergbau, Energie und Landwirtschaft ausweiten soll. Die Militärregierung in Ouagadougou setzt damit ihre außenpolitische Annäherung an Moskau fort.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Grundlagenabkommen mit Burkina Faso ratifiziert, das die politische, militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten ausbauen soll. Das entsprechende russische Bundesgesetz wurde am Montag, dem 2. November 2026, unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht eine engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, Energie, Bergbau, Landwirtschaft und Technologie sowie regelmäßige politische Konsultationen vor. Burkina Fasos Militärregierung unter Präsident Ibrahim Traoré setzt damit ihre Annäherung an Moskau fort, während die Beziehungen zur früheren Kolonialmacht Frankreich angespannt bleiben.

Das Abkommen war bereits am 12. Februar in Moskau von Russlands Außenminister Sergej Lawrow und seinem burkinischen Amtskollegen Karamoko Jean-Marie Traoré unterzeichnet worden. Die russische Staatsduma stimmte der Ratifizierung am 14. Oktober zu, der Föderationsrat folgte am 28. Oktober.

Mit Putins Unterschrift ist das russische Ratifizierungsverfahren abgeschlossen. Das Abkommen verpflichtet beide Staaten, ihre Beziehungen auf Grundlage gegenseitiger Achtung nationaler Interessen sowie der anerkannten Grundsätze des Völkerrechts und der UN-Charta weiterzuentwickeln.

Russland und Burkina Faso vertiefen militärische Zusammenarbeit

Das Grundlagenabkommen umfasst die militärische und militärtechnische Zusammenarbeit sowie gemeinsame Maßnahmen gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität und grenzüberschreitende Sicherheitsbedrohungen.

Daneben vereinbarten beide Seiten einen regelmäßigen politischen Austausch auf unterschiedlichen Regierungsebenen. Die Zusammenarbeit soll auch Fragen der internationalen Sicherheit, der Rüstungskontrolle und der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen umfassen.

Für Burkina Faso steht insbesondere die Bekämpfung bewaffneter islamistischer Gruppen im Vordergrund. Das westafrikanische Land kämpft seit Jahren gegen Milizen, die unter anderem mit Al-Qaida und dem sogenannten Islamischen Staat verbunden sind.

Russland unterstützt die burkinischen Streitkräfte bereits durch militärische Ausrüstung und Ausbildung. Premierminister Rimtalba Jean Emmanuel Ouédraogo erklärte Ende Oktober in einem Interview mit Russia Today, dass russische Ausbilder die Armee beim Einsatz neuer Waffensysteme unterstützten.

Die Zusammenarbeit habe nach seiner Einschätzung zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit der burkinischen Streitkräfte beigetragen. Zugleich betonte Ouédraogo den Erfahrungsaustausch zwischen den Militärs beider Länder.

Konkrete neue Waffenlieferungen oder zusätzliche Truppenstationierungen wurden im Zusammenhang mit der Ratifizierung nicht angekündigt.

Burkina Faso will russische Technologie für Landwirtschaft und Bergbau nutzen

Die Vereinbarung soll auch die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Dazu gehören Industrie, Energie, Rohstoffförderung, Finanzwirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr sowie Wissenschaft und Technologie.

Beide Regierungen wollen außerdem direkte Kontakte zwischen Unternehmen fördern und neue Möglichkeiten für Handel und Investitionen schaffen.

Burkina Fasos Premierminister hatte während des dritten Russland-Afrika-Gipfels in Moskau Ende Oktober deutlich gemacht, dass seine Regierung die Zusammenarbeit künftig über den militärischen Bereich hinaus ausweiten wolle.

Ein Schwerpunkt sei die Landwirtschaft. Burkina Faso strebe eine möglichst weitgehende Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln an und benötige dafür Technologie, Maschinen sowie die Ausbildung von Fachkräften.

Ouédraogo verwies auf frühere russische Getreidelieferungen, betonte jedoch, dass sein Land langfristig weniger auf solche Unterstützung angewiesen sein wolle. Burkina Faso produziere inzwischen selbst Weizen, könne seinen nationalen Bedarf damit aber noch nicht vollständig deckcken.

Auch im Bergbau setzt die Regierung auf eine stärkere Verarbeitung im eigenen Land. Ziel sei es, die wirtschaftliche Wertschöpfung aus den mineralischen Rohstoffen nicht allein durch deren Förderung und Export zu erzielen, sondern weitere Verarbeitungsschritte im Inland aufzubauen.

Zur Umsetzung der wirtschaftlichen Vorhaben soll eine gemeinsame Regierungskommission beitragen. Nach Angaben des Premierministers wird deren nächste Sitzung voraussichtlich Anfang 2027 stattfinden.

Premierminister grenzt russische Partnerschaft von Frankreich ab

Die Annäherung an Moskau ist Teil einer Neuausrichtung der burkinischen Außen- und Sicherheitspolitik seit der Machtübernahme von Ibrahim Traoré im September 2022.

Die Militärregierung beendete die militärische Zusammenarbeit mit Frankreich und ließ französische Soldaten das Land verlassen. Gleichzeitig baute sie die Beziehungen zu Russland aus.

Ouédraogo stellte die Unterschiede zwischen beiden Partnerschaften in seinem Interview mit Russia Today ausdrücklich heraus.

„Mit Russland pflegen wir eine ehrliche, transparente Zusammenarbeit auf Augenhöhe und im gemeinsamen Interesse unserer Länder“, erklärte der Premierminister.

Er wies die Darstellung zurück, Burkina Faso habe mit seiner Abkehr von Frankreich lediglich eine neue ausländische Abhängigkeit geschaffen. Die Kooperation mit Moskau beruhe nach seiner Darstellung auf gegenseitigem Respekt und der Wahrung nationaler Interessen.

Frankreich warf der Regierungschef dagegen vor, über Jahrzehnte wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten in seinen früheren Kolonien aufrechterhalten zu haben. Diese Kritik ist Bestandteil der politischen Positionierung der Militärregierung, die ihre außenpolitische Neuausrichtung mit dem Anspruch größerer nationaler Souveränität begründet.

Moskau verstärkt Zusammenarbeit mit der Sahel-Allianz

Die vertieften Beziehungen zu Burkina Faso stehen auch im Zusammenhang mit Russlands wachsendem Engagement in der Allianz der Sahelstaaten (AES). Zu diesem Zusammenschluss gehören neben Burkina Faso auch Mali und Niger.

Die drei militärisch regierten Länder haben ihre Zusammenarbeit in Sicherheits- und Verteidigungsfragen ausgebaut und sich von bisherigen regionalen und westlichen Partnerstrukturen teilweise gelöst.

Russland unterhält inzwischen enge Beziehungen zu allen drei Staaten. Neben militärischer Unterstützung bemüht sich Moskau um wirtschaftliche Kooperation und eine stärkere diplomatische Abstimmung.

Beim Russland-Afrika-Gipfel Ende Oktober bezeichnete Burkina Fasos Premierminister die Partnerschaft mit Moskau als Möglichkeit, auch die Beziehungen zwischen Russland und der gesamten Sahel-Allianz weiterzuentwickeln.

Ouédraogo sprach sich zugleich für eine Reform der internationalen Institutionen aus, insbesondere des UN-Sicherheitsrats. Die gegenwärtige internationale Ordnung spiegele nach seiner Auffassung die politischen Verhältnisse bei der Gründung der Vereinten Nationen 1945 wider und berücksichtige die Interessen der inzwischen unabhängigen afrikanischen Staaten nicht ausreichend.

Das nun ratifizierte Grundlagenabkommen sieht ausdrücklich vor, dass Russland und Burkina Faso ihre Positionen auch bei multilateralen Fragen regelmäßig abstimmen und ihre Zusammenarbeit in internationalen Organisationen fortsetzen.

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