Chinas Krankenhausschiff behandelt Tausende Menschen in Afrika – Peking baut seinen Einfluss aus

Kostenlose Operationen, medizinische Ausbildung und neue Krankenhäuser: China baut seine Präsenz im afrikanischen Gesundheitssektor aus. Ein Marineschiff behandelte zuletzt Tausende Menschen in Mauretanien und Senegal.

China hat mit einem militärischen Krankenhausschiff Tausende Menschen in Mauretanien und Senegal medizinisch versorgt und seine Gesundheitskooperation mit afrikanischen Staaten ausgeweitet. Die jüngsten Einsätze fanden zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2026 statt. Nach chinesischen Angaben wurden bei den beiden Hafenaufenthalten mehr als 12.000 medizinische Konsultationen durchgeführt. Die Einsätze sind Teil einer langfristigen chinesischen Gesundheitsdiplomatie, die medizinische Hilfe mit Ausbildung, Infrastrukturprojekten und bilateralen Beziehungen verbindet.

Das Krankenhausschiff Ji Xiang Fang Zhou, international auch als Auspicious Ark bekannt, gehört zur chinesischen Marine. Es verfügt über medizinische Einrichtungen für Untersuchungen, Behandlungen und operative Eingriffe.

Mehr als 12.000 Konsultationen in Mauretanien und Senegal

Die jüngste Afrikareise begann am 15. September in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens.

Während des einwöchigen Aufenthalts führte das medizinische Personal nach chinesischen Angaben 6.864 Konsultationen und 38 Operationen durch.

Anschließend erreichte das Schiff am 25. September den Hafen von Dakar. Senegal war erstmals Gastgeber eines solchen chinesischen Marinekrankenhausschiffs.

Bis Anfang Oktober wurden dort nach den ausgewerteten Einsatzdaten 6.060 Konsultationen und 29 operative Eingriffe durchgeführt.

Zusätzlich erhielten rund 150 senegalesische medizinische Fachkräfte Fortbildungsangebote.

Die Besuche wurden von lokalen Gesundheitsbehörden, Marinevertretern und chinesischen Diplomaten begleitet. Die Behandlungen waren für die Patienten kostenlos.

Medizinische Zusammenarbeit seit mehr als sechs Jahrzehnten

Chinas medizinische Präsenz in Afrika reicht bis in die frühen 1960er-Jahre zurück.

1963 entsandte Peking ein erstes medizinisches Team nach Algerien. In den folgenden Jahrzehnten entstanden Gesundheitskooperationen mit zahlreichen weiteren afrikanischen Staaten.

Die Zusammenarbeit umfasst die Entsendung medizinischen Personals, die Bereitstellung von Arzneimitteln und Ausrüstung, den Bau von Gesundheitseinrichtungen sowie die Ausbildung von Fachkräften.

Ein weiterer Schwerpunkt entstand während der Ebola-Epidemie in Westafrika. China unterstützte damals betroffene Staaten unter anderem mit medizinischen Teams und Material.

Auch während der Corona-Pandemie lieferte Peking Impfstoffe und medizinische Ausrüstung in zahlreiche afrikanische Länder.

Die medizinische Kooperation ist heute Bestandteil der chinesischen Initiative einer Gesundheits-Seidenstraße.

Gesundheitsprojekte mit diplomatischer Bedeutung

Die Verteilung chinesischer medizinischer Teams zeigt einen Zusammenhang zwischen der Gesundheitshilfe und den diplomatischen Beziehungen.

Nach einer von Jeune Afrique veröffentlichten Übersicht wurden Einsätze in einzelnen Ländern unterbrochen, nachdem deren Regierungen diplomatische Beziehungen zu Taiwan aufgenommen hatten.

Ein Beispiel ist Burkina Faso. Die Zusammenarbeit mit chinesischen medizinischen Teams wurde nach dem Wechsel der diplomatischen Anerkennung zu Taiwan unterbrochen und nach der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Peking 2018 erneut ausgebaut.

Damit unterstützt China afrikanische Gesundheitssysteme und knüpft zugleich langfristige Kontakte zu Regierungen, Kliniken und staatlichen Institutionen.

China finanziert medizinische Infrastruktur

Ein weiteres Beispiel ist die chinesische Finanzierung des neuen Hauptsitzes der Afrikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (Africa CDC) in Addis Abeba.

Das 2023 fertiggestellte Gebäude kostete umgerechnet rund 71 Millionen Euro.

Die Einrichtung gehört zur Gesundheitsarchitektur der Afrikanischen Union und soll unter anderem die Überwachung von Infektionskrankheiten und die Reaktion auf Gesundheitskrisen verbessern.

Beim Forum für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit kündigte Peking zudem an, chinesische Unternehmen stärker zu Investitionen in die afrikanische Produktion von Arzneimitteln und Impfstoffen zu ermutigen.

Die entsprechenden Vorhaben sind im chinesisch-afrikanischen Aktionsplan für die Jahre 2025 bis 2027 vorgesehen.

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