GIZ-Verwaltungskosten steigen auf 431,7 Millionen Euro – Bund kündigt schlankere Strukturen an

Weniger Landesbüros, aber höhere Strukturkosten: Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen, wie sich die Kosten von GIZ und KfW entwickelt haben. Bei der GIZ sollen nun zentrale Strukturen verschlankt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihre Steuerungskosten seit 2020 deutlich erhöht und will nun zentrale Funktionen verschlanken sowie ihre Organisationsstruktur straffen. Am Mittwoch, 30. September 2026, veröffentlichte der Bundestag dazu neue Angaben der Bundesregierung. 2025 beliefen sich die Steuerungskosten der GIZ auf 431,7 Millionen Euro, während die Auszahlungen aus dem Bundeshaushalt für Projekte des Entwicklungsministeriums auf rund 2,43 Milliarden Euro zurückgingen. Bei der KfW Entwicklungsbank flossen im selben Jahr 7,5 Milliarden Euro in Projekte der Finanziellen Zusammenarbeit.

Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu den Verwaltungskosten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung warnt allerdings vor einem direkten Kostenvergleich zwischen GIZ und KfW Entwicklungsbank. Beide Institutionen hätten unterschiedliche Aufgaben und Geschäftsmodelle, zudem gebe es keine einheitliche Abgrenzung der Verwaltungskosten.

GIZ-Kosten steigen bei sinkenden BMZ-Auszahlungen

Bei der GIZ zeigt die Entwicklung seit 2022 gegenläufige Kurven. Die Auszahlungen aus dem Bundeshaushalt für BMZ-Projekte erreichten 2022 mit knapp 2,86 Milliarden Euro ihren höchsten Wert im betrachteten Zeitraum. Danach sanken sie auf 2,68 Milliarden Euro 2023, 2,51 Milliarden Euro 2024 und 2,43 Milliarden Euro 2025.

Die Steuerungskosten entwickelten sich in dieser Zeit nach oben. Sie lagen 2020 bei 345,7 Millionen Euro, 2022 bei 367,8 Millionen Euro und 2025 bei 431,7 Millionen Euro. Ihr Anteil an den Gesamtkosten des gemeinnützigen Geschäftsbereichs der GIZ sank zunächst von 12,3 Prozent im Jahr 2020 auf 10,5 Prozent 2022. Danach stieg er wieder und erreichte 2025 12,5 Prozent.

Eine weitere Kennzahl grenzt direkte Projektleistungen aus den Steuerungskosten aus und setzt den verbleibenden Betrag ins Verhältnis zu den unmittelbar projektwirksam eingesetzten Mitteln. Danach lag die Quote der GIZ im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 bei 10,8 Prozent. 2025 erreichte sie 11,6 Prozent nach 9,7 Prozent im Jahr 2022. Bei der KfW Entwicklungsbank betrug der Durchschnitt 4,9 Prozent, 2025 waren es 5,8 Prozent.

Die Kennzahlen sind jedoch nicht unmittelbar vergleichbar. Die GIZ setzt vor allem die Technische Zusammenarbeit um. Die KfW Entwicklungsbank übernimmt die Finanzielle Zusammenarbeit und ist als Teil des KfW-Konzerns eine regulierte Bank. Auch die Bundesregierung erklärt deshalb, dass ein einheitlicher Vergleich der Kostenstrukturen nicht sinnvoll sei.

KfW bewegte 48,2 Milliarden Euro in sechs Jahren

Die Dimension der Finanziellen Zusammenarbeit zeigt sich an den KfW-Zahlen. Zwischen 2020 und 2025 zahlte die Entwicklungsbank insgesamt 48,2 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 27,9 Milliarden Euro auf rückzahlbare und verzinsliche Darlehen. Weitere 18 Milliarden Euro waren nicht rückzahlbare Haushaltsmittel verschiedener Bundesressorts und 2,3 Milliarden Euro nicht rückzahlbare Drittmittel. 2025 betrugen die Gesamtauszahlungen 7,5 Milliarden Euro.

Der Verwaltungsaufwand der KfW Entwicklungsbank entsprach 2025 nach Berechnung der Bundesregierung 4,4 Prozent des Volumens der Neuzusagen. Die Quote hatte 2024 noch bei 5,6 Prozent gelegen. Bezogen auf die tatsächlich ausgezahlten Projektmittel stieg das Verhältnis dagegen von 4,9 Prozent 2024 auf 5,8 Prozent 2025.

Weniger Auslandsbüros, höhere Kosten

Bei beiden Institutionen ist die Zahl der Auslandsstandorte seit 2020 gesunken. Die GIZ unterhielt 2025 noch 70 Landesbüros gegenüber 78 im Jahr 2020. Gleichzeitig erhöhten sich deren Struktur- und Sicherheitskosten von 125,1 Millionen auf 154,1 Millionen Euro. Die Landesbüros übernehmen unter anderem Aufgaben bei Personal, Finanzen, Beschaffung und Vertragsmanagement und sichern die Arbeitsfähigkeit der Projekte in den Partnerländern.

Auch die KfW Entwicklungsbank verringerte ihre Außenstellen von 70 auf 63. Die Kosten dieser Außenstruktur stiegen im selben Zeitraum von 43,3 Millionen Euro auf 53,9 Millionen Euro.

Bei der GIZ entfiel 2025 ein großer Teil der Steuerungskosten auf Personal. Die Personalkosten machten 82,1 Prozent der Steuerungskosten des gemeinnützigen Geschäftsbereichs aus. Bei der KfW Entwicklungsbank lag der Anteil des Personalaufwands am Verwaltungsaufwand bei 38,4 Prozent. Auch diese Werte seien wegen der unterschiedlichen Geschäftsmodelle und Betriebsstrukturen nicht vergleichbar, stellt die Bundesregierung klar.

GIZ soll zentrale Funktionen verschlanken

Die Bundesregierung verweist zugleich auf laufende Veränderungen bei beiden Organisationen. Eine Überprüfung der GIZ-Organisationsstruktur habe die Effizienz der zentralen Funktionen untersucht. Als Konsequenz werde die Bundesgesellschaft ihre zentralen Funktionen verschlanken und die Organisationsstruktur straffen. Damit sollen langfristig die Strukturkosten sinken.

Bei der KfW Entwicklungsbank hätten interne Überprüfungen zuletzt bereits zu einem deutlich geringeren Personaleinsatz geführt. Zusätzlich setzt der KfW-Konzern nach Angaben der Bundesregierung Kostenprogramme ein. Einzelne Programme werden außerdem regelmäßig vom Bundesrechnungshof und von Wirtschaftsprüfern geprüft.

Für die GIZ hat der Aufsichtsrat zudem eine Steuerungskennzahl festgelegt. Sie setzt die Steuerungskosten ins Verhältnis zum Vierjahresdurchschnitt der Einnahmen und soll bei normalem Geschäftsverlauf 12 Prozent nicht überschreiten. Die Bundesregierung überprüft die Kostenstrukturen fortlaufend und will Anpassungen veranlassen, wenn sie diese unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit oder der Kostenentwicklung für erforderlich hält.

Verwandte Beiträge
Total
0
Share