Deutschland erhöht Hilfe für Sudan um 20 Millionen Euro

20 Millionen Euro mehr für den Sudan: Deutschland kündigt bei der Sudan-Konferenz in Berlin zusätzliche Hilfen an. Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen, während der Krieg weiter das Land und seine Nachbarregion erschüttert.

Deutschland stockt seine Unterstützung für die notleidende Bevölkerung im Sudan um weitere 20 Millionen Euro auf. Die Ankündigung erfolgte zur Sudan-Konferenz in Berlin, die die Bundesregierung gemeinsam mit internationalen Partnern ausrichtet. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Hilfen für die betroffene Bevölkerung und die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe.

Die Konferenz findet zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs im Sudan statt. Deutschland veranstaltet sie zusammen mit der Europäischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und der Afrikanischen Union.

Krieg ohne Ende, Not ohne Grenzen

Drei Jahre nach Beginn des Krieges spricht die Bundesregierung von der größten humanitären Katastrophe der Welt. Mehr als 12 Millionen Menschen wurden vertrieben, rund 4,5 Millionen von ihnen flohen in Nachbarländer. Insgesamt sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, also 33 Millionen Menschen, auf Hilfe angewiesen.

Besonders schwer trifft die Lage Frauen und Mädchen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als 12 Millionen von ihnen von systematischer sexueller Gewalt bedroht sind.

Mehr Geld für Wasser, Medizin und Schulen

Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte das BMZ bis Ende 2025 bereits 155,4 Millionen Euro für Projekte im Sudan und in betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. Im Jahr 2026 sollen weitere 20 Millionen Euro hinzukommen. Weitere Mittelzusagen werden noch geprüft.

Das Geld soll den Zugang zu grundlegender Versorgung verbessern. Genannt werden vor allem Wasser, Gesundheit, Bildung und Ernährung. Zudem will Deutschland den sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung stärken.

Berlin drängt auf Waffenruhe

Mit der Konferenz in Berlin will die Bundesregierung nicht nur zusätzliche Unterstützung mobilisieren, sondern auch eine sofortige Waffenruhe voranbringen. Ausgerichtet wird das Treffen gemeinsam mit mehreren westlichen Partnern sowie der Afrikanischen Union.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte, die Menschen im Sudan dürften nicht vergessen werden. Drei Jahre Krieg hätten „unfassbares Leid“ über die Bevölkerung gebracht. Das BMZ engagiere sich im Sudan besonders für Frauen und Kinder, die vom Kriegsgeschehen am stärksten betroffen seien.

Frauen stemmen den Alltag im Krieg

Alabali Radovan verwies zugleich auf die Rolle vieler Frauen im Kriegsalltag. „Während viele Männer durch den Krieg abwesend sind, kümmern sie sich um die Familien und den Lebensunterhalt“, erklärte die Ministerin. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstütze deshalb sowohl die Bevölkerung im Sudan als auch Flüchtlinge in den aufnehmenden Gemeinden der Nachbarländer.

Nach Darstellung des BMZ zielt die Hilfe darauf, Menschen unter schwierigen Bedingungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Genannt werden unter anderem bessere Ernährung, Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsangeboten sowie Kinder- und Frauenschutz. Hinzu kommen Projekte zur nachhaltigen Wasser- und Sanitärversorgung.

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