UNHCR warnt vor Zwangsrückführungen burundischer Flüchtlinge aus Tansania

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen äußert wachsende Besorgnis über mögliche Zwangsrückführungen burundischer Flüchtlinge aus Tansania. Am 24. Februar 2026 erklärte die in Tansania stationierte UNHCR-Vertreterin Bahia Egeh, es gebe zunehmende Hinweise auf „Zwangsmaßnahmen“ im Zuge der beschleunigten Rückführungen.

Seit Jahresbeginn sind mehr als 28.000 burundische Flüchtlinge aus Tansania in ihre Heimat zurückgekehrt, darunter rund 8.000 allein in der vergangenen Woche. Damit wurde das Ende 2025 vereinbarte Ziel von 3.000 Rückführungen pro Woche deutlich überschritten.

Mehr als 140.000 Flüchtlinge in Tansania

Ende November 2025 lebten nach Angaben von UNHCR über 140.000 burundische Flüchtlinge in Tansania. Viele von ihnen waren bereits in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen, kehrten zurück und verließen Burundi erneut im Jahr 2015 infolge politischer Unruhen.

Rund 17.000 Personen erklärten, sie könnten wegen Sicherheitsbedenken oder aus Furcht vor politischer Verfolgung nicht zurückkehren. Darunter befinden sich Mitglieder der politischen Opposition sowie ehemalige Militärangehörige. UNHCR betont, dass für diese Personen weiterhin internationaler Schutz erforderlich sein könne.

„Es gibt zunehmende Besorgnis unter den Flüchtlingen über erzwungene Rückführungen und Zwangsmaßnahmen“, sagte Bahia Egeh. UNHCR setze sich weiterhin gegen jegliche Form von Druck oder Zwang ein.

Berichte über Abriss von Unterkünften

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks wurden im Zuge der Rückführungen Unterkünfte in den Lagern abgerissen. Flüchtlinge seien dadurch gezwungen worden, in überfüllte Abreisezentren auszuweichen. Zudem gebe es Berichte über Misshandlungen einzelner Personen.

UNHCR verweist auf das völkerrechtliche Prinzip des Non-Refoulement. Flüchtlinge und Asylsuchende dürfen demnach nicht in ein Land zurückgeführt werden, in dem ihr Leben oder ihre Freiheit bedroht sind.

Seit 2017 besteht ein dreiseitiges Abkommen zwischen Burundi, Tansania und UNHCR zur freiwilligen Rückführung. Während die Rückkehr zunächst als sicher eingestuft wurde, kam es während der COVID-19-Pandemie zu einem Rückgang der Repatriierungen. Ende 2025 wurde das Abkommen aktualisiert und die Zahl der wöchentlichen Rückführungen erhöht.

Lager in Kigoma unter Druck

In der nordwesttansanischen Region Kigoma bestehen derzeit zwei Lager: Nduta und Nyarugusu. Das Lager Nduta soll im März geschlossen werden. Viele Flüchtlinge versuchen deshalb, nach Nyarugusu umzuziehen, das bereits als das größere der beiden Lager gilt.

Nach Angaben von UNHCR haben Kürzungen bei der Finanzierung die Versorgung erheblich beeinträchtigt. In Nyarugusu seien von ehemals zehn Gesundheitseinrichtungen nur noch zwei in Betrieb. Auch in Burundi stoßen Aufnahme- und Transitstrukturen angesichts steigender Rückkehrzahlen und begrenzter Ressourcen an Kapazitätsgrenzen.

UNHCR betont, Rückkehr müsse auf einer freien und informierten Entscheidung beruhen. In den Lagern sei ein spezieller Schutzschalter eingerichtet worden, um die Rückkehrbereitschaft individuell zu prüfen und sicherzustellen, dass Personen mit weiterem Schutzbedarf nicht Teil der Rückführungskonvois werden.

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