Die Republik Kongo hat eine neue Regierung mit 41 Mitgliedern gebildet und mehrere Schlüsselressorts neu besetzt. Die Zusammensetzung wurde am 24. April 2026 in Brazzaville veröffentlicht. Premierminister Anatole Collinet Makosso führt das Kabinett weiter, während Jean-Jacques Bouya zum Vizepremierminister für die Koordinierung der Entwicklungsinfrastruktur und Raumordnung aufsteigt. Die Neubesetzung betrifft unter anderem Verteidigung, Inneres, Außenpolitik, Bergbau, Energie, Industrie und Digitales.
Bouya steigt zum Vizepremierminister auf
Jean-Jacques Bouya erhält in der neuen Regierungsarchitektur eine herausgehobene Rolle. Er wird Vizepremierminister und übernimmt die Koordinierung der Entwicklungsinfrastruktur. Zugleich behält er die Zuständigkeit für Raumordnung.
Damit rückt ein Ressort in den Vordergrund, das für Straßen, staatliche Infrastrukturplanung und territoriale Entwicklung steht. In einem Land mit großen regionalen Unterschieden bleibt die Verbindung von Infrastruktur und Verwaltung ein zentraler Teil der Regierungsarbeit.

Premierminister Anatole Collinet Makosso bleibt Regierungschef. Die neue Mannschaft ist auf ein fünfjähriges Mandat ausgerichtet und umfasst neben dem Vizepremierminister mehrere Staatsminister, Fachminister und zwei beigeordnete Minister.
Verteidigung, Inneres und Außenpolitik neu verteilt
Raymond Zéphirin Mboulou übernimmt das Verteidigungsministerium. Jean Ollessongo Ondaye führt künftig das Innenministerium und die Dezentralisierung. Constant Serge Bounda wird Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Frankophonie und Kongolesen im Ausland.
Diese drei Ressorts gehören zu den politisch sichtbarsten Bereichen der neuen Regierung. Verteidigung und Inneres betreffen die Sicherheits- und Verwaltungsstruktur des Landes. Das Außenministerium steuert die Beziehungen zu internationalen Partnern, regionalen Organisationen und der kongolesischen Diaspora.
Pierre Oba wechselt an die Präsidentschaft und wird dort Staatsminister für politische Angelegenheiten. Sein früheres Ressort für Bergbau und Geologie übernimmt Urbain Fiacre Opo. Alphonse Claude Nsilou bleibt auf Kabinettsebene präsent und führt künftig Bauwesen, Städtebau und Wohnungswesen.
Wirtschaft und Rohstoffe bekommen neue Zuständigkeiten
Christian Yoka bleibt Minister für Finanzen, Haushalt und öffentliches Portfolio. Ludovic Ngatsé behält Wirtschaft, Planung, Statistik und Vorausschau. Beide Ressorts stehen für die finanzielle und wirtschaftspolitische Steuerung des Staates.
Im Rohstoffbereich setzt die neue Regierung mehrere Akzente. Stev Simplice Onanga übernimmt das Ministerium für Kohlenwasserstoffe. Urbain Fiacre Opo führt Bergbau und Geologie. Bruno Jean-Richard Itoua wird Minister für Energie und Wasserversorgung.
Michel Djombo erhält das Ressort für industrielle Entwicklung, Sonderwirtschaftszonen und Förderung des Privatsektors. Jacqueline Lydia Mikolo übernimmt Handel, Versorgung, Verbraucherschutz und die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone. Damit liegen Industrie, Handel und regionale Wirtschaftsverflechtung in getrennten Ressorts.
Digitales, Beschäftigung und Berufsbildung mit neuen Namen
Serges Nze wird Minister für Post, Telekommunikation und digitale Wirtschaft. Rodrigue Charles Malanda Samba übernimmt Beschäftigung, Unternehmertum und qualifizierende Ausbildung. Fulgence René Adicolle Goum führt das Ministerium für technische und berufliche Bildung.
Diese Ressorts berühren Arbeitsmarkt, Qualifizierung und digitale Infrastruktur. Die neue Aufteilung trennt Beschäftigungsförderung, digitale Wirtschaft und berufliche Bildung voneinander, verbindet sie aber in einem Bereich, der für Ausbildung, Unternehmensgründungen und staatliche Modernisierung steht.
Noël Léonard Essongo wird Minister für Staatskontrolle, Qualität des öffentlichen Dienstes und Kampf gegen Missstände. Luc Joseph Okio bleibt für Staatsreform und Beziehungen zum Parlament zuständig.
Bekannte Namen bleiben im Kabinett
Mehrere Mitglieder der bisherigen Regierung behalten ihre Ressorts. Paul Valentin Ngobo bleibt für Landwirtschaft und Viehzucht zuständig. Jean Rosaire Ibara führt weiter Gesundheit und Bevölkerung. Arlette Soudan Nonault bleibt Ministerin für Umwelt, Kongobecken und nachhaltige Entwicklung. Rosalie Matondo behält die Forstwirtschaft.
Thierry Lézin Moungalla bleibt Minister für Kommunikation und Medien sowie Regierungssprecher. Denis Christel Sassou Nguesso behält internationale Zusammenarbeit und Förderung öffentlich-privater Partnerschaften. Honoré Sayi führt weiter Fischerei, Flusswirtschaft und Wasserwege.
Auch Aimé Ange Wilfrid Bininga bleibt Justizminister und zuständig für Menschenrechte sowie die Förderung indigener Bevölkerungsgruppen. Rigobert Maboundou behält Wissenschaft und technologische Innovation. Delphine Édith Emmanuel bleibt Ministerin für Hochschulwesen.
Zwei beigeordnete Minister ergänzen das Kabinett
Die neue Regierung umfasst zwei beigeordnete Minister. Prince Bertrand Bahamboula wird dem Kulturministerium zugeordnet und ist für Tourismusindustrie zuständig. Prince Michrist Kaba Mboko arbeitet beim Sportministerium und übernimmt Jugend sowie staatsbürgerliche Bildung.
Jean-Claude Gakosso führt künftig Kultur, Kunst, nationales Erbe und Tourismusindustrie. Hugues Ngouélondélé behält Sport, Jugend und staatsbürgerliche Bildung. Die beiden beigeordneten Minister verstärken damit Bereiche, die in der neuen Regierungsstruktur breiter gefasst sind.
Sechs Minister verlassen die Regierung
Mehrere bisherige Regierungsmitglieder gehören dem neuen Kabinett nicht mehr an. Émile Ouosso, Gilbert Mokoki, Nicéphore Antoine Thomas Fylla Saint-Eudes, Léon Juste Ibombo, Ghislain Thierry Maguessa Ebomé und Charles Richard Mondjo scheiden aus.
Die neue Zusammensetzung verbindet personelle Kontinuität mit mehreren Umbesetzungen in sicherheits-, wirtschafts- und verwaltungspolitischen Ressorts. In Brazzaville beginnt damit eine neue Regierungsphase unter Premierminister Anatole Collinet Makosso.

