In Deutschland sind mehr als 590.000 Reiseausweise für Flüchtlinge gültig im Umlauf. Stichtag für die Zahl ist der 31. März 2026. Das Ausländerzentralregister führt zugleich 740.594 Reiseausweise, die seit 2011 registriert wurden. Der größte Teil entfällt auf Menschen aus Syrien, Afghanistan und Irak, unter den afrikanischen Staatsangehörigkeiten liegen Eritrea und Somalia vorn.
Starker Anstieg seit 2023
Die Bundesregierung nennt die Zahlen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag. Demnach waren im Ausländerzentralregister 740.594 Reiseausweise für Flüchtlinge erfasst, die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 31. März 2026 ausgestellt wurden.
Die Entwicklung zeigt einen deutlichen Sprung seit 2023. Für 2022 weist die Statistik 38.548 Reiseausweise aus. Im Jahr 2023 stieg die Zahl auf 151.643, 2024 auf 189.020 und 2025 auf 250.267. Für die ersten drei Monate des Jahres 2026 sind 38.443 Reiseausweise erfasst.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass im Ausländerzentralregister nur ein Reiseausweis pro Person gespeichert wird. Die Daten bilden deshalb nicht die Gesamtzahl aller in diesem Zeitraum ausgestellten Dokumente ab. Für 2026 können die Angaben wegen ausstehender Nacherfassungen zu niedrig sein.
Eritrea und Somalia führen unter afrikanischen Staatsangehörigkeiten
Nach Staatsangehörigkeiten entfällt der größte Anteil auf Syrien. Für syrische Staatsangehörige sind 289.749 Reiseausweise erfasst. Danach folgen Afghanistan mit 112.913 und Irak mit 92.020.
Eritrea steht mit 52.129 Reiseausweisen an vierter Stelle der einzeln ausgewiesenen Staatsangehörigkeiten. Somalia kommt auf 22.798. Weitere afrikanische Staaten in der Aufstellung sind Nigeria mit 4.470, Guinea mit 4.209 und Äthiopien mit 4.002 Reiseausweisen.
Zusammen entfallen auf diese fünf einzeln genannten afrikanischen Staatsangehörigkeiten mindestens 87.608 erfasste Reiseausweise. Weitere Fälle können in der Sammelkategorie „Übrige“ enthalten sein.
Nordrhein-Westfalen mit Abstand vorn

Bei den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen deutlich vor allen anderen Ländern. Dort sind 213.132 Reiseausweise für Flüchtlinge registriert. Es folgen Niedersachsen mit 81.115, Hessen mit 79.055, Baden-Württemberg mit 76.667 und Bayern mit 74.023.
Berlin weist 33.896 Reiseausweise aus, Hamburg 23.712 und Sachsen 23.838. Die niedrigsten Gesamtzahlen stehen für Bremen mit 6.771 und Mecklenburg-Vorpommern mit 8.377 in der Statistik.
Mehr als 227.000 Dokumente laufen 2028 aus
Von den erfassten Reiseausweisen waren zum Stichtag 591.154 gültig. Die größte Gruppe läuft im Jahr 2028 aus. Für dieses Jahr weist die Bundesregierung 227.905 gültige Dokumente aus.
Weitere 188.370 Reiseausweise haben eine Gültigkeit bis 2027. Bis 2026 laufen 118.398 Dokumente. Für 2029 sind 32.888 gültige Reiseausweise erfasst, für Zeiträume nach 2032 insgesamt 19.115.

