Lage am Horn von Afrika eskaliert: Russland und Äthiopien wollen BRICS stärken 

ussland und Äthiopien rücken enger zusammen: In Addis Abeba vereinbarten beide Seiten neue Wirtschaftsprojekte und eine stärkere Abstimmung bei der BRICS.

Russland und Äthiopien wollen ihre Zusammenarbeit in Handel, Energie, Infrastruktur, Digitalisierung und Landwirtschaft ausbauen. Die Gespräche fanden am 7. Juli 2026 in Addis Abeba statt. Russlands Außenminister Sergej Lavrov traf dort Premierminister Abiy Ahmed und führte Gespräche mit Äthiopiens Außenminister Gedion Timothewos. Beide Seiten bereiten zugleich den dritten Russland-Afrika-Gipfel vor, der im Oktober 2026 in Russland stattfinden soll.

Moskau und Addis Abeba vereinbarten, direkte Kontakte zwischen Unternehmen beider Länder zu erleichtern. Daraus sollen gemeinsame Projekte in Energie, Verkehrsinfrastruktur, digitalen Technologien, Telekommunikation, Informationssicherheit und landwirtschaftlicher Produktion entstehen.

Lavrov begann seine Reise nach Afrika in Äthiopien. Nach seiner Ankunft am 6. Juli führte er am Folgetag politische Gespräche in der äthiopischen Hauptstadt und nahm zudem an Konsultationen mit der Kommission der Afrikanischen Union teil.

Wirtschaft und Technologie rücken in den Vordergrund

Die Gespräche gingen über die klassischen politischen und diplomatischen Beziehungen hinaus. Außenminister Gedion Timothewos und sein russischer Amtskollege sprachen über Handel, Investitionen und Technologietransfer. Äthiopien und Russland wollen ihre Zusammenarbeit damit stärker auf wirtschaftliche Projekte und praktische Kooperation ausrichten.

Für Äthiopien stehen dabei Bereiche im Vordergrund, die eng mit dem wirtschaftlichen Umbau des Landes verbunden sind. Energie, Transportwege, digitale Infrastruktur und Landwirtschaft gehören zu den Feldern, in denen Addis Abeba seit Jahren nach Investitionen, Technologie und neuen Partnern sucht.

Russland wiederum baut seine Beziehungen zu afrikanischen Staaten seit mehreren Jahren politisch und wirtschaftlich aus. Der geplante Russland-Afrika-Gipfel im Oktober 2026 soll an frühere Treffen anknüpfen und Moskaus Rolle als Partner afrikanischer Regierungen weiter festigen.

Abstimmung bei UN, BRICS und Afrikanischer Union

Neben wirtschaftlichen Fragen sprachen beide Seiten über die Abstimmung in internationalen Organisationen. Moskau und Addis Abeba bekräftigten ihre Bereitschaft, ihre Zusammenarbeit bei den Vereinten Nationen und auf anderen multilateralen Plattformen zu vertiefen.

Die äthiopische Seite nannte dabei auch die BRICS-Gruppe. Für Addis Abeba ist die Zusammenarbeit in solchen Formaten Teil einer Außenpolitik, die stärker auf eigene Handlungsspielräume und breitere internationale Partnerschaften setzt.

Lavrov traf in Addis Abeba außerdem den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf. Dabei ging es um die Beziehungen zwischen Afrika und Russland, Frieden und Sicherheit, Reformen der globalen Ordnung und mögliche Felder einer erweiterten Partnerschaft.

Horn von Afrika bleibt Teil der Gespräche

Ein weiterer Schwerpunkt war die Lage am Horn von Afrika. Russland und Äthiopien tauschten sich über Wege zur Lösung von Konflikten und zur Förderung von Stabilität in der Region aus. Äthiopien spielt am Horn von Afrika politisch, militärisch und wirtschaftlich eine zentrale Rolle und ist Sitz der Afrikanischen Union.

Am selben Tag verteidigte Premierminister Abiy Ahmed vor dem äthiopischen Parlament die Grundlinien seiner Außenpolitik. Er beschrieb sie als auf Selbstständigkeit, widerstandsfähige Institutionen und nationale Entscheidungsfreiheit ausgerichtet. Äthiopien werde mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, seine politischen Entscheidungen aber nach eigenen Prioritäten treffen.

Diese Linie prägte auch die Gespräche mit Russland. Addis Abeba setzt auf mehrere internationale Partner, ohne sich ausschließlich an eine Seite zu binden. Moskau und Addis Abeba stellten ihre Beziehungen als historisch gewachsen dar und vereinbarten, die Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft und multilateralen Foren weiter auszubauen.

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