Burkina Fasos Medienaufsicht hat die Ausstrahlung des französischsprachigen Senders TV5 Monde im Land verboten. Die Entscheidung fiel am Dienstag und betrifft die Berichterstattung über Sicherheitsfragen in Burkina Faso und die Angriffe vom 25. April in Mali. Der Nationale Kommunikationsrat, Conseil supérieur de la communication, wirft dem Sender Verstöße gegen Gesetz, Ethik und Berufspflichten vor. Die Vorwürfe lauten auf Desinformation und Verherrlichung von Terrorismus.
Medienaufsicht greift gegen französischen Sender durch
Der Präsident der burkinischen Medienaufsicht, Wendingoudi Louis Modeste Ouédraogo, begründete das Verbot mit mehreren Beiträgen in Nachrichtensendungen zwischen April und Mai 2026. Die Fehler seien bei der Behandlung von Themen zur Terrorismusbekämpfung in Burkina Faso und zur Lage nach den Angriffen in Mali festgestellt worden.
„Diese Entscheidung folgt auf die Feststellung zahlreicher Verstöße gegen Gesetz, Ethik und Berufspflichten bei der Behandlung von Themen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terrorismus in Burkina Faso und der aktuellen Lage zu den Terroranschlägen vom 25. April 2026 in Mali“, erklärte Ouédraogo.
Der Conseil supérieur de la communication erklärte, die festgestellten Verstöße beträfen „Desinformation und Verherrlichung des Terrorismus“. Eine Frist für eine mögliche Aufhebung des Verbots wurde nicht genannt.
Vorwürfe nach Angriffen in Mali
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der Berichterstattung über koordinierte Angriffe in Mali. Am 25. April hatten der Gruppe zur Unterstützung des Islams und der Muslime, GSIM, und der Front de libération de l’Azawad, FLA, zugeschriebene Angriffe mehrere Orte getroffen, darunter Bamako und Kati.
Der Sicherheitskontext betrifft auch Burkina Faso. In den Tagen nach den Angriffen in Mali wurden weitere Vorfälle im Zentrum-Osten und Osten Burkina Fasos gemeldet. Burkina Faso und Mali kämpfen seit Jahren gegen bewaffnete Gruppen, die in Teilen der Sahelzone aktiv sind.
Die Medienaufsicht rief nationale und internationale Medien dazu auf, Berufsregeln, Ethik und Sorgfalt einzuhalten. TV5 Monde hat bisher keine öffentliche Reaktion auf das Verbot veröffentlicht.
TV5 Monde war bereits 2024 suspendiert
TV5 Monde war in Burkina Faso bereits zweimal vorübergehend gesperrt worden. Die Medienaufsicht verhängte entsprechende Maßnahmen am 27. April und am 18. Juni 2024. Damals wurden ähnliche Gründe genannt.

Die neue Entscheidung geht über diese früheren Maßnahmen hinaus. Anders als bei den vorübergehenden Suspendierungen von 2024 wird diesmal keine Dauer der Maßnahme genannt.
Auch in Mali war TV5 Monde bereits ins Visier der Behörden geraten. Dort wurde der Sender im Mai 2025 nach einem Bericht über Demonstrationen in Bamako suspendiert, den die Übergangsbehörden als unausgewogen bewerteten.
Mehrere französische Medien betroffen
TV5 Monde reiht sich in eine längere Liste französischer und westlicher Medien ein, deren Verbreitung in Burkina Faso in den vergangenen Jahren eingeschränkt oder verboten wurde. Dazu gehören Radio France Internationale, France 24, LCI, Le Monde und Jeune Afrique. Die Behörden begründeten diese Schritte wiederholt mit Vorwürfen der Desinformation, der Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder problematischer Terrorismus-Berichterstattung.
Seit der Machtübernahme der Militärregierung hat Burkina Faso den Umgang mit ausländischen Medien deutlich verschärft. Die Regierung stellt die Kontrolle der Sicherheitsberichterstattung in den Zusammenhang des Kampfes gegen bewaffnete Gruppen und der staatlichen Souveränität. Medienorganisationen und internationale Beobachter bewerten die Entwicklung seit Jahren als Teil eines härteren Kurses gegenüber kritischer Berichterstattung.

