US-Geheimdienste rücken Afrika als Brennpunkt von Terror in den Fokus

Afrika rückt im neuen Bedrohungsbericht der US-Geheimdienste zugleich als Schauplatz wachsender jihadistischer Gewalt und als strategisch wichtiger Rohstoffraum in den Mittelpunkt. Der Bericht warnt davor, dass sich Al-Qaida- und IS-Ableger auf dem Kontinent weiter ausbreiten und damit US-Interessen, regionale Stabilität und die Sicherheit in mehreren Städten mit US-Präsenz stärker unter Druck setzen.

Der Bericht der US Intelligence Community beschreibt Afrika ausdrücklich als einen immer wichtigeren Schwerpunkt der globalen Jihad-Bewegung. Al-Qaida und der sogenannte Islamische Staat nutzten schwache staatliche Strukturen und lokale Konflikte, um ihre Operationsräume auszuweiten. Dadurch steige aus Sicht der US-Dienste nicht nur das Risiko für amerikanische Interessen in der Region, sondern auch die allgemeine Instabilität in mehreren afrikanischen Krisenräumen.

Al-Shabaab setzt Mogadischu stärker unter Druck

Besonders angespannt ist die Lage in Somalia. Al-Shabaab ist im vergangenen Jahr weiter auf Mogadischu vorgerückt und hat dort indirekte Angriffe verstärkt. In der somalischen Hauptstadt befindet sich auch US-Personal. Zugleich arbeitet die Gruppe propagandistisch weiter mit anderen Teilen von Al-Qaida zusammen und hat Finanzmittel an Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel im Jemen weitergeleitet. 

Auch Mali wird als besonders verwundbar beschrieben. Al-Qaida-nahe Kräfte in der Sahelzone haben demnach eine wirtschaftliche Blockade gegen Bamako durchgesetzt. Das setzt die malische Übergangsregierung zusätzlich unter Druck und betrifft zugleich die US-Präsenz in der Hauptstadt. 

Gewalt breitet sich in Westafrika und im Sahel weiter aus

Neben Somalia richtet sich der Blick auf Westafrika und die Sahelzone. Der Islamische Staat in Westafrika und im Sahel hat seine Angriffe auf lokale Sicherheitskräfte intensiviert und seine Operationsgebiete weiter ausgeweitet. Die Gruppen bewegen sich damit näher an Orte heran, an denen die USA vertreten sind. Gleichzeitig haben US-Militäroperationen in Somalia die Fähigkeit von IS-Somalia eingeschränkt, Anschläge gegen die USA und amerikanische Interessen in der Region vorzubereiten. 

Die amerikanische Sicht auf Afrika erschöpft sich jedoch nicht in Sicherheitsfragen. Mehrere Regierungen auf dem Kontinent wollen ihren Reichtum an kritischen Mineralien gezielt einsetzen, um Partnerschaften zu schließen, die konkrete Unterstützung bringen. Parallel dazu verschärfen gleichzeitige Konflikte und Krisen in verschiedenen Teilen Afrikas die Unsicherheit für zahlreiche US-Bürger und tragen zu weiterer Instabilität bei. 

Kritische Mineralien machen Afrika auch wirtschaftlich strategisch

Afrika verfügt über große Reserven an Rohstoffen, die für moderne Waffensysteme und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zentral sind. Dazu zählen Bauxit, Kobalt, Graphit, Lithium und Mangan. Chinesische Unternehmen besitzen auf dem Kontinent bei allen fünf Mineralien mehr produktive Minen als jedes andere Land. Diese Rohstoffe sind für fortgeschrittene Waffen- und Computertechnologie entscheidend und damit auch für die globale Konkurrenz um technologische Führungspositionen. 

Hinzu kommt ein weiterer Risikofaktor. Krankheiten wie Ebola und Mpox treten in Afrika weiter in neuen Regionen auf und können sich über Grenzen hinweg ausbreiten. Damit erscheint der Kontinent in Washington gleichzeitig als Sicherheitsraum, als Krisenzone mit regionalen Folgewirkungen und als Schlüsselregion im weltweiten Wettbewerb um strategische Rohstoffe.

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