UN warnt vor fragiler Lage nach Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik

Die Fortschritte nach den Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik bleiben nach Einschätzung der Vereinten Nationen fragil und sind auf anhaltende internationale Unterstützung angewiesen. Am 25. Februar 2026 informierte Valentine Rugwabiza, Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs und Leiterin der Stabilisierungsmission MINUSCA, den Sicherheitsrat in New York über die Lage im Land.

Am 28. Dezember 2025 fanden kombinierte Präsidentschafts-, Parlaments-, Regional- und Kommunalwahlen statt. Es handelte sich um die ersten Kommunalwahlen seit 1988 und nach Angaben der UN um die umfangreichsten Wahloperationen in der Geschichte des Landes.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Rugwabiza erklärte, die Wahlen seien das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen der Regierung in Bangui und von MINUSCA zur Ausweitung staatlicher Autorität sowie zur Umsetzung des Friedensabkommens von 2019. Die Mission habe maßgeblich zu einem sicheren Umfeld während des Wahlkampfs und am Wahltag beigetragen, auch in den meisten als Brennpunkte geltenden Regionen.

Gleichzeitig verwies sie auf fortbestehende Sicherheitsprobleme. Während sich die Lage im Westen und in Teilen der Mitte des Landes verbessert habe, dauerten Angriffe im Nordosten und Südosten an. In der Präfektur Haut-Mbomou seien 21 Wahllokale aus Sicherheitsgründen geschlossen geblieben. Die Unsicherheit verschärfe zudem interkommunale Spannungen und erschwere den humanitären Zugang.

Im Nordosten habe der Konflikt im benachbarten Sudan zu einem Zustrom tausender Geflüchteter in die Präfektur Vakaga geführt. MINUSCA arbeite in beiden Regionen am Schutz der Zivilbevölkerung, sei jedoch durch Liquiditätsengpässe in ihrer Einsatzfähigkeit beeinträchtigt.

Finanzielle Engpässe belasten MINUSCA

Die Leiterin der Mission berichtete, MINUSCA habe Effizienzmaßnahmen eingeleitet, Ausgaben strikt kontrolliert und ihre Präsenz nach einer Reduzierung uniformierter Kräfte angepasst. Diese Neuausrichtungen hätten operative Auswirkungen. Die Phase nach den Wahlen sei entscheidend für die Konsolidierung politischer, friedens- und sicherheitspolitischer Fortschritte. Eine schrittweise Übergabe von Aufgaben an nationale Institutionen müsse sich an deren tatsächlicher Leistungsfähigkeit orientieren und erfordere ausreichende finanzielle Ressourcen.

Mehrere Mitgliedstaaten warnten vor den Folgen unzureichender Finanzierung. Vertreter der Demokratischen Republik Kongo, Liberias und Somalias betonten, finanzielle Einschränkungen könnten die Beweglichkeit der Mission einschränken und ihre Fähigkeit zum Schutz der Zivilbevölkerung beeinträchtigen. Frankreich, Griechenland und Bahrain verwiesen auf die zentrale Rolle von MINUSCA bei der Absicherung des Wahlprozesses.

Der Vertreter Pakistans, das mehr als 1.200 uniformierte Kräfte stellt, erklärte, Truppensteller seien seit Ende September 2025 nicht mehr für Personalkosten und seit Ende Dezember 2024 nicht mehr für Ausrüstung erstattet worden. Damit trügen sie neben personellen Beiträgen auch erhebliche finanzielle Lasten.

Debatte über künftige Rolle der Mission

Die Vereinigten Staaten hatten sich im November 2025 bei der Verlängerung des Mandats enthalten und für eine stärkere Übernahme von Aufgaben durch nationale Behörden plädiert. Der US-Vertreter sprach nun von der Notwendigkeit, die Haltung der Mission zu überprüfen und Verantwortlichkeiten schrittweise an die Regierung zu übertragen.

Der Vertreter der Zentralafrikanischen Republik warnte hingegen vor einem übereilten Übergang. Die vorübergehende Aussetzung von Entwaffnungs- und Reintegrationsprogrammen während der Wahlen habe mit einem Anstieg von Sicherheitsvorfällen im Westen und in der Mitte des Landes zusammengefallen. Eine Übertragung sicherheitsrelevanter Aufgaben müsse schrittweise erfolgen und sich an überprüfbaren Fortschritten orientieren.

Mehrere Ratsmitglieder forderten zudem verstärkte Bemühungen im Bereich Rechtsstaatlichkeit und Rechenschaftspflicht. Vertreter des Vereinigten Königreichs äußerten Sorge über Berichte zu Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitsakteure und riefen zur sorgfältigen Auswahl von Sicherheitspartnern auf.

Die Diskussion im Sicherheitsrat machte deutlich, dass die internationale Unterstützung für die Zentralafrikanische Republik in der Phase nach den Wahlen weiterhin als zentraler Faktor für Stabilität und institutionelle Konsolidierung betrachtet wird.

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