Das Programm „Migration und Diaspora“ des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ist beendet und hat den Bund in gut vier Jahren 89,25 Millionen Euro gekostet. So lautet die Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage im Deutschen Bundestag. Zwischen Mai 2019 und Juli 2023 wurden mit dem Programm Fachkräfteeinsätze, Gründungsunterstützung und Projekte mit Diaspora-Bezug in mehreren Partnerländern gefördert. Die Bundesregierung betont zugleich, das Vorhaben habe nicht der aktiven Anwerbung von Fachkräften für Deutschland gedient. Zeitlich lief das Programm von Mai 2019 bis Juli 2023. Zu den Partnerländern gehörten unter anderem Marokko, Nigeria, Ghana, Tunesien und Kamerun.
Mehr als 700 Arbeitsplätze durch begleitete Gründungen
Die Bundesregierung führt als zentrale Wirkung des Programms an, dass in den Partnerländern 126 Gründungen begleitet wurden. Dadurch seien vor Ort mehr als 700 Arbeitsplätze entstanden. Zusätzlich wurden 462 Einsätze von Diaspora-Experten bei Institutionen in den Partnerländern gefördert. 412 Partnerinstitutionen, also 82 Prozent der geförderten Einrichtungen, bewerteten den Kompetenzzuwachs als positiv für ihre fachliche Entwicklung und Leistungsfähigkeit.
Hinzu kamen 96 geförderte Projekte von Diaspora-Organisationen in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in den jeweiligen Ländern. Von 73 befragten Partnerorganisationen stuften 71 die Projekte als erfolgreich ein. Die Bundesregierung wertet die Programmbestandteile deshalb als wirksam.
Bundesregierung weist Braindrain-Kritik zurück
Die Bundesregierung stellt dem Vorwurf entgegen, das Programm könne einen Braindrain verstärken. Das Vorhaben sei nicht in der aktiven Fachkräfteanwerbung tätig gewesen. Im Mittelpunkt standen Beratung zu legalen Wegen der Migration nach Deutschland und zu den Risiken irregulärer Migration, damit Interessierte ihre Möglichkeiten realistischer einschätzen können.
Die Angebote für Diaspora-Experten, Gründungsunterstützung und Projektförderung richteten sich an Menschen aus der Diaspora, die bereits in Deutschland leben. Begleitete Unternehmensgründungen in den Herkunftsländern sollten Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Rückkehrende Fachkräfte wirkten nach Darstellung der Bundesregierung einem Braindrain zusätzlich entgegen, weil sie bei lokalen Arbeitgebern beschäftigt seien.

