Algerien setzt vor Russland-Afrika-Gipfel auf aktive Rolle in Moskau

Algerien geht mit klarer Botschaft in Richtung Russland-Afrika-Gipfel: In Moskau will Algier seine Rolle zwischen enger Kooperation mit Russland und formaler Nichtausrichtung sichtbar machen.

Algerien will beim dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau aktiv auftreten und seine Zusammenarbeit mit Russland als Teil seiner Afrikapolitik sichtbar machen. Die Teilnahme ist für den 28. und 29. Oktober 2026 vorgesehen. Der algerische Botschafter in Russland, Tewfik Gouamri, kündigte den Schritt am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg an. Er bezeichnete die Kooperation mit Moskau als „starken Hebel für die Entwicklung des afrikanischen Kontinents“.

Algerien positioniert sich vor dem Treffen in Moskau

Mit der Ankündigung aus Sankt Petersburg unterstreicht Algier seinen Anspruch, beim kommenden Russland-Afrika-Gipfel nicht nur vertreten zu sein, sondern aktiv an den Gesprächen teilzunehmen. Das Treffen in Moskau wird die dritte Ausgabe des Forums sein, das seit 2019 zu den sichtbaren Plattformen der russisch-afrikanischen Diplomatie gehört.

Der erste Gipfel fand 2019 in Sotschi statt. Die zweite Ausgabe wurde im Juli 2023 in Sankt Petersburg organisiert. Damals nahmen offizielle Delegationen aus 48 afrikanischen Staaten teil, obwohl westliche Staaten wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine erheblichen politischen Druck ausübten.

Moskau bereitet die dritte Ausgabe vor

Die Vorbereitung des Gipfels liegt auf russischer Seite beim Berater von Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow. Er soll die bilateralen Treffen koordinieren und die finanziellen Modalitäten des Gipfels festlegen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Anfang Mai erklärt, Moskau rechne damit, dass „die große Mehrheit der Länder des Kontinents“ im Oktober vertreten sein werde. Damit versucht Russland, das Format als festen Bestandteil seiner Beziehungen zu Afrika zu etablieren.

Für Moskau hat das Treffen auch eine außenpolitische Dimension. Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 sucht Russland verstärkt nach diplomatischen Partnern außerhalb Europas und Nordamerikas. Afrikanische Staaten spielen dabei eine größere Rolle, weil viele Regierungen ihre Beziehungen zu Moskau, Peking, Washington und Brüssel parallel pflegen.

Algier bleibt bei seiner Linie zwischen Moskau und Nichtausrichtung

Die algerische Position folgt einer bekannten Linie: Algerien hält enge Beziehungen zu Russland, vermeidet aber eine formale Blockzuordnung. Diese Haltung zeigt sich auch in den Vereinten Nationen. Algerien gehörte zu den afrikanischen Staaten, die sich bei Abstimmungen in der UN-Generalversammlung einer Verurteilung des russischen Kriegs gegen die Ukraine nicht angeschlossen haben.

Die Beziehungen zwischen Algier und Moskau reichen über diplomatische Kontakte hinaus. Russland ist für Algerien seit Jahren ein wichtiger Partner in Sicherheits- und Rüstungsfragen. Zugleich pflegt Algerien seine Rolle als Staat, der außenpolitische Eigenständigkeit betont und seine Beziehungen zu verschiedenen Machtzentren offenhält.

Der Gipfel in Moskau findet damit in einem Umfeld statt, in dem mehrere afrikanische Regierungen ihre außenpolitischen Spielräume neu ausloten. Für Algerien bietet das Format eine Bühne, um seine Rolle als nordafrikanischer Akteur mit kontinentalem Anspruch zu zeigen, ohne seine offizielle Linie der Nichtausrichtung aufzugeben.

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