EU stellt Nigeria 20 Millionen Euro für Kampf gegen Terrorgruppen bereit

Die EU stellt Nigeria erstmals direkt 20 Millionen Euro aus ihrer Europäischen Friedensfazilität zur Verfügung. Mit Drohnenabwehr, Nachtsichtgeräten und Sprengfallenschutz sollen nigerianische Soldaten besser gegen Terrorgruppen und bewaffnete Banden vorgehen können.

Die Europäische Union unterstützt Nigerias Streitkräfte erstmals direkt mit 20 Millionen Euro aus der Europäischen Friedensfazilität, um ihre Fähigkeiten im Kampf gegen Terrorgruppen und bewaffnete Banden zu stärken. Den Beschluss fasste der Rat der EU am 19. Oktober 2026. Die Finanzierung umfasst unter anderem Ausrüstung zur Abwehr von Drohnen und Sprengfallen sowie Nachtsichtgeräte und persönliche Schutzausrüstung. Damit baut Brüssel seine Sicherheitskooperation mit Afrikas bevölkerungsreichstem Land aus, das seit Jahren mit islamistischem Terrorismus und bewaffneter Gewalt in mehreren Landesteilen konfrontiert ist.

Neue Ausrüstung gegen Drohnen und Sprengfallen

Mit dem beschlossenen Hilfspaket sollen die nigerianischen Streitkräfte zusätzliche nicht-tödliche militärische Fähigkeiten erhalten. Die EU konzentriert sich dabei auf vier Bereiche: die Erkennung und Abwehr improvisierter Sprengsätze, den Schutz vor unbemannten Luftfahrzeugen, Nachtsichttechnik und persönliche Schutzausrüstung.

Die Ausstattung soll die Sicherheit der Soldaten verbessern, die innerhalb Nigerias gegen bewaffnete Gruppen eingesetzt werden. Zugleich sollen die Streitkräfte besser auf Angriffe und andere Sicherheitsbedrohungen reagieren können.

Die Maßnahmen umfassen ausdrücklich keine tödlichen Waffensysteme. Angaben zu konkreten Liefermengen, Herstellern oder einem Zeitplan für die Bereitstellung machte der Rat zunächst nicht.

Nach Darstellung der EU richtet sich die Unterstützung gegen Bedrohungen durch bewaffnete Gruppen, kriminelle Banden und feindliche externe Akteure.

Erstmals direkte Militärhilfe für Nigeria

Das neue Paket ist die erste bilaterale Unterstützungsmaßnahme für Nigeria im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (European Peace Facility, EPF). Bisher profitierte das Land bereits über die multinationale Eingreiftruppe Multinational Joint Task Force (MNJTF) von entsprechenden europäischen Hilfen.

Die MNJTF vereint Streitkräfte mehrerer Staaten der Tschadseeregion und bekämpft insbesondere die islamistischen Gruppierungen Boko Haram und Islamischer Staat Westafrika-Provinz (ISWAP). Beide Organisationen sind in der Grenzregion zwischen Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun aktiv.

Die direkte Unterstützung der nigerianischen Streitkräfte erweitert damit die bisherige Zusammenarbeit über den multinationalen Rahmen hinaus.

Der Nordosten Nigerias ist seit vielen Jahren von islamistischer Gewalt betroffen. Gleichzeitig kämpfen die Sicherheitskräfte in anderen Landesteilen gegen bewaffnete Banden, die unter anderem für Überfälle, Entführungen und Angriffe auf ländliche Gemeinden verantwortlich gemacht werden.

Die neue Ausrüstung ist insbesondere auf Gefahren ausgerichtet, denen Soldaten bei Einsätzen gegen solche Gruppen ausgesetzt sind.

Brüssel und Abuja vertiefen Sicherheitskooperation

Die Entscheidung knüpft an mehrere hochrangige Gespräche zwischen Nigeria und der Europäischen Union an.

Am 18. Februar 2026 hatten beide Seiten im Rahmen ihres Dialogs über Frieden, Sicherheit und Verteidigung gemeinsame Prioritäten erörtert. Weitere Beratungen folgten am 23. März beim achten Ministerdialog zwischen Nigeria und der EU in Abuja.

Dabei standen unter anderem die Sicherheitslage, die bilaterale Zusammenarbeit und die Stärkung staatlicher Fähigkeiten im Vordergrund.

Mit der neuen Finanzierung setzt die EU einen Teil dieser Vereinbarungen um. Die Unterstützung der Streitkräfte soll nach Darstellung des Rates mit weiteren europäischen Maßnahmen verbunden werden, die auf die Prävention und Bekämpfung gewalttätigen Extremismus ausgerichtet sind.

Europäische Friedensfazilität finanziert militärische Unterstützung

Die Europäische Friedensfazilität wurde im März 2021 geschaffen. Über dieses Finanzierungsinstrument kann die EU Maßnahmen ihrer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik unterstützen, die der Konfliktverhütung, Friedenssicherung und internationalen Stabilität dienen.

Dazu gehört auch die Stärkung militärischer und verteidigungspolitischer Fähigkeiten von Drittstaaten sowie regionalen und internationalen Organisationen.

Die Fazilität ermöglicht es der EU, militärische Unterstützung außerhalb des regulären EU-Haushalts zu finanzieren. Die Mitgliedstaaten tragen die Mittel nach einem vereinbarten Finanzierungsschlüssel.

Für Nigeria ergänzt die neue bilaterale Maßnahme die bereits bestehende europäische Unterstützung der multinationalen Eingreiftruppe in der Tschadseeregion. Die zusätzlichen 20 Millionen Euro sind für nicht-tödliche militärische Ausrüstung der nigerianischen Streitkräfte vorgesehen.

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