Bei mehreren Seenotfällen vor Mauretanien sind 144 Geflüchtete und Migranten gestorben oder werden vermisst. Die Vorfälle ereigneten sich zwischen dem 14. und 18. Juli 2026 vor der westafrikanischen Atlantikküste. Rettungskräfte brachten insgesamt 387 Menschen in der mauretanischen Hafenstadt Nouadhibou an Land. Besonders schwer traf es die Insassen eines Bootes aus Gambia, von denen nur 38 überlebten.
Nur 38 Menschen überleben 25 Tage auf dem Atlantik
Das Boot war in Bufaloto in Gambia gestartet. Die Insassen wollten über den Atlantik die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln erreichen.
Fast 25 Tage trieb das Boot auf dem Meer, bevor die Überlebenden am 18. Juli gerettet wurden. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen, UNHCR, gelten 143 Menschen als tot oder vermisst.
Unter den 38 Überlebenden befanden sich zwei Kinder. Beide verloren während der Überfahrt sämtliche Familienangehörigen. Sie werden gemeinsam mit weiteren Überlebenden in einem Krankenhaus behandelt.
Ein weiterer Todesfall wurde auf einem Boot registriert, dessen Passagiere bereits am 14. Juli in Nouadhibou an Land gebracht worden waren.
387 Menschen in Nouadhibou gerettet
Zwischen dem 14. und 18. Juli fanden in Nouadhibou drei Rettungs- und Ausschiffungsaktionen statt. Mauretanische Behörden und humanitäre Organisationen brachten dabei 387 Menschen sicher an Land.
Mitarbeiter des UNHCR unterstützten die Behörden bei allen drei Einsätzen. Sie versorgten die Überlebenden und prüften, ob sich unter ihnen besonders schutzbedürftige Menschen oder Personen befanden, die internationalen Schutz beantragen wollten. Die Geretteten stammten aus mehreren Ländern.
Seit Beginn des Jahres wurden in den mauretanischen Städten Nouadhibou und Nouakchott 17 Ausschiffungen registriert. Insgesamt retteten die Behörden dabei 2.147 Menschen.
Atlantikroute bleibt trotz sinkender Ankünfte tödlich
Die Route von der westafrikanischen Küste zu den Kanarischen Inseln zählt nach Einschätzung des UNHCR zu den tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Viele Boote legen mehr als 2.000 Kilometer zurück.

Starke Strömungen, wechselnde Wetterbedingungen, überfüllte und nicht seetüchtige Boote sowie fehlende Rettungsmöglichkeiten erhöhen die Gefahr. Immer wieder verschwinden Boote auf dem Atlantik, ohne dass ihr Schicksal öffentlich bekannt wird.
Die Zahl der Menschen, die die Kanarischen Inseln erreichten, ist 2026 dennoch deutlich gesunken. Bis zum 15. Juli wurden dort rund 4.400 Ankünfte registriert. Das waren 61 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.
Auch auf den wichtigsten Seewegen nach Europa ging die Zahl der Ankünfte zurück. In diesem Jahr erreichten bislang mehr als 40.000 Menschen Europa über das Meer. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 waren es 65.407.
UNHCR fordert mehr legale Wege nach Europa
Das UN-Flüchtlingshilfswerk forderte nach den Unglücken einen stärkeren Einsatz gegen die Ursachen von Flucht und Migration. Gleichzeitig müssten sichere Alternativen zu den gefährlichen Überfahrten geschaffen werden.
Das UNHCR nannte höhere Aufnahmequoten für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge, zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten und Zugänge zu Bildungsprogrammen. Solche legalen Wege könnten Menschen eine Alternative zur Überfahrt auf überfüllten Booten bieten.

