Marokko und die Afrikanische Union haben in Rabat ihre politische Abstimmung bekräftigt. Am Mittwoch, 1. April, traf AU-Kommissionschef Mahmoud Ali Youssouf den marokkanischen Außenminister Nasser Bourita zu Gesprächen über Frieden, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und regionale Integration. Das Treffen gewinnt zusätzliches Gewicht, weil Marokko erst im Februar in den Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union gewählt wurde.
Die AU-Kommission erklärte, beide Seiten hätten Wege erörtert, die Zusammenarbeit zwischen Marokko und der Kommission zu vertiefen. Mahmoud Ali Youssouf würdigte dabei Marokkos Beitrag zur panafrikanischen Agenda und begrüßte ausdrücklich die Wahl des Landes in den Friedens- und Sicherheitsrat.
Warum die Wahl in den Friedens- und Sicherheitsrat wichtig ist

Der Friedens- und Sicherheitsrat ist das ständige Entscheidungsgremium der AU für Konfliktprävention, Krisenmanagement und Konfliktlösung. Er gehört zum Kern der afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur und befasst sich mit bewaffneten Konflikten, politischen Krisen und sicherheitspolitischen Reaktionen der Union.
Marokko wurde am 11. Februar 2026 in Addis Abeba in erster Runde für ein zweijähriges Mandat in dieses Gremium gewählt. Bei der Wahl erhielt das Land 34 Stimmen. Das neue Mandat läuft im Rahmen der 2026 gewählten Mitglieder bis März 2028.
01/04/2026 : Retour en images sur la rencontre, ce jour à Rabat, entre M. Nasser Bourita et le Président de la Commission de l'Union africaine, M. Mahmoud Ali Youssouf pic.twitter.com/VXOZ9zz2Qe
— Maroc Diplomatie 🇲🇦 (@MarocDiplomatie) April 1, 2026
Damit sitzt Rabat wieder in einem der wichtigsten sicherheitspolitischen Organe der Union. Für das Treffen mit dem neuen AU-Kommissionschef bedeutet das: Es ging nicht nur um allgemeine Kooperation, sondern auch um Marokkos gewachsene Rolle in Fragen von Frieden und Sicherheit auf kontinentaler Ebene.
Tanger bildet den politischen Rahmen
Das Gespräch fand am Rand der 58. Konferenz der afrikanischen Finanz-, Planungs- und Wirtschaftsminister statt, die derzeit in Tanger läuft. Diese Konferenz wird von der UN-Wirtschaftskommission für Afrika ausgerichtet und bringt Regierungen aus dem gesamten Kontinent zusammen. Damit stand das Treffen in einem größeren kontinentalen Rahmen, in dem Wirtschaftspolitik, Integration und institutionelle Zusammenarbeit ohnehin im Mittelpunkt stehen.
