Bewaffnete setzen marokkanische Lastwagen auf Mali-Route in Brand

Marokkanische, senegalesische und mauretanische Lastwagen geraten in Mali ins Visier bewaffneter Gruppen. Die Angriffe verschärfen den Druck auf die Versorgung nach Bamako.

Bewaffnete Männer des Mouvement Masina haben auf einer Versorgungsroute nach Bamako marokkanische Lastwagen angegriffen und in Brand gesetzt. Das geschah am Mittwoch auf der Strecke zwischen Koki Zamal nahe der mauretanischen Grenze und der malischen Hauptstadt. Die Fahrzeuge waren mit Lebensmitteln und weiteren Gütern beladen. Der Angriff steht in einer Serie von Attacken auf Transportwege, über die Waren aus Marokko, Mauretanien und Senegal nach Mali gelangen.

Versorgungsroute nach Bamako angegriffen

Zeugen berichteten, die Lastwagen seien auf der Route von Koki Zamal nach Bamako gestoppt und angezündet worden. Online verbreitete Videos sollen zeigen, wie bewaffnete Männer Fahrzeuge in Brand setzen, während Schüsse und Gesänge zu hören sind. Dabei sollen auch Kraftstofftanks gezielt getroffen worden sein.

Das Mouvement Masina wird auch als „Mouvement de Libération Peul“ bezeichnet. Die Gruppe gilt als Verbündete der Gruppe zur Unterstützung des Islams und der Muslime, kurz JNIM, die mit Al-Kaida verbunden ist.

Die angegriffenen Lastwagen waren Teil eines Warenverkehrs, der Mali über westafrikanische Nachbarstaaten versorgt. Güter erreichen das Land über Häfen in Mauretanien und Senegal oder auf dem Landweg aus Marokko über Mauretanien.

Auch senegalesische und mauretanische Lastwagen betroffen

Bereits am Dienstag wurden auf der Strecke Khai-Bamako senegalesische Lastwagen aus Dakar in Brand gesetzt. Zuvor waren auch zwei mauretanische Lastwagen bei ähnlichen Angriffen zerstört worden.

Bewaffnete Gruppen versuchen damit, den Warenfluss nach Bamako und in weitere malische Städte zu unterbrechen. Sie haben nach den vorliegenden Berichten eine Blockade gegen die Hauptstadt ausgerufen, um die Ankunft von Lebensmitteln und Versorgungsgütern zu verhindern.

Die Angriffe treffen einen Korridor, der für die Versorgung Malis mit Konsumgütern und Lebensmitteln genutzt wird. Mali ist als Binnenstaat auf Transportwege durch Nachbarländer angewiesen.

UN warnt vor Folgen für Zivilbevölkerung

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen warnte am Dienstag vor einer weiteren Verschlechterung der Lage in Mali. Die Gewalt vom 25. und 26. April habe mehrere Städte und Orte erfasst, darunter auch Bamako. Beteiligt waren nach Angaben der Vereinten Nationen verschiedene islamistische und separatistische Gruppen, die gegen die Militärregierung kämpfen.

„Wir sind zutiefst besorgt über die sich verschlechternde Menschenrechtslage in ganz Mali“, sagte Seif Magango, Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Die Vereinten Nationen verwiesen auf schwere zivile Opfer, Vertreibungen und neue Kämpfe zwischen malischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen.

Besonders betroffen sind zentrale Landesteile. In Mopti warnten lokale Behörden, dass Gemeinden wegen Blockaden bewaffneter Gruppen ohne Lebensmittel dastehen könnten. Auch Diafarabe und Bamako sollen durch JNIM-Kämpfer blockiert sein.

Krankenhäuser und Kinder besonders betroffen

UNICEF erklärte, Kinder zahlten den höchsten Preis für die anhaltende Gewalt in Mali. In Mopti sei eine Schule durch die Präsenz bewaffneter Elemente und Sprengsätze beeinträchtigt worden. Mindestens 300 Kinder seien betroffen. Ein Angriff auf ein Gesundheitszentrum in Gao erschwerte den Zugang zu medizinischer Versorgung für fast 2.700 Kinder.

Auch Krankenhäuser stehen unter Druck. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat seine Unterstützung für Einrichtungen in Bamako, Kati, Mopti und Gao ausgeweitet. Teams des Roten Kreuzes lieferten medizinisches Material, unterstützten Operationsteams und stellten Treibstoff bereit, damit Krankenhäuser in Konfliktregionen weiterarbeiten können.

Die malischen Behörden haben Ermittlungen zu den jüngsten Angriffen angekündigt. Das UN-Menschenrechtsbüro forderte umfassende Untersuchungen im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards.

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