Somalias Regierung hat in Mogadischu mit der US-Vertretung über Sicherheitskooperation und humanitäre Unterstützung beraten. Am 07.02.2026 traf Premierminister Hamza Abdi Barre den US-Geschäftsträger in Somalia, Justin Davis, zu einem Gespräch über bilaterale Zusammenarbeit, den Kampf gegen extremistische Gruppen und die Lage in stabilisierten Gebieten. Thema war außerdem die Dürrekrise und die Versorgung betroffener Bevölkerungsgruppen.
Sicherheitskooperation mit den USA
Nach Angaben der Somali National News Agency informierte Premierminister Abdi Barre den US-Geschäftsträger über Fortschritte bei der Stabilisierung von Gebieten, die nach Regierungsangaben von extremistischen Kräften zurückgewonnen wurden. Hamza hob in dem Gespräch die Rolle der Vereinigten Staaten bei Ausbildung, Ausrüstung und Professionalisierung der somalischen Sicherheitskräfte hervor.

In einer Erklärung betonte Abdi Barre die Verbindung zwischen Sicherheitslage und wirtschaftlichen Zielen. Er sagte: „Das Räumen extremistischer Kräfte von unseren landwirtschaftlichen Flächen ist entscheidend, damit Somalia eine nachhaltige Entwicklung sichern, Investitionen anziehen und Ernährungsselbstversorgung erreichen kann.“
Der US-Geschäftsträger Justin Davis würdigte nach Angaben der Nachrichtenagentur somalische Fortschritte in den Bereichen Sicherheit sowie politische und Wahlprozesse. Davis bekräftigte demnach die US-Unterstützung durch Sicherheits-, militärische und humanitäre Hilfe und erneuerte die US-Position zur „Einheit und territorialen Unversehrtheit“ Somalias.
Humanitäre Lage: Dürre und Unterstützungsbedarf

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand auch die humanitäre Krise infolge anhaltender Dürre. Hamza skizzierte demnach einen Regierungsplan für öffentliche Konsultationen zur Unterstützung betroffener Gemeinden und verwies auf die Notwendigkeit internationaler Hilfe, insbesondere für zeitnahe Unterstützung großer Bevölkerungsgruppen.
Verteidigungsminister Fiqi: Militärische Operationen gegen Al-Shabaab

Ebenfalls am 07.02.2026 nahm Somalias Verteidigungsminister Ahmed Moallim Fiqi in einer separaten Erklärung zur Sicherheitslage Stellung. Nach Angaben der Somali National News Agency erklärte Fiqi, jüngste Gefechte hätten die operative Handlungsfähigkeit der islamistischen Miliz Al-Shabaab deutlich geschwächt. Er sagte: „In den jüngsten Kämpfen haben unsere Kräfte klar gezeigt, dass der Feind nun im Rückgang und in Unordnung ist, wobei seine Fähigkeiten von Tag zu Tag schwächer werden.“
Fiqi verwies auf fortgesetzte Militäroperationen in zentralen und südlichen Regionen. Er erklärte, die Lage auf dem Gefechtsfeld habe sich verändert und die Aufständischen seien weniger in der Lage, längere Auseinandersetzungen zu führen. Zudem sprach er von Druck auf Führungsstrukturen der Gruppe.
Einordnung: Lang anhaltende Krise und Sicherheitsdynamiken
Ein im Januar 2026 veröffentlichter Bericht des International Institute for Strategic Studies beschreibt Somalia als seit dem Zusammenbruch staatlicher Institutionen von einer lang anhaltenden Sicherheits- und Regierungskrise geprägt, bei der die Bundesregierung in Mogadischu mit Unterstützung regionaler und internationaler Kräfte gegen jihadistische Aufständische, darunter Al-Shabaab, vorgeht.
Der Bericht verweist zugleich auf Spannungen im Zusammenhang mit Somalias geplanten Präsidentschaftswahlen 2026 und stellt diese in den Kontext der Sicherheitslage und territorialer Entwicklungen. Zudem beschreibt das Institut die Wechselwirkungen zwischen Instabilität an Land und maritimer Sicherheit in der Region, unter anderem mit Blick auf Piraterie und Konkurrenz um Hafen- und Basiszugang am Horn von Afrika.