Die größte Oppositionspartei Kap Verdes, Movimento para a Democracia (MpD), unterstützt die frühere Justizministerin Joana Gomes Rosa bei der Präsidentschaftswahl. Die erste Runde findet am 15. November statt, eine mögliche Stichwahl am 29. November. In der nationalen Parteiführung stimmten 85 Prozent für Rosa. Amtsinhaber José Maria Neves hat bislang nicht erklärt, ob er für eine weitere Amtszeit kandidieren wird.
Die nationale Führung des MpD traf die Entscheidung bei einer Sitzung am Samstag. Einziger Tagesordnungspunkt war nach Angaben der kapverdischen Zeitung A Nação die Positionierung der Partei zur Präsidentschaftswahl.
Joana Gomes Rosa hatte bereits zuvor ihre Kandidatur angekündigt. Mit der offiziellen Unterstützung verfügt die ehemalige Ministerin nun über den Rückhalt einer der beiden großen politischen Kräfte des Inselstaates.
85 Prozent der MpD-Führung stimmen für Rosa
Die Parteiführung entschied sich nach Beratungen über die politische Lage und die verschiedenen Kandidaturen mit deutlicher Mehrheit für Rosa. 85 Prozent der Mitglieder des Führungsgremiums unterstützten ihre Kandidatur.

Damit legt sich der MpD knapp zweieinhalb Monate vor dem ersten Wahlgang auf eine Bewerberin fest. Die Partei befindet sich seit den jüngsten Parlamentswahlen in der Opposition. Der Partido Africano da Independência de Cabo Verde (PAICV) gewann dabei 37 Sitze, der MpD kam auf 33 Mandate. Zwei weitere Sitze gingen an die União Cabo-verdiana Independente e Democrática (UCID).
Die Präsidentschaftswahl folgt damit nur wenige Monate auf einen Regierungswechsel. Das Amt des Staatspräsidenten ist institutionell von der Regierung getrennt. Der Wahlkampf fällt jedoch in eine Phase, in der sich die politischen Kräfte Kap Verdes nach der Parlamentswahl neu aufstellen.
Mehrere Kandidaten wollen antreten
Neben Rosa haben mehrere weitere Bewerber ihre Absicht erklärt, für das Präsidentenamt zu kandidieren. Dazu gehören Casimiro de Pina, Milton Paiva, Péricles Tavares, der Schiffsingenieur Fernando Delgado, der frühere Bürgermeister von Ribeira Grande de Santiago, Manuel de Pina, sowie der Arzt Gilson Alves.
Die frühere Ministerin Janine Lélis zog ihre zuvor angekündigte Kandidatur wieder zurück. Auch Hélio Sanches verzichtete auf eine Teilnahme und begründete dies mit fehlenden politischen Voraussetzungen innerhalb des MpD.
Offen bleibt die Entscheidung von Staatspräsident José Maria Neves. Er hat bislang nicht bestätigt, ob er erneut antreten wird.
Erste Runde am 15. November
Der Termin für die Präsidentschaftswahl wurde Ende Juli per Präsidialdekret festgelegt. Nach dem Dekret Nr. 22/2026 findet der erste Wahlgang am 15. November statt.
Erreicht kein Kandidat die für eine Wahl erforderliche Mehrheit, folgt am 29. November eine zweite Runde. Vor der Festlegung des Termins wurden die registrierten politischen Parteien und der Conselho da República, ein verfassungsrechtliches Beratungsgremium des Staatspräsidenten, angehört.
Mit der Unterstützung Rosas hat der MpD seine Position für den Wahlkampf nun festgelegt. Die Entscheidung darüber, ob Amtsinhaber Neves erneut kandidiert, steht weiterhin aus.

