US-Präsident Donald Trump hat vor der UN-Generalversammlung internationale Steuerungsansprüche zurückgewiesen, nationale Souveränität zum Leitprinzip seiner Außenpolitik erklärt und den Einsatz amerikanischer Militärmacht gegen Bedrohungen ausdrücklich verteidigt. Seine Rede hielt er am Dienstag, 22. September 2026, in New York. Trump lehnte globale Steuern und eine internationale Kontrolle künstlicher Intelligenz ab, forderte Staaten zum Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof auf und drohte Iran mit einer möglichen Zerstörung des Regimes. Zugleich beanspruchte er für seine Regierung eine führende Rolle bei der Reform der Vereinten Nationen.
„Während andere geredet haben, habe ich gehandelt“
Trump präsentierte die Vereinigten Staaten als wiedererstarkte Macht, die Konflikte nicht länger durch Diplomatie allein lösen wolle. „Während andere geredet haben, habe ich gehandelt. Während andere vom Frieden gesprochen haben, habe ich Frieden geschaffen“, sagte der Präsident.
Seine Regierung habe nach seinem Amtsantritt eine Reihe jahrelanger Konflikte beendet. Trump sprach von acht Kriegen. Für Gaza reklamierte er das Ende des Krieges und die Rückkehr aller verbliebenen Geiseln. Im Krieg zwischen Russland und der Ukraine arbeiteten die USA eng mit beiden Seiten zusammen.
„Wir werden auch das schaffen“, sagte Trump über die Ukraine. Eine Lösung werde „schneller kommen, als die Menschen verstehen“.
Die Angaben zu den von ihm beendeten Konflikten waren Teil seiner eigenen Bilanz vor der Generalversammlung.
Trump droht Iran mit weiterer militärischer Gewalt
Besonders scharf wandte sich Trump gegen Iran. Er bezeichnete die Islamische Republik als wichtigsten staatlichen Unterstützer des Terrorismus und bekräftigte, dass Washington eine iranische Atombombe unter keinen Umständen akzeptieren werde.
Trump verwies auf amerikanische Militäroperationen gegen das iranische Atomprogramm und die iranischen Streitkräfte. Nach seiner Darstellung sei das Atomprogramm durch „Operation Midnight Hammer“ zerstört worden. Bei „Operation Epic Fury“ seien sämtliche 159 Schiffe der iranischen Marine versenkt worden.
Er müsse entscheiden, ob ein Abkommen geschlossen werde, das Iran einen wirtschaftlichen Wiederaufbau ermögliche, „oder ob ich die Islamische Republik vernichte und dies schnell tue“, sagte Trump. Zugleich erklärte er, er gehe von einer Vereinbarung nach den anstehenden Wahlen aus.
USA beanspruchen militärische Vormacht in westlicher Hemisphäre
Trump weitete die Sicherheitsdoktrin seiner Regierung auch auf Lateinamerika aus. Die Vereinigten Staaten würden nicht mehr zulassen, dass sich Bedrohungen gegen Amerika irgendwo in der westlichen Hemisphäre festsetzten.
„Wenn nötig, werden wir unsere unübertroffene militärische Macht einsetzen, um die lebenswichtigen nationalen Interessen der Vereinigten Staaten zu sichern“, sagte Trump.
Als Beispiel führte er Venezuela an. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro seien Hunderte politische Gefangene freigekommen. Im August hätten die USA zudem ein von Trump als größtes Ölgeschäft der Geschichte bezeichnetes Abkommen mit Venezuela geschlossen.

Auch gegen Drogenkartelle verteidigte der Präsident militärische Mittel. Seine Regierung habe Kartelle als ausländische Terrororganisationen eingestuft und die Streitkräfte gegen sie eingesetzt. Trump verglich sie mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ und erklärte, ihre Mitglieder müssten getötet, ausgewiesen oder als feindliche Kämpfer festgehalten werden.
Mexiko bezeichnete er als Zentrum der Kartellgewalt.
„Es gibt keine Weltregierung“
In seiner Kritik an internationalen Institutionen zog Trump eine klare Grenze zwischen Zusammenarbeit und supranationaler Steuerung.
„Es gibt keine Weltregierung, und solange ich Präsident bin, wird es keine globalen Steuern geben“, sagte er.
Die Vereinten Nationen verfügten weiterhin über „großes Potenzial“, müssten jedoch aus seiner Sicht aufhören, politische Vorgaben gegen den Willen souveräner Staaten durchzusetzen.
Trump forderte zugleich alle Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs auf, die Institution zu verlassen. Den Gerichtshof bezeichnete er als „abtrünnige Institution“.
Trump reklamiert tiefgreifende UN-Reform
Trotz seiner grundsätzlichen Kritik an internationalen Institutionen stellte Trump die Vereinten Nationen nicht insgesamt infrage. Seine Regierung habe gemeinsam mit anderen Staaten an der nach seinen Worten umfassendsten Reform in der Geschichte der Organisation gearbeitet.
Der UN-Haushalt sei 2026 erstmals um 15 Prozent gekürzt worden. Mehr als 4.000 Stellen seien in der Verwaltung weggefallen, erklärte Trump.
Die Rede verband damit zwei Elemente der amerikanischen UN-Politik: eine Verringerung von Kosten und Verwaltungsstrukturen bei gleichzeitiger Ablehnung einer Ausweitung supranationaler Kompetenzen.
Trump forderte eine Organisation, die stärker auf souveränen Mitgliedstaaten beruht und weniger eigenständige politische Vorgaben entwickelt.
Angriff auf UN-Menschenrechtspolitik und Migrationspolitik
Besonders deutlich griff Trump die Menschenrechtsinstitutionen der Vereinten Nationen an. Er warf führenden UN-Vertretern vor, die Vereinigten Staaten wegen ihrer Einwanderungs- und Gesellschaftspolitik zu kritisieren, während Menschenrechtsverletzungen in repressiven Staaten nicht ausreichend verfolgt würden.
Auch Migration verband Trump mit nationaler Souveränität. Es gebe „kein Menschenrecht auf illegale Einwanderung“, wohl aber ein Recht darauf, ein souveräner Staat zu bleiben.
Die UNESCO bezog er ebenfalls in seine Kritik ein. Während die Organisation kulturelles Erbe schützen solle, trage die Förderung umfangreicher Migration nach Trumps Darstellung zur Schwächung nationaler Kulturen bei.
USA lehnen internationale KI-Kontrolle ab
Einen weiteren Gegensatz zur UN-Spitze formulierte Trump bei künstlicher Intelligenz.
„Die Vereinigten Staaten lehnen jeden Versuch vollständig ab, ein globalistisches Kontrollsystem für künstliche Intelligenz aufzubauen“, sagte er. Trump verwendete für fortgeschrittene Systeme die Bezeichnung „Super Intelligence“.
Guterres hatte zuvor einen multilateralen Rahmen für das Management von KI-Risiken mit unabhängiger Kontrolle gefordert. Auch Generalversammlungspräsident Khalilur Rahman hatte vor einem internationalen Wettrüsten um die Kontrolle künstlicher Intelligenz gewarnt.
Trump machte dagegen deutlich, dass Washington internationale Regeln ablehnen werde, wenn sie aus Sicht seiner Regierung die technologische oder politische Souveränität der Vereinigten Staaten beschränken.
Zwei amerikanische Militärbasen in Grönland angekündigt
Auch in der Arktis kündigte Trump eine Ausweitung der amerikanischen Militärpräsenz an. In Grönland würden die Vereinigten Staaten unverzüglich mit dem Aufbau einer größeren Präsenz beginnen.
Geplant seien unter anderem zwei große Militärbasen. Eine entsprechende Vereinbarung mit Dänemark und Grönland solle noch am selben Tag unterzeichnet werden.
Trump verband die Entscheidung mit seinem Grundsatz, Gefahren nicht wachsen zu lassen. Die USA würden ihre militärische Macht einsetzen, wo dies zur Durchsetzung ihrer nationalen Interessen notwendig sei.
„Amerika war nie eine Nation, die vor einer Grenze zurückweicht oder vor einer Herausforderung zurückschreckt“, sagte Trump zum Abschluss seiner Rede.

