Die Europäische Union und Angola haben bei ihrem siebten Ministertreffen in Brüssel ihre strategische Partnerschaft vertieft und eine engere Zusammenarbeit in Sicherheit, Handel und Investitionen vereinbart. Am 26. Februar 2026 verabschiedeten beide Seiten ein gemeinsames Kommuniqué, in dem sie ihre Verpflichtung zur „Joint Way Forward“-Agenda von 2012 erneuerten.
Das Treffen wurde vom angolanischen Außenminister Téte António und dem belgischen Vizepremier- und Außenminister Maxime Prévot im Namen des EU-Außenbeauftragten geleitet. Im Mittelpunkt standen politische und sicherheitspolitische Fragen in Europa und Afrika, multilaterale Zusammenarbeit sowie wirtschaftliche Prioritäten.
Sicherheit, multilaterale Ordnung und Ukraine
Beide Seiten betonten die Bedeutung eines vertieften politischen Dialogs zu Frieden und Sicherheit. Sie bekräftigten ihre Unterstützung für eine Reform des UN-Sicherheitsrats, um diesen repräsentativer und effizienter zu gestalten.
Mit Blick auf aktuelle Konflikte verwiesen EU und Angola auf die Verpflichtung aller Staaten zur Einhaltung der Charta der Vereinten Nationen, insbesondere hinsichtlich Souveränität und territorialer Integrität. Beide Seiten erneuerten ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen.
In Bezug auf afrikanische Konfliktkontexte nannten sie die Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo, im Sahel, im Sudan sowie den Friedensprozess in der Zentralafrikanischen Republik. Sie lehnten verfassungswidrige Machtübernahmen ab und unterstützten regionale Initiativen unter Einbindung von Afrikanischer Union und Vereinten Nationen.
Maritime Sicherheit im Golf von Guinea
Im Bereich Sicherheits- und Verteidigungskooperation vereinbarten beide Seiten eine Fortsetzung des Dialogs, insbesondere zur maritimen Sicherheit im Golf von Guinea. Angola ist Gastgeber des Zentrums der Zone A der Yaoundé-Architektur. Die EU bot Unterstützung an, um das Multinationale Maritime Koordinierungszentrum in Luanda einsatzbereit zu machen.

Geplant sind unter anderem gemeinsame Hafenbesuche, Ausbildungsmaßnahmen auf See sowie die Stärkung von Rechtsrahmen und Durchsetzungsfähigkeiten zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten auf See.
Lobito-Korridor als Schlüsselprojekt
Ein Schwerpunkt des Treffens war die Global-Gateway-Strategie der EU mit besonderem Fokus auf den Lobito-Korridor. Beide Seiten bezeichneten das Infrastrukturprojekt als strategische Achse für industrielle Entwicklung, regionale Integration und wirtschaftliche Diversifizierung.
Die EU verwies auf ihre Rolle als Partner bei Finanzierung, Technologie und Logistik entlang des Korridors. Investitionen sollen unter anderem in Berufsbildung, erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, Biodiversität, Logistikplattformen sowie in die blaue Wirtschaft fließen. Zur Stärkung der Zivilgesellschaft entlang des Korridors stellte die EU zehn Millionen Euro bereit.
Handel, Investitionen und regionale Integration
Die EU begrüßte Angolas Beitritt zur Freihandelszone der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika am 8. Juni 2025. Dieser Schritt ebnet den Weg für einen möglichen Beitritt Angolas zum Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und der SADC.
Beide Seiten hoben zudem die Bedeutung des EU-Angola-Abkommens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen hervor, das am 1. September 2024 in Kraft trat. Ziel ist es, das Investitionsklima zu verbessern, Wertschöpfungsketten zu stärken und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.
Angola und die EU vereinbarten, die Gespräche über ein mögliches Partnerschaftsabkommen im Bereich nachhaltige Fischerei fortzusetzen. Zudem bekräftigten sie ihre gemeinsame Verpflichtung zur Bekämpfung illegaler, nicht gemeldeter und unregulierter Fischerei.
Klima, Biodiversität und globale Gesundheit
Im Bereich Klimapolitik verwiesen beide Seiten auf die Ziele des Pariser Abkommens und die Notwendigkeit, die globale Energiewende voranzutreiben. Sie unterstützten das Ziel, die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen und die Energieeffizienz zu steigern.
The 7th Meeting between the European Union (EU) and the Republic of Angola, within the framework of the Joint Path Action Programme, has just ended in Brussels, Kingdom of Belgium. pic.twitter.com/SByU7zipmr
— Ministério das Relações Exteriores/MRE -(Angola) (@angola_Mirex) February 26, 2026
Angola plant die Überarbeitung seiner nationalen Biodiversitätsstrategie im Einklang mit dem globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal. Beide Seiten bekräftigten zudem ihre Unterstützung für die Beendigung der Entwaldung bis 2030.
Im Gesundheitsbereich vereinbarten sie eine engere Zusammenarbeit bei Pandemievorsorge, lokaler Produktion von Gesundheitsprodukten und der Reform der globalen Gesundheitsarchitektur mit der Weltgesundheitsorganisation im Zentrum.
Das nächste, achte Ministertreffen soll in Luanda stattfinden. Zuvor ist ein Treffen auf Ebene hoher Beamter vorgesehen, um die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zu überprüfen.