Der Sanierungsbedarf bei den Auslandsliegenschaften des Bundes ist auf rund 2,82 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor. Allein auf Liegenschaften des Auswärtigen Amts entfallen demnach rund 2,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen 7,4 Millionen Euro im Bereich des Verteidigungsministeriums und rund 12 Millionen Euro bei Einrichtungen des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.
Auch die laufenden Kosten bleiben hoch. Für Betrieb, Instandhaltung und Ausstattung fallen demnach im Durchschnitt rund 1,7 Millionen Euro pro Monat an. Die monatlichen Mietkosten liegen bei rund 3,45 Millionen Euro, die Ausgaben für Baumaßnahmen bei knapp 9,75 Millionen Euro. Damit summieren sich allein diese drei Kostenblöcke auf deutlich mehr als 14 Millionen Euro pro Monat.
Auswärtiges Amt trägt den größten Kostenblock

Den größten Anteil trägt das Auswärtige Amt. Dort belaufen sich die monatlichen Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Ausstattung auf durchschnittlich 1,236 Millionen Euro. Für Baumaßnahmen werden monatlich im Schnitt 9,586 Millionen Euro aufgewendet, darunter auch größere Projekte wie Botschaftsneubauten. Die monatlichen Mietkosten liegen bei 3,283 Millionen Euro.
Im Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums fallen monatlich durchschnittlich 434.000 Euro für Betrieb, Instandhaltung und Ausstattung an. Für Baumaßnahmen nennt die Bundesregierung 160.000 Euro pro Monat, für Mieten 163.000 Euro. Beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien liegen die monatlichen Betriebskosten bei 35.000 Euro, die Baukosten bei 5.000 Euro. Mietkosten entstehen dort nicht, weil sich die Auslandsliegenschaften ausschließlich im Bundeseigentum befinden.
Seit Anfang 2025 mehrere Verkäufe und ein Zukauf
Seit dem 1. Januar 2025 hat sich der Bestand der Auslandsliegenschaften vor allem im Ressort des Auswärtigen Amts verändert. In Dschuba wurden drei Dienstwohnungen erworben. Verkauft wurden jeweils zwei Dienstwohnungen in Lusaka und Antananarivo. Außerdem trennte sich der Bund von einem unbebauten Grundstück in Brasília sowie von den ehemaligen Kanzleien in Pretoria und São Paulo. Im Eigentumsbestand des Verteidigungsministeriums und des Kulturstaatsministeriums gab es keine Veränderungen.
40 bundeseigene Liegenschaften im Ausland derzeit ungenutzt
Neben den Kosten nennt die Bundesregierung auch Zahlen zu ungenutzten Immobilien. Im Bereich des Auswärtigen Amts stehen derzeit 37 bundeseigene Liegenschaften leer, davon 23 mit Veräußerungsabsicht. Als Gründe nennt die Bundesregierung unter anderem vorübergehende Schließungen von Auslandsvertretungen, Sanierungen, geplante Neubauten und laufende Prüfungen zur weiteren Verwertung.
Bei der Bundeswehr sind drei Auslandsliegenschaften ungenutzt, zwei davon sollen verkauft werden. Genannt werden Bedarfsmangel, Sanierungsbedarf und Kernsanierung. Die Liegenschaften des Kulturstaatsministeriums sind nach Angaben der Bundesregierung vollständig in Nutzung.
Bundesregierung verweist auf internes Immobilienkonzept
Für das Management der Auslandsliegenschaften verweist das Auswärtige Amt auf bestehende Leitlinien für das Immobilienmanagement im Ausland. Zu weiteren geplanten Verkäufen, Käufen oder Anmietungen macht die Bundesregierung keine detaillierten Angaben. Begründet wird das mit laufenden internen Abstimmungen und Vertragsverhandlungen.

