Trump stellt Reise nach Marokko in Aussicht – Schnellstraße nach Dakhla trägt seinen Namen

Kommt Donald Trump bald nach Marokko? Nach der Benennung der Tiznit-Dakhla-Schnellstraße nach ihm stellt der US-Präsident eine Reise über die gesamte Strecke in Aussicht.

US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Besuch in Marokko ins Spiel gebracht, nachdem die Schnellstraße von Tiznit nach Dakhla nach ihm benannt worden ist. Am 26. Juli dankte er König Mohammed VI. öffentlich für die Ehrung. Trump erklärte, er wolle die mehr als 1.000 Kilometer lange Strecke eines Tages vollständig bereisen und hoffe, dass dies bald geschehen werde. Die US-Botschaft verband die Umbenennung zugleich mit einer erneuten Unterstützung für die marokkanische Position im Westsahara-Konflikt.

„Vielen Dank an den hochgeschätzten Mohammed VI., den König von Marokko. Eine so große Ehre“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Ich freue mich darauf, eines Tages die gesamte Länge dieser großartigen Schnellstraße zu bereisen, hoffentlich bald.“

Ob mit der Äußerung bereits konkrete Reiseplanungen verbunden sind, ließ Trump offen. Ein Termin oder weitere Angaben zu einem möglichen Aufenthalt in Marokko wurden nicht genannt.

Neue Straße wird zum diplomatischen Symbol

Die bisher als Schnellstraße Tiznit-Dakhla bekannte Verbindung trägt nun den Namen „President Donald J. Trump Highway“. Sie führt über Guelmim und Laâyoune nach Dakhla und erstreckt sich über rund 1.055 Kilometer.

In einem von Trump verbreiteten Video wird die Straße als Symbol der langjährigen Beziehungen zwischen Marokko und den Vereinigten Staaten dargestellt. Das Video erinnert daran, dass Marokko im Jahr 1777 zu den ersten Staaten gehörte, die die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten anerkannten. Der spätere Friedens- und Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern gilt als Grundlage einer der ältesten ununterbrochenen diplomatischen Beziehungen der USA.

Die Benennung verleiht dem Infrastrukturprojekt damit eine zusätzliche außenpolitische Bedeutung. Die Strecke verbindet den Norden Marokkos mit Dakhla und den von Rabat als südliche Provinzen bezeichneten Gebieten.

US-Botschafter bekräftigt Position zum Sahara-Konflikt

Der US-Botschafter in Marokko, Duke Buchan, griff die Umbenennung ebenfalls auf. Die „President Donald J. Trump Highway“ sei ein Zeichen für die Führung von König Mohammed VI. und die Partnerschaft zwischen beiden Ländern, schrieb er in den sozialen Netzwerken.

Zugleich bekräftigte Buchan die politische Haltung Washingtons in der Sahara-Frage. „Unter Präsident Donald J. Trump halten die Vereinigten Staaten an ihrer dauerhaften Entschlossenheit fest, an der Seite Marokkos für eine marokkanische Sahara einzutreten, die von Frieden, regionaler Stabilität und Wohlstand für künftige Generationen geprägt ist“, erklärte der Botschafter.

Damit erhielt die Benennung der Schnellstraße eine politische Botschaft, die über die persönliche Ehrung Trumps hinausgeht. Washington verknüpft das Bauprojekt mit seiner Unterstützung für Marokko und dessen Anspruch auf das Gebiet.

Mehr als 1.000 Kilometer bis Dakhla

Die Schnellstraße gehört zu den größten Straßenbauprojekten Marokkos. Die Gesamtkosten werden auf neun bis zehn Milliarden Dirham geschätzt. Der letzte Abschnitt wurde Ende 2024 fertiggestellt und am 10. Januar 2025 für den Verkehr geöffnet.

Das Projekt ist Bestandteil des 2015 gestarteten Entwicklungsprogramms für die südlichen Provinzen. Es soll den Warenverkehr erleichtern, Fahrzeiten verkürzen und die wirtschaftliche Anbindung der Atlantikküste verbessern.

Die Strecke besteht aus drei Hauptabschnitten. Zwischen Laâyoune und Dakhla wurde die Nationalstraße 1 auf einer Länge von rund 500 Kilometern ausgebaut und verbreitert. Der Abschnitt zwischen Guelmim und Laâyoune umfasst 436 Kilometer und kostete rund fünf Milliarden Dirham. Weitere 114 Kilometer verbinden Tiznit mit Guelmim.

Entlang der Strecke entstanden 16 größere Brückenbauwerke, Rastanlagen sowie Flächen für das Entladen und den Verkauf von Fischereiprodukten. Teil des Projekts ist auch die nach marokkanischen Angaben längste Brücke des Landes.

Die Straßenverbindung soll außerdem den künftigen Hafen Dakhla Atlantique an das nationale Verkehrsnetz anbinden. Das Hafenprojekt ist als Handels- und Logistikzentrum an der marokkanischen Atlantikküste geplant.

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