Selbstmordanschläge überschatten Papstbesuch in Algerien

Während Papst Leo XIV seinen historischen ersten Besuch im Land beginnt, treffen zwei Selbstmordanschläge die Provinz Blida. Mindestens zwei Polizisten sterben.

Papst Leo XIV hat am Montag als erster Papst überhaupt Algerien besucht, während zeitgleich zwei Selbstmordanschläge die Provinz Blida südlich von Algier erschütterten. Die Attentate trafen ein Sicherheitsdirektorat im Zentrum von Blida sowie einen weiteren Standort nahe eines Lebensmittelunternehmens. Mindestens zwei Polizisten wurden getötet, mehrere Zivilisten verletzt. Damit wurde der erste Papstbesuch der algerischen Geschichte noch während seines Auftakts von tödlicher Gewalt überschattet.

Am 13. April fiel der Doppelschlag genau in die ersten Stunden des Besuchs von Leo XIV in Algerien. Während der Papst in Algier zu Frieden, Versöhnung und einem Ende der Gewalt aufrief, detonierten in Blida die Sprengsätze. Der Zeitpunkt verleiht den Anschlägen weit über die Provinz hinaus politische Wucht.

Zwei Selbstmordanschläge treffen Blida

Das erste Attentat richtete sich gegen ein Sicherheitsdirektorat im Zentrum von Blida. Das zweite traf einen Standort in der Nähe eines Lebensmittelunternehmens in der Provinz. Beide Angriffe wurden von Selbstmordattentätern verübt.

Unter den Todesopfern befinden sich mindestens zwei Polizisten. Mehrere Zivilisten wurden verletzt. Eine Bekennung zu den Anschlägen lag zunächst nicht vor.

Papst ruft in Algier zu Frieden auf

Leo XIV begann seinen Besuch in Algerien mit einer Botschaft der Versöhnung. In Algier rief er dazu auf, Gewalt nicht das letzte Wort zu überlassen, und warb für Gerechtigkeit, Dialog und Frieden. Der Papst traf Präsident Abdelmadjid Tebboune und setzte mit dem Besuch der Großen Moschee von Algier ein starkes Zeichen für den christlich-muslimischen Dialog.

Gerade deshalb trifft die Gewalt den Kern dieser Reise. Der Besuch sollte als historisches Signal der Annäherung gelesen werden. Stattdessen wurde sein Auftakt fast zeitgleich von einem tödlichen Doppelanschlag begleitet.

Ende der längsten Phase ohne bestätigte Selbstmordanschläge

Mit den Anschlägen von Blida endet in Algerien die längste Phase ohne bestätigte Selbstmordanschläge seit August 2017. Damit markiert der 13. April einen sicherheitspolitischen Einschnitt.

Hinzu kommt der historische Kontext. Die Anschläge ereigneten sich nur zwei Tage nach dem 19. Jahrestag der schweren Doppelanschläge vom 11. April 2007 in Algier. Damals verübte Al-Qaida im Islamischen Maghreb koordinierte Angriffe mit 33 Toten. Der neue Doppelschlag in Blida reiht sich damit in einen hochsensiblen Erinnerungskorridor der algerischen Sicherheitsgeschichte ein.

Besuch fällt auch in eine Debatte über Religionsfreiheit

Der Papstbesuch war schon vor seiner Ankunft politisch aufgeladen. Internationale Menschenrechtsorganisationen hatten Leo XIV aufgefordert, bei seinen Gesprächen in Algerien auch Religionsfreiheit und Menschenrechte anzusprechen. Dabei geht es unter anderem um die Schließung protestantischer Kirchen, staatliche Beschränkungen für nichtmuslimische Gebetsstätten und den Druck auf religiöse Minderheiten.

Die Reise steht damit von Beginn an unter doppelter Spannung. Sie ist ein historischer Moment für den interreligiösen Dialog und zugleich ein Besuch in einem Land, in dem Sicherheitsfragen, staatliche Kontrolle und die Lage religiöser Minderheiten eng miteinander verknüpft sind. Der Papst wird seine Reise in weitere afrikanische Staaten fortsetzen.

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